DE3135200A1 - Verfahren zur behandlung von endprodukten aus der rauchgasentschwefelung - Google Patents
Verfahren zur behandlung von endprodukten aus der rauchgasentschwefelungInfo
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Description
L. & C. Steinmüller GmbH"-- - ^Tö-Guittmers-bäcrij den 4.o9.1981
Postfach 1949/196Ο Kl./Al.
Pa 8121
"Verfahren zur Behandlung von Endprodukten aus der Rauchgasentschwefelung"
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Behandlung von Endprodukten aus der Rauchgasentschwefelung,
bei der die Rauchgasentschwefelung durch die Absorption der Schwefeloxide in einem Sprühtrockner mit einer kalkhaltigen
Suspension oder in einem Reaktor mit einem trokkenen, feinkörnigen, kalkhaltigen Absorptionsmittel durchgeführt
wi rd und wobei aus dem zu entschwefelnden Rauchgas vor der Entschwefelung wahlweise die von ihm mitgeführte
Flugasche ganz oder teilweise oder überhaupt nicht abgeschieden wird und wobei die Endprodukte aus der Rauchgasentschwefelung
vor ihrer weiteren Behandlung aus 1 99 Gew.%, vorzugsweise 1 - 7o Gew.% der Summe der Ent-Schwefelungsprodukte,
vorzugsweise Calciumsulfithalbhydrat und/oder Calciumsulfit und/oder Calciumsulfatdihydrat
und/oder Calciumsulfathalbhydrat und/oder Calciumsulfat sowie Resten des Absorptionsmittels bestehen.
Bei der Behandlung von Rauchgasen, die bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen entstehen, sind im Hinblick
auf die Verschärfung der Bestimmungen zur Reinhaltung der Luft Maßnahmen zu treffen, die den Schwefelgehalt
derartiger Rauchgase herabsetzen. Die Behandlung der Rauchgase kann in bekannter Weise so erfolgen, daß
die Abscheidung der Schwefeloxide in einem Sprühtrockner oder Reaktor" erfolgt.
313 .200
Bei diesem Verfahren der Rauchgasentschwefelung fallen trockene Endprodukte an, die in der Regel ein Gemisch
aus Flugasche, calciumhaltigen Reaktionsprodukten und Resten des calciumhaltigen Absorptionsmittels enthalten.
Die Flugasche kann dabei ganz oder teilweise vor dem Entschwefelungsprozeß separat abgeschieden und entweder
getrennt oder gemeinsam mit den Entschwefelungsendprodukten entsorgt werden.
Die Weiterv.erwendung solcher Endprodukte mit hohen Sulfitgehalten
in der Baustoffindustrie ist derzeit noch sehr begrenzt, so daß der weitaus überwiegende Teil deponiert
werden muß.
Dabei stellt das im Endprodukt enthaltene Calciumsulfit
ein besonderes Problem dar, in dem es in bekannter Weise durch Oxidation zu CaSO · 2 HO (Gips) besonders in
feuchter Atmosphäre den Sickerwässern Sauerstoff entzieht und so zu einer Beeinträchtigung der Grundwasserqualität
führen kann.
Weiterhin ist bekannt, daß durch Erhitzen von Calciumsulf ithalbhydrat zwischen ca. 385 0C und 4Io JC das Calciumsulf
itanhydrit CaSO entsteht, daß aber gleichzeitig ab 4oo 0C eine Oxidation zu CaSO. (Gips-Anhydrit) stattfindet,
die exotherm verläuft.
t-
Bekannt und auch großtechnisch bereits realisiert ist die Oxidation von Calciumsulfithalbhydrat zu Gips-Dihydrat
bei der "nassen" Rauchgasentschwefelung, wobei z. B. Luft in die Suspension eingebracht wird und zusätzlich der
pH-Wert auf einen für die Oxidation geeigneten pH-Wert abgesenkt werden muß.
Dieses Verfahren ließe sich zwar auf das hier vorliegende trockene Endprodukt anwenden, jedoch müßte dazu das trokkene
Endprodukt in Wasser suspendiert, durch Zugabe von Schwefelsäure auf einen geeigneten pH-Wert gebracht und
nach der Oxidation wieder entwässert werden. Dies erfordert
einen außerordentlich hohen apparativen Aufwand und erhöhte Betriebskosten infolge des Schwefelsäureverbrauches.
Zusätzlich geht durch das Anmachen mit Wasser ein Teil
der latent hydraulischen (oder puzzolanischen) Eigenschaften der Flugaschen verloren, wodurch einerseits
die Verwendbarkeit auf dem Baustoffsektor weiter eingeschränkt wird, andererseits aber für die Deponierung
relevante Eigenschaften (wie z. B. Wasserpermeabilität,
Auslaugverhalten) verschlechtert werden.
Die vorliegende Erfindung hat sich daher die Aufgabe gestellt, eine Reduzierung der Calciumsulfrtanteile auf
eine Art und Weise durchzuführen, die wirtschaftlicher als die der bekannten Verfahrenstechniken ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird nach der Erfindung vorgeschlagen,
'daß die Reduzierung der Calciumsulfitanteile durch eine trockene Oxidation mit Luft durchgeführt wird.
Dabei kann in weiterer Ausgestaltung der Erfindung die Oxidation bei Temperaturen zwischen 4oo C und 800 C,
vorzugsweise 4oo C und 600 0C, durchgeführt werden.· Der zur Oxidation der Calciumsulfitanteile notwendige
Energiebedarf kann nach der Erfindung ganz oder teilweise
durch Zufuhr heißer Rauchgase oder durch Verbrennungsluft aus dem Kraftwerksprozeß gedeckt werden. Der Ablauf
des Verfahrens kann in einem Reaktor erfolgen, wobei
Apparate eingesetzt werden können, wie sie bereits in bekannten Industriezweigen (z. B. Bindemittelindustrie)
zur Trocknung, Dehydratation oder Galcinierung zur Anwendung kommen. Die Verweilzeit des Gutes im Reaktor ist
dabei abhängig von der Prozeßtemperatur.
C: _
Um die Energiekosten so niedrig wie möglich zu halten,
kann es von Vorteil sein, entsprechend den beispielhaft dargestellten Möglichkeiten in den Fig. 1 bis 3 einen
Teil des Flugstaubes vor der Entschwefelung getrennt abzuscheiden und so die zu erhitzende Materialmenge zu
reduzieren.
Sehr wesentlich für die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens
ist die Tatsache, daß die Oxidation von CaSO, zu CaSO. eine exotherme Reaktion ist. Ein wesentlicher Teil des
Energiebedarfs wird durch diese Reaktionswärme (ca, 25o kJ/mol) gedeckt. Je nach Flugstaubanteil und Wärmeverlust
des verwendeten Reaktors ist noch Wärme zuzuführen. Diese Wärme kann durch Verbrennen von Brennstoffen oder
wie oben erwähnt durch heiße Verbrennungsluft oder Rauchgas aus dem Kraftwerksprozeß oder einer Kombination dieser
Möglichkeiten eingebracht werden.
Die Vorteile des vorgeschlagenen Verfahrens erstrecken sich sowohl auf die VerfahEnstechnik der Calciumsulfitoxidation
als auch auf die Eigenschaften der daraus resultierenden Endprodukte.
Bei diesem Vorschlag müssen - neben einem geringen apparativen Aufwand - keine weiteren Additive (z. B. zur pH-Wert-
Regulierung) eingebracht werden.
Daraus resultieren im Vergleich zu Verfahren, die mit einer Suspension arbeiten, geringe Betriebskosten. Durch
den einfachen Aufbau und das ebenso einfache Verfahrensprinzip der Oxidation ist zudem eine hohe Verfügbarkeit
gegeben. Das vorgeschlagene Verfahen arbeitet abwasserfrei.
Im Hinblick auf die zur Deponierung relevanten Eigenschaften
der Endprodukte, liegt der Vorteil vor allem in der Reduzierung des Calciumsulfitanteiles zugunsten des
Gips-Anhydrits und damit in der Reduzierung des chemischen Sauerstoffbedarfes.
Gleichzeitig wird durch das Verfahren im Endprodukt ein
Festigkeitsträger gebildet, da der Gips-Anhydrit, wie er in der vorgeschlagenen Weise entsteht/ selbständig zu
Gips-Dihydrat rehydratisieren und damit abbinden kann, während Calciumsulfit sich in dieser Beziehung als
Inertstoff verhält.
Durch die Reduzierung des Calciumsulfitanteiles im Endprodukt
wird schließlich die mögliche Weiterverwertbarkeit für die Bauindustrie in solche Baustoffe erreicht,
wo sich ein .erhöhter Anteil an Calciumsulfit störend
bemerkbar macht.
Claims (1)
- L„ & C. Steinmüller GmbH 527o Gummersbach, den o4 „139.1981 Postfach 1949/196O ' Kl./Al.Pa 8121Ansprüche1/ Verfahren zur Behandlung von Endprodukten aus der Rauchgasentschwefelung, bni der die Rauchgasentschwefelung durch die Absorption der Schwefeloxide in einem Sprühtrockner mit einer kalkhaltigen Suspension oder in einem Reaktor mit einem trockenen, feinkörnigen, kalkhaltigen Absorptionsmittel durchgeführt wird und wobei aus dem zu entschwefelnden Rauchgas vor der Entschwefelung wahlweise die von ihm mitgeführte Flugasche ganz oder teilweise oder überhaupt nicht abgeschieden wird und wobei die Endprodukte aus der Rauchgasentschwefelung vor ihrer weiteren Behandlung aus 1-99 Gew.%, vorzugsweise 1 - 7o Gew.% Flugasche und 1-99 Gew.%, vorzugswei-, se 3o - 99 Gew.% der Summe der Entschwefelungsprodukte, vorzugsweise Calciumsulfithalbhydrat und/ oder Calciumsulfit und/oder Calciumsulfatdihydrat und/oder Calciumsulfathalbhydrat und/oder Calciumsulfat sowie festen des Absorptionsmittels bestehan, dadurch gekennzeichnet, daß die Reduzierung der Calciumsulfitanteile durch eine trockene Oxidation mit Luft .durchgeführt wird.. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß. die Oxidation bei Temperaturen zwischen 4oo und 8oo° C, vorzugsweise 4oo ° und 600 ° C, durchgeführt wird., Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der zur Oxidation der Calciumsulfitanteile notwendige Energiebedarf ganz oder teilweise durch Zufuhr heißer Rauchgase oder durch Verbrennungsluft gedeckt wird.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| D2 | Grant after examination | ||
| 8363 | Opposition against the patent | ||
| 8331 | Complete revocation |