DE3112665A1 - Ballenpresse mit vertikaler arbeitslage - Google Patents
Ballenpresse mit vertikaler arbeitslageInfo
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Description
Ballenpresse mit vertikaler Arbeitslage
Gegenstand der Erfindung ist eine Ballenpresse mit vertikaler Arbeitslage und einem von einer Ruhelage
aus in Richtung zu einer Arbeitslage arbeitenden, mechanisch über ein oder mehrere Preßspindeln angetriebenes
Preßschild, wobei die eine oder mehrere Preßspindeln mit einem freien Ende am Preßschild angreifen und jeweils
eine drehend angetriebene Spindelmutter durchgreifen.
Eine eingangs genannte Ballenpresse ist in vielfältigen Ausführungsformen bekannt geworden. Allen Ausführungsformen ist gemeinsam, daß die Pressen zur Aufbringung
einer relativ hohen Preßkraft relativ groß und raumgreifend gebaut werden müssen, so daß sie nicht ohne
weiteres transportiert werden können,und vor allem nicht durch Normtüren von beispielsweise 200 cm Höhe von Fabrikgebäuden,
Wohngebäuden und Kellerräumen hindurchpassen. Wird beispielsweise eine Preßkraft von 2o Tonnen verlangt,
die erforderlich ist, um sogenannte Europa-Paletten mit einer Grundfläche von 80 cm χ 12o cm in einem Stück
zu verpressen, dann muß eine solche Presse so groß gebaut
werden, daß sie nicht mehr durch die erwähnten Normtüren hindurchpasst.
Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, eine Ballenpresse
mit vertikaler Arbeitslage der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß eine möglichst niedrige Bauhöhe
bei einer Pressenkraft von 2o Tonnen oder mehr erreicht wird.
Zur Lösung der gestellten Aufgabe ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß am Preßschild zwei Preßspindeln angreifen,
deren Spindelmuttern jeweils über einen Getriebezug von einem Antriebsmotor angetrieben sind und daß die Spindelmuttern
zusätzlich über einen weiteren Getriebezug miteinander verbunden
s ind.
-4-
Wesentlicher Vorteil der vorliegenden Erfindung ist also, dass mit dem beschriebenen Antriebssystem eine Presskraft
von 20 Tonnen bei einer Pressfläche von etwa 80 χ 120 cm zur Verpressung unzerteilten Pressgutes in der Grössenordnung
einer Europa-Palette erreicht wird.
Versuche des Anmelders haben gezeigt, dass die Verwendung eines einzigen Antriebsmotors mit einer elektrischen Antriebsleistung
von etwa 2,2 kW eine Pressleistung von etwa 7 Tonnen ergibt. Will man nun eine höhere Presskraft erreichen, z.B.
eine Presskraft von 20 Tonnen, wie sie zur Verpressung von Europa-Paletten erforderlich ist, dann muss der hierfür erforderliche
Antriebsmotor so gross ausgebildet werden, dass das Pressengehäuse in sich sehr raumgreifend aufgebaut ist
und eine Pressenhöhe von 200 cm weit überschritten wird. Man kann den Anti iebsmotor auch quer einbauen; es ergeben
sich jedoch dann Probleme der Kraftumlenkung mit Hilfe
von Getriebezügen von dem horizontal arbeitenden Antriebsmotor
auf die vertikal arbeitenden Spindeln. Eine solche Lösung ist ausserdem ausserordentlich kostenaufwendig
.
Versuche des Anmelders haben nun ergeben, dass bei der Verwendung zweier Antriebsmotoren, von denen jeder auf eine
eigene Preßspindel arbeitet und die Preßspindeln zueinander synchronisiert werden, eine Potentierung der Antriebsleistung
die Folge ist.
Zwei Antriebsmotoren mit jeweils einer elektrischen Antriebsleistung
von 2,2 kW ergeben dann nicht eine Pressleistung von etwa 14 Tonnen, sondern mit dem beschriebenen Antriebssystem
eine Press leistung von 20 Tonnen. Es wird also im Vergleich zu der Verwendung eines einzigen Antriebsmotores
- der bezogen auf die Press leistung - eine Antriebsleistung von etwa bis 10 kW haben müsste, in überraschender Weise
-5-
mit zwei Antriebsmotoren geringer, elektrischer Antriebsleistung eine gleiche Preßkraft erzielt.
Wesentlich hierbei ist, daß die Antriebsmotoren mit ihren Antriebswellen ebenfalls vertikal arbeiten und über einen
ersten Getriebezug, z.B. über Kettenräder und eine Kette auf die zugeordnete Spindelmutter der zugeordneten Pressspindel
wirken.
Damit die erforderliche Bauhöhe von 200 cm nicht überschritten wird, ist es nach dem Gegenstand des Anspruches 2 vorgesehen,
daß die gesamte Antriebseinheit der Ballenpresse, bestehend aus Antriebsmotor, Getriebezügen und Spindelmuttern im oberen
Bereich des Pressengehäuses angeordnet sind. Durch die Verwendung von Antriebsmotoren relativ geringer, elektrischer
Antriebsleistung ergibt sich eine besonders geringe Bauhöhe der Antriebsmotoren, so daß die geforderte Bauhöhe von
200 cm nicht überschritten wird. Hierzu ist es dann nach dem Gegenstand des Anspruches 3 vorgesehen, daß die Preßspindeln
in der oberen Ruhelage des Preßschildes den oberen Gehäusedeckel des Pressengehäuses durchgreifen.
Soll nun die Ballenpresse durch Türen, Tore und dergleichen mit einer lichten Höhe von 200 cm transportiert werden,
dann wird vorher das Preßschild aus seiner oberen Ruhelage in die untere Arbeitslage gefahren, so daß die Preßspindeln,
die in der oberen Ruhelage aus dem oberen Gehäusedeckel des Pressengehäuses ragen, im Pressengehäuse verschwinden und
die Ballenpresse leicht durch die beschriebenen Normtüren transportiert werden kann.
Ein weiteres, wesentliches Merkmal der Erfindung ist nach dem Gegenstand des Anspruches 4 , daß die Spindelmuttern
über Schrägrollenlager in einer horizontalen, beiderseits am Pressengehäuse befestigten Quertraverse befestigt sind.
-6-
Die genannte Quertraverse , die z.B. aus einem Doppel-T- oder
Doppel-U-Träger besteht, hat also die gesamte Presskraft
des Preß Schildes auf das Pressengehäuse zu übertragen. Ist diese Quertraverse als Doppel-T- oder Doppel-U-Träger
ausgebildet, dann ergibt sich hierdurch die großte,mechanische
Belastbarkeit bei geringer Bauhöhe, wodurch wiederum ein Beitrag zur Erzielung einer geringen Bauhöhe des Pressengehäuses
erreicht wird.
Der Erfindungsgegenstand der vorliegenden Erfindung ergibt
sich nich1}nur aus dem Gegenstand der einzelnen Patentansprüche,
sondern auch aus der Kombination der einzelnen Patentansprüche untereinander.
Alle in den Unterlagen offenbarten Angaben und Merkmale,
insbesondere die in den Zeichnungen dargestellte, räumliche Ausbildung werden als erfindungswesentlich beansprucht ,
soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik neu sind.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden Zeichnung näher erläutert.
Hierbei gehen aus der Zeichnung und ihrer Beschreibung weitere erfindungswesentliche Merkmale und Vorteile der
Erfindung hervor.
In der Abbildung ist schematisiert der obere Teil des Pressengehäuses
einer vertikal arbeitenden Ballenpresse gezeigt. Das Preßschild 1 befindet sich hierbei zwischen der oberen
Ruhelage und einer nicht näher dargestellten unteren Arbeitslage.
mmm -7
Die Preßspindeln 2,3 greifen jeweils mit ihren freien Enden
gelenkig über Bolzen 11 am Preßschild 1 an entfernt voneinander
angeordneten Lagerpunkten an. Das Preßschild wird somit in Pfeilrichtung 12 vertikal von oben nach unten laufend
angetrieben, wobei oben die Ruhelage ist und unten die Druckoder Arbeitslage. Durch die parallele Anordnung von zwei Preßspindeln
2,3 , die im Abstand voneinander angeordnet sind, wird ein ausserordentlich präziser Gleichlauf des Preßschildes
1 bei hoher Preßkraft von 2o Tonnen erreicht, wobei die Preßkraft über das gesamte Preßschild 1 gleichmässig verteilt ist.
Ein Verkanten des PreßSchildes wird somit vermieden.
Das Preßschild 1 läuft hierbei über nicht näher dargestellte Führungen mit seinen Führungsschienen 25 an den Seitenwänden
des Pressengehäuses 13 entlang. An den Seitenwänden des Pressengehäuses sind die vertikal angeordneten Antriebsmotoren
4,5 befestigt. Die Antriebsachse 14,15 des Antriebsmotors 4,5
ist drehfest mit einem ersten Zahnrad 16,17 verbunden, und eine erste Kette läuft über ein Doppel-Kettenrad 17,18.
Es wird hiermit ein erster Getriebezug 6 , 7 geschaffen. Jedes Doppel-Zahnrad 17,18 ist mit Keilen und die Keile
sichernden Kontermuttern 19 auf der zugeordneten Spindelmutter 8,9 drehfest gelagert. Das zweite Zahnrad des Doppel-Zahnrades
17,18 läuft über einen Kettentrieb (Getriebezug 10), so daß die Zahnräder 17,18 genau synchron laufen, und damit auch die
Spindelmuttern 8,9 synchron angetrieben sind.
Die Verkantung des Preßschildes 1 während des Preßvorganges ist somit praktisch ausgeschlossen, weil keine der Preßspindeln
2,3 der anderen vorauseilen kann, weil die Preßspindeln genau synchron drehend über die Spindelmuttern 8,9
angetrieben sind. Die Antriebskraft der Antriebsmotoren 4,5 wird somit mit hohem Wirkungsgrad und lediglich unter
Zwischenschaltung eines einfachen Getriebezuges 6,7,1 ο auf die Spindelmuttern 8,9 übertragen.
-8-
Jede Spindelmutter 8,9 ist mit Schrägrollenlagern 22 in einer beiderseits am Pressengehäuse 13 befestigten Quertraverse
befestigt, wobei die Schrägrollenlager über Flansche 23 und die Flansche durchgreifende Spannschrauben 24 in der Quertraverse
20 befestigt sind.
Dadurch, daß Antriebsmotoren 4,5 mit vertikal arbeitenden
Antriebswellen 14,15 verwendet werden, ergibt sich die geforderte, geringe Bauhöhe 21. Die Press-Spindeln 2,3 durchgreifen
in der oberen Ruhelage des Preßschildes 1 den andeutungsweise gezeigten Gehäusedeckel 26, während sie
in der unteren Arbeitslage des Preßschildes im Gehäusedeckel verschwinden. Die aus dem Gehäusedeckel 26 herausragenden
Enden der Preßspindeln 2,3 sind durch nicht näher dargestellte Faltenbälge abgedeckt.
Bei der erfindungsgemässen Ausführung gelingt es mit zwei
Motoren zu 2,2 kW eine Pressleistung von 2o t zu erzielen, d.h. die Presse arbeitet mit einem besonders guten Wirkungsgrad
im Verhältnis zur aufgenommenen und abgegebenen Leistung.
Claims (5)
- DFUNG. G. RIEBLING DR.-ING. P. RIEBLINGDipl.-Ing.. Ing. (grad.) Dipl.-Ing.Zugelassene Vertreter beim Europäischen PatentamtProfessional Representatives before European Patent Off 'CeMandataires agrees pres !Office europöen des brevetsMein ZeichenSch 364-31-kuBitte in der Antwort wiederholenL- Jlhr zachen inre Nachricht vom D-8990 Lindau (Bodensee)Ftennerie 10 Postfach 316023. März 1981Betreff: Anmelder: Firma Feinwerktechnik Schleicher & Co.,Postfach 122o, 7778 MarkdorfPatentansprüche1".J Ballenpresse mit vertikaler Arbeitslage und einem von einer Ruhelage aus in Richtung zu einer Arbeitslage arbeitenden, mechanisch über ein oder mehrere Preßspindeln (2,3) angetriebenes Preßschild (1), wobei die eine oder mehrere Preßspindeln (2,3) mit einem freien Ende am Preßschild (1) angreifen und jeweils eine drehend angetriebene Spindelmutter (8,9) durchgreifen, dadurch gekennzeichnet, daß am Preßschild (1) zwei Preßspindeln (2,3) angreifen, deren Spindelmuttern (8,9) jeweils über einen Getriebezug (6,7) von einem Antriebsmotor (4,5) angetrieben sind und daß die Spindelmuttern (8,9) zusätzlich über einen weiteren Getriebezug (10) miteinander verbunden sind.
- 2. Ballenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die gesamte Antriebseinheit der Ballenpresse, bestehend aus Antriebsmotoren (4,5) , Getriebezügen (6,7,1o) und Spindelmuttern (8,9) im oberen Bereich des Pressengehäuse^ angeordnet sind.Fernsprecher: Fernschreiber: Teiegramm-Adresse Bankkonten Postscheckkonto69™ 5025 °5«74,pa,.d, Patr-indau Bayer. Vere.nsbank Lmdau -B, Nr. 1208576 ,BLZ 73520074, München 295^υπα OUda Hypo-Bank Lindau (B) Nr «570-278920 (BLZ 73520642)Volksbank Lindau (Bl Nr Bi 720000 (BLZ 73590120)-2-
- 3. Ballenpresse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßspindeln (2,3) in der oberen Ruhelage des Preßschildes (1) den oberen .Gehäusedeckel des Pressengehäuses durchgreifen.
- 4. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die Spindelmuttern (8,9) über Schrägrollenlager (22) in einer horizontalen, beiderseits am Pressengehäuse (13) befestigten Quertraverse(20) befestigt sind.
- 5. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß bei einer Preßleistung von 2o Tonnen und einer Pressenfläche von etwa 80 cm χ 12o cm die elektrische Antriebsleistung jedes Antriebsmotors (4,5) etwa 2,2 kW beträgt.— O-.
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