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Vorrichtung zum Verschließen der Hülle einer Wurstware
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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Verschließen der
Hülle einer Wurstware und zur gleichzeitigen Befestigung eines formstabilen Aufhängers
mit einer Öse und einem Befestigungsteil an einem Ende der Hülle mittels einer Klammer,
welche ein mehrere Klammern enthaltendes erstes Magazin, eine Zuführungseinrichtung
für einzelne Klammern, ein mehrere Aulänger enthaltendes zweites Magazin und eine
Zubringeinrichtung aufweist, mit der einzelne Aufhänger mit ihrem Befestigungsteil
in die Führungsbahn der Klammern einbringbar sind, und welche weiterhin mit einer
Formungseinrichtung zum festen Herumlegen einer Klammer um das Ende der Hülle und
den Aufhänger ausgerüstet ist, in welche das Ende der Hülle einlegbar ist, und welche
mittels eines an der Vorrichtung schwenkbar befestigten Verschlußteils verschließbar
ist.
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Ein Problem beim Abbinden der Hülle einer Wurstware besteht darin,
daß dieselbe nicht nur möglichst einfach, d. h. möglichst automatisch, abgebunden
werden soll, sondern daß in vielen Fällen eine Möglichkeit zum Aufhängen der Wurstware
geschaffen werden soll, mittels derer dieselbe beispielsweise auf einen
ltaucherspieß
gehängt werden kann. Hierzu kann beispielsweise so vorgegangen werden, daß nach
dem Verschließen der Hülle um ein Ende derselben von Hand eine meistens aus Hanf
bestehende Fadenschlaufe herumgewickelt wird. Dieser Vorgang ist aufwendig und teuer.
Außerdem sind solche Fadenschlaufen derart instabil, daß das Aufhängen selbst erschwert
wird, da diese Fadenschlaufen zur Bildung einer geeigneten Öse erst auseinandergezogen
werden müssen.
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Durch die DE-PS 288 891 ist eine Vorrichtung zum Abbinden von Wursthüllen
bekannt geworden, bei welcher vor dem Herumlegen einer Klammer ein Aufhänger von
Hand auf die Wursthülle aufgelegt und dann durch die Klammer an der Wursthülle festgelegt
werden kann. Dieser Vorgang ist aufwendig und zeitraubend und außerdem nicht ungefährlich,
da das Bedienungspersonal den Aufhänger nicht nur auf die Wursthülle auflegt sondern
dort auch festhält und so beim Aufpressen der Klammer leicht verletzt werden kann.
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Die DE-OS 16 32 140 zeigt eine Vorrichtung, bei welcher von einer
Vorratsrolle ein Band abgezogen, abgeschnitten und in einer Formungseinrichtung
zu einer Schlaufe geformt wird. Von einem Vorrat an Schlauchstücken wird gleichzeitig
ein Schlauchstück einem Faltenlegemechanismus zugeführt. Schlauchstück und Schlaufe
werden anschließend zusammengeführt, fest zusammengeklemmt und taktweise mittels
eines Drahtklemmverschlusses miteinander verbunden.
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Auch der.Draht wird dabei von einer Vorratsrolle abgezogen, in bestimmter
Länge abgetrennt und zu einer Klammer geformt. Diese Vorrichtung ist in ihrem gesamten
Aufbau mit den vielen Stationen, deren Arbeit genau aufeinander abgestimmt werden
muß, derart kompliziert, daß eine wirtschaftliche Arbeitsweise nicht möglich ist.
Ein weiterer Nachteil dieser Vorrichtung besteht darin, daß sie für Naturdärme wegen
deren stark schwankender Abmessungen nicht verwendbar ist. Eine universelle Nutzung
dieser bekannten Vorrichtung, insbesondere durch kleinere Betriebe, ist somit nicht
gegeben, zumal eine solche Vorrichtung für diese Betriebe finanziell kaum erschwinglich
ist.
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Aus der DE-PS 24 14 466 geht eine Vorrichtung hervor, wie sie eingangs
beschrieben ist. Diese einfach aufgebaute und zu bedienende Vorrichtung weist neben
einem Magazin für Klammern ein zweites Magazin für Aufhänger auf. Bei jedem Arbeitsgang
wir<i hier ein Aufhänger aus dem Magazin gefördert und mittels eines Auswerfers
in die Führungsbahn der Klammern gebracht, wobei der Auswerfer den jeweiligen Aufhänger
an seinem freien Ende hält.
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Diese bekannte Vorrichtung ermöglicht das automatische Festlegen eines
Aufhängers am Ende einer Wursthülle. Allerdings müssen die Bewegungen beim Zuführen
der Klammern einerseits und der Aufhänger mittels des Auswerfers andererseits genau
aufeinander abgestimmt werden. Ein Umbau von bisher verwendeten Vorrichtungen zum
Verschließen von Wursthüllen ist daher nur mit relativ großem Aufwand möglich. Falls
in Betrieben Vorrichtungen verwendet werden sollen, mit denen beim Verschließen
gleichzeitig ein Aufhänger mit an der Wursthülle befestigt wird, ist daher in den
meisten Fällen eine Neuanschaffung einer entsprechenden Vorrichtung criorderlich,
was insbesondere für Kleinbetriebe aus wirtschaftlichen Gründen problematisch sein
kann.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs
geschilderten Art anzugeben, die so einfach gestaltet ist, daß ohne weiteres jede
herkömmliche, in den Betrieben schon vorhandene Vorrichtung zum Verschließen von
Wursthüllen, ohne Änderung des Zuführungsmechanismusses für Klammern, umgerüstet
werden kann.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, - daß die Zubringeinrichtung
als hakenartige Aufnahme zur unverlierbaren Halterung jeweils eines Aufhängers ausgebildet-
ist, die unter Federwirkung schwenkbar an dem Verschlußtell angebracht ist, - daß
die Aufnahme in der Offenstellung des Verschlußteils in Höhe des Austrittsendes
der Aufhänger aus dem zweiten Magazin angeordnet ist, - daß die Aufnahme in der
Schließstellung des Verschlußteils in die Führungsbahn der Klammern hineinragt,
- und daß das Verschlußteil eine geradlinige Kante aulwei; die in der Schließstellung
als Teil der Begrenzung der Führungsbahn der Klammern dient.
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Eine derartige Vorrichtung ist universell für Wursthüllen beliebiger
Abmessungen verwendbar, und es ist auch egal, ob Naturdrme oder Kunststoffhüllen
damit verschlossen werden HolLen. Di.e zur Halterung einzelner Aufhänger dienende
Aufllahme kann problemlos an jede bekannte, handelsübliche Vorrichtung zum Verschließen
von Wursthüllen, insbesondere auch nachträglich an bereits im Einsatz befindliche
Vorrichtungen, anmontiert werden. Ein Eingriff in Teile der Vorrichtung ist dazu
prinzipiell nicht erforderlich. Es brauchen lediglich das zweite Magazin an der
Vorrichtung angebracht sowie am Verschlußteil derselben die federnde Aufnahme montiert
zu werden. Die Aufnahme nimmt in der Offenstellung der Vorrichtung bzw. des Verschlußteils
jeweils einen aus dem zweiten Magazin austretenden Aufhänger auf und trägt denselben
bei der Schließbewegung des Verschlußteils bis in die Führungsbahn der Klammern.
Da die Aufnahme federnd angebracht ist, behindert sie die Bewegung der Klammern
nicht, sondern sie wird jeweils durch eine Klammer entgegen der federkraft ausgelenkt
und gibt dadurch auch den Aufhänger zur Mitnahme durch die Klammer frei.
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Da der Mechanismus zum Herumformen einer Klammer um das Ende einer
Wursthülle erst bei geschlossener Vorrichtung betätigt wird bzw. werden kann, ist
sichergestellt, daß zusammen mit jeder Klammer auch ein Aufhänger an der Wursthülle
festgelegt wird. Eine Gefährdung des Bedienungspersonals ist dabei ausgeschlossen.
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Für die Vorrichtung nach der Erfindung verwendbare, formstabile Atlfhänqer,
die problemlos in einem Magazin gestapelt werden können, sind beispielsweise in
der DE-PS 24 12 284 beschrieben.
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Diese aus Kunststoff bestehenden Aufhänger haben gegenüber Hanfschlaufen
den Vorteil, daß sich wegen der glatten Oberfläche keine Bakterienherde bilden können.
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Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes ist in den Zeichnungen
dargestellt, wobei in schematischer Darstellung nur die für die Erfindung wesentlichen
Teile wiedergegeben sind.
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Es zeigen: f Fig. 1 einen Ausschnitt aus der Vorrichtung nach der
Erfindung in der Offenstellung des Verschlußteils.
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Fig. 2 die Vorrichtung mit einer Zwischenstellung des Verschlußteils.
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Fig. 3 die Vorrichtung in der Schließstellung.
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Die Vorrichtung nach der Erfindung besteht im wesentlichen aus einem
Ständer 1, der auf einer beliebigen glatten Unterlage 2 aufgestellt werden kann.
An dem Ständer sind ein erstes Magazin 3 zur Aufnahme von Klammern 9 und ein zweites
Magazin 4 zur Aufnahme von Aufhängern 11 angebracht. Am unteren Ende des Ständers
ist weiterhin eine Formungseinrichtung 5 vorhanden, in welche das Ende einer Wursthülle
eingelegt werden kann, und in welcher eine Klammer 9 um dieselbe, unter gleichzeitiger
Festlegung eines Aufhängers 11, herumgeformt werden kann. Die Formungseinrichtung
5 befindet sich am Ende einer Zuführungsbahn 6 für einzelne Klammern 9.
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Diese Zuführungsbahn 6 wird durch das Verschlußteil 7 vervollständigt,
das gleichzeitig die Formungseinrichtung 5 verschließt, Das Verschlußteil 7 kann
mit Hilfe eines Handgriffs 8 betätigt werden.
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Im ersten Magazin 3 ist eine große Anzahl von U-förmig gebo-genen,
aus Metall bestehenden Klammern 9 angeordnet, die leicht trennbar miteinander verbunden
sind und im Magazin 3 so geführt werden, daß jeweils eine dieser Klammern in die
Führungsbahn 6 hineinreicht und mittels eines Stempels 10 nach unten bewegt werden
kann. In gleicher Weise ist im zweiten Magazin 4 eine größere Anzahl von Aufhängern
11 angeordnet, die ebenfalls einzeln mittels eines weiter unten noch zu schildernden
Mechanismus jeweils in die Führungsbahn 6 der Klammern 9 hineingebracht werden.
Die Aufhänger werden im Magazin 4 durch ein Gewicht 12 nach unten gedrückt. Der
Stempel 10 kann hydraulisch oder pneumatisch oder auch von Hand in Richtung des
Pfeiles 13 nach unten bewegt und dadurch bis zu der Formungseinrichtung 5 gebracht
werden.
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Das Verschlußteil 7 ist mittels eines gestrichelt eingezeichneten
Armes 14 an dem Ständer 1 drehbar angebracht. Der Drehpunkt ist
mit
15 bezeichnet. An dem Verschlußteil ist weiterhin eine hakenartige Aufnahme 16 drehbar
angebracht, die unter der Wirkung einer Feder 17 steht. Durch die Feder 17 soll
die Aufnahme 16 ständig in Richtung des Pfeiles 18 gedreht werden. In der in Fig.
1 dargestellten Schließstellung des Verschlußteils 7 befindet sich die Aufnahme
16 in Höhe des Endes des Magazins 4, aus welchem die Aufhänger 11 austreten. Damit
die Aufhänger 11 nicht aus dem Magazin herausrutschen können, ist am unteren Ende
des Magazins 4 eine Sperre 19 angebracht.
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i3ei Betätigung des Verschlußteils 7 mit dem Handgriff 8 wird das
Verschlußteil in Richtung des Pfeiles 20 um den Drehpunkt 15 gedreht. Dabei trennt
die Aufnahme 16 mit ihrer Nase 22 den untersten Aufhänger 11 aus dem Magazin 4 heraus,
der dann durch diese Nase auch mitgenommen wird. Bei der Weiterbewegung des Verschlußteils
7 drückt die Feder 17 über die Aufnahme 16 den Aufhänger 11 ständig gegen die Kante
21 des Ständers 1. Eine Zwischenposition des Verschlußteils 7 geht aus Fig. 2 hervor.
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Aus Fig. 2 ist außerdem zu ersehen, wie ein Aufhänger 11 in der Aufnahme
16 gehaltert ist. Während der Bewegung des Verschlußteils 7 ist das Magazin 4 durch
die Sperre 19 verschlossen, so daß kein weiterer Aufhänger 11 aus demselben austreten
kann. Das Verschlußteil wird soweit nach unten bewegt, bis es seine in ig. 3 dargestellte
Schließstellung erreicht hat, in welcher die geradlinige Kante 23 gleichzeitig als
Teil der Begrenzung der Führungsbahn 6 dient.
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In der in Fig. 3 gezeigten Schließstellung der Vorrichtung ist die
Formungseinrichtung 5 verschlossen. Sobald das Verschlußteil 7 diese Position erreicht
hat, kann der Stempel 10 ausgelöst werden, der dann in Richtung des Pfeiles 13 nach
unten bewegt wird. Bei dieser Abwärtsbewegung löst der Stempel 10 zunächst eine
Klammer 9 aus ihrem Verbund und nimmt dieselbe mit. Bei der Weiterbewegung wird
dann der Aufhänger 11 mitgenommen, der von der Aufnahme 16 in die Führungsbahn 6
der Klammern 9 gehalten wird. Dabei wird die Aufnahme 16 in Richtung des Pfeiles
24 um ihre Drehstelle 25 gedreht. Die in Fig. 3 gestrichelt eingezeichnete Position
des
Stempels 10 entspricht etwa der Endposition desselben, in welcher
die Klammer 9 zusammen mit einem Aufhänger 11 um das Ende einer nur schematisch
angedeuteten Wursthülle 26 herumgeformt wird.
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Die Aufnahme 16 bleibt nur solange in ihrer aus icl. 3 gestrichelt
ersichtlichen, ausgelenkten Position, bis der Aufhünger 11 vom Stempel 10 bzw. der
Klammer 9 mitgenommen ist, wodurch ihr ein Wiedereinschwenken in ihre Position zur
Aufnahme eines weiteren Aufhängers 11 ermöglicht wird. Danach kann das Verschlußteil
7 wieder in die aus Fig. 1 ersichtliche Offenstellung bewegt werden, was mit Hilfe
des Handgriffs 8 erfolgen kann, wozu jedoch auch ein Federmechanismus eingesetzt
werden kann, der das Verschlußteil 7 auch in seiner Offenstellung hält.
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Gegenüber bisher bekannten Vorrichtungen zum Verschließen von Wursthüllen
sind an der Vorrichtung nach der Erfindung nur das zweite Magazin 4 und die unter
Eederwirkung stehende Aufnahinc! l(> am Verschlußteil 7 angebracht. Wenn das
Verschlußteil 7 nicht gleichzeitig eine geradlinige Kante 23 aufweist, die als Teil
der Begrenzung für die Zuführungsbahn 6 dienen kann, dann muß an dem Verschlußteil
7 eine Schiene angebracht werden, die diese Begrenzung darstellen kann.
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Insgesamt ist durch die Erfindung eine Vorrichtung realisiert, die
durch einfaches Anmontieren des zweiten Magazins 4 und der federnden Aufnahme 7
an jede beliebige Vorrichtung zum Verschließen von Wursthüllen erhalten werden kann,
so daß sie gleichzeitig beim Verschließen einer Wursthülle 26 einen formstabilen
Aufhänger 11 am.Ende derselben mit anformen kann.
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