DE3117682C2 - Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Beleimen von Holzspänen und anderen lignozellulosehaltigen Partikeln - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Beleimen von Holzspänen und anderen lignozellulosehaltigen PartikelnInfo
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Abstract
Beim kontinuierlichen Beleimen von Holzspänen und anderen lignozellulosehaltigen Partikeln mit Bindemittel kommt es darauf an, das Bindemittel möglichst homogen auf der Oberfläche der Holzspäne zu verteilen. Hierzu sind horizontale Mischbehälter bekannt, die über eine angetriebene Mischwerkswelle in ihrem Innern verfügen und die mit Werkzeugen besetzt sind, durch die teilweise auch das Bindemittel zugeführt wird. Zur Erreichung einer homogeneren, d.h. gleichmäßigeren Verteilung des Bindemittels auf der Oberfläche der Holzspäne sieht die Erfindung vor, zunächst die Oberfläche des Bindemittels zu vergrößern, also ein Bindemittel/Luftgemisch zu bilden, bevor dieses auf die relativ große Oberfläche der Holzspäne auftrifft bzw. mit diesen in Kontakt kommt. Hierzu wird das Bindemittel unter hohem Druck in einer spangutfreien Zone und mit Abstand zu dem Spanring verdüst und in einen Nebel aufgelöst, wozu es erforderlich ist, eine freie Wegstrecke vorzusehen, damit sich das Bindemittel/Luftgemisch ausbilden und erweitern kann. Die Rohre (21 bzw. 23) für die Zufuhr des Bindemittels können entweder im Innern auf einer antreibbaren Mischwerkswelle (9) oder aber im Bereich der Behälterwandung ortsfest vorgesehen sein. Wesentlich ist, daß die Düsen (22) der Rohre (21 bzw. 23) innerhalb des vom Spanring umschlossenen Raumes und mit Abstand zum Spanring (15) enden.
Description
- Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum kontinuierlichen Beleimen von Holzspänen und anderen lignozellulosehaltigen Partikeln, wobei aus den Holzspänen ein sich spiralförmig bewegender Spanring gebildet wird und die Holzspäne dabei mit Bindemittel aus einer spangutfreien Zone und mit Abstand zu dem Spanring bedüst werden. Es wird gleichzeitig eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens mit einem zylindrischen, am einen Ende einen Zuführstutzen für die Holzspäne und am anderen Ende einen Mischgutaustrittsstutzen aufweisenden Mischbehälter aufgezeigt, indem koaxial eine antreibbare Mischwerkswelle angeordnet ist, die in eine dem Zuführstutzen zugeordneten Einzugszone mit den Spanring aufbauenden und eine axiale spiralförmige Spanförderung bewirkenden Einzugswerkzeugen und in einer nachgeordneten, dem Mischgutaustrittsstutzen zugeordneten Auswurfzone mit Auswerfwerkzeugen versehen ist, wobei zwischen Einzugszone und Auswurfzone eine Mischzone mit Rohren zur Zufuhr des Bindemittels vorgesehen ist.
- Ein Verfahren der eingangs beschriebenen Art ist aus der DE- OS 29 35 478 bekannt. Dabei wird mit Hilfe einer Zufuhrschnecke zu beleimendes Spänematerial in das Innere einer Trommel eingebracht, die angetrieben ist, so daß sich hierdurch am inneren Umfang der Trommel ein relativ geschlossener Spanring aus den mit Bindemittel zu versehenden Spänen bildet. Über ein Bindemittelzugaberohr, welches in der Achse der Trommel angeordnet ist, wird der relativ geschlossene Spanring aus Spänen mit Bindemittel aus einer spangutfreien Zone und mit Abstand zu dem Spanring bedüst. Die Düsenöffnungen am Bindemittelzugaberohr sind axial verteilt nebeneinander und mit Abstand angeordnet. Die Entstehungsstelle des Spanrings wird für die Bedüsung nicht genutzt. Da die Späne in dem Spanring bzw. der sich gebildeten Trombe sehr dicht aneinandergelagert sind, bilden sie einen festen ringförmigen Kuchen, so daß das Bindemittel in erster Linie die innere Oberfläche dieses Spanrings benetzt.
- Die DE-PS 8 79 244 zeigt eine Mischtrommel für pulverisiertes, körniges oder faseriges Mischgut, welches mit einer Flüssigkeit befeuchtet wird. Durch im Innern der Trommel umlaufend angeordnete Rühr- und Schleuderschaufeln wird das Mischgut von der Trommelwandung immer wieder abgehoben und nach allen Richtungen geschleudert. Damit wird eine Verteilung des Mischgutes auf den gesamten Innenraum der Trommel angestrebt. Die Trommelwandung selbst wird langsam umlaufend angetrieben. Damit befinden sich die Austrittsöffnungen der Einspritzdüsen, die in einer Hohlachse eingeschraubt sind, innerhalb des Schleiers aus dem Mischgut, so daß keine freie Wegstrecke für das Wasser vorhanden ist, sondern die Flüssigkeit von den an den Düsen vorbeistreichenden Mischgutteilchen jeweils mitgenommen bzw. abgewischt wird.
- Eine Vorrichtung der eingangs erwähnten Art ist aus der DE-OS 26 53 683 bekannt. Die Mischwerkswelle wird anschließend mit vergleichsweise hoher Drehzahl angetrieben, so daß die Holzspäne in einem spiralig sich bewegenden Spanring entlang der Innenwandung des Mischgutbehälters geführt werden. In diesen Spanring tauchen Leimschleuderrohre mit ihren Austrittsöffnungen für das Bindemittel ein. Die gesamte Mischwerkswelle ist in der gesamten Beleim- und Mischzone mit solchen Leimschleuderrohren über den Umfang und axial verteilt versehen. Die Leimschleuderrohre haben nicht nur die Funktion, das Bindemittel an die Späne abzugeben, sondern sie üben auch noch eine gewisse Mischwirkung auf die Holzspäne des Spanrings aus. Das Bindemittel tritt am Ende der Rohre im Spanring in Tropfenform aus und wird von den vorbeistreichenden Spänen durch Verwischen mitgenommen. Auch im folgenden reiben die Holzspäne aneinander, wobei durch ständig wechselnde Relativgeschwindigkeiten versucht wird, das Bindemittel gleichmäßig auf sämtliche Späne zu verteilen. Die erreichbare Verteilung des Bindemittels auf den gesamten Spänen ist trotz erheblicher axialer Baulänge der Vorrichtung nicht homogen genug, weil das Bindemittel in Tropfenform durch Verwischen zunächst einmal sehr konzentriert an einzelne Späne übertragen wird, von deren Oberfläche es wiederum durch Reiben an anderen Spänen teilweise abgenommen und weiter verteilt werden muß. Andererseits hat aber das Eintauchen der Rohre in den Spanring den Vorteil, daß die vorbeistreichenden Späne die freie Öffnung des Rohres, an welchem das Bindemittel austritt, immer wieder abwischen und damit reinigen. Die Zufuhr des Bindemittels zu den Leimschleuderrohren erfolgt von außen durch die hohle Antriebswelle, wobei das Bindemittel dosiert, jedoch ohne nennenswerten Überdruck zugegeben wird.
- Auch aus der DE-AS 23 04 262 ist eine Vorrichtung zum Beleimen von Spänen, Fasern oder ähnlichem Mischgut bekannt, bei welchem das mit dem Bindemittel zu versehene Spangut in einem Mischbehälter spiralförmig in Bewegung gesetzt wird. Es ist koaxial in dem Mischbehälter eine Mischwerkswelle vorgesehen, die ebenfalls angetrieben wird und die mit Werkzeugen besetzt ist. Das Bindemittel läuft durch Zulaufröhrchen druckfrei zu, wobei diese Röhrchen in der Wandung des Mischbehälters angeordnet sind, und zwar derart, daß ihre freien Öffnungen sich noch in dem Spanring befinden. Auch hier wird das Bindemittel in Tropfenform von den Spänen am freien Ende des Zulaufrohres abgenommen und gelangt durch Verwischen und durch Kontakte mit anderen Spänen auf weitere Holzspäne. Das Bindemittel wird drucklos zugeführt. Der Verteilungseffekt ist auch hier nicht homogen genug, allerdings ist die Reinigung der Zulaufrohre im Vergleich zur Anordnung auf der angetriebenen Welle vergleichsweise einfacher, da die Zulaufrohre nach außen aus der Behälterwandung herausgezogen werden können. Auch die Zufuhr des Bindemittels zu den Zulaufrohren ist insofern vereinfacht, als eine Drehverbindung nicht erforderlich ist. Aber auch hier wird das Bindemittel in Tropfenform den Spänen zugegeben, so daß auf den Span, der zuerst mit dem Tropfen in Verbindung kommt, Bindemittel im Überschuß aufgebracht wird, welches durch Verreiben und Kontakt an anderen Holzspänen weiter verteilt werden muß.
- Es ist eine andere Gruppe von Vorrichtungen zum Beleimen von Holzspänen bekannt, bei denen das Bindemittel in einem vertikalen Schacht mittels Düsen auf einen Späneschleier aufgespritzt wird. So zeigt beispielsweise die DE-OS 28 36 548 eine Vorrichtung zur Bildung eines rotationssymmetrischen Schleiers aus fallenden Spänen, bei der als Verteilelement eine um eine Vertikalachse drehbar gelagerte Käfigwalze Anwendung findet, die auf der unteren Seite durch einen horizontalen Boden abgeschlossen und auf der oberen Seite für das Zuführen des zur Schleierbildung bestimmten Teilchengutes offen ist oder Öffnungen aufweist. Durch die Käfigwalze in Verbindung mit nachgeschalteten Prallflächen ist eine gute Auflösung des Spänestromes in einem relativ dünnen Teilchenschleier möglich, der nachfolgend lediglich von innen mit Leim bedüst wird. Die Leimverteilung wird infolgedessen relativ ungleichmäßig sein. Flächige Holzspäne werden, wenn sie ausgerichtet gegenüber der Düse sich im Teilchenschleier im freien Fall bewegen, nur auf einer Seite mit Leim in Berührung kommen, und zwar auf der Seite, die der Leimbedüsung zugekehrt ist. Über nachgeschaltete Mischeinrichtungen kann auch hier der ungleichmäßigen Leimverteilung entgegengewirkt werden.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung aufzuzeigen, mit denen es möglich ist, das Bindemittel gleichmäßiger als bisher auf die Holzspäne aufzubringen.
- Erfindungsgemäß wird dies bei dem Verfahren der eingangs beschriebenen Art dadurch erreicht, daß das Bindemittel unter hohem Druck verdüst und dabei auf einer freien Wegstrekke von mindestens 0,5 m ein Bindemittel/Luftgemisch gebildet wird, und daß das Bindemittel/Luftgemisch an der Entstehungsstelle des Spanrings auf die im Vergleich zum Spanring in noch aufgelösterem Zustand befindlichen Späne geleitet wird. Die Erfindung geht damit von dem Gedanken aus, das Bindemittel vor dem Auftreffen auf die Holzspäne zu verteilen, also die Oberfläche des Bindemittels möglichst zu vergrößern, so daß Oberflächengrößenordnungen erreicht werden, die denen der Oberfläche der Holzspäne ähnlicher sind. Das Bindemittel/Luftgemisch soll gleichsam nebelartig verteilt auf die Späne auftreffen. Hierzu wird in geschickter Weise die Entstehungsstelle des Spanrings gewählt, an der sich die Späne im Vergleich zum Spanring in noch aufgelösterem Zustand befinden, weil die Späne radial und axial an dieser Stelle noch nicht allzu sehr beschleunigt sind. Wesentlich ist es auch, das Bindemittel unter hohem Druck zu verdüsen, so daß sich einem Einspritzvorgang ähnlich das Bindemittel/Luftgemisch bildet, dessen Oberfläche viel größer ist als die Oberfläche des reinen zugeführten Bindemittels. Überraschenderweise läßt sich bei Anwendung dieses Verfahrens feststellen, daß nicht nur eine homogenere Verteilung des Bindemittels auf den Holzspänen erreicht wird, sondern daß auch der Bindemittelanteil vergleichsweise erniedrigt werden kann. Dies ist in wirtschaftlicher Hinsicht besonders interessant bei Verwendung relativ teurer Bindemittel. Das Bindemittel/ Luftgemisch sollte auf einer freien Wegstrecke von mindestens etwa 0,5 bis etwa 2,0 m aufbereitet werden, bevor es auf die Späne trifft. Wesentlich ist es dabei, dem Bindemittel diese erforderliche freie Wegstrecke zur Verfügung zu stellen, damit es sich nebelartig ausbreiten kann und sich dabei unter Vergrößerung seiner Oberfläche ausdehnt. Sofern das Bindemittel über die Antriebswelle im Innern zugeführt wird, wird es selbst im Gegenstromverfahren einen spiralig geformten Bindemittelschleier bilden, so daß diese Einrichtung im Vergleich mit einer Vorrichtung mit stillstehenden Rohren vergleichsweise kurz baut.
- Das Bindemittel/Luftgemisch kann aus dem Innern des Spanrings im Gegenstromverfahren auf die Entstehungsstelle des sich bildenden Spanrings geleitet werden. Auf diese Weise wird ein besonders inniger Kontakt zwischen den Holzspänen und dem Bindemittel/Luftgemisch erzielt.
- Das Bindemittel wird vorzugsweise unter einem Druck von 150 bis 200 bar verdüst. Mit diesen angegebenen Druckwerten konnten bereits gute Resultate erzielt werden.
- Eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens kennzeichnet sich erfindungsgemäß dadurch, daß zur Bildung eines Bindemittel/ Luftgemisches die freien Enden der Rohre mit Düsen besetzt sind, die innerhalb des vom Spanring umschlossenen Raumes und mit Abstand zum Spanring angeordnet sind, daß zur Verteilung bzw. Vernebelung des Bindemittels eine Einrichtung zum Aufbringen eines hohen Druckes, insbeson. von 150 bis 200 bar vorgesehen ist, und daß die Rohre mit den Düsen im Anschluß an die Einzugszone und gegen die Entstehungsstelle des sich dort bildenden Spanrings gerichtet vorgesehen sind. Bei dieser Vorrichtung sind die Düsen der Rohre bewußt in den spangutfreien Bereich hineinverlegt, und zwar noch mit erheblichem Abstand zu den Holzspänen, so daß die freie Wegstrecke für die Aufbereitung des Bindemittel/Luftgemisches zur Verfügung gestellt wird. Ist dieser Abstand bzw. die freie Wegstrecke nicht groß genug, dann findet eine streifenweise Bedüsung oder Beleimung der Holzspäne statt. Wesentlich ist, daß die Rohre mit den Düsen gegen die Entstehungsstelle des sich im Anschluß an die Einzugszone bildenden Spanring gerichtet sind, weil so diese Stelle größter Auflösung des Spänekuchens geschickt genutzt werden kann.
- Es können kurze Rohre auf der angetriebenen Mischwerkswelle oder lange Rohre in der Wandung des Mischbehälters angeordnet sein, deren Düsen nach rückwärts geneigt - also entgegen der Bewegung der Späne - angeordnet sind. Das Bindemittel/Luftgemisch wird also im Gegenstrom zu den Holzspänen geführt. Dabei ist ein besonders inniger Kontakt zu erwarten, verbunden mit einer weitgehend homogenen Verteilung. Nachmischwerkzeuge, wie sie im Stand der Technik unumgänglich sind, können entfallen oder doch nur auf ein kleines Stück der axialen Länge des Mischbehälters beschränkt sein, soweit sie für den Transport der Späne durch den Mischer erforderlich sind.
- Die Düsen können in einem Winkel von etwa 60 bis 75° zur Achse der Mischwerkswelle geneigt angeordnet sein. Dieser Winkel garantiert eine große freie Wegstrecke. Es besteht keine Gefahr der Streifenbeleimung, wie dies in dem Vertikalschacht bei Bindemittelverdüsung oft vorkommt.
- Die Rohre mit den Düsen können über den Umfang verteilt, aber nur an einer axialen Stelle der Mischzone mit einem einer freien Wegstrecke von etwa 0,5 bis 2 m entsprechenden Abstand angeordnet sein. Die Anordnung mehrerer Leimzufuhrrohre axial verteilt, entfällt. Auch hierdurch wird die Baulänge der Einrichtung verkürzt.
- Das Bindemittelzugaberohr kann Öffnungen aufweisen, die mit eng beieinanderliegenden Verschlüssen gegenüber den übrigen Teilen der Mischwerkswelle abgedichtet sind, so daß das Bindemittel nur in einem relativ engen Bereich austreten kann.
- Die innere Wandung des Mischbehälters kann mit einem das Anhaften von Bindemittel erschwerenden Überzug versehen sein, was einer Ablagerung von Bindemittel auf der inneren Wandung des Mischbehälters entgegenwirkt.
- Das Verfahren und die Vorrichtung sind an sich für sämtliche bekannten Bindemittel der Holzspanplattenindustrie anwendbar. Mit besonderem Vorteil wird als Bindemittel Isocyanat eingesetzt. Bei diesem relativ teuren Bindemittel gestattet die besonders gute homogene Verteilung eine Erniedrigung des Bindemittelanteils ohne Festigkeitseinbußen. Dies ist darauf zurückzuführen, daß das Isocyanat eine chemische Bindung mit den Holzspänen bewirkt, die auch bei dünnster Bedeckung voll wirksam ist.
- Die Erfindung wird anhand zweier Vorrichtungen beispielhaft verdeutlicht. Es zeigt
- Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch eine Vorrichtung in einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 2 einen Schnitt gemäß der Linie II-II in Fig. 1 und
- Fig. 3 eine ähnliche Schnittdarstellung wie Fig. 2, jedoch in abgewandelter Ausführungsform.
- Fig. 1 zeigt einen Mischbehälter 1, dessen Wandung 2 zylindermantelförmig ausgebildet ist. Am einen Ende der Wandung 2 ist ein Zufuhrstutzen 3, in dem die Holzspäne gemäß Pfeil 4 eintreten, vorgesehen, während am anderen Ende ein Mischgutaustrittsstutzen 5 angeordnet ist, durch welchen das mit Bindemittel versehene Mischgut die Vorrichtung verläßt. Zwischen einer Einzugszone 6 und einer Austragszone 8 ist eine Mischzone 7 vorgesehen, die von der Einzugszone 6 nicht deutlich getrennt werden kann.
- In der Wandung 2 des Mischbehälters 1 ist eine Mischwerkswelle 9 drehbar gelagert. Hierzu dienen Lager 10 und 11. Am austrittsseitigen Ende ist über einen Riementrieb 12 ein Motor 13 angeschlossen. Die Mischwerkswelle 9 ist im Bereich der Einzugszone 6 mit Einzugswerkzeugen 14 besetzt, die den Holzspänen eine radial und axial gerichtete Bewegungskomponente erteilen, so daß das im Zuführstutzen 3 weitgehend ungleichmäßig herabfallende Spänematerial ergriffen wird und sich am Übergang von der Einzugszone 6 zu der Mischzone 7 ein an der Wandung 2 anliegender Spanring 15 bildet, der in Fig. 1 kreuzweise schraffiert ist.
- Die Mischwerkswelle 9 ist hohl ausgebildet, so daß in ihrem Innern ein Bindemittelzugaberohr 16 angeordnet wird, welches mit Öffnungen 17 versehen ist, durch welche Bindemittel über eine Einrichtung 18 zum Aufbringen eines hohen Druckes, also beispielsweise eine Pumpe, zugeführt werden kann. Die Öffnungen 17 sind mit Verschlüssen 19 und 20 gegenüber den übrigen Teilen der Mischwerkswelle 9 abgedichtet, so daß das Bindemittel nur in einem relativ engen Bereich austreten kann. In diesem Bereich sind kurze nach rückwärts geneigt abgewinkelte Rohre 21 über den Umfang verteilt, jedoch axial nur an einer Stelle angeordnet. Die Abwinklung der Rohre oder die Richtung, mit der die am freien Ende der Rohre vorgesehenen Düsen 22 nach hinten gerichtet sind, beträgt etwa 60 bis 75° zu der Achse der Mischwerkswelle 9. Das hier unter hohem Druck verdüste Bindemittel bildet einen sich spiralförmig bewegenden und aufweitenden Schleier aus einem Bindemittel-Luftgemisch, welches nach rückwärts im Gegenstromverfahren im Innern des Spanrings 15 geleitet wird, bis es an der Entstehungsstelle des Spanrings zwischen Einzugszone 6 und Mischzone 7 auf die Späne trifft, die hier in sehr gut aufgelöstem Zustand von den Einzugswerkzeugen 14 in Bewegung gesetzt werden. Wesentlich ist, daß eine genügend große freie Wegstrecke vorhanden ist, so daß sich das Bindemittel/ Luftgemisch bilden und aufweiten kann, bis die Oberfläche des Bindemittels etwa in der Größenordnung ist, die der Größenordnung der Oberfläche der Späne entspricht. Das Bindemittel befindet sich also zum Zeitpunkt, dem es erstmals auf die Späne auftrifft, in einem sehr fein verteilten Zustand mit vergrößerter Oberfläche. Das Bindemittel gelangt unter hohem Druck, beispielsweise im Bereich von 150 bis 200 bar über die Einrichtung 18 und eine Leitung 27 in das Bindemittelzugaberohr 16 und durch die Austrittsöffnungen 17 in die Rohre 21 mit den Düsen 22. Dies ist insbesondere aus Fig. 2 ersichtlich. Anstelle der Rohre 21 auf der Mischwerkswelle 9 können auch ortsfeste lange Rohre 23 über den Umfang verteilt in der Wandung 2 des Mischbehälters 1 ortsfest angeordnet sein. Auch dabei ist wesentlich, daß die Düsen 22 in einer spangutfreien Zone, also außerhalb des Spanrings 15 enden. Auch hier sind die Rohre 23 in Richtung auf die Einzugszone 6 geneigt. Die innere Wandung 2 des Mischbehälters 1 kann mit einem das Anhaften von Bindemittel erschwerenden Überzug 24 versehen sein.
- Im Anschluß an die Rohre 21 (Fig. 1) können Mischarme 25 vorgesehen sein. Hierzu ist nur - wenn überhaupt - eine relativ kurze axiale Strecke erforderlich, soweit sie für den Transport der Späne durch den Mischer erforderlich sind.
- Im Bereich der Austragszone 8 ist die Mischwerkswelle 9 mit Auswerfwerkzeugen 26 besetzt, die das beleimte Spänematerial in Richtung auf den Mischgutaustrittsstutzen 5 beschleunigen.
Claims (10)
1. Verfahren zum kontinuierlichen Beleimen von Holzspänen und anderen lignozellulosehaltigen Partikeln, wobei aus den Holzspänen ein sich spiralförmig bewegender Spanring gebildet wird und die Holzspäne dabei mit Bindemittel aus einer spangutfreien Zone und mit Abstand zu dem Spanring bedüst werden, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel unter hohem Druck verdüst und dabei auf einer freien Wegstrecke von mindestens 0,5 m ein Bindemittel/Luftgemisch gebildet wird, und daß das Bindemittel/Luftgemisch an der Entstehungsstelle des Spanrings auf die im Vergleich zum Spanring in noch aufgelösterem Zustand befindlichen Späne geleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel/Luftgemisch aus dem Innern des Spanrings im Gegenstromverfahren auf die Entstehungsstelle des sich bildenden Spanrings geleitet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittel unter einem Druck von 150 bis 200 bar verdüst wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 3, mit einem zylindrischen, an einem Ende einen Zuführstutzen (3) für die Holzspäne und am anderen Ende einen Mischgutaustrittsstutzen (5) aufweisenden Mischbehälter (1), in dem koaxial eine antreibbare Mischwerkswelle (9) angeordnet ist, die in einer dem Zuführstutzen (3) zugeordneten Einzugszone (6) mit den Spanring (15) aufbauenden und eine axiale spiralige Spanförderung bewirkenden Einzugswerkzeugen (14) und in einer nachgeordneten, dem Mischgutaustrittsstutzen (5) zugeordneten Auswurfzone (8) mit Auswerfwerkzeugen (26) versehen ist, wobei zwischen Einzugszone (6) und Auswurfzone ( 8) eine Mischzone (7) mit Rohren (21) zur Zufuhr des Bindemittels vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bildung eines Bindemittel/ Luftgemisches die freien Enden der Rohre (21 bzw. 23) mit Düsen (22) besetzt sind, die innerhalb des vom Spanring umschlossenen Raumes (15) und mit Abstand zum Spanring angeordnet sind, daß zur Zerteilung bzw. Vernebelung des Bindemittels eine Einrichtung (18) zum Aufbringen eines hohen Druckes, insbes. von 150 bis 200 bar, vorgesehen ist, und daß die Rohre (21 bzw. 23) mit den Düsen (22) im Anschluß an die Einzugszone (6) und gegen die Entstehungsstelle des sich dort bildenden Spanrings (15) gerichtet vorgesehen sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß kurze Rohre (21) auf der angetriebenen Mischwerkswelle (9) oder lange Rohre (23) in der Wandung (2) des Mischbehälters (1) angeordnet sind, deren Düsen (22) nach rückwärts geneigt - also entgegen der Bewegung der Späne - angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Düsen (22) in einem Winkel von etwa 60 bis 75° zur Achse der Mischwerkswelle (9) geneigt angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohre (21 bzw. 23) mit den Düsen (22) über den Umfang verteilt, aber nur an einer axialen Stelle der Mischzone (7) mit einem einer freien Wegstrecke von etwa 0,5 bis 2,0 m entsprechenden Abstand angeordnet sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Bindemittelzugaberohr (16) Öffnungen (17) aufweist, die mit eng beieinander liegenden Verschlüssen (19, 20) gegenüber den übrigen Teilen der Mischwerkswelle (9) abgedichtet sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die innere Wandung (2) des Mischbehälters (1) mit einem das Anhaften von Bindemittel erschwerenden Überzug (24) versehen ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Bindemittel Isocyanat eingesetzt wird.
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