DE3212261A1 - Waessrige suspension von bentonit und deren verwendung zur beschichtung von waermedaemmplatten - Google Patents
Waessrige suspension von bentonit und deren verwendung zur beschichtung von waermedaemmplattenInfo
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Description
Wässrige Suspension von Bentonit und deren Verwendung zur Beschichtung von Wärmedämmplatten
Die zu Platten verpreßten Hochtemperaturisolationsmaterialien bestehen aus ca. 40 bis 70 Gew.-% einer feinteiligen
Komponente, wie z.B. pyrogen hergestelltes Silicumdioxid, 20 bis 50 Gew.~% Trübungsmittel, z.B. Rutil oder Ilmenit
und 1 bis 10 Gew.-% einer hochtemperaturbeständigen Faser,
z.B. Aluminiumsilikat'faser zur Erhöhung der mechanischen Stabilität.
Sie gelangen als trocken verpreßte Formkörper (Wärmedämmplatten) unterschiedlicher Dichte (200 bis 320 g/l) meist umhüllt
mit Glasfasergewebe (Borsilikatglas) in verschiedenen Ausführungen
in den Handel.
Die oben genannten Wärmedänunplatten haben einen hohen Materialabrieb
und eine geringe mechanische Festigkeit, die eine direkte Verarbeitung und Montage der Wärmedämmplatten ohne
zusätzliches verstärkendes Material unmöglich macht. Zur Lösung dieses Problems ist es bekannt, Wärmedämmplatten in
eine Hülle aus Faserstoffgewebelagen einzubetten. Dieses Verfahren
ist aber sehr arbeitsaufwendig, teuer und weist den Nachteil auf, daß die Hülle bei einer Temperaturbehandlung von
35 500 bis 7000C schmilzt (DE-AS 20 36 124).
-4-
01 82 130 FH - 4. -
Gemäß der DE-OS 29 41 606 ist ein Verfahren, bei dem verschiedene Bindersysteme direkt in den Isolierstoff miteingemischt
werden und anschließend thermisch oder katalytisch ausgehärtet werden, bekannt. Dieses Verfahren weist den
Nachteil auf, daß die Wärmeleitfähigkeit der Wärmedämmplatten beträchtlich erhöht wird. Daraus resultiert eine erhebliche
Verschlechterung nicht nur der Isolierwirkung sondern auch der thermischen Stabilität.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, Wärmedämmplatten, bei welchen
die mechanischen Eigenschaften durch Erhöhung der Biege- und Abriebfestigkeit verbessert sind, zu finden. Dabei soll
eine Verschlechterung der Isolier- und thermischen Eigenschaften der.Wärmedämmplatten nicht eintreten.
Gegenstand der Erfindung ist eine wässrige Suspension, bestehend aus 50 bis 90 Gew.-% Wasser, 10 bis 50 Gew.~% Bentonit
und 1 bis 2 Gew.-% anorganischer Faser.
Wesentliche Voraussetzung für die Anwendbarkeit der anorganisehen
Faser ist ihre Temperaturstabilität bis mxndestens 1000C,
Als anorganische Faser können vorzugsweise Aluminiumsilikatfaser verwendet werden. Der Al^CK-Anteil kann dabei 5 bis
95 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 60 Gew.-%, betragen.
,Q Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur
Verbesserung der mechanischen Eigenschaften von Wärmedämmplatten, die pyrogen hergestelltes Siliciumdioxid als Füllstoff
enthalten unter Verwendung der Suspension, welches dadurch ge-
Degussa
Ol 82 130 FH - 5. -
kennzeichnet ist, daß man die wässrige Suspension, bestehend aus 50 bis 90 Gew.-% Wasser, 10 bis 50 Gew.-% Bentonit und
1 bis 2 Gew.-% anorganischer Faser, gegebenenfalls wiederholt, auf die Wärmedämmplatten aufgibt, die Wärmedämmplatten
gegebenenfalls bei einer Temperatur von 100 bis 1500C trocknet
und gegebenenfalls anschließend bei einer Temperatur von bis 5000C, gegebenenfalls wiederholt, tempert.
Die Suspension kann mit Hilfe eines Spritzgerätes, das mit Druckluft betrieben werden kann, auf die Wärmedämmplatte,
die aus einem hochdispersen Füllstoff, Trübungsmitteln und Fasern besteht, aufgesprüht werden. Die Suspension kann weiterhin
mittels Tauchen, Streichen, Pinseln, Spachteln o.a. auf die Wärmedämmplatte aufgebracht werden. Es bildet sich
schon nach kurzer Zeit eine elastische Haut auf der Isolierplatte. Die geringen Faserzusätze verhindern ein Aufplatzen
der Hülle. Um stärkere Schichtdicken zu erreichen, kann man das Aufspritzverfahren mehrmals wiederholen oder Suspensionen
mit höherem Feststoffgehalt verwenden. Die erhaltene Wärmedämmplatte
besitzt nach der erfindungsgemäßen Behandlung verbesserte mechanische Eigenschaften. Je nach Grad der gewünschten
Abriebfestigkeit können die Platten nochmals bei 300 bis 5000C getempert werden.
Zur weiteren Erhöhung der mechanischen Festigkeit, hauptsächlich der Druck- und Biegefestigkeit, kann man zusätzlieh
ein Fasernetz oder einen Faserfilz auf die Wärmedämmplatte aufpressen und anschließend eine Bentonitsuspensxon
aufgeben.
35 -6·
Degussa
οι
82 130 FH - 6.
Die Wärmedämmplatte]! können untereinander in einem Bausteinprinzip
ebenfalls mit der Suspension aus Bentonit, Wasser und Faser verbunden werden, wodurch eine fugenfreie Verbindung
der Wärmedämmplatten möglich wird. Die Suspension aus Bentonit, Wasser und Faser gibt man dazu auf mindestens eine Seite
der Wärmedämmplatten auf, und fügt diese Wärmedämmplatten mit ^0 weiteren Wärmedämmplatten zusammen, wobei die Suspension, indem
sie eine Schicht, bestehend aus Bentonit und anorganischer Faser bildet, als Bindemittel wirkt.
Zur Erhöhung der Klebeeigenschaften können der Bentonitsuspen- * sion beliebige Mengen an Kieselsäuresol, Kieselsäureester oder
■ Wasserglas zugemischt werden. Dabei sollte gewährleistet sein, daß die Bentonitsuspension weiterverarbeitet, beispielsweise
versprüht, werden kann.
"^ Ein weiterer Gegenstand der Erfindung sind Wärmedämmplatten,
welche dadurch gekennzeichnet sind, daß sie mit einem Gemisch aus Bentonit und anorganischer Faser beschichtet sind. Dabei
können die Wärmedämmplatten mit einem Fasernetz oder einem Faserfilz, auf dem die Schicht, bestehend aus einem Gemisch
von Bentonit und anorganischer Faser, aufgebracht ist, umgeben sein. Die Wärmedämmplatten können untereinander in einem
Bausteinprinzip mit einer Schicht, bestehend aus einem Gemisch von Bentonit und anorganischer Faser, verbunden sein,
wobei zusätzlich die nicht verbundenene Seiten mit dem Ge-
^® misch, bestehend aus Bentonit und Faser, beschichtet sind.
In einer vorzugsweisen Ausführungsform bestehen die Wärmedämmplatten
aus ca. 4 0 bis 70 Gew.-% einer feinteiligen
Komponente, wie z.B. pyrogen hergestelltes Silciumdioxid, 35
-7-
0-449'S
Degussa
01 82 130 FH - 7. -
bis 50 Gew.-% eines Trübungsinittels wie z.B. Quarzmehl,
Rutil oder Ilmenit, und 1 bis 10 Gew.-% einer hochtemperaturbeständigen
Faser, wie z.B. Aluminiumsilikatfaser
Das Zusammenfügen kann auch dann durchgeführt werden, wenn man die Wärmedämmplatten bereits vollständig mit der Suspension
behandelt hat.
Die Erfindung weist die folgenden Vorteile auf:
- geringe Materialkosten, sehr einfaches Verarbeitungsverfahren
- die Isolierwirkung der Wärmedämnplatten wird in keiner
Weise beeinträchtigt, im Gegensatz zu bekannten Wänaedämmplatten, bei denen die Bindersysteme direkt in den
Isolierstoff miteingemischt werden
Weise beeinträchtigt, im Gegensatz zu bekannten Wänaedämmplatten, bei denen die Bindersysteme direkt in den
Isolierstoff miteingemischt werden
- die TemperaturStabilität der Wärmedämmplatten bleibt er-
halten, bzw. wird geringfügig verbessert. Die Wärmedämmplatten
werden nach einer Wärmebehandlung nicht verformt oder rissig. Es bildet sich ein keramischer überzug, der
einer Schrumpfung entgegenwirken kann. Bei bekannten
Wärmedämmplatten schmilzt die Umhüllung nach einer ent-
sprechenden Temperaturbeanspruchung und beeinträchtigt
damit die Isolierwirkung.
- durch die. Verwendung der Bentonitsuspension als Bindemittel ist eine fugenfreie Verarbeitung der Platten möglich.
Der in den Beispielen verwendete Bentonit hat folgende Zu
sammensetzung:
= 18,60 %
35 SiO2 = 57,20 %
Degussa
| Ol82 130 FH | 2 | - 8. | ,10 % |
| Na2O | 0 | ,40 % | |
| )5 K2O | 1 | ,10 % | |
| CaO | 2 | ,50 % | |
| MgO | 3 | ,40 % | |
| Fe2O3 = | 8 | ,30 % | |
| H2O | 90 micrometer | ||
| 0 Korngröße | |||
Glühverlust: 10 Gew.-%
Ein wesentliches Beurteilungskriterium der Qualität der Wärmedämmplatte
ist in erster Linie ihre Wärmeleitfähigkeit. Für die Beurteilung ist aber auch die thermische Formfestigkeit
und mechanische Festigkeit der Wärmedämmplatten sowie ihre Verarbeitbarkeit bzw. deren Montagemöglichkeit wesentlich.
Die Prüfung der Wärmeleitfähigkeit, die thermische Formfestigkeit
und die mechanische Festigkeit erfolgt an runden Platten mit den Abmessungen 100 χ 20 mm.
Man stellt in einem Schnellaufenden Mischgerät mit ca. 5000 UpM
aus 53 Gew.-% einer pyrogenen Kieselsäure mit einer BET-Oberfläche von 300 m2/g, 40 Gew.-% eines feinteiligen Trübungsmittels (Quarzmehl) und 7 Gew.-% einer keramischen Faser auf
Basis Aluminiumsilikat (60 Gew.-% Al2O3~Anteil) eine homogene
Mischung her. Die Mischung wird zu Platten mit einem Litergewicht von 300 g/l verpreßt und für alle durchgeführten Messungen
als Vergleich verwendet.
Man stellt eine Suspension aus 85 Gew.-% Wasser, 13 Gew.-%
Bentonit und 2 Gew.-% Aluminiumsilikatfaser (60 Gew.-%
—9—
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01 82 130 FH - 9. -
her. Diese wird mit Hilfe eines Spritzverfahrens auf die Oberfläche
der Wärmedämmplatte aufgetragen. Es wird eine Flach-/ Breit-Rundstrahlpistole verwendet, wobei die Bentonitsuspension
durch die Injektorwirkung der Zerstäuberluft in den Spritzstrahl gerissen wird und somit gleichmäßig auf der
Isolierplatte verteilt wird. Die besprühte Wärmedämmplatte wird bei 1000C getrocknet. Diese Wärmedämmplatte wird den
folgenden Prüfmethoden unterzogen:
1. Wärmeleitfähigkeitsmessung in W/m°C (Watt pro Meter°Celsius)
2. Schrumpfung des Wärmedämmplattendurchmesser in % bei
10000C und einer Haltezeit von 10 h.
3. relative Biegefestigkeit in Newton, wobei die Wärmedämmplatten als Balken auf zwei Stützen gelagert werden und
durch die Einzellast P in der Mitte beansprucht werden. Dabei sind wie in der Figur 1 dargestellt wird
P = Einzellast in Newton (vgl. Tabelle)
L1= Probenlänge von 100 ζζλ
h = Probenhöhe von 20 mm
25 L2 = Stützweite von 40 mm
Die Probe ist durch gleichmäßige Steigerung der Belastung stoßfrei zu biegen. In den durchgeführten Beispielen wurde
ein Vorschub der Einzellast von 5 mm/min gewählt. Die ReIativwerte
für die Belastbarkeit für die entsprechenden Proben wurden in Newton angegeben.
Die ermittelten Werte sind in der Tabelle 1 aufgeführt. 35 -10-
U)
O
NJ UI
NJ
Ul
O
UI
CO NJ
U) O
Probe relative Biegefestigkeit in N (bei Bruch der Probe)
Standardabwei- mittlere Wärmeleitf-Durchmesserchung
der rela- Tempera- W/m°C schrumpfung tiven Biege- tür 0C der Platten
festigkeit bei 10000C u.
h Haltezeit
Oberflächenbeschaffen
heit
heit
Vergleichsplatte
62,9 79,8 75,6 64,9 69,7
70,6 + 7,1
| 163 | 0,029 |
| 299 | 0,029 |
| 357 | 0,033 |
| 465 | 0,041 |
| 162 | 0,029 |
| 252 | 0,030 |
| 360 | 0,036 |
| 466 | 0,042 |
2,3
rauhe abreibbare Oberfläche
127,6 119,3 138,8 116,1 123,2
125,0+ 8,8
1,2
glatte abriebfeste Oberflüche
- 11-
| C | |
| Φ | |
| (Ω | |
| C | |
| KJ | co |
| KJ | co |
| KJ | Q) |
Degussa
01 82 130 FH - 11. -
Es werden Wärmedämmplatten entsprechend dem Vergleichsbeispiel hergestellt, wobei bei der Fertigung der Platte an der
Wärmedämmplattenoberflache ein Faserfilz oder Faservlies mit
eingepreßt wird. Anschließend werden die Wärmedämmplatten entsprechend dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren mit einer
Bentonitsuspension nachbehandelt. Die relative Biegefestigkeit
kann dabei je nach Dicke des Filzes oder Vlieses und deren Einzelfaserlängen zusätzlich um ca. 50 bis 200 % gesteigert
werden.
- /2 -Leerseite
Claims (7)
15 Patentansprüche
(1. Wässrige Suspension, bestehend aus 50 bis 90 Gew.-% Wasser,
10 bis 50 Gew.-% Bentonit und 1 bis 2 Gew.-% anorganischer Faser
20
20
2. Verfahren zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften von Wärmedämmplatten, die pyrogen hergestelltes Siliciumdioxid
als Füllstoff enthalten, unter Verwendung der Suspension gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man
die wässrige Suspension, bestehend aus 50 bis 90 Gew.-% Wasser, 10 bis 50 Gew.-% Bentonit und 1 bis 2 Gew.-%
anorganischer Faser, gegebenenfalls wiederholt, auf die Wärmedämmplatten aufgibt, die Wärmedämmplatten gegebenenfalls
bei einer Temperatur von 100 bis 1500C trocknet und
gegebenenfalls anschließend bei einer Temperatur von 300 bis 5000C, gegebenenfalls wiederholt, tempert.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man
auf die Wärmedämmplatten ein Fasernetz oder einen Faserfilz
35 aufpresst und dann die Suspension aufsprüht.
Degussa
01 82 130 FH - 2. -
4. Verfahren nach den Ansprüchen 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß man auf mindestens eine Seite der Wärmedämmplatten
die Suspension aufgibt und diese Wärmedämmplatten mit weiteren Wärmedämmplatten zusammenfügt, wobei
die Suspension, indem sie eine Schicht, bestehend aus Bentonit und anorganischer Faser bildet, als Bindemittel
wirkt.
5. Wärmedämmplatten, dadurch gekennzeichnet, daß sie mit einem Gemisch aus Bentonit und anorganischer Faser beschichtet
sind.
6. Wärmedämmplatten nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß sie mit einem Fasernetz oder einem Faserfilz, auf dem
die Schicht, bestehend aus einem Gemisch von Bentonit und anorganischer Faser, aufgebracht ist, umgeben sind.
7. Wärmedämmplatten nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet,
daß sie untereinander in einem Bausteinprinzip mit einer Schicht, bestehend aus einem Gemisch von Bentonit
und anorganischer Faser, verbunden sind.
-3-
Priority Applications (7)
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19823212261 DE3212261A1 (de) | 1982-04-02 | 1982-04-02 | Waessrige suspension von bentonit und deren verwendung zur beschichtung von waermedaemmplatten |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3212261A1 true DE3212261A1 (de) | 1983-11-10 |
Family
ID=6160044
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19823212261 Ceased DE3212261A1 (de) | 1982-04-02 | 1982-04-02 | Waessrige suspension von bentonit und deren verwendung zur beschichtung von waermedaemmplatten |
Country Status (2)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE3212261A1 (de) |
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1985
- 1985-06-27 US US06/749,480 patent/US4670101A/en not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
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