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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Messung der Gabelübergangsdämpfung von den 2-Draht/4-Drahtübergang ermöglichenden Gabelschaltungen von Teilnehmeranschlußschaltungen, demgemäß dem 4-Drahtempfangszweig der auf der 2-Drahtseite mit einer Leitungsnachbildung abgeschlossenen Gabelschaltung ein Prüfsignal zugeführt und ein infolgedessen auf dem 4-Drahtsendezweig der Gabelschaltung empfangenes Fehlersignal ausgewertet wird.
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Die Gabelübergangsdämpfung von Gabelschaltungen, die auch als Gabelsperrdämpfung bezeichnet wird, setzt sich zusammen aus der doppelten Gabeldämpfung sowie der Fehlerdämpfung. Unter Gabeldämpfung versteht man die Dämpfung zwischen Gabeleingang und Gabelausgang. Bei idealer Gabel und gabelimanenter Leitungsnachbildung würde sich die vom ankommenden Sprechkreis der 4-Drahtleitung zur 2-Drahtleitung eingespeiste Leistung je zur Hälfte auf die 2-Drahtleitung und die Leitungsnachbildung aufteilen, was einer Dämpfung von 3 dB entspricht, auf die eingehende 4-Drahtleitung würde keine Leistung übertragen. Ein auf der 2-Drahtseite eingespeistes Signal würde sich bei idealer Gabel und Leitungsnachbildung gleichmäßig auf den ankommenden Zweig der 4-Drahtleitung verteilen, womit sich wiederum eine Dämpfung von 3 dB ergibt. Der auf den ankommenden Zweig der 4-Drahtleitung entfallende Teil des Signals ist in dieser Übertragungsrichtung unwirksam, weil er auf den Ausgang eines Verstärkers geleitet wird. In der Praxis ist die Gabeldämpfung jedoch aufgrund von Übertragungsverlusten mit höheren Werten anzusetzen.
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Da die Übertragungstechnischen Eigenschaften von Vermittlungssystemen in beträchtlichem Umfang von den Eigenschaften der Gabelschaltungen ihrer Teilnehmeranschlußschaltungen bestimmt werden, kommt der Messung der Gabelübergangsdämpfung eine besondere Bedeutung zu.
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Bei dem eingangs bekannten Verfahren, das im Zusammenhang mit Gabelschaltungen Verwendung findet, die Bestandteil von Analogvermittlungssystemen sind, erfolgt die erwähnte Auswertung des Fehlersignals dadurch, daß nach einem ersten Meßschritt, in dessen Verlauf das Fehlersignal empfangen worden ist, im Zuge eines zweiten Meßschritts ein gleich großes Prüfsignal nicht auf dem Weg über die Gabelschaltung sondern über eine Eichleitung dem Signalempfänger zugeführt wird und diese in Dämpfungswerten geeichte Eichleitung solange verändert wird, bis sich empfangsseitig ein Signal gleicher Amplitude wie das Fehlersignal ergibt, in welchem Fall dann die Einstellung der Eichleitung den Wert der Gabelübergangsdämpfung direkt angibt.
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Mit dieser Vergleichsmessung sind Probleme umgangen, die sich bei einer direkten Messung insbesondere durch die Notwendigkeit der Anpassung des empfangsseitigen Meßgeräts ergeben würden.
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Auch die Teilnehmeranschlußschaltungen der Vermittlungsstellen von immer größerer Bedeutung erlangen den PCM-Fernmeldesystemen enthalten Gabelschaltungen zur Verbindung der 2-drähtigen, Analogsignale übertragenden Teilnehmeranschlußleitungen und der 4-drähtig betriebenen Teile der Vermittlungsstellen.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es nun, ein Verfahren zur Messung der Gabelübergangsdämpfung solcher zu PCM-Vermittlungsstellen gehörender Gabelschaltungen anzugeben, das insbesondere vom Zeitaufwand her günstiger ist als das vorstehend erläuterte bekannte Verfahren, ohne daß hierbei auf eine bestimmte Genauigkeit der Meßergebnisse verzichtet zu werden braucht.
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Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß bei einer Gabelschaltung, die Bestandteil einer Teilnehmeranschlußschaltungen für die Verwendung in einer PCM-Vermittlungsstelle ist, die Prüfsignale in Form von PCM-Wörtern eines bestimmten Bitmusters durch einen PCM-Wortgenerator erzeugt und den Betriebsverhältnissen eines PCM-Zeitmultiplexsystems entsprechenden, einen Zeitkanal bildenden Zeitfächern zeitgerecht dem Digitaleingang der Teilnehmeranschlußschaltung zugesendet werden, und daß das Fehlersignal am Digitalausgang der Teilnehmeranschlußschaltung abgenommen und im Hinblick auf einen Vergleich mit dem Analogwert ausgewertet wird, der dem zugehörigen vom PCM-Wortgenerator erzeugten Prüfsignal entspricht.
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Das erfindungsgemäße Verfahren verzichtet auf den zweiten, eine Eichleitung erfordernden Verfahrensschritt des vorerwähnten bekannten Verfahrens und hat dennoch wegen der Einspeisung digitaler Prüfsignale und der Abnahme eines digitalen Fehlersignals die Anpassungsprobleme vermieden, die beim bekannten Verfahren zu diesem Verfahrensschritt geführt haben. Es werden hierbei Einrichtungen zur Digital- Analog-Wandlung bzw. Analog-Digital-Wandlung in die Meßordnung einbezogen, die sowieso schon Bestandteil solcher Teilnehmeranschlußschaltungen sind, so daß ein diesbezüglicher Mehraufwand nicht erforderlich ist.
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Das erfindungsgemäße Verfahren ist dann von besonderem Vorteil, wenn die Teilnehmeranschlußschaltung, deren Bestandteil die auszumessende Gabelschaltung ist, eine Baueinheit bildet, bei der die 4-Drahtseite der Gabelschaltung, auf der Analogsignale auftreten, nicht ohne weiteres zugänglich ist.
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Eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kommt dann zur Anwendung, wenn die Teilnehmeranschlußschaltungen, die eine zu überprüfende Gabelschaltung enthalten, ihrerseits zusammen mit anderen Teilnehmeranschlußschaltungen eine Modulbaueinheit sind. Diese Ausgestaltung ist dadurch gekennzeichnet, daß der PCM-Generator PCM-Worte in einer Mehrzahl von Zeitkanälen, einschließlich wenigstens einer Art von Synchronisations zwecken dienenden PCM-Worten mit besonderen Bitmustern erzeugt, und daß die PCM-Worte einzelner Kanäle durch eine Vermittlungseinrichtung, an die die Module angeschlossen sind, an die Teilnehmeranschlußschaltungen in den ihnen zugeteilten Zeitkanälen vermittelt werden.
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Bei der genannten Vermittlungseinrichtung kann es sich um eine zu einer Meßanordnung gehörenden Vermittlungseinrichtung handeln. Das erfindungsgemäße Verfahren kann jedoch auch bei Teilnehmeranschlußschaltungen durchgeführt werden, die schon an eine Fernmeldevermittlungsstelle angeschlossen sind, in welchem Falle die Vermittlungsstelle die Vermittlung der vom PCM-Generator gelieferten PCM- Worte an die einzelnen Teilnehmeranschlußschaltungen bewirkt.
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Nachstehend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf zwei Figuren näher erläutert. Von den Figuren zeigt
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Fig. 1 eine Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens,
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Fig. 2 ein zugehöriges Impulsdiagramm.
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In Fig. 1 ist mit TSch eine Teilnehmeranschlußschaltung angedeutet, die Bestandteil eines mehrere solcher Teilnehmeranschlußschaltungen umfassenden Moduls SLMA ist und eine eine zu prüfende Gabelschaltung GA sowie u. a. eine Einrichtung zur Digital-Analog-Wandlung und Analog- Digital-Wandlung CODEC enthält. Die 2-Drahtseite der Teilnehmeranschlußschaltung, an der normalerweise die mit einer Teilnehmerstation eines Analogteilnehmers verbindende Teilnehmeranschlußleitung angeschlossen ist, wird hier durch eine Leitungsnachbildung N abgeschlossen, die der Leitungsnachbildung entspricht, die zu der zu überprüfenden Gabelschaltung GA gehört. Der Empfangseingang EE und der Sendeausgang SA der Teilnehmeranschlußschaltung, die auf deren 4-Drahtseite liegen, sind an eine Vermittlungsstelle angeschlossen, deren wesentlicher, hier nicht näher dargestellter Teil ein Vermittlungsspeicher sein kann, der, unter Umständen ergänzt durch ein räumliches Koppelfeld, sowohl eine räumliche als auch eine zeitliche Vermittlung von PCM-Informationen, die über Anschlüsse wie den Anschluß SA an ihn gelangen, an Anschlüsse wie den Anschluß EE bewirken kann.
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In der Fig. 1 ist ferner ein PCM-Wortgenerator PCMG angedeutet, der hier in einem Pulsrahmen von z. B. 125 µs PCM- Worte mit jeweils 8 Bit erzeugt, die zu 32 Zeitkanälen gehören. In den am Anfang jedes zweiten Pulsrahmen liegenden Zeitspannen wird jeweils ein Rahmenkennungswort gesendet, das, worauf noch eingegangen wird, Synchronisierzwecken dient. In den Zeitspannen an den dazwischen liegenden Pulsrahmenanfängen tritt ein Meldewort auf. Die PCM-Worte in den übrigen Zeitfächern eines Pulsrahmens können untereinander gleich sein, ändern aber zumindest über mehrere Impulsrahmen hinweg gesehen ihren Wert, da sie ein analoges Wechselsignal repräsentieren.
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An einem Ausgang der Vermittlungsstelle V, der dem Eingang zugeordnet ist, an dem der PCM-Wortgenerator PCMG angeschlossen ist, liegt ein PCM-Wortempfänger PCME, der auch einen Digital-Analog-Wandler enthält.
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Der Anschluß des PCM-Wortgenerators PCMG und des PCM-Wortempfängers PCME an die Vermittlung V erfolgt über Einheiten SyE bzw. SyS, die, wie noch erläutert werden wird, für eine zeitrichtige Weitergabe der vom PCM-Wortgenerator gelieferten PCM-Worte bzw. für einen zeitrichtigen Empfang der PCM-Worte beim PCM-Wortempfänger sorgen.
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Die Vermittlung V, der PCM-Wortgenerator PCMG und der PCM-Wortempfänger PCME stehen über eine Schnittstelle I mit einem nicht dargestellten Steuerrechner in Verbindung, der sowohl für die Abwicklung der Vermittlungsvorgänge in der Vermittlung V als auch für die Auswertung der Meßergebnisse des erfindungsgemäßen Verfahrens sorgt.
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In Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird, wie angedeutet, vom PCM-Wortgenerator eine Folge von PCM-Worten ausgesendet, wie sie die Zeile 1 in Fig. 2 zeigt. Aus dem im Kanal KO auftretenden Rahmenkennungswort RKW, das sich mit einem Meldewort MW abwechselt, siehe ebenfalls Zeile 1 in Fig. 2, leitet die Einrichtung SyE Impulse Syn 1 mit einer Impulsbreite von nahezu 250 µs, siehe Zeile 2, Impulse Sy 2 mit einer Impulsbreite von 62,5 µs und einer Periode von 125 µs, siehe Zeile 3, sowie Impulse Syn 3 mit einer Impulsbreite von 3,9 µs und einer Periode von 7,8 µs, siehe Zeile 4, ab. Aus den Impulsen Syn 3 wird der Bittakt der empfangenen PCM-Worte gewonnen, der mit dem Bittakt übereinstimmt, der dem Betrieb der Vermittlungsstelle zugrundegelegt ist, siehe den Systemtakt in Zeile 6 bzw. dem Bittakt der ankommenden PCM-Information in Zeile 7 jeweils in zeitgedehnter Darstellung.
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Durch die Vermittlung V werden nun die PCM-Worte einzelner Zeitkanäle zu den einzelnen Teilnehmeranschlußschaltungen TSch des Teilnehmermoduls SLMA vermittelt. So gelangen beispielsweise die im Zeitkanal K 1 auftretenden PCM-Worte, von denen eines in Zeile 8 in zeitgedehnter Darstellung nochmals gezeigt ist, aufgrund der Tätigkeit der Einrichtung Syn bzw. der entsprechenden Ansteuerung des erwähnten Vermittlungsspeichers der Vermittlung V an den Eingang EE der Teilnehmeranschlußschaltung TSch 1, der durch den Steuerrechner der Zeitkanal K 1 zugeteilt worden ist. Sie durchlaufen dort die Einrichtung zur Digital- Analog-Wandlung, die Gabelschaltung GA, die Nachbildung N und auf dem Rückweg nochmals die Gabelschaltung GA sowie die Einrichtung zur Analog-Digital-Wandlung der Teilnehmeranschlußschaltung. Von deren Ausgang SA aus gelangen sie an den PCM-Wortempfänger PCME.
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Entsprechende Vorgänge spielen sich in zeitlicher Versetzung, also während anderer Kanalzeiten bei den übrigen Teilnehmeranschlußschaltungen ab.
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In dem auf diese Weise an den PCM-Wortempfängers PCME gelangenden PCM-Wortstrom fehlen die im Kanal O auftretenden Rahmenkennungsworte bzw. Meldeworte. um empfangsseitig eine zeitgerechte Einordnung der von den Teilnehmeranschlußschaltungen zurückkommenden PCM-Worte vornehmen zu können, wird daher durch die Einrichtung SynS im Zeitkanal KO ein Rahmenkennungswort bzw. Meldewort eingeblendet, siehe Zeile 11, so daß dem PCM-Wortempfänger wieder eine PCM-Wortfolge zugeht, die der vom PCM-Wortsender PCMG ausgesendeten Wortfolge entspricht.
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Im PCM-Wortempfänger werden die eingehenden PCM-Worte einer Digital-Analog-Wandlung unterworfen. Aufgrund der Gabelübergangsdämpfung weisen die dabei entstehenden Analog- Signale eine andere Amplitude auf, als die Analogsignale, die dem vom PCM-Wortgenerator PCMG ausgesendeten PCM-Worten zugrunde liegen. Durch Vergleich der beiden Arten von Analogwerten wird dann, wie angedeutet, durch den Steuerrechner der Wert für die Gabelübergangsdämpfung ermittelt.