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Beschickungsvorrichtung für liegende Karbidöfen mit eingehängten Elektroden.
Die modernen Karbidöfen unterscheiden sich von den älteren. besonders dadurch, daß
sie meistens mit versenkt liegendem Bett ausgeführt sind, in das meist drei Elektroden
nebeneinander eingehängt sind. Beidiesen Öfen, deren Anordnung einen großen Einsatz
und demgemäß eine hohe Leistung ermöglicht, wurde bisher noch ausnahmslos die Beschickung
von Hand vorgenommen. Das wird nun natürlich als sehr lästig empfunden, zumal durch
die hohe Leistung der Öfen eine große Anzahl Bedienungsleute erforderlich ist. Anderseits
zählt die Bedienung der Karbidöfen wegen der vor den Öfen herrschenden großen Hitze
zu den schwierigsten Arbeiten. Ferner muß man noch berücksichtigen, daß diese Arbeit
nicht allein wegen .der Hitze, sondern insbesondere wegen der auftretenden Gase
und der starken Staubentwicklung äußerst gesundheitsschädlich ist. Nun sind bei
dem alten System von Karbidöfen schon Beschickungsvorrichtungen bekannt, durch welche
die Beschickung auf mechanischem Wege vorgenommen werden kann. All diese bekannten
Deschickungsvorrichtungen lassen sich aber für die Karbidöfen mit versenkt liegendem
Bett nicht verwenden.
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Die vorliegende Erfindung betrifft nun eine Einrichtung, mit welcher
die Beschickung der Karbidöfen mit versenkt liegendem Bett auch auf rein maschinelle
Art und Weise erreicht wird. Als Beschickungsmaterial soll dabei vorzugsweise ein
Schüttgut Verwendung finden, das aus einer Mischung von Koks und Kalksteinen besteht.
Im wesentlichen besteht die neue Maschine aus einem fahrbarer, -Gestell mit Bunker.
welcher das Schüttgut enthält, und aus Lademulden unter dem Auslaui dieser Bunker.
welche mechanisch über der. Ofen gefahren werden und dann, durch Umkippen .das 1l-aterial
in den Ofen an die Elektroden schütten. Sind die Mulden entleert, ist also die Beschickung
erfolgt, dang richten sich die Mulden wieder auf und fahren mitsamt dem Lademuldenträger
in die Maschine zurück und die letztere kann weites zur Beschickung des nächsten
Ofens ä fahren werden.
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Fig. i ist eine Seitenansicht der 1laschine. Fig. y eine -,`orderansicht,
und Fig.3 ein Grundriß.
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Der Ladeinuldenträger, welcher die kippbaren «Mulden und die zu diesem
gehöriger Teile aufnimmt, besteht aus einem gehöriger Profileisengestell mit einem
hinteren umlebaren Stück a., um die Maschinen innerhalt des zur Verfügung stehenden
Raumes unterbringen zu können. Der umlegbare Teil wird bei der Vor- und Rückwärtsbewegung
de: Muldenträgers durch ein Hebelsystem 1 selbsttätig gesenkt bzw. gehoben. Auf
dein Muldenträger sind zwei kippbare Mulden i angeordnet. jede dieser Mulden ist
an ihrem hinteren Ende mittels eines starken Stahlgußfiansches d auf eine Welle
e aufgekeilt,
welche an den Muldenträgern in zwei ZYalzenlagern
f gelagert und am hinteren ßnch durch ein Kegel-etrielie - mit der :@ntrieh#-vorrichtung
verbunden sind. Der Muldenträger kann finit Hilfe einer Antriehczahnstange i, die
in der Mitte der beiden Haupt= trageigen gelagert ist, ror- und rückwärts bewegt
«-erden. Es ist aber nicht notwenrlil-. daß zum Vor- und Zurückfahren des -Muldenträgers
gerade eine Zahnstange gewählt wird, vielmehr kann zu diesem Zwecke jede Einrichtung
benutzt werden. Durch entsprechende Schaltung oder "sonstige Einrichtungen kann
der Hub bzw. Vorwärtsgang des Muldenträgers auf die einfachste Weise begrenzt werden.
Der Antrieb der Zahnstange i erfolgt durch eine unter dem Muldenträger hergehende
Ritzehvelle h vermittels des Triebwerkes 1. -Um die Bedienung und den ganzen Betrieb
möglichst einfach und sicher zu gestalten, ist in das Triebwerk 1 ein Wendegetriebe
eingebaut. welches beispielsweise als Kegelradgetriebe in mit eingebauter Spreizringreibungskupplung
n gedacht ist. ' Die mechanische Umschaltung kann natürlich auch auf jede andere
Weise erfolgen', beispielsweise vermittels eines Wendekontrollers. Mit Rücksicht
auf den kurzen 1Veg des Muldenträgers erscheint aber aie Umschaltung vermittels
eines Wendegetriebes am vorteilhaftesten. In der Endstellung, wenn also auch die
Mulden ausgefahren sind. wird der NI-uldenträger zwischen kräftigen Druckrollen
o gehalten derart. daß die beiden Mulden frei überragen und ungehindert zu beiden
Seiten jeder Elektrode -in ,den Ofen entleert werden können.
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VV ie schon bemerkt,. geschieht die Beschickung der beiden Mulden
durch die auf dem vorderen Teil der Maschine gelagerten Bunker p, die aus den vorhandenen.
Vorratstürmen gespeist werden. Die Bunker p geben ihren Inhalt durch eine Auslaufrutsche
r mit unterem Rundschieberverschluß s in die Lademulden ab. Das Füllen der Lademulden
erfolgt selbsttätig bei jedesmali;gem @,orwärtsgang des Muldenträgers, und 'zwar
wird hierbei der Rundschieberverschluß der Bunker selbsttätig geöffnet und so lange
offen gehalten, bis die Mulden den Auslauf des Trichters passiert haben. Kurz vor
dem. Ende der Mulde wird der Rundschieber durch Gegengewiclitswirkung selbsttäti-
geschlossen. Die Auslaufrutsche des Vorratstrichters ist ziemlich- weit gewählt,
damit das Material ohne . Scliwieriglcciten nachrütschen kann, so claß nach dein
Durchgang der Mulden unter den Auslaufrutschen diese in der ganzen Länge gleichmäßig
;gefüllt sind.
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Nachdem sie die Füllvorrichtung; passiert hbtin, werden die Mulden
bis in die Entl-.aellung an iicn nfen vorgefahren und hier entleert. In @l@°r l@nl_
t@aun@ tritt eine selbsttätige Ausaclialtvorrichtung in Tätigkeit.
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Für die I'ntlterung der 'Mulden ist eine von Fland zu bedienende Kippvorrichtung
vorgesehen, welche so eingerichtet ist. daß jede 1hil@le für sich, ganz nach Belieben,
gedreht werden kann, so daß es mri#,lich ist, die ßeschickticig; des Ofens genau,
wie beim Hanclbetrieb, allen Betriebsanforderungen anpassen zu könnet. Die 'Muldenkippvorrichtung
arbeitet in folgender Weise: Die Tral-welle e ieder Mulde wird durch ein Kegelräderpaar
g durch eine senkrecht dazu liegende U-elle k betätigt, auf die eine Seilrolle v
'fliegend aufgekeilt ist. Um diese Seilrolle' ist ein Drahtseilstück geschlungen,
welches in eine .Gallsche Gelenkkette eingeschaltet ist. Die Kette ist vorn und
hinten über je ein auf dein 'Maschinenrahmen gelagertes Kettenrad w geschlungen,
so daß ein endloser Kettentrieb entsteht, der beim Vor-und Rückwärtsgang des Muldenträgers
mit vor- und zurückgezogen wird.
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Um die 'Mulde von der 'Maschine aus beeinflussen zu können, ist das
vordere Führun-skettenrad -ul auf eine Welle x aufgekeilt, die ihrerseits wieder
durch einen Kettentrieb q von einer auf dem Führerstand liegenden Steuerwelle z
angetrieben wird. Diese Steuerwelle ist während des normalen Vor- und @i:ckwäris@an
Ures der -Mulden nicht mit dem vorgesehenen Steuerhebel t verbunden, so daß also
beim Vor- und Rückwärtsgang der 'Mulden das ganze Steuergetriebe leer mitgenommen
wird. Soll nun- in der Endlage über dem Ofen die 'Mulde gedreht werden, so Maßt
der Maschinist die beiden Steuerhebel, rückt dabei gleichzeitig das Getriebe ein
und hat es jetzt in, der Hand, durch Drehen des Hebels die -Mulden ganz nach Belieben
umzukippen. Er kann entweder beide llulden bleichzeitig entleeren, indem er beide
.Steuerhebel um eine bestimmte Ifebellänge an sich zieht, oder er kann eine -Mulde
ganz entleeren und die andere 'Mulde auf etwa die Hälfte, indem er den einen Steuerhebel
um die ganze Hublänge dreht und den anderen Hebel zur Hälfte, oder er kann eine
Mulde nach Belieben entleeren und die andere Mulde gar nicht, indem er nur einen
Ilcbel bedient. Auf diese Weise sind alle gewünschten Variationen möglich.
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Sobald der 'Maschinist den Steuerhebel in die Endla-c :-bracht hat.
ist auch flie -Mulde @@-ieder in die normale Lage zurückgedreht und das Steuergetriebe
ist wieder frei, so daß jetzt nach Umschalten des Hauptgetriebes der lltilclenträeer
mit den 'Mulden «-ieeler in clie -Maschine zurückgezogen werclen kann. -Nachlein
dann die -Maschine vor
| eine andere I#:lektrode gefahren ist, l:atitt @ler |
| Latlevorgan- von neuem beginnen. |
| Damit der Maschinist die beste Aussicht |
| hat lind finit lZücksicht auf tlir hlzLtzverli:ilt- |
| nisse, ist der Bedienungsstand ga:iz nach |
| vorn gelegt |
| . Uni aller den 1Iaschitü>teli @cgcn |
| alle strahlende \\ ärnic zu schützen, ist slic |
| Vorderwand der «Maschine `anz verschlossen |
| gedacht finit einem Fenster. |