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Werkzeugsupport
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Die Erfindung bezieht sich auf einen um eine vertikale Achse drehbaren
Werkzeugsupport für Drehmaschinen, an welchem an zumindest einer Seitenfläche zumindest
ein Werkzeug für die Drehbearbeitung und an einer anderen Seitenfläche ein Bearbeitungsaggregat
für rotierende Werkzeuge angeordnet ist. Ein solcher Werkzeugsupport ist Gegenstand
der De-PS in44187.
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Mit dem bekannten Werkzeugsupport können - abgesehen von Dreharbeiten
- mittels des Bearbeitungsaggregats in die Stirnfläche eines Werkstücks auch außermittige
Bohrungen gebohrt werden. Dadurch ist es möglich, bestimmte Werkstücke in einer
Aufspannung auf der Drehmaschine fertig zu bearbeiten1 wobei das 8£arbeitungsaggregat
automatisch allein durch eine Drehung des Werkzeugsupports um seine senkrechte Schwenkachse
in Einsatz kommt.
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Insbesondere bei großen Werkstücken ist es wünschenswert, möglichst
alle Bearbeitungsg#nge ohne Umspannung des Werk--stückes und ohne manuelles Wechseln
der Werkzeuge durchzuführen. Deshalb ist man bestrebt, möglichst viele.ver-
schiedenartige
Werkzeuge am Werkzeugsupport anzuordnen, damit aus clpr Drehmaschine ein Bearbeitungszentrum
wird.
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in er Flraxìs bereitet es jedoch Schwierigkeiten, verschiedenartige
Werkzeuge so anzuordnen, daß sie kollisionsfrei zum Einsatz kommen können. Vielfach
sind an Werksticken auch Arbeitsgänge erforderlich, die nicht mit einem jn Htihe
der Drehmitte fest angeordneten Bearbeitungaaggregat (1urchFiihrbar sind.
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ner Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen drehbaren Werkzeugsupport
der eingangs genannten Art derart auszubilden, daß er ohne Umbau für möglichst viele
verschiedene Arbeitsgänge eingesetzt werden kann.
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Diese Rufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Werkzeugsupport
senkrechte Führungsbahnen mit einem darauf verfahrbaren zusätzlichen Werkzeugschlitten
zur Halterung des Hearbeitungsaggregates hat.
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Durch diese erfindungsgemäße Gestaltung kann das Bearbeitungsagnregat
- abgesehen von seiner Verfahrbarkeit in Längsrichtung (Z-Achse) und Querrichtung
(X-Achse) der Drehmaschine - auch senkrecht (γ-Achse) verfahren werden. Dadurch
wird der Werkzeugsupport besonders vielseitig. Mit dem ßearbeitungsaggregat können
zum Beispiel Bohrungen außerhalb der Drehmitte tangential in die Mantelfläche des
Werkstückes gebohrt werden. Möglich ist es auch, die Mantelfläche eines Werkstückes
mit dem Bearbeitungsaggregat durch Frtsen oder Schleifen zu bearbeiten, wobei natürlich
genau wie beim Bohren Voraussetzung ist, daß die Hauptspindel der Drehmaschine in
jeder beliebigen Stellung feststellbar ist.
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Eine besonders große Anzahl von Werkzeugen für die Dreh-@@@rbeitung
ohne Kollisionsgefahr nicht benutzter Werkzeuge
oder Teile des Werkzeugsupports
mit dem Werkstück läßt sich unterbringen, wenn der Werkzeugsupport an einer Sei'senfläche
einen Trommelwerkzeughalter mit Werkzeugen für die Drehbearbeitung und an einer
gegenüberliegenden Seitenfläche die senkrechten Führuflisbahnen mit dem tderkzurjschlitten
hat.
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Ltlr Erhöhung der Vielseitigkeit des erfindungsgemäßen Werkzeuosupports
tragt es bei, wenn das Bearbeitungsaggregat um eine quer zu den Führungabahnen verlaufende
Achse schwenkbar ist. Durch diese Verschwenkbarkeit kann man zum Beispiel in die
Stirnfläche eines Werkstückes schräg verlaufende Bohrungen bohren. Hiervon abgesehen,
kann zum Beispiel ein weit ausladendes Werkzeug am höhenverfahrbaren Werkzeugschlitten
bei Nichtgebrauch in eine senkrechte Stellung geschwenkt werden, so daß es den Einsatz
von Werkzeugen für die Drehbearbeitung an der anderen Seite des Werkzeugsupports
nicht behindert.
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Die Bohrstange kann einfach durch eine 1Bo Grad-Schwenkung des Bearbeitungsaggregats
zum Einsatz gebracht werden, wenn das Bearbeitungsaggregat gemäß einer vorteilhaften
Ausgestaltung der Erfindung nach einer Seite hin eine axial ausfahrbare Pinole zur
Aufnahme des rotierenden Werkzeugs und zur anderen Seite hin als Bohrstange ausgebildet
ist.
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Von Vorteil ist es auch, wenn aus der Mantelfläche der Bohrstange
ein um eine senkrechte Achse rotierender Scheibenfräser geführt ist. Durch diese
Maßnahme ergibt sich die Möglichkeit, mit dem Werkzeugsupport in einer Innenbohrung
Längsnuten zu fräsen.
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tìiinstig ist es auch, wenn zumindest eine weitere Seitenfläche des
ttJerkzeugsupporta zur Halterung weiterer Werkzeuge ausgebildet ist. Die weiteren
Werkzeuge können beispielsweise Werkzeuge für die Drehbearbeitung sein.
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Denkbar ist es, an drei Seitenflächen des Werkzeugsupports Trommelwerkzeughalter
anzuordnen. Es besteht jedoch auch die Hüglichkeit, beispielsweise an einer zusätzlichen
Seitenfläche eine zusätzliche Bohrstange vorzusehen.
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Die Erfindung läßt zahlreiche Ausführungsmöglichkeiten zu.
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Zu ihrer Verdeutlichung ist eine davon in der Zeichnung dargestellt
und wird nachfolgend beschrieben. Es zeigen Figur 1 eine Vorderansicht einer Drehmaschine
mit einem erfindungs-gemäß gestalteten Werkzeugsupport, Figur 2 eine Seitenansicht
der Drehmaschine nach Figur 1 von der Reitstock-Seite her gesehen, Figur 3 eine
Draufsicht auf die Drehmaschine gemäß den Figuren 1 und 2 im Bereich des Werkzeugsupports,
Die Figur 1 zeigt das Bett 1 einer Drehmaschine, auf dem längsverfahrbar ein Bettschlitten
2 angeordnet ist. Auf dem Hettschlitten 2 sitzt quer zu ihm verfahrbar ein Planschlitten
3,auf dem um eine senkrechte Achse 4 schwenkbar ein Werkzeugsupport 5 angeordnet
ist. Der Werkzeugsupport 5 haltert um eine waagerechte Achse 6 schwenkbar einen
Trommelwerkzeughalter 7 mit Werkzeugen 8 für die Drehbearbeitung. An der dem Trommelwerkzeughalter
7 gegenUber-
liegenden Seite des Werkzeugsupports 5 sind senkrechte
Führunsbahnen vorgesehen, auf denen ein Werkzeugschlitten 10 hadhenverfahrbar angeordnet
ist, der ein @earbeitungsaggregat 11 für rotierende Werkzeuge trägt.
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Ilie Drehmaschine hat - abgesehen von dem erfindungsgemäß gestalteten
Werkzeugsupport 5 - einen üblichen Spindel-I.asten 12 mit einem Spannfutter 13 zum
5pannen-.des nicht dargestellten, zu bearbeitenden Werkstückes. An.der dem-Spindelkasten
12 gegenüberliegenden Seite sitzt auf dem beet. 1 ein üblicher Reitstock 14 mit
einer Pinole 15.
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Die Figur 2 läßt vor allem die Gestaltung des Werkzeugsupports 5 näher
erkennen. In der Darstellung gemäß figur 2 befindet sich der Trommelwerkzeughalter
7 auf der dem Betrachter abgewandten Seite des Werkzeugsupports 5.
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Auf der dem Betrachter zugewandten Seite des Werkzeugsupports 5 ist
das aearbeitungsaggregat 11 zu erkennen.
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Ebenfalls erkennt man die senkrechten Führungsbahnen 9, durch die
der nicht zu sehende Werkzeugschlitten 10 mit dem Qearbeitungsaggregat 11 mittels
eines Stellmotors 16 höhenverfahrbar ist. Das Bearbeitungsaggregat 11 hat auf der
in der Zeichnung gesehen unteren Seite eine Pinole 17, in die ein rotierendes Werkzeug,
zum Beispiel ein Bohrer oder Fräser, einspannbar ist. Auf der der Pinole 17 gegenüherliegenden
Seite hat das Bearbeitiiingsaggregat 11 eine Bohrstange 18, an deren freien Ende
ein Werkzeug 19 zur Innenbearbeitung vorgesehen ist. Das Bearbeitungsaggregat II
ist als Ganzes um eine horizontale Achse 20 schwenkbar.
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Abgesehen von del zuvor beschriebenen Teilen sind in Figur 2 wiederum
der Reitstock 14, das Bett 1 der Drehmaschine
und der Planschlitten
3 zu Erkennen und mit Positionsziffern versehen.
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Die Figur 3 zeigt eine Draufsicht auf die Drehmaschine im Bereich
des Werkzeugsupports 5. Eingezeichnet ist die senkrechte Achse tv, um die sich der
Werkzeugsupport 5 drehen kann. weiterhin sind die senkrechten Führu#ngs-@ahnen r,
zu erkennen, auf denen der Werkzeugschlitten 10 hütnenverfahrbar ist. Eingezeichnet
wurde auch die horizontale Achse Zo, um die das Bearbeitungsaggregat 11 schwenkbar
ist, sowie die waagerechte Achse 6, um die der Trommelwerkzeughalter 7 geschwenkt
werden kann. In der Pinole 15 des Bearbeitungsaggregats 11 ist ein Bohrer 21 eingespannt
der sich in der in Figur 3 gezeigten Stellung genau auf Drehmitte 22 befindet. Auf
der gegenüberliegenden Seite der Pinole 15 ist die Bohrstange iß mit dem Werkzeug
19 zu erkennen. Weiterhin ist in der Bohrstange 18 ein Scheibenfräser 23 angeordnet,
der motorisch antreibbar ist und zum Fräsen von Längsnuten in Bohrungen dient.
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Der erfindungsgemäße Werkzeugsupport 5 ist ganz besonders vielseitig
verwendbar. Zum Drehen mittels der Werkzeuge 8 im Trommelwerkzeughalter 7 nimmt
der Werkzeugsupport 5 die in den Figuren 1 und 2 dargestellte Position ein. Dabei
ist das Bearbeitungsaggregat 11 um seine Achse 20 so geschwenkt, daß die Bohratange
18 senkrecht nach oben ragt und deshalb nicht stört.
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Unilen in der Stirnfläche eines WerkstUskes Löcher gebohrt werden,
dann muß der Werkzaugsupport 5 aus der in den Figuren 1 und 2 dargestellten Position
entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn um die Achse 4 um 9o Grad geschwenkt werden.
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Ebenfalls muß das Bearbeitungsaggregat 11 entgegengesetzt der Uhrzeigersinn
um die Achse 2o schwenken. Das Be-
arbeitungsaqgregat 11 nimmt
dann die -in Figur 3 gezeigte position ein. Man erkennt, daß das Bearbeitungsaggregat
11 aus der Drehmitte heraus nach oben und unten verfahren werden kann, da der Werkzeugschlitten
lo auf den senkrechten Führungsbahnen 9 verfahrbar ist. Weiterhin kann das Bearbeitungsaggregat
71 um die Achse 20 in Zwischenstellungen verschwenkt werden, so daß auch schräge
Bohrungen in die Stirnfläche eines Werkstückes gebohrt werden können.
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Sollen Innendreharbeiten mit dem Werkzeug 19 an der Bohrt stange 18
ausgeführt werden, dann ist das Bearbeitungs aggregat 11 aus der in Figur 3 zu erkennenden
Stellung um die waagerechte Achse 20 um 180 Grad zu schwenken.
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Pit dem Bohrer 21 können auch quer zur Drehmitte 22 Bohrungen in Werkstücken
erzeugt werden. Der Werkzeugsupoort 5 ist hierzu aus der in Figur 3 dargestellten
Position um 9o Grad entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn um die Achse 4 zu verschwenken.
Weiterhin ist das Bearbeitungsaggregat 17 um die Achse Zo um 18o Grad zu schwenken.
Durch diese doppelte Verschwenkung gelangt das Bearbeitungsaggregat auf die dem
Spannfutter 13 zugewandte Seite des Werkzeugsupports, so daß keine ollisionsgefahr
zwischen dem Werkzeugsupport 5 und dem Spannfutter besteht.
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In dieser zum Bohren in die Mantelfläche eines Werkstückes geeigneten
Stellung kann natürlich auch gefräst werden, indem statt des Bohrers 21 ein Fräswerkzeug
in die Pinole 15 eingespannt wird.
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