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Die Erfindung bezieht sich gattungsgemäß auf eine Wirbellutte
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aus flexiblem Luttenwerkstoff für bergbauliche Untertagebetriebe u.
dgl., - mit schlauchförmigem Luttenkörper, zumindest einer Reihe von längs einer
Mantellinie des Luttenkörpers angeordneten Luttenaustrittsöffnungen und einem die
Luttenaustrittsöffnungen überspannenden, kammerartigen Aufsatz aus Luttenwerkstoff,
der sich aufbläht, wobei der kammerartige Aufsatz mit dem Luttenkörper einerseits
einen Tangentialaustritts-Luftspalt vorgegebener Spaltweite bildet und andererseits
mit dem Luttenkörper verbunden ist, wobei fernerhin der Aufsatz im Bereich des Tangentialaustritts-Luftspaltes
mit die Spaltform stabilisierenden Versteifungselementen versehen ist. Der Luttenkörper
hat regelmäßig einen sehr grossen Durchmesser.
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Mit Wirbellutten des beschriebenen Aufbaues erstrebt man die Beseitigung
gefährlicher Gasschichten in Strecken und anderen Untertageräumen bergbaulicher
Untertagebetriebe, wobei der aus dem Tangentialaustritts-Luftspalt austretende Luftstrom
als Drallströmung zunächst die Umgebungsluft in Drehbewegung versetzt, der weitere,
anschließende Luftschichten im Sinne einer Schleppströmung folgen, so daß im Ergebnis
saugend auf die in der Streckenfirste oder auch hinter Verzug befindlichen Gaskonzentrationen
eingewirkt werden kann (vgl. Glückauf 104,1968)
Heft 19, S. 880).
Die Wirbellutte wird entsprechend angeordnet und aufgehängt und an andere Luttenschüsse
angeschlossen. Angestrebt wird eine im Querschnitt gleichsam spiralförmige Ausströmung
der Luft aus dem Tangentialaustritts-Luftspalt, deren Achse parallel zur Achse der
Strecke bzw. des Grubenraumes verläuft, wobei die Wirbellutte selbst eine Randbedingung
für diese Strömung definiert und die aus dem Tangentialaustritts-Luftspalt austretende
Luft gleichsam den Antrieb für diese Strömung darstellt.
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Bei der bekannten gattungsgemäßen Wirbellutte (DE-OS 28 16 906) ist
die Spaltweite des Tangentialaustritts-Luftspaltes konstruktiv vorgegeben und nicht
in vorgegebener Weise steuerbar. Insbes. läßt sich der Tangentialaustritts-Luftspalt
nicht verschließen. Bei einer anderen, gattungsähnlichen Wirbellutte (DE-PS 23 11
318) sind am freien Rand des Tangentialaustritts-Luftspaltes verstellbare Spannmittel
angeordnet, durch die die Spaltweite einstellbar ist, - doch sind hier zur Verstellung
der Spaltweite umfangreiche Spannarbeiten erforderlich und kann eine betriebsmäßige
Einstellung der Spaltweite nach Maßgabe wechselnder betrieblicher Bedürfnisse nicht
leicht durchgeführt werden.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Wirbellutte
so weiter auszubilden, daß die Spaltweite betriebsmäßig steuerbar ist.
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Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung, daß im Bereich des
Tangentialaustritts-Luftspaltes am Aufsatz und/oder am Luttenkörper ein Weichschlauch
angeordnet ist, der mit unterschiedlichem
Füllgrad und damit unterschiedlichem
Durchmesser aufblähbar ist, und daß die Spaltweite des Tangentialaustritts-Luftspaltes
durch den unterschiedlich aufgeblähten Weichschlauch steuerbar und/oder verschließbar
ist. Weichschlauch meint einen weichelastischen Schlauch, der mit unterschiedlichem
Durchmesser aufblähbar ist. Dabei kann der Tangentialaustritts-Luftspalt ohne Querstege
über seine gesamte Länge frei durchgeführt und entsprechend der Weichschlauch eingerichtet
sein. In diesem Falle sind selbstverständlich die Versteifungselemente entsprechend
einzurichten. Sie bestehen nach der Erfindung aus ausreichend biegefesten Leisten,
die beispielsweise aus mehreren aufeinandergelegten oder aufeinandergeschweißten
Lagen aus Luttenwerkstoff aufgebaut und in den Luttenwerkstoff des Luttenkörpers
bzw. der aufgesetzten Kappe einbezogen, beispielsweise von diesem umhüllt sein können.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, den Tangentialaustritts-Luftspalt in Längsrichtung
in mehrere Spaltabschnitte zu teilen, die durch Querstege voneinander getrennt sind,
wobei jeweils in einem solchen Spaltabschnitt ein Weichschlauch in der beschriebenen
Weise angeordnet ist.
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Um bei einer erfindungsgemäßen Wirbellutte den Weichschlauch mit unterschiedlichem
Füllgrad zu füllen und damit unterschiedlichem Durchmesser aufzublähen, bestehen
verschiedene Möglichkeiten. Insbes. kann der Weichschlauch an eine fremde Druckluftquelle
angeschlossen werden. Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist dadurch
gekennzeichnet, daß der Weichschlauch über eine Anschlußleitung mit steuerbarem
Ventil an den Innenraum des Luttenkörpers angeschlossen ist, so daß das Aufblähen
des Weichschlauches mit Hilfe der Luft durchgeführt werden kann, die ohnehin der
Wirbellutte zugeführt wird. Andererseits kann zur Steuerung der Füllung des Weichschlauches
und damit zur
Steuerung der Spaltweite der Weichschlauch mit einem
Entlastungsventil versehen sein.
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Die erreichten Vorteile sind darin zu sehen, daß bei einer erfindungsgemäßen
Wirbellutte die Spaltweite des Tangentialaustritts-Luftspaltes steuerbar ist, wobei
der Tangentialaustritts-Luftspalt auch vollständig verschlossen werden kann. Diese
Steuerung kann auf einfache Weise betriebsmäßig durchgeführt werden, nämlich durch
unterschiedliche Füllung des Weichschlauches.
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Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung ausführlicher erläutert.
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Es zeigen in schematischer Darstellung Fig. 1 ausschnittsweise einen
Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Wirbellutte, Fig. 2 eine Draufsicht auf
den Gegenstand nach Fig. 1, Fig. 3 den vergrößerten Ausschnitt A aus dem Gegenstand
nach Fig. 1 und Fig. 4 den Gegenstand nach Fig. 3 in anderer Funktionsstellung.
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Die in den Figuren dargestellte Wirbellutte besteht aus flexiblem
Luttenwerkstoff. Sie ist für bergbauliche Untertagebetriebe und dort für die eingangs
beschriebenen Bewetterungsmaßnahmen bestimmt. Zum grundsätzlichen Aufbau gehören
ein
schlauchförmiger Luttenkörper 1 großen Durchmessers, eine Reihe von längs einer
Mantellinie des Luttenkörpers 1 angeordneten Luftaustrittsöffnungen 2 und ein die
Luftaustrittsöffnungen 2 überspannender, kammerartiger Aufsatz 3 aus Luttenwerkstoff,
der beim Betrieb der Wirbellutte aufgebläht ist.
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Der kammerartige Aufsatz 3 bildet mit dem Luttenkörper 1 einerseits
einen Tangentialaustritts-Luftspalt 4. Dieser besitzt eine vorgegebene Spaltweite
S. Der kammerartige Aufsatz 3 ist anderen seits mit dem Luttenkörper 1 verbunden.
Im übrigen ist der kammerartige Aufsatz 3 im Bereich des Tangentialaustritts-Luftspaltes
4 mit die Spaltform stabilisierenden Versteifungselementen 5 versehen.
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Insbes. aus einer vergleichenden Betrachtung der Fig. 1 bis 3 entnimmt
man, daß im Bereich des Tangentialaustritts-Luftspaltes 4 am Aufsatz 3 und/oder
am Luttenkörper 1 ein Weichschlauch 6 angeordnet ist, der mit unterschiedlichem
Füllgrad und damit unterschiedlichem Durchmesser aufblähbar ist. Man erreicht so
offenbar, daß die Spaltweite S des Tangentialaustritts-Luftspaltes 4 durch den unterschiedlich
aufgeblähten Weichschlauch 6 steuerbar ist. Unterschiedliche Einstellungen sind
in der Fig. 3 strichpunktiert dargestellt worden. In Fig. 4 erkennt man den Betriebszustand,
bei dem der Tangentialaustritts-Luftspalt 4 durch den aufgeblähten Weichschlauch
6 vollständig verschlossen ist.
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Im Ausführungsbeispiel ist der Tangentialaustritts-Luftspalt 4 ohne
Querstege über die gesamte Länge des Aufsatzes 3 geführt.
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Er könnte auch durch Querstege in mehrere Spaltabschnitte geteilt
sein, wobei nach der Lehre der Erfindung dann abschnittsweise der Weichschlauch
6 anzuordnen ist. Nur angedeutet wurde in der Fig. 2, daß der Weichschlauch 6 über
eine Anschlußleitung 7 mit Ventil 8 an den Innenraum 9 des Luttenkörpers 1 angeschlossen
ist. Durch Ventileinstellung kann er unterschiedlich aufgebläht werden. Dabei nutzt
die Erfindung die Tatsache, daß bei der dargestellten Ausführungsform einer Wirbellutte
der Druck im Innenraum des Luttenkörpers 1 höher ist als im Tangentialaustritts-Luftspalt
4. - In Fig. 2 erkennt man fernerhin, daß der Weichschlauch 6 mit einem Entlastungsventil
10 versehen ist. Im Ergebnis kann über Ventilbetätigung jeder Füllgrad für den Weichschlauch
6 ohne Schwierigkeiten eingestellt werden.
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