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Verfahren zur Herstellung von wasserverdünnbaren,
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hitzehärtenden Lackbindemitteln hoher Reaktivität -Die vorliegende
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von wasserverdünnbaren, hitzehärtenden
Lackbindemitteln hoher Reaktivität, die den daraus hergestellten Lackfilmen verbesserte
dauerelatische Eigenschaften, Haftfestigkeit und Oberbrennbarkeit verleihen.
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Veretherte Melamin-Formaldehydharze werden schon seit längerer Zeit
als Bindemittel für Lack systeme eingesetzt. Sie verleihen den ausgehärteten.Lackfilmen
eine gute Haftfestigkeit auf den meisten Untergründen, hohe Härte und Chemikalienresistenz.
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Diese hervorragenden Eigenschaften entfalten sie in Kombination mit
den verschiedensten Alkydharzen oder gesättigten, ölfreien Polyestern. Eine Anwendung
veretherter Melamin-Formaldehydharze als Alleinbindemittel würde an ihrer hohen
Sprödigkeit scheitern.
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Die bisher verwendeten butanolveretherten Melamin-Formaldehydharze
kommen für Produkte, die den in den letzten Jahren gestiegenen ökologischen Anforderungen
genügen sollen, in mehrfacher Hinsicht nicht in Betracht. Zum einen sind sie durch
die hohe Zahl an Butoxylgruppen im bevorzugten umweltfreundlichen Lösungsmittel,
dem Wasser, praktisch nicht löslich. Zum zweiten kommen im allgemeinen Festkörpergehalte
über 75 %, wie sie für die high-solid-Systeme gefordert werden, wegen ihres hohen-Kondensationsgrades
und der daraus resultierenden hohen Viskosität nicht in Frage. Überdies entspricht
auch die Emission von Butanol als Spaltprodukt beim Härtungsvorgang nicht dem Verständnis
der heute geforderten Umweltfreundlichkeit.
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Die genannten Eigenschaften werden jedoch von Melamin-Formaldehydharzen
erbracht, die mit kürzerkettigen ein- oder mehrwertigen Alkoholen verethert sind
und deren Kondensation noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Die breiteste Anwendung
haben dabei mit Methanol veretherte Typen erlangt.
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Niedermolekulare, methoxylierte Melamin-Formaldehydharze werden schon
seit vielen Jahren hergestellt und finden breite Anwendung in der Textil- und Papierindustrie,
sowie auch in der Lackindustrie.
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Ihre Darstellung kann durch Veretherung von Melamin-Formaldehydadditionsverbindungen
mit Methanol im schwach sauren, manchmal auch im alkalischen Milieu bei erhöhter
Temperatur erfolgen. Bei Anwendung
niedriger Temperaturen muß in
Gegenwart größerer Mengen Säuren gearbeitet werden (s. Houben-Weyl, "Methoden der
organischen Chemie", Band XIV/2, Seiten 361-371, 4. Auflage (1963), G. Thieme Verlag,
Stuttgart).
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Anders als bei den Butanolen oder anderen, mit Wasser nicht mischbaren
Alkoholen kann das bei der Veretherungsich bildende Reaktionswasser nicht azeotrop
abdestilliert und auch nicht zur Bestimmung des Reaktionsfortschrittes herangezogen
werden. Soll es entfernt werden, so muß das Veretherungsprodukt praktisch vollkommen
eingedampft und anschließend in einem geeigneten Lösungsmittel rückgelöst werden.
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Wie allgemein bekannt, zeigen solche Aminoplaste, deren Kondensationsgrad
noch nicht zu weit fortgeschritten ist und die praktisch keine freien NH-Funktionen
mehr besitzen, die besten mechanischen Eigenschaften. Die Anwesenheit höherer Anteile
an freien NH-Funktionen erhöht zwär die Reaktivität des Harzes sehr stark, doch
führt die Reaktion in der Hauptsache zur Selbstvernetzung des Aminoharzes, während
die Co-Kondensation mit den freien Hydroxyl-oder Carboxylgruppen des als Kombinationsbindemittel
eingesetzten Polyesters nur mehr eine untergeordnete Rolle spielt (s. z.B. W.J.
Blank und W.L. Hensley, J. Paint Technol. 46 (593), 46 bis 50 (1947), oder R. Seidler
und H. G. Stolzenbach, Farbe und Lack 81 (4), 281 bis 288 (1975)). Hohe Anteile
an Eigenvernetzung der Lackbindemittel verleihen dem Lack-
system
wohl hohe thermische Reaktivität, doch weisen die ausgehärteten Lackfilme aufgrund
mangelnder Elastizität schlechte Haftung am Untergrund und starke Neigung zu zunehmender
Versprödung auf. Ein hoher NH-Gehalt des Aminoharzes führt daher -im allgemeinen
auch zu verringerter Lagerstabilität und höheren Viskositäten, so daß ein Einsatz
derartiger Produkte in hochkonzentrierter Form problematisch ist.
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Besonders gute mechanische und elastische Eigenschaften weisen daher
Veretherungsprodukte des Hexamethylolmelamins auf, welche praktisch keine freien
NH-Funktionen mehr besitzen. Ein entscheidender Nachteil des seit langem eingesetzten
Hexamethoxymethylmelamins ist jedoch seine äußerst geringe Reaktivität, so daß ein
Einsatz von Katalysatoren und die Anwendung hoher Einbrenntemperaturen notwendig
sind. Ganz allgemein führt der Einsatz von getrocknetem Hexamethylolmelamin zu hochveretherten
Produkten mit ausgezeichneter Elastizität, die jedoch bei mittleren Einbrenntemperaturen
von 110 bis 1409C keine ausreichende Reaktivität aufweisen.
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Bei der Veretherung von Hexamethylolmelamin oder niedriger addierten
Melamin-Formaldehydkondensationsprodukten mit Methanol in wäßrigem Medium (s. US-PS
2 998 411, FR-PS 1 086 826, AT-PS 163 630), wurde ein größerer Wassergehalt des
Reaktionssystems bisher eher lästig als günstig empfunden. In der US-PS 2 998 411
wird ein zweistufiges Veretherungsverfahren von filterfeuchtem Hexamethylolmelamin
angegeben,
wobei in der ersten Stufe das Produkt soweit vorverethert
wird, daß ein anschließendes Abdampfen des Wassers und überschüssigen Methanols
ohne Zunahme des Kondensationsgrades möglich wird, und in der zweiten Stufe das
Produkt fertig verethert wird.
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In der AT-PS 237 901 wird eine Veretherung in Gegenwart von Wasser
nach Vorkondensation im alkalischen Milieu empfohlen. Die FR-PS 1 086 826 lehrt
ebenfalls eine Veretherung von Polymethylolmelaminen in Gegenwart von Wasser, doch
-werden in Wasser nur teilweise oder gar nicht lösliche Harze erhalten. In keinem
der angesprochenen Fälle werden jedoch Produkte mit zu den erfindungsgemäß hergestellten
Lackharzen gleichwertigen Eigenschaften erhalten.
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Überraschenderweise wurde nun gefunden, daß eine Erhöhung der Reaktivität
von Veretherungsprodukten von Hexämethylolmelamin durch Erniedrigung des Veretherungsgrades
unter gleichzeitiger Beibehaltung der guten elastischen Eigenschaften und des niedrigen
Kondensationsgrades möglich ist. Zu diesem Zweck wird die Veretherung des Hexamethylolmelamins
in Gegenwart von genau bestimmten Mengen an Wasser und im schwach sauren Medium
durchgeführt. Dabei mußte das bisher bestehende Vorurteil überwunden werden, daß
im sauren Milieu größere Wassermengen in jedem Fall beschleunigend auf die Kondensationsreaktion
wirken (s. AT-PS 237 901).
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Es wurde nun ein Verfahren zur Herstellung von Lackbindemitteln gefunden,
das dadurch gekennzeichnet
ist, daß man Hexamethylolmelamin mit
einem Gehalt an gebundenem Formaldehyd von 5,7 bis 7,5 Mol Formaldehyd pro Mol Hexamethylolmelamin
in einem Reaktionsmedium, das vor Beginn der Reaktion 12 bis 20 Mol Methanol pro
Mol Hexamethylolmelamin und 25 bis 60 Gew.-% Wasser, bezogen auf Methanol, enthält,
bei einem pH-Elektrodenwert zwischen 4,0 und 5,0 verethert bis ein Veretherungsgrad
von 62,5 bis 75 9 der zu Beginn vorhandenen Methylolgruppen erreicht ist.
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Die Herstellung des für das erfindungsgemäße Verfahren notwendige
Ausgangsprodukts Hexamethylolmelamin, das pro Mol 5,7 bis 7,5 Mol gebundenen Formaldehyd
enthält, kann nach an sich bekannten Verfahren erfolgen (s. z.B. Houben-Weyl a.a.O.
und US-PS 2 998 411 und dort angeführte Literatur).
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Zu beachten ist dabei, daß nach den verschiedenen in der Literatur
beschriebenen Verfahren häufig Produkte erhalten werden, die sich hinsichtlich ihres
Gehaltes an gebundenem Formaldehyd, ihres Kondensationsgrades oder ihrer molekularen
Einheitlichkeit unterscheiden. Für das erfindungsgemäße Verfahren ist es wesentlich,
daß das eingesetzte Hexamethylolmelamin~pro Mol mindestens 5,7 Mol gebundenen Formaldehyd
enthält. Vorzugsweise wird ein Hexamethylolmelamin eingesetzt, das pro Mol über
6, beispielsweise 6,2 bis 7,5, vorzugsweise 6,5 bis 7 Mol, gebundenen Formaldehyd
enthält. Gegebenenfalls ist durch einfache Voruntersuchungen festzustellen, nach
welchen aus der Literatur bekannten Verfahren ein für das erfindungsgemäße Verfahren
geeignetes
Ausgangsprodukt erhalten werden kann.
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Ausgangsprodukte, die mehr als 6 Mol Formaldehyd gebunden an 1 Mol
Hexamethylolmelamin enthalten, können den über 6 Mol hinausgehenden Anteil an Formaldehyd
in Form von Halbacetalen der Methylole enthalten.
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Der Einsatz solcher Produkte ist deshalb bevorzugt, weil unter den
sauren Bedingungen für die erfindungsgemäße Veretherung eine Abspaltung von Formaldehyd
aus Methylolgruppen oder Acetalen auf treten kann und bei einem derart hohen Gehalt
des Ausgangsproduktes an gebundenem Formaldehyd sichergestellt werden kann, daß
das Veretherungsprodukt noch immer mindestens 6, nunmehr teilweise veretherte Methylol-
oder Methylenethergruppen enthält und keine merkliche'Zunahme an NH-Funktionalität
mit ihren unerwünschten Nebenwirkungen eintritt. Beispielsweise wurde festgestellt,
daß beim Einsatz eines etwa 6,8 bis 7 Mol gebundenen Formaldehyd enthaltenden Hexamethylolmelamins
das Verhältnis von Formaldehyd zu Melamin nach der er- -findungsgemäßen Veretherung
immer noch etwa 6,1:1 beträgt.
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Es ist weiterhin vorteilhaft, solche Ausgangsprodukte einzusetzen,
deren Kondensation nicht zu weit fortgeSchritten ist, was beispielsweise dann eintritt,
wenn es zu forciert getrocknet worden ist.
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Die Menge erfindungsgemäß einzusetzenden Methanols beträgt 12 bis
20 Mol pro Mol Hexamethylolmelamin.
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Vorzugsweise werden 15 bis 20 Mol Methanol pro Mol Hexamethylenmelamin
eingesetzt.
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Es ist ein wesentliches Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens,
daß das eingesetzte Methanol vor Beginn der Reaktion 25 bis 60 Gew.-% Wasser enthält.
Vorzugsweise beträgt dieser'Wassergehalt von 30 bis 45 Gew.-%.
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Dieser Wassergehalt ist von Bedeutung für die Steuerung des Veretherungsgrades
und damit der Reaktivität der erfindungsgemäß zugänglichen Lackbindemittel.
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Im. Gegensatz zu den bisher bekannten Methoden, bei denen der Wassergehalt
der zu verethernden Methylolmelaminharzlösung ausdrücklich keine erhebliche Rolle
spielt (s. AT-PS 237 901) oder überhaupt nicht mehr bestimmt oder berücksichtigt
wird (s. AT-PS 163 630), beruht das erfindungsgemäße Verfahren auf einer genauen
Kenntnis des Wassergehaltes des Systems und auf dessen gezieltem Einsatz innerhalb
bestimmter Grenzen.
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Das Wasser, das erfindungsgemäß zugegen sein muß, kann auf verschiedene
Weise in das Reaktionsgemisch eingebracht werden. Es ist möglich, es jeweils ganz
oder teilweise als Frischwasser zuzufügen. Es kann aber auch, beispielsweise in
Form von Methanoldestillaten, ganz oder teilweise aus vorhergehenden Ansätzen zurückgeführt
werden. Weiterhin kann das Wasser zusammen mit dem Hexamethylolmelamin eingebracht
werden, beispielsweise in Form von Mutterlauge oder Waschflüssigkeit, die dem Hexamethylolmelamin
von dessen Herstellung noch anhaftet.
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Um Produkte hoher Reaktivität zu erhalten, darf die Veretherung nicht
zu weit fortschreiten. Dieses Kriterium kann erfinungsgemäß auf geradezu ideale
Weise durch die Kontrolle des Wasserhaushaltec) des Systems erfüllt werden. Zusätzlich
zu der die Gleichgewichtslage der Veretherungsreaktion regulierenden Wirkung des
Wassers kann bei zunehmendem Wassergehalt die Menge der zur Veretherung notwendigen
Säure geringer gewählt werden.
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Ein weiteres wesentliches Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist die Einhaltung eines pH-Elektrodenwertes zwischen 4,0 und 5,0. Der Ausdruck
"pH-Elektrodenwert" bedeutet, daß ein entsprechender Potentialwert an einer in pH-Einheiten
geeichten Glaselektrode abgelesen wird, die in das Reaktionsgemisch eintaucht. Da
das Reaktionsgemisch große Anteile an organischen Substanzen enthält, wäre die Angabe
eines pH-Wertes entsprechend der üblichen Definition nicht sinnvoll.
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Vorzugsweise arbeitet man innerhalb des angegebenen Bereichs bei einem
pH-Elektrodenwert, der etwa 0,2 bis 0,'5 Einheiten unterhalb des Wertes liegt, der
zur vollständigen Auflösung des Hexamethylolmelamins bei den sonstigen vorliegenden
Bedingungen eben notwendig wäre.
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Die Einstellung des pH-Elektrodenwertes kann durch Zugabe von Säure
vorgenommen werden. Hierfür sind die verschiedensten Säuren geeignet, beispielsweise
organische
Säuren, wie Ameisensäure, Essigsäure oder Oxalsäure oder Mineralsäuren, wie Phosphorsäure,
Borsäure oder Schwefelsäure.
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Vorzugsweise wird für die Einstellung des pH-Elektrodenwertes Oxalsäure
verwendet.
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Die Wahl der Reaktionstemperatur ist im allgemeinen von untergeordneter
Bedeutung. Beispielsweise kann man bei Temperaturen im Bereich von 450C bis zu der
Temperatur arbeiten, bei der das jeweilige Reaktionsgemisch bei Normaldruck am Rückfluß
siedet. Es ist im allgemeinen vorteilhaft, innerhalb des angegebenen Temperaturbereiches
bei relativ hohen Temperaturen zu arbeiten, da sich dann die Reaktionszeit verkürzt.
Besonders bevorzugt arbeitet man bei Temperaturen im Bereich 60 bis 700C.
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Die erfindungsgemäße Reaktion wird durchgeführt, bis ein Veretherungsgrad
von 62,5 bis 75 % der zu Beginn vorhandenen Methylolgruppen erreicht ist. Vorzugsweise
wird die Reaktion bis zu einem Veretherungsgrad von 63 bis 74 % durchgeführt. Die
Veretherung ist im allgemeinen bis zu einem geeigneten Veretherungsgrad fortgeschritten,
wenn das gesamte eingesetzte Hexamethylolmelamin in Lösung gegangen ist.
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Män kann jedoch die Reaktionsdauer auch noch etwas verlängern, beispielsweise
um 10 bis 30 Minuten
über den Zeitpunkt des Aufklarens hinaus.
Hierdurch sind noch geringfügige Veränderungen der Eigenschaften der Produkte möglich.
Im allgemeinen beträgt die Reaktionsdauer bis zum Aufklaren etwa 10 bis 20 Minuten,
je nach dem welche Reaktionstemperatur angewendet wird.
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Wenn die Reaktionsmischung aufgeklart ist und gegebenenfalls noch
etwas nachreagiert hat, wird die Reaktion im allgemeinen durch Neutralisation abgebrochen.
Hierzu können Basen zugesetzt werden, beispielsweise hochsiedende Alkylamine.
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Als Basen kommen beispielsweise Triethanolamin oder Dimethylethanolamin
in Frage. Vorzugsweise verwendet man Dimethylethanolamin.
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Nach Beendingung der Reaktion kann das Produkt bis zum gewünschten
Feststoffgehalt aufkonzentriert werden, beispielsweise indem man im Vakuum Methanol
und Wasser abtrennt. Man erhält so eine klare Flüssigkeit, 'die im allgemeinen mit
Wasser und Lösungsmitteln wie z.B. Isopropanol in jedem Verhältnis mischbar ist.
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Die erfindungsgemäß hergestellten Lackbindemittel zeichnen sich durch
eine erhöhte Reaktivität des veretherten Hexamethylolmelamins und gute elastische
Eigenschaften der daraus herstellbaren Lacke aus.
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Die erfindungsgemäß erhaltenen Aminoharze weisen eine niedrige Viskosität
auf. Se sind bereits bei Einbrenntemperaturen ab 1100C von hoher Reaktivität.
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Sie verleihen den daraus hergestellten Fiimen eine
außergewöhnlich
hohe Dauerelastizität, Uberbrennbarkeit und Haftfestigkeit, wie sie normalerweise
bei Melaminharzen gleicher Reaktivität nicht anzutreffen sind. Die Produkte sind
im allgemeinen mit Wasser in jedem Verhältnis mischbar und auch in den meisten organischen
Lösungsmitteln, mit Ausnahme von Benzinkohlenwasserstoffen, löslich. Je nach der
Qualität des angewandten Hexamethylolmelamins kann mitunter im Bereich eines Festkörpergehaltes
zwischen 90 und 85 %-eine geringe Mischungslücke mit Wasser auftreten.
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Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin neue Veretherungsprodukte
des Hexamethylolmelamins, die dadurch gekennzeichnet sind, daß sie erhältlich sind,
indem man Hexamethylolmelamin mit einem Gehalt an gebundenem Formaldehyd von 5,7
bis 7,5 Mol Formaldehyd pro Mol Hexamethylolmelamin in einem Reaktionsmedium, das
vor Beginn der Reaktion 12 bis 20 Mol Methanol pro Mol Hexamethylolmelamin und 25
bis 60 Gew.-% Wasser, bezogen auf Methanol, enthält, bei einem pH-Elektrodenwert
zwischen 4,0 und 5,0 verethert, bis ein Veretherungsgrad von 62,5 bis 75 % der zu
Beginn vorhandenen Methylolgruppen erreicht ist'.
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Als Einbrennlacke verwendbare Produkte können aus den erfindungsgemäß
zugänglichen Lackbindemitteln hergestellt werden, indem man sie in an sich bekannter
Weise mit Alkydharzen oder ölfreien Polyestern und gegebenenfalls mit üblichen weiteren
Zusätzen, z.B. Lösungsmitteln, Pigmenten etc. mischt.
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Beispiele Die folgenden Beispiele 1 bis 6 erläutern das erfindungsgemäße
Verfahren ohne es in irgendeiner Weise zu beschränken. Die Beispiele 7 bis 11 sind
zum Vergleich, wobei bei Beispiel 7 ein geringere-r Wassergehalt des Reaktionsgemisches
angewendet wurde, als gemäß der Erfindung erforderlich ist und die- Beispiele 8
bis 11 entsprechend dem Stand der Technik durchgeführt wurden.
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Die Prüfergebnisse von Lacken, die in gleicher Weise aus den Produkten
der Beispiele 1 bis 11 hergestellt wurden, sind anschließend an die Beispiele angegeben
(s. insbesondere die Tabellen .1 und 2).
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Beispiel 1 1000 g Hexamethylolmelamin (7,0 Mol Formaldehyd gebunden),
welches noch 60,3 % Wasser vom Herstellungsprozeß enthielt, wurden mit 756 g Methanol
(- 20 Mol je Mol Hexamethylolmelamin) versetzt, wodurch sich ein Wassergehalt, bezogen
auf Methanol', von 44,4 % ergab. Diese Suspension wurde mit Oxalsäure auf einen
pH-Elektrodenwert von 4,5 eingestellt und so lange auf 65"C erwärmt, bis die Lösung
klar geworden war. Nach weiteren 10 Minuten, in denen die Temperatur noch auf 650C
gehalten wurde, wurde mit Dimethylethanolamin neutralisiert. Der Vëretherungsgrad
betrug dann 68,3 % der zu Beginn vorhandenen Methylolgruppen. Im Wasserstrahlvakuum
wurde dann
bis auf einen Festkörpergehalt von 95 % eingeengt unä
anschließend mit'Isopropanol auf einen Harzgehalt von 90 % rückgelöst.
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Beispiel 2 1000 g Hexamethylolmelamin der gleichen Qualität wie bei
Beispiel 1 angegeben wurden mit 567 g Methanol (= 15 Mol je Mol Hexamethylolmelamin)
versetzt, wodurch sich ein Wassergehalt, bezogen auf Methanol, von 51,5 % ergab.
Die weitere Verfahrensweise war wie in Beispiel 1 angegeben. Der Veretherungsgrad
des so erhaltenen Produkts betrug 62,5 % der zu Beginn vorhandenen Methylolgruppen.
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Beispiel 3 1000 g Hexamethylolmelamin (7,0 Mol Formaldehyd, gebunden)
welches noch 47,9 % Wasser vom Herstellungsprozeß enthielt, wurden mit 744 g Methanol
(= 15 Mol je Mol Hexamethylolmelamin) versetzt, wodurch sich ein Wassergehalt, bezogen
auf Methanol, von 39,2 % ergab. Die Suspension wurde mit Oxalsäure auf einen pH-Elektrodenwert
von 4,5 eingestellt und auf 65"C erwärmt. 10 Minuten nach dem Aufklaren der Lösung
wurde mit Dimethylethanolamin neutralisiert. Das Einengen und Rücklösen der Harzlösung
erfolgte wie bei Beispiel 1 angegeben. Der Veretherungsgrad des so erhaltenen Produkts
betrug 69,4 % der zu Beginn vorhandenen Methylolgruppen.
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Beispiel 4 1000 g Hexamethylolmelamin der gleichen Qualität wie
bei
Beispiel 3 angegeben wurden mit 992 g Methanol (= 20 Mol je Mol Hexamethylolmelamin)
versetzt, wodurch sich'ein Wassergehalt, bezogen auf Methanol, von 32,6 % ergab.
Die weitere Arbeitsweise war wie in Beispiel 3 beschrieben. Der Veretherungsgrad
des so erhaltenen Produktes betrug 68 % der zu Beginn vorhandenen Methylolgruppen.
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Beispiel 5 1000 g Hexamethylolmelamin der gleichen Qualität wie bei
Beispiel 3 wurden mit 595 g Methanol (= 12 Mol je Mol Hexamethylolmelamin) versetzt,
wodurch sich ein Wassergehalt, bezogen auf Methanol, von 44,6 % ergab. Der pH-Elektrodenwert
der Suspension wurde mit Oxalsäure auf 4,0 eingestellt. Nach dem Erwärmen auf 650C
wurde diese Temperatur noch bis 10 Minuten nach dem Aufklaren der Lösung aufrechterhalten.
Dann wurde mit Dimethylethanolamin neutralisiert. Nach dem Einengen und Rücklösen
in Isopropanol wies die Lösung einen Festkörpergehalt von 90 % auf. Der Veretherungsgrad
des so erhaltenen Produktes betrug 69,5 % der zu Beginn vorhandenen Methylolgruppen.
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Beispiel 6 1000 g Hexamethylolmelamin (6,5 Mol Formaldehyd gebunden),
welches noch 37,5 % Wasser vom Herstellungsprozeß enthielt, wurden mit 935 g Methanol
(= 15 Mol je Mol Hexamethylolmelamin) versetzt, wodurch sich ein Wassergehalt von
28,6 % einstellte (bezogen auf Methanol). Die Suspension wurde mit Oxalsäure
auf
einen pH-Elektrodenwert von 4,5 eingestellt und auf 650C erwärmt. 10 Minuten nach
dem Aufklaren der Lösung wurde mit Dimethylethanolamin neutralisiert.
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Das Einengen und -Rü'cklösen des Harzes erfolgte wie bei Beispiel
1 angegeben. Der Veretherungsgrad des so erhaltenen Produktes betrug 73,3 % der
zu Beginn vorhandenen Methylolgruppen.
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Beispiel 7 (zum Vergleich) Das gleiche Hexamethylolmelamin, welches
in Beispiel 3 verwendet wurde, wurde an der Luft getrocknet, bis es einen Wassergehalt
von nur noch 3,6 % aufwies. 1000 g dieses luftgetrockneten Hexamethylolmelamins
(7,0 Mol Formaldehyd gebunden) wurden mit 1377 g Methanol (= 15 Mol je'Mol.. Hexamethylolmelamin
) versetzt, wodurch sich ein Wassergehalt von 2,5 % ergab (bezogen auf Methanol).
Die weitere Arbeitsweise war wie in Beispiel 3 angegeben.
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Wie aus den Tabellen 1 und 2 hervorgeht, können mit diesem Aminoharz
wohl Produkte mit hervorragenden elastischen Eigenschaften, jedoch ohne die erforderliche
Reaktivität erhalten werden. Dies geht insbesondere aus der bei niedrigen Einbrenntemperaturen
ermittelten Pendelhärte hervor (s. Tabelle 1).
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Beispiel 8 Es wurde entsprechend AT-PS 163 630, Beispiel 2, verfahren
und das erhaltene Produkt 90 Gig in Isopropanol angelöst.
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Beispiel 9 Es wurde entsprechend US-PS 2 998 411, Beispiel 4, verfahren
und das erhaltene Produkt 90 %ig in Isopropanol gelöst.
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Beispiel 10 Es wurde entsprechend AT-PS 237 901, Beispiel 1, verfahren
und das erhaltene Produkt 90 tig in Isopropanol angelöst.
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Beispiel 11 Es wurde entsprechend AT-PS 23i 901, Beispiel 4, verfahren
und das erhaltene Produkt 90 %ig in Isopropanol angelöst.
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Die gemäß den Beispielen 1 bis 11 hergestellten Aminoharze wurden
in einem weiß pigmentierten, wasserverdünnbaren Einbrenndecklack aus geprüft.
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Als Bindemittelpartner wurde ein wasserverdünnbarer ölfreier Polyester
in 75 %iger Anlsung, mit einer OH-Zahl von 80 und einer Säurezahl von 20, verwendet.
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Die Prüfrezeptur war wie folgt: Polyester/Aminoharz-Verhältnis (fest/fest)
75:25 Bindemittel/Pigment-Verhältnis 1:0,8 Zusammensetzung des Lackes: Bindemittel
(fest) 36,97 % Pigment (TiO2) 29,55 % organisches Lösungsmittel 9,78 % Wasser 23,27
% Hilfsstoffe 0,43 % 100,00 % Die Einbrennbedingungen waren wie folgt: 1. 30 Minuten
bei 1200C (s. Tabelle 1) 2. 30 Minuten bei 1500C (s. Tabelle 2) Die Prüfungsergebnisse
der so hergestellten Einbrenndecklacke sind aus den Tabellen 1 und 2 ersichtlich.
Tabelle
1 Einbrennbedingung: 30 min 120°C Amincharz aus Beispiel 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
1. Prüfung nach 2 h nach Einbrennen Glanz n. Gardner 20° Reflexionswinkel 75 % 76
% 72 % 71 % 69 % 72 % 74 % 66 $ - 66 % 73 Pendelhärte n. König (s)139 151 144 153
141 142 79 177 klebt 176 137 Haftfestigkeit n.
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DIN 53 151 Gt Gt Gt Gt Gt Gt Gt 1) - 1) 1) 1 1-2 0-1 1-2 1 1-2 1 Erichsendehnung
(mm) 5,5 7,3 7,0 4,7 6,9 8,2 9,3 1,1 klebt 1,2 3,2 2. Prüfung n. Alterung 72 h bei
70°C Glanz n. Gardner 20° Reflexionswinkel 70 % 70 % 70 % 64 % 69 % 67 % 68 % 1)
- 1) 1) Pendelhärte n. König (s)153 154 147 163 152 143 113 1) - 1) 1) Haftfestigkeit
n.
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DIN 53 151 Gt Gt Gt Gt Gt Gt Gt 1) - 1) 1) 1-2 1-2 1 2 1-2 1-2 1-2
Erichsendehnung (mm) 5,8 6,6 7,1 5,0 7,2 5,6 7,8 1) - 1) 1) 1) aufgrund des schlechten
Elastizitätsverhaltens nicht mehr geprüft
Tabelle 2 Einbrennbedingung:
30 min 150°C Aminoharz aus Beispiel 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 1. Prüfung nach 2 h
nach Einbrennen Glanz n.Gardner 20° Reflexionswinkel 58 % 59 % 59 % 59 % 54 % 62
% 56 % 53 % 76 % 50 % 57 % Pendelhärte n. König (s) 172 174 167 169 178 172 158
179 28 175 166 Haftfestigkeit n.
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DIN 53 151 Gt Gt Gt Gt Gt Gt Gt 1) 1) 1) 1) 1 1-2 1 1-2 1-2 1-2 1
Erichsendehnung (mm) 4,4 4,3 5,6 3,3 5,5 4,1 6,7 0,9 9,0 0,8 1,2 2. Prüfung n. Alterung
72 h bei 70°C Glanz n.Gardner 20° Reflexionswinkel 54 % 57 % 61 % 60 % 53 % 59 %
58 % 1) 1) 1) 1) Pendelhärte n. König (s) 170 181 163 175 182 172 158 1) 1) 1) 1)
Haftfestigkeit n.
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DIN 53 151 Gt Gt Gt Gt Gt Gt Gt 1) 1) 1) 1) 1 1-2 1 1-2 1-2 1-2 1
Erichsendehnung (mm) 3,8 4,2 5,1 1,7 3,9 4,4 6,5 1) 1) 1) 1) 1) aufgrund des schlechten
Elastizitäts- und/oder Reaktivitätsverhaltens nicht mehr geprüft.
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Bemerkungen zu den Versuchsergebnissen aus den Tabellen 1 und 2:
Ein Vergleich der Werte des Aminoharzes aus Beispiel 7 mit denen des Aminoharzes
aus Beispiel 3 zeigt in sehr eindrucksvoller Weise, wie der Zusatz von Wasser in
der erfindungsgemäßen Art bei sonst gleichen Reaktionsbedingungen zu einer bei 1200C
bedeutend gesteigeraten Reaktivität führt, ohne wesentliche Einbußen an Elastizität
oder überbrennbarkeit zu bewirken.
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Die zum Vergleich herangezogenen Aminoharze aus den Beispielen 8,
10'und 11 erweisen sich unter den angewendeten, stark selektiven Prüfbedingungen
bezüglich ihres Elastizitätsverhaltens als nicht konkurrenzfähig. Eine Prüfung nach
72-stündiger Alterung bei 700C konnte aufgrund der bereits kurz nach dem Ein brennvorgang
feststellbaren hohen Sprödigkeit der Lackfilme unterbleiben.
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Das Aminoharz aus Beispiel 9 erwies sich als völlig ungeeignet zur
Herstellung von Einbrenndecklacken.
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Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Aminoharze
aus den Beispielen 1 bis 6 weisen dagegen bei ausgezeichneter Reaktivität ein ebenso
hohes Niveau der Dehnbarkeit und Haftfestigkeit ihrer Lackfilme auf.