DE3110281C2 - - Google Patents
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- B01J—CHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
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- Manufacturing Of Micro-Capsules (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Mikrokapseln durch Dispergieren oder Emulgieren einer
hydrophoben Flüssigkeit, welche eine Polyisocyanatverbindung
oder ein Präpolymeres davon enthält, in einer wäßrigen
Lösung, welche einen Emulgator enthält, unter Bildung
diskontinuierlicher winziger Teilchen; Zugabe eines
Polyamins und/oder eines mehrwertigen Alkohols; Zugabe eines
Aminoharz-Präkondensates; Umsetzung unter Erwärmung mit
Bildung einer ersten unlöslichen Membran auf der Oberfläche
eines jeden der winzigen Teilchen und einer zweiten
unlöslichen Membran aus Aminoharz, wobei die erste
unlösliche Membran mit der zweiten unlöslichen
Aminoharzmenbran überschichtet wird.
Insbesondere betrifft die Erfindung ein Verfahren zum
Herstellen von Mikrokapseln, die Membranen mit verbesserten
physikalischen Eigenschaften aufweisen, indem winzige
Tröpfchen einer hydrophoben Flüssigkeit mit zwei Typen
unlöslicher Membranen beschichtet werden.
Es sind eine Reihe von Verfahren zur Mikroverkapselung
bekannt; das typische Verfahren stellt die komplexe
Koazervierung dar, welche sich der Gelierung bzw. Gelbildung
und anionischer Polymerer, wie Gummi arabikum und CMC
bedient. Obwohl dieses Verfahren aufgrund der vergleichsweise
dichten Kapselwand, wie sie dabei erzeugt wird,
heute in großem Maßstab angewendet wird, weist es
dennoch Nachteile auf, wie z. B. eine fluktuierende Kapselqualität,
was auf die Verwendung natürlicher Stoffe
zurückzuführen ist, ungenügende Wasserdichte, sowie
eine geringe Resistenz der Mikrokapseln gegenüber dem
Angriff von Mikroorganismen (die z. B. von Fäulnis befallen
werden können), niedere Mikrokapselkonzentrationen,
Komplexität der Verfahrensschritte und ein sehr zeitaufwendiges
Verfahren. Der schwerwiegendste Nachteil, der
darin besteht, daß dieses Verfahren nicht bei einer hohen
Konzentration von Mikrokapseln durchgeführt werden kann,
mag auch in Zukunft nicht grundlegend verbessert werden, da
dieser Nachteil darauf zurückzuführen ist, daß die
Koazervierung nur bei einer geringen Konzentration stattfindet,
wodurch es schwierig ist, den gegenwärtigen Anforderungen
nach einer erhöhten Produktivität zu entsprechen.
Außerdem wird der Mangel, der darin besteht, daß die
Kapseln nicht so beständig sind, solange nicht
zu beheben sein, als ein hydrophiles Material, wie
Gelatine, bei der Verkapselung verwendet wird.
Eine andere Gruppe bekannter Verkapselungsmethoden basiert
auf der Grenzflächenpolymerisation (JA-ASen
19 574/1963, 446/1967, 2 882/1967 und 8 693/1967). Obwohl
diese offenbarten Methoden die Möglichkeit der Herstellung
von Mikrokapseln aus verschiedenen Wandmaterialien
mit charakteristischen Eigenschaften bieten, weisen sie
doch den Nachteil einer unbefriedigenden Wandstärke
der Kapseln auf, wenn diese einer Behandlung unter Wärme
und Feuchtigkeit oder einem polaren organischen Lösungsmittel
ausgesetzt sind.
Es wurden auch verschiedene Methoden der Mikroverkapselung
mit Aminoplasten (Aminoharzen) offenbart (z. B.
JA-ASen 12 380/1962, 12 518/1963, 3 495/1969, 14 379/1969,
30 282/1971, 10 780/1972 und 23 165/1972). Diese Verfahren
erlauben die Herstellung von Mikrokapseln mit einer
ausgezeichneten Resistenz gegenüber Wasser und fäulniserregenden
Mikroorganismen durch die Anwendung von synthetischen,
billigen Harzen vom Harnstoff-Formaldehyd-Typ,
haben jedoch den Nachteil, daß die Membran, welche die
hydrophobe Flüssigkeit einschließt, nicht ausreichend
dicht und die Dispergierung oder Emulgierung der hydrophoben
Flüssigkeit nicht befriedigend ist. Die japanische Patentanmeldung
"Kokai" (offengelegt) Nr. 9079/1976 offenbart
eine verbesserte Methode, welche darin besteht, daß als
Modifikator für das Wandmaterial der Kapsel ein Ethylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymer,
Methylvinylether-Maleinsäureanhydrid-Copolymer,
Polyacrylsäure usw. verwendet wird.
Später wurde auch ein Verfahren offenbart, in welchem ein
Melamin-Formaldehydharz als Modifikator für das Harnstoff-Formaldehydharz
verwendet wird (japanische Patentanmeldung
"Kokai" - offengelegt - Nr. 66 878/1977). Im
weiteren offenbart die japanische Patentanmeldung "Kokai"
(offengelegt) Nr. 84 881/1978 ein Verfahren der Mikroverkapselung,
welches eine Kombination von einem Maleinsäureanhydrid-Copolymer,
Melamin und Formaldehyd anwendet.
Die Anmelder haben jedoch gefunden, daß die Wandphase
der Mikrokapsel aus einem Aminoharz, wie Harnstoff-Formaldehydharz
oder Melamin-Formaldehydharz, hart und
etwas brüchig und nicht ausreichend resistent gegenüber
Reibungskräften oder Drücken ist.
CH-PS 6 15 363 offenbart ein Verfahren zur Herstellung von
Mikrokapseln, wobei die wäßrige kontinuierliche Phase u. a. ein
Aminoaldehyd-Präkondensat und ein Diamin oder ein Bisphenol, und die
ölige diskontinuierliche Phase ein Diisocyanat
enthalten. Die beiden Phasen werden kräftig miteinander
vermischt unter Bildung
(i) eines Polyharnstoffes oder Polyurethans und
(ii) eines Aminoaldehydharzes durch Polymerisation des Aminoaldehyd-Präkondensats, wobei diese Reaktion durch Salzsäure, die bei der Reaktion gemäß (i) frei wird, katalysiert wird.
(ii) eines Aminoaldehydharzes durch Polymerisation des Aminoaldehyd-Präkondensats, wobei diese Reaktion durch Salzsäure, die bei der Reaktion gemäß (i) frei wird, katalysiert wird.
Da die beiden Monomeren für den Polyharnstoff bzw. das Polyurethan und das Präkondensat
für das Aminoaldehydharz bereits im Anfangsstadium
der Reaktion in dem Reaktionssystem vorliegen, ist es nicht
möglich, gemäß CH-PS 6 15 363 einen deutlich zweischichtigen
Film zu erhalten, der aus einem inneren Film aus Polyharnstoff bzw. Polyurethan
und einem äußeren Film aus Aminoaldehydharz besteht; der
gemäß CH-PH 6 15 363 erhaltene Film stellt vielmehr
ein Gemisch aus Polyharnstoff bzw. Polyurethan und Aminoaldehydharz dar.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur
Herstellung von Mikrokapseln mit einer Wandphase, die über
verbesserte physikalische Eigenschaften verfügt, zur Verfügung
zu stellen. Außerdem ist es Aufgabe der Erfindung, der
Anforderung nach Energieersparnis gerecht zu werden, indem
sie eine Kapseldispersion mit einem hohen Feststoffgehalt
zur Verfügung stellt, wobei die Energie eingespart wird, die
für das Trocknen der Dispersion notwendig ist.
Die vorstehende Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch das
eingangs genannte Verfahren zur Herstellung von Mikrokapseln
gelöst, das dadurch gekennzeichnet ist, daß die für die Bildung
der zweiten, äußeren Kapselwand erforderliche Komponente
erst nach Bildung der inneren Kapselwand zugegeben
wird, wobei die erste unlösliche Membran unter alkalischen
Bedingungen und die zweite unlösliche Membran unter Erwärmung
im sauren Milieu gebildet wird.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist anwendbar für die
Mikroverkapselung von Parfümen, Pharmazeutika, landwirtschaftlichen
Chemikalien, flüssigen Kristallen, Klebstoffen,
Farbstoffen usw. Insbesondere eignen sich
die Mikrokapseln, welche nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellt wurden und eine hydrophobe Flüssigkeit
einschließen, welche einen farblosen elektronenabgebenden
Farbbildner enthalten, für die Herstellung von kohlenstofffreiem
Kopierpapier.
Die neuartigen Mikrokapseln, welche gemäß der Erfindung
hergestellt werden, weisen die folgenden ausgezeichneten
Eigenschaften auf:
- (1) Da sie aus einem synthetischen Harzfilm bestehen, sind sie weder der Fäulnis noch einem degradativen Einfluß von Wasser oder Feuchtigkeit unterworfen.
- (2) Mikrokapseln, welche durch Grenzflächenpolymerisation hergestellt worden sind, weisen unter hoher Feuchtigkeit und hohen Temperaturbedingungen oder in polaren organischen Lösungsmitteln keine ausreichende Widerstandskraft auf, wohingegen die neuartigen Mikrokapseln nach dem erfindungsgemäßen Verfahren unter den oben genannten Bedingungen eine ausreichende Resistenz aufweisen.
- (3) Die Schale einer Mikrokapsel, welche aus einem Aminoharz als Wandmaterial hergestellt worden ist, ist hart aber brüchig, wohingegen die Mikrokapseln nach dem erfindungsgemäßen Verfahren eine flexible Schale, frei von Sprödigkeit, aufzeigen.
- (4) Der komplexe Koazervierungsprozeß bei Anwendung von Gelatine und einem anionischen Polymeren ergibt eine Mikrokapselemulsion mit einem Feststoffgehalt von höchstens 20%, wohingegen mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens eine Mikrokapselemulsion mit einem Feststoffgehalt bis zu 50% in einem großen Maßstab gewährleistet, wodurch der Energieaufwand zum Trocknen reduziert und auf diese Weise zur Energieersparnis beigetragen wird.
Aus den vorstehend genannten Gründen ist das Verkapselungsverfahren
gemäß der Erfindung vom Standpunkt
der Industrie attraktiv und effizient.
Unter den vorstehend genannten Merkmalen des erfindungsgemäßen
Verfahrens nimmt die unter (3) beschriebene Eigenschaft
eine Schlüsselstellung ein und bildet den Kern
der vorliegenden Erfindung, so daß sich hier eine weitere
Erklärung anschließen soll.
Die Mikrokapseln, welche mit einem Aminoharz, wie Harnstoff-Formaldehydharz
oder Melamin-Formaldehydharz, als Wandmaterial
gebildet wurde, weisen eine harte und feste
Schale auf, die eine ausgezeichnete Resistenz
gegenüber Lösungsmitteln, nasser oder trockener Wärme und
Wasser besitzt, die jedoch andererseits, wenn sie unter
der Einwirkung von Reibung oder Druck steht, die Tendenz
zeigt, aufzubrechen. Als Folge davon sind bei einem
kohlenstofffreiem, drucksensitiven Kopierpapier, welches
ein typisches Anwendungsgebiet für Mikrokapseln darstellt,
die Festigkeit und Härteeigenschaften des Wandmaterials
aus Aminoharz nachteilig. Wie später in den
Vergleichsbeispielen gezeigt wird, findet bei den Mikrokapseln
(E), welche aus einem Aminoharz hergestellt
wurden, das Aufbrechen in dem Fall, wo ein Aufbrechen beabsichtigt
wird (z. B. beim Farbentwicklungstest) nur
in unzureichendem Maße statt, wohingegen ein Aufbrechen
unbeabsichtigt stattfindet, wenn dies nicht wünschenswert
ist (z. B. beim Reibtest für die Schmierfleckbildung).
Im Falle von kohlenstofffreien Kopierpapier sollen die
Mikrokapseln bei einer solchen Reibwirkung oder einem
leichten Kontaktdruck, wie er auf einer Beschichtungsmaschine
oder während der allgemeinen Handhabung, Lagerung,
Transport oder dem Drucken auftritt, nicht aufbrechen;
sie sollen jedoch in ausreichendem Maße bei der Anwendung
eines lokalisierten Druckes durch Handschrift oder
Schreibmaschinenschrift aufbrechen. Dementsprechend sind
in der Praxis Mikrokapseln, die aus Aminoharzen hergestellt
wurden, in ihren physikalischen Eigenschaften nicht
befriedigend.
Mit Hilfe der mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltenen
Mikrokapseln, die aus zwei Membrantypen bestehen, ist es erstmals
gelungen, derart unerwartete physikalische Eigenschaften
zu erhalten, d. h. daß ein Aufbrechen der Mikrokapseln
dann stattfindet, wenn dies erforderlich ist, und
daß gleichzeitig eine Resistenz gegenüber einem Aufbrechen
aufgrund von Reibung deutlich wird. Durch die Anwendung
des erfindungsgemäßen Verfahrens auf die Herstellung
von kohlenstofffreiem drucksensitiven Kopierpapier
gelangt man zu einem
Produkt hoher Qualität bei hoher Produktivität.
Im folgenden wird eine allgemeine und kurze Beschreibung
des kohlenstofffreien drucksensitiven Kopierpapiers angeführt.
Das kohlenstofffreie druckempfindliche Kohlepapier
stellt ein Aufzeichnungs- und Kopiersystem dar, welches
sich der farbbildenden Reaktion zwischen einer elektronenabgebenden
organischen Verbindung und einer elektronenaufnehmenden
Verbindung (oder einer festen Säure) bedient
und welches charakterisiert ist durch die Bildung
eines vervielfältigten Bildes von Buchstaben, Figuren
oder Zeichen auf einem farblosen Papierbogen, wobei diese
Buchstaben etc. in blau, schwarz, rot, etc. gefärbt sein
können, ohne ein Kohlepapier zu verwenden. Das druckempfindliche
Kopierpapier besteht im allgemeinen aus einem
Oberblatt, welches mit Mikrokapseln beschichtet ist,
wobei letztere einen farblosen elektronenabgebenden Leukofarbstoff
einschließen, wie Kristallviolettlakton,
Benzoyl-leukomethylenblau, Malachitgrünlakton oder Rhodamin-anilinolaktam,
welche in einem nichtflüchtigen Öl gelöst
sind, und einem Unterblatt, welches mit einem geeigneten
Bindemittel und einer elektronenaufnehmenden Substanz
oder einer festen Säure, wie aktiviertem Ton, saurem
Ton, Attapulgit, einem Phenolharz oder einem mehrwertigen
Metallsalz von Salicylsäurederivaten beschichtet ist.
Die beiden beschichteten Bogen werden so aufeinandergelegt,
daß die beschichteten Oberflächen miteinander in Kontakt
sind. Bei Einwirkung eines lokalisierten Druckes infolge
Handschrift oder Schreibmaschinenschrift werden die Mikrokapseln
in dem zusammengepreßten Bereich aufgebrochen
und der Inhalt der Kapsel wird auf das Unterblatt übertragen,
wobei sich ein Kontakt zwischen einem Leukofarbstoff
und einer festen Säure ergibt und sich dabei eine Farbe
bildet. Neben dem druckempfindlichen Kopierpapier des
oben beschriebenen separaten Typs wird häufig ein
einzelnes Kopierpapier verwendet, welches
ein Basisblatt umfaßt, das auf der gleichen Seite
mit einer elektronenaufnehmenden Substanz oder einer festen
Säure und Mikrokapseln, welche einen in einem Öl gelösten
Leukofarbstoff enthalten, beschichtet ist; das
Beschichten kann dann in einer einzigen Schicht oder in
zwei übereinandergelagerten Schichten erfolgen.
Das primäre Ziel der vorliegenden Erfindung ist es,
ein Verfahren zur Herstellung von Mikrokapseln zur Verfügung
zu stellen, welche eine flexible Wand aufweisen,
die über einen weiten Bereich von Kapselgrößen in ausreichendem
Maße gegenüber äußeren Kräften resistent
ist, insbesondere gegenüber der Einwirkung von Reibung.
Ein Kopierpapier, welches die übrigen Mikrokapseln aufweist,
welche gegenüber Reibungseinwirkung weniger resistent
sind, wird durch unbeabsichtigtes Reiben leicht
gefleckt, wodurch sich sein Handelswert bedeutend reduziert.
Die Reduktion der Teilchengröße der Mikrokapseln
bedeutet im allgemeinen ein Mittel, um die Reibungsresistenz
zu erhöhen. Wenn jedoch die Kapselgröße reduziert
wird, so reduziert sich auch die Übertragungsrate der
hydrophoben Flüssigkeit, welche den farblosen Farbstoff
enthält und die unter Einwirkung von äußeren Kräften infolge
Handschrift oder Maschinenschrift aus den aufgebrochenen
Mikrokapseln austritt und auf das Blatt mit
dem Farbentwickler einwirkt; dadurch ergibt sich eine Abnahme
der Fähigkeit zur Farbbildung, was andererseits einen
kommerziellen Nachteil bedeutet.
Um die vorstehend aufgezeigten Schwierigkeiten zu meistern,
ist es notwendig, Mikrokapseln herzustellen, welche
über eine ausreichend hohe Reibungsresistenz verfügen,
selbst wenn größere Kapseln vorliegen. Mikrokapseln,
welche über sämtliche der erforderlichen Eigenschaften
verfügen, sind unter den allgemein bekannten Mikrokapseln
nicht aufzufinden.
In Anbetracht der Nachteile bekannter Mikrokapseln wurden umfangreiche
Experimente durchgeführt, um zu Mikrokapseln zu
gelangen, welche ausgezeichnete physikalische Eigenschaften
der Wandphase aufweisen. Auf diese Weise wurde das
erfindungsgemäße Verfahren aufgefunden, welches erlaubt,
ausgezeichnete Mikrokapseln aus einer Kombination von
zwei Wandmembrantypen herzustellen und welches darin
besteht, daß eine hydrophobe Flüssigkeit, welche eine
Polyisocyanatverbindung oder ein Präpolymeres davon enthält,
in einer wäßrigen Lösung, welche ein Emulgiermittel
enthält, unter Bildung einer Dispersion von winzigen
Tröpfchen emulgiert wird; Zugabe einer aktiven wasserstoffhaltigen
Verbindung zu dieser Dispersion; Stehenlassen
zur Durchführung der Reaktion unter Erwärmen in
einem alkalischen Milieu unter Bildung einer Membran aus
Polyharnstoff oder Polyurethanharz auf der Oberfläche
eines jeden der winzigen Tröpfchen, und Ausbildung einer
anderen unlöslichen Membran aus einem Aminoharz unter
Erwärmen im sauren Milieu über der genannten ersten Membran.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Mikrokapseln weisen eine Wandphase auf, die sowohl
physikalisch als auch chemisch außerordentlich stabil
ist, wobei sie insbesondere gegenüber polaren Lösungsmitteln
resistent ist, so daß die interne Phase sogar
dann unverändert bleibt, wenn die Mikrokapseln z. B.
in Alkohol eingetaucht werden; außerdem weisen diese
Mikrokapseln eine hohe Resistenz gegenüber trocken-warmen
Bedingungen, naß-warmen Bedingungen und Wasser auf. Auch wenn
sie in einer ziemlich groben Partikelgröße (8 µm oder
darüber) hergestellt werden, behalten die Mikrokapseln
eine ziemlich gute Reibresistenz bei. Wenn das Verfahren
auf die Herstellung von kohlenstofffreiem Kopierpapier
angewendet wird, erhält man ein Kopierpapier, das in
seiner Farbbildung ausgezeichnet und gegenüber Fleckenbildung
infolge von Reibung nicht besonders empfindlich
ist. Derart ausgezeichnete Eigenschaften wurden niemals
mit Mikrokapseln erhalten, welche unter Verwendung eines
Harzes durch Grenzflächenpolymerisation mit Isocyanat
und einem Aminoharz jeweils allein nach dem in situ
Verfahren hergestellt worden sind; die Eigenschaften,
wie sie nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhalten
werden, konnten nicht erwartet werden und wurden nur
infolge zahlreicher Experimente aufgefunden.
Wie allgemein bekannt ist, sollen Mikrokapseln sowohl
die Funktion ausüben, daß sie die interne Phase
schützen, als auch in ausreichendem Maße die Tendenz
zum Aufbrechen zeigen, wenn dies gewünscht wird. Diese
beiden Funktionen sind im allgemeinen einander gegenläufig.
In üblichen Fällen geht eine hohe Schutzwirkung
im allgemeinen mit einer geringeren Tendenz zum Aufbrechen
einher. Trotz dieser Tendenz sollten von der technischen
Seite her Anstrengungen gemacht werden, um diesen
scheinbar widersprechenden Anforderungen gerecht zu
werden. Die vorliegende Erfindung ist das Ergebnis
dieser Anstrengungen, wobei Mikrokapseln zur Verfügung
gestellt werden, die sowohl über eine ausreichende
Schutzfunktion, wie auch über die Fähigkeit verfügen,
daß sie, wenn dies gewünscht wird, in ausreichendem Maße
aufbrechen. Wenn z. B. das erfindungsgemäße Verfahren
auf die Herstellung von kohlenstofffreiem Kopierpapier
angewendet wird, so werden Mikrokapseln mit derart ausgezeichneten
Eigenschaften erhalten, daß wenn das Kopierpapier
nicht verwendet wird, Umwelteinflüsse von der
internen Phase abgehalten werden (z. B. zeigen sich die
Mikrokapseln resistent gegenüber Wasser, hohe Feuchtigkeiten,
hohe Temperaturen, organische Lösungsmittel, Reibung,
etc.); wenn dagegen ein lokalisierter Druck infolge
Handschrift oder dergleichen auf die Mikrokapseln
einwirkt, werden diese leicht aufgebrochen (das bedeutet
Farbbildung). Mit diesen Eigenschaften sind die Mikrokapseln
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren sämtlichen
anderen überlegen.
Dispergiermittel oder Emulgiermittel, wie sie im Schrifttum
beschrieben werden und geeignet sind eine hydrophobe
Flüssigkeit in Wasser zu dispergieren oder emulgieren
umfassen: Gelatine, modifizierte Gelatinen, Gummiarabikum,
Natriumalginat, Kasein, Lecithin, Polyvinylalkohol,
Polyvinylpyrrolidon, Methylzellulose, Carboxymethylzellulose,
nichtionogene Polyätherglykole,
Fettsäureester von Sucrose, Fettsäureester von Sorbitan,
Fettsäureester von Polyoxyethylensorbitan, Alkylbenzolsulfonate,
Alkylnaphthalinsulfonate, Polyoxyethylensulfate,
Türkischrotöl und Polyoxyethylenalkylether. Besonders
bevorzugt sind solche, welche als ausgesprochen gute
Schutzkolloide dienen, wie Gelatine und Kasein. Vom
industriellen Standpunkt gesehen zeigen andere synthetische
oberflächenaktive Mittel vom nichtionischen oder
anionischen Typ, wie sie in der Literatur beschrieben
werden, Nachteile hinsichtlich uneinheitlicher Partikelgröße
der sich ergebenden Emulsion, schlechte Stabilität
der Emulsion, hoher Schäumungsgrad und insbesondere
die Unfähigkeit, eine ausgezeichnete Kapselwandphase
auszubilden.
Wie in vorangehenden beschrieben, ergeben Gelatine und
Kasein Mikrokapseln mit einer ziemlich hohen Wandstärke.
Da es sich dabei jedoch um natürliche Produkte handelt,
haben diese Materialien den üblichen Nachteil im Hinblick
auf den hohen Preis und der fluktuierenden Qualität;
andere Nachteile umfassen eine starke Abhängigkeit der
Viskosität von der Temperatur, Konzentration und pH,
Empfindlichkeit der Gelatine und eine fragliche Haltbarkeit
infolge ihrer Empfindlichkeit gegenüber Fäulniserregern.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird als Emulgator
eine polymere Carbonsäure, wie z. B. ein anionischer
Polyelektrolyd mit Carboxylgruppen als Substituenten
verwendet. Wenn eine hydrophobe Flüssigkeit, welche
eine Polyisocyanatverbindung enthält, in einer wäßrigen
Lösung, welche den genannten anionischen Polyelektrolyten
enthält, emulgiert wird, bildet sich eine Emulsion
von winzigen Tröpfchen einer einheitlichen Teilchengröße,
aus welchen Mikrokapseln mit einer ziemlich guten
Wandphase erhalten werden können. Wenn eine polymere
Carbonsäure als Emulgator verwendet wird, so unterliegt
das Präpolymere eines Aminoharzes leicht einer
Polykondensation unter Bildung eines stabilen Aminoharzes,
welches sich auf der Oberfläche eines jeden hydrophoben
Tröpfchens als stabiles Aminoharz niederschlägt
(die Bezeichnung "stabil", wie sie hier gebraucht wird,
bedeutet "resistent gegenüber äußeren physikalischen
und chemischen Einflüssen"). Es ist ein Merkmal des erfindungsgemäßen
Verfahrens, daß die polymere Carbonsäure
mit Erfolg als Emulgiermittel während des gesamten
Verfahrens unter Bildung ausgezeichneter Mikrokapseln verwendet
wird. Die optimalen Werte für pH und Temperatur
für die Emulgierung richten sich nach dem Typ und der
Menge des Polyisocyanats oder eines Präpolymeren davon,
sowie nach dem Typ und der Menge eines Aminoharzes,
wie Melamin-Formaldehydharz, und sollten auf experimentelle
Weise bestimmt werden. Es ist besonders hervorzuheben,
daß ein Vorteil der polymeren Carbonsäure als
Emulgiermittel in der Fähigkeit besteht, eine stabile
Emulsion über weite Bereiche von pH und Temperatur zu bilden.
Typische Beispiele von polymeren Carbonsäuren,
d. h. anionischen Polyelektrolyten mit Carboxylgruppen
als Substituenten sind Polymere oder Copolymere von Acrylsäure
oder Methacrylsäure und Copolymere von Maleinsäureanhydrid
(einschließlich hydrolysierter Produkte). Beispiele
geeigneter Maleinsäureanhydrid-Copolymere umfassen:
Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymer, Methylvinylether-Maleinsäureanhydrid-Copolymer,
Ethylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymer,
Vinylacetat-Maleinsäureanhydrid-Copolymer,
Methacrylamid-Maleinsäureanhydrid-Copolymer, Isobutylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymer
und α-Olefin (C4-C14, linear)-Maleinsäureanhydrid-Copolymere.
Von diesen Copolymeren
ist am meisten Ethylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymer
bevorzugt. Der anionische Polyelektrolyt kann in Kombinationen
mit bekannten Emulgiermitteln, oberflächenaktiven
Mitteln oder Polymeren, wie Polyvinylalkohol, verwendet
werden.
Bei dem Verfahren gemäß der Erfindung scheint die
polymere Carbonsäure, welche in einer kontinuierlichen
Phase, z. B. Wasser, gelöst ist, die Funktion eines
Emulgiermittels oder eines oberflächenaktiven Mittels
gegenüber einer hydrophoben Substanz auszuüben, die
Funktion eines Gegenions (anionisches Kolloid) gegenüber
einem kationischen Kolloid (z. B. einem Aminoplast, welcher
eine positive Ladung trägt) und die Funktion einer Säure,
einer Wasserstoffionenquelle (die Eigenschaft, den pH
herabzusetzen sowie die katalytische Funktion bei der
Polykondensation).
Die Eigenschaften der Mikrokapseln hängen im großen
Maße von dem Verhältnis zwischen Menge des Wandmaterials
und Menge der internen Phase ab. Demzufolge wurde bei
den Experimenten der vorliegenden Erfindung besonders
darauf geachtet, die Gesamtmenge des Wandmaterials bei
jedem Experiment auf demselben Niveau zu halten.
Das erfindungsgemäße Verfahren umfaßt nach einer bevorzugten
Ausführungsform zur Herstellung von Mikrokapseln
folgende Schritte:
- (1) Auflösen einer Polyisocyanatverbindung oder eines Präpolymeren davon in einer hydrophoben Flüssigkeit,
- (2) Herstellen einer wäßrigen Lösung eines Emulgiermittels,
- (3) Emulgieren der hydrophoben Flüssigkeit in der wäßrigen Lösung eines Emulgators,
- (4) Herstellen einer wäßrigen Lösung, welche eine aktive wasserstoffhaltige Verbindung enthält,
- (5) Stehenlassen der genannten Polyisocyanatverbindung oder eines Präpolymeren davon zur Umsetzung mit der aktiven wasserstoffhaltigen Verbindung an der Öl/Wasser-Grenzfläche unter Bildung eines Polymeren, welches auf den hydrophoben Tröpfchen insolubilisiert ist und die Tröpfchen mit der ersten Membran beschichtet,
- (6) Verschieben des pH-Wertes ins Saure,
- (7) Herstellen eines Aminoharz-Präpolymeren, und
- (8) Umwandeln dieses Präpolymeren zu einem Hochpolymeren, welches auf den hydrophoben Tröpfchen insolubilisiert wird, wobei es jedes Tröpfchen mit einer zweiten Membran beschichtet.
Die hydrophobe Flüssigkeit und das Polyisocyanat werden
in einem Gewichtsverhältnis im Bereich von 100 : 0,1
bis 100 : 20 verwendet. Wenn die Menge an Polyisocyanat unterhalb
der vorstehend genannten Grenze liegt, zeigt sich
der Effekt des Polyisocyanates nicht in vollem Maße;
wohingegen beim Überschreiten des Grenzwertes ein Gelieren
der Flüssigkeit oder andere Schwierigkeiten eintreten.
Die Polyisocyanatverbindungen, wie sie gemäß der Erfindung
verwendet werden, umfassen:
m-Phenylendiisocyanat,
p-Phenylendiisocyanat, 2,6-Tolylendiisocyanat,
2,4-Tolylendiisocyanat, Naphthalin-1,4-diisocyanat,
Diphenylmethan-4,4-diisocyanat, Xylylen-1,4-diisocyanat,
Xylylen-1,3-diisocyanat, Trimethylendiisocyanat, Hexamethylendiisocyanat,
Propylen-1,2-diisocyanat, Butylen-1,2-diisocyanat,
Ethyliden-diisocyanat, Cyclohexylen-1,2-diisocyanat
und Cyclohexylen-1,4-diisocyanat.
Als
Polyisocyanat-Präpolymer, wie es gemäß der Erfindung
verwendet wird, ist unter anderem ein Addukt aus
Hexamethylendiisocyanat mit Hexantriol, ein Addukt aus
Tolylendiisocyanat mit Hexantriol, ein Addukt aus Tolylendiisocyanat
mit Trimethylolpropan und ein Addukt aus
Xylylendiisocyanat mit Trimethylolpropan zu nennen. Diese
Verbindungen und Präpolymere werden allein oder in
Kombination von zwei oder mehreren verwendet.
Die wäßrige Lösung, welche eine polymere Carbonsäure,
wie ein Maleinsäureanhydrid-Copolymer, enthält, wird
im sauren pH-Bereich von 1,0 bis 7,0 hergestellt, vorzugsweise
im pH-Bereich von 3,0 bis 6,0. Die Einstellung
des pH-Wertes wird im allgemeinen unter Verwendung von
Natriumhydroxid, Ammoniak, Salzsäure, Essigsäure oder
dergleichen vorgenommen, wobei diese Angaben nicht limitierend
sind.
Die Emulgierung wird im allgemeinen bei einer Temperatur
von 40°C oder darunter, vorzugsweise bei 30°C
oder darunter, durchgeführt. Die Partikelgröße der
Emulsion ist unterhalb 20 µm, vorzugsweise bei 2 bis
15 µm, für die Anwendung in kohlenstofffreiem Kopierpapier.
Polyamine zur Verwendung als Verbindung mit einem aktiven
Wasserstoffatom, welche mit einem Polyisocyanat oder
einem Präpolymere davon unter Bildung der Kapselmembran
reagiert, umfassen Ethylendiamin, Hexamethylendiamin,
Octamethylendiamin, Triethylentetramin, p-Phenylendiamin,
Piperazin, Diethylentriamin und Addukte aus Epoxyharzen
mit Aminen. Diese Polyamine können allein oder in
Kombination verwendet werden.
Mehrwertige Alkohole als Verbindung mit einem aktiven
Wasserstoffatom umfassen Katechol, Resorzin, 3,4-Dihydroxytoluol,
2,4-Dihydroxyethylbenzol, 1,3-Naphthalindiol,
1,5-Naphthalindiol, o,o′-Bisphenol, p,p′-Biphenol, 1,1-Bi-2-naphthol,
Bisphenol-A, Ethylenglykol, 1,3-Propylenglykol,
1,4-Butylenglykol, 1,5-Pentandiol, 1,1,1-Trimethylolpropan,
Hexantriol, Pentaerythrit, Glyzerin und
Sorbit. Diese Alkohole können jeweils allein oder in
Kombinationen in einer Menge von weniger als 50 Gew.%, bezogen
auf das Polyisocyanat, verwendet werden. Wasser
wird ebenfalls als Verbindung mit einem aktiven Wasserstoffatom
verwendet.
Zur Herabsetzung des pH-Wertes können Reagentien, wie
anorganische Säuren, einschließlich Salzsäure und Schwefelsäure,
sowie anorganische Säuren, einschließlich
Essigsäure, Ameisensäure und Zitronensäure, verwendet
werden. Es ist jedoch bevorzugt, solche Polyelektrolyte,
wie Polyacrylsäure- und Maleinsäureanhydrid-Copolymere
zu verwenden, welche in wäßriger Lösung
wie Säuren reagieren. Unter diesen ist ein Ethylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymer
am meisten bevorzugt.
Es sind mehrere Aminoharztypen bekannt, welche Kondensationsprodukte
einer Aminoverbindung mit mindestens
zwei Aminogruppen im Molekül mit Formaldehyd darstellen.
Solche Aminoverbindungen umfassen Harnstoff, Melamin,
Acetoguanamin, Benzoguanamin und Melamine, welche
durch Butylierung modifiziert sind. Die am meisten bevorzugten
Aminoharze sind diejenigen vom Melamin-Formaldehyd-Typ
mit Melamin als Hauptkomponente. Modifizierte
Melaminharze, wie solche die z. B. durch Methyl-
und Ethyletherifizierung modifiziert sind, sind erhältlich.
Außerdem sind auch Modifikationen mit einem
Phenol oder Harnstoff bekannt. Sämtliche dieser Verbindungen,
welche in Wasser löslich sind, können anstelle
eines Melamin-Formaldehyd-Präpolymeren verwendet werden.
Die Aminoharz-Präpolymere, welche nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren Verwendung finden, sind Additionsprodukte,
welche unter alkalischen Bedingungen aus einer
Aminoverbindung und Formaldehyd in einem Verhältnis
von einem Äquivalent des ersteren zu 1,2 Mol oder
mehr, vorzugsweise 1,5 bis 3,5 Mol des letzteren gebildet
werden.
Das Verkapseln im ersten Schritt (vorstehend beschriebener
Schritt (5) ) wird wie folgt durchgeführt: Dispergieren
und Emulgieren einer hydrophoben Flüssigkeit, welche
ein Polyisocyanat oder ein Präpolymeres davon enthält,
in einer wäßrigen Lösung, welche einen Emulgator
bei einem eingestellten pH-Wert enthält, Zufügen einer
wäßrigen Lösung, welche gelöst eine Verbindung mit
einem aktiven Wasserstoffatom enthält, Einstellen des
pH-Wertes auf den alkalischen Bereich von 7,0 bis 13,0
und Aufrechterhalten der Temperatur auf 20 bis 80°C,
vorzugsweise 50 bis 70°C, für 30 Minuten oder länger,
wobei die erste Wandmembran aus Polyharnstoff oder einem
Polyurethan gebildet wird. In dem vorstehend genannten
Schritt wird zur Anhebung des pH-Wertes eine wäßrige
Natriumhydroxidlösung, wäßriges Ammoniak oder dergleichen
verwendet, wobei diese Angaben nicht limitierend
sind. Die Verbindung mit dem aktiven Wasserstoffatom
kann entweder allein oder in einem Gemisch mit der genannten
wäßrigen alkalischen Lösung zugegeben werden.
Daraufhin wird das Verkapseln des zweiten Schrittes
(vorstehend beschriebener Schritt (8) ) wie folgt durchgeführt:
Zufügen eines Aminoharz-Präpolymeren zur Emulsion, Einstellen
des pH-Wertes auf den sauren Bereich 3,0 bis
7,0, vorzugsweise 4,5 bis 6,5, und Aufrechterhalten der
Temperatur auf 50 bis 95°C, vorzugsweise 60 bis 80°C,
für 15 Minuten oder länger unter Bildung der zweiten
Membran über der ersten Membran.
Die auf diese Weise erhaltenen Mikrokapseln mit zwei
Wandmembrantypen sind besonders geeignet zur Anwendung
in kohlenstofffreiem Kopierpapier.
Wie vorstehend beschrieben, sind die nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren erhaltenen Mikrokapseln
zwar resistent gegenüber einem breiten Bereich von
externen physikalischen und chemischen Einflüssen und
weisen ausgezeichnete Eigenschaften, insbesondere im
Hinblick auf die Reibungsresistenz, auf, sie unterliegen
jedoch bei Anwendung eines lokalisierten Druckes, wie
er durch Handschrift oder Schreibmaschinenschrift ausgeübt
wird, dem Aufbrechen. Obwohl der Grund hierfür
noch nicht in allen Einzelheiten geklärt ist, kann
angenommen werden, daß die zwei Membrantypen, welche
mehr oder weniger ineinander gelöst sind, zur Entwicklung
eines Plastifizierungseffektes führen. Ein Faktor,
welcher zu dem Erfolg des erfindungsgemäßen Verfahrens
beiträgt, scheint die Änderung des pH-Wertes in den
zwei Stadien des Verkapselns zu sein, wobei die erste
Wandmembran in einem alkalischen Medium und daraufhin
die zweite Membran im sauren Milieu gebildet wird. Da
die Bildung von Mikrokapseln nach einem solchen Verfahren
neu ist, hat sich die richtige Wahl des pH-Wertes,
der Temperatur und anderer Bedingungen als
äußerst wichtig für den reibungslosen Ablauf jeder Reaktion
unter Ausbildung besonders vorteilhafter Membranen
erwiesen.
Die hydrophoben Lösungsmittel, elektronenabgebende
Farbbildner und elektronenanziehende Farbentwickler, welche
bei der Herstellung von Mikrokapseln für Kopierpapier
verwendet werden, stellen bekannte Substanzen dar.
Bekannte hydrophobe Lösungsmittel umfassen Paraffinöl,
Baumwollsamenöl, Sojabohnenöl, Maisöl, Olivenöl, Rhizinusöl,
Fischöl, Lardöl, chlorierte Paraffine,
chlorierte Diphenyle, Dibutylphthalat, Dioctylphthalat,
Tributylphosphat, Trikresylphosphat, Dibutylmaleat,
o-Dichlorbenzol, Diisopropylennaphthalin, dialkylierte
Naphthaline, 1-Phenyl-1-xylylethan und Benzalkohol.
Die Verwendung von 1-Phenyl-1-xylylethan
und
Poly(1-4)isopropylnaphthalin
allein oder im Gemisch
sind besonders bevorzugt.
Von den elektronenabgebenden Farbbildnern ist eine
große Anzahl bekannt,
wie 3,3-Bis-(p-dimethylaminophenyl)-6-dimethylaminophthalid
(bekannt als Kristallviolettlakton),
3,3-Bis-(p-dimethylaminophenyl)-phthalid,
3-(p-Dimethylaminophenyl)-3-(1,2-dimethylindol-3-yl)-phthalid,
3-(p-Dimethylaminophenyl)-3-(2-phenylindol-3-yl)-phthalid,
3,3-Bis-(9-ethylkarbazol-3-yl)-5-dimethylaminophthalid,
4,4′-Bis-dimethylaminobenzhydrinbenzylether,
N-Halophenyl-leukoauramin, N-2,4,5-Trichlorphenyl-leukoauramin,
Rhodamin-B-anilinolaktam,
3-Dimethylamino-7-methoxyfluoran, 3-Dimethylamino-7-chlorfluoran,
3-Diethylamino-6,8-dimethylfluoran, 3-Diethylamino-7-methylaminofluoran,
3-Diethylamino-6-methyl-7-anilinofluoran,
3-N-Methyl-N-cyclohexyl-amino-6-methyl-7-anilinofluoran,
3,7-Diethylaminofluoran, Benzoyl-leukomethylenblau,
p-Nitrobenzoyl-leukomethylenblau,
3-Methylspirodinaphthopyran, 3-Ethylspirodinaphthopyran,
3,3-Dichlorospirodinaphthopyran und 3-Propylspirodibenzpyran.
Diese werden allein oder in Kombination miteinander
verwendet.
Elektronenaufnehmende Farbentwickler, welche durch
Reaktionen mit elektronenabgebenden Farbbildnern ein Farbbild
ergeben, sind anorganische saure Substanzen, wie
saurer Ton, aktivierter Ton, Attapulgit, Kaolin und Aluminiumsilikat;
phenolische Farbentwickler, wie alkylsubstituierte
Phenole, 4,4-(1-Methylethyliden)-bisphenol
und substituierte Phenolaldehydpolymere; und aromatische
Carbonsäure-Farbentwickler, wie Benzoesäure, Chlorbenzoesäure,
Toluylsäure, Salicylsäure, 4-tert.-Butylsalicylsäure,
3,5-Di-tert.-butylsalicylsäure, 3,5-Di-(α-methylbenzyl)-salicylsäure
und deren Metallsalze.
Auch diese werden allein oder in Kombination miteinander
verwendet.
Eine hydrophobe Lösung, welche einen elektronenabgebenden
Farbbildner und ein Polyisocyanat enthält, wird in
einem Gewichtsverhältnis im Bereich von 100 : 0,1
bis 200 : 20 verwendet. Die Konzentration eines elektronenabgebenden
Farbbildners liegt in der hydrophoben Lösung
im Bereich von 1,0 bis 20,0%.
Die auf diese Weise erhaltenen Mikrokapseln werden zusammen
mit bekannten Klebstoffen, Puffern und Additiven
verwendet, wobei sie eine Übergangszusammensetzung bilden,
welche durch Beschichten oder Bedrucken auf ein Basisblatt
für kohlenstofffreies Kopierpapier, ein typischer
Fall für die Verwendung von Mikrokapseln, verwendet
werden.
Beispiele für besonders bevorzugte Ausführungsformen gemäß
der Erfindung in bezug auf kohlenstofffreies Kopierpapier
werden nachfolgend zur Erläuterung gegeben.
In den Beispielen wurde die Bestimmung der Fähigkeit
zum Aufbrechen der Mikrokapseln in der Hauptsache unter
Verwendung einer Kombination eines Ober- und Unterblattes
des kohlenstofffreien Kopiersystems durchgeführt.
Beide Papierbogen werden zueinander in eine Anordnung
von beschichteter Oberfläche zu beschichteter Oberfläche
gebracht und es wird ein Druck ausgeübt. Unter bestimmten
Bedingungen gilt dann, je mehr Mikrokapseln aufgebrochen
werden, umso größer ist die Menge an freiwerdender
interner Phase (eine nicht-flüchtige Flüssigkeit,
welche einen Leukofarbstoff enthält), welche auf das
Unterblatt übertragen wird und umso höher ist die Intensität
der entwickelten Farbe. Der Aufbrechungsgrad (Grad
der Empfindlichkeit zum Aufbrechen) der Mikrokapseln
kann numerisch berechnet werden, indem die Intensität
der entwickelten Farbe (als Reflexvermögen in Prozent)
verglichen wird. Diese Testmethode ist auf einfache Weise
durchzuführen und ergibt verläßliche Ausgangsdaten auch
in anderen Fällen der Applikation von Mikrokapseln.
In den Beispielen beziehen sich die angegebenen Teile
auf das Gewicht.
In 97 g 1-Phenyl-1-xylylethan
wurden die Farbbildner 2,0 g Kristallviolett-lacton
und 1,0 g Benzoyl-leukomethylenblau gelöst.
In der Lösung wurden außerdem 3,0 g
aliphatisches Polyisocyanat
und 30 g Ethylacetat als Hilfslösungsmittel
aufgelöst. Die sich ergebende hydrophobe Lösung wurde
unter heftigem Rühren zu einer wäßrigen Emulsionslösung
zugegeben, welche 5,0 g Ethylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymeres
gelöst enthielt und welche auf pH 3,2 unter
Bildung hydrophober Tröpfchen von 8 bis 10 µm im Durchmesser
eingestellt war. Zu dieser Emulsion wurden 50 g
einer wäßrigen Lösung zugegeben, welche 1,3 g Hexamethylendiamin
und 2,0 g Natriumhydroxid gelöst enthielt.
Die Emulsion (pH 9,1) wurde 1 Stunde lang auf 60°C gehalten,
wobei sich die erste Membran eines Polyharnstoffharzes
auf den hydrophoben Tröpfchen abschied. Zur Emulsion,
welche mit einer 5%igen wäßrigen Ethylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymer-Lösung
auf pH 6,0 eingestellt
auf auf 60°C gehalten wurde, wurde eine wäßrige Melamin-Formaldehyd-Präpolymer-Lösung
zugegeben, welche durch
Auflösen von 2,5 g Melamin und 5,2 g 37%igem Formalin
bei pH 9 hergestellt wurde. Dieses Gemisch wurde eine
weitere Stunde erwärmt, wobei sich die zweite Membran
bildete und die Verkapselung abschloß.
Die sich ergebende Emulsion von Mikrokapseln wurde mit
einer 20%igen wäßrigen Natriumhydroxidlösung auf pH
9,0 eingestellt, wobei eine Mikrokapsel-Emulsion mit
einem Feststoffgehalt von 40% zur Verwendung in einem
kohlenstofffreiem Kopiersystem erhalten wurde. Unter
Verwendung dieser Emulsion wurde gemäß der in Tabelle 1
angegebenen Rezeptur eine Zusammensetzung für eine Überzugsschicht
hergestellt und ein holzfreier Papierbogen
(40 g/m² Basisgewicht) beschichtet. Nach dem Trocknen
wurde ein Oberblatt (CB-Blatt) für kohlenstofffreies
Kopierpapier erhalten, welches unter Einwirkung von
Druck eine ausgezeichnete Farbentwicklung aufwies (dieses
Blatt wurde als "Blatt A" bezeichnet).
In 100 g der Farbbildnerlösung, wie sie in Beispiel 1
verwendet wurde, wurden 3,0 g aliphatisches
Isocyanat
aufgelöst. Die sich ergebende hydrophobe Lösung wurde
unter kräftigem Rühren zu einer Emulsionslösung (pH 3,5),
welche 3,0 g Ethylen-Maleinsäureanhydrid-Copolymer und
2,0 g Polyacrylsäure gelöst enthielt, zugegeben, wobei
sich hydrophobe Tröpfchen mit einem Durchmesser von 8
bis 10 µm bildeten. Zu dieser Emulsion wurden 50 g einer
wäßrigen Lösung zugegeben, welche 1,3 g
eines Addukts eines Epoxyharzes mit einem Amin
und 1,8 g Natriumhydroxid
zur Einstellung auf pH 8,7 enthielt. Die Emulsion wurde
1 Stunde lang auf 60°C gehalten, wobei sich die erste
Membran eines Polyharnstoffharzes auf den winzigen hydrophoben
Tröpfchen niederschlug. Bei der gleichen Temperatur
wurde 10%ige Polyacrylsäure zugegeben, um den
pH der Emulsion auf 5,8 einzustellen. Zu dieser Emulsion
wurde dann eine wäßrige Melamin-Formaldehyd-Präpolymer-Lösung
zugegeben, welche durch Auflösen von
1,5 g Melamin und 3,3 g 37%igem Formalin bei pH 9 erhalten
wurde. Das sich ergebende Gemisch wurde eine weitere
Stunde erwärmt, wobei sich die zweite Membran aus Melamin-Formaldehydharz
abschied und die Mikroverkapselung abschloß.
Die Mikrokapsel-Emulsion wurde mit 25%igem wäßrigen
Ammoniak auf pH 8,2 eingestellt, wobei eine Mikrokapsel-Emulsion
für ein kohlenstofffreies Kopierpapiersystem erhalten
wurde. Unter Verwendung dieser Emulsion
wurde eine Überzugs-Zusammensetzung gemäß der Rezeptur,
wie sie in Tabelle 1 angegeben ist, hergestellt und
ein holzfreier Papierbogen (40 g/m²) mit der gleichen
Menge wie in Beispiel 1 beschichtet. Nach dem Trocknen
wurde ein Oberblatt (CB-Blatt) für kohlenstofffreies
Kopierpapier erhalten, welches unter Einwirkung von
lokalisiertem Druck eine ausgezeichnete Farbentwicklung
zeigte (dieses Blatt wurde akls "Blatt B" bezeichnet).
In 150 g einer 10%igen wäßrigen Gelatinelösung wurden
in Form winziger Tröpfchen 130 g einer hydrophoben
Flüssigkeit emulgiert, welche den gleichen Farbstoff
wie in Beispiel 1 gelöst enthielt. Unter Rühren bei
50°C wurde die Emulsion mit einer 20%igen wäßrigen
Essigsäure auf pH 6,2 eingestellt. Nachdem die Temperatur
auf 25°C unter Rühren abgesunken war, wurde der
pH-Wert der Emulsion mit einer 20%igen wäßrigen
Essigsäure auf 3,8 eingestellt. Das Rühren wurde daraufhin
fortgesetzt; sobald die Temperatur auf 10 bis 13°C
abgesunken war, wurden 3 ml 37%iges Formalin und 5 ml
einer 50%igen Glutaraldehydlösung zugegeben. Die
Emulsion wurde weitere 8 Stunden gerührt. Nach Beendigung
der Reaktion wurde weitere 8 Stunden gerührt. Nach Beendigung
der Reaktion wurde der pH-Wert auf 10,0 erhöht, wobei
eine Mikrokapsel-Emulsion mit einem Feststoffgehalt von
20% erhalten wurde. Unter Verwendung dieser Emulsion
wurde eine Übergangs-Zusammensetzung gemäß der
Rezeptur von Tabelle 1 hergestellt und ein holzfreier
Papierbogen (40 g/m²) mit der gleichen Applikationsrate
wie Bogen A, Beispiel 1, beschichtet. Nach dem Trocknen
wurde ein Oberblatt (CB-Blatt) für ein kohlenstofffreies
Kopiersystem erhalten (dieses Blatt wurde als "Blatt C"
bezeichnet).
Es wurde gemäß dem Verfahren in Beispiel 1 bis nur
Bildung der ersten Membran aus Polyharnstoff gearbeitet,
außer daß das aliphatische Polyisocyanat in einer Menge von 5,5 g anstelle
von 3,0 g (entsprechend Beispiel 1) für 100 g der hydrophoben
Lösung verwendet wurden. Der Unterschied in der
Menge an aliphatischem Polyisocyanat entspricht der Menge an Melamin,
wie es in Beispiel 1 verwendet wurde, und das bei dem vorliegenden
Vergleichsbeispiel verwendet wurde. Es wurde
auf diese Weise eine Mikrokapsel-Emulsion gebildet,
welche eine einzige Membran aus Polyharnstoffharz aufwies
und welche durch Grenzflächenpolymerisation gebildet
wurde. Unter Verwendung dieser Emulsion wurde auf die
gleiche Weise wie in Beispiel 1 ein CB-Blatt erhalten (dieses
Blatt wurde als "Blatt D" bezeichnet).
Beispiel 1 wurde wiederholt, mit der Ausnahme, daß aliphatisches Polyisocyanat
nicht zur hydrophoben Lösung zugegeben wurde, der
Schritt zur Bildung des Polyharnstoffharzes durch Addition
eines Polyamins und Natriumhydroxid weggelassen
und die Menge an Melamin-Formaldehyd-Propolymer um die
entsprechende Menge an aliphatischem Polyisocyanat, welches in dem vorliegenden
Vergleichsbeispiel nicht verwendet wurde, erhöht
wurde. Die Menge an Melamin wurde von 2,5 g in Beispiel
1 auf 5,5 g und die Menge an Formalin von 5,2 g
in Beispiel 1 auf 12,0 g erhöht. Dementspreched wiesen
die Mikrokapseln eine einzige Membran von ausschließlich
Melamin-Formaldehydharz, welches sich in situ bildete,
auf. Unter Verwendung dieser Mikrokapsel-Emulsion wurde
eine Überzugs-Zusammensetzung derselben Rezeptur wie
bei der Herstellung von Blatt A in Beispiel 1 gebildet
und mit der gleichen Applikationsrate beschichtet, wobei
ein CB-Blatt erhalten wurde, welches die im in-situ-Prozeß
gebildeten Kapseln aufwies (dieses Blatt wurde
als "Blatt E" bezeichnet).
(1) Es wurde die Lösungsmittelresistenz der Mikrokapselwandphase
jedes Blattes geprüft, indem ein Tropfen
Toluol, Aceton, Ethylacetat oder Alkohol, welche einen
phenolischen Farbentwickler enthielten, auf die mit
Kapseln beschichtete Oberfläche jedes Blattes aufgebracht
und das Reflexionsvermögen (%) des Bereiches bestimmt
wurde, wo der Lösungsmitteltropfen aufgetragen worden
war.
Wie aus Tabelle 2 ersichtlich ist, sind in bezug auf
Lösungsmittelresistenz die Mikrokapseln, mit welchen
die Blätter A, B und E beschichtet sind, ziemlich gut,
während jene auf Blatt C schlecht sind und die Mikrokapseln
auf Blatt D leicht mit Alkohol extrahiert werden
können.
(2) Wärmeresistenztest (140°C, 3 Stunden) und Naß-Wärme-Resistenztest
(105°C, 6 Stunden, zwischen einem
Paar Filterpapierbogen, welche mit Wasser getränkt sind)
wurden mit den Bogen A bis E durchgeführt, indem die
Fähigkeit zur Farbausbildung vor und nach dem Test verglichen
wurde.
Aus Tabelle 3 geht hervor, daß die Mikrokapseln der
Blätter A, B und E resistent gegenüber Wärme und Naß-Wärme
sind.
(3) Auf den Blättern A bis E wurde ein Farbbildungstest
und ein Reib-Fleck-Test durchgeführt.
Der Farbbildungstest wurde durchgeführt, indem jedes CB-Blatt
und ein CF-Blatt (ein mit einem Farbentwickler
beschichtetes Blatt) - mit den beschichteten Oberflächen
zueinander - aufeinandergelegt wurden, jedes Bogenpaar
einen Kalander bei einem Einsatzdruck (liner
pressure) von 12,6 kg/cm (es wurde angenommen, daß dieser
Druck dem bei Handschriften ausgeübten entspricht)
passierte, und die Reflexion (in %) des auf dem CF-Blatt
gebildeten Farbbildes bestimmt wurde.
Der Reib-Fleck-Test wurde durchgeführt, indem jedes
CB-Blatt und ein CF-Blatt in einer Anordnung beschichtete
Oberfläche zu beschichtete Oberfläche gebracht wurden,
eine spezifizierte Distanz unter Anwendung einer bestimmten
Belastung das CF-Blatt entlang der Oberfläche des
CF-Blattes gezerrt bzw. gezogen wurde, und das Ausmaß
des Fleckes als Reflexion (in %) bestimmt wurde. Diese
Testmethode wurde so ausgestaltet, daß die Bedingungen
simuliert wurden, wie sie durch Reibung beim Transportieren
entstehen.
Für Mikrokapseln, welche für die Verwendung in kohlenstofffreiem
Kohlepapier bestimmt sind, ist es wünschenswert,
eine hohe Reflexion im Farbbildungstext und eine
niedrige Reflexion im Reib-Fleck-Test aufzuweisen, denn
eine hohe Reflexion im Farbbildungstest und eine niedrige Reflexion
in dem zuletztgenannten Test bedeutet eine größere
Resistenz gegenüber Reib-Fleck-Bildung.
Die Ergebnisse der oben genannten beiden Tests sind in
Tabelle 4 aufgezeigt.
Wie aus Tabelle 4 ersichtlich, zeigen die Blätter A und
B die beste Farbbildung und sind auch ausgezeichnet in
ihrer Reib-Fleck-Resistenz.
Wie die Ergebnisse der Tabellen 2 und 3 zeigen, sind
die Mikrokapseln gemäß der Erfindung hervorragend in
ihrer Qualität, haben eine ausreichend hohe Resistenz
gegenüber Wärmemitteln, Wärme und Naß-Wärme. Gemäß
den Ergebnissen in Tabelle 4 können gemäß der Erfindung
Mikrokapseln hergestellt werden, die in bezug auf ihre
Farbbildungseigenschaft und außerdem in ihrer Reib-Fleck-Resistenz
besser sind als solche, welche nach den
üblichen Methoden des Einkapselns hergestellt werden.
Es ist somit ersichtlich, daß die Mikrokapseln gemäß
dem erfindungsgemäßen Verfahren in Bezug auf die physikalischen
Eigenschaften der Wandmembran denen überlegen
sind, welche nach den üblichen Verfahren hergestellt
wurden.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung von Mikrokapseln durch
Dispergieren oder Emulgieren einer hydrophoben
Flüssigkeit, welche eine Polyisocyanatverbindung oder ein
Präpolymeres davon enthält, in einer wäßrigen Lösung,
welche einen Emulgator enthält, in einer wäßrigen Lösung,
diskontinuierlicher winziger Teilchen;
Zugabe eines Polyamins und/oder eines mehrwertigen Alkohols;
Zugabe eines Aminoharz-Präkondensates;
Umsetzung unter Erwärmung mit Bildung einer ersten unlöslichen Membran auf der Oberfläche eines jeden der winzigen Teilchen und einer zweiten unlöslichen Membran aus Aminoharz, wobei die erste unlösliche Membran mit der zweiten unlöslichen Aminoharzmembran überschichtet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die für die Bildung der zweiten, äußeren Kapselwand erforderliche Komponente erst nach Bildung der inneren Kapselwand zugegeben wird, wobei die erste unlösliche Membran unter alkalischen Bedingungen und die zweite unlösliche Membran unter Erwärmung im sauren Milieu gebildet wird.
Zugabe eines Polyamins und/oder eines mehrwertigen Alkohols;
Zugabe eines Aminoharz-Präkondensates;
Umsetzung unter Erwärmung mit Bildung einer ersten unlöslichen Membran auf der Oberfläche eines jeden der winzigen Teilchen und einer zweiten unlöslichen Membran aus Aminoharz, wobei die erste unlösliche Membran mit der zweiten unlöslichen Aminoharzmembran überschichtet wird, dadurch gekennzeichnet, daß die für die Bildung der zweiten, äußeren Kapselwand erforderliche Komponente erst nach Bildung der inneren Kapselwand zugegeben wird, wobei die erste unlösliche Membran unter alkalischen Bedingungen und die zweite unlösliche Membran unter Erwärmung im sauren Milieu gebildet wird.
2. Verfahren zur Herstellung von Mikrokapseln gemäß
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Menge der Polyisocyanatverbindung oder
des Präpolymeren davon 0,1 bis 20 Gew.-Teile pro
100 Gew.-Teile der hydrophoben Flüssigkeit beträgt.
3. Verfahren zur Herstellung von Mikrokapseln gemäß
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Hauptkomponente des Emulgators ein carboxylsubstituierter
anionischer Polyelektrolyt ist.
4. Verfahren zur Herstellung von Mikrokapseln gemäß
Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der carboxylsubstituierte anionische Polyelektrolyt
ein Maleinsäureanhydrid-Copolymeres darstellt.
5. Verfahren zur Herstellung von Mikrokapseln gemäß
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß bei der Bildung der unlöslichen Membran das saure
Milieu durch Anwendung eines carboxyl-substituierten
anionischen Polyelektrolyten geschaffen wird.
6. Verfahren zur Herstellung von Mikrokapseln gemäß
Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Aminoharz ein Harz vom Melamin-Formaldehyd-Typ
ist.
Applications Claiming Priority (1)
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
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