-
Molybdänenthaltende Hartlegierung
-
Die Erfindung betrifft eine Hartlegierung mit einer harten Phase,
enthaltend ein oder mehrere Carbide des Molybdäns und Wolframs,- und einer Bindephase.
-
Anwendungsgebiet der erfindungsgemäßen Hartlegierung ist die Herstellung
von stoßfesten Werkzeugen.
-
Der erste Bericht über eine Legierung auf (Mo, W)C-Basis erschien
in der GB-PS 635 221. Diese beschreibt ein Verfahren zur Herstellung dieser Legierung
durch Nitrieren von Oxiden des Molybdäns und Wolframs in einem Ammoniakgasstrom,
Karburieren der Nitride unter Freigabe von Stickstoff, Zugeben eines zusätzlichen
Metalls in Pulverform, welches in der Sinterlegierung als Bindemetall wirkt, und
nachfolgendes Sintern. Diese Legierung stellte seinerzeit erstmalig eine Legierung
dar, die aus einem oder zwei Carbiden der Art (W, Mo)C und (W, Mo)2C und einem Bindemetall
bestand. Eine praktische Verwendung hat diese Legierung jedoch nicht gefunden.
-
Das Molybdänmonocarbid (MoC) wird als brauchbarer Ersatz betrachtet,
weil nur dieses Carbid die gleiche Kristallstruktur vom einfachen hexagonalen Typ
und ähnliche mechanische Eigenschaften wie das Wolframcarbid aufweist. Die Existenz
von hexagonalem Molybdämnonocarbid als einfache Substanz ist jedoch bis heute fraglich
geblieben. Ein Versuch das Molybdän zu stabilisieren ist lediglich durch das Bilden
einer'festen Lösung mit Wolframcarbid durchgeführt worden. Über diese Verfahrensweise
wurde von W. Dawihl im Jahre 1950 zuerst berichtet, jedoch wurde diese feste Lösung
nicht eingehend untersucht und ihre wirtschaftliche Brauchbarkeit wurde seinerzeit
nicht erkannt.
-
Aufgrund des Anstiegs des Wolframpreises sind jedoch in neuerer Zeit
Untersuchungen über die Brauchbarkeit von festen Lösungen der Art (MoxWy)C, worin
x + y = 1, aufgenommen wurden. Es erscheint eigen artig, daß Untersuchungen dieser
festen Lösungen und Versuche diese zu verwenden, bisher nicht in größerem Umfang
durchgeführt worden sind.
-
Bei den bekannten Verfahren zur Herstellung einer festen Lösung aus
MoC-WC werdenWC-, Mo- und C-Pulver oder W-, Mo-, C- und Co-Pulver miteinander vermischt,
in ein Kohlenstoffgefäß eingegeben und bei einer Temperatur von 1660 bis 20000C
miteinander reagiert (W.
-
Dawhil, Zeitschrift für anorganische Chemie, 262 (1950) 212). Hierbei
dient das Kobalt zur Unterstützung der Carbidbildung und zum Auflösen von Molybdän
und Kohlenstoff im Wolframcarbid. In Abwesenheit von Kobalt ist es sehr schwierig,
eine feste Lösung von(Mo, W)C zu erhalten. Wird ein nach diesem Verfahren erhaltenes
(Mo, W)C-Pulver als Ersatz für WC zusammen mit einem Bindemetall aus Kobalt zur
Herstellung eines Sinterhartmetalls verwendet, findet jedoch eine Zersetzung des
(Mo, W)C in der Legierung statt, wobei sich'nadelförmige Kristalle aus (Mo, W)2C
abscheiden. Das Abscheiden von nur einer geringen Menge eines derartigen Subcarbids
und seine Ansammlung innerhalb der Legierung führt zu einer Verminderung der Festigkeit
der Legierung. Aus diesem Grund ist die Verwendung von MoC als Ersatz für WC nicht
ernsthaft versucht worden.
-
Im allgemeinen werden zur Herstellung von Mischcarbiden die Carbide
in Gegenwart voneinander erhitzt, wobei wahlweise ein Diffusionshilfsmittel wie
Kobalt verwendet wird, was in den meisten Fällen zu einer gleichmäßigen, festen
Lösung führt. Jedoch im Falle einer festen Lösung, die mindestens 70 % MoC enthält,
läßt sich eine gleichförmige feste Lösung nicht lediglich - durch Gegendiffusion
bei hoher Temperatur erhalten. Der Grund hierfür liegt darin, daß das MoC bei hoher
Temperatur
instabil ist und zu festen Lösungen wie (Mo, W) C1 x
und (Mo, W)3C2 zersetzt wird, so daß lediglich durch Abkühlen eine feste Lösung
von der Art (Mo, W)C vom WC-Typ nicht gebildet werden kann.
-
Zur Stabilisierung dieses Carbids ist vorgc'chlngcn- wurden, die
Komponenten einmal bei hoher Temperatur miteinander zu reagieren, eine Diffusion
von Mo2C und WC zu bewirken und danach das Produkt im Verlauf :einer langen Zeitdauer
bei niedriger Temperatur zu halten (japanische Patentanmeldung (OPI) Nr. 146 306/1976).
Zur Bildung von (Mo, W) C aus (Mo, W)C1 x und (Mo, W)3C2 -bei niedriger Temperatur
ist jedoch eine erhebliche Diffusionsdauer und R ekristallisationsdauer erforderlich.
Zur Ausübung dieser Verfahrensweise in wirtschaftlichem Maßstab muß die Mischung
eine lange Zeit in einem Ofen erhitzt werden, um ein vollkommenes Carbid zu ergeben.
Dies bedeutet, daß der Ausstoß pro Ofen gering ist, und daß deshalb eine. Anzahl
von Öfen eingesetzt werden müssen. Wird dagegen ein kontinuierlich betriebener Ofen
benutzt, dann muß dieser von großer Länge sein. Eine industriemäßige Massenherstellung
erweist sich somit als schwierig.
-
Aufgrund dieser Sachlage haben sich die Erfinder darum bemüht, auf
wirtschaftliche Weise eine feste Lösung von der Art (Mo-W) vorzusehen, wobei von
der Überlegung ausgegangen wurde, daß eine Herstellung mit niedrigem Kostenaufwand
einer festen Lösung der Art (Mo-W) und die einfache Herstellung im wirtschaftlichen
Maßstab eines (Mo-W)C-Pulvers als Hartmaterial zu einer beträchtlichen Ausweitung
der Verwendung dieser Materialien oder den daraus erhaltenen Sinterhartmetallen
führen würde. Folglich ergab sich eine in der US-PS 4 216 009 offenbarte Erfindung,
die ein Verfahren zur Herstellung eines Molybdän und Wolfram enthaltenden Legierungspulvers
mit einer Kristallstruktur vom einfachen hexagonalen WC-Typ betrifft, bei dem Molybdän
und Wolfram in Form ihrer Verbindungen, die ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend
aus Oxiden, Hydroxiden, Chloriden, Sulfaten, Nitraten, metallischen Säuren,
Salzen
von metallischen Säiren und Mischungen daraus, miteinander vermischt werden, wobei
die Mischung dieser Verbindungen eine Teilchengröße von höchstens 1 µm aufweist,
die Mischung mit Wasserstoff und/oder Ammoniak zur Bildung eines Legierungspulyers
aus Molybdän und Wolfram reduziert und das Legierungspulver danach karburiert wird.
-
Ferner haben die Erfinder Sinterhartmetalle vorgesehen, die in den
japanischen Patentanmeldungen (OPI) Nr. 145 146/1980 und 148 742/1980 beschrieben
sind, die zur Herstellung von schlagfesten Werkzeugen geeignet sind. Durch die zuerst
erwähnte Erfindung wurde ein molbydänenthaltendes, schlagfestes Sinterhartmetall
vorgesehen, dessen Reibungskoeffizient weniger als 70% desjenigen zwischen Legierungen
vom Typ WC-Co und Stählen beträgt. Diese Legierung ist jedoch, aufgrund des Gehalts
Än einer harten Phase vom MC-Typ in der Legierung, von ungenügender Dauerfestigkeit,
insbesondere bei Verwendungen in denen die Legierung einer wiederholten Schlagbeanspruchung
ausgesetzt wird.
-
Die zuletzt erwähnte Erfindung sieht schlagfeste Sinterhartmetalle
vor, die eine harte Phase. aus Mischcarbiden des Molybdäns und Wolframs vom MC-Typ
und eine Bindephase aus Kobalt und Nickel enthalten und die durch die Formel (MoxW
X)Cz-(NiyCO1 y) dargestellt werden, wobei 0,5#x#0,95, 0,5#y#1,0 und 0,90#z#0,98.
Diese Legierungen weisen jedoch keine lange Lebens- oder Brauchbarkeitsdauer unter
-strengen Bedingungen auf, bei denen sie im Verlauf einer langen Zeitdauer einer
hohen Schlagbeanspruchung ausgesetzt werden.
-
Aufgabe der Erfindung ist es demgemäß, eine Molybdän und Wolfram -enthaltende
Hartlegierung vorzusehen, die einem Sinterhårtmetall entspricht, welches eine harte
Phase aus Wolframcarbid (WC) und eine Bindephase aus - einem Metall der Eisengruppe
aufweist, wobei ein Teil des Wolframcarbids durch Molybdäncarbid (MoC) ersetzt ist,
die einer
hohen Dauerschlagbeanspruchung standhält und zur Verwendung
in Werkzeugen geeignet ist, die eine hohe Festigkeit gegenüber zyklischer Belastung
oder Wechselbelastung aufweisen sollen.
-
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die harte Phase
aus mindestens einer Verbindung mit einer Kristallstruktur vom einfachen hexagonalen
MC-Typ besteht, worin M Metall und C Kohlenstoff darstellt, die ausgewählt ist aus
der Gruppe bestehend aus gemischten Carbiden, Carbonitriden und Carboxynitriden
des Molybdäns und Wolframs, und die Bindephase aus mindestens einem Element besteht,
das ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Eisen, Kobalt und Nickel, wobei
die harte Phase, die durch Karburieren einer durch Reduzieren von Oxiden des Molybdäns
und des Wolframs mit einer Teilchengröße von höchstens 1.Cim erhaltenen (Mo, W)-Legierung
hergestellt -ist, aus groben Teilchen mit einer mittleren Teilchengröße von mindestens
3 p in besteht und in den Teilchen ein gleichmäßiges Verhältnis von Molybdän zu
Wolfram aufweist, und wobei die Gesamtzusammensetzung der Hartlegierung innerhalb
des schraffierten Teils ABCDEA der Fig. 1 liegt.
-
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
-
Die erfindungsgemäße Hartlegierung enthält somit eine harte Phase,
bestehend aus mindestens einer Verbindung mit einer Kristallstruktur vom einfachen
hexagonalen MC-Typ, worin M Metall und C Kohlenstoff darstellt, und einer Bindephase.
Diese Legierung ist zur Verwendung bei der Herstellung von Werkzeugen geeignet,
die im Verlauf einer langen Zeitdauer einer hohen Schlagbeanspruchung widerstehen
müssen.
-
Anhand der nachstehenden Beschreibung und der Figuren wird die Erfindung
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine graphische Darstellung
oder ein Schaubild der Zusammensetzung der erfindungsgemäßen Hartlegierung, aus
der die Beziehung zwischen dem Atomverhältnis W/(Mo +W) und dem Bindemetallgehalt
ersichtlich ist; Fig. 2 eine graphische Darstellung oder- ein Schaubild der Beziehung
zwischen dem Kohlenstoffgehalt und der Querbruchfestigkeit einer Legierung von der
Art (Mo0, 7W0, 3) C mit 35-Gew.% Co; Fig. 3 eine graphische Darstellung oder ein
Schaubild der Ergebnisse eines Dauer- oder Ermüdungsversuchs an einer Legierung
von der Art (Mo0, 7W0, 3)C mit 35 Gew. % Co, die einer Wechseibeanspruchung ausgesetzt
wurde; Fig. 4 - eine mikrophotographische, 5.000-fach vergrößer-te Aufnahme einer
erfindungsgemäßen Hartlegierung von der Art (Mo0,5W0,5)C, in der Mo und W gleichmäßig
verteilt sind; und Fig. 5 eine mikrophotographische, 5000-fach vergrößerte Aufnahme
einer Legierung von der Art (Mo0, 5W0, 5)C gemäß dem Stand der Technik, bei der
das Verhältnis Mo in den einzelnen Teilchen nicht gleichförmig ist.
-
Die Erfinder haben sich bisher in verschiedener Weise bemüht, um Legierungen
von der Art (Mo, W)C-Eisengruppenmetall zu verbessern und haben dabei festgestellt,
daß eine gleichmäßige Dispersion von körnigem oder rundkörnigem (Mo, W)2C, welches
nachstehend als M2C bezeichnet wird, in der Legierung eine Erhöhung der Fließdehnung
und der Bruchfestigkeit bewirkt (US-PS 4265 662). Diese Legierung ist jedoch nicht
zur Verwendung geeignet, wenn bei dieser gegenüber einer hohen Dauerschlagbeanspruchung
eine
große Dauer- oder Ermüdungsfestigkeit erforderlich ist. Dies kann darauf zurückzuführen
sein, daß die dispergierten (Mo, W)2C-Teilchen in dieser Beziehung als schädliche
Bestandteile wirken. Wird gegenüber einer hohen Dauerschlagbeanspruchung eine große
Ermüdungsfestigkeit benötigt, so ist die Rißfortbildung eher als die Rißbildung
als wichtig zu betrachten. Höchstwahrscheinlich besteht bei der Rißfortbildung die
Neigung, daß diese sich entlang der Grenzen zwischen der harten Phase und dem Bindemetall
erstreckt. Somit ist es erforderlich, die Grenzflächen zwischen der harten Phase
und dem Bindemetall zu verringern, was sich durch Vergrößern der Teilchengröße in
der harten Phase und der Dicke der Bindephase erzielen läßt.
-
Es wurden Kopfschlagversuche an Schrauben durchgeführt mit den gebräuchlichen
Werkzeugen, die aus den in der Tabelle 1 angegebenen Materialien hergestellt worden
waren, welche sichvoneinander in der Größe der Teilchen einer harten Phase innerhalb
eines an Bindemetall erheblich angereicherten Bereiches voneinander unterschieden.
Bei den Versuchen bestanden die Werkstücke oder Prüflinge aus S45C-Stahl. Der Durchsatz
bei der Schlagprüfuüg betrug 100 Prüflinge pro Minute. Die Ergebnisse sind in der
Tabelle 2 dargestellt, in der das Zeichen x das Brechen der Spitze des Schlagstempels
darstellt.
-
Tabelle 1 Carbid- Druck- - Querbruch- Vickers-Teilchen festigkeit
festigkeit Härtegröße (,um) (GPa) (GPa) zahl (Mo, W)C-25-Gew.-% Co (A) 5 3,21 2,
65 760 (Mo, W)C-25 Gew.-% Co (B) 1 3,38 2,89 810 WC-22 Gew. -% Co (C) 5 3, 04 2,75
830
Tabelle 2 Anzahl der Prüflinge pro. 5 Stempel . 0 2 4 6 8 10
(xl Legierung (A) . x " (B) x " (C) . x Wie aus diesen Ergebnissen hervorgeht, stimmt
die Festigkeit der Legierung nicht immer mit der Lebens- oder Brauchbarkeitsdauer
des Stempels überein. Die größte Brauchbarkeitsdauer ergibt sich bei der Legierung,
die eine geringe Festigkeit und Härte, jedoch eine grobe Teilchengröße aufweist.
Das daraus hergestellte Werkzeug läßt sich auch nach der Bildung von Rissen oder
Deformationen weiterverwenden. Aus diesen Ergebnissen erscheint es naheliegend,
daß die Lebensdauer eines Werkzeugs nicht von der Rißbildung, sondern von der Geschwindigkeit
der Fortbildung der Risse bis zum Gesamtbruch des Werkzeugs abhängt.
-
Somit wurden die Bemühungen der Erfinder auf die Herstellung eines
Carbids mit groben Teilchen gerichtet. Hierbei wurde gefunden, daß es schwieriger
ist, ein Carbid der Art (Mo, W)C mit großen Teilchen als ein entsprechendes WC zu
erhalten, weil das Molybdän eine hemmende Wirkung auf das Teilchenwachstum ausübt.
Es wurde jedoch aufgefunden, daß bei Verwendung von insbesondere der festen Lösung
(Mo-W), die nach dem Verfahren gemäß der US-PS 4 216 009 wie vorstehend beschrieben,
hergestellt wird, ein Carbid mit einer Teilchengröße von 3 R m oder mehr leicht
dadurch erhalten werden kann, daß die Karburierbedingungen gesteuert werden, z.B.
durch Einstellen der Karburiertemperatu-r auf einen Wert, der hoch genug, jedoch
unterhalb der Zersetzungstemperatur von (Mo, W)C zu (Mo; W)2C liegt. Dieser Wert
liegt, z.B., bei 14500C für (Mon 7W0, 3)C. Zur Herstellung eines Carbids mit größeren
Teilchen,
z B. 6 llm oder mehr, wird das Karburieren vorzugsweise
durchgeführt, nachdem die feste Lösung (Mo-W) einer Wärmebehandlung unterzogen worden
ist. Die Wärmebehandlung wird im allgemeinen 1 bis 5 Stunden bei einer - Temperatur
von 1100 bis 14000C in einem Stickstoff- oder Wasserstoffstrom durchgeführt. Im
Falle des (Mon 5Wo 5)C wird z. B.
-
die feste Lösung 3 Stunden einer Wärmebehandlung bei 13009C in einem
Stickstoffstrom unterzogen.
-
Wenn dagegen WC, Mo2C und C als Ausgangsmaterialien eingesetzt und
gemäß dem Stand der Technik karburiert werden, dann ist es sehr schwierig, ein grobes
Carbid mit einer Teilchengröße von 3 pm oder mehr zu bilden. Sogar wenn grobe Ausgangsmaterialien
eingesetzt werden, bildet sich lediglich ein Carbid dessen Teilchen voneinander
verschiedene Mo/W-Verhältnisse aufweisen, weil der Kohlenstoff im Carbid als Diffusionsbarriere
wirkt. Die Verwendung eines derartigen Carbids mit einem Bindemetall führt zu einer
ungleichförmigen Legierung von geringer mechanischer Festigkeit.
-
Aus den vorstehend beschriebenen Umständen geht hervor, daß eine
Legierung, die ein grobes Carbid mit einer Teilchengröße von mindestens 3 Clm m
und insbesondere mindestens 5 11 m und gewünschte mechanische Eigen schaften, z.B.
Schlagfestigkeit, aufweist, durch ein Verfahren hergestellt werden muß, bei dem
die feste Lösung von (Mo, W) mit Kohlenstoff in der Weise reagiert wird, daß gleichmäßige
und große Teilchen des (Mo, W)C gebildet werden, weil andernfalls die Herstellung
dieser Legierung nicht möglich ist.
-
Aufgrund eingehender Untersuchungen der Sinterphänomene bei einer
Legierung, die aus zwei Phasen des (Mo, W)C und einem Bindemetall besteht, wurde
festgestellt, daß in Legierungen auf (Mo, W)C-Basis kein Wachstum der Carbidteilchen
aufgrund einer Ostwaldschen Reifung mit
Auflösung und Abscheidung
stattfindet, wie dies- ansonsten bei einfachen Legierungen auf WC-Basis auftritt.
Stattdessen wird ein sehr langsames Teilchenwachstum festgestellt, das durch die
Diffusionsgeschwindigkeit gesteuert wird. Bei den Legierungen auf (Mo,'-W)C-Basis
kann ein Teilchenwachstum während des Sinterns, wie es bei den bekannten Legierungen
auf WC-Basis beobachtet wird, kaum erwartet werden. Somit muß ein als Ausgangsmaterial
zu verwendendes Carbid grobe Teilchen aufweisen, damit eine Legierung, die eine
harte Phase mit großen Teilchen aufweist, hergestellt werden kann.
-
In ähnlicher Weise wurden verschiedene Versuche und Messungen typischer
Eigenschaften durchgeführt, um die Merkmale von Legierungen mit M2C-Abscheidung
und - Legierungen ohne M2C-Abscheidung einwandfrei festzustellen.
-
In der Fig. 2 ist die Beziehung zwischen dem Kohlenstoffgehalt und
der Querbruchfestigkeit einer Legierung der Zusammensetzung (mio0 7Wo 3)C mit 35
Gew.-% Co dargestellt. Wie hieraus hervorgeht, nimmt die Querbruchfestigkeit rasch
mit dem Abscheiden von freiem Kohlenstoff ab. Eine derartige Abnahme findet jedoch
nicht statt, wenn M2C abgeschieden wird.
-
2 Als Grund hierfür wird angesehen, daß die M2C-Phase gleichmäßig
und fein dispergiert ist, so daß eine Dispersionsfestigung auftritt. Hierbei ergibt
sich jedoch kaum eine Beziehung zur Abnahme der Querbruchfestigkeit.
-
Die Fig. 3 zeigt die Ergebnisse eines Dauer- oder Ermüdungsveräuchs
bei einer Legierung der Zusammensetzung (Mo0, 7Wo 3)C mit 35 Gew. -% Co, bei dem
eine Probe wechselweise einer statischen Belastung bestimmter Größe ausgesetzt worden
war. Hieraus geht hervor, daß die Legierungmit M2C-Abscheidung bezüglich der E rmüdungsfestigkeit
der Legierung ohne M2C-Abscheidung unterlegen ist. Dies kann darauf zurückzuführen
sein,
daß aufgrund der feindispergierten M2C-Phase die Grenzflächen zwischen der harten
Phase und der Bindemetallphase größer sind, so daß die dispergierte Phase die Rißfortbildung
fördert, weil sich die Risse vorwiegend entlang den Grenzen zwischen der harten
Phase und der Bindephase fortpflanzen. Dauerfeste Werkzeuge werden im allgemeinen
einer im Verlauf einer längeren Zeitdauer intermittierend wirkenden hohen Belastung
ausgesetzt. Hinzu kommen Faktoren, die ein Fortpflanzen von Rissen begünstigen,
z.B. Wärmeschock und Korrosionsbrüchigkeit. Bei dem Material dieser Werkzeuge ist
somit eine hohe Ermüdungsfestigkeit erforderlich. Eine M2C-Abscheidung sollte somit
nicht vorliegen.
-
M2C zeigt mit Steigerung seiner Menge eine Tendenz zur Aggregatbildung
und zum abnormen Wachstum und wiSt somit als ein die Belastung konzentrierender
-Faktor, welcher bei der Einwirkung hoher Schlagenergien zu einer Verminderung der
Ermüdungsf estigkeit führt.
-
Gleichzeitig wurde auch in einem technischen Versuch festgestellt,
daß die Menge des ausgeschiedenen M2C so klein wie möglich gehalten oder im wesentlichen
auf Null reduziert werden sollte, wenn eine Legierung -mit relativ großer Bindephase
und einer -Struktur, in der die mittlere freie Weglänge in der Bindephase groß -
ist, als Material für ein Werkzeug mit geeigneten Eigenschaften verwendet werden
soll.
-
Weitere Untersuchungen einer aus (Mo, W)C und einem Eisengruppenmetall
bestehenden Legierung, bei denen das Verhältnis von Mo zu W - und die Menge des
Eisengruppenmetalles innerhalb eines weiten Bereiches verändert wurde, zeigten,
daß der Zweiphasenbereich, d. h. die (MC + Y )-Zone im Falle von Legierungen auf
(Mo0, 7W0, 3) C-Basis etwa ein- Drittel derjenigen von Legierungen auf WC-Basis
und im Falle von Legierungen auf (Mo0, 9 W0 1) C-Basis etwa ein Fünftel derjenigen
von Legierungen auf WC-Basis ist. Wird das Bindemetall in der Reihenfolge von Kobalt
bis
Eisen ausgewechselt, findet eine gewisse Verschiebung im Zweiphasenbereich statt,
jedoch tritt keine Änderung der Breite auf. Eine Zusammenfassung und Ordnung dieser
Daten ergibt die in der Fig. 1 dargestellten Ergebnisse, in der die Grenzlinie zwischen
der Zone der M2C-Ausscheidung und der Zone in der keine M2C-Ausscheidung besteht,
durch die Linie a dargestellt ist.
-
Ferner wurde bei den Versuchen festgestellt, in denen das Verhältnis
von Mo zu W und die Menge an Eisengruppenmetallen innerhalb eines breiten Bereiches
verändert wurde, daß, wenn die kritische, technische Steuerbreite des Kohlenstoffs
0, 07 Gew. -% beträgt, dann läßt sich eine Grenze zu einer (MC t y)-Zone, in der
eine Menge von mindestens 0, 07 GeW. -% an Kohlenstoff vorhanden ist, durch die
Beziehung ###xr#4,0 darstellen, d.h. es liegt die Zone oberhalb der Linie a in der
Fig. 1, wobei die Legierungszusammensetzung aus (Mo W )C - - pq mit r Gew.- -%-
Bindemetall besteht. In anderen Worten, es wurde quantitativ festgestellt, daß mit
Erhöhung des Änteilsverhältnisses von Mo in den einfachen Legierungen auf (Mo, W)C-Basis
eine Neigung zur Ausscheidung von M2C besteht, so daß die Menge an Bindemetall erhöht
werden sollte, um das Ausscheiden von M2C zu unterdrücken. Es enthält z.B.
-
der in der Fig. 1 gezeigte Zweiphasenbereich des (MC + y), der von
Ausscheidung von M2C und freiem Kohlenstoff frei ist, höchstens 0, 07 Gew. -% Kohlenstoffgehalt,
der als Parameter verwendet wird, wenn nicht die Menge an Bindemetall mehr als 13,
5 Gew. -% im Falle einer Legier,ung auf(Mo0,-7W0, 3)C-Basis beträgt, und es wird
für eine ähnliche Breite des Kohlenstoffwertes im Falle von Legierungen auf (Mon
8W0, 2)C-Basis mindestens 20 Gew. -% des Bindemetalls benötigt. Es ergibt sich,
daß die Linie a nach oben verschoben wird, wenn die (MC + y )-Zone einen Kohlenstoffgehalt
von' 0, 07 Gew. -% überschreitet, wobei der Zweiphasenbereich des (MC + y) stabil
ist.
-
Bezugnehmend auf die Fig. 1 liegt der Grund zur Begrenzung des Ver-#
W hältnisses W/(Mo +W) auf 0,1 c Mo + W = 0, 9 darin, daß bei einem Verhältnis von
weniger als 0,1 das Carbid derart instabil ist, daß es zur Zersetzung zu M2C neigt,
während bei einem Verhältnis von mehr, als 0,9 die Wirkung des Molybdäns als (Mo,
W)C gering ist. Der Grund zur Begrenzung der Bindemetallmenge auf 10 bis 70 Gew.
-% liegt darin, daß bei einem Gehalt von weniger als 10 Gew. -% die Legierung zu
brüchig ist, um in der Praxis verwendet zu werden, während bei einer Menge von mehr
als 70 Gew. -% das Sintern derart erschwert ist, daß eine gewünschte Form nicht
eingehalten werden kann.
-
Das Eisengruppenmetall als Bindephase kann patürlich Metalle der Gruppen
IVa, Va und VIa auflösen und es ist sogar möglich,. auch andere darin lösliche Elemente
zuzugeben, z. B. Aluminium, Silicium, Calcium, Silber usw., wobei die durch die
Erfindung gegebenen Vorteile beibehalten werden.
-
Das Grundkonzept der Erfindung bleibt beibehalten, auch wenn ein Teil
des Molybdän- und Wolframcarbids ersetzt wird durch ein Mischcarbid vom TypB1, welches
Titan, Zirkon, Hafnium, Vanadium, Niob, Tantal, Chrom, Molybdän und/oder Wolfram
mit einem Anteil von 30 Gew. -% oder weniger, vorzugsweise 0, 5 bis 25 Gew. -s,
enthält.
-
Ferner besteht eine ähnliche Beziehung auch im Falle einer Legierung,
in der ein Teil des C im Carbid durch Stickstoff und/oder Sauerstoff ersetzt wird.
Beispiele der in diesem Fall bevorzugten Ausführungsformen sind wie folgt.
-
Bei der ersten Ausführungsform ist N in (W, Mo)C eingeführt, um (W,
Mo) (C, N) zu ergeben, wodurch ein beständiges Ausgangsmaterial vom hexagonalen
WC-Typ ohne eine Wärmebehandlung längerer Dauer erhältlich ist.
-
Bei der zweiten Ausführungsform ist 0 in (W, Mo)(C, N) eingeführt,
um (W, Mo) (C, N, O) zu ergeben, welches stabiler ist.
-
Bei der dritten Ausführungsform ist Cr in.(W, Mo) (C, N) oder (W,
Mo) (C, N, 0) eingeführt, um (W; Mo, Cr) (C, N) oder (W, Mo, Cr) (C, N, 0).
-
zu ergeben, wodurch ein Ausgangsmaterial mit geringem Gewicht und
bei -niedrigen Kosten erhältlich ist.
-
Bei der vierten Ausführungsform ist zur Herstellung dieser Ausgangsmaterialpulver
als Teil des Karburierverfahrensschrittes zur Herstellung eines beständigen Ausgangspulvers
eine Mischung aus Oxiden, Metallen, Carbiden und/oder Kohlenstoff einer Atmosphäre
mit einem Stickstoffpartialdruck von 390 mbar oder mehr bei einer Temperatur von
7000C oder höher ausgesetzt worden.
-
Bei der fünften Ausführungsform wird, wenn das vorstehend beschriebene
Ausgangspulver mit einernMetall der Eisengruppe kombiniert wird, die Gegenwart von
zwei oder mehr .Arten einer harten Phase vom einfachen hexagonalen WC-Typ, die sich-voneinander
in der Zusammensetzung unterscheiden, in der fertigen Legierung hervorgerufen, wodurch
dieser eine hohe Festigkeit, verliehen wird.
-
Bei diesen fün f Ausführungsformen kann ein Teil der Phase vom MC-Typ
auch durch eine feste Lösung vom Typ B1 ersetzt werden, die ein oder mehrere Metalle
der Gruppen IVa, Va und VIa und nichtmetallische Elemente enthält, oder es lassen
sich die einfachen Zusätze zu Sinterhartmetallen, wie Silber, Silicium, Wismuth,
Kupfer, Aluminium usw. dem Bindemetall der Eisengruppe zugeben, wobei die Vorteile
der'Erfindung erhalten bleiben.
-
Die vorstehend beschriebenen Ausführungsformen sollen nun im einzelnen
erläutert Werden.
-
Bei dem wichtigen System der Erfindung, bei dem eine Molybdän und
Wolfram enthaltende, einfache hexagonale Phase vorkommt, wird festgestellt, daß
für die Sinterlegierung mit einem Bindemetall, in der Gleichung A = (###############)
x (1-###############) der geeignete Bereich von A durch die Gleichung 0,005 # A
# 0,5 gegeben ist. Liegt A unterhalb der unteren Grenze, dann macht sich die Wirkung
des Stickstoffs nicht bemerkbar, während beim Überschreiten der oberen Grenze ein
zu hervorragenden Ergebnissen führendes Sintern schwierig ist.
-
Der geeignetste Bereich von A ergibt sich aus der Gleichung 0, 01
# A t 0,4.
-
Was die Wirkung des Sauerstoffs betrifft, -wird festgestellt, daß
in der Gleichung B = (###############) x (1-###############) der geeignete Bereich
von A durch die Gleichung 0,005 # B # 0,5 gegeben ist. Liegt B unterhalb der unteren
Grenze, dann ergibt sich keine vorteilhafte Wirkung des Sauerstoffes, während beim
Überschreiten der oberen Grenze die Erzielung von vorteilhaften Eigenschaften durch
Sintern schwierig ist. Der geeignetste Bereich von B ist gegeben durch die Gleichung
0, 01 =< B < 0,04.
-
Das Verhältnis W/Mo beträgt vorzugsweise 10/90 bis 90/10, weil unterhalb
des Wertes 10/90 die Legierung unbeständig ist, während oberhalb des Wertes 90/10
die Vorteile des -Ersetzens (geringes Gewicht, niedrige Kosten) im wesentlichen
verloren gehen. Die zum Ersetzen des Molybdäns oder Wolframs verwendete Menge an
Chrom beträgt im Atomverhältnis zu (W + Mo) 0, 5 oder weniger, weil bei einem größeren
Atomverhältnis als 0, 5 die Legierung brüchig wird, obwohl dabei ihre Korrosionsfestigkeit
erhöht ist.
-
Wie dies im Stand der Technik bekannt ist, ist es von Vorteil für
die Herstellung von Schneidwerkzeugen eine feste Lösung vom Typ B1 zu bilden,
die
mindestens eines der Metalle der Gruppen IVa, Va und VIa wie Titan, Zirkon, Hafnium,
Vanadium, Tantal, Chrom, Molybdän und Wolfram mit mindestens einer nichtmetallischen
Komponente wie Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff zusätzlich zur einfachen hexagonalen
Phase enthält. Der Anteil an der festen Lösung vom Typ B1 richtet sich vorzugsweise
nach der Schneidverwendung.
-
Was in diesem Fall die Stickstoffmenge betrifft, wurde als, Ergebnis
verschiedener Untersuchungen gefunden, daß bei Veränderung der Definition von A
zu A = (#####################################)x (1 - ###########) Atom-'S der -Metalle
der Gruppen IVa,Va,VIa der geeignete Bereich von A auch durch die Gleichung 0,005
# A # 0,5 gegeben ist, obwohl ein Teil des Stickstoffes in der festen- Lösung vom
Typ B1 eingeschlossen ist. Der optimale Bereich von A ist gegeben durch die Gleichung
0, 01 = A = 0,4. Wäs den Anteil an Stickstoff betrifft, wurde bei - verschiedenen
Versuchen gefunden, daß bei Abhänderung der Definition von B zu B = (#####################################
Atom-% des W ( 1 - Atom-% der Metalle der Gruppen IVa, Va, VIa der geeignete Bereich
von B auch durch die Gleichung 0,005 = B = 0, OS gegeben ist. Der optimale Bereich
von B ist gegeben durch die Gleichung 0,01#B#0,04.
-
Als Bindemetall wird vorzugsweise ein Metall der Eisengruppe in einem
Anteil von 10-bis 70 Gew. %, bezogen auf die Gesamtzusammensetzung eingesetzt, weil
bei einem Anteil von weniger als 10 Gew. % die Legierung brüchig und bei einem Anteil
von mehr als 70 Gew.% die Legierung zu weich ist.
-
Zur Herstellung der Ausgangsmaterialien wird beim Karburieren eines
(Mo, W)-Pulvers mit Kohlenstoff, Reduzieren und Karburieren von Oxidpulvern mit
Kohlenstoff oder bei.. einer Kombination davon die Reaktion bei hoher Temperatur
in einer Wasserstoffatomosphäre durchgeführt.
-
Hierbei wurde aufgrund von Untersuchungen über den Stickstoffdruck
bei der Zersetzung - von (Mo, W)(C, N) gefunden, daß der externe Stickstoffdruck,
je nach der Temperatur bei der die Reaktion zur Carbonitrierung stattfindet, 390
mbar oder mehr bei 7000C oder höher betragen sollte.
-
Die Gegenwart von Wasserstoff ist nicht immer schädlich, jedoch ist
es zweckmäßig, die Wasserstoffmenge auf höchstens das Doppelte der Stickstoffmenge
und vorzugsweise auf die gleiche Menge wie die Stickstoffmenge einzustellen, damit
die Nitrierreaktion nicht gehemmt wird. Wird Ammoniak als Zersetzungsgas verwendet,
so ist es erforderlich, dieses mit Stickstoff anzureichern.
-
Zur Herstellung von såuerstoffenthaltenden Ausgangsmaterialien werden
Kohlenmonoxid und Kohlendioxid zusammen in der Atmosphäre benötigt.
-
Hierbei unterliegt die Wasserstoffmenge nicht der vorstehend beschriebenen
Einschränkung, aber sie sollte 50% des Atmosphärengehalts nicht überschreiten. Das
Erhitzen und Sintern in einer Atmosphäre aus Stickstoff oder Kohlenstoffoxiden dient
dazu, ein Denitrifizieren oder Deoxidieren der Sinterlegierung zu verhindern.
-
Bei weiteren Untersuchungen zur Entwicklung einer Legierung von verbesserter
Abnützungsbeständigkeit und Festigkeit wurde gefunden, daß die Deformationseig ens
chaften bei hoher Temperatur in bemerkenswerter Weise dadurch verbessert- werden,
daß das Wolframcarbid durch ein Carbid ersetzt wird, welches aus einer festen Lösung
der drei Elemente Molybdän, Wolfram und Chrom besteht. D.h., eine (Mo, W)C-Co-Legierung
ist bei hoher Temperatur von größerer Härte als eine WC-Co-Legierung und diese Härte
wird, auch bei hoher Temperatur, weiter verbessert, wenn in diesem Carbid Cr zusätzlich
aufgelöst ist. Somit lassen
sich die Nachteile der bekannten WC-Co-Legierungen
in einem überwinden. Zu bemerken ist, daß die Carbidphase aus einer festen Lösung
aus (Mo, W, Cr)C besteht. Es wurde auch gefunden, daß wenn Cr in der festen Lösung
aus (Mo, W)C aufgelöst - ist, die Carbidteilchen feiner.
-
und in Form eines Monocarbids von (Mo; W, Cr)C stabilisiert werden.
-
Dagegen weist das bekannte Verfahren, bei dem lediglich Chrom der
Bindephase zugegeben wird, die Nachteile auf, daß es unmöglich ist, ein feineres
Carbid zu erhalten, und daß die Carbidphase nicht in Form eines Monocarbids einer
festen Lösung von (Mo, W, Or) stabilisiert wird. Die Menge an Chrom, die der festen
Lösung aus dem Carbid (Mo, W)C zuzugeben ist, liegt vorzugsweise im Bereich 0,3
bis 10 %, weil bei einem geringeren Anteil als 0, 3 % das Carbid nicht feiner wird
und brei einem höheren Anteil als 10 % das Cr3C2 abgetrennt und in der Legierung
ausgeschieden wird, was eine Verringerung der Härte zur Folge hat.
-
Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist ein Teil des
Kohlenstoffs in der festen Lösung des Carbids (Mo, W, Cr)C durch Stickstoff, Sauerstoff
un,d/oder Wasserstoff ersetzt. D.h., es wird angenommen, daß wenn der im (Mo, W,
Cr)C enthaltene Kohlenstoff in fester Form zugegeben und mit einer Reaktivität von
100 % umgesetzt wird, der Kristall stabilisiert wird. Jetzt wurde jedoch gefunden,
daß das Einführen von nicht nur Kohlenstoff, sondern auch Stickstoff eine Stabilisierung
des Monocarbids als (Mo, W, Cr)(CN) zur Folge hat, und daß weiteres Einführen von
Sauerstoff und Wasserstoff das Monocarbid als (Mo, W, Cr)(CaNbOcHd), wobei a + b
+ c + d = 1 ist, noch mehr stabilisiert, weil beim Vorhandensein von Defekten im
Carbid dieses sich während des Sinterns als unbeständig erweist und ein Mischcarbid
vom Typ M2C in Nadelform ausgeschieden wird, was die Festigkeit verringert.
-
Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind in der Bindephase
eines oder mehrere der Elemente Mangan, Rhenium, -Kupfer, Silber, Zink und Gold
aufgenommen, um die Mikrostruktur der Bindephase zu ändern und
der
Legierung nichtmagnetische Eigenschaften zu verleihen. Hierbei wird gefunden, daß
durch Zugabe dieser Elemente die Bindephase legiert wird, wodurch sich die Korrsosionsfestigkeit
der Legierung verbessert.
-
Bei der letzten Ausführungsform der Erfindung wird die Festigkeit
der Legierung dadurch vergrößert, daß zwei oder mehr Carbide mit einfacher hexagonaler
Phase, jedoch anderem Verhältnis Mo/W verwendet werden. Der Grund für die Verbesserung
der Festigkeit ist im einzelnen nicht klar, jedoch wird vermutet, daß beim getrennten
Vorliegen von (Mo, W)C in Form von zwei Phasen die Spannungen innerhalb der Lösungen
beider Phasen geringer sind als. bei einer einzigen Phase, was eine größere Festigkeit
ergibt als bei einer einzigen Phase der Fall ist. Da zumindest eine Legierung, die
aus einer (Mo W )C-Phase,in xy der y > x ist, mit Eigenschaften ähnlich denen
des WCJ und einer (Mci W )C-Phase, in der x > y ist, mit Eigenschaften ähnlich
denen des xy besteht, zwei vorteilhafte Eigenschaften aufweist, d. h. die Festigkeit
des WC und die - Hitze-und die Deformationsbeständigkeit des MoC, ergibt diese Ausführungsform
mehr Vorteile als eine, in der nur eine Art von .(MoC) vorkommt. Vorzugsweise besteht
das Carbid aus WC oder einer festen Lösung, in der MoC in WC gelöst ist, und einer
festen Lösung, in der WC in. MoC gelöst ist. Dies entspricht dem Fall, in dem bei
der Röntgenstrahlbeugung die Spitze oder das Maximum der Ebene (1, 0, 3) zweigeteiit
ist. Ob zwei oder mehr einfache hexagonale Phasen des -(MoxWy)C vorliegen oder nicht,
läßt sich durch Beobachtung mit einem optischen Mikroskop nach dem Anätzen mit einer
. alkalischen sung eines aexacyanoferrats (m) oder durch eine r öntgenmetallographische
Analyse feststellen.
-
Die Verwendbarkeit oder. der Anwendungsbereich der erfindungsgemäßen
Legierungen ist wie folgt Diese Legierungen lassen sich z.B. zur Herstellung
von
abnutzungsbeständigen Werkzeugen wie Leitwalzen, Heißdrahtwalzen usw. und Schneidwerkzeugen
verwenden, weil sie eine Festigkeit und eine Härte aufweisen, - die ähnlich oder
größer als diejenige von WC-Co-Legierungen ist. Insbesondere wenn die erfindungsgemäßen
Legierungen als Substrat mit einer oder mehreren abnutzungsfesten Keramikschichten,
z. B.
-
aus TiC, TiN, Al2?3 überzogen sind, lassen sich daraus Schneidwerkzeuge
von besserer Festigkeit und Abnutzungsbeständigkeit herstellen als mit den bekannten
Legierungen vom Typ-WC-Co- als Substrat. Wie bekannt ist, bildet sich dabei zwischen
dem Substrat und der ÜberzugsSchicht eine mit Phase bezeichnete entkohlte Schicht,
die in ähnlicher Weise bei den erfindungsgemäßen Legierungen auftritt. - Zur Vermeidung
einer aufgrund der Entkohlung direkt unterhalb der Überzugsschicht auftretenden
Versprödung ist die Gegenwart von freiem Kohlenstoff in der Oberflächenschicht innerhalb
eines Bereiches von 300 llm m wirksam, ohne daß die Festigkeit beeinträchtigt ist.
-
Wird eine der erfindungsgemäßen Legierungen zur Herstellung eines
Rahmens für eine Uhr oder ein Uhrwerk verwendet, dann ergeben sich die nachstehend
aufgeführten besseren Eigenschaften als wenn eine Legierung vom Typ WC-Co verwendet
wird: (1), Durch Bearbeitung zur Herstellung einer spiegelnden Oberfläche läßt sich
ein hoher Glanz erzielen.
-
(2) Ein Schleifen und Polieren der Werkteile ist möglich.
-
(3) - Die Korrosionsfestigkeit ist hervorragend, insbesondere gegenüber
Schweiß, was bei Schmuckstücken von Wichtigkeit ist.
-
(4) Die mechanische Festigkeit ist hoch.
-
Anhand der folgenden Beispiele soll die Erfindung noch näher erläutert
werden. Wie dem Fachmann ersichtlich sein wird, lassen sich die Mengenverhältnisse
und Bestandteile der Rezepturen und die Reihenfolge der Arbeitsschritte- innerhalb
des Rahmens der Erfindung abändern.
-
Somit ist die Erfindung nicht als auf die Beispiele beschränkt zu
betrachten. Alle angegebenen Anteile, Prozentsätze usw. sind gewichtsbezogen, wenn
nicht anders angegeben.
-
Beispiel 1 Es wurden 54g Mo-Pulver und 46 g W-Pulver in 28%iger wässriger
Ammoniaklösung aufgelöst, die mit 6 N-Salzsäure neutralisiert wurde, um eine gemeinsameAusfäitung
zu bewirken. Der Niederschlag wurde dreimal filtriert und mit Wasser gewaschen und
danach getrocknet. Im Niederschlag waren WO3 und MoO3 fein miteinander vermischt.
Die gemisdlten Oxide wurden bei 8000C in Luft gebrannt und dann bei 1000°C in einem
Wasserstoffstrom reduziert. Eine E öntgenbeugungsanalyse er -wies, daß das erhaltene
Pulver aus einer vollkommenen festen Lösung aus (Mo0, 7WO 3) bestand.
-
Die feste Lösung der angegebenen Zusammensetzung, Kohlenstoffpulver
und Co-Pulver als Diffusionshilfsmittel wurden miteinander in einem Verhältnis vermischt,
welches als Endzusammensetzung (Mog 7W0, 3) C1, 0 ergab und eine Stunde bei 14500C
in einem Stickstoffstrom unter einem Stickstoffdruck von 1 bar karburiert. Es wurde
durch Röntgenanalyse festgestellt, daß das Carbid eine Kristallstruktur von einfachem
hexagonalem WC-Typ aufwies,und eine Bestimmung der Teilchengröße unter Verwendung
eines Siebanalysegeräts nach Fisher ergab eine mittlere Teilchengröße von 4, 5 um.
-
Dieses Pulver wurde mit Co-Pulver in einem Verhältnis vermischt, welches
als in Zusammensetzung( MOQ 7Wo 3)C-30 % Co ergab, in alkoholischem
Medium
einer Behandlung in einer Kugelmühle unterzogen, zu erwünschter Form gepreßt und
danach im Vakuum bei 1,3 x 10 mbar Restdruck gesintert. Die auf diese Weise erhaltene
Legierung wies eine Zweiphasenstruktur, bestehend aus einer MC-Phase und einer Bindemetallphase,
eine Vickershärte von 880 und eine Biegefestigkeit von 2, 84 GPa auf.
-
Beispiel 2 Eine feste Lösung - aus (Mo0, 5W0, 5) wurde analog zum
Beispiel 1 hergestellt, mit der Ausnahme, daß das Atomverhältnis Mo/W auf 0,5: 0,
5 verändert wurde. Diese feste Lösung wurde mit Kohlenstoff- -pulver und Co-Pulver
als Diffusionshilfsmittel in einem Verhältnis vermischt, welches als Endzusammensetzung
(Mo0, 5W0, 5)Cl, 0 ergab und eine Stunde bei 15000C in einem Stickstoffstrom unter
einem Stickstoffdruck von 1 bar karburiert. Es wurde durch Röntgenanalyse festgestellt,
daß das erhaltene Carbidpulver eine Kristallstruktur vomeinfachen hexa- -gonalen
WC-Typ aufwies und eine Bestimmung der Teilchengröße unter Verwendung eines Siebanalysegeräts
nach Fisher ergab eine mittlere Teilchendichte von 5,2 -iim (siehe Fig. 4).
-
Dieses Pulver wurde mit Ni-Pulver und Co-Pulver in einem Verhältnis
vermischt, welches als Endzusammensetzung (Mo0, 5W0 5)C-15 # Ni-15 % Co ergab, in
einem alkoholischen Medium einer. Behandlung in einer Kugelmühle unterzogen, zu
gewünschter Form gepreßt und danach unter Vakuum bei einem Restdruck von 1,3 x 10
2 mbar gesintert. Die auf diese Weise erhaltene Legierung ergab bei Analyse einen'
Gesamtkohlenstoffgehalt von 5, 49 % und einen Gehalt an freiem Kohlenstoff -0, Ol
01 % und wies eine Zweiphasenstruktur, bestehend aus MC und Bindemetallen, eine
Vickershärte von 900 und eine Biegefestigkeit von 2, 94 GPa'auf.
-
Zum Vergleich wurde ein WC-Pulver mit einer Teilchengröße von 4 m,
Mo2C-Pulver mit einer Teilchengröße von 3,5µ m, Kohlenstoffpulver und Co-Pulver
als Diffusionshilfsmittel miteinander in einem Verhältnis vermischt, welches als
Endzusammensetzung (Mo0,5W0,5)C1,0 ergab und bei 1700°C unter Vakuum bei einem Restdruck
von 1,3 x 10-2 mbar gesintert. Die Temperatur wurde dann auf 13500C verringert und
das Gemisch -12 Stunden bei dieser Temperatur gehalten. Eine Röntgenanalyse zeigt,
daß das erhaltene Carbid im wesentlichen aus (Mo, W)C mit einer Kristallstruktur
vom einfachen hexagonalen WC~Typ bestand, - wobei jedoch teilweise Spitzen oder
Maxima des (Mo, W)2C beobachtet wurden (siehe Fig. 5).
-
Dieses Pulver wurde mit Ni-Pulver und Co-Pulver in einem Verhältnis
vermischt, welches als Endzusammensetzung(Mo0, 5W0 5)C- 1'5%Ni-15% Co ergab. Eine
Legierung wurde in gleicher Weise wie vorstehend beschrieben hergestellt. Die auf
diese Weise erhaltene Legierung ergab bei Analyse einen Gesamtkohlenstoffgehalt
von 5, 48% und einen Gehalt an freiem Kohlenstoff Von 0, 02 %. Die Struktur bestand
aus einer MC-Phase, einer Bindemetallphase und einer durch Aggregation gewachsenen
M2C-Phase. Die Legierung wies eine Vickershärte von 910 und eine Biegefestigkeit
von 2,26 GPa auf.
-
Werden Carbide als Ausgangsmaterialien wie bei diesem Vergleichsbeispiel
verwendet, läßt - sich bei der Bildung des Mischcarbids mit großen Teilchen nicht
immer ein Mischcarbid von gleichmäßiger Qualität erhalten.
-
Eine aus einem derartigen Carbid erhaltene Legierung enthält lokale
Zonen mit einem Mangel an Kohlenstoff, was zur Bildung einer Phase aus aggregiertem
M2C und einer Verminderung der Festigkeit führt.
-
Bezugnehmend auf die Figuren 4 und 5 zeigen die Höhen der Spitzen
oder Maxima der auf den mikrophotographischen Aufnahmen der Carbidkristalle
gezeichnete
Linien oder Kurven für W und Mo jeweils den Gehalt an diesen Metallen an. Aus einem
Vergleich der Figuren' 4 und 5 geht hervor, daß im Falle der Figur 4, die eine erfindungsgemäße
Legierung darstellt, die Schwankungen der Spitzen oder Maxima des W und Mo auf den
entlang des Carbidkristalls verlaufenden Linien oder Kurven geringer sind.
-
Das heißt, daß bei der erfindungsgemäßen Legierung gemäß der Figur
4 das Verhältnis Mo/W konstanter ist als im Falle der in der Figur 5 dargestellten
bekannten Legierung.
-
Beispiel 3 Es wurden verschiedene Legierungen mit innerhalb des schraffierten
Bereiches der Figur 1 liegenden Zusamensetzungen hergestellt. Bei der Herstellung
jeder Legierung wurde die Sintertemperatur von 1200 bis 1450°C variiert. Die Härten
und Querbruchfestigkeiten dieser Legierungen wurden bestimmt und sind in der Tabelle
3 angegeben, in der die erfindungsgemäßen Proben mit den Nummern 1 bis 16 und die
Vergleichsproben mit den Nummern 17 bis 20 bezeichnet sind.
-
Tabelle 3
| 7 Querbruch- |
| Carbid- Binde- Härte festigkeit |
| Probe zusammensetzung metall (Ev) (GPa) |
| 1 (Mo0,85W0,15)C 30Ni-5Co 870 3,04 |
| 2 (Mo0,85W0,15)C 40Ni -- 720 2, 75 |
| 3 (Mo0,85W0,15)C 30Co-30Ni 500 - |
| 4 (Mo0,7W0,3)C 10Ni-10Ni 1150 2,55 |
| 5 (Mo0,7W0,3)C 15Ni-30Ni 600 2,45 |
| 6 (Mo0,7W0,3)C 50Ni-15Ni 445 - |
| 7 (Mo0,55W0,45)C 15Ni 1280 2,40 |
| 8 (Mo0,50W0,50)C 20Ni-5Co 1020 2,60 |
| 9 (Mo0,30W0,50)C 35Co 880 2,94 |
| 10 (Mo0,30W0,50)C 25Co-10Fe 910 2,65 |
| 11 (Mo0,30W0,50)C 8Fe-12Ni 1070 2,40 |
| 12 (Mo0,25W0,75)C 15Co-5Ni-8Fe 900 2,26 |
| 13 (Mo0,20W0,80)C 15Ni-40Co 600 2,35 |
| 14 (Mo0,20W0,80)C 30Fe 950 2,40 |
| 15 (Mo0,20W0,80)C 10Ni-5 Co 1260 2,35 |
| 16 (Mo0,20W0,80)C 5Ni-5Co-2Fe 1280 2,06 |
| Vergleich |
| 17 (Mo0,80W0,20)C 5Ni-5Co 1410 1,08 |
| 18 (Mo0,70W0,30)C 2Ni-4Co 1700 0,88 |
| 19 (Mo0,50W0, 50)C 60Ni-15Fe 420 . - |
| 20 (Mo0,05W0,95)C 3Ni 1820 0,74 |
Beispiel 4 Die im Beispiel 2 hergestellte feste Lösung von (Mo0,
5W0,,5) wurde mit Kohlenstoffpulver, Cr3C2-Pulver und Co-Pulver als Diffusionshilfsmittel
in einem Verhältnis vermischt, welches als Endzusammensetzung (Mo0, 45 W0, 45Cr0,
10)C1, 0 ergab. Das Gemisch wurde eine Stunde einer primären Karburierung bei 18000
C in einem Wasserstoffstrom und danach eine Stunde einer sekundären Carburierung
bei 15000 C in einem Wasserstoffstrom unterzogen; Es wurde durch Röntgenanalyse
festgestellt', daß das entstandenke Pulver eine -Kristallstruktur vom einfachen
hexagonalen WC-Typ aufwies. Der mittlere Teilchendurchmesser wurde zu 4, 0 µm bestimmt.
-
Dieses Carbidpulver wurde mit Ni-Pulver und Co-Pulver in einem Verhältnis
vermischt, welches als Endzusammensetzung (Mo0, 45Wo 45Cr0> 10)C -30 % Ni - 15
% Co ergab und danach bei 12200 C unter Vakuum bei einem Restdruck von 1, 3 x 10
2 mbar gesintert. Die auf diese Weise erhaltene Legierung hatte eine Zweiphasenstruktur,
bestehend aus MC und Bindemetallen. Diese Legierung wurde mit einer Diamantpaste
poliert., um eine Spiege'loberfläche zu erzeugen und einer Prüfung unterzogen, bei
der sie 24 Stunden in einer künstlichen Schweißlösung eingetaucht blieb. Eine Korrosionsbildung
wurde kaum festgestellt.
-
Die in diesem Beispiel erhaltene Legierung ist aufgrund ihres leichten
Gewichts und ihrer hervorragenden, kratzfesten Eigenschaften zur Herstellung von
Rahmen für Uhren und Uhrwerke geeignet.
-
Beispiel 5 Aus den Legierungen, aus denen die Proben 1, 9, 12 und
14 des Beispiels 3 bestanden und, zum Vergleich, aus einer Legierung der Zusammensetzung
WC
- 25 % Co wurden Stoßköpfe oder Stempel hergestellt, deren Brauchbarkeitsdauer bei
ihrer Verwendung in Kopfschlagversuchen mit Schrauben aus S 45 C-Stahl untersucht
wurde. Die Ergebnisse der Versuche sind in der Tabelle 4 dargestellt, in der die
erfindungsgemäßen Legierungen mit denselben Ziffern bezeichnet sind wie die entsprechenden
Proben des Beispiels 3. Das Zeichen x stellt den Bruch des Stempels dar.
-
Tabelle 4 Anzahl der Prüflinge pro Stempel 0 2, 4 6 8 1 x 9 , x 12
#x 14 x WC - 25 % Co -Beispiel 6 Es wurden 910 g der nach Beispiel 1 hergestellten
festen Lösung aus (Mo 7Wo 3) mit 90 g Kohlenstoffpulver und 3 g Kobaltpulver als
Diffusinshilfsmittel vermischt. Danach wurde-ein Teil des Gemisches gemäß einer
mit (1) bezeichneten Verfahrensweise eine Stunde in einem Stickstoffstrom bei 1450°C
karburiert und ein anderer Teil des Gemisches gemäß einer mit (2) bezeichneten Verfahrensweise
eine Stunde in einem Stickstoffstrom bei 1350°C karburiert. Durch Röntgenstrahlanalyse
wurde festgestellt, daß beide erhaltenen Carbide die gleichförmige Zusammensetzung
(M90, 7Wo, 3)C aufwiesen. Mischungen der Teilchengröße dieser Carbide mit einem
Siebanalysegerät nach Fischer zeigten, daß das gemäß Verfahrensweise (1) hergestellte
Carbid eine mittlere Teilchengröße von 4, 2 m
und das gemäß der
Verfahrensweise (2) hergestellte Carbid eine mittlere Teilchengröße von 1, 9 llm
aufwies.
-
Jedes dieser Carbide wurde mit 30 % Kobaltpulver vermischt, in einem
alkoholischen Medium einer Behandlung in einer Kugelmühle unterzogen, zu gewünschter
Form gepreßt und gesintert.
-
Aus den auf diese Weise erhaltenen Legierungen wurden St,oßstücke'oder
Stempel hergestellt; deren Brauchbarkeitsdauer bei Verwendung in,Kopfschlagversuchen
mit Schrauben aus S45C-Stahl untersucht wurde. Die Ergebnisse sind in der Tabelle
5 gezeigt. In dieser Tabelle bedeutet das Zeichen x den Bruch des Stempels.
-
Tabelle 5 Anzahl der Prüflinge 5 pro Stempel 0 2 4 6 8 (x10³) Legierung
gemäß #x Verfahrensweise (1) # Legierung gemäß .x Verfahrensweise (2) #x Beispiel
7 Aus den erfindungsgemäßen Legierungen der Proben 7 und 15 des Beispiels 3 und,
zum Vergleich, aus einer Legierung der Zusammensetzung WC - 12 % Co wurden Lochdorne
zum Durchstoßen einer Stahlplatte von 5 mm Dicke hergestellt. Die Lochdorne wurden
jeweils 100 000mal verwendet, wonach deren Abnutzung festgestellt wurde. Die Ergebnisse
sind
aus'der Tabelle 6 ersichtlich.
-
Tabelle 6 Legierung Abnutzung (mm) 7 0, 07 15 0,08 WC - 12% Co 0,
21 Beispiel 8 Es wurden 68, 5 % eines (Mo0, 7W0, 3)-Pulvers mit einer Teilchengröße
von 3 µm, 30 % Ni-Pulver, 1 % Mn-Pulver und 0, 5 % Re-Pulver miteinander vermischt,
wobei die Menge an Kohlenstoff auf 97 % der theoretischen Menge von 6, 10 % eingestellt
wurde. Das vermischte Pulver wurde eine Stunde bei 12500 C unter Vakuum bei einem
Restdruck von 1,3 x 10-² mbar gesintert. Die sich ergebende Legierung war nicht
magnetisch und wies eine Dichte von 9; 9 g/cm, eine Härte (HRA) von 84, 5 und eine
Querbruchfestigkeit von 2,'84 GPa auf.
-
Beispiel 9 Es wurden 75 % eines (Mo0, 5W0, 5)C-Pulvers mit einer mittleren
Teilchengröße von 4 llm, 10 % Ni-Pulver, 13 % Co-Pulver, 1 % Re-Pulver, 0, 8 % Mg-Pulver
und 0, 2 % B-Pulver miteinander vermischt, wobei die Menge des, Kohienstoffes auf
98 % der theoretischen Kohlenstoffmenge von 5, 93 % eingestellt wurde. Das Pulvergemisch
wurde eine Stunde bei 13500 C unter Vakuum bei 1, 3 x 10-² mbar Restdruck gesintert.
Die erhaltene Legierung wies eine Dichte von 10,1 g/cm³, eine Härte (HRA) von 86,5
und eine Querbruchfestigkeit von 2, 60 GPa auf.
-
Zur Untersuchung der Korrosionsbeständigkeit wurde die vorstehend
beschriebene Legierung und, zum Vergleich, eine Legierung der Zusammensetzung WC
- 20 % Co Prüfungen unter Verwendung verschiedener korrodierender Lösungen unterzogen.
Die Ergebnisse sind in der Tabelle 7 darin gestellt.
-
Tabelle 7 Korrosion (mg/cm²/h) I II in Erfindungsgemäße Legierung
2,5 0,2, 0 WC - 2-0% Co 2,8 2,1 0 Lösung I: Heiße 10 %ige H2 504 Lösung Lösung II:
35 %ige HCl-Lösung bei Zimmertemperatur Lösung BI: 10 %ige NaOH-Lösung bei Zimmertemperat
ur Beispiel 10 Es wurden 30 % eines (Mo0, 7W0, 3)C-Pulvers mit einer mittleren Teilchen-
-größe von 5 tjm, 35 % eines (Mo0, 3W0, 7)C-Pulvers mit einer mittleren Teilchengröße
von 0, 5 µm, 25 % Ni-Pulver und 10 % Co-Pulver miteinander vermischt, wobei die
Menge des Kohlenstoffes auf 97, 5 % der theoretischen Kohlenstoffmenge, d. h. 5,15
%, eingestellt wurde. Das vermischte Pulver wurde eine Stunde bei 13200 C unter
Vakuum bei 1, 3 x 10-² mbar Restdruck gesintert. Die erhaltene Legierung wies eine
Dichte von 11,2 g/cm³, eine Härte (HRA) von 82,5 und eine Querbruchfestigkeit von
2, 75 GPa auf.
-
Aus der vorstehend beschriebenen Legierung und, zum Vergleich, aus
einer Legierung der Zusammensetzung WC - 25 % Co wurden Mutternstempel hergestellt.
Deren Brauchbarkeitsdauer beim Kaltpressen von Muttern aus Sl5C-Stahl wurde ermittelt,
wobei die in der Tabelle 8 gezeigten Ergebnisse erhalten wurden. Das Zeichen x stellt
den Bruch des Stempels dar.
-
Tabelle 8 Anzahl der Muttern 5 pro Stempel 0 2 4 6 8 10 12 (x Erfindungsgemäße
Legierungsgemäße Legierung #x (12,0) WC - 25 % Co #x (4,2)
L e
e r s e i t e