DE3208961A1 - Verfahren zur entschwefelung von koksofengas - Google Patents
Verfahren zur entschwefelung von koksofengasInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Entschwefelung von Koksofengas durch Ammoniak-Kreislaufwäsche unter
Zugabe von Ammoniak in Gasform in den Schwefelwasserstoffwascher und durch Zumischung von Schwefelverbindungen
enthaltenden Abgasen einer Clausanlage zu dem Koksofengas, bei dem die Abgase mit wässrigem Ammoniak in
Berührung gebracht und danach dem Koksofengas zugemischt und mit ihm durch die nachgeschalteten Einrichtungen
des Koksofengasreinigungsprozesses geleitet werden.
Bei der Verkokung von Kohle fällt Koksofengas an, das
neben den bei der späteren Verwendung des Koksofengases unschädlichen Bestandteilen auch solche Bestandteile
enthält, die im Rahmen eines Koksofengasreinigungs- . · Prozesses entfernt werden müssen. Dabei handelt es sich
unter anderem um Schwefelwasserstoff, der mit Hilfe von Schwefelwasserstoffwaschern aus dem Koksofengas entfernt
und dann entweder zu Schwefelsäure oder zu elementarem Schwefel in sogenannten Clausanlagen weiterverarbeitet
wird. Bei der Verbrennung des Schwefelwasserstoffs mit Luft zu elementarem Schwefel entsteht ein Abgas, das
noch verschiedene Schwefelverbindungen enthält.
Zur Entfernung der in den Abgasen der Clausanlage noch enthaltenden Schwefelverbindungen insbesondere
Schwefeldioxyd ist ein Verfahren bekannt (DE-AS 22 57 o23), bei dem das Abgas rohem Koksofengas in der Leitung vor dem
Teerabschneider und bzw. oder in der Leitung vor der Benzolwaschkolonne und/oder in der Leitung vor dem ·
Schwefelwasserstoffwascher zugemischt wird und gemeinsam mit dem rohen Koksofengas durch die nachgeschalteten
Einrichtungen des Koksofengasreinigungsprozesses geschickt wird.
Bei diesem Verfahren kann das Abgas vor seiner Einführung in die Koksofengasleitung mit einer wässrigen
ammoniakhaltigen Lösung behandelt werden, die aus dem rohen Kokereigas gewonnen wird. Entsprechend dem Effekt,
der bei Anwendung dieses bekannten Verfahrens erreicht werden soll, ist es vorgesehen und notwendig, das Abgas
vor dem Eintritt in den Schwefelwasserstoffwascher zu kühlen. Durch diese Maßnahme' soll die Schwefelwasserstoffauswaschung
nicht.gestört werden bzw. es soll ein hoher Grad der Schwefelwasserstoffabsorption aufrechterhalten
werden. Eine Verbesserung des Entschwefelungsgrades ist nach dem bekannten Verfahren nicht vorgesehen,
wird nicht angestrebt und vor allem auch nicht erreicht. Es ist lediglich angestrebt , die.die Clausanlage
verlassenden Abgase so zu verwerten, daß sie ganz oder weitgehend unschädlich werden. Nachteilig
bei dem bekannten Verfahren ist weiter, daß die Abgase die Clausanlage mit einer Temperatur von 12o bis 15o° C
verlassen.und dann anschließend mit entsprechendem Aufwand abgekühlt werden müssen. Sie besitzen somit einen
erheblichen Wärmeinhalt, der ungenutzt an Kühlwasser abgegeben wird. Dies ist technisch unbefriedigend und
auch unwirtschaftlich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Gasentschwefelungsverfahren mit höherem
Entschwefelungsgrad und- unter gleichzeitiger und abschließender Verwendung des Abgases aus der Clausanlage
zu schaffen.
Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß das Abgas der Clausanlage ungekühlt einer mit
ammoniakhaltigern, aus der Teerscheidung, Vorkühlung,
Schlußkühlung oder Ammoniakwäsche stammendem Wasser beschickten. Entgasungsanlage zugeführt wird, wobei der
Wärmeinhalt des Abgases zum Austreiben des Ammoniaks
aus dem Wasser verwendet und das dabei mit Ammoniak beladene und gekühlte Abgas direkt in den Schwefelwasserstoffwascher
eingeführt wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren führt überraschend zu einer eindeutigen Erhöhung des Entschwefelungsgrades,
weil die separat dem Schwefelvasserstoffwascher zugeführten
mit Ammoniak beladenen Abgase der Clausanlage die Auswaschung des Schwefelwasserstoffes begünstigen, ja sogar
unterstützen. Dabei hat sich herausgestellt, daß die· bekannte Zuführung der Abgase der Clausanlage vor dem
Schwefelwasserstoffwascher auf den Entschwefelungsgrad unwirksam bleibt, da lediglich die Zusammensetzung des
zugeführten rohen Koksofengases, nicht aber eine Beeinflussung des zugeführten Koksofengases erreicht wird.
Demgegenüber wird nach dem erfindungsgemäßen Verfahren das mit Ammoniak angereicherte bzw. beladene Abgas
direkt und gezielt dem Schwefelwasserstoffwascher zugeführt. Es sind zwar bereits Koksofengasentschwefelungsverfahren
nach dem Prinzip der Ammoniak-Kreislaufwäsche· bekannt, bei denen zusätzlich zu dem in das Schwefelwasserstof
fwascher unterteilt zugegebenen., im Kreislauf geführten Ammoniakwasser, in das Oberteil des Schwefelwasserstof
fwaschers noch gasförmiges Ammoniak .in Form von Schwaden zugeführt wird, doch handelt es sich
dabei um normale Abtreiberschwaden und nicht um das Abgas der Clausanlage. Bei den bisher eingesetzten
Abtreiberschwaden wird das Ammoniak aus Koksofengaskondensaten mit Wasserdampf abgetrieben (DE-PS 14 94 815).
Demgegenüber werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
die Abgase der Clausanlage, die zuvor mit Ammoniak beladen werden, eingesetzt, so daß eine Erhöhung des
■Entschwefelungsgrades unter gleichzeitiger Beseitigung der lästigen Abgase der Clausanlage möglich ist.
— 6 "■*
Besonders wirksam in Bezug auf den Entschwefelungs-.effekt
des Koksofengases ist die Einführung der mit Ammoniak beladenen Abgase in den oberen Teil des Schwefelwasserstoffwaschers.
Vorzugsweise wird das Abgas dabei ■ oberhalb der Zuführung des Kreislauf-Ammoniakwaschwassers
in den Schwefelwasserstoffwascher eingeführt. Auf diese Weise ist eine gezielte' und eindeutige Erhöhung des
Entschwefelungsgrades möglich. Vorteilhaft ist es dabei, zur Vergleichmäßigung des Entschwefelungsgrades das
Abgas der Clausanlage vor der Einführung in die Entgasungsanlage zu erwärmen und/oder das Ammoniak
enthaltende Wasser vergleichmäßigend zu mischen.
Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch
aus, daß der Wärmeinhalt des Abgases vorteilhafterweise
dazu benutzt werden kann, um das Abgas dabei gleichzeitig mit Ammoniak zu beladen, so daß dieses Abgas dann anschließend
zur Verbesserung bzw. Erhöhung des Entschwefelungsgrades des Schwefelwasserstoffwaschers
eingesetzt werden kann. Dadurch.entfällt gleichzeitig ' ·
aber auch eine besondere Kühlung des Abgases, so daß dieses nach Durchlaufen der Entgasungsanlage ohne .weitere
Vorbehandlung sofort dem Schwefelwasserstoffwascher zugeführt werden kann. Das aus den wässrigen Flüssigkeiten
ausgetriebene und von dem Abgas aufgenommene Ammoniak erhöht die Ammoniakkonzentration in der Schwefelwassersto'ffwäsche
und bewirkt dadurch, daß das Gleichgewicht von Ammoniak und Schwefelwasserstoff zur Bindungsseite '
hinverlegt wird, d.h. die Auswaschung des Schwefelwasserstoffs aus dem Kokereigas wird begünstigt.
.Die in den Abgasen.noch mehr oder weniger'
vorhandenen Schwefelwasserstoffverbindungen und auch
da.s Schwefeldioxyd werden bei diesem Prozeß mit ausgewaschen.Ein geringer Teil des ammoniakhaltigen Schwefelr
wasserstoffwaschwassers wird bei.diesem Prozeß-in bekannter-Weise
ausgeschleust und in Abtreibern mit oder ohne Zugabe von Alkalien oder ErdaTkalien aufgearbeitet. Die
Zumischung der weitgehend inerten Abgasen, die im wesentlichen aus Stickstoff, Kohlendioxyd und Wasserdampf
bestehen, zum Koksofengas wirkt sich günstig auf den einzustellenden Heizwert aus.
Die Erfindung wird nachfolgend durch die einzige · '
Figur noch weiter erläutert. Dabei zeigt die einzige Fig. die zur Durchführung des Verfahrens im wesentlichen
benötigte Einrichtung, wobei auf.die Darstellung der übrigen Anlagenteile einer Koksofengasreinigung ver- ·
ziehtet ist. ■
Mit 1 ist der Schwefelwasserstoffwascher bezeichnet,
der als Waschturm ausgebildet ist und der einen Ammoniakkreislauf 2 aufweist. Über diesen Ammoniakkreislauf 2 wird mit Hilfe der Pumpe 3 Ammoniak am Abzug 5
aus dem Schwefelwasserstoffwascher 1 heraus, durch den
Kühler 4 und dann über die Zuführung 6 wieder in den Schwefelwasserstof fwascher 1 eingeführt. Das Koksofengas wird über die Zuleitung 7 im unteren Teil des
Schwefelwasserstoffwaschers 1 zugeführt und verläßt diesen '
über den Abzug 8 am Kopf des Schwefelwasserstoffwaschers 1.·
Mit 9 sind die über die Höhe des Schwefelwasserstoff-,
waschers 1 verteilt angeordneten Einbauten bezeichnet.
Dem Schwefelwasserstoffwascher 1 zugeordnet ist die Entgasungsaniage 1o, die über den Zulauf 11 mit .
Ammoniakwaser beschickt wird, das die Entgasungsanlage bei 12 wieder verläßt. Dieses Ammoniakwasser stammt
entweder aus der Teerscheidung, aus der Vorkühlung, aus der Schlußkühlung oder aus der Ammoniakwäsche oder
aber aus allen genannten Teilen. Das aus der Clausanlaqe
kommende Abgas, das wie beschrieben Schwefelwasserstoff
und Schwefeldioxyd sowie andere Schwefelverbindungen
mit sieh führt,' wird in der Entgasungsanlage Io im
Gegenstrom geführt und dabei abgekühlt und mit Ammoniak beladen. Die Abgaszufuhr erfolgt vom Boden
der·Entgasungsanlage. Das mit Ammoniak aufgeladene Gas wird dann über das Abgasverbindungsrohr 14 zum
Schwefelwasserstoffwascher 1 geführt. Im dargestellten
Beispiel erfolgt die Zuleitung des mit Ammoniak beladenen Abgases etwa im Bereich des Abzuges 5 des
Ammoniakkreislaufes 2. Wie erläutert ist es aber
besonders vorteilhaft, das mit Ammoniak beladene Abgas oberhalb der Zuführung 6 des Ammoniakkreislaufes
in den Schwefelwasserstoffwascher einzuführen.
Claims (4)
1. Verfahren zur Entschwefelung von Koksofengas durch Ammoniak-Kreislaufwäsche unter Zugabe von
Ammoniak in Gasform in den Schwefelwasserstoff-, wascher und durch Zumischung von Schwefelverbindungen
■enthaltenden Abgasen einer Clausanlage zu dem Koksofengas, bei dem .die Abgase mit wässrigem Ammoniak
in Berührung gebracht und danach dem Koksofengas zugemischt und. mit ihm durch die nachgeschalteten
Einrichtungen des Koksofengasreinigungsprozesses' geleitet werden,
dadurch gekennzeichnet, daß das Abgas der Cläusanlage ungekühlt einer mit
ammoniakhaltigem, aus der Teerscheidung, Vorkühlung, Schlußkühlung oder Ammoniakwäsche stammendem Wasser
beschickten Entgasungsanlage zugeführt wird, wobei der
Wärmeinhalt des Abgases zum Austreiben des Ammoniaks aus dem Wasser verwendet und das dabei mit Ammoniak
beladene und gekühlte Abgas direkt in den Schwefelwasser- . · stoffwascher eingeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das mit Ammoniak beladene Abgas der Clausanlage in
'den oberen Teil des Schwefelwasserstoffwaschers eingeführt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das mit Ammoniak beladene Abgas der Clausanlage oberhalb der Zuführung des Kreislauf-Ammoniakwaschwassers
in den Schwefelwasserstoffwascher.eingeführt 'wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Abgas der Clausanlage vor der■Einführung in die
Entgasungsanlage erwärmt und/oder das Ammoniak enthaltende Wasser vergleichmäßigend gemischt wird.
Priority Applications (3)
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