DE3110611A1 - "mitogene der leukozyten und des entzuendungsgewebes:natuerliche leukopoetine zur selektiven anregung der teilung und differenzierung von leukozyten" - Google Patents
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Description
- 14 -
Die Zerstörung von körpereigenem Gewebe bei Entzündungen, welche durch nicht-immunologische und/oder durch immunologische
Prozesse verursacht werden, führt zur Bildung verschiedener endogener Substanzen (Mediatoren und Hormone).
Sie regulieren die komplexen Einzelschritte der Aktivierung des Entzündungs- und des Gewebereparaturprozesses. Die
Mediatoren entstehen entweder durch begrenzte und regulierte Proteolyse vom Plasma- oder Serumfaktoren als hunorale
Mediatoren, oder sie werden durch aktive Sekretion und/oder Zell-Lyse aus Zellen und Geweben als zelluläre Mediatoren
freigesetzt. Dabei spielen vor allem die Mediatoren und Hormone eine große Rolle als spezifische chemische Informationsträger,
welche von Zellen im Verlauf von Zellteilungsprozessen
(Mitosen) gebildet und sezerniert werden. Sie sind Teil des Körperabwehrsystems, dessen systemische
und lokale Aktivierung sie mitregulieren. Die Mediatoren tragen dadurch zur Entfernung und Entgiftung der.zerstörten
körpereigenen Stoffe und/oder der eingedrungenen Fremdkörper bei. Ferner.ermöglichen sie durch Regulierung der ZeIlteilungs-
und Gewebewachstumsprozesse bei der Wundheilung die Wiederherstellung der physiologischen Funktionen des
Organismus. Wie die klassischen Hormone endokriner Drüsen sind auch die Entzündungsmediatoren Stoffe, die nur in sehr
geringer Konzentration als Spuren im Gewebe oder Blut vorhanden sein können. Man kann z.B. berechnen, daß eine sich
teilende Zelle nur etwa bis zu 5000 solcher Madiatorsiolaküle
im Gleichgewicht in ihrem umgebenden Medium halten kann.
L J
Eine Reaktion, welche zur Teilung einer Zelle unter Verdoppelung des Chromosomenbestandes führt, wird als "Mitose"
bezeichnet. Unter den Leukozyten unterscheidet man die reifen, voll ausdifferenzierten zirkulierenden Leukozytenc
arten der Granulozyten (segmentförmige neutrophile,
eosinophile, basophile Phagozyten) und die monönukleären Leukozyten (monozytäre Phagozyten und Lymphozyten) mit ihren
verschiedenen Unterarten (T, B-Zellen usw.). Von diesen zirkulierenden Zellen sind nur die monönukleären Leukozyten
IQ weiter teilungs- und differenzierungsfähig. Zu den Zellvorstufen
dieser adulten Leukozytenarten gehören insbesondere für die Entwicklungs- und Reifungsreihe (Hämatopoese) der
segmentförmigen Granulozyten (Leukopoese) deren Vorläufer, der stabförmige Granulozyt, dessen Vorläufer, der adulte
und juvenile Metamyelozyt, welcher aus der Reihe Myelozyt, Promyelozyt, Myeloblast und Knochenmarksstammzelle hervorgeht.
Körpereigene endogene chemische Stoffe, welche die Prozesse dieser Zellentwicklung und Reifung steuern und regeln,
nennt man Leukopoetine; vgl. H.E. Whipple und M.I. Spitzer
eds., Leukopoesis in Health and Disease, Ann. N.Y. Acad. Sei., 113 (1964), S. 511 bis 1092. Zu den Leukopoetinen gehören
unter anderem die Stoffe, die die Teilung und Differenzierung der Leukozyten und ihrer Vorstufen anregen
(Mitogene).
Über die Mitose der teilungsfähigen peripheren Leukozyten
und der Leukozyten-Vorstufen des Knochenmarks existieren zahlreiche Veröffentlichungen; vgl. J. Lobue und A.S. Gordon,
"Humoral Control of Growth and Differentiation", Vol. I, Academic Press, New York, 1973. Es wurde auch über verschiedene
Arten von biologischen Aktivitäten, beispielsweise aus Zellkulturen, berichtet, die mitogene Wirkung auf Leukozyten
oder ihre Vorstufen zeigen. Eine solche Aktivität ist beispielsweise der von T.R. Bradley und D. Metcalf, Aust. J.
Exp. Biol. Med. Sex. 44 (1966), S. 287, sowie von zahlreichen
anderen Autoren beschriebene "colony stimulating factor". Unter dieser Bezeichnung werden Aktivitäten zusammengefaßt,
die beispielsweise an Serum- oder Urinextrakten beobachtet werden. Sie sind in der Lage, die Proliferation
und Differenzierung von Granulozyten und Makrophagen in in vitro-Kulturen anzuregen.
Eine ähnliche Aktivität ist der von D.Y. Mochizuki u. Mitarb./
j. Immunol. Meth. 39 (1980), S. 185 bis 201 beschriebene
"T cell growth factor". Diese Aktivität entsteht beispielsweise aus T-Zellen und Makrophagen und ist in der Lage, in
vitro Langzeitkulturen von T-Zellen zu. erhalten.
Unter der Bezeichnung LAF (lymphocyte activating factor)
ist eine andere biologische Aktivität beschrieben worden; vgl. I. Gery und R.E. Handschuhmacher, Zeil. Immunol. 11
(1974), S. 162.
Bisher konnte keine der zahlreichen beschriebenen Mitose-Aktivitäten
als differenzierter Stoff gewonnen und charakterisiert werden. Alle Arbeiten beschränken sich im Gegenteil
im wesentlichen auf den experimentellen Nachweis der Mitose-Aktivität von Undefinierten Lösungen oder Gemischen.
Es fehlt deshalb bisher auch jede gesicherte Kenntnis über die chemische Natur der aktiven Stoffe und ihre biologische
Spezifität.
Die Mitoseaktivität wird als "Mitose-Index" einer ZeIlpopulation
(Verhältnis der Zahl der in Mitose befindlichen Zellen zur Gesamtzahl) bestimmt. Ein zweiter Test beruht
auf dem Einbau von radioaktivem Thymidin; vgl. J. Paul, "Cell & Tissue Cultures", 5. Aufl. 1975 Churchill Livingstone,
London.
35
35
L J
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine neue Klasse von zellulären Mitogenen der Leukozyten in hochgereinigter
Form und in wägbaren Mengen bereitzustellen, die biologisch spezifische, natürlich wirkende Mediatoren der
Zellteilung und Differenzierung der Leukozyten und/oder
ihrer Vorstufen darstellen und sich
zur spezifischen Beeinflussung des AbwehrzuStandes von
Säugern, z.B. des Menschen eignen. Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, ein wirtschaftliches, sowie labormäßig
und technisch handhabbares Verfahren zur Herstellung und Gewinnung dieser Spurenproteine aus Leukozyten oder Entzün- ;
dungsgewebe zu schaffen, bei dem sie in hochgereinigtem Zustand und in wägbaren Mengen erhalten werden können. Diese
Aufgaben werden durch die Erfindung gelöst.
Die Erfindung betrifft demnach Mitogene der Leukozyten und des Entzündungsgewebes, die gekennzeichnet sind durch
folgende Eigenschaften:
a) biologische Wirkungen in vivo und in vitro:.
- selektive Anregung der Teilung und Differenzierung. (Mitose} von Knochenmarks-- und/oder Gewebeleukozyten;
- LD50 nicht bestimmbar, da keine lethalen Wirkungen,
selbst bei mehr als der 10 OO1 -fachen Dosis der physio
logisch aktiven Schwellendosis, ersichtlich sind;
- keine Mobilisierung adulter oder juveniler Leukozyten
(Leukozytose- oder Linksverschiebungsreaktion);
- keine Kapillarpermeabilitätserhöhung im Hauttest;
- keine spasmogene Aktivität auf glatte Muskulatur;
- keine spasmogene Aktivität auf gestreifte Muskulatur;
- kein Endotoxingehalt und keine endotoxingleichen oder -ähnlichen Wirkungen;
- keine chemische Anlockung (Chemotaxis) von Leukozyten
in vitro;
35
Γ - 18 -
- keine positive oder negative chemokinetische'Wirkung
auf Leukozyten in vitro;
- keine Phagozytose stimulierende Wirkung auf Leukozyten in vitro;
- keine ersichtlichen Schock- oder andere systemisch abträglichen Wirkungen vom Soforttyp oder protrahierten
Typ im Gesamtorganismus in vivo;
- keine signifikante pyrogene Wirkung in vivo;
- keine Lysewirkungen auf Erythrozyten, Thrombozyten und
Leukozyten in vitro;
- keine Entzündungswirkung in situ.?
- keine chemotropische Mitogenwirkung auf Blutgefäßzellen;
b) physikalisch-chemische Eigenschaften:
- Typische Proteineigenschaften und Proteinreaktionen (Folin- und Biuretreaktionen);
- Schmelzpunkt: etwa 2OO°C (Zers, unter Luft- und Sauerstoff
aus Schluß) ;
-kein normaler freier und selbständiger Blut-, Blutplasma- oder Blutserumbestandteil;
- .sie entstehen aus Leukozyten als zelluläre Mediatoren;
- elektrophoretisch^ Wanderung bei pH 7,40 in Äcrylamidmatrizen:
anodisch;
- löslich in wäßrigen Medien einschließlich 10 % Äthanol bei einem pH-Wert von mindestens 4,0 bis 10;
- sie adsorbieren reversibel in Struktur und biologischer Aktivität an Anionen-und Kationenaustauschern, Calciumphosphatgel
und Hydroxylapatit und können nativ der Voluitienverteilungschromatograpliie
unterworfen werden.
L J
311061 ι -:-:- "- ■
Γ Π
- 19 -
Die Mitogene der Erfindung sind zelluläre Entzündungsmediatoren mit topobiochemisch und biologisch spezifischer
Wirkung. Ihre biologische Aufgabe ist die Anregung von Teilung und Differenzierung von peripheren Leukozyten und
ihrer Vorstufen im Knochenmark (Blasten). Diese Leukopoetine sind keine normalen selbständigen Blut- oder Serumbestandteile
. Sie entstehen in vitro bei der Kultur von Leukozyten oder in vivo bei der Ansammlung von Leukozyten am Entzündungs—
ort neben einer Vielzahl anderer Hormone und Mediatoren. . :
10
Die erfindungsgemäß erstmals isolierten, in hochreinem Zustand gewonnenen und charakterisierten Mitogene der Leukozyten
und des Entzündungsgewebes sind chemotaktisch inaktiv für alle Leukozytenarten und induzieren keine Schockreaktior.en
oder andere ersichtlichen systemisch abträglichen Reaktionen. Sie haben auch keine chemokinetische und Phagozytose stimulierende
Aktivität für die verschiedenen Leukozytenarten. Ferner sind sie ohne kapillarpermeabilitätserhöhende/ ohne
pyrogene und ohne spasmogene Wirkung. Außerdem haben sie keine Leukozytose induzierende Wirkung. Dies zeigt, daß sich
die Mitogene der Erfindung in vielen ihrer biologischen und chemischen Eigenschaften von strukturellen und funktioneilen
Eigenschaften der bakteriellen Endotoxine unterscheiden.
Auch die anderen molekularen Eigenschaften der Mitogene der Erfindung, besonders ihre zur Aktivität notwendigen niedrigen
Blutspiegel, weisen auf die Hormonähnlichkeit dieser Entzündungsmediatoren hin. Die aktiven Schwellendosen liegen
bei etwa 10 bis 50 pmol/1.
30
Die Mitogene der Erfindung lassen sich in zwei Klassen aufteilen: Verbindungen, die teilungsfähige'periphere Leukozytenarten
zur Mitose anregen, werden je nach der Art der Zielzellen als "Lymphomitogene" (wirken auf Lymphozyten)
oder "Histiomitogene" (wirken auf Histiozyten = Makrophagen) bezeichnet. Verbindungen, die Leukozytenvorstufen des Kno-
r π
- 20 -
chenmarkszur Mitose anregen, werden als "Blastogene" bezeichnet.
Die Mitogene der Erfindung stammen aus Monozyten, Granulozyten
oder Lymphozyten. Auch diese unterschiedliche Herkunft wird in ihrer Bezeichnung berücksichtigt.
Das Monocyto-Blastogen (MBG) ist demnach ein Mitogen, das aus Monozyten stammt und die Mitose von Leukozytenvorstufen
des Knochenmarks anregt. Entsprechend ist das Granulocyto-Blastogen (GBG) ein Mitogen, das aus Granulozyten stammt
und ebenfalls die Mitose von Leukozytenvorstufen des Knochenmarks anregt. Das Monocyto-Histiomitogen MHM ist demgemäß
ein Mitogen, das aus Monozyten stammt und die Mitose von Histiozyten (= Makrophagen) anregt. Schließlich ist
das Lymphozyto-Lymphomitogen (LLM) ein Mitogen.aus Lymphozyten, das die Mitose von Lymphozyten anregt.
Das MBG hat neben bzw. zusätzlich zu den vorstehend genannten gemeinsamen Eigenschaften der Mitogene folgende speziel-Ie
Eigenschaften:
a) biologische Wirkungen:
- spezifische Stimulierung der Teilung und Differenzierung
von Knochenmarksleukozyten;
- Schwellendosis der Wirksamkeit in vitro < 50 pmol/1;
b) physikalisch chemische Eigenschaften:
- Molekulargewicht des nativen Proteins (Primärstruktur)
: etwa 25 000 Daltons;
- unlöslich in einer Ammoniumsulfatlösung bei einer Sättigung
von 90 % (3,6 mol/1);
- Adsorptionsspektrum (UV, sichtbarer und naher IR-Bereich)
gemäß Fig. 1;
- Extinktionskoeffizienten gemäß nachstehender Tabelle I :
L J
| 3110611 | 1 cm | - _ · | ), 200C) | +_ 6% |
| - 21 - | 0 | |||
| Tabelle I | O | |||
| Wellenlänge, nm E1 mg/m±f | 0 | (H2o: | ||
| 248 (min) | 0 | ,23 | ||
| 260 | 0 | ,36 | ||
| 276 (max) | ,56 | |||
| 280 | ,55 | |||
| 290 | ,38 | |||
| 400 | O | |||
| 450 | 0 | |||
| 500 | 0 | |||
| 550 | 0 | |||
| 600 | 0 | |||
| 700 | O | |||
| 800 | O | |||
| 850 | 0 | |||
| 900 | 0 | |||
| 1000 | 0 | |||
Das MBG wird von Monozyten durch Sekretion erzeugt. Die
Erzeugung kann beispielsweise durch Mitogenwirkungen, wie 25 polyvalente Lektinmitogene, z.B. aus Canavalia ensiformis
(Concanavalin A = CON)j Endotoxine oder zelluläre Immuhreaktionen,
stimuliert werden.
Das GBG hat neben bzw. zusätzlich zu den vorstehend ge-
30 nannten gemeinsamen Eigenschaften der Mitogene folgende
spezielle Eigenschaften:
- 22 -
a) biologische Wirkungen:
- spezifische Stimulierung der Teilung und Differenzierung von Knochenmarksleukozyten;
- Schwellendosis der Wirksamkeit in vitro <5.nmol/l;
5
b) physikalisch chemische Eigenschaften:
- Molekulargewicht des nativen Proteins (Primärstruktur):
etwa 85 000 Daltons;
- unlöslich in einer Ammoniumsulfatlösung bei einer Sättigung von 90 % (3,6 mol/1);
- Adsorptionsspektrum (UV, sichtbarer und naher IR-Bereich)
gemäß Fig. 2; . '
- Extinktionskoeffizienten gemäß nachstehender Tabelle II:
Wellenlänge, nm E. Λ ^a/inX ■ · 1 ·._· m n 90or, +6%
ι *iiy / hl.*» f ι will . \n.^\J j £*\J w/ "^*
251 (min) 0,22
260 0,30
280 O,55
281 (max) O,56 290 O,41
400 0
450 O
500 O
550 0
600 0
700 . 0
800 · 0
850 0
900 0
0
*28O/£l26O 1^83
r - 23 -
Das GBG wird von Granulozyten durch Sekretion erzeugt.
Die Erzeugung wird bereits durch die Entnahme aus der physiologischen Umgebung (Blutkreislauf) stimuliert, z.B.
durch Auswanderung ins Gewebe. Eine Stimulierung durch Zu-
5. satz von Mitogenen ist demnach hier nicht erforderlich.
Das MHM hat neben bzw. zusätzlich zu den vorstehend genannten gemeinsamen Eigenschaften der Mitogene folgende
spezielle Eigenschaften:
a) biologische Wirkungen:
- spezifische Stimulierung der Mitose von peritonealen Makrophagen;
- Schwellendosis .der Wirksamkeit in vitro <1 nmol/1
b) physikalisch chemische Eigenschaften:
- Molekulargewicht des nativen Proteins (Primärstruktur) : etwa 13 000 Daltons;
- löslich in einer Ammoniumsulfatlösung bei einer Sättigung von 9o % (3,6 mol/1);
- Adsorptionsspektrum (UV, sichtbarer und naher IR-Bereich) gemäß Fig. 3; .
- .Extinktionskoeffizienten gemäß nachstehender Tabelle
• III:
| 3110611 1O':..:< | + 6% | |
| - 24 - | ||
| Tabelle III | ||
| Wellenlänge, nm | E 1 mg/ml/1 cm (H3O, 200C) | |
| 252 (min) | 0,20 | |
| 260 | O,27 | |
| 279 (max) | 0,56 | |
| 280 | 0,56 | |
| 290 | 0,46 | |
| 400 | O | |
| 450 | 0 | |
| 500 | 0 | |
| 550 | 0 | |
| 600 | 0 | |
| 700 | 0 | |
| 800 | 0 | |
| 850 | 0 | |
| 900 | 0 | |
| 1000 | 0 | |
| Ε28Ο/Ε26Ο | 2,O7 | |
Das MHM wird wie das MBG von Monozyten durch Sekretion
erzeugt. Die Erzeugung kann ebenso wie beim MBG durch Mi to-25
genwirkungen, beispielsweise Lektine, Endotoxine oder zelluläre Immunreaktionen, stimuliert werden.
Das LLM hat neben bzw. zusätzlich zu den vorstehend genannten gemeinsamen Eigenschaften der Angiotropine folgen-30
de spezielle Eigenschaften:
a) biologische Wirkungen:
- spezifische Stimulierung der Mitose von .peripheren ,
Lymphozyten;
- .Schwellendosis der Wirksamkeit in vitro ro,5 nmol/1;
b) physikalisch-chemische Eigenschaften:
- Molekulargewicht des nativen Proteins (Primärstruktur):
etwa 17 000 Daltons;
- unlöslich in einer Ammoniumsulfatlösung bei einer Sättigung
von 90 % (3,6 mol/1);
- Adsorptionsspektrum (üV, sichtbarer und naher IR-Bereich) gemäß Fig. 4;
- .Extinktionskoeffizienten gemäß nachstehender Tabelle IV:
Wellenlänge, nra E Λ mcr/rn, 1 cm (H^ 2Qoc) + 6 %
25 2 (min) 0,32
260 0r41
2 80 0,78
28 2 (max) 0,79
290 0,61
40° °
450 0
500 0
550 0
600 0
70° °
800 0
850 0
900 0
0
E28O/E26O 1'90
L ■ J
Das LLM wird von Lymphozyten durch Sekretion erzeugt. Seine
Erzeugung kann ebenso wie diejenige der aus Monozyten stammenden Mitogene der Erfindung durch Mitogenwirkungen, beispielsweise
Lektine/ Endotoxine oder zelluläre Immunreaktionen stimuliert werden.
Bis zur unphysiologischen Konzentration von 1 μΐηοΐ/ΐ besitzen
die Mitogene der Erfindung weder chemotaktische noch chemokinetische, noch Phagozytose stimulierende Aktivitat
für neutrophile, eosinophile und mononukleäre Leukozyten vom Mensch, Kaninchen, Schwein, Hund, Meerschweinchen
oder Ratte, ferner keine Kontraktionswirkung auf die glatte Muskulatur des Meerschweinchenileums, keine kapillarpermeabilitätserhöhende
Wirkung im Hauttest beim Meerschweinchen mit Evans Blau als intravenös injiziertem Marker. Schließlich
besitzen sie auch keine ersichtliche Schockwirkung, selbst bei intravenöser Applikation bis zur 1000-fachen
Dosis der biologisch aktiven Menge beim Meerschweinchen oder Kaninchen, sowie keine pyrogene Wirkung am Kaninchen
(standardisierte Methode durch rektale Temperaturmessung nach Europäischer Arzneibuch Bd. II (1975 S. 56 bis 59),
noch irgendeine andere sichtbare systemische biologische Reaktion bei intravenöser Verabreichung einer hohen Dosis
von etwa 1 nmol/kg bei Meerschweinchen und Ratten.
Die Fig. 1 bis 4 zeigen die UV-Absorbtionsspektren der Mitogene
MBG, GBQ, MHM und LLM in Wasser bei 200C und Extinktionsskala
(0-100) E= 0-2 bei einer Schichtdicke d = 1 cm.
In Fig. 5 ist ein Pyrogen-Standardtest nach Europäisches
Arzneibuch Bd. II (1975) an drei verschiedenen Kaninchen
(a, b und c) vom Durchschnittsgewicht von etwa 3 kg dargestellt, der durch intravenöse Verabreichung von MHM in
einer Menge von 30 ng in 1 ml (0,9 Gewicht/Volumen)-prozentiger
physiologischer Kochsalzlösung durchgeführt wurde. In den Diagrammen der Fig. 5 ist der rektal bestimmte Temperaturverlauf
bei den Kaninchen vor (VA), während (*) und kurz nach (P) sowie weiterhin 30 bis 180 Minuten nach der
Applikation graphisch dargestellt.
L ■ ■ J
L ■ ■ J
Γ - 27 -
Europäisches Arzneibuch Bd. II (1975), britische und amerikanische
(USP) Standards (Pharmacopoeia 1973, 1975) erlauben die Bezeichnung "pyrogenfrei" oder "fehlende pyrogene
Wirkung" für Präparate, welche in drei Versuchskaninchen als Summe aller Abweichungen der rektalen Temperatur den Wert
1,15 bis 2,60C nicht überschreiten. Der in Fig. 8 wiedergegebene
Versuch erfüllt dieses Kriterium. Demnach ist das MHM-Präparat gemäß diesen Bestimmungen pyrogenfrei und ohne
pyrogene Wirkung. Dies trifft auch für die anderen hochgereiriigten
Mitogen-Präparate zu. Dieses äußerst sensitive Kriterium auf Verunreinigungen mit bakteriellen Endotoxinen und
anderen ubiquitären Pyrogenen zeigt die große Wirksamkeit des erfindungsgemäßen Reinigungsverfahrens und ist ein
Parameter für die biologische Spezifität.
Die erfindungsgemäß hergestellten und gewonnenen Mitogene
stellen wertvolle körpereigene Wirkstoffe dar, die zur spezifischen Beeinflussung des AbwehrzuStandes des Körpers, z.B.
des Immunstatus verwendet werden können. Sie eignen sich zur spezifischen Beeinflussung, Zellteilung und Differenzierung
von Leukozyten und ihrer Vorstufen und damit auch von Leukozytenfunktionen, beispielsweise bei Entzündungsreaktionen,
Mykosen und beim Herzinfarkt. Des weiteren können die Chemorekrutine zur Herstellung ihrer Antikörper verwendet
werden.
Die Mitogene der Erfindung werden einzeln oder als Gemisch in Form üblicher Arzneimittel parenteral,'vorzugsweise
intravenös, oder lokal, Säugern, z.B. Menschen, in einer Tagesdosis y 50 fmol in Konzentrationen J>
50 pmol/1 gegeben.
Γ -28-
Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Herstellung
und Gewinnung der Mitogene der Leukozyten -r
und des Entzündungsgewebes, das dadurch gekennzeichnet ist,
daß man Leukozyten oder Entzündungsgewebe homogenisiert oder Leukozyten kultiviert und die entstandenen Mitogene
aus den Homogenaten oder aus der überstehenden Kulturlösung
gewinnt.
Grundsätzlich ist es auch möglich, Leukozyten auf Mediatoren direkt ohne Kultur aufzuarbeiten. Ein derartiges Verfahren
ist jedoch unwirtschaftlich, da die Leukozyten dabei zerstört werden, die Ausbeuten mangels Anregung der Synthese sehr
gering sind und die Mediatoren durch die intrazellulären Strukturbestandteile der Leukozyten verunreinigt sind. Deshalb
ist es im Verfahren der Erfindung bevorzugt, die Mitogene aus dem Überstand der Leukozytenkultur zu gewinnen. Die Kultur der Leukozyten kann grundsätzlich in jedem
die Leukozyten erhaltenen Medium durchgeführt werden.
Für die Kultur von Zellen verschiedener Art, wie Knochenmarks- und Herzmuskelzellen oder Leukozyten; sind verschiedene
Kulturmedien bekannt. Diese Medien sind in der Regel wäßrige. Lösungen, die eine Vielzahl von verschiedenen Verbindun-
gen enthalten. Hauptbestandteile dieser Kulturmedien sind Salze, Zucker und Metaboliten, Aminosäuren, Nucleoside-, Vitamine,
Vitaminoide, Coenzyme, Steroide und — weitere Zusätze, wie Tenside, Schwermetallsalze und Farb-
L .J
r _ 29 _ -ι
Stoffe. Spezielle Beispiele für übliche Kulturmedien sind unter den Bezeichnungen "HAM" "Medium 199" und "NCTC" bekannt;
vgl. H.J. Morton, In Vitro 6 (1970), S. 89 bis 108.
Zur Kultur von Zellen, wie Leukozyten, wird den Kulturmedien bei einer geplanten Dauer der Kultur über 1 Stunde meist
Serum, beispielsweise Kalbsserum oder Pferdeserum, zugesetzt, da die Serumbestandteile für die Erhaltung der Lebensfunktionen
der Zellen günstig sind. Wenn jedoch die serumhaltige Kulturlösung auf Proteine (Mediatoren) aufgearbeitet
werden soll, die durch die Kultur erzeugt werden, bereitet
die Gewinnung der meist nur in geringen Konzentrationen enthaltenen Produktproteine wegen der Vielzahl der aus dem. ·
Serum stammenden fremden Proteine große Schwierigkeiten. Außerdem kann dabei nicht mit Sicherheit festgestellt werden,
ob ein bestimmter Mediator humoraler oder zellulären Ursprungs ist und von welcher Spezies er stammt; d.h. ob'er ein
Mediator der Spezies ist, "deren Zellen kultiviert1 wurden,
oder der Spezies, von der das verwendete (meist;heterologe)
·
Serum stammt.
Neben den serumhaltigen Kulturmedien sind zwar auch serumfreie, synthetische Medien bekannt; vgl. H.J. Morton, a.a.O.
Auch diese bekannten Medien haben aber bei der Kultur von 25
Zellen, wie Leukozyten, bzw. bei der Aufarbeitung der entstandenen
Mediatoren verschiedene Nachteile, da die in ihnen ' enthaltenen Tenside, Schwermetallsalze und/oder Farbstoffe
die entstehenden Mediatoren schädigen oder verunreinigen.
Andererseits fehlen den bekannten serumfreien Medien häufig essentielle Bestandteile, die für die Aufrechterhaltung der
Lebensfähigkeit der Leukozyten erforderlich sind. Unter den bekannten Kulturmedien befindet sich somit keines, das für
eine Leukozytenkultur zur Gewinnung von zellulären Spurensekreten, wie Mitogene - in befriedigender Weise verwendet
werden kann.
L · -J
Γ Π
- 30 -
Für die Kultur der Leukozyten wird deshalb vorzugsweise ein neues, vollsynthetisches Kulturmedium verwendet, mit dem sowohl
günstige Bedingungen für die Zellkultur geschafffen werden, als auch eine problemlose Aufarbeitung der KulturlÖ-sung
und Gewinnung der von den Zellen sekretierten Mitogene ermöglicht wird.
Das erfindungsgemäß bevorzugt verwendete vollsynthetische
Zellkulturmedium enthält die üblichen Stoffgruppen, wie SaI-ze,
Zucker, Aminosäuren, Nucleoside und Nucleosidbasen, Vitamine, Vitaminoide, Coenzyme und Steroide in wäßriger Lösung.
Es ist dadurch gekennzeichnet, daß es zusätzlich einen oder ein Gemisch von mehreren Stoffen enthält, die bisher
in Zellkulturmedien noch nicht verwendet wurden und die sich als besonders wertvoll für die Lebensfähigkeit und das Wachstum
der Leukozyten und ihre Fähigkeit zur .Mediatorproduktion
erweisen. Zu diesen Stoffen gehören ungesättigte Fettsäuren, Flavanoide, Ubichinone, Vitamin U und Mevalolacton.
Das Zellkulturmedium wird zur längerdauernden Leukozytenkultur vorzugsweise ohne Zusatz von Serum verwendet. Statt dessen
enthält es mindestens ein definiertes Protein,das in einer besonders bevorzugten Ausführungsform hochreines,
molekular einheitliches Serumalbumin ist.
In weiteren bevorzugten Ausführungsformen kann das erfindungsgemäß
verwendete, vollsynthetische serumfreie ZeIl.-kulturmedium
noch weitere, für die Kultur von Leukozyten günstige Verbindungen aus den Stoffklassen der Polyhydroxyverbindungen
und Zucker, Aminosäuren, Nucleoside, anionischen Verbindungen und/oder Vitamine, deren Verwendung in den bekannten
Kulturmedien nicht üblich ist, enthalten. Die Bestandteile des erfindungsgemäß verwendeten Mediums sind in
ihren Mengenverhältnissen so aufeinander abgestellt, daß die
L -J
35
:"Y3-VIG611.X
- 31 -
Konzentrationen der Komponenten im Medium weitgehend den natürlichen
Konzentrationsbereichen des Plasmas angepaßt sind; vgl. Ciba-Geigy AG (Herausgeber) (1969) in Documenta Geigy,
Wissenschaftliche Tabellen, 7. Auflage Geigy S.A., Basel.
Vorzugsweise ist das Zellkulturmedium frei von Tensiden,
Schwermetallsalzen und Farbstoffen, die die Zellen schädigen und die Gewinnung der gewünschten Zellprodukte aus der
KuItürlösung stören können.
10
Die genaue Zusammensetzung und die Eigenschaften des neuen Zellkulturmediums sind in der gleichzeitig eingereichten
Patentanmeldung P 3110 559·9 beschrieben.
Besonders bevorzugt ist für die Kultur der Leukozyten im Verfahren
der Erfindung das Zellkulturmedium mit der in nachstehender Tabelle VIII angegebenen Zusammensetzung.
Zur Herstellung des Mediums wird Wasser mit der ASTM-1-Qualität
verwendet; vgl. ASTM D-1193-70 Standard-Specifikation
for Reagent Water 1970; Annual Book of ASTM-Standards, Easton Maryland, ASTM 1970. Es ist darüberhinaus von möglichen
Endotoxin-Kontaminationen durch Ultrafiltration an tensidfreien Membranen mit der Ausschlußgrenze von
10 000 Daltons befreit. Das fertige Medium wird filtersterilisiert an tensidfreien Membranen mit f>0,2 μΐη Porengröße.
Nr. Komponente
■ffioi/l'
Nr. Komponente
mol/1
| 1 | KCl | 5,0 | m | 47 | Taurin | Ό,Ι | m |
| 2 | KH PO | 0,2 | m | 48 | L-Threonin | 0,2 | m |
| 3 | NaCl 4 | 120,0 | m | 49 | L-Tryptophan | 50,0 | μ |
| 4 | NaHPO | 0,8 | EL | 50 | L-Tyrosin | 0,1 | m |
| 5 | Na2S04 | O,2 | m | 51 | L-Valin | 0,2 | m |
| 6 | L-Äscorbinsäure | O,2 | m | 52 | Glutathion reduziert | 3,0 | μ |
| 7 | Cholinchlorid | 50,0 | μ | 53 | Carnosin | 5,0 | μ |
| 8 | 2-Desoxy-D-ribose | 5,0 | μ | 54 | Mevalolacton | 5,0· | μ |
| 9 | D-Galactose | 0,5 | m | 55 | Adenin | 50,0 | μ |
| 10 | D-Glucose | 5,O | m | 56 | Adenosin | 50 ,O | μ |
| 11 | D-Glucurono-y-lacton | 0,1 | m | 57 | Cytidin . ' | 50,O | μ |
| 12 | Glycerin | ; 50,0 | μ | 58 | Guanin . | 5,O | μ |
| 13 | myo-Inosit | 0,5 | m | 59 | Guanosin | 20,0 | μ |
| 14 | Na-Acetat | O,2 | ra | 6O | Hypoxanthin | 5,O | μ |
| 15 | Na-Citrat | 50,0 | μ | 61 | 5-Methyicytosin | 5,0 | μ |
| 16 | Na-Pyruvat | O,l | m | 62 | Thymidin | 20,0 | μ |
| 17 | D-Ribose | 20,0 | μ | 63 | Thymin | 5,0 | μ |
| 18 | Bernsteinsäure | O/l | m | 64 | Uracil | 5,0 | μ |
| 19 | Xylit | 10,0 | μ | 65 | . üridin | 20,0 | μ |
| 20 | D-Xylose | 20,0 | μ | 66 | Xanthin | 5,0 | μ |
| 21 | CaCl | 2,0 | m | 67 | D-Biotin | 1,0 | μ |
| 22 | MgCl | 1/0 | m | 68 | D-Ca-pantothenat | 5,0 | μ |
| 23 | NaHCO- | 10,0 | m | 69 | Ergocalciferol | 0,5 | μ |
| 24 | Humanes Serumalbumin | 7,7 | μ | 70 | D,L-Carnitin | 50,0 | μ |
| 25 | Penicillin | 1/0 | μ | 71 | Folsäure | 5,0 | μ |
| 26 | Streptomycin | 1,0 | μ | 72 | D,L- Ot*-Liponsäure | 2,0 | μ |
| 27 | L-Glutamin | 1,0 | m | 73 | Menadion | 0,2 | μ |
| 28 | L-Alanin | 0,2 | m | 74 | Nicotinsäureamid · | 20,0 | μ |
| 29 | L-Asparagin | 0,1 | m | 75 | Pyridoxal-HCl | 5,O | μ |
| 30 | L-Asparaginsäure | 0,1 | m | 76 | Pyridoxin-HCl | 2,O | μ |
| 31 | L-Glütaminsäure | 0,1 | m | 77 | Riboflavin | I/O | μ |
| 32 | Glycin | O,2 | m | 78 | Rutin · | 5,O | μ |
| 33 | L-Prolin | O/l | m | 79 | Thiamin-HCl | • 5,0 | μ |
| 34 | L-Serin | 0,1 | m | 80 | D ,L-fV-Tocopherylaceti | at 1,O | μ |
| 35 | E—Arginin | m | 81 | Vitamin-A-acetat | I/O | μ | |
| 36 | 4-Aminobenzoesäure | 2,O | μ | 82 | Vitamin K | 0,2 | μ |
| 37 | L-Cystein | O,2 | m | 83 | Vitamin B Vitamin IT . |
O,5 | μ |
| 38 | L-Histidin | O/l | m | 84 | Cholesterin' | I/O | μ |
| 39 | L-Hydroxyprolin | 10,0 | μ | 85. | Coenzym-Q10 | IfO | μ |
| 40 | L—Isoleucin | 0,2 | m | 86 | Linolsäure | ■ o,i | μ |
| 41 | L-Leucin | O,2 | m | 87 | Linolensäure | 1,0 | μ |
| 42 | L-Lysin-HCl | O,2 | m | 88 | Ölsäure | 5,0 | μ |
| 43 | L-Methionin | 0,1 | m | 89 | Äthanol | 5,0 | μ |
| 44 | L-Ornithin | 50,0 | μ | 90 | pH 7,10 | 1,0 | m |
| 45 | L-Phenylalanin | 0,1 | m | 91 | Concanavalin A | - .- | |
| 46 | Sarcosin | 50,0 | μ | 92 ι |
50,0 | η | |
Je nach der Art der gewünschten Produkte x^erden entweder gemischte
Leukozytenpopulationen oder einzelne Leukozytenarten kultiviert. Die Herstellung und Kultur der Leukozyten muß
unter sterilen Bedingungen erfolgen. Die Kultur wird ausreichend lange Zeit durchgeführt, um eine befriedigende Mediatorausbeute
zu erhalten. Hierfür hat sich eine Dauer von etwa 10 bis 50 Stunden als geeignet erwiesen. Bei kürzeren
Zeiten ist die Mediatorausbeute zu gering, so daß das Verfahren unwirtschaftlich ist. Bei einer Kulturdauer über etwa
50 Stunden ist andererseits das Medium erschöpft und die Zellen beginnen abzusterben, so daß eine Erhöhung der Ausbeute
nicht mehr zu erwarten ist.
Die Kultur der Leukozyten wird bei einer Temperatur von etwa 30 bis 42°C, vorzugsweise von etwa 37°C durchgeführt. Bei
niedrigeren Temperaturen ist der Kulturprozess unbefriedigend, während bei Temperaturen über 42°C die Leukozyten geschädigt
werden.
Die Kultur wirkt mit einer Konzentration von etwa 10 bis
ο 7 8
5 x 10 Zellen/ml, vorzugsweise 10 bis 10 Zellen/ml durchgeführt. Bei niedrigeren Zellkonzentrationen ist die Mediatorausbeute
pro Volumeneinheit der Kulturlösung zu gering. Das . Verfahren wird infolge zu großer Kulturvolumina unwirtschaftlieh.
Bei Zellkonzentrationen über 5 χ 108 Zellen/ml tritt sehr rasch Verarmung des Mediums an Nahrungsstoffen auf.
Die Kultur kann an der Atmosphäre durchgeführt werden. Vorzugsweise
wird über der Kultur ein erhöhter Kohlendioxidpartialdruck aufrecht erhalten, der bis etwa 10 Vol%, insbesondere
bis etwa 2 VoI%, reichen kann. Von großer Bedeutung ist die SauerstoffVersorgung der Kultur. Sie kann beispielsweise
durch Einleiten von Luft sichergestellt werden. Um eine Kontaminierung der Kultur zu vermeiden, ist die zugeführte
Luft vorzugsweise sterilisiert und hitzedekontamxniert, d.h. von Endotoxinen und anderen organischen Bestandteilen
befreit. Die Lösung kann während der Kultur gerührt oder geschüttelt
werden.
Bestimmte fciitogene der Erfindung werden schon durch
normale · Kultur von Leukozyten oder Leukozytenarten in befriedigender Ausbeute erhalten. Beispielsweise entsteht das
GB G durch Kultur von Leukozyten-Mischpopulation oder von homogener Granulozyten-Population ohne äußere Einflüsse unter
den vorstehend angegebenen Bedingungen in hoher Ausbeute.
' · ■' Andere Mitogene der Erfindung entstehen jedoch nur in geringer
Menge durch normale Kultur von Leukozyten oder Leukozytenarten.
Dies trifft beispielsweise auf die Mitogene der mononukleären Zellen.
Für ihre Erzeugung in größerer Ausbeute ist eine Stimulierung der Kultur durch einen äußeren Einfluß erforderlich,
der zu einer Mitose der Zellen führt. Als Mitose einleitende
Einflüsse kommen der Zusatz von polyvalenten Mitogenen,
Endotoxin-Mitogenen sowie Immunreaktionen an der Zelloberfläche von sensibilisierten Zeilen in Frage. Beispiele für
geeignete Mitogene sind Lektine, insbesondere solche aus Canavalia ensiformis (concanavalin A = CON). Der Mitose einleitende
Faktor wird dem Kulturmedium gelöst zugesetzt.
Zur Beendigung der Kultur werden die Leukozyten von der KuI-turlösung
abzentrifugiert, die anschließend auf die entstandenen Mitogene aufgearbeitet wird. Um eine Schädigung
der Zellen und damit eine Verunreinigung der Kulturlösung durch Zellbestandteile zu vermeiden, wird die Kultur bei
verhältnismäßig niedriger Beschleunigung, d.h. etwa 300 bis 400 x g, zentrifugiert. Nach dem Abtrennen des Großteils
der Zellen vom Überstand wird dieser zweckmäßigerweise bei
höherer Beschleunigung erneut zentrifugiert, um restliche Schwebeteilchen zu entfernen. Die abgetrennten Leukozyten
können entweder erneut kultiviert, kryopräserviert oder
einer anderen Verwendung zugeführt werden.
L J
Die von den Zellen befreite Kulturlösung enthält die Sekretionsprodukte
der kultivierten Leukozyten. Dazu gehören die Mitogene-= - -- öer Erfindung und ferner eine Anzahl weiterer
Proteine und andere Stoffe. Ihre Konzentration in der Kulturlösung liegt etwa im nonomolaren Bereich. Für die
Gewinnung von etwa 1 bis 10 mg eines definierten Mediators
ist im Hinblick auf eine Ausbeute bei der Reinigung in der Größenordnung von etwa 10 % demnach ein Kulturlösungs-Volu-^
men von etwa 1000 Liter erforderlich. Für die Zahl der einzusetzenden
Zollen kann man berechnen, daß zur Gewinnung einer Menge von etwa 100 nmol (entsprechend etwa 1 isg eines
Mediators mit dem Molekulargewicht 10 000 Dal ton) aufgrund
14 der molekularem Effizienz der Zellen ein Wert von etwa 10
Leukozytenzellen erforderlich ist. Dies bedeutet, daß zum Ziel der Mediatorisolierung in wägbaren Mengen etwa 50 kg
Leukozyten für die Kultur erforderlich sind. Der leichten Verfügbarkeit wegen sind Leukozyten von Mensch, Rind, Pferd,
Schwein, Schaf, Hund, Katze, Kaninchen, Ratte, Maus oder Meerschweinchen bevorzugt. Für die Gewinnung der erforderlichen
großen Leukozytenmenge eignet sich insbesondere das in der Patentanmeldung P 30 09 126.0 beschriebene Verfahren;
.vgl. auch J.H. Wissler u. Mitarb., Zeitschr. f. Phys.
Chem. 361 (1980) S. 351 bis 352.
Außer durch Kultur von Leukozyten können die Mijogerie
der Erfindung auch aus Entzündungsgewebe gewonnen werden. Dort entstehen sie durch die Ansammlung der Leukozyten infolge
des durch die GewebeSchädigung ausgelösten Enfczündungsprozesses.
Das Entzündungsgewebe kann in üblicher Wei— se gewonnen und für die Präparation derMitoSfene
wendet werden. Dazu wird das Entzündungsgewebe in Pufferlösung homogenisiert und die löslichen Bestandteile (Exsudat)
werden von den unlöslichen Strukturbestahdteilen des Gewebes getrennt.
35
35
L . -I
Γ - 36 -
Vorzugsweise wird entzündetes infarziertes Herzmuskelgewebe verwendet, welches durch Ligation des linken vorderen absteigenden
Astes der linken Koronararterie mittels einer transfemoralen Kathedertechnik während 24 Stunden gebildet
wird. Der Leukozyten enthaltende, entzündete Herzmuskelteil wird bei O bis 40C von nicht infarziertem, gesundem Gewebe
abgetrennt.
Für die Isolierung und Gewinnung der Mitogene der ETrfindung
ist, wie die vorstehenden Ausführungen zeigen, die Aufarbeitung eines sehr großen Kulturlösungsvoluinens erforderlich.
Zu Beginn des Reinigungsverfahrens ist es deshalb . aus praktischen Gründen notwendig, eine möglichst effektive
Verminderung des zu behandelnden Volumens durchzuführen. Die
Kulturlösung enthält neben den geringen Mengen an erzeugten Proteinen das Gemisch der Bestandteile des Mediums. Vorteilhafterweise
wird deshalb im ersten Schritt der Reinigung eine Abtrennung der entstandenen Proteine.·:von den Bestandteilen des Mediums und gleichzeitig von dem großen Volumen
äer wäßrigen Lösung durchgeführt. Dies kann durch eine selektive
Aussalzung der Proteine aus der Kulturlösung bewirkt werden, die beispielsweise durch Zugabe aines Sulfates oder
Phosphates erreicht wird. Nachstehend wird die Fällung der Proteine am Beispiel derl'Aussalzung durch Zugabe von Ammoniumsulfat
zu der Kulturlösung beschrieben.
Durch Sättigung der Kulturlösung mit Ammoniumsulfat wird der Großteil der entstandenen Proteine zusammen mit gegebenen- ·
falls enthaltenem Serumalbumin ausgefällt. Nach dem Abtrennen des Proteinniederschlags, beispielswaise durch Zentrifugieren,
kann dieser in der nachstehend beschriebenen Weise in seine einzelnen Komponenten aufgetrennt und die enthaltenen
Mitogene gewonnen werden. Der erhaltene überstand enthält neben den löslichen Bestandteilen des Mediums
auch den in gesättigter Ammqniumsulfatlösung löslichen Teil
sich .
der Proteine, unter denen/auch ein Teil der Mitogene
befindet. Der überstand wird konzentriert und die erhaltenen
Proteine werden daraus in der nachstehenden Weise gewonnen. L
Wenn die proteinhaltige Kulturlösung mit Ammoniumsulfat bis zur Sättigung versetzt wird, fällt der größere Teil der
Proteine aus. Auf diese Weise wird ein Proteingemisch erhalten, das aus einer Anzahl verschiedener Proteine besteht
und dessen Trennung in die einzelnen Komponenten infolgedessen mühsam ist. In einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens der Erfindung wird das in der Kulturlösung
enthaltene Proteingemisch deshalb bereits in der Fällungsstufe in mehrere Fraktionen aufgetrennt. Diese Auftrennung
in mehrere Proteinfraktionen ist möglich, da die einzelnen Proteine bei verschiedenen Ammoniumsulfatkonzentrationen
ausgefällt werden. Vorzugsweise wird die Kulturlösung im Verfahren der Erfindung deshalb stufenweise mit Amrtioniumsulfat
bis zu bestimmten Sättigungsgraden versetzt, wobei in jeder Fraktion der Teil der Proteine ausfällt, dessen Löslichkeit
sprodukt unterhalb des jeweiligen SalzSättigungsgrades
liegt. Durch geeignete Wahl der Sättigungsgrenzen der einzelnen Fraktionen kann im Verfahren der Erfindung eine
grobe Auftrennung in Gruppen von Proteinen bereits bei der
Fällung erzielt werden.
Beispielsweise wird die Kulturlösung zunächst bis zu einer Sättigung von 35 % mit Ammoniumsulfat versetzt. Der erhaltene
Proteinniederschlag wird abgetrennt. Danach wird der Sättigungsgrad
der überstehenden Lösung auf 45 % erhöht- Es bildet sich erneut ein Proteinniederschlag, der abgetrennt
wird. Anschließend wird die überstehende Lösung auf einen Sättigungsgrad von 90 % eingestellt. Der dabei erhaltene
Proteinniederschlag wird ebenfalls abgetrennt. Die überstehende
Lösung dieser Fällung wird beispielsweise durch . Enfcwässerungs-Dialyse oder Ultrafiltration konzentriert.
Die Salzfällung der Proteine wird ebenso wie die nachfolgende Reinigung vorzugsweise bei einer Temperatur von etwa O
bis 1O°C, insbesondere etwa O bis 4°C durchgeführt. Die für
die Reinigung verwendeten Lösungen besitzen einen pH-Wert
L . J
zwischen 5 und 9, insbesondere zwischen 6 und 8. um eine pH-Konstanz
der Lösung zu erreichen, wird vor der Salzfällung vorzugsweise ein starker Puffer, z.B. 0,1 mol/1 Phosphatpuffer,
zugesetzt. Zur Aufrechterhaltung des Redoxpotentials der Proteine wird den Lösungen vorzugsweise Cystein in einer
Menge von 0,001 mol/1 zugesetzt. Sterile Bedingungen für die
Proteinreinigung sind nicht erforderlich. ·
Die bei der Salzfällung erhaltenen Proteine können nach Auflösen in einem Proteine nicht schädigenden Medium direkt der
nachstehend beschriebenen Reinigung und Auftrennung zugeführt werden. Der überstand der letzten Fällungsstufe wird
konzentriert, beispielsweise durch Entwässerungsdialyse oder Ultrafiltration. Dabei werden alle Verbindungen mit
einem·Molekulargewicht von größer als etwa 300 bis 500 Daltons, d.h. auch die Proteine und Peptide dieser Frak^
tion, als Retentat quantitativ erhalten.
Die in der vorstehend beschriebenen Stufe erhaltenen Proteinfraktionen
enthalten die Mitogene äer Erfindung im
Gemisch mit zahlreichen Fremdproteinen (andere sezernierte Proteins
gegebenenfalls Serumalbumin und gegebenenfalls CON). Die Fremdproteine
liegen in den Gemischen in weit überwiegender Menge vor. Durch eine Reihe von Reinigungsschritten müssen die
Mitogene -.__■ angereichert und von den Fremdproteinen soweit
befreit werden, daß diese ihre molekulare biologische Spezifität nicht mehr stören. Die Mitogene selbst sind
ebenfalls eine Stoffklasse, die in ihre einzelnen, spezifisch
wirkenden Individuen aufgetrennt wird. 30
Allgemein bestehen Reinigungsverfahren für Eiweißkörper (Proteine) und andere Naturstoffe aus einer Sequenz kombinierter
Trennungsverfahren, welche Molekülgrößen-, Ladungs-, Form-, Strukturstabilitäts- und Moleküloberflächenbeschaffenheitsunterschiede
zwischen dem gesuchten Wirkstoff und den
L · J
begleitenden Fremdstoffen zur Trennung ausnutzen. Dementsprechend können zahlreiche Kombinationen verschiedenster
Trennnungsverfahren zur Reinigung eines Proteins erarbeitet werden. Für die Handhabungseigenschaften, technische Ausführbarkeit,
Autoraatisierbarkeit und Wirtschaftlichkeit eines Reinigungsverfahrens sowie für die Qualität des gesuchten
Naturproduktes ist deshalb nicht allein die Art "der verwendeten Trennungssehritte von Bedeutung, sondern insbesondere
deren optimierte Gestaltung und deren sinnvolle Kombination in einer Reinigungssequenz innerhalb des Rahmens der Strukturstabilität
und der anderen Strukturparameter des gesuchten Wirkstoffes. Das heißt auch, daß selbst die Benutzung
gleicher oder ähnlicher Trennungsprinzipien (z.B. Molekularsiebfiltration,
Dialyse, Ionenaustaüschadsorptionen, usw.), aber in unterschiedlicher Kombination, für die Handhabungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit des Reinigungsverfahrens
entscheidend sein können. In bestimmten Fällen ist die Benutzung oder Unterlassung einer einzigen Technik (z.B.
Hydroxylapatitchromatographie, Zonenpräzipitationschromatographie,
usw.) an einer bestimmten Stelle der Reinigungssequenz, oder innerhalb einer begrenzten Teilsequenz, von
ausschlaggebender Bedeutung für die Qualität des gesuchten Wirkstoffes sowie für die Handhabungsfähigkeit und die Wirtschaftlichkeit
seines Reinigungsverfahrens. Klar aufgezeigt
werden diese allgemeinen Zusammenhänge und Grundprinzipien der Naturstoffreinigung beispielsweise an der allgemein bekannten
Tatsache, daß in einem wirtschaftlich vernünftigen und technisch handhabungsfähigen Naturstoffreinigungsverfah- ;»..
ren ein säulenchromatographischer Reinigungsschritt oder ein .'.
Lyophilisierungsschritt nicht sinnvoll ist, bevor das Gesamtausgangsvolumen
oder die Ausgangskonzentration der begleitenden Fremdbestandteile des Wirkstoffrohextraktes nicht auf '■:
mindestens 1/500 bis 1/1000 durch andere Verfahrensschritte
reduziert wurde.
35
35
L -J
Für die Reinigung der einzelnen Proteinfraktionen bieten sich eine Mehrzahl von an sich einzeln in der Biochemie bekannten Bei-
nigungsschritten an. Beispiele für solche Reinigungsschritte sind: Präparative und analytische Molekularsiebfiltration,
Anionen- und Kationenaustauscherchromatographie bzw. -Eintopfadsorptionsverfahren,
Chromatographie an Hydroxylapatit,
Zonenpräzipitationschromatographie und Kreislauf- oder Kaskadenmolekularsiebfiltration.
Bereits durch einmalige Durchführung eines der genannten Rei— ·
nigungsverfahren kann eine beträchtliche Menge an Begleit—
proteinen von den Mitogenen ",abgetrennt werden. Jedoch
haften die in den Fraktionen enthaltenen Proteine trotz ihres verschiedenen Molekulargewichts häufig sehr stark aneinander.
Sie werden beispielsweise in der Molekularsiebfiltration durch das Bestehen nicht idealer Gleichgewichte
bei Proteinpolyelektrolyten oft unvollständig entsprechend ihrem Molekulargewicht getrennt. Es empfiehlt sich deshalb,
mindestens zwei der genannten Trennverfahren hintereinander
durchzuführen. Vorzugsweise werden die Mitogen-Aktivität enthaltenden Proteinfraktionen mindestens drei der
genannten Reinigungsschritte nacheinander unterzogen.
Alle Kombinationen der erwähnten Trennschritte sind Gegen-25
stand des erfindurigsgemäßen Verfahrens. Dabei gehört es zum
Kenntnisstand des Fachmanns, daß bestimmte Folgen von Trennschritten weniger sinnto.ll sind als andere Kombinationen. Beispielsweise
ist dem Fachmann bewußt, daß bei Durchführung einer
präparativen Molekularsiebfiltration nach einer analytischen 30
Molekularsiebfiltration neben der unhandlichen Verfahrensweise auch ein schlechteres Gesamtergebnis in Bezug auf die
Trennwirkung erhalten wird als bei umgekehrter Reihenfolge.
Die Molekularsiebfiltration bewirkt eine Auftrennung der
35
Proteine entsprechend ihrem Molekulargewicht. Da ein überwiegender
Teil der begleitenden Fremdproteine ein anderes
L -J-
Molekulargewicht als die Mitogene .- aufweist, kann ihre
Abtrennung auf diese Weise erreicht v/erden. Für die Trennung der Proteine nach ihrem Molekulargewicht wird ein hydrophiles,
in'Wasser quellendes Molekularsieb verwendet. Beispiele für geeignete Molekularsiebe sind mit Epichlorhydrin vernetzte
Dextrane (Sephadex), mit Acrylamid vernetzte Agarosen (Ultrogele) und raumvernetzte Acrylamide (Biogele), deren Ausschlußgrenzen
größer als die zur Auftrennung verwendeten
Separationsgrenzen sind.
10
10
Die Molekularsiebfiltration wird, falls mehrere Trennstufen zur Anwendung kommen, vorzugsweise als einer der Ersten durchgeführt.
Je nach dem Längen-Durchmesser-Verhältnis der verwendeten Säule und dem Teilchendurchmesser
der Gelmatrix, welche die theoretische Bodenzahl der Säule beeinflussen, wird die Molekularsiebfiltration als
"präparativ" oder "analytisch" bezeichnet. Sie wird als . . Vpräparativ" bezeichnet,, wenn die Chromatographie an Säulen
mit einem Dimensionsverhältnis Länge z. Durchmesser, bis 10 : 1.
·· · ■
und einer Beladung von bis zu 1/3 des Säuleninhalts bzw.
unter voller Ausnutzung des gesamten, matrizentypischen '
Separationsvolumens durchgeführt wird. "Analytisch" bedeutet ein Längen-Durchmesser-Verhältnis über 10:1, vorzugsweise etwa
50:1, und- eine Beladung bis maximal 3 % des Säuleninhaltes. .
Bei der präparativen Mdlekularsiebchromatographie werden GeI-matrizen
mit möglichst großer Teilchengröße benutzt, um schnelle Durchfluß raten der oft etwas viskosen Prdteinlö- ' sungen
bei möglichst niedrigen Drucken zu erzielen.'Bei der
analytischen Molekularsiebfiltration wird die Teilchengröße der Gelmatrix so klein wie möglich gewählt, um eine maxima- >
le theoretische Bodenzahl der Säule bei technisch und
sicherheitsmäßig vertretbarem Druck und einer Flußgeschwindigkeit der mobilen Phase von 2 bis 4 cm/h zu erreichen. Diese
Parameter sind von der Gelmatrixstruktur abhängig und von Gel zu Gel verschieden.
Γ . - 42 -
Falls mehrere präparative Molekularsiebfiltrationen nacheinander durchgeführt werden, kann die Separationsgrenze abgestuft
gewählt werden. Daran anschließend kann eine analytische Molekularsiebfiltration mit entsprechend abgestuften Separationsgrenzen
durchgeführt werden. Die Ausschlußgrenze des verwendeten Gels muß jedenfalls größer als etwa 10 000 Daltons
sein, um eine Volumenverteilung der Mitogene zwischen- - ·.· der stationären Gelmatrixphase und der mobilen wäßrigen
Pufferphase zu ermöglichen.
Die "Ausschlußgrenze" bezeichnet den hydrodynamischen Parameter eines gelösten Teilchens, welcher der Porengröße der
Gelmatrix entspricht. Teilchen mit größerem hydrodynamischen Parameter können nicht mehr in die Gelraatrix eindringen
(Volumenverteilungskoeffizient K = 0) . Die "Separationsgrenze"
bezeichnet einen zur Trennung von gelösten Teilchen zweckmäßigerweise festgesetzten hydrodynamischen Parameter,
der zwischen einem Volumenverteilungskoeffizienten Kn = 0
und K = 1 liegt.
υ
υ
Zur Molekularsiebfiltration werden die Proteine gelöst in einer Proteine nicht schädigenden Flüssigkeit auf das Molekularsieb
aufgebracht. Ein spezielles Beispiel für ein geeignetes Lösungsmittel ist 0,003 mol/1 Natriumkaliumphosphat- ·
· und 0,001mol/l Cystein
lösung mit einem Gehalt von 0,3 mol/1 NaGl/ und einem pH-Wert von -7,4. Nach der Filtration werden die Mitogene
enthaltenden Fraktionen in der nachstehend beschriebenen Weise konzentriert f. und gegebenenfalls einem weiteren Reinigungsschritt
unterzogen.
Als Anionenaustauscher für die Reinigung der Proteine eignen sich beispielsweise mit Epichlorhydrin vernetzte Dextran-(Sephadex),oder
Zellulosematrizen, an welche funktionelle Gruppen mit Anionenaustauscherkapazitat gekoppelt sind.
Sie können nach Verwendung durch Regeneration wiederholt gebraucht werden. Bevorzugt wird ein in einer Pufferlösung
vorgequollener und äquilibrierter schwacher Anionenaus-
r 43
tauscher in der Cl~-Form, wie DEAE-Sephadex-A 50/verwendet
und die Behandlung bei einem pH-Wert von 8 bis 10 durchgeführt. Ein spezielles Beispiel für eine solche Pufferlösung
ist 0,01 mol/1 Txis-HCl, welche 0,04 mol/1 NaCl und
0,001 mol/1 Cystein enthält und einen pH-Wert von 8,0 hat.
Bei der Verwendung des Anionenaustauscher wird die Proteinfraktion
einer solchen Menge Anionenaustauscher zugesetzt, die zur vollständigen Adsorption der Mitogene und
der positiv ac', s orb i er enden Begleitproteine ausreicht.
Üblicherweise genügen dazu zwei Volumenteile gequollener
Anionenaustauschar pro Volutren konzentrierter Proteinfraktion. Die Reaktion
kann entweder als Chromatographieverfahren oder als leichter handhabbares Eintopfadsorptionsverfahren gestaltet werden.
Im Eintopfverfahren wird die überstehende Flüssigkeit mit den
negativ adsorbierten Proteinen von dem mit den positiv adsorbierten Mitogenen*.- . und anderen Proteinen beladenen L
Anionenaustauscher, beispielsweise durch Filtrieren (in der Chromatographiesäule) Dekantieren oder Zentrifugieren (im
Eintopfverfahren) abgetrennt. Der beladene Anionenaustauscher
wird durch Waschen mit Wasser oder einer Salzlösung, welche eine zu 0,04 mol/1 NaCl äquivalente maximale Ionenstärke
hat, vorzugsweise bei einem pH-Wert von 8 bis 10 und einer Temperatur von vorzugsweise höchstens etwa 150C von anhaftenden,
negativ adsorbierten Verbindungen befreit. Ein spezielles Beispiel für eine ^um Auswaschen geeignete Salzlösung
ist die erwähnte T.ris-HCl-Pufferlösung vom pH-Wert
8,0. .
Der von negativ adsorbierten Verbindungen befreite, mit Chemorekrutin und anderen Proteinen beladene Anionenaustauscher
wird ηνά mit einer Proteine nicht schädigenden wäßrigen
Salzlösung eluiert, welche eine größer als 0,04 mol/1 NaCl entsprechende Ionenstärke und einen pH-Wert zwischen 4,0 und
10,0 hat. Vorzugsweise wird eine Salzlösung hoher Ionenstärke mit einem pH-Wert von 5,0 bis 7,0 verwendet. Ein spezielles
Beispiel für eine, derartige Salzlösung ist eine 2,0 mol/1 NaCl-Lösung, welche mit 0,01 mol/1 Piperazin-HCl
um pH-Wert 6,5 gepuffert ist und welche 0,001 mol/1 Cystein
enthält.
Wird die Anionenaustauscherreaktion als Chrotnatographip-ver-?
fahren gestaltet, so kann die Elution der Mitogene und
anderer Proteine auch durch einen linearen NaCl-Konzentrationsgradienten
erfolgen.
Als Kationenaustauscher eignen sich für die Reinigung der Pro-
■jO teinfraktion beispielsweise mit Epichlorhydrin vernetzte
Dextran- '(Sephadex) oder Zeliulasematrizen-, an welche funk-'
tionelle Gruppen mit Kationenaustauscherkapazität gekoppelt sind. Sie können nach Verwendung durch Regeneration
wiederholt gebraucht werden. Bevorzugt wird ein schwach saurer Kationenaustauscher in der Na -Form, wie CM-Sephadex C-50,
verwendet, und die Behandlung bei einem pH-Wert von 4 bis 6 durchgeführt. Die Proteinfraktionen können zur Erleichterung
der Einstellung der Beladungsgleichgewichte vor der Behandlung mit dem Kationenaustauscher mit einer Proteine nicht
schädigenden Salzlösung verdünnt werden, welche eine zu 0,04 mol NaCl/Liter äquivalente maximale Ionenstärke hat. Sie
kann gleichzeitig zur Einstellung des pH-Wertes dienen. Ein · . spezielles Beispiel für eine derartige Salzlösung ist eine
0,001 mol/1 Kaliumphosphat-Acetatpufferlösurig mit einem Gehalt
von 0,04 mol/1 KaCl und einem pH-Wert von 4 bis 6. Die-.
se Kationenaustauscherreaktion kann sowohl als Chromatögraphieverfahren
als auch als technisch leicht handhabbares Eintopfyerfahren gestaltet werden.
Der Kationenaustauscher wird der Proteinfraktion in einer Menge zugesetzt, die ausreichet, um die Proteinfraktion zu adsorbieren.
Üblicherweise genügen dazu etwa 2 Volumenteile gequollener Ionenaustauscher pro Volumenteil Proteinfraktion.
Sodann wird die überstehende Flüssigkeit von dem mit den Proteinen beladenen Kationenaustauscher, beispielsweise durch
Dekantieren oder Zentrifugieren, abgetrennt. Der beladene
Kationenaustauscher wird durch Waschen mit Wasser oder einer
Salzlösung, welche eine in 0,04 mol/1 MaCl äquivalente maximale
Ionenstärke hat,· vorzugsweise bei einem pH-Wert von etwa 4 bis 6 und einer Temperatur von vorzugsweise höchstens
etwa 150C von anhaftenden, nicht adsorbierten Verbindungen
befreit. Ein spezielles Beispiel für eine zum Auswaschen geeignete Salzlösung, ist die erwähnte Kaliumphosphat—Acetatpufferlösung
vom pH-Wert 5,0.
Der von negativ adsorbierten Verbindungen befreite, mit den Proteinen beladene Kationenaustauscher wird nun mit einer
Proteine nicht schädigenden wäßrigen Salzlösung eluiert. Vorzugsweise wird hierzu eine Salzlösung hoher Ionenstärke mit
einem pH-Wert von etwa 4 bis 10 verwendet. Spezielle Beispiele für derartige Salzlösungen sind eine wäßrige
0,5 mol/1 Kaliumphosphatlösung vom pH-Wert 6,5 bis 7,5 oder eine 2 bis 5 mol/1 Natriumchloridlösung vom gleichen pH-Wert.
Für die Chromatographie an Hydroxylapatit werden möglicherweise aus vorangegangenen Schritten vorhandene Salze, z.B.
AmmoniuEisulfat und vor allem Phosphate, vorzugsweise durch
Dialyse oder Ultrafiltration an einer Membran mit einer Ausschlußgrenze
von .500" Dal tons, vor dem Aufbringen auf den Hydroxylapatit entfernt. Abgesehen von der Viskositätserhöhung
durch Fremdzusätze ist aber für das Gelingen der " Chromatographie an Hydroxylapatit lediglich die Phosphatkonzentration
der Proteinlösung kritisch. Die Eluierurig der Mitogene erfolgt durch einen Kaliumphosphat^.
Konzentrationsgradienten, der vorzugsweise linear ist. Die Mitogene enthaltenden Fraktionen werden gesammelt und
in der nachstehend erwähnten Weise konzentriert.
Die Verwendung von Hydroxylapatit ist für die strukturschonende Reingewinnung der Mitogene "·. von wesentlicher
Bedeutung. Aus technischen und wirtschaftlichen Gründen ist
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- 46 -
es aber mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden,- größere
Proteinvolumina an Hydroxylapatitsäulen zu Chromatographieren.
Einerseits neigt nämlich Hydroxylapatit bei größeren Proteinvolumina sehr stark zur Verstopfung und wird dadurch
unbrauchbar. Andererseits ist Hydroxylapatit teuer, was seinem Einsatz in größerem Haßstab entgegensteht. Aus diesen
Gründen ist es im erfindungsgemäßen Verfahren bevorzugt, aus den Proteinfraktionen, in denen die Mitogene enthalten - -.
sind, bereits vor der Chromatographie an Hydroxylapatit einen Großteil der begleitenden Fremdproteine durch geeignete Verfahrensschritte
abzutrennen und dadurch das Proteinvolumen, das auf die Hydroxylapatitsäule aufgebracht werden muß, entscheidend
zu verkleinern.
Bei der Zonenpräzipitationschrpmatographie (vgl. J. Porath,
Nature, Bd. 196 (1962), S. 47-4S) werden Proteinverunreinigungen der .Mitogene durch Aussalzfraktionierung
der Proteine mittels eines. Salzkonzentrationsgradienten abgetrennt.
.
Grundprinzip der Proteintrennung mittels der Zonenpräzipitationschromatographie
sind unterschiedliche,, strukturgegebene reversible Löslichkeitseigenschaften der Proteine. Sie
gehören zu den empfindlichsten molekularen Trennparametern
und wurden häufig als Kriterium für den Kachweis der molekularen Einheitlichkeit eines Proteins verwendet. Dabei können
Temperatur-und pH-Wert, Dimension der Säule, Ari des Salzes,
Form des Gradienten und Beladung der Säule in einem verhält- ■
nismäßig breiten Bereich variiert werden.
Die Temperatur bei der Zonenpräzipitationschromatographie kann etwa O bis 4O°C betragen. Bevorzugt ist ein Temperaturbereich
von etwa O bis 1O°C, insbesondere etwa 4 bis 6°C. Der
pH-Wert kann zwischen etwa 4 und 10 liegen? bevorzugt ist ein pH-Wert-^im Bereich von 6 bis 8, insbesondere etwa 7.
Das. Verhältnis von Länge : Durchmesser der verwendeten Säule soll größer als etwa 10 : 1 sein, bevorzugt ist ein Verhältbis
von 30 bis 100 : 1, insbesondere etwa 50 : 1. Als Salze
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Γ . - 47 -
kommen alle Proteine nicht schädigenden Salze mit Aussalzwirkung
in Frage. Beispiele für solche Salze sind Natriumkaliumphosphat, Ammoniumsulfat und Natriumsulfat. Bevorzugt
wird Ammoniumsxilfat verwendet.
Der Salzkonzentrationsgradient kann jede beliebige Form haben, so lange die Aussalzpurikte der Proteine laufstreckenmäßig
getrennt sind. Bevorzugt sind lineare Konzentrationsgradienten, insbesondere ein ansteigender linearer Konzentrationsgradient
von 25 bis 100 % Ammoniumsulfatsättigung. Die Beladung der Säule beträgt höchstens etwa 5 %, vorzugsweise
etwa 1 %.
Die Kreislauf- oder Kaskadenmolekularsiebfiltration kann unter
den Bedingungen durchgeführt werden, die vorstehend für die analytische Molekularsiebfiltration beschrieben sind. Es
können die gleichen Molekularsiebe und die gleichen Säulenbedingungen verwendet werden. Bevorzugt ist Sephadex G 50 bei
einem Länge-Durchmesser-Verhältnis der Säule von mindestens etwa 50 : 1 und einer Beladung von höchstens etwa 3 % des Säuleninhalts.
Als Lösungsmittel und zur Eluierung werden vorzugsweise die bei der analytischen Molekularsiebfiltration
benutzten Lösungsmittel eingesetzt.
Bei der Kreislaufmolekularsiebfiltration wird das Eluat bei
den festgelegten Separationsgrenzen im Kreislauf wieder in die gleiche Säule geleitet. Auf diese Weise wird die Laufstrecke
der Proteine differentiell verlängert. Bei einer anderen Ausführungsform, der Kaskadenmolekularsiebfiltration,
wird das Eluat bei den festgelegten Separationsgrenzen auf eine neue Säule mit gleichen oder ähnlich definierten
Parametern geleitet
Zwischen den vorstehend erläuterten Reinigungsschritten können die erhaltenen, Mitogene enthaltenden Proteinlösungen
zu nachfolgenden Auftrennungen der Proteine von
unerwünschten Salzen gereinigt und konzentriert werden.
Dieses Konzentrieren (Abtrennen des Großteils der wäßrigen Salzlösung von den Proteinen) kann auf verschiedene Weise
erfolgen. Beispielsweise können die Mitogene und die
% Begleitproteine durch Ultrafiltration oder Entwässerungsdialyse an einer Membran mit der Ausschlußgrenze 500 Daltons
oder durch Lyophilisieren konzentriert werden. Dazu kann auch eine Molekularsiebfiltration durch Wahl der entsprechenden
mobilen Phase in üblicher Weise modifiziert angewendet werden. Bei den Molekularsiebfiltrationen wird der
Proteinlösung vorzugsweise etwa 0,4 mol/1 AmmoniumsuXfat· zugesetzt.
Im Gegensatz zu höheren Konzentrationen hat das Ammoniumsulfat in dieser Konzentration einen starken Einsalzeffekt
gegenüber Proteinen. Durch diese Maßnahmen, werden demnach die Proteine während der Molekularsiebfiltration
in Lösung gehalten. Ferner verhindert Ammoniumsulfat das
bakterielle Wachstum und hemmt gewisse Enzyme. Dadurch
trägt es zur Stabilisierung der Mitogene bei, vor allem wenn die Chromatographie bei höheren Temperaturen (über etwa
20°C) und unter nicht sterilen Bedingungen durchgeführt wird.
Für aussalzbare Mitogene "\ · wird eine vollständige Präzipitation
mit allen Begleitproteinen durch Aussalzen, mit—
tels Einstellen des Eluats auf eine Ammoniumsulfatkonzentration
von etwa 3,25 bis 3,7 mol/1 (80 bis 90 % AmmoniumsulfatSättigung)
bevorzugt durchgeführt. Hierzu wird Amme— niumsulfat in einer Menge von etwa 630 g/l Eluät zugesetzt %
(Sättigung etwa 90 %). Der pH-Wert wird dabei vorzugsweise auf etwa 4 bis 9 und die Temperatur zwischen 400C^ vorzugsweise
zwischen O und 8 0C, gehalten» Die Mitogene enthaltenden
ausgefällten Proteine fallen als Proteinniederschlag an und werden darin beispielsweise .durch Filtrieren,
Dekantieren oder Zentrifugieren von dem praktisch proteinfreien überstand angetrennt. Die Zentrifugation erfolgt zweckmäßigerweise
bei mindestens 10 000 χ g während mindestens
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45 Minuten, bevorzugt 1 Stunde einstufig; oder zweistufig bei niedrigeren. Kraftwirkungen in der ersten Stufe und einer
Wiederholung bai höheren Kräften, z.B. 10 000 bis 50 000 χ g,
für den überstand der ersten Stufe durch Durchflußzentrifugation.
Die Temperatur und pH-Bedingungen sind bei der Durchführung der Reinigungsschritte nicht besonders kritisch.. Wenn die
Erhaltung der nativen Konfqrmation der Proteine beabsichtigt ist, empfiehlt sich die Einhaltung einer Temperatur im Bereich
von etwa 0 bis 80C, vorzugsweise etwa 0 bis 40C.
Ferner müssen die Trenn- und Reinigungsstufen unter im wesentlichen physiologischen pH- und Salzbedingungen durchgeführt
werden. Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgeraäßen
Verfahrens besteht darin, daß die Einhaltung dieser Bedingungen erstmals leicht möglich ist. Zur Oxidationsverhinderurig
wird die Proteinlösung vorzugsweise ferner mit etwa 0,001 raol/1 Cystein versetzt.
Die erhaltenen Mitogene-_-„.. -,.: können in einer gepufferten
. physiologischen Salzlösung, beispielsweise in 0,0015 mol/1 _:
Natriumkaliuniphosphatlösung, die 0,15 mol/1 (0,9 %) NaCl
und 0,001 mol/1 Cystein enthält und einen pH-Wert von 7,4 aufweist, nach üblicher Filtersterilisation (0,2 μια Porenweite)
nativ und biologisch aktiv auch bei Raumtemperatur (für mindestens 200 Stunden) oder eingefroren bei -250C (für
mindestens 5 Jahre) aufbewahrt werden. Diese Stabilität der Mitogene kann unter anderem als eines der Kriterien
für ihren hochreinen Zustand angesehen werden.
Die Beispiele erläutern die Erfindung. In den Beispielen wird die Gewinnung der Mitogene -, ausgehend von Leukozyten
aus Schweineblut beschrieben. Die Erfindung ist jedoch nicht auf diese Ausführungsform beschränkt. Es können auch Leukozyten
bzw. Entzündungsgewebe anderer Säuger verwendet werden.
L J
- 50 - — ·
Es wird die Herstellung von Mitogenen in einer KuItürlösung
einer gemischten Leukozytenpopulation und die Abtrennung des Monocyto-Blastogen (MBG), de« Granulocyto-Blastogen (GBG), des
Monocyto-Histiomitogens (MH.M)jnd des Lymphocyto-Lymphomitogens (LLM) von den übrigen Bestandteilen .!der !Kultur lösung erläu-
tert. Sämtliche Arbeitsschritte werden bei O bis 80C in Gegenwart
von 0,001 mol/1 Cystein durchgeführt, sofern nichts
anderes angegeben ist. Die Zentrifugationen erfolgen wie
beschrieben, entweder einstufig oder zweistufig (als Durchfluß zentr if ugat ion) .
•ti
50 kg (etwa 10 ) Leukozyten werden als gemischte Zellpopulation physiologischer Zusammensetzung aus 10 000 Liter Schweineblut isoliert und in 20 Chargen ä* 2,5 kg (etwa 12
50 kg (etwa 10 ) Leukozyten werden als gemischte Zellpopulation physiologischer Zusammensetzung aus 10 000 Liter Schweineblut isoliert und in 20 Chargen ä* 2,5 kg (etwa 12
5 χ 10 Zellen) unter sterilen Bedingungen kultiviert. Als
Kulturlösung wird das in Tabelle V aufgeführte Medium verwendet. Pro Charge werden 50 1 Kulturmedium eingesetzt- Die
Kultur wird in Glasgefäßen ausgeführt. Die Zelldichte beträgt anfangs 108 Zellen/ml. Die Kultur wird bei 37°C in
einer Atmosphäre von 1 v/v % CO2 für 40 .Stunden aufrechterhalten.
Während dieser Zeit wird die Zellsuspension langsam gerührt (60 U.p.M.) und mit sterilen, wa.-ssergewaschenen,
bei etwa 500°C in einem Quarzrohr hitzedekontaminierten;
feinen (kleiner als 1 mm) Luftblasen (etwa 5 1 Luft/Std.) durchflutet. Zusätzlich zum Sauerstoffpartialdruck wird der
pH-Wert (7,1) und der D-G.lucosespiegel gemessen und konstant
gehalten. Durch den Gehalt des Kulturmediums an einem polyvalenten
Mitogen (CON) werden die Zellen während der Kultur zur Mitose angeregt. Zahl, Differential und morphologische
Lebensfähigkeit (Farbstoffausschlußtest) der Zellen v/erden
laufend mit üblichen Methoden der HämatoLogie und Zellkulturtechnik
bestimmt. Die funktioneile Lebensfähigkeit der Zellen
wird aufgrund ihrer Motilität und StimulLerbarkeit mit chemokinetischen
und chemotaktischen Proteine ι gemessen. Mitosen
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werden durch Ciromosomenzählung bestimmt. Die morphologische
biotechnischen ·ν Lebensfähigkeib der Zellen am Ende der/Kultur ist
>95 %.
Der gesamte Zellverlust (hauptsächlich Granulozyten) während
der Kultur liegt bei höchstens 20 %, was für primäre Zellkul türen normal ist.
Die Kultur wird durch Trennung der Zellen von der überstehenden Lösung durch 10 Minuten Zentrifugieren bei 400 χ g
und 10°C beendet. Die Zellen werden zweimal mit einer SaIzlösung
gewaschsn, die 0,15 mol/1 NaCl und 0,0015 mol/1
Natriumkalium];aosphat enthält, und den pH-Wert 7,1 aufweist.
Sie können anderweitig verwendet werden.
Die Kulturlösung wird sodann bei 10 000 χ g 1 Stunde lang
bei 4°C zur Ertfernurig von Schwebeteilchen erneut zentrifugiert.
Die erh iltene_ klare Kultur lösung (zusammen 1000 Liter mit einem Gehalt ν ^n etwa 1400 g Protein und andere Makromoleküle)
wird unmittelbar der Aussalzf-raktionierung mit Ammoniumsulfat
unterworfen. ' . .
1. Schritt der Reinigung (Äussalzfraktionierung)
Die Kulturlösurig wird mit 0,5 mol/1 Natriumkalium-Phosphat-Pufferlösung
bis zu einer Endkonzentration von 0,1 mol/1 versetzt. Ferner wird festes L-Cystein bis zu einer Konzentration
von 0,001 mol/1 zugesetzt.
Dann wird die Kulturlösung durch Zugabe von 199g Ammoniumsulfat/1
Lösung auf eine Ammoniumsulfat-Sättigungskonzentration von 35 % eingestellt. Während der Zugabe wird der
pH-Wert der Proteinlösung laufend kontrolliert und durch Zusatz von 2 η Ammoniak auf 6,7 gehalten. Ein Teil der
Proteine fällt aus der Lösung aus. Der Proteinniederschlag wird durch einstündiges Zentrifugieren bei 10 000 χ g
vom gelöste Proteine enthaltenden überstand abgetrennt. Es wird die Proteinrohfraktion 1 als ämmoniumsulfathaltiger
Proteinschlamm erhalten, der etwa lOO g protein enthält. Die
Proteinrohfraktion 1 kann getrennt nach dem nachstehend für die Proteinrohfraktion 3 angegebenen Verfahren zur Gewinnung
ihrer Inhaltsstoffe aufgearbeitet werden.
- 52 -
Anschließend wird die Kulturlösung durch Zugabe von 60 g Amminiumsulfat/1 Lösung auf eine Ammoniumsulfat-Sättigungskonzentration
von 45 % eingestellt. Während der Zugabe wird der pH-Wert der Proteinlösung laufend kontrolliert und durch
Zusatz von 2 η Ammoniak auf 6,7 gehalten. Ein weiterer Teil der Proteine fällt aus der Lösung aus. Der Proteinniederschlag
wird durch einstündiges Zentrifugieren bei 10 000 χ g vom gelöste Proteine enthaltenden überstand abgetrennt. Es
wird die Proteinrohfraktion 2 als ammoniumsulfathaltiger Proteinschlamm erhalten, der etwa 6Ό g protein enthält. Die
Proteinrohfraktion 2 kann ebenfalls getrennt nach dem nachstehend für die Proteinrohfraktion 3 angegebenen Verfahren
zur Gewinnung ihrer Inhaltsstoffe aufgearbeitet werden.
Sodann wird die Kulturlösung durch Zugabe von 323 g Ammoniumsulfat/l
Lösung auf eine Ammoniumsulfat-Sättigungskonzentration von 90 % eingestellt. Während der Zugabe wird der
pH-Wert der Proteinlösung laufend kontrolliert und durch Zusatz von 2 η Ammoniak auf 6,7 gehalten. Ein weiterer Teil
der Proteine fällt aus der Lösung aus. Der Proteinniederschlag wird durch einstündiges Zentrifugieren bei 10 000 χ g
vom gelöste Proteine enthaltenden Überstand abgetrennt. Es wird die Proteinrohfraktion 3 als ammoniumsulfathaltiger
Proteinschlamm erhalten, der etwa 1088 g Protein enthält.
in dieser Fraktion befindet sich auch der Großteil des Serumalbumins.
Die Proteinrohfraktion 3 wird nach dem nachstehend angegebenen Verfahren auf die darin enthaltenen Mitogene
MBG, GBG, MHM und LLM aufgearbeitet. Der proteinhaltige überstand 4 der Rohfraktion 3 enthält 160 g Protein und andere
Makromoleküle. Er kann ebenfalls zur Gew .nnung seiner Inhaltsstoffe
aufgearbeitet werden.
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Γ _ 53 _
Feinreinigung ιler Proteinrohfraktion 3
1. Anionenaustauscherchromatographie
Die vorstehend erhaltene Proteinrohfraktion 3 wird in einem
möglichst kleiaem Volumen 0,01 mol/1 Fris-HCl-Lösung, die
0,04 mol/1 NaCl und 0,001 mol/1 Cystein enthält und einen
pH-Wert von 8,3 hat, gelöst. Die etwas trübe Lösung (20 Liter) wird nach Zentrifugieren an y
einer Membran mit der Ausschlußgrenze 500 Daltons solange
gegen den Lösudgspuffer dialysiert, bis keine Sulfatxonen
mehr nachweisbar sind. Sodann wird die erhaltene klare Lösung auf eine Säule mit einem gequollenen regenerierten und
im oben genannten Puff er sy stem äquilibrierten Anionenaustauscher
(Cl als mobiles Austauschion) auf der Basis einer mit Epichlorhvdrin vernetzten Dextranmatrix
(DEAE-Sephadex-A 50) gegeben.
Die Säule hat das 4-fache Volumen der Proteinlösung und ein Säulenverhältr.is (Länge zu Durchmesser) von 10 :'1. Die Gelsäule
wird soclann mit der oben ;genannten Adsorptionspufferlösung
gewaschen, bis die Extinktion des Filtrates bei 280 mn
=1,0 ist.
25
25
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_ - 54 -
Zur Elution der Mitogene und der adsorbierten Proteine wird das beladene Ionenaustauschergel mit einem NaCl-Konzentrationsgradienten,
der unter Beibehaltung des pH-Wertes, der Tris- und der Cystein-Konzentration im Konzentrationsbereich
von 0,04 bis 2,0 mol/1 linear ist, über 2 Tage eluiert. Sodann
wird ein gleicher Gradient zur pH-Änderung von 8 auf 6,5 zur v/eiteren Elution von Verbindungen benutzt, welcher aus
einem 0,01 mol/1 Piperazin-HCl-Puffer, 2,0 mol/1 NaCl und
0,001 mol/1 Cystein, pH'6,5, besteht. 10
Die Mitogene enthaltenden Fraktionen werden getrennt gesammelt (MBG, GBG, MHM und LLM werden in diesem Schritt getrennt)
und von. nun an getrennt den nachstehend erläutertem weiteren
Reinigungsstufen unterzogen.
15
15
2. Präparative Molekularsiebfiltration . '-·
Nach dem Konzentrieren der Proteine der Fraktionen, durch.
Fällen mit Ammoniumsulfat wird der erhaltene, GMR bzw. MLR enthaltende Proteinniederschlag in einem möglichst kleinen
Volumen einer 0,003 mol/1 Natriurakaliumphosphat-Pufferlösung,
die 0,3 mol/1 NaCl und 0,001 mol/1 Cystein enthält
und einen pH-Wert von 7,4 aufweist, gelö3t. Nach dem Äbzentrifugieren
von wenig ungelöst gebliebenem Rückstand wird die Lösung zur präparativen Molekularsiebfiltration auf
. eine mit einer mit Acrylamid vernetzten Agafose-Molekularsiebmatrix
(ültrogel AcA 34; 60 bis 160 μχα Teilchengröße)
gefüllte Säule aufgetragen, die das 10-fache Volumen der Proteinlösung und ein Säulenverhältnis (Länge : Durchmesser)
von 20 : 1 aufweist. "Hierauf wird die Säule bei aufwärts
gerichtetem Fluß (3 cm/h) mit 0,003 mol/1 Natriumkaliumphosphat-Pufferlösung,
die 0,3 mol/1 NaCl und 0,001 mol/1 Cystein enthält und einen pH-Wert von 7,4 aufweist, eluiert.
35
, Für das MBG wird die Fraktion mit den Separations grenzen 20 000 und
, Für das MBG wird die Fraktion mit den Separations grenzen 20 000 und
; 30 000 Daltons, im Fall des GBG diejenige mit der Separationsgrenzen
70 000 und 100000 Daltons, im Fall des MHM diejerige mit den Separaticns-L
grenzen 10 000 und 16 000 Daltons und im Fall des LLM diejenige mit den J
Separationsgrenzen 14 000 und 20 000 Daltons gesainmelt.
Die Fraktionen werden zur Proteinkonzentrierung lyophilisiert,
ultrafiltriert an einer Membran mit der Ausschlußgrenze 500 Daltons oder auf eine Ammoniumsulfatkonzentratkonzentration
von 3,7 mol/1 eingestellt. Der ausgefallene Proteinniederschlag wird durch Zentrifugieren vom Überstand
abgetrennt.
3. Kationenaustauscherchromatographie 10
Die erhaltenen MBG, GBG, MHM bzw. UM enthaltenden Proteinniederschläge
werden in 1,5 Volumenteilen Pufferlösung aus 0,01 mol/1
Natriumkaliumphosphat, 0,04 mol/1 NaCl und 0,001 mol/1
Cystein, pH 6,0, gelöst und zur Entfernung von wenig ungelöstem
Rückstand 1 Sturide bei 10 000 χ g zentrifugiert. '
Die klare Lösung wird an einer Membran mit der Ausschlußgrenze 500 Daltons solange gegen den Lösungspuffer dialysiert,
bis keine Sulfationen mehr nachweisbar sind. Sodann wird die erhaltene klare Lösung auf eine Säule mit einem gequollenen,
regenerierten und im oben genannten Puffersystem
äquilibrierten Kationenaustauscher (Na als mobiles Austauschion)
auf der Basis einer mit Epichlorhydrin vernetzten
Dextranmatrix (CM-S.ephadex-C 50) gegeben.
Die Säule hat das 4-fache Volumen der Proteinlösung und ein Säulenverhältnis (Länge : Durchmesser) von 10 : 1. Die GeI-•
säule wird sodann mit der oben genannten Adsorptionspufferlösung gewaschen, bis die Extinktion des Filtrates bei
280 nm = 1 ,0 ist. Dabei werden MBG, MHM und LIM eluiert.
.
Zur Elution des GBG :- und der adsorbierten Proteine
wird das beladene Ionenaustauschergel mit einem NaCl-Konzentrationsgradienten,
der unter Beibehaltung des pH-Wertes, der Phosphat- .und der Cystein-Konzentration im Konzentrationsbereich
von 0,04 bis 2,0 mol/1 linear ist, über 2 Tage eluiert. Sodann wird die weitere Elution mit einem Phosphat-
Konzentrationsgradienten von 0,01 bis 0,5 mol/1 pH 8,0, unter Beibehaltung der NaCl-Konzentration (2 mol/1) und der
Cysteinkonzentration durchgeführt.
Die MBG, GBG, MHM bzw. LLM enthaltenden Fraktionen werden gesammelt
und wie üblich konzentriert.
4. Chromatographie an Hydroxy!apatit
Die die Mitogene enthaltenden Proteinniederschlage werden
in möglichst wenig .0,0001 mol/1 Natriumkaliumphosphat-Pufferlösung,
die 0,001 mol/1 Cystein enthält, gelöst und gegen diesen Puffer durch Molekularsiebfiltration, Ultrafiltration
oder Dialyse entsalzt (Ausschlußgrenze 500 Daltons), bis in der Dialysen—Pufferlösung kein Sulfat mehr nachzuweisen
ist. Sodann wird ein kleiner Anteil an unlöslichen Proteinen durch einstündiges Zentrifugieren bei 1O 000 χ g
entfernt.
Die erhaltenen klaren, MBG, GBG, MHM bzw. LLM enthaltenden Proteinlösungen werden getrennt auf eine mit Hydroxylapatit ·
gefüllte Säule aufgetragen. Die Säule besitzt ein Verhältnis Länge zu Druchmesser von 10 : 1 und das vierfache Volumen des
aufzutragenden Proteinvolumens. Die Säule wurde vorher mit
dem fünffachen ihres Volumens des genannten Puffers äquilibriert (Fluß 3 cm/h). ·
Die negativ adsorbierten Proteine werden durch Eluieren mit der zum Äquilibrieren der Säule verwendeten Pufferlösung aus—
^O gewaschen. Sodann wird die Eluierung der MBG, GBG, MHM bzw.
LLM enthaltenden Fraktionen mit einem linearen Phosphatkonzentrationsgradienten von 0,0001 mol/1 bis 0,5 mol/1 Natriumkaliumphosphat-Pufferlösung
vom pH-Wert 7,4 unter Konstanthaltung des angegebenen Cysteinzusatzes über einen Zeitraum
von 4 Tagen durchgeführt. MBG wird bei einer mittleren Phosphatkonzentration
von etwa 0,003mol/l, , GBG bei etwa 0,1 mol/1, MHM bei etwa 0,006 mol/1 und LLM bei etwa
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1 °/ο1 mol/1 eluiert. Der Elutionsgradient wird mit Hilfe der
Leitfähigkeitsmessung verfolgt und kontrolliert.- Die Konzentrierung
der die Mitogene enthaltenden Fraktionen erfolgt in üblicher Weise.
5) Zonenpräzipitationschromatographie
Die die Mitogene enthaltenden Fraktionen werden in 0,1 mol/1 Natriumkaliumphosphatlösung, die 0,1 mol/1 NaCl, 0,001 mol/1
Cystein und 1 mol/1 Ammoniumsulfat enthält und einen pH-Wert von 7,4 aufweist, gelöst. Die erhaltene Lösung wird bei
einer Temperatur von 40C auf eine Säule aufgebracht, die
mit einer mit Epichlorhydrin vernetzten Dextran-Molekularsiebmatrix
(Sephadex G-25) gefüllt ist. Die Matrix befindet sich in einem ansteigenden linearen Ammoniumsulfat-Konzentrationsgradienten
von 1,0 bis 4,0 mol/1 Ammoniumsulfat (25 bis 100 % Sättigung). Die Steigung des Gradienten beträgt
+ 2% Ammoniumsulfatsättigung/cm Säulenhöhe (0,08 mol/1 (NH-)2SO4/cm), wobei der Bereich des Gradienten
über etwa die halbe Säulenlänge reicht. Das. Verhältnis Länge : Durchmesser der Säule beträgt 50 : 1,
das Säulenvolumen ist 100 mal größer als das Auftragsvolumen. Die Stromungsgeschwindigkeit beträgt 2 cm/h.
Die Eluierung erfolgt mit der vorstehend genannten Natriumkaliumphosphatlösung,
die 1 mol/1 Ammoniumsulfat enthält. Die die Mitogene ' enthaltenden Fraktionen, welche bei 72 %
(MBG), 52 % (GBG), 65 % (I-5HM) bzw. 61 % (LIi-I) Arationiumsulfatsättigung"'" '
eluieren, "werden gesammelt und die Proteine in üblicher Weise konzentriert.
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6. Analytische Kreislaufmolekularsiebfiltration
Die die Mitogene enthaltenden Fraktionen werden in 0,003 mol/1 Natriumkaliumphosphat-Pufferlösung, die 0,3 mol/1 NaCl und
0,001 mol/1 Cystein enthält und einen pH-Wert von 7,4 aufweist, aufgelost. Anschließend wird ein kleiner Anteil an
L J
~58-
unlöslichen Stoffen durch 30 Minuten Zentrifugieren bei
48 000 x g entfernt.
Hierauf wird die erhaltene klare Lösung einer analytischen Kreislaufmolekulargewichtsfiltrationschromatographie unterzogen.
Dazu wird die Lösung bei einer Temperatur von 40C auf.
eine mit Ultragel AcA 44 mit einer Teilchengröße von 60 bis 100 μΐη gefüllte Säule aufgebracht, die das 50- ache Volumen
der Proteinlösung und ein Säulenverhältnis (Länge : Durchmesser) von 50 : 1 besitzt. Die Eluierung erfolgt mit
einer 0,003 mol/1 Natriumkaliumphosphat-Pufferlösung, die
0,3 mol/1 NaCl und 0,001 mol/1 Cystein entlialtjVme Eluate
werden bei einer Separationsgrenze von 30 000 Daltons (MBG), 100 000 Daltons (GBG), 20 000 Daltons (MHM) bzw. 24'0OO DaI-tons
(LLM) dreimal im Kreislauf geführt. Nach üblicher Proteinkonzentrierung
werden etwa 6 mg MBG, 8 mg GBG, 6 mg MHM bzw. 5 mg LLM erhalten. Die Mitogene weisen eine Reinheit
von >95 % auf.
1 2
3,5 kg (etwa 7 χ 10 ) Monozyten, die aus Schweineblut gewonnen
wurden, werden unter den in Beispiel 1 angegebenen Bedingungen kultiviert. Durch den Gehalt des Kulturmediums
an einem polyvalenten Mitogen (COn) werden die Zellen während
der Kultur zur Mitose angeregt.
Die in der Kulturlösung entstandenen Mitogene MBG und MHM werden nach dem in Beispiel 1 beschriebenen Verfahren isoliert
und in hochreinem Zustand gewonnen. Es werden ähnliehe
Ausbeuten wie in Beispiel 1 erreicht.
Es wird die Herstellung von Mitogenen aus einem Entzündungsgewebe und die Abtrennung der darin enthaltenen Mitogene von
den übrigen Bestandteilen des Gewebes beschrieben. Es werden 500 g infarziertes, entzündetes Herzmuskelgewebe vom Hund
Γ -59- -=■ ':-: "ίπ
bei 0-4 0C verwendet. Das Herzmuskelgewebe wird/im Fleischwolf zerkleinert
und mit dem dreifachen Volumen seines Gewichtes einer 0,05 mol/1 Natriumkaliumphosphat-Pufferlösung versetzt, welche
0,001 mol/1 Cystein enthält,/Die erhaltene Suspension wird
mit einem Homogenisator (Ultraturax) homogenisiert. Anschließend wird der überstand, der die löslichen Anteile des Entzündungsgewebes
enthält, von den ungelösten Bestandteilen durch Zentrifugieren bei 10 000 χ g abgetrennt. Die Arbeiten
werden bei einer Temperatur von 40C durchgeführt.
Dann wird die erhaltene Lösung 3 Stunden bei 100 000 χ g zentrifuigert.
Die dabei erhaltene klare Lösung wird von der oben aufschwimmenden Lipidschicht abgetrennt.
Die erhaltene, Mitogene enthaltende klare Lösung wird nun
gemäß Beispiel 1 einer fraktionierten Fällung mit Ammoniumsulfat unterzogen. Die erhaltene Proteinfraktion 3 wird
ebenfalls gemäß Beispiel 1 auf die Mitogene aufgearbeitet. Es werden etwa 0,02 mg MBG, etwa 0,0.2 mg GBG, etwa O,o2. mg
MHM und etwa 0,0 3 mg LLM erhalten.
20
20
Beispiel 4
Gemäß Beispiel 3 wird ein Homogen!sat von 500 g Leukozyten
hergestellt und in der dort angegebenen Pufferlösung suspendiert. Die Aufarbeitung auf die in den Leukozyten enthaltenen
Mitogene erfolgt gemäß Beispiel 1. In den nicht unter Stimulierung
kultivierten Leukozyten sind nur verhältnismäßig geringe (etwa 1 %) Mengen der Monocyto- und Lymphocyto-Mitogene enthalten.
Die Ausbeuten betragen: etwa 5 μg GBG, etwa 1 μg LLM,
etwa 1 ug MGG und ebenfalls etwa 1 \ig MHM.
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L J
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Claims (1)
- VOSSlUS- VOSSIUS-TAUCHNER -HH-UNEMA-NK' · PAUHPATENTANWÄLTESIEBERTSTRASSE 4 · 8OOO MÜNCHEN 86 · PHONE: (O89) 47 4O 75 CABLE: BENZOLPATENT MDNCHEN · TELEX 5-29 453 VOPAT DJ 8. Mti Jöö:u.Z.: R 062 (Ra/kä)Max-Planck-Gesellschaft
zur Förderung der Wissenschaften e.V. 3400 Göttingen" Mitogene der Leukozyten und des Entzündungsgewebes: Natürliche Leukopoetine zur selektiven Anregung der Teilung und Differenzierung von Leukozyten "Patentansprüche1. Mitogene der Leukozyten und des Entzündungsgewebes, gekennzeichnet durch folgende Eigenschaften:
a) biologische Wirkungen in vivo und in vitro:- selektive Anregung der Teilung und Differenzierung(Mitose) von Knochenmarks- und/oder Gewebeleukozyten;- LDg0 nicht bestimmbar, da keine lethalen Wirkungen, selbst bei mehr als der 1000 —fachen Dosis der physiologisch aktiven Schwellendosis, ersichtlich sind;- keine Mobilisierung adulter oder juveniler Leukozyten (Leukozytose- oder Linksverschiebungsreaktion);- keine Kapillarpermeabilitätserhöhung im Hauttest;- keine spasmogene Aktivität auf glatte Muskulatur;- keine spasmogene Aktivität auf gestreifte Muskulatur;- kein Endotoxingehalt und keine endotoxingleichen oder -ähnlichen Wirkungen;- keine chemische Anlockung (Chemotaxis) von Leukozyten in vitro;Γ _ 2 _- keine positive oder negative chemokinetische Wirkung auf Leukozyten in vitro;- keine Phagozytose stimulierende Wirkung auf Leukozyten in vitro;- keine ersichtlichen Schock- oder andere systemisch abträglichen Wirkungen vom Soforttyp oder protrahierten Typ im Gesamtorganismus in vivo;- keine signifikante pyrogene Wirkung in vivo;- keine Lysewirkungen auf Erythrozyten, Thrombozyten und Leukozyten in vitro;- keine Entzündungswirkung in situ.;- keine chemotropische Mitogenwirkung auf Blutgefäßzellen;b) physikalisch-chemische Eigenschaften:- Typische Proteineigenschaften und Proteinreaktionen (Folin- und Biuretreaktionen);- Schmelzpunkt: etwa 20O0C (Zers. unter Luft- und Sauerstoffausschluß);- kein normaler freier und selbständiger Blut-, Blutplasma- oder Blutserumbestandteil;- sie entstehen aus Leukozyten als zelluläre Mediatoren;- elektrophoretische Wanderung bei pH 7,40 in Acrylamidmatrizen: anodisch;- löslich in wäßrigen Medien einschließlich 10 % Äthanol bei einem pH-Wert von mindestens 4,0 bis 10;- sie adsorbieren reversibel in Struktur und biologischer Aktivität an Anionen-und Kationenaustauschern, Calciumphosphatgel und Hydroxylapatit und können nativ der Volumenverteilungschromatographie unterworfen werden.2. Mitogene nach Anspruch 1, erhältlich aus Leukozyten, durch Kultur von Leukozyten und Gewinnung aus der überstehenden Kulturlösung oder aus Entzündungsgewebe. 35L JΓ .3- -·-■ ■"■"■- ■ "·1 3. Mitogene nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie die Teilung und Differenzierung von Knochenmarksleukozyten anregen.5 4. Mitogen (Monocyto-Blastogen) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß es aus mononucleären Leukozyten erhältlich ist und folgende zusätzliche Eigenschaften aufweist:a) biologische Wirkungen:- spezifische Stimulierung der Teilung und bifferenzie-10 rung von Knochenmarksleukozyten;- Schwellendosis der Wirksamkeit in vitro < 50 pmol/1;b) physikalisch chemische Eigenschaften:- Molekulargewicht des nativen Proteins (Primärstruk-15 tür): etwa 25 000 Daltons;- unlöslich in einer Ammoniumsulfatlösung bei einer Sättigung von 90 % (3,6 mol/1);- Adsorptionsspektrum (UV, sichtbarer und naher IR-Bereich) gemäß Fig. 1;20 - Extinktionskoeffizienten gemäß nachstehender Tabelle I :Tabelle IWellenlänge, mn E1 mg/mlf1 cm (H^0) f 2o°C) ± 6%248 (min) 0,23260 0,36276 (max) 0,56280 0,55290 0,38400 0450 0500 0550 O600 0700 0800 0850 0900 01000 05. Mitogen (Granulocyto-Blastogen) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß es aus Granulozyten erhältlichist und folgende zusätzliche Eigenschaften aufweist:a) biologische Wirkungen:- spezifische Stimulierung der Teilung und Differenzierung von Knochenmarksleukozyten;- Schwellendosis der Wirksamkeit in vitro <5 nmol/1; 30b) physikalisch chemische Eigenschaften:- Molekulargewicht des nativen Proteins (Primärstruktur): etwa 85 000 Daltons;- unlöslich in einer Ammoniumsulfatlösung bei einer Sätti-gung von 90 % (3,6 mol/1);L J- Adsorptionsspektrum (UV, sichtbarer und naher IR-Be-reich) gemäß Fig. 2;
- Extinktionskoeffizienten gemäß nachstehender Tabelle II:Tabelle IIWellenlänge, nm E1 mg/ml . y ^. ^ 20oc) ± 6%251 (min) 0,22260 0,30280 0,55281 (max) 0,56 290 0,4140° °450 0500 0550 0600 0700 0800 0850 0900 00E28O/E26O 1'836. Mitogene nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie die Mitose von Gewebeleukozyten anregen.7. Mitogen (Monocyto-Histiomitogen) nach Anspruch β, dadurch gekennzeichnet, daß es aus mononucleären Leukozyten erhältlich ist und folgende zusätzliche Eigenschaften aufweist:
a) biologische Wirkungen:- spezifische Stimulierung der Mitose von peritonealen Makrophagen;L J_ g _ ι- Schwellendosis der Wirksamkeit in vitro <1 nmol/1 b) physikalisch chemische Eigenschaften:- Molekulargewicht des nativen Proteins (Primärstruktur) : etwa 13 000 Daltons;- löslich in einer Ammoniumsulfatlösung bei einer Sättigung von 9o % (3,6 mol/1);- Adsorptionsspektrum (UV, sichtbarer und naher IR-Bereich) gemäß Fig. 3;- Extinktionskoeffizienten gemäß nachstehender TabelleTabelle IIIWellenlänge, nm E 1 mg/ml/1 cm 2Q<>C) + 6%< ^252 (min) 0,20260 0,27279 (max) 0,56280 0,56290 0,46400 0450 0500 0550 0600 0700 0800 0850 0900 00E28O/E26O 2<078. Mitogen (Lymphozyto-Lymphomitogen) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß es aus Lymphozyten erhältlic ist und folgende zusätzliche Eigenschaften aufweist:a) biologische Wirkungen:- spezifische Stimulierung der Mitose von .peripheren Lymphozyten;- Schwellendosis der Wirksamkeit in vitro <Ό,5 nmol/1; 5b) physikalisch-chemische Eigenschaften:- Molekulargewicht des nativen Proteins (Primärstruktur): etwa 17 000 Daltons;- unlöslich in einer Ammoniumsulfatlösung bei einer Sättigung von 90 % (3,6 mol/1);- Adsorptionsspektrum (UV, sichtbarer und naher IR-Bereich) gemäß Fig. 4;- Extinktionskoeffizienten gemäß nachstehender Tabelle IV:Tabelle IVWellenlänge, nm E 1 mg/mlr 1 cm ^ 2Qoc) + 6 %25 2 (min) 0,32260 0,412 80 0,7828 2 (max) 0,79290 0,6140° °450 . 0500 0550 0600 070° °800 0850 0900 00E28O/E26O 1'90L -I9. Verfahren zur Herstellung und Gewinnung der Mitogene nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß man Leukozyten oder Entzündungsgewebe homogenisiert oder Leukozyten kultiviert und die entstandenen Mitogene aus den Homogenaten oder aus der überstehenden Kulturlösung gewinnt.10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß man eine gemischte Leukozytenpopulation kultiviert.11. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß man eine bestimmte Leukozytenart kultiviert.12. Verfahren nach Anspruch 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß man die Leukozyten in einem vollsynthetischen, Zellkulturmedium kultiviert, das Serumalbumin als einziges Protein enthält.13. Verfahren nach Anspruch 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß man während der Kultur die Mitose der Leukozyten anregt.14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Anregung der Mitose der Leukozyten ein polyvalentes Mitogen oder Endotoxin-Mitogen zusetzt oder eine Immunreaktion an der Zelloberfläche auslöst.15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß man die Mitose der Leukozyten durch Zusatz eines Lektins anregt.16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Lektin aus Caiiavalia ensiforinis iConcanavalin" A = CON) verwendet.17. Verfahren nach Anspruch 9 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kultur der Leukozyten in einem Zellkultur-L JΓ _ 9 _ ■'■■■ '■ - "·"""iasdium mit der in Tabelle V angegebenen Zusammensetzung durchführt.18. Verfahren nach Anspruch 9 bis 17, dadurch gekennzeich-net, daß man die Kultur der Leukozyten etwa 40 Stunden bei7 8etwa 370C und einer Konzentration von etwa 10 bis 10 Zellen/ml Kulturlösung unter einem CO~-Partialdruck von etwa 1 % und unter ausreichender Sauerstoffzufuhr für die Kultur durchführt.19. Verfahren nach Anspruch 9 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß man nach der Beendigung der Kultur durch Abtrennen der Leukozyten den in der Kulturlösung enthaltenen bei Salzzusatz unlöslichen Proteinanteil durch Aussalzen aus der Lösung, und den in der gesättigten Salzlösung löslichen Proteinanteil durch Konzentrieren dieser Lösung gewinnt.20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß man Ammoniumsulfat zum Aussalzen der Proteine verwendet.21. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß man die Ammoniumsulfatkonzentration der Kulturlösung stufenweise erhöht, nach jedem Ammoniumsulfatzusatz die ausgefallenen Proteine abtrennt und damit mehrere Proteinrohfraktionen mit abgestufter Löslichkeit bei verschiedener Ammoniumsulfatkonzentration gewinnt.22. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß man die Ammoniumsulfatkonzentration der Kulturlösung stufenweise auf 35 %, 45 % und 90 % Sättigung einstellt.23. Verfahren nach Anspruch 19 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß man den überstand der Aussalzfällung nach dem Abtrennen des Proteinniederschlags durch Ultrafiltration oder Dialyse konzentriert.- 10 -24. Verfahren nach Anspruch 19 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß man die durch stufenweise Aussalzung gewonnenen Proteinrohfraktionen und den konzentrierten Überstand der Aussalzfällung getrennt auf Mitogene aufarbeitet. 525. Verfahren nach Anspruch 9 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß man die Aufarbeitung der Proteinrohfraktionen und die Gewinnung der Mitogene durch präparative und analytische Molekularsiebfiltration/ Anionen- und Kationenaustauscherchromatographie bzw. -eintopfadsorptionsverfahren, Chromatographie an Hydroxylapatit, Zonenpräzipitationschromatographie und/oder Kreislauf- oder Kaskadenmolekularsiebfiltration durchführt.26. Verfahren nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens zwei der genannten Reinigungsschritte nacheinander durchführt.27. Verfahren nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens drei der genannten Reinigungsschritte hintereinander durchführt.28. Verfahren nach Anspruch 9 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Gewinnung des Monocyto-Blastogens eine gemischte Leukozytenpopulation oder nur Monozyten kultiviert, gegebenenfalls während der Kultur die Mitose der Zellen durch CON stimuliert, die Kulturlösung nach Beendigung der Kultur mit Ammoniumsulfat bis zu einer Sättigung von 90 % versetzt, die ausgefallenen Proteine von dem ammoniumsulfathaltigen überstand abtrennt, wieder auflöst und durch einen Anionenaustauscherchromatographie-Schritt, eine präparative Molekularsiebfiltration einen Kationenaustauscherchromatographie-Schritt, eine Chromatographie an Hydroxylapatit, eine Zonenpräzipitationschromatographie und eine Kaskadenmolekularsiebfiltration reinigt und nach.Abtrennung der begleitenden Fremdproteine das Monozyto-Blastogen imL JEluat der Kaskadenmolekularsiebfiltration in hochgereinigter Form gewinnt.29. Verfahren nach Anspruch 9 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Gewinnung des Granulocyto-Blastogen eine gemischte Leukozytenpopulation oder nur Granulozyten kultiviert, während der Kultur die Mitose der Zellen durch CON stimuliert, die Kulturlösung nach Beendigung der Kultur mit Ammoniumsulfat bis zu einer Sättigung von 90 % versetzt, die ausgefallenen Proteine von dem ammoniumsulfathaltigen Überstand abtrennt, wieder auflöst und durch einen Anionenaustauscherchromatographie-Schritt, eine präparative Molekularsiebfiltration, einen Kationenaustauscherchromatographie-Schritt, eine Chromatographie an Hydroxylapatit, eine Zonenpräzipitationschromatographie und eine Kaskadenmolekularsiebfiltration reinigt und nach Abtrennung der begleitenden Fremdproteine das Granulocyto-Blastogen im Eluat der Kaskadenmolekularsiebfiltration in hochgereinigter Form gewinnt .30. Verfahren nach Anspruch 9 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Gewinnung des Monocyto-Histiomitogen eine gemischte Leukozytenpopulation oder nur Monozyten kultiviert, während der Kultur die Mitose der Zellen durch CON stimuliert, die Kulturlösung nach Beendigung der Kultur mit Ammoniumsulfat bis zu einer Sättigung von 90 % versetzt, die ausgefallenen Proteine von dem ammoniumsulfathaltigen Überstand abtrennt, wieder auflöst und durch einen Anionenaustauscherchromatographie-Schritt, eine präparative Molekular-Siebfiltration,einen Kationenaustauscherchromatographie-Schritt, eine Chromatographie an Hydroxylapatit, eine Zonenpräzipitationschromatographie und eine Kaskadenmolekularsiebf iltration reinigt und nach Abtrennung der begleitenden Fremdproteine das Monozyto-Histiomitogen im Eluat der KaskadenmolekularSiebfiltration in hochgereinigter Form gewinnt.31. Verfahren nach Anspruch 9 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Gewinnung des Lymphozyto-Lymphomi toger? s eine gemischte Leukozytenpopulation oder nur Lymphozyten kultiviert, während der Kultur die Mitose der Zellen durch CON stimuliert, die Kulturlösung nach Beendigung der Kultur mit Ammoniumsulfat bis zu einer Sättigung von 90 % versetzt, die ausgefallenen Proteine von dem ammoniumsulfathaltigen überstand abtrennt, wieder auflöst und durch einen Anionenaustauscherchromatographie-Schritt, eine präparative Molekularsiebfiltration, einen Kationenaustauscherchromatographie-Schritt, eine Chromatographie an Hydroxylapatit, eine Zonenpräzipitationschromatographie und eine Kaskadenmolekular Siebfiltration reinigt und nach Abtrennung der begleitenden Fremdproteine das Lymphozyto-Lymphomitogen im Eluat der Kaskadenmolekularsiebfiltration in hochgereinigter Form gewinnt.32. Verfahren nach Anspruch 9 und 19 bis 31, dadurch gekennzeichnet, daß man statt der Kulturlösung der Leukozy-ten den löslichen Anteil eines Leukozyten- bzw. Entzündungsgewebe-Homogenats verwendet.33. Arzneimittel zur spezifischen Beeinflussung des Ab—wehrzustandes,der Leukopoese und von Entzüdnungsprozessen des Körpers von Säugern, gekennzeichnet durch einen Gehalt· an mindestens einem Mitogen nach Anspruch 1 bis 8 und übliche Träger-, Hilfs- und Zusatzstoffe.3Q 34. Arzneimittel zur spezifischen Beeinflussung des Abwehr zustandes; der Leukopoese und von Entzündungsprozessen des Körpers von Säugern, gekennzeichnet durch einen Gehalt an mindestens einem anti^Mitogen-Immunoglobulin.- 13 -1 35. Verwendung mindestens eines die Teilung und Differenzierung von Leukozyten anregenden Mitogens nach Anspruch bis 8 zur spezifischen Beeinflussung des AbwehrzuStandes, der Leukopoese und von Entzündungsprozessen des Körpers von5 Säugern.36. Verwendung von mindestens einem anti-Mitogen-Immunoglobulin zur spezifischen Beeinflussung des Abwehrzustandes(der Leukopoese und von Entzündungsprozessen des IQ Körpers von Säugern.
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