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Beschreibung:
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Die Erfindung betrifft eine Ladevorrichtung für Lastfahrzeuge gemäß
dem Oberbegriff des Hauptanspruches.
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Aus der DE-OS 25 37 228 ist eine Vorrichtung zum Be- und Entladen
von Lastfahrzeugen mit Behältern od. dgl. Lasten bekannt, mit der jeweils die Behälter
vom Erdboden oder von einer Rampe aufgenommen, über das rückwärtige Fahrzeugende
geschwenkt und auf der Ladefläche des Fahrzeugs abgesetzt bzw. in umgekehrter Reihenfolge
aufgenommen werden können. Dazu sind am rückwärtigen Ende des Fahrzeugrahmens beidseitig
der Ladefläche zwei Lademasten an parallel zu den Radachsen verlaufenden Schwenkachsen
angelenkt, wobei jeder Lademast aus einem Hauptarm und einem von diesem getragenen
Nebenarm gebildet wird. Die Schwenkbewegung der Lademasten wird durch daran angelenkte
hydraulische Hubzylinder bewirkt. Zur Stabilisierung des Fahrzeugs während des Be-
und Entladevorgangs werden auf den Erdboden absenkbare Stützfüße verwendet, die
an am -Fahrzeugrahmen gelagerten Auslegern befestigt sind. Mit dieser Ladevorrichtung
kann der Behälter jedoch nur über das Fahrzeugheck aufgenommen bzw. abgesetzt werden.
Folglich muß das Fahrzeug mit dem Heck bis an den Behälter bzw. an die Entladestelle
herangefahren werden, und es ist kaum möglich, den Behälter beispielsweise auf öffentlichen
Verkehrsstraßen am Straßenrand vorübergehend abzusetzen, weil dadurch der Durchgangsverkehr
während der Rangierbewegungen des Ladefahrzeugs und durch den Ladevorgang selbst
erheblich behindert werden würde.
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Bekannt sind auch Be- und Entladevorrichtungen für Lastfahrzeuge,
mit denen die Lasten quer zur Fahrzeuglängsachse geladen werden (DE-AS 17 55 332).
Dazu sind durch Kolben-Zylinder-Einheiten angetriebene Ladegeräte quer zur Fahrzeuglängsachse
schwenkbar am Fahrzeug angelenkt. Zur Stabilisierung des Fahrzeugs während des Ladevorgangs
sind quer zur Längsachse des Fahrzeugs teleskopartig ausziehbare Stützschienen mit
schwenkbaren Klappstützen vorgesehen.
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Mit dieser Vorrichtung können die Lasten ebenfalls nur nach jeweils
einer Seite, nämlich zu den Längsseiten, abgesetzt bzw.
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von da aufgenommen werden.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Ladevorrichtung
für Lastfahrzeuge zu schaffen, welche die Lasten weitgehend unabhängig von der jeweiligen
Rangierstellung des Fahrzeugs aufnehmen, auf der Ladefläche absetzen, stapeln und
stauen sowie entsprechend entladen kann.
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Diese Aufgabe wird mit den im Kennzeichen des Hauptanspruches angegebenen
Mitteln gelöst. Die vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist Gegenstand der
Unteransprüche.
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Die erfindungsgemäße Ladevorrichtung ist drehbar auf dem Fahrzeug
angeordnet, so daß die Lasten innerhalb des Schwenkbereichs von drei Seiten des
Fahrzeugs aufgenommen und wieder abgesetzt werden können. Das Fahrzeug kann daher
weitgehend unabhängig von der Absetzstelle der Last entsprechend den jeweiligen
örtlichen Gegebenheiten in die jeweils günstigste Rangierstellung gebracht werden
und den Ladevorgang ausführen. So können beispielsweise Parklücken an öffentlichen
Verkehrs straßen zum Abstellen des Fahrzeugs genutzt werden, wenn die Last am Straßenrand
abgesetzt werden kann, ohne daß der Durchgangsverkehr gestört wird. Der Ladevorgang
kann aber auch in Einfahrten oder anderen beengten Stellen ausgeführt werden, weil
das Fahrzeug in weitgehend beliebiger Stellung an die Absetzstelle herangefahren
werden kann. Besonders vorteilhaft ist es, daß die aufgenommene Last über das rückwärtige
Ende des Drehtisches in eine solche Stellung eingeschwenkt wird, daß sie sich während
des Drehvorganges mit ihrem Schwerpunkt im wesentlichen zentrisch zur Drehachse
des Drehkranzes befindet. Dadurch wird vermieden, daß während des Drehvorganges
Kippmomente auf das Fahrzeug einwirken.
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Sie wird unmittelbar auf dem Drehtisch abgesetzt. Die Lasten werden
durch Fördermittel, die sich auf dem Drehtisch und auf der Ladefläche des Fahrzeugs,
ggf. auch auf einem mitgeführten Anhänger befinden, in der Längsachse des Fahrzeugs
transportiert und gestaut.
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Auf dem Drehtisch können auch Lasten übereinander gestapelt und so
gestaut werden. Die Ladevorrichtung ist in ihrem konstruktiven Aufbau einfach ausgeführt
und relativ leicht, so daß die Nutzlast des Fahrzeugs durch das Gewicht der Ladevorrichtung
nur wenig beeinträchtigt wird.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen Fig. 1 ein Lastfahrzeug mit einer
Ladevorrichtung zum Be- und Entladen von Containern in beladenem Zustand in Seitenansicht,
Fig. 2 das Lastfahrzeug gem. Fig.1 beim Entladen eines Containers, Fig. 3 den Lastabsetzbereich
der auf einem Drehtisch angeordneten Ladevorrichtung in Draufsicht, Fig. 4 das beladene
Lastfahrzeug in rückwärtiger Ansicht, Fig. 5 das Lastfahrzeug beim Beladen eines
Anhängers in Seitenansicht.
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Am Lastfahrzeug sind das Fahrgestell mit 1, das Führerhaus mit 2,
der rückwärtige Aufbau mit 3 und der Anhänger mit 4 bezeichnet.
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Geladen werden kompakte Lasten wie Container, Paletten, Fässer od.
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dgl. Transportbehälter 5.
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Das Ladegerät zum Be- und Entladen der Lasten ist im rückwärtigen
Bereich des Fahrzeugs auf einem Drehtisch 6 angeordnet, der sich in der Ebene der
Ladefläche befindet und mit einem Drehkranz 7 auf dem Fahrgestell 1 gelagert ist.
Am rückwärtigen Ende des Drehtisches 6 ist beiderseits längsseitig je ein längenverstellbarer
Lademast 8 angelenkt. Beide Lademasten 8 sind durch zwei jeweils am vorderen Ende
des Drehtisches 6 angelenkte, hydraulisch verstellbare Schwenkzylinder 9 über das
rückwärtige Ende des Drehtisches 6 verschwenkbar. An den freien Enden der Lademasten
8 ist jeweils ein Tragbalken 10 zur Aufnahme der Last 5 befestigt, die an dem Tragbalken
10 mit nicht dargestellten Verriegelungselementen befestigt ist.
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Beim Einschwenken der Last 5 wird das Fahrzeug durch teleskopisch
zur Fahrbahn absenkbare Stützfüße 11 stabilisiert, die an den
Enden
von zwei im Drehtisch 6 verlagerten und in rückwärtiger 12 Verlängerung des Drehtisches
6 ausfahrbaren Auslegern angebracht sind.
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In der Ladeebene sind auf dem Drehtisch 6 und auf dem Fahrzeug aufbau
3 zwischen dem Führerhaus 2 und dem Drehtisch 6 in der Längsachse des Fahrzeugs
verfahrbare Fördermittel 13 angeordnet. Dazu sind im dargestellten Ausführungsbeispiel
von reversierbaren Antrieben angetriebene Rollenbahnen mit rechtwinklig zur Fahrzeuglängsachse
angeordneten Rollen vorgesehen. Es können jedoch ebenso andere Stetigfördermittel
wie Gurt- oder Kettenförderer verwendet werden.
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Das auf dem Drehtisch 6 angeordnete Ladegerät 6 bis 10 ist um nahezu
3600 um die Drehachse des Drehkranzes 7 verdrehbar. Das Fahrzeug wird damit, wie
nachstehend beschrieben, beladen.
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Zur Aufnahme eines beispielsweise am Straßenrand abgestellten Transportbehälters
5 fährt das Fahrzeug längsseits an den Behälter heran.
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Der motorisch angetriebene Drehtisch 6 dreht um ca. 900 zu der Seite,
wo der Transportbehälter 5 abgestellt ist. Die Auslegerbals ken 12 werden bis nahe
an den Transportbehälter ausgezogen und die 8 Stützfüße 11 auf den Boden abgesetzt.
Die Lademasten werden mit den Schwenkzylindern 9 über das rückwärtige Ende des Drehtisches
6 ausgeschwenkt und in eine solche Stellung gebracht, daß der Transportbehälter
5 an den Tragbalken 10 verriegelt werden kann. Beim Zurückschwenken der Lademasten
8 wird der abgestellte Transportbehälter 5 angehoben und über das rückwärtige Ende
des Drehtisches 6 6 eingeschwenkt. Dann wird der Drehtisch in die Richtung der Längsachse
des Fahrzeugs gedreht. Dabei befindet sich die Last mit ihrem Schwerpunkt im wesentlichen
zentrisch zu der senkrecht zur Fahrzeuglängsachse stehenden Drehachse des Drehkranzes
7. Die Last5 wird mittig auf dem Drehtisch 6 bzw. auf der auf dem Tisch angeordneten
13 Rollenbahn abgesetzt, damit in Fahrzeuglängsachse verschoben und gestaut.
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An das Fahrzeug kann ein Anhänger 4 angekoppelt werden, dessen verschwenkbare
Frontbordwand 14 in die Ebene der Ladefläche des Drehtisches
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einschwenkbar und in dieser Stellung arretierbar ist.
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Die Ladefläche der Frontbordwand ist ebenso wie die Ladefläche des
Anhängers 4 mit angetriebenen Rollenbahnen oder einem entsprechenden Fördermittel
13 ausgerüstet. Der auf dem Drehtisch 6 angesetzte Transportbehälter 5 wird über
die Rollenbahnen 13 nach hinten verschoben und auf dem Anhänger 4 gestaut.
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Der Entladevorgang vollzieht sich in umgekehrter Reihenfolge analog
zum Beladevorgang, wobei die Transportbehälter 5 im Drehbereich des Drehtisches
6 in weitgehend beliebiger Stellung zum Fahrzeug abgesetzt und wieder aufgenommen
werden können. Der Ablauf der einzelnen, beim Be- und Entladevorgang nacheinander
auszuführenden Steuerfunktionen kann durch eine hydraulische Folgesteuereinrichtung
automatisiert werden.