DE3241391A1 - Hochfrequenz-aetztisch mit elektrisch vorgespanntem einfassungteil - Google Patents
Hochfrequenz-aetztisch mit elektrisch vorgespanntem einfassungteilInfo
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Description
Hochfrequenz-Ätztisch mit elektrisch vorgespanntem Einfassunqsteil
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Erzielen einer gleichmäßigeren Ätzwirkung bei einem Halbleiterplättchen
und betrifft insbesondere einen Hochfrequenz-Ätztisch, bei dem nahe seinem Rand ein elektrisch vorgespanntes Element
angeordnet ist, damit sich beim Ätzen eines Halbleiterplättchens eine gleichmäßigere Ätzgeschwindigkeit erzielen läßt.
Bei der Herstellung von Halbleiterbausteinen ist es in verschiedenen
Fertigungsstadien erforderlich, die Oberfläche des Plättchens zu ätzen. Hierzu gehören verschiedene Arbeitsschritte,
z.B. ein Ätzen zur Reinigung einer Fläche vor dem Aufbringen einer Metallisierung oder vor der Durchführung eines epitaxialen
Züchtungsschritts sowie die Erzeugung eines Musters in der Metallisierungsschicht oder einem Oxid durch selektives
Ätzen einer Schicht, die teilweise mit einem Photolack beschichtet ist. Hierbei ist es bis jetzt üblich, chemische Ätzmittel
einzusetzen. In zunehmendem Maße werden jedoch neuerdings sogenannte trockene Ätzverfahren angewendet; hierzu gehören
das Sprühätzverfahren, das Ionenstrahl-Fräsen sowie das Ätzen mittels reaktiver Ionen. Das gelegentlich auch als Plasmaätzen
bezeichnete Sprühätzen ist bekannt und z.B. beschrieben in G.N. Jackson, "R.F. Sputtering", Thin Solid Films» Bd. 5,
S. 209, 236 ff. (1970) und R. Glang u.a., "Generation of Patterns
in Thin Films" in Handbook of Thin Film Technology, S. 7-49 (1970). Die Theorie der Wirkungsweise des Sprühätzens
• · —Ο —
ist im folgenden kurz dargestellt« Das Substrat wird auf einem hohen Potential gehalten, und zwar einer Gleichspannung oder
einer Hochfrequenzspannung, und über der Oberfläche des Substrats wird ein Glimmentladungsplasma erzeugt. Das Plasma
besteht aus einem Gemisch aus Elektronen, Ionen und neutralen
Atomen oder Molekülen; die Anzahl der Ionen und Elektronen ist annähernd ausgeglichen, so daß die Netto—Ladung nahezu
den Wert Null hat und die Ionen nicht durch Abtriften in einem
aufgedrückten elektrischen F.eld, sondern durch Diffusion .bewegt
werden. In dem Raum unmittelbar über dem Substrat und unterhalb
des Plasmas existiert ein als Dunkelraum bezeichneter Bereich, in dem Elektronen nicht in einer bemerkenswerten Anzahl zu finden
sind» Wenn positive Ionen in Richtung auf die Grenze zwischen dem Dunkelraum und dem Plasma (auch den Plasmahüllen) diffundieren,
werden sie nicht mehr durch die Elektronen abgedeckt, und sie werden durch das Potential eines negativ geladenen
Substrats abgezogen. Sie werden in Richtung auf die Oberfläche des auf dem Ätztisch angeordneten Gegenstandes angezogen,
um auf den Gegenstand aufzutreffen und hierbei eine Ätzwirkung hervorzurufen.
Der Erzielung einer gleichmäßigen Ätzwirkung bei allen Teilen
eines Halbleiterplättchens kommt neuerdings bei der Herstellung von Halbleitervorrichtungen eine zunehmend«? Bedeutung zu. Dies
hat seinen Grund darin, daß auch das Ausmaß der Integration von Schaltkreisen zunimmt, während die kleinste Linienbreite bei
lithographischen Mustern ständig weiter verringert wird. Kleine lithographische Merkmale könnten in Bereichen zerstört werden,
in denen eine hohe Ätzleistung hervorgerufen wird, während sich eine einwandfreie Ätzwirkung bei anderen Teilen des gleichen
Halbleiterplättchens erzielen lassen könnte. Daher ist es häufig erwünscht und notwendig, den Ätzvorgang mit einer Gleichförmigkeit
von _+10% durchzuführen. Um eine gleichmäßige Ätzwirkung zu gewährleisten,
werden bereits elektrisch nicht geerdete Abschirmungen benutzt, wie es von R. Mundt u.a. beschrieben ist in
"Etch Uniformity in a CCl4 Plasma Aluminum Etch", Proceedings,
BAD ORIGINAL
International Electron Device Meeting, 1980, S. 16.3; ferner kann man den zu ätzenden Gegenstand in der Mitte eines großen
Ätztisches anordnen, wie es von R.S. Nowicki in "Properties of RF-Sputtered Al9O3 Films Deposited by Planar Magnetron", J. Vac.
Sei. Tech., Bd. 14, Nr. 1, S. 127 (1977) beschrieben wurde.
Beim Hochfrequenz-Sprühätzen ist es bekanntlich erforderlich, über dem Substrat eine konstante Höhe des Dunkelraums aufrechtzuerhalten,
um eine gleichmäßige Ätzwirkung zu gewährleisten. Diese Bedingung muß erfüllt werden, da die relative
Höhe der Plasmahülle die Anzahl der Ionen bestimmt, die extrahiert
werden, sowie die Richtung der anfänglichen Bahnen in Richtung auf das Substrat, so daß hierdurch die Gleichmäßigkeit
der Ätzgeschwindigkeit bestimmt wird. Außerdem krümmt sich die Plasmahülle am Rand des zu ätzenden Substrats nach
unten, um mit den geerdeten Konstruktionen zusammenzutreffen, welche den Rand des Ätztisches umgeben. Dies führt zu einer
Fokussierwirkung, denn Ionen, die aus dem Plasma in der Nähe des Randes des Ätztisches extrahiert werden, bewegen sich längs
konvergierender Bahnen, so daß sich eine größere Anzahl von Ionen ergibt^ die auf den äußeren Rand des Substrats auftreffen.
Um bei Hochfrequenz-Ätztischen gleichmäßige Ätzgeschwindigkeiten
zu erzielen, ist es daher bis jetzt üblich, die Tische mit einer ebenen Form herzustellen und ihre Abmessungen
erheblich größer zu machen als diejenigen des zu ätzenden Gegenstandes, um solche Fokussierwirkungen im Bereich des Randes
des zu ätzenden Gegenstandes zu vermeiden; alternativ wird' die umgebende Erdungselektrode mit einer solchen Form ausgebildet,
daß ein Abschluß des Plasmas in der gewünschten Entfernung von den Rändern des Halbleiterplattchens erfolgt. ·
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Hochfrequenz-Ätztisch
anzugeben, der im Vergleich zum Stand der Technik ein gleichmäßigeres Ätzen eines Halbleiterplattchens ermöglicht. Weiter
soll ein elektrisch vorgespanntes Einfassungsteil vorhanden
sein, welches sich entlang der Peripherie des Tisches erstreckt,
BAD ORIGINAL
um die Begrenzung der Plasmahülle weiter nach außen zu ■verrlegai, insbesaxkns soll an das Einfassungsteil eine bekannte Vorspannung
angelegt wird, um eine im wesentlichen gleichmäßige Höhe des Dunkelraums über dem Tisch mindestens im Bereich eines
auf dem Tisch angeordneten Substrats aufrechtzuerhalten.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand schernatischer Zeichnungen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 einen diametralen Schnitt eines Hochfrequenz-Ätztisches
bekannter Art;
Fig. 2 einen diametralen Schnitt eines erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Ätztisches;
Fig. 3 die Draufsicht des Hochfrequenz-Ätztisches nach Fig» 2;
Fig. 4 in einem Teilschnitt eine Plasmahülle, wie sie sich über einem Hochfrequenz-Ätztisch bekannter Art ausbildet;
Fig. 5 einen Teilschnitt'einer Plasmahülle, wie sie sich über
einem Hochfrequenz-Ätztisch nach der Erfindung ausbildet;
Fig. 6 in einer graphischen Darstellung die Ätzgeschwindigkeit
in Ä/min bei einem auf einem Hochfrequenz—Ätztisch bekannter Art angeordneten Plättchen aus ..Aluminium;
Fig. 7 in einer graphischen Darstellung die Ätzgeschwindigkeit
bei einem auf einem erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Ätztisch
angeordneten Aluminiumplattchen, bei dem der Ätztisch auf einer Spannung von -1200 V und das Einfassungsteil
jeweils auf einer Spannung von 0 bzw» -100 bzw. -200 bzw. -500 V gehalten wird; und
Fig. 8 in einer graphischen Darstellung die Ätzgeschwindigkeit bei einem auf dem erfindungsgemäßen Hochfrequenz-Ätztisch
angeordneten Plättchen aus Siliziumdioxid, wobei der Ätztisch auf einer Spannung von -2000 V und das Einfassungsteil
jeweils auf einer Spannung von -600 bzw. -680 bzw. -760 V gehalten wird.
Erfindungsgemäß ist die vorstehend genannte Aufgabe durch die
Schaffung eines Hochfrequenz-Atztisches gelöst, dessen äußerem Rand ein elektrisch vorgespanntes Einfassungsteil benachbart
ist, das zwar elektrisch leitfähig, jedoch von anderen leitfähigen Elementen der Vorrichtung isoliert ist. Dieses Einfassungsteil
ist gegenüber dem Rand des Tisches so angeordnet, daß sich die Begrenzung des oberhalb des Ätztisches erzeugten■
Plasmas über den Rand des Ätztisches hinaus fortsetzt, um zu verhindern, daß Ionen auf den Rändern eines auf dem Tisch zu
ätzenden Gegenstandes fokussiert werden. Das dem Einfassungsteil aufgedrückte Potential erzeugt über der Oberfläche des
Tisches und des Einfassungsteils einen Dunkelraum von ausreichender
Höhe, so .daß sich die waagerechte Erstreckung der Plasmahülle oberhalb des Ätztisches über dessen Ränder hinaus erweitern
läßt.
Bei einem Hochfrequenzplasma wird die Ätzwirkung durch die
positiven Ionen hervorgerufen, die aus dem Plasma extrahiert
werden, wenn die positiven Ionen in Richtung auf die Begrenzung zwischen dem Dunkelraum und der Plasmazone diffundieren* Diese
positiven Ionen werden dadurch angezogen, daß an das Substrat eine hohe negative Vorspannung angelegt wird. Hat das Substrat
eine ebene Form, z.B. handelt es sich um ein Halbleiterplätt— chen, müßte die Plasmahülle oberhalb des Plättchens im Idealfall
eine ebene Form haben, wobei ihre Grundri.ßflache größer
ist als diejenige das Substrats und teplanar su diesr. Die Icoan wkdai so eraagfc,
als ob sie von einer unendlich großen ebenen Quelle ausgingen, und jeder Punkt auf dem Substrat würde dem gleichen Ionenfluß
ausgesetzt sein. Bei zur praktischen Benutzung geeigneten Vorrichtungen
ist jedoch die Plasmahülle an ihrem Rand gekrümmt,
BAD ORfGfMAL
was auf die endliche Größe des Ätztisches sowie auf die Tatsache
der Erdung der den Atztisch umgebenden Bauteile zurückzuführen ist. Daher werden im Bereich des Randes erheblich zahlreichere
Ionen extrahiert und veranlaßt, sich an den Rändern des Ätztisches in einer solchen Richtung zu bewegen, daß ihre
Bahnen an den Rändern des' zu ätzenden Plättchens konvergieren»
Es wurden bereits verschiedene Verfahrungen und Konstruktionen
mit dem Ziel vorgeschlagen, die bei dem Sprühätzverfahren auftretenden
Ungleichmäßigkeiten zu verringern,, Gemäß dem Abschnitt ,"Uniformity" in der Veröffentlichung von GoN,
Jackson, "RF Sputtering", Thin Solid Films, Bdo 5, S0 290 und
236-239 (1970) läßt sich die Gleichmäßigkeit dadurch verbessern, daß man die Lage der Erdungsabschirmung verringert und Magnetfelder
zur Wirkung bringt«, Jedoch haben diese Vorschläge nicht zu den hohen Werten der Gleichmäßigkeit in der Größenordnung
von +/10% geführt, die gegenwärtig bei der Halbleiterfertigung
gefordert wird. Eine weitere relativ rohe, jedoch wirksame Alternative
besteht darin, die Abmessungen des Ätztisches so zu wählen, daß sie erheblich größer sind als diejenigen des zu
ätzenden Werkstücks, so daß im zentralen Bereich, wo sich der Ätzvorgang abspielt, der lonenfluß im wesentlichen konstant ist»
In der Praxis ist es jedoch nicht möglich, einen ausreichenden Raum verfügbar zu machen, und außerdem wurden die Kosten eines
solchen Ätztisches so hoch, daß sich die Anwendung dieser Lösung
verbietet.
Die Vorrichtung nach der Erfindung erzeugt eine Erweiterung der
Plasmadecke über den Rand des Ätztisches hinaus, um ein gleichmäßiges Ätzen eines auf dem Tisch angeordneten Halbleiterplättchens
zu gewährleisten. Auf welche Weise dies geschieht, wird erkennbar, wenn man Fig. 4 und 5 miteinander vergleicht» Zu
dem in Fig» 4 schematisch dargestellten Ätztisch bekannter Art
gehört ein Tischteil 10 mit einem Tragstück 11 und einer sich über seinen Umfang erstreckenden Lippe 13, an der sich ein
ΪΑ0 ORSGiNAL
Halbleiterplättchen 14 abstützt, das über einem offenen Bereich 5 angeordnet ist, um eine Kühlung mit Hilfe eines Gases
zu ermöglichen, das über eine zentrale Leitung bzw. einen Kanal 6 zugeführt wird; da beim Sprühätzen mit hohen Werten der
Leistungsdichte gearbeitet wird, kommt diesem Merkmal eine erhebliche Bedeutung zu. Das Tragstück 10 bzw. der eigentliche
Tisch wird dadurch auf einem hohen Hochfrequenzpotential in der Größenordnung von mehreren Kilovolt gehalten, daß er über
ein Anpassungsnetzwerk 34 kapazitiv mit einer Hochfrequenzenergiequelle
35 gekoppelt ist. Über dem Ätztisch 10 wird ein Plasma 26 erzeugt, das von dem Halbleiterplattchen 14 durch
einen Dunkelraum 27 getrennt ist. Ionen werden quer zur Hauptfläche der Plasmahülle 25 sowie die Grenze zwischen dem Plasma
26 und dem Dunkelraum 27 extrahiert, und diese Ionen bewegen sich entlang den Bahnen 28, um schließlich zur Oberfläche des
Plättchens 14 zu gelangen. Bei der bekannten Vorrichtung wird ein Bauteil 17, das den Rand 9 des Ätztisches 10 umgibt, auf
dem Potential der Maschine gehalten, das gewöhnlich dem Erdpotential entspricht. Der Dunkelraum verschwindet jenseits
des Randes des Ätztisches 10, und die Plasmalage 25 krümmt sich so nach unten, daß sie mit dem Bauteil 17 zusammentrifft.
Daher wird nahe dem Rand des Ätztisches eine größere Zahl von Ionen erzeugt, so daß sich im Bereich des Randes erheblich
höhere Ätzgeschwindigkeiten ergeben als im mittleren Teil. Beispielsweise veranschaulicht Fig. 6 die Ätzgeschwindigkeit ·
in Ä/min bei einem Aluminiumfilm auf einem Halbleiterplattchen,
das in einem Argonplasma auf einem Ätztisch bekannter Art angeordnet ist. Am Rand ist die Ätzgeschwindigkeit mehr als fünfmal
höher als in der Mitte.
In Fig. 5 ist die erweiterte Plasmahülle 30 nach der Erfindung dargestellt. Diese Hülle bildet die Begrenzung zwischen dem
Plasmabereich 3? und einem Dunkelraumbereich 33. Ebenso wie bei den bekannten Hochfrequenz-Ätztischen stützt sich das Halbleiterplattchen
14 in der Lippe 13 des Unterbaus 11 ab, und der Tisch 10 ist über ein Anpassungsnetzwerk 34 an eine Hochfrequenz-
BAD ORIGINAL
energiequelle 35 angeschlossen. Bine Kühlung mit Hilfe eines
Gases ist mit Hilfe des offenen Bereichs 5 möglich, wenn man ein Kühlgas über einen zentralen Kanal 6 zuführt. Bei dem erfindungsgemäßen Ätstisch wird jedoch die Plasmahülle 30 dadurch
nach außen erweitert, daß ein elektrisch leitendes Einfassunosteil
20 vorhanden ist, das dem Rand 9 des Atztisches benachbart ist und an das mit Hilfe einer Vorspannungsquelle
37 eino Vorspannung angelegt wird. Es hat r>ich gezeigt, daß
man eine solche Vorspannung anlegen muß, um die Plasmahülle zu erweitern, denn ein geerdetes Bauteil würde die Plasmahülle
nach unten ziehen, und eine nicht geerdete Elektrode würde ein
Potential annehmen, das sich erheblich von demjenigen unterscheidet, welches benötigt wird, um eine horizontale Plasmahülle
aufrechtzuerhalten. Das Einfassungsteil 20 ist an nicht
dargestellten äußeren Tragstücken befestigt und gegenüber der Maschine, der Erdungsleitung und dem Ätztisch 10 elektrisch
isoliert. Bei der an das Einfassungsteil 20 angelegten Vorspannung handelt es sich vorzugsweise um eine Gleichspannung,, Zwar
könnte man auch eine hochfrequente Vorspannung verwenden, doch müßte diese gegenüber der hochfrequenten Spannungdqueile für
den Ätztisch isoliert sein, damit keine Energie von dem Tisch abgezogen wird. Der bevorzugte Wert der.Spannung ist derjenige,
welcher ausreicht, um eine horizontale Erweiterung der Plasmahülle über den Arbeitsbereich, des Ätztisches hinaus zu erreichen,
doch soll das Potential nicht so hoch sein, daß sich die
Plasmahülle nach oben krümmt und Ionen im Bereich des Randes des Tisches 10 in einer zu geringen Anzahl erzeugt werden. Bei
einer typischen Ausführung liefert die Vorspannungsquelle 37 eine Gleichspannung im Bereich von -100 bis -1000 V. In der
Praxis richtet sich der Wert des Potentials nach der Anordnung des Einfassungsteils 20 über der Oberseite des Ätztisches. Auf
die zweckmäßige Festlegung dieser bevorzugten Werte wird weiter unten näher eingegangen. Bei der Benutzung des Einfassungsteils
20 findet zwar immer noch eine Fokussierung von Ionen statt,
doch geschieht dies, wie durch die Bahnen 38 in Fig» 5 angedeutet,
in einem größeren Abstand vom Mittelpunkt des Tisches,
324139 T
so daß eine gleichmäßige Ätzung des Plättchens 14 gewährleistet
ist. Bei einer nicht dargestellten anderen Ausführungsform bildet das Ginfassungsteil 20 das·einzige sich über den
Tischumfang erstreckende Konstruktionselement. Bei der Ausführungsform nach Fig. 2 und 5 dient ein geerdetes Abschirmungsteil 22 dazu, den Isolator 21 so abzuschirmen, daß sich auf
ihm keine zerstäubten Metalle niederschlagen, wodurch verhindert wird, daß der Isolator leitfähig wird.
Die Gleichmäßigkeit der gemäß der Erfindung erzielten Ätzwirkung ist aus Fig. 7 und 8 ersichtlich. Fig. 7 ist eine
zusammengesetzte graphische Darstellung, aus der Ätzprofile bei einem Aluminiumfilm ersichtlich sind, der auf einem SiIiziumplättchen
mit einem Durchmesser von 100 mm erzeugt wird. Hierbei wird der Ätztisch auf einem Potential von -1200 V gehalten.
Das Einfassungsteil 20 ist in einem Abstand von 4 mm
über der Oberseite des Ätztisches 10 angeordnet. Bei den verschiedenen Kurven sind die verschiedenen Gleichspannungen angegeben,
die mit Hilfe der Vorspannungsquelle 37 an das Einfassungsteil 20 angelegt werden. Der Grad der Flachheit der
Kurve bildet jeweils ein Maß für die Gleichmäßigkeit der Ätzwirkung. Wird koine Vorspannung angelegt, ist die Ätzwirkung
am Rand des Plättchens mehr als doppelt so groß wie im.mittleren Teil. Beim Anlegen einer Vorspannung von -100 V wird die
Ätzwirkung am Rand etwa auf das 1,5-fache der Ätzwirkung im mittleren Teil des Plättchens verringert. Beim Anlegen einer
Vorspannung von -200 V ist .die Ätzwirkung am Rand etwas größer als in der Mitte; es ist ersichtlich, daß die Gleichmäßigkeit
innerhalb von _+9% liegt. Legt man eine Vorspannung von -500 V
an, ist die Ätzwirkunq am Rand offenbar um etwa 20% geringer
als in der M^tte des Plättchens. Es dürfte zulässig sein, festzustellen,
daß diese Ergebnisse erkennen lassen, daß die Plasmahülle oberhalb des Randes des Ätztisches aus einer Höhenlage
unterhalb des mittleren Teils des Plättchens auf eine Höhenlage oberhalb letzterer in der Mitte angehoben wird. Beim Anlegen
einer Vorspannung von etwas weniger als -200 V muß sich
ψ
BAD ORIGINAL·
ein nahezu horizontaler Verlauf der Plasmahülle ergeben;
hierbei handelt es sich um die bevorzugte Bedingung für die Erzielung der gleichmäßigsten Ätzwirkung. Die Existenz eines
einzigen optimalen Potentials wird durch Fig. 8 bestätigt, wo
Ätzprofile in SiO0 dargestellt sind, die bei einem Ätztisch
entstanden, der auf einer Vorspannung von -2000 V gehalten wurde. Verringert man das an das Einfassunqsteil 20 angelegte
Potential von -760 V auf -600 V, nimmt die Ätzgeschwindigkeit
am Rand zu, bis sie höher ist als im mittleren Teil des Plättchens.
Die Anordnung des Einfassungsteils 20 gegenüber dem Rand des
Ätztisches richtet sich nach den folgenden Gesichtspunkten: das Einfassungsteil muß in seitlicher Richtung dem Rand des
Ätztisches nahe benachbart sein, damit sich für das Plasma keine wesentliche "Sichtverbindung" zu einem geerdeten Bauteil
jenseits des Tischrandes ergibt., Wäre eine solche Sichtverbindung vorhanden, würde die Plasmahülle keine horizontale Erweiterung
der Hülle oberhalb des Ätztisches bilden, sondern in diesem Bereich nach unten abfallen«. Die Höhe des Eir.fassungsteils
kann zwischen einem Punkt unterhalb des Niveaus des Ätztisches
bis zu einem Punkt oberhalb dieses Niveaus variieren. Aus der Veröffentlichung von Vossen, "Thin Film Processing",
S. 85 (1978) ist es bekannt, daß die Stromdichte, die sich bei
einem Plasma ergibt, der nachstehenden Gleichung entspricht:
1/2 v3/2
J = 27,3 Ä) ±—
n d
Hierin bezeichnet
d die Höhe des Dunkelraums in mm V die an dem Ätztisch liegende Spannung in kV
M das Molekulargewicht der zerstäubten Atome und
ρ
J die Stromdichte in mA/cm <,
J die Stromdichte in mA/cm <,
Man kann diese Gleichung so umwandeln, daß man einen Wert
für die Höhe des Dunkelraums erhält, der durch die an eine
BAD ORIGINAL
324T391
leitfähige Fläche angelegte Spannung und den Ionenstrom ge geben ist:
d - (27 3 Fi01 1/2 ^ )1/2
| Spannung ( V ) | KmA) | 2 J(mA/cm |
| -760 | 17 | 0,73 |
| -680 | - | - |
| -600 | 17 | 0,73 |
| -400 | 12 | 0,52 |
| -200 | 12 | 0,52 |
| -100 | 10 | 0,43 |
Man kann diese Gleichung auch anwenden, um die Höhe des Dunkelraums
oberhalb des Einfassungsteils 20 für mehrere Spannungen
und ihnen zugeordnete Stromstärken abzuschätzen, die
-3 sich in Verbindung mit einem Druck von 6 χ 10 Torr ergeben.
Hohe des Dunkelraums ( mm )
4,9
4,57
4,16
3,64
2,38
1,41
Bezüglich des Einfassungsteils selbst ist dann ersichtlich, daß die Höhe des Dunkelraums und damit auch die Lage der Plasmahülle
oberhalb des Einfassungsteils als Funktion der angelegten
Vorspannung gegeben ist. Bei einem gegebenen Wert der angelegten Vorspannung verlagert sich die Plasmahülle nach oben,
wenn das Einfassungsteil in eine höhere Lage gebracht wird,
und die Plasmahülle verlagert sich nach unten, wenn man das Einfassungsteil in eine tiefere Lage bringt. Bei einem ortsfest
angeordneten Einfassungsteil verlagert sich die Plasmahülle nach oben, wenn die angelegte Vorspannung erhöht wird,
und bei einer Verringerung angelegten Vorspannung erfolgt eine Verlagerung der Plasmahülle nach unten. Bei der bevorzugten
Ausführungsform ist das Einfassungsteil gegenüber dem waagerechten
Niveau des Xtztisches erhöht angeordnet, damit es möglich ist, an das Einfassungsteil eine niedrigere Spannung anzulegen,
jedoch trotzdem eine waagerechte Erweiterung der Plasmahülle über den Rand des Ätztisches hinaus zu erreichen. Es
hat sich gezeigt, daß das Einfassungsteil nicht in einer sol-
32AT391
chen Höhe über dem Ätztisch angeordnet werden soll, daß sich
geerdete Konstruktionsteile in der Umgebung des Ätztischrandes nicht auf einer zu dem Plasma verlaufenden Sicht linie befinden, doch soll das Einfassungsteil auch nicht so tief oder in
einem so geringen Abstand vom Rand des Ätztisches angeordnet werden, daß ein zufälliges Versprühen von Material des Einfassungsteils
zur Entstehung metallischer Verunreinigungen führen kann, durch die die Oberfläche des zu ätzenden HalbleiterplMttchens
verunreinigt werden könnte» Bei einem typischen Hochfrequenz-Ätztisch,
an den ein Vorspannpotential von -2000 V angelegt ist, kann der Abstand des Einfassungsteils von der Oberseite
des Ätztisches im Bereich von etwa 2 bis etwa 4 mm liegen, während die angelegte Vorspannung im Bereich von etwa -200 bis
etwa -800 V liegt. Somit liegt die bevorzugte Vorspannung des Einfassungsteils zwischen dem 0,1-fachen und dem 0,4-fachen
der an dem Ätztisch liegenden Vorspannung.
In Fig. 1 ist ein Ätztisch bekannter Art in einem diametralen Schnitt dargestellt. Zu diesem Tisch gehört ein allgemein kreisrundes
Tragstück 10 mit einer Plättchenaufnahmeiippe 13 und einem offenen Bereich 5. Ist ein Plättchen 14 in den Tisch
eingelegt, das mit Hilfe eines nicht dargestellten Plasmas geätzt werden soll, wird eine Kühlung des Plättchens dadurch bewirkt,
daß man ein Kühlgas über einen Kanal 6 in den offenen Bereich 5 einleitet; diese Kühlung erfolgt z»B. so, wie es in
M. King, "Method for Conducting Heat to or From an Article Being Treated Under Vacuum", US-PS 4 261 762, beschrieben ist.
Der Tisch 10 wird dadurch auf einer hohen Hochfrequenzspannung
gehalten, daß er über ein Anpassungsnetzwerk 7 kapazitiv mit einer Hochfrequenzenergiequelle 8 gekoppelt ist» Die Plättchen
14 werden mit Hilfe von Klammern 15 festgehalten, die z.B. an
einem isolierten Bauteil 16 befestigt sind, wie es". z.B. in der DE-OS 30 47 530.0 beschrieben ist,
die sich auf eine Anordnung zum Unterstützen von Plättchen bezieht.
Der Ätztisch 10 ist von einem Bauteil 17, z.B. einer Druckplatte oder einer geerdeten Abschirmung, umschlossen. Das
324139 Τ
Bauteil 17 ist durch Kopfschrauben 4 mit einem Bauteil 3
verbunden, das an einer Unterstützung 19 der Maschine mit Hilfe von Schrauben 18 befestigt ist. Somit handelt es sich
bei dem Bauteil 17 um dasjenige Bauteil, welches über dem Rand des Atztisches und diesem benachbart ist sowie
auf dem Potential der Maschine gehalten wird, bei dem es sich gewöhnlich um das Erdpotential handelt. Beim Betrieb des
Ätztisches wird das oberhalb des Tisches 10 und somit auch
oberhalb des Ilalbleiterplathchens 14 erzeuqte Plasma in den
Bereich unmittelbar oberhalb des Tisches und des Plättchens eingeschlossen, da eine hohe Spannung erforderlich ist, um das
Plasma zu erzeugen und aufrechtzuerhalten. Das Maschinenpotential
der in der Umgebung vorhandenen Konstruktion ist nicht ausreichend, um ein Plasma zu erzeugen und aufrechtzuerhalten,
so daß sich die Plasmahülle nach unten krümmt und an der geerdeten Konstruktion endet.
Ein erfindungsqemäßer Ätztisch ist in Fig. 2 und 3 dargestellt.
Ebenso wie bei einem Ätztisch bekannter Art wird eine hohe Hochfrequenzspannung an den Unterbau 11 des Tisches 10
mit Hilfe einer Hochspannungsquelle 8 über ein Anpassungsnetzwerk 7 angelegt. Klammern 15 halten das Halbleiterplättchen
auf der Stützlippe 13 in seiner Lage. Im Gegensatz zu dem bekannten Ätztisch ist jedoch das Einfassungsteil 20, d.h. der
der Oberseite und dem Rand des Ätztisches am nächsten benachbarte Gegenstand, gegenüber der Maschine durch ein Einsatzstück
21 aus Keramik elektrisch isoliert, das mit der Tragkonstruktion der Maschine durch Kopfschrauben 24 verbunden ist.
Ein Abschirmungsteil 22 dient dazu, zu verhindern, daß das ke- ■
ramische Einsatzstück 21 mit einer unerwünschten Beschichtung versehen und hierdurch leitfähig'wird. Das Einfassungsteil 20
ist mit dem keramischen Einsatzstück 21 durch Kopfschrauben
verbunden. Das an dem Einfassungsteil 20 liegende Potential und damit auch der Potentialzustand im Bereich kurz jenseits
des Randes 9 dos Atztisches wird durch die mit Hilfe der Vorspannungsquellc
5 angolccjte Spannung bestimmt. Während des
■- -17-
Betriebs wird das Potential des Einfa'ssungsteils 20 im wesentlichen
unterhalb des Erd- oder Maschinenpotentials gehalten, doch ist es nicht in einem solchen .Ausmaß negativ wie das in
der Ebene des Atztisches vorhandene Potential» Wie erwähnt, liegt dieses Potential vorzugsweise im Berc?ich vom 0,1-fachen
bis zum 0,4-fachen des Atztisehpotentinls, und das F.infassungsteil
;i:".t in einer Höhe von etwa 2 bis 4 mm über dem Ätztisch
angeordnet. Vorzuqswni.T"· liegt dar. PotonHa] im Bereich vom
0,2-fac:hen bis zum O, 3—feichen dös Atz.tischpotnntialn.
Claims (10)
- Patentansprüchefl.) Hochfrequenz-Ätztisch zum gleichmäßigen Ätzen eines HaIbleiterplättchens mit Hilfe eines Sprühverfahrens, gekennzeichnet durch eine Tischkonstruktion (10) zum Aufnehmen und Festhalten eines nach dem Sprühätzverfahren zu behandelnden Halbleiterplättchens (14), eine mit der Tischkonstruktion elektrisch verbundene Hochfrequenz-Spannungsquelle (8), ein nahe dem Rand des Tisches angeordnetes Einfassungsteil (20), das elektrisch leitfähig und ■gegenüber anderen leitfähigen Bauteilen isoliert ist, sowie eine Vorspannungsquelle (37) zum Anlegen eines elektrischen Potentials an das Einfassungsteil derart, daß das über der Tischkonstruktion erzeugte Plasma (30) eine Erweiterung über den Rand des Ätztisches hinweg und über mindestens einen Teil des Einfassungsteils hinweg erfährt.
- 2. Ätztisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lage des Einfassungsteils (20) und die Vorspannungsquelle (37) so gewählt sind, daß eine horizontale Fortsetzung der Plasmahülle (30) oberhalb des Ätztisches (10) hervorgerufen wird.
- 3. Ätztisch nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß'die hochfrequente Spannungsquelle (35) mit dem Ätztisch (10) kapazitiv gekoppelt ist.
- 4. Ätztisch nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Tischkonstruktion mit Einrichtungen (6, 5) zum aktiven Kühlen des Halbleiterplättchens (14) versehen ist.
- 5. Ätztisch nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zu den Einrichtungen zum Herbeiführen einer aktiven Kühlung Einrichtungen (6, 5) zum Zuführen eines Kühlgases gehören.
- 6. Ätztisch nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Einfassungsteil (20) oberhalb des Niveaus der Oberseite der Tischkonstruktion (10)' und unterhalb der unteren Begrenzung der Plasmahülle (30), die oberhalb der Tischkonstruktion erzeugt wird, angeordnet ist.
- 7. Ätztisch nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Einfassungsteil (20) in einem Abstand von 2 bis 4 mm über dem Niveau der Tischkonstruktion (10) angeordnet ist.
- 8. Ätztisch nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß es die Vorspannungsquelle (37) ermöglicht, an das Einfassungsteil (20) ein Potential anzulegen, das im Bereich vom 0,1-fachen bis 0,4-fachen des an die Tischkonstruktion (10) angelegten Potentials liegt.
- 9. Ätstisch nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß es
die Vorspannungsquelle (37) ermöglicht, an das Einfassungsteil (20) ein elektrisches Potential anzulegen, das im Bereich vom 0,2-fachen bis zum 0,3-fachen des an die Tischkonstruktion (10) angelegten Potentials liegt. - 10. Ätztisch nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Tischkonstruktion (10) eine kreisrunde Form hat und daß das Einfassungsteil als Ring (20) ausgebildet ist, der so angeordnet ist, daß er die kreisrunde Tischkonstruktion als
damit konzentrischer Ring umgibt.11» Ätztisch nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch seine Korn- ■ bination mit einem Abschirmungsteil (22), das über dem von dem Atztisch (10) am weitesten entfernten Abschnitt des Einfassungsteils (20), jedoch nicht in elektrischer Verbindung damit angeordnet ist.BAD ORlGfNAL
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