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Schutzeinrichtung für DampfturbinennnlaSen
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Die Erfindung bezieht sich auf eine Schutz einrichtung für Dampfturbinenanlagen
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
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Eine derartige Schutz einrichtung ist aus der DE-OS 1 551 219 bekannt.
Diese bekannte Schutzeinrichtung umfaßt insgesamt vier Auslösegeräte, welche in
der zum Kraftkolben des Dampf-Absperrventils führenden Druckfluidleitung in Hintereinanderschaltung
angeordnet und jeweils einem Drehzahl-Wächter zugeordnet sind. Registriert nun einer
dieser vier Drehzahl-Wächter eine Drehzahl, welche einen vorgegebenen Grenzwert
überschreitet, so wird das zugeordnete Auslösegerät mit einem mechanischen oder
einem elektrischen Schnellschluß-Signal beaufschlagt.
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Beim Auftreten dieses Schnellschluß-Signals unterbricht dann das Auslösegerät
die Druckfluidzufuhr zum Eraftkolben des Dampf-Absperrventils und bewirkt außerdem
eine Druckentlastung des ßraftkolbens des Dampf-Absperrven tils. Auf diese Weise
wird beim Auftreten einer unzulässig hohen Drehzahl ein Schnellschluß des Dampf-Absperrventils
ausgelöst und eine rasche Stillsetzung der Dampfturbine bewirkt.
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Die bekannte Hintereinanderschaltung der Auslösegeräte in der zum
Eraftkolben des Dampf-Absperrventils führenden Druckfluidleitung hat den Vorteil,
daß beim Auftreten eines Schnellschluß-Signals das jeweilige Auslösegerät eine Druckentlastung
des Kraftkolbens bewirkt und gleichzeitig durch die Unterbrechung der Druckfluidzufuhr
einen Druckaufbau durch nachströmendes Druckfluid sicher verhindert. Dieser Vorteil
gilt jedoch nur für eine be-
grenzte Anzahl der in Hintereinanderschaltung
angeordneten Auslösegeräte, da jedes der Auslösegeräte auch eine Drosselstelle bildet,
wodurch Druckverluste auftreten können und insbesondere die fiir einen Schnellschluß
erforderlichen raschen Druckänderungen in der Druckfluidleitung beeinträchtigt werden
können. Andererseits kann die Forderung nach einem Höchstmaß an Betriebssicherheit
der Dampfturbinenanlage aber nur dann erfüllt werden, wenn neben der Drehzahl auch
weitere für die Betriebssicherheit maßgebliche Betriebsgrößen überwacht werden und
beim Uberschreiten vorgebbarer Grenzwerte über entsprechende weitere Auslösegeräte
ein Schnellschluß des Dampf-Absperrventils ausgelöst wird.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Schutz einrichtung
für Dampfturbinenanlagen zu schaffen, bei welcher ohne Beeinträchtigung der Funktionssicherheit
die Anzahl der Auslösegeräte erhöht werden kann.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil
des Patentanspruchs 1 aufgeführten Merkmale gelöst.
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Bei der erfindungsgemäßen Schutzeinrichtung ist also ein zweistufiger
Aufbau der Schnellschlußauslösung vorgesehen, wobei die Auslösegeräte die erste
Stufe bilden, während die zweite Stufe durch ein Haupt-Auslösegerät gebildet wird.
Dieses Haupt-Auslösegerät kann dann so ausgelegt werden, daß unabhängig von der
Anzahl und dem Durchflußquerschnitt der Auslösegeräte der für eine rasche Druckentlastung
des Kraftkolbens des Dampf-Absperrventils erforderliche Durchflußquerschnitt zur
Verfügung steht. Die Auslösegeräte übernehmen damit nur noch die hydraulische Ansteuerung
des Haupt-Auslösegeräts, wobei die im Falle einer Schnellschlußauslösung von dem
betreffenden Auslösegerät zur Druckentlastung abzuführende Fluidmenge wesentlich
geringer ist, als die zur Druckentlastung des
Kraftkolbens des Dampf-Absperrventils
abzuführende Fluidmenge. Für die Anordnung der Auslösegeräte in der ersten Stufe
sind dabei zwei Möglichkeiten vorgesehen, wobei in der Haupt-Ansteuerleitung des
Haupt-Auslösegeräts mindestens ein Auslösegerät angeordnet ist, während in einer
Neben-Ansteuerleitung mindestens ein weiteres Auslösegerät angeordnet ist. Dabei
kann sowohl die Anzahl der Auslösegeräte in der Haupt-Ansteuerleitung als auch die
Anzahl der weiteren Auslösegeräte in der Neben-Ansteuerleitung erhöht-werden.
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Bei einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schutzeinrichtung
ergeben sich weitere Möglichkeiten für die Erhöhung der Anzahl der Auslösegeräte
durch ein von mindestens einem zusätzlichen Auslösegerät angesteuertes zweites Haupt-Auslösegerät,
welches beim Auftreten eines zugeordneten Schnellschluß-Auslösesignals die Druckfluidzufuhr
zum Kraftkolben des Dampf-Absperrventils unterbricht und eine Druckentlastung des
Eraftkolbens bewirkt und durch eine zweite Haupt-Ansteuerleitung, welche den Steuereingang
des zweiten Haupt-Auslösegeräts mit einer Druckfluidquelle verbindet und in welcher
das zusätzliche Auslösegerät derart angeordnet ist, daß es beim Auftreten eines
zugeordneten Schnellschluß-Signais die Druckfluidzufuhr zum Steuereingang des zweiten
Haupt-Auslösegeräts unterbricht und eine Druckentlastung am Steuereingang des zweiten
Haupt-Auslösegeräts bewirkt.
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Auch hier kann dann die Anzahl der zusätzlichen Auslösegeräte in der
zweiten Haupt-Ansteuerleitung erhöht werden.
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Ein weiterer, mit der Anordnung eines zweiten Haupt-Auslösegeräts
verbundener Vorteil ergibt sich dadurch, daß das erste Haupt-Auslösegerät durch
einen Bypaß umgangen werden kann und die Funktionsfähigkeit des ersten Haupt-Auslösegeräts
und der dem ersten Haupt-Auslösegerät zugeordneten Auslösegeräte bzw. weiteren Auslösegeräte
ohne Stillsetzung der Dampfturbine überprüft werden kann, wobei während dieser Überprüfung
die für die Betriebssicher-
heit erforderliche Überwachung maßgeblicher
Betriebsgrößen mit der Möglichkeit der Schnellschlußauslösung durch das zweite Haupt-Auslösegerät
und die dem zweiten Haupt-Ausldsegerät zugeordneten zusätzlichen Auslösege räte
gewährleistet ist.
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Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Schutz einrichtung ist in der Haupt-Ansteuerleitung ein Auslösegerät angeordnet,
Welches einem mechanischen Drehzahl-Wächter zugeordnet ist. Damit ist gewährleistet,
daß im Falle einer zu hohen Drehzahl das Haupt-Auslösegerät über die Haupt-Ansteuerleitung
direkt angesteuert und die Schnellschlußauslösung mit dem höchstmöglichen Maß an
Sicherheit herbeigeführt wird.
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In der Haupt-Ansteuerleitung können auch zwei oder drei Auslösegeräte
in Hintereinanderschaltung angeordnet sein.
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Die Hintereinanderschaltung der Auslösegeräte hat hierbei den Vorteil,
daß beim Auftreten eines SchnellschluB-Signals ein Druckaufbau am Steuereingang
des Haupt-Auslösegeräts durch nachströmendes Druckfluid sicher verhindert wird.
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In der Neben-Ansteuerleitung können zwei oder mehrere weitere Auslösegeräte
in Nebeneinanderschaltung angeordnet sein. Durch diese Nebeneinanderschaltung ist
auch bei einer größeren Anzahl von weiteren Auslösegeräten beim Auftreten eines
Schnellschluß-Signals eine rasche Druckentlastung am Steuereingang des Haupt-Auslösegeräts
gewährleistet.
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In der zweiten Haupt-Ansteuerleitung können zwei oder mehrere zusätzliche
Auslösegeräte in Hintereinanderschaltung angeordnet sein. Auch in diesem Falle hat
die Hintereinanderschaltung der zusätzlichen Auslösegeräte den Vorteil, daß beim
Auftreten eines Schnellschluß-Signals ein Druckaufbau am Steuereingang des zweiten
Haupt-
auslösegeräts durch nachströmendes Druckfluid sicher verhindert
wird.
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Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß
in der Haupt-Ansteuerleitung ein hydraulisch betätigbares Absperrorgan angeordnet
rist, welches bei einem Druckabfall in der Neben-Ansteuerleitung die Druckfluidzufuhr
zum Steuereingang des Haupt-Auslösegeräts unterbricht. Durch dieses hydraulisch
betätigbare Absperrorgan wird also ein Druckaufbau am Steuereingang des Haupt-Auslösegeräts
durch nachströmendes Druckfluid verhindert, wenn ein Schnellschluß über eines der
in der Neben-Ansteuerleitung angeordneten weiteren Auslösegeräte ausgelöst wird.
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Die in der Neben-Ansteuerleitung angeordneten weiteren Auslösegeräte
sind vorzugsweise zu einem Anschlußmodul zusammengefaßt. Hierdurch kann die Schutzeinrichtung
hinsichtlich Aufgabe und Anzahl der in der Haupt-Ansteuerleitung und ggf. auch in
der zweiten Haupt-Ansteuerleitung angeordneten Auslösegeräte bzw. zusätzlichen Auslösegeräte
standardisiert werden, während der Anschlußmodul über die Aufgabe und Anzahl der
in ihm enthaltenen weiteren Auslösegeräte den jeweiligen Erfordernissen flexibel
angepaßt werden kann.
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Im folgenden sind Aufbau und Wirkungsweise von Ausführungsbeispielen
der Erfindung anhand einer schematischen Zeichnung näher erläutert.
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Dabei zeigt: Fig. 1 den Schaltplan eines ersten Ausführungsbeispiels
einer Schutz einrichtung für Dampfturbinenanlagen und Fig. 2 den Schaltplan eines
zweiten Ausführungsbeispiels einer Schutz einrichtung für Dampfturbinenanlagen,
wobei
einander entsprechende Teile in den beiden Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen sind.
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Bei der in Fig. 1 dargestellten Schutzeinrichtung ist mit 1 ein Dampf-Absperrventil
bezeichnet, welches in geöffne -tem Zustand den Dampf zutritt zu einer nicht dargestellten
Dampfturbine freigibt und in geschlossenem Zustand den Dampfzutritt sperrt und dadurch
die Dampfturbine stillsetzt. Die Betätigung des Dampf-Absperrventils 1 erfolgt durch
eine hydraulische Stelleinrichtung 2, deren Eraftkolben 3 durch ein Druckfluid gegen
die Kraft einer Feder 4 in Offenstellung gehalten wird. Das Druckfluid wird dabei
über eine Druckfluidleitung 5 zugeführt, welche den Raum unter dem Kraftkolben 3
mit einer Druckfluidquelle 6 verbindet. In der Druckfluidleitung 5 sind ein Filter
7 und ein Haupt-Auslösegerät 8 angeordnet. Bei dem Haupt-Auslösegerät 8 handelt
es sich um ein hydrrulisch angesteuertes Drei-Wege-Ventil mit zwei Schaltstellungen,
wobei die in der Zeichnung dargestellte Schaltstellung der normalen Betriebsstellung
entspricht, in welcher der Kraftkolben 3 mit Druckfluid beaufschlagt und das Dampf-Absperrventil
1 geöffnet ist. Beim Auftreten eines Schnellschluß-Auslösesignals nimmt das Haupt-Auslösegerät
8 die andere Schaltstellung ein, in welcher die Druckfluidzufuhr von der Druckfluidquelle
6 abgesperrt und gleichzeitig eine Druckentlastung des Kraftkolbens 3 des Dampf-Absperrventils
1 bewirkt wird. Hierbei muß die sich unterhalb des Kraftkolbens 3 befindliche Fluidmenge
in möglichst kurzer Zeit in einen Ablauf A8 abfließen, um ein schnelles Schließen
des Dampf-Absperrventils 1 durch die Feder 4 zu gewährleisten.
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Die hydraulische Ansteuerung des Haupt-Auslösegeräts 8 erfolgt über
eine Haupt-Ansteuerleitung 9, welche den Steuereingang E8 des Haupt-Auslösegeräts
8 mit der Druckfluidquelle 6 verbindet und in welcher von der Druckfluidquelle 6
ausgehend nacheinander ein Filter 10, ein hydrau-
lisch betätigbares
Absperrorgan 11, Auslösegeräte 12, 13 und 14 sowie eine Leitungsabzweigung 15 angeordnet
sind.
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Bei den in Hintereinanderschaltung angeordneten Auslösegeräten 12,
13 und 14 handelt es sich um Drei-Wege-Ventile mit zwei Schaltstellungen, wobei
die in der Zeichnung dargestellten Schaltstellungen der normalen Betriebsstellung
entsprechen, in welcher der Steuereingang E8 des Haupt-Auslösegeräts 8 mit Druckfluid
beaufschlagt ist. Das mechanisch angesteuerte Auslösegerät 12 ist dabei einem mechanischen
Drehzahl-Wächter 16 zugeordnet, dessen Bolzen 17 bei Überschreiten der Grenzdrehzahl
so weit heraustritt, daß er eine Klinke 18 des Auslösegeräts 12 trifft und dadurch
das Auslösegerät 12 umschaltet. In dieser Schaltstellung unterbricht dann das Auslösegerät
12 einerseits die weitere Druckfluidzufuhr zum Steuereingang E8 des Haupt-Auslösegeräts
8 und verbindet andererseits den Steuereingang E8 mit einem Ablauf A12. Diese Druckentlastung
am Steuereingang E8 entspricht einem hydraulischen Schnellschluß-Auslösesignal,
welches eine Umschaltung des Haupt-Auslösegeräts 8 und einen Schnell schluß des
Dampf-Absperrventils 1 bewirkt. Das hydraulisch angesteuerte Auslösegerät 13 ist
einem Wächter 19 zugeordnet, welcher den Lageröldruck der Dampfturbine überwacht
und beim tberschreiten eines unteren Grenzwertes, d. h. bei einem unzulässigen Absinken
des Lageröldruckes das Auslösegerät 13 umschaltet. In dieser zweiten Schaltstellung
unterbricht das Auslösegerät 13 die Druckfluidzufuhr zum Steuereingang E8 des Haupt-Auslösegeräts
8 und verbindet den Steuereingang E8 mit einem Ablauf A13, wobei durch diese Druckentlastung
am Steuereingang E8 wiederum ein Schnellschluß des Dampf-Absperrventils 1 ausgelöst
wird. Das Auslösegerät 14 ist schließlich elektrisch angesteuert und einem Wächter
20 zugeordnet, welcher die axiale Wellenverlagerung der Dampfturbine überwacht.
Überschreitet die axiale Wellenverlagerung einen vorgegebenen Grenzwert, so bewirkt
der Wächter 20 eine Umschaltung des Auslösegeräts 14. In dieser zweiten Schaltstellung
unterbricht das
Auslösegerät 14 die Druckfluidzufuhr zum Steuereingang
E8 des Haupt-Auslösegeräts 8 und verbind.et den Steuerein-
gang E8 mit einem Ablauf A14, wobei durchvdamit verbundene Druckentlastung wieder
ein Schnellschluß des Dampf-Absperrventils 1 ausgelöst wird.
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Die bereits erwähnte Leitungsabzweigung 15 bietet die Möglichkeit,
die Schutzeinrichtung so zu erweitern, daß die Überwachung weiterer für die Betriebssicherheit
der Dampfturbinenanlage maßgeblicher Betriebsgrößen einbezogen werden kann. Hierzu
ist an die Leitungsabzweigung 15 eine Neben-Ansteuerleitung 21 angeschlossen, in
welcher im dargestellten Beispiel in Nebeneinanderschaltung weitere Auslösegeräte
22 bis 26 angeordnet sind. Bei diesen weiteren Auslösegeräten 22 bis 26 handelt
es sich um Zwei-Wege-Ventile mit zwei Schaltstellungen, wobei die in der Zeichnung
dargestellten Schaltstellungen der normalen Betriebsstellung entsprechen, in welcher
Verbindungen zwischen der Neben-Ansteuerleitung 21 und Abläufen A22 bis A26 der
weiteren Auslösegeräte 22 bis 26 unterbrochen sind. Das hydraulisch angesteuerte
weitere Auslösegerät 22 ist einem Wächter 27 zugeordnet, welcher den Druck im Kondensator
der Dampfturbinenanlage überwacht und im Falle einer unzulässig hohen Kondensatordruckes
das weitere Auslösegerät 22 umschaltet. In dieser zweiten Schaltstellung des weiteren
Auslösegeräts 22 ist dann die Neben-Ansteuerleitung 21 mit einem Ablauf A22 verbunden,
was eine Druckentlastung am Steuereingang E8 des Haupt-Auslösegeräts 8 und damit
einen Schnell schluß des Dampf-Absperrventils 1 zur Folge hat.
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In gleicher Weise können über die weiteren Auslösegeräte 23 bis 26
zur Schnellschlußauslösung Verbindungen zwischen dem Steuereingang E8 des Haupt-Auslösegeräts
8 und Abläufen A23 bis 26 hergestellt werden. Die elektrisch angesteuerten weiteren
Auslösegeräte 23, 24 und 25 sind dabei Wächtern 28 bzw. 29 bzw. 30 zugeordnet, welche
je nach den Erfordernissen die Überwachung bestimmter Be-
triebsgrößen
übernehmen. So kann beispielsweise mit Hilfe der Wächter 28 bis 30 die Höhe des
Dampfdruckes, die Verlagerung der Dampfturbine gegenüber dem Fundament und die Temperaturerhöhung
im Falle eines Brandes der Damptturbinenanlage überwacht werden. Das weitere Auslösegerät
26 ermöglicht über eine Klinke 31 eine Handäusiösung des Schnellschlusses.
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Die in Nebeneinanderschaltung angeordneten weiteren Auslösegeräte
22 bis 26 können also einen Schnellschluß des Dampf-Absperrventils 1 durch eine
Druckentlastung am Steuereingang E8 des Haupt-Auslösegeräts 8 herbeiführen.
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Damit diese Druckentlastung durch aus der Druckfluidquelle 6 nachströmendes
Druckfluid nicht gestört oder verzögert werden kann, ist in der Haupt-Ansteuerleitung
9 das bereits erwähnte hydraulisch betätigbare Absperrorgan 11 angeordnet. Bei diesem
Absperrorgan 11 handelt es sich um ein hydraulisch entspannbares Rückschlagventil,
dessen Steuerleitung 32 an die Neben-Ansteuerleitung 21 angeschlossen ist. Wird
nun eines der weiteren Auslösegeräte 22 bis 26 mit einem Schnellschluß-Signal beaufschlagt,
so erzeugt es ein Schnellschluß-Auslösesignal, welches einer Druckentlastung in
der Neben-Ansteuerleitung 21 entspricht. Als Folge dieser Druckentlastung in der
Neben-Ansteuerleitung 21 wird dann die Druckfluidquelle 6 durch das Absperrorgan
11 abgesperrt. Dies bedeutet, daß die weiteren Auslösegeräte 22 bis 26 beim Auftreten
eines zugeordneten Schnellschluß-Signals nicht nur eine Druckentlastung am Steuereingang
E8 des Haupt-Auslösegeräts 8 bewirken, sondern auch mit geringer Verzögerung die
weitere Druckfluidzufuhr zum Steuereingang E8 unterbrechen.
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Die Neben-Ansteuerleitung 21 und die weiteren Auslösegeräte 22 bis
26 sind zu einem gestrichelt angedeuteten Anschlußmodul 33 zusammengefaßt, welcher
an die Leitungsabzweigung 15 angeschlossen ist. Dieser Anschlußmodul 33 kann verschiedenen
Uberwachungsfunktionen zugeordnet
werden und ermöglicht damit eine
flexible Anpassung an die jeweiligen Erfordernisse. Insbesondere ist die Anzahl
der in dem Anschlußmodul 33 enthaltenen weiteren Auslösegeräte variabel, wobei in
der Zeichnung Erweiterungsmöglichkeiten durch einen endseitigen Anschlußflansch
34 der Neben-Ansteuerleitung 21 angedeutet sind.
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Bei der in Fig. 2 dargestellten Schutz einrichtung sind in der Haupt-Ansteuerleitung
9 wieder die Auslösegeräte 12, 13 und 14 angeordnet, während in der Neben-Ansteuerleitung
21 nur noch die beiden weiteren Auslösegeräte 22 und 23 vorgesehen sind. Unterschiedlich
zu dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist dabei, daß das Auslösegerät
14 und das weitere Auslösegerät 23 nicht mehr von separaten Wächtern, sondern von
einem zentralen Wächter
W angesteuert werden. In diesem zentralen Wächter<W ist die Überwachung von insgesamt
fünf Betriebsgrößen zusammengefaßt, was durch die Signale SS1 bis SS5 angedeutet
ist. Überschreitet dabei nur eines dieser Signale SS1 bis SS5 einen vorgegebenen
Grenzwert, so werden das Auslösegerät 14 und das weitere Auslösegerät 23 mit einem
Schnellschluß-Signal beaufschlagt. Diese Signale SS1 bis SS5 sind beispielsweise
einer Warte, einer elektrischen Drehzahl-Überwachung, einer elektrischen Überwachung
der axialen Wellenverlagerung, einer elektrischen Überwachung der Lageröltemperatur
und einer elektrischen Überwachung des Lageröldruckes zugeordnet.
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Der Hauptunterschied zu der in Fig. 1 dargestellten Schutzeinrichtung
ist jedoch darin zu sehen, daß in der Druckfluidleitung 5, welche den Raum unter
dem graftkolben 3 des Dampf-Absperrventils 1 mit der Druckfluidquelle 6 verbindet,
zusätzlich ein zweites Haupt-Auslösegerät 80 angeordnet ist. Bei diesem zweiten
Haupt-Auslösegerät 80 handelt es sich um ein hydraulisch angesteuertes Drei-Wege-Ventil
mit zwei Schaltstellungen, wobei die in der Zeichnung dargestellte Schaltstellung
der normalen Be-
triebsstellung entspricht, in welcher der Kraftkolben
3 mit Druckfluid beaufschlagt und das Dampf-Absperrventil 1 geöffnet ist. Beim Austreten
eines Schnellschluß-Auslösesignals nimmt das zweite Haupt-Auslösegerät 80 die andere
Schaltstellung ein, in welcher die Druckfluidzufuhr von der Druckfluidquelle 6 abgesperrt
und gleichzeitig eine Druckentlastung des Kraftkolbens 3 des Dampf-Absperrventils
1 bewirkt wird.
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Die hydraulische Ansteuerung des zweiten Haupt-Auslösegeräts 80 erfolgt
über eine zweite Baupt-Ansteuerleitung 90, welche den Steuereingang E80 des zweiten
Haupt-Auslösegeräts 80 mit der Druckfluidquelle 6 verbindet und in welcher zusätzliche
Auslösegeräte 35 und 36 in Hintereinanderschaltung angeordnet sind. Bei diesen zusätzlichen
Auslösegeräten 35 und 36 handelt es sich um Drei-Wege-Ventile mit zwei Schaltstellungen,
wobei die in der Zeichnung dargestellten Schaltstellungen der normalen Betriebsstellung
entsprechen, in welcher der Steuereingang E80 des zweiten Haupt-Auslösegeräts 80
mit Druckfluid beaufschlagt ist. Das zusätzliche Auslösegerät 35 ermöglicht über
eine Klinke 37 eine Handauslösung des Schnellschlusses. Wird das zusätzliche Auslösegerät
35 über diese Klinke 37 umgeschaltet, so unterbricht es einerseits die weitere Druckfluidzufuhr
zum Steuereingang E80 des zweiten Haupt-Auslösegeräts 80 und verbindet andererseits
den Steuereingang E80 mit einem Ablauf A35. Diese Druckentlastung am Steuereingang
E80 entspricht einem hydraulischen Schnellschluß-Auslösesignal, welches eine Umschaltung
des zweiten Haupt-Auslösegeräts 80 undteinen Schnellschluß des Dampf-Absperrventils
1 bewirkt. Das elektrisch angesteuerte zu-
sätzliche Auslösegerät 36 ist dem zentralen Wächter<W zugeordnet und wird somit
umgeschaltet, wenn eines der Signale BS1 bis SS5 einen vorgegebenen Grenzwert überschreitet.
In der zweiten Schaltstellung unterbricht das zusätzliche Auslösegerät 36 dann die
Druckfluidzufuhr zum Steuereingang E80 des zweiten Haupt-Auslösegeräts 80 und ver-
bindet
den Steuereingang E 80 mit einem Ablauf A36, wobei durch die Druckentlastung am
Steuereingang E80 wiederum ein Schnellschluß des I)ampf-AbspewrverltLls 1 ausgelöst
wird.
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Bei der in Fig. 2 dargestellten Schutzeinrichtung sind insgesamt drei
Gruppen von Auslösegeräten vorgesehen, nämlich die Auslösegeräte 12 bis 14, die
weiteren Auslösegeräte 22 und 23 und die zusätzlichen Auslösegeräte 35 und 36. Dabei
kommt den Auslösegeräten 12 bis 14 und den zusätzlichen Auslösegeräten 35 und 36
ein sehr hoher Rang bezüglich der Funktionssicherheit zu, da sie jeweils neben einer
Druckentlastung am Steuereingang E80 des Haupt-Auslösegeräts 8 bzw. des zweiten
Haupt-Auslösegeräts 80 gleichzeitig die weitere Druckfluidzufuhr unterbinden.
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Die Funktionssicherheit der weiteren Auslösegeräte 22 und 23 ist etwas
geringer einzuschätzen, da bei einer Druckentlastung am Steuereingang E8 des Haupt-Auslösegeräts
8 die Sperrung der weiteren Druckfluidzufuhr über das Absperrorgan 11 nur mittelbar
erfolgt und mit einer geringen Verzögerung eintritt weshalb werden die Auslösegeräte
und die zusätzlichen Auslösegeräte solchen Betriebsgrößen zugeordnet, deren Überwachung
unabdingbar ist, da bei unzulässigen Änderungen Gefahren für Mensch und Maschine
auftreten könnten. Die Auslösegeräte und zusätzlichen Auslösegeräte werden also
insbesondere der Uberwachung der Drehzahl, der Überwachung der axialen Wellenverlagerung
und der Überwachung des Lageröldruckes zugeordnet, wobei die Sicherheit durch die
Bildung von Redundanz schaltungen weiter erhöht werden kann. Die weiteren Auslösegeräte
werden demgegenüber solchen Betriebsgrößen zugeordnet, deren Überwachung den jeweiligen
Erfordernissen entsprechend als notwendig oder wünschenswert angesehen wird.
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Bei den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen wird durch
den Schnell schluß des Dampf-Absperrventils oder mehrerer Dampf-Absperrventile ein
rasches Stillsetzen
der Dampfturbine im Gefahrenfall erreicht.
In gieichcr' Weise kann durch die beschriebenen Schutzeinrichtungen aber auch ein
Schnell schluß der Entnahmeventile einer Dampfturbine herbeigeführt werden.
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8 Patentansprüche 2 Figuren
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