DE3211607C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
Dioxazinviolett-Pigments.
Für die Pigmentierung von rohem Dioxazinviolett (Color
Index, Pigment Violet 23), ist bisher ein Naß- oder
Trockenpulverisierungsverfahren bekannt, bei dem rohes
Dioxazinviolett mit einem Kneter oder einer Kugelmühle
unter Verwendung einer großen Menge an anorganischen
Salzen bzw. Kugeln behandelt wird. In der JA-AS 16 786/
1964 ist ein Säureaufschlämmungsverfahren unter Verwendung
von 60- bis 90prozentiger Schwefelsäure beschrieben.
Die DE-PS 9 46 560 beschreibt ein Aufschlämmungsverfahren
unter Verwendung einer aromatischen Sulfonsäure.
Aus der JA-OS 935/1977 ist ein Pastenverfahren
unter Verwendung einer halogenierten Essigsäure bekannt.
Bei diesen Verfahren gibt es jedoch verschiedene ungelöste
Probleme. Beispielsweise müssen bei der Pulverisierung
große Mengen an anorganischen Salzen oder
Kugeln verwendet werden. Daher ergibt sich pro Ansatz
eine verringerte Menge an zugeführtem Rohmaterial, was
die Produktivität senkt. Außerdem ist es erforderlich,
die verwendeten anorganischen Salze nach der Pigmentierung
zurückzugewinnen.
Beim Säureaufschlämmungsverfahren müssen die Schwefelsäurekonzentration
und die Temperatur, bei der die Behandlung
durchgeführt wird, exakt kontrolliert werden.
Auch bei genauer Einhaltung dieser Bedingungen ergibt
sich ein Pigment, das gemäß der JA-AS 32 179/1973 eine
metastabile Kristallform vom α-Typ aufweist (die Charakteristika
ergeben Beugungswinkel 2 R von 5,8°, 10,2° und 24,4°
(CuKα-Strahlung, λ = 0,15418 nm); diese Kristallform wird nachstehend
als α-Form bezeichnet), welches im Vergleich zur stabilen
Form (die Charakteristika ergeben Beugungswinkel 2 R
von 5,7°, 10,2°, 17,1°, 23,4° und 28,6° (CuKα-Strahlung,
λ = 0,15418 nm); diese Kristallform wird nachstehend als
β-Form bezeichnet) ein höheres Energieniveau aufweist,
bezüglich der Kristalltransformation empfindlicher und
hinsichtlich der Wanderungsfestigkeit unterlegen ist. Beim
Aufschlämmungs- und Pastenverfahren müssen teure Chemikalien verwendet
werden, deren Wiedergewinnung nach der Pigmentierung schwierig ist.
Insbesondere beim Pastenverfahren wurde festgestellt, daß
das erhaltene Pigment nicht die β-Form, sondern eine der
α-Form analoge Form aufweist (die Charakteristika ergeben
Beugungswinkel 2 R von 9,6°, 10°, 23,5° und 26,7° (CuKα-
Strahlung, λ = 0,15418 nm); diese Kristallform wird nachstehend
als analoge α-Form bezeichnet).
Die Erfinder der vorliegenden Anmeldung befaßten sich
früher mit der Entwicklung eines wirksamen Pigmentierungsverfahrens
zur Bildung einer stabilen β-Form von Dioxazinviolett-
Pigment aus dem rohen Dioxazinviolett. Dabei
stellten sie fest, daß das stabile Pigment der β-Form
erhalten werden kann, indem man ein Gemisch aus einer
wäßrigen Suspension von Dioxazinviolett-Pigment der
α-Form oder einer dazu analogen Kristallform und einer
aromatischen Verbindung, deren Löslichkeit in Wasser
gering ist, einer Wärmebehandlung unterzieht.
Die DE-OS 30 31 344 betrifft ein Verfahren zur Herstellung
eines stabilen Dioxazin-Violett-Pigments, bei dem man eine
wäßrige Suspension eines metastabilen Dioxazin-Violett-Pigments
mit einer aromatischen Verbindung, die eine geringe
Löslichkeit in Wasser hat, mischt und dann die Mischung erhitzt.
Gemäß Seite 9, vorletzter Absatz, besteht ein wesentlicher
Nachteil dieses bekannten Verfahrens darin, daß bei der
Durchführung der Erwärmungsbehandlung unter Zusatz einer aromatischen
Verbindung von relativ geringer Wasserlöslichkeit
Produkte mit einer relativ hohen Teilchengröße anfallen, deren
Farbkraft unzureichend ist.
Die DE-AS 27 42 575 betrifft ein Verfahren zur Feinverteilung
von Pigmenten der Dioxazinreihe durch Trockenmahlung eines
grobkristallinen Rohpigments, bei dem das Rohpigment unter
weitestgehender Haltung der Kristallinität bis zum gewünschten
Feinverteilungsgrad gemahlen und anschließend einer Lösungsmittelbehandlung
unterworfen wird. Eine Umwandlung der α-Kristallform
von Dioxazin-Violett-Pigment zur β-Kristallform ist
in dieser Druckschrift nicht beschrieben.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Umwandlung
der metastabilen α-Kristallform von Dioxazin-Violett-Pigment
zur β-Kristallform bereitzustellen, wobei ein stabiles,
hochwertiges Pigment von hoher Färbekraft entstehen soll.
Der Gegenstand der Erfindung ist in den Patentansprüchen definiert.
Fig. 1 zeigt das Röntgenbeugungsdiagramm des gemäß Beispiel 1
erhaltenen Pigments der β-Form.
Fig. 2 zeigt das entsprechende Diagramm des gemäß dem
Vergleichsbeispiel 1 erhaltenen Pigments der α-Form.
Fig. 3 das entsprechende Diagramm eines Pigments mit
einer der α-Form analogen Kristallform, das gemäß Vergleichsbeispiel
3 erhalten worden ist.
Unter einem metastabilen Dioxazinviolett-Pigment ist ein
Pigment der α-Form oder einer dazu analogen Kristallform
zu verstehen, das beispielsweise gemäß den Verfahren
der JA-AS 16 786/1964 oder der JA-OS 935/1977 erhältlich
ist.
Das Verfahren der JA-AS 16 786/1964 umfaßt die Sulfonierung
eines aromatischen Kohlenwasserstoffs in konzentrierter
Schwefelsäure, die anschließende Einstellung der
Schwefelsäurekonzentration auf 60 bis 90 Prozent, den
Zusatz von rohem Dioxazinviolett, die Erwärmung des erhaltenen
Gemisches unter Rühren zur Bildung des Sulfats,
die Hydrolyse des Sulfats und die anschließende Abtrennung
des gewünschten Pigments aus dem wäßrigen Gemisch.
Das auf diese Weise erhaltene Pigment weist die
α-Form auf, wie aus Fig. 2 hervorgeht. Ferner weist
ein nach dem obigen Verfahren erhaltenes Pigment -
vorausgesetzt, daß eine Aufschlämmung in 60- bis 90prozentiger
Schwefelsäure gebildet wird, ohne daß ein benzolartiger
Kohlenwasserstoff verwendet wird - ebenfalls
die α-Form auf und kann im erfindungsgemäßen Verfahren
als Ausgangsmaterial verwendet werden.
Beim Verfahren der JA-OS 935/1977 wird rohes Dioxazinviolett
in einer halogenierten Essigsäure gelöst und sodann
der Umkristallisation unter Verwendung von Wasser
oder eines wasserlöslichen Lösungsmittels unterzogen.
Das erhaltene Pigment liegt nicht in der β-Form vor,
sondern weist eine der α-Form analoge Kristallform auf,
wie aus Fig. 3 hervorgeht.
Als Essigsäureester (nachstehend auch als Acetate bezeichnet) werden Ester mit einem aliphatischen oder
alicyclischen Alkohol bevorzugt, wie Methylacetat, Äthylacetat,
n-Propylacetat, Isopropylacetat, n-Butylacetat,
Isobutylacetat, sek.-Butylacetat, n-Amylacetat, α-Methoxybutylacetat,
Methylamylacetat, β-Äthylbutylacetat,
β-Äthylhexylacetat, Cyclohexylacetat, Methylcyclohexylacetat
und Nonylacetat. Besonders bevorzugt wird n-Butylacetat.
Beispiele für aliphatische oder alicyclische Ketone mit
4 bis 11 Kohlenstoffatomen (bevorzugt sind solche mit 4
bis 7 Kohlenstoffatomen) sind Methyläthylketon, Methyl-
n-propylketon, Methyl-n-butylketon, Diäthylketon, Methylisobutylketon,
Methyl-n-amylketon, Äthylbutylketon,
Methylhexylketon, Diisobutylketon, Cyclohexanon, 4-Methylcyclohexanon
und 3-Methylcyclohexanon. Besonders
bevorzugt ist Methylisobutylketon.
Die Menge des Esters oder Ketons beträgt das 0,1- bis
5,0fache und vorzugsweise das 0,5- bis 2,0fache des
Pigmentgewichts.
Die Wärmebehandlung wird im Hinblick darauf, daß die
Wirkung bei höheren Temperaturen beschleunigt wird, vorzugsweise
bei solchen Temperaturen durchgeführt, die
dem azeotropen Punkt von Wasser und dem verwendeten
Lösungsmittel entsprechen. Bei Normaldruck liegt die
Temperatur nicht über 100°C. Bei erhöhtem
Druck ist es auch möglich, Temperaturen über 100°C
anzuwenden. Die Dauer der Wärmebehandlung beträgt im allgemeinen
1 bis mehr als 10 Stunden. Bei entsprechender
Wahl der Bedingungen kann die Wärmebehandlung nach 1 bis
8 Stunden beendet sein.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird ein Acetat oder ein Keton zu einer wäßrigen Suspension
eines metastabilen Dioxazinpigments, das nach
einem der vorstehend angegebenen Verfahren erhalten worden
ist, gegeben. Das Gemisch wird sodann der Wärmebehandlung
unterzogen. Die Wassermenge kann das 5- bis
20fache und vorzugsweise das 8- bis 12fache des Gewichts
des Ausgangspigments betragen. Bei großtechnischer
Durchführung ist es zweckmäßig, das metastabile
Dioxazinpigment nach Herstellung gemäß einem der genannten
Verfahren direkt mit Alkali ohne vorherige Isolierung
zu neutralisieren und das Acetat oder Keton,
mit dem die Wärmebehandlung durchgeführt werden soll,
zuzusetzen.
Nach der Wärmebehandlung wird das gewünschte Pigment
zweckmäßigerweise vom Essigsäureester oder Keton abgetrennt,
beispielsweise durch Dampfdestillation oder azeotrope
Destillation, so daß diese Verbindungen wiedergewonnen
und wiederverwendet werden können.
Das auf diese Weise erhaltene Pigment liegt weder in
der α-Form noch in einer dazu analogen Kristallform
vor, sondern in der β-Form, wie aus Fig. 1 hervorgeht.
Diese Form entspricht der Pigmentform, die beim vorgenannten,
herkömmlichen Pulverisierungsverfahren erhältlich
ist.
Das auf diese Weise erhaltene Dioxazinviolett-Pigment
der β-Form ist in bezug auf Farbkraft, Glanz, Dispergierbarkeit
und andere Eigenschaften dem metastabilen
Pigmenttyp überlegen. Erfindungsgemäß läßt sich Dioxazinviolett-
Pigment, das keine Schwierigkeiten im Hinblick
auf die Wanderungsbeständigkeit bietet und von stabiler
Kristallform ist, sich leicht unter weitgehend
variierbaren Bedingungen herstellten. Hierbei sind keine
aufwendigen Bearbeitungsschritte, wie eine exakte Kontrolle
der Schwefelsäurekonzentration und der Temperatur,
bei der die Pigmentierung durchgeführt wird, erforderlich,
wie dies beim herkömmlichen Aufschlämmungsverfahren der
Fall war.
Im Vergleich mit dem vorgenannten Verfahren, bei dem eine
Erwärmungsbehandlung unter Zusatz einer aromatischen
Verbindung von geringer Wasserlöslichkeit zugesetzt wird,
ist die Teilchengröße des beim erfindungsgemäßen Verfahren
erhaltenen Pigments in der β-Form wesentlich
kleiner. Der Farbton des erfindungsgemäß erhaltenen
Pigments ist ausgeprägt rot und die Farbkraft im Vergleich
zu auf herkömmliche Weise erhaltenem Produkt um
10 bis 30 Prozent höher.
Das erfindungsgemäß erhaltene Pigment wird zum Pigmentieren
bzw. Färben von Kunststoffen, wie Polyvinylchlorid,
Polyolefine, Polystyrol und Kautschuk, Druckfarben,
wie Tiefdruckfarben, flexographische Farben und Offsetfarben,
oder Anstrichfarben, wie Aminoalkydfarben, lufttrocknende
Alkydfarben und hitzehärtbare Acrylfarben,
verwendet.
Die Vergleichsbeispiele und Beispiele erläutern die Erfindung.
Teilangaben beziehen sich auf das Gewicht.
20 Teile rohes Dioxazinviolett (C.I. Pigment Violet 23)
werden zu 300 Teilen 78prozentiger Schwefelsäure gegeben.
Das erhaltene Gemisch wird 5 Stunden bei 50°C
gerührt und sodann in 3000 Teile Wasser gegossen. Das
Produkt wird abfiltriert, mit Wasser gewaschen und sodann
getrocknet. Man erhält 19,6 Teile Dioxazinviolett-
Pigment in der α-Form. Das Röntgenbeugungsdiagramm ist
in Fig. 2 wiedergegeben.
200 Teile 95prozentige Schwefelsäure werden mit 40 Teilen
Toluol versetzt. Das Gemisch wird 1 Stunde bei 40°C
gerührt. Nachdem das Toluol und die Schwefelsäure eine
einzige Phase gebildet haben, werden allmählich 31,3
Teile Wasser zugetropft, um die Schwefelsäurekonzentration
auf 85 Prozent zu bringen. Hierauf werden 20 Teile
rohes Dioxazinviolett zugesetzt. Das erhaltene Gemisch
wird 4 Stunden bei Raumtemperatur gerührt und sodann in
2000 Teile Wasser gegossen. Das Produkt wird abfiltriert,
mit Wasser gewaschen und getrocknet. Man erhält 19,6
Teile des gleichen Pigments in der α-Form wie in Vergleichsbeispiel 1.
10 Teile rohes Dioxazinviolett werden zu 80 Teilen Dichloressigsäure
gegeben. Das Gemisch wird 2 Stunden bei
50°C gerührt, wobei sich eine Lösung bildet. Die Lösung
wird sodann in 500 Teile Methanol gegossen. Das Produkt
wird abfiltriert, mit Wasser gewaschen und getrocknet.
Man erhält 9,8 Teile Pigment mit einer der α-Form analogen
Kristallform. Das Röntgenbeugungsdiagramm ist in
Fig. 3 wiedergegeben.
10 Teile des gemäß Vergleichsbeispiel 1 erhaltenen
Pigments der α-Form werden in 150 Teilen Wasser suspendiert
und mit 10 Teilen n-Butylacetat versetzt. Das
Gemisch wird 5 Stunden bei 90 bis 91°C gerührt. Anschließend
wird das n-Butylacetat durch azeotrope Destillation
entfernt. Das Produkt wird abfiltriert, mit Wasser
gewaschen und getrocknet. Man erhält 9,8 Teile Dioxazinviolett-
Pigment der β-Form. Das Röntgenbeugungsdiagramm
ist in Fig. 1 wiedergegeben.
Bei Verwendung in einer Aminoalkydfarbe erweist sich
dieses Pigment in bezug auf Glanz und Farbstärke im
Vergleich zu dem gemäß Vergleichsbeispiel 1 erhaltenen
Pigment der α-Form um 20 Prozent besser.
Ferner zeigt das erfindungsgemäße Produkt im Vergleich
zu einem Pigment, das unter Verwendung von Benzoesäure
anstelle von n-Butylacetat erhalten worden ist, als
ausgeprägter rot und besitzt eine um 15 Prozent höhere
Farbstärke.
10 Teile des gemäß Vergleichsbeispiel 2 erhaltenen Pigments
der α-Form werden in 200 Teilen Wasser suspendiert.
Das Gemisch wird unter den nachstehend angegebenen Bedingungen
behandelt, wobei Pigmente der β-Form ähnlich
wie in Beispiel 1 erhalten werden.
8 Teile des gemäß Vergleichsbeispiel 3 erhaltenen Pigments
mit der der α-Form analogen Kristallform werden
in 80 Teilen Wasser suspendiert. Nach Zusatz von 4 Teilen
n-Butylacetat wird das Gemisch 2 Stunden in einem
Autoklaven bei 115 bis 120°C gerührt. Sodann wird das
n-Butylacetat durch Wasserdampfdestillation entfernt.
Das Produkt wird abfiltriert, mit Wasser gewaschen und
getrocknet. Man erhält 7,5 Teile Pigment der β-Form
ähnlich wie in Beispiel 1.
300 Teile 82prozentige Schwefelsäure werden mit 15 Teilen
rohem Dioxazinviolett versetzt. Das Gemisch wird
4 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Sodann werden
1000 Teile einer 20prozentigen Natriumhydroxidlösung
unter Kühlung zugetropft, wodurch der pH-Wert auf 7,0
eingestellt wird. Hierauf werden 4 Teile n-Butylacetat
zugesetzt. Das Gemisch wird 5 Stunden bei 100 bis 105°C
gerührt, wobei sich ein pH-Wert von 8,0 ergibt. Hierauf
wird das Produkt abfiltriert, mit Wasser gewaschen und
getrocknet. Man erhält 14 Teile Pigment der β-Form ähnlich
wie in Beispiel 1.
Im Vergleich zum Pigment der α-Form von Vergleichsbeispiel
1 ist dieses Pigment bei der Pigmentierung von
Polyvinylchloridharz im Hinblick auf Dispergierbarkeit
und Farbkraft um 25 Prozent überlegen.
10 Teile des Pigments der α-Form von Vergleichsbeispiel
1 werden in 150 Teilen Wasser suspendiert. 10 Teile
Methylisobutylketon werden zugesetzt. Das Gemisch wird
5 Stunden bei 87 bis 88°C gerührt. Das Methylisobutylketon
wird durch Einblasen von Wasserdampf entfernt.
Das Produkt wird abfiltriert, mit Wasser gewaschen und
getrocknet. Man erhält 9,8 Teile Dioxazinviolett-Pigment
der β-Form. Das Röntgenbeugungsdiagramm ist in
Fig. 1 wiedergegeben.
Im Vergleich zum Pigment der α-Form von Vergleichsbeispiel
1 erweist sich dieses Pigment bei Verwendung
in einer Aminoalkydfarbe im Hinblick auf Glanz und
Farbkraft um 20 Prozent überlegen.
Ferner zeigt dieses Pigment im Vergleich zu einem Produkt,
das unter Verwendung von Benzoesäure anstelle von
Methylisobutylketon erhalten worden ist, eine deutlicher
ausgeprägte Rotfärbung und eine um 15 Prozent höhere
Farbkraft.
10 Teile des gemäß Vergleichsbeispiel 2 erhaltenen
Pigments der α-Form werden in 200 Teilen Wasser suspendiert.
Das Gemisch wird unter den nachstehend angegebenen
Bedingungen behandelt, wobei Pigmente der β-Form
ähnlich wie in Beispiel 10 erhalten werden.
8 Teile des gemäß Vergleichsbeispiel 3 erhaltenen Pigments
mit einer der α-Form analogen Kristallform werden
in 80 Teilen Wasser suspendiert. Sodann werden 3 Teile
Methylisobutylketon zugesetzt. Anschließend wird das
Gemisch 2 Stunden in einem Autoklaven bei 115 bis 120°C
gerührt. Sodann wird das Methylisobutylketon durch
Wasserdampfdestillation entfernt. Das Produkt wird abfiltriert,
mit Wasser gewaschen und getrocknet. Man erhält
7,5 Teile Pigment der β-Form ähnlich dem Produkt
von Beispiel 10.
300 Teile 82prozentige Schwefelsäure werden mit 15 Teilen
rohem Dioxazinviolett versetzt. Das Gemisch wird
4 Stunden bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend
werden 1000 Teile 20prozentige Natriumhydroxidlösung
unter Kühlung des Gemisches zugetropft, wodurch der
pH-Wert auf 7,0 eingestellt wird. Hierauf werden 15 Teile
Methylisobutylketon zugesetzt. Das Gemisch wird 5
Stunden bei 90 bis 91°C gerührt. Anschließend wird das
Methylisobutylketon durch azeotrope Destillation entfernt.
Das Produkt wird abfiltriert, mit Wasser gewaschen
und getrocknet. Man erhält 14 Teile Pigment der
β-Form ähnlich dem Produkt von Beispiel 10.
Im Vergleich zum Pigment der α-Form von Vergleichsbeispiel
1 erweist sich dieses Produkt beim Pigmentieren
von Polyvinylchloridharz in bezug auf Dispergierbarkeit
und Farbkraft um 25 Prozent überlegen.
Claims (9)
1. Verfahren zur Herstellung eines stabilen Dioxazin-
Violett-Pigments (C.I. Nr. 51 319), dadurch gekennzeichnet, daß
man eine wäßrige Suspension eines metastabilen Dioxazin-Violett-
Pigments mit einem Essigsäureester oder einem aliphatischen
oder alicyclischen Keton mit 4 bis 11 Kohlenstoffatomen
vermischt, sodann das Gemisch bei Normaldruck auf bis zu
100°C oder bei erhöhtem Druck über 100°C erwärmt und schließlich
das Pigment vom Essigsäureester oder Keton abtrennt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man metastabiles Dioxazinviolett-
Pigment verwendet, das durch Vermischen von rohem Dioxazinviolett
mit 60- bis 90prozentiger Schwefelsäure
unter Bildung des Sulfats und durch anschließende Hydrolyse
des Sulfats erhalten worden ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man metastabiles Dioxazinviolett-
Pigment verwendet, das durch Sulfonieren eines aromatischen
Kohlenwasserstoffs in konzentrierter Schwefelsäure,
anschließende Einstellung der Konzentration der
Schwefelsäure auf 60 bis 90 Prozent, Zusatz von rohem Dioxazinviolett
unter Bildung des Sulfats und Hydrolyse des
Sulfats erhalten worden ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man metastabiles Dioxazinviolett-
Pigment verwendet, das durch Lösen von rohem Dioxazinviolett
in einer halogenierten Essigsäure und Umkristallisieren
der Lösung mit Wasser oder mit einem wasserlöslichen
Lösungsmittel erhalten worden ist.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man als Keton Methylisobutylketon
verwendet.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man als Essigsäureester n-Butylacetat verwendet.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die zugemischte Menge des Essigsäureesters
oder des aliphatischen oder alicyclischen Ketons mit 4
bis 11 Kohlenstoffatomen das 0,1- bis 5,0fache des Gewichts
des Ausgangspigments beträgt.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Wassermenge das 5- bis 20fache
des Gewichts des Ausgangspigments beträgt.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Erwärmungsbehandlung
unter Normaldruck und bei einer Temperatur von nicht
mehr als 100°C durchführt.
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| Publication number | Publication date |
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| US4481358A (en) | 1984-11-06 |
| DE3211607A1 (de) | 1982-10-28 |
| CH647539A5 (de) | 1985-01-31 |
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