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Ke ttbaumwagen
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Die Erfindung betrifft einen Kettbaumwagen mit auf einem Fahrgestell
auf- und abschwenkbar gelagerten Hubarmen, die an ihrem freien Ende zur Auflagerung
eines Kettbaumes eingerichtet sind, wobei ein hydraulischer Zylinder vorgesehen
ist, an welchem eine Druckmittelzuleitung angeschlossen ist und der mit seinem einen
Ende am Zylinder und seinem anderen Ende an seinem Kolben mittelbar oder unmittelbar
schwenkbar am Fahrgestell und an den Hubarmen angreift. Derartige Kettbaumwagen
sind bekannt. Sie dienen dazu, in der Textilindustrie Kettbäume von den Bäum- oder
Schlichtmaschinen aufzunehmen und zur Lagerung zu bringen bzw. vom Lager an die
Webmaschinen zu fahren und in diese einlecen. Die bekannten hierzu dienenden Wagen
sind relativ teuer. Wegen des schweren Gewichts der Kettbäume, das bis zu 2 Tonnen
und mehr betragen kann, muß auch ihre hydraulische Antriebsvorrichtung für das Heben
und Senken der zum Tragen der Kettbäume dienenden Hubarme sehr stark ausgebildet
sein.
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Dadurch sind die bekannten Kettbaumwagen für die Lagerung der Kettbäume
zu unrentabel.
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Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Kettbaumwagen
der eingangs genannten Gattung derart zu gestalten, daß er in ökonomischer Weise
auch zur Lagerung eines Kettbaumes verwendet werden kann. Dies wird erfindungsbemäß
dadurch erreicht, daß der zum Heben und Senken der die Kettbäume tragenden Hubarme
dienende hydraulische Zylinder lösbar in Lagereinrichtungen eingesteckt ist, die
unmittelbar oder mittelbar am Fahrgestell und an einem Hubarm bzw. einem mit den
Hubarmen drehfest verbundenen Schwenkhebel sitzen und jeweils eine Öffnung zum Abnehmen
des jeweiligen Endes des hydraulischen Zylinders haben, und daß die an diesen Zylinder
angeschlossene Druckmittelzuleitung mit dem Zylinder vom Wagen bzw. dessen Fahrgestell
abnehmbar und trasportabel ist. Damit ist es möglich, den hydraulischen Zylinder
zusammen mit seiner Druckmittelzuleitung vom Kettbaumwagen abzunehmen, wenn dieser
nicht zum Aufnehmen, Einlegen, sondern zum Lagern eines Kettbaumes verwendet werden
soll. In diesem Falle kann der abgenommene Zylinder in einen anderen gemäß der Erfindung
ausgebildeten Kettbaumwagen eingesetzt werden, mit dem ein anderer Kettbaum z. B.
vom Lager aufgenommen, zu einer Webmaschine transportiert und in diese eingelegt
werden soll.
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Um den Zylinder mit seiner Druckmittelzuleitung möglichst einfach
zu einem Kettbaumwagen auf einen anderen Kettbaumwagen umsetzen zu können, ist die
Druckmittel zuleitung zweckmäßig biegsam ausgebildet und mit ihrem vom Hydraulikzylinder
abgewandten Ende an eine fahrbare Druckmittelquelle angeschlossen t welche mit ihrem
Betätigungsventil auf einem gesonderten zweiten Wagen sitzt.
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Die Lagereinrichtungen für die entnehmbare Lagerung des Hydraulikzylinders
auf dem Fahrgestell des Kettbaumwagens bestehen zweckmäßig aus einseitig offenen
Pfannen oder Gabeln, in welche die Enden des Zylinders mit an diesem
und
seinem Kolbenende angeordneten Querbolzen schwenkbar eingesetzt sind. Um ein ungewolltes
Herausgleiten des Zylinders mit diesen Querbolzen aus den Lagereinrichtungen zu
vermeiden, sind vorteilhaft an diesen Lagereinrichtungen Verriegelungseinrichtungen
vorgesehen.
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Zu diesem Zweck kann die eine Lagereinrichtung aus einem Loch mit
seitlichem Einführschlitz für den einen Querbolzen des Zylinders ausgebildet sein,
der eine Abflachung hat, die bei Ausrichtung des Zylinders, von der Arbeitslage
abweichend, das Einsetzen des Querbolzens durch'diesen Schlitz hindurch in das Lagerloch
ermöglicht, in Arbeitsstellung des Zylinders jedoch sich schräg zur Achse des Schlitzes
erstreckt, der schmäler ist als die Querschnittsahmessung des Querbolzens außerhalb
der Abflachung. Die andere Lagereinrichtung kann aus einer Schwenkgabel bestehen,
die in Richtung der Druckkraft des Zylinders schwenkbar ist und mit einer unschwenkbar
gelagerten Klaue zusammenwirkt, die als Anschlag für den in die schwenkbare Lagergabel
eingesetzten Querbolzen am anderen Ende des Zylinders dient.
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Befindet sich der Querbolzen nach entsprechender Schwenkung der Lagergabel
in dieser Klaue, ist durch entsprechende Ausrichtung der Lagergabel und der Klaue
zueinander ein Austreten des Querbolzens aus der Klaue und der Lagergabel verhindert,
solange letztere am Zurückschwenken mit dem Querbolzen aus der Klaue heraus durch
eine -entsprechend vorgesehende Arretiereinrichtung gehindert ist.
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In der Zeichnung ist ein besonders zweckmäßiges Ausftihrungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Kettenwagens dargestellt,
welches im folgenden
näher beschrieben wird: Fig. 1 zeigt den Kettbaumwagen gemäß diesem Ausführungsbeispiel
zusammen mit dem zweiten, die hydraulische Druckquelle tragenden Wagen in Seitenansicht.
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Fig. 2 zeigt die beiden in Fig. 1 dargestellten Wagen in Draufsicht.
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Fig. 3 veranschaulicht . die Hebe- und Senkmechanik dieses Ausführungsbeispiels
beim Einsetzen des hydraulischen Zylinders in seine Lager--einrichtungen in Seitenansicht
des Wagens in größerer Darstellungsweise.
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Fig. 4 ist ein Schnitt nach Linie IV-IV in Fig. 3 Fig. 5 zeigt die
Hebe- und Senkmechanik in verriegeltem Zustand in Seitenansicht des Wagens ebenfalls
in größerer Darstellungsweise.
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Fig. 6 ist ein Schnitt nach Linie VI-VI in Fig. 5.
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Fig. 7 zeigt den zweiten, die Druckmittelquelle tragenden Wagen mit
in seine Halterung eingestztem hydraulischen Zylinder.
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Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel besitzt
der Kettbaumwagen ein Fahrgestell 1 mit DeichseL 37, das in Draufsicht (Fig. 2)
U-förmig ist und zwei durch einen in der Zeichnung nicht sichtbaren Längsbolzen
verbundene, sich senkrecht zu diesem ersteckende Querholme 2 hat, die als Laufschemel
mit je zwei Rädern 3 ausgebildet sind. Dic Räder sind als selbstdrehbare Lenkräder
gestaltet und gelagert. Der Längsbolzen befindet sich unterhalb einer Welle 4, die
in Stehlagern 5 drehbar
gelagert ist, welche auf dem Fahrgestell
sitzen. Auf er Welle sind drehfest zwei Hubarme gelagert, die an ihren freien Enden
zur Aufnahme der Lagerenden 7 des Kettbaumes 8 ausgebildet sind und einen entsprechenden
Abstand voneinander haben.
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Zur Betätigung der Welle 4 mit den Hubarmen 6 sitzt an dem einen Ende
der Welle ein Schwenkhebel 9, der an seinem freien Ende mit einer Lagereinrichtung
für das Kolbenende eines Hydraulikzylinders 10 ausgestattet ist. Dieser Hydraulikzylinder
sitzt mit seinem dem Kolbenende entgegengesetzten Ende in einer weiteren Lagereinrichtung,
die am Fahrgestell 1 des Wagens gelagert ist.
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Diese am Fahrgestell angeordnete Lagereinrichtung bestEht aus einer
Lagerpfanne mit zwei in geringem gegenseitigen Abstand angeordnetem Backen 11, die
jeweils ein kreisförmiges Loch 12 zur Aufnahme des Querbolzens 13 haben, der zur
Lagerung des hydraulischen Zylinders 10 an dessen einem Ende angeordnet ist. Von
dem kreisförmigen Loch führt ein Schlitz 14 zum oberen Rand des Backns, der schmäler
ist als der Durchmesser des Querbolzens. Um den ZyLinder mit seinem Querbolzen 13
in das kreisförmige Loch 12 der beiden Lagerbacken 11 einlegen und aus diesem herausnehmen
zu können, ist der Querbolzen im Querschnitt mit zwei einander gegenüberliegenden
Abflachungen 15 (Fig. 3) versehen. Zwischen diesen Abflachungen ist der Querbolzen
auf eine solche Breite verringert, die kleiner ist als die Breite des Einführungsschlitzes
14.
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Die Abflachungen 15 erstrecken sich parallel zur Zylinderachse, so
daß dieser mit seinem Querbolzen durch den Schlitz 14 in das kreisrunde Loch 12
der Lagerbacken eingesetzt und aus diesem Loch entfernt werden
kann,
wenn sich der Zylinder mit seiner Achse parallel zur Achse des Schlitzes 14 erstreckt.
Ist der Zylinder dagegen in die in Fiq. 1 und 3 gezeigte Arbeitsstellung geschwenkt,
verhindern die Querschnittsabmessungen des Querbolzen 13 ein Austreten aus den Lagerbacken
11 durch diesen Schlitz 14 hindurch. In Schräglage des Zylinders 10 ist also dieser
mvit seinem Querbolzen 13 in den Lagerbacken 11 verriegelt.
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Mit seinem anderen Ende, nämlich seinem Kolbenende, sitzt der hydraulische
Zylinder 10 ebenfalls mit seinem Querbolzen 16, in einer Lager-Dopsel-Gabel 17r
die in Richtung der Druckkraft des Zylinders 10 um die Achse 18 schwenkbar am Schwenkhebel
9 gelagert ist. Diese Lagergabel 17 besitzt an jeder Seite des Schwenkhebels 9 einen
um die Achse 1 8 drehbar angeordneten gabelförmigen Backen, zwischen welchen der
Schwenkhebel 9 ebenfalls in Form von zwei im Abstand voneinander angeordneten Backen
19 ausgebildet ist, um das Kolbenende, an welchem der Querzapfen 16 oelagert ist,
zwischen sich aufnehmen zu können.Die beiden am Schwenkhebel fest angeordneten Backen
19 sind jeweils mit einer Klaue 20 versehen, in welche der Querbolzen 16 eintreten
und am Klauengrund anschlagen kann, wenn die schwenkbare Lageraabel 17 um die Achse
18 entsprechend verschwenkt wird.
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Fig. 3 der Zeichnung zeigt die Schwenkstellung der Lager-Doppel-&abel
17, in welcher das Einsetzen des Kolbenendes mit dem Querpolzen 16 erfolgen kann.
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Fig. 5 zeigt dagegen die Schwenkstellung der Lagergabel, in der der
Querbolzen 16 gegen den Grund der Klaue und in der Gabel verriegelt ist.
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In der in Fig. 5 gezeigten Verriegelungslage kann die Lagergabel 17
arretiert werden. Zu diesem Zwecke ist der zur Bewegung der Lagergabel dienende
Hebel 21 um die Achse 22 schwenkbar an der Lagergabel gelagert.
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In seinem Lagerteil trägt er einen Rastzapfen 23, der zur Verriegelung
der Schwenklage der Lagergabel durch eine in dieser angeordnete Bohrung 24 hindurch
zum einrasten in eine Ausnehmung 25 im Schwenkhebel 9 gebracht werden kann.
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Um den hydraulischen Zylinder 10 in der in Fig. 3 und 5 nach links
geschwenkten Endlage des Schwenkhebels 9, in welcher die Hubarme 6 in angehobener
Stellung sind, zu entlasten, ist in einer Konsole 26 am Fahrgestell 1 ein Verriegelungsbolzen
27 gelagert, der senkrecht zur Schwenkebene des Schwenkhebels in der Konsole unter
Kraft einer Feder 28 so axial verschiebbar ist, daß er in der vorgenannten Endstellung
des Schwenkhebels hinter diesen schiebbar ist und damit ein Zurückschwenken des
Schenkhebels 9 sowie ein Absenken der Hubarme 6 verhindert, ohne daß der hydraulische
Zylinder 10 druckbeaufschlagt ist. Mit einem Handgriff 29 kann der Verriegelungsbolzen
27 gegen die Kraft der Feder 28 aus seiner in Fig. 4 und 6 gezeigten Verriegelungsstellung
herausgezogen werden, worauf der Schwenkhebel 9 mit Hilfe des Zylinders 10 in Fig.
3 und 5 nach rechts geschwenkt werden kann, was zu einem Absenken der Hubarme 6
führt.
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Wenn der Schwenkhabel 9 durch den Verriegelungsbolzen 27 in seiner
in Fig. 3 und 5 gezeigten Endstellung verriegelt ist, kann der hydraulische Zylinder
10 aus den Lagereinrichtungen 11, 17 am Fahrgestell 1 bzw. Schwenkhebel 9 entnommen
werden. Hierzu muß der Rastzapfen 23
mittels des Hebels 19 aus
der in Fig. 6 gezeigten Raststellung - bewegt und anschließend ebenfalls mittels
des Hebels 16 die Lager-Doppel-Gabel 17 in die in Fig. 3 gezeigte Stellung geschwenkt
werden. In dieser Stellung ist der Querbolzen 16 am Kolbenende des Zylinders 10
aus der Lagergabel herausbewegbar, so daß der Zylinder mit seiner Achse in senkrechte
Stellung bewegt wird. Tn dieser Senkrechtstellung kann er mit seinem Querzapfen
13 am anderen Zylinderende aus den Lagerbacken 11 durch den Schlitz 14 hindurch
entnommen werden.
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Der hydraulische Zylinger 10 ist über eine biegsame Druckmittelleitung
30 an eine Druckmittelquelle 31 angeschlossen, die sich auf einem vom Kettbaumwagen
separaten Handwagen 32 befindet, der über eine Bedienungsstange 33 von Hand gezogen
bzw. geschoben werden kann. Neben dieser Druckmittelquelle 31 befindet sich das
Überdruck- und Ablaßventil 34, über welches die biegsame Druckmittelzuleitung an
die Druckmittelquelle 31 angeschlossen ist und mit welchem der Zylinder 10 betätigt
werden kann. Außerdem befindet sich auf dem Handwagen 32 eine Kabeltrommel 35 für
den elektrischen Anschluß der Druckmittelquelle 31 an eine Stromquelle sowie eine
Halterung 36 für den Zylinder 10, in welche dieser eingesetzt werden kann, wenn
er vom Kettbaumwagen abgenommen ist.
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Dabei kann die an den Zylinder angeschlossene Druckmittel zuleitung
30 auf der Plattform des Handwagens abgelegt werden. Der Zylinder kann dann auf
dem Handwagen mit seinem Energieaggregat aus Druckmittelquelle 31 mit Kabelanschluß
35, Betatigun7Eventil 34 und Druckmittelzuleitung 30 zu einem anderen Einsatzort,
beispielsweise einem anderen Kettbaumwagen gemäß der Erfindung gebracht werden.
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