DE3108368A1 - Stabilisierungs- und richtantrieb fuer einen drehturm eines fahrzeuges - Google Patents
Stabilisierungs- und richtantrieb fuer einen drehturm eines fahrzeugesInfo
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Description
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Patentanwalt Dr.-Ing. R. Liesegang ISSilfiS
zugelassen beim Europäischen Patentami — admitted to the European Patent Offloe — MandaUlr· agree aupres I* Of(Ic* Europeen des Brevets
Stabilisierungs- und Richtantrieb für einen Drehturm eines Fahrzeuges
Die Erfindung betrifft einen StabiTisierungs- und Richtantrieb
für einen Drehturm eines Fahrzeuges, der am Fahrzeugaufbau über einen Drehkranz drehbar gelagert ist und auf den über gegensinnig
angetriebene Bremsflächen und daran geregelt andrückbare
Reibbeläge Stellmomente zum Ausrichten des Drehturmes auf eine
Sollrichtung aufbringbar sind.
Ein Drehturm ist beispielsweise Bestandteil eines Turmwaffensystemes
auf einem gepanzerten Fahrzeug.
Das von dem Stabilisierungs- und Richtantrieb eines solchen Turmwaffensystems
aufzubringende Drehmoment richtet sich nach dem geforderten Beschleunigungsmoment zur Oberwindung der Trägheit
des Drehturmes sowie nach den maximal auftretenden Unwuchtmomenten.
Unwuchtmomente müssen im Azimut vom Stabilisierungs- und Richtantrieb
beispielsweise dann aufgefangen werden, wenn das mit dem Drehturm ausgerüstete Fahrzeug in Schräglage steht oder fährt oder
wenn der Schwerpunkt des Drehturmes 'nicht mit der Drehachse zusammenfällt
und" inf öl ge Kurv'erif ahrt sowie Nick-* und Wankbewegungen linear
beschleunigt wird. "
Es sind Stabilisierungs- und Richtantriebe der eingangs beschriebenen
Art bekannt (DE-PS 22 17 684, DE-PS 27 27 582). Dabei wird von dem
innerhalb des Drehkranzes angeordneten Antrieb ein Antriebsmoment
von einem Ritzel auf den Drehkranz des Drehturmes übertragen. Diese
Art der Krafteinleitung hat zwei wesentliche Nachteile: die Höhe des übertragbaren Momentes ist durch die Zahnfestigkeit begrenzt.
Die Momenteneinleitung über den Drehkranz ist dynamisch "weich", so daß die Regelgüte des über einen Regler auf Soll richtung des
Drehturmes geregelten Antriebes vermindert ist. Normalerweise
liegen zwar die infolge der Unwucht auftretenden Drehmomente des
Drehturmes innerhalb der Grenzen, die von den bekannten Antrieben aufgebracht werden können. Jedoch werden unter extremen Fahrbedingungen
gelegentlich die maximale, von den bekannten Antrieben aufbringbaren Richtmomente durch die genannten Unwucht- bzw. Störmomente
überschritten, was ein ungewolltes Verdrehen des Drehturmes gegen die Wanne zur Folge hat. Im Vergleich zu anderen
Störeinflüssen, wie Reibung, sind die genannten Unwuchtmomente dominierend.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Stabilisierungsund
Richtantrieb zu schaffen, mit dem auch große, für solche Drehtürme
charakteristische Unwuchtmomente aufgefangen werden können, wobei die Regelgüte erhöht werden soll.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist gemäß der Erfindung bei einem Stabilisierungs-
und Richtantrieb der eingangs beschriebenen Art vorgesehen, daß die Bremsflächen an zwei benachbart dem mittleren Drehkranzradius
konzentrisch angeordneten Drehringen ausgebildet sind, die am Fahrzeugaufbau bzw. am Drehturm gelagert und gegensinnig
angetrieben sind, und daß die Reibbeläge auf dem gleichen mittleren Radius wie die Drehringe'diesen benachbart axial beweglich am
Drehturm bzw. am Fahrzeugaufbau angeordnet sind.
Die mit dem Stabilisierungs- und Richtantrieb nach der Erfindung
erzeugte Reibkraft an den Drehringen bewirkt eine direkte Aufbringung
eines den Unwuchtmomenten entgegenwirkendes Stabilisierungsoder Richtmomentes. Dieses Moment ist durch die Reibkraft multi-
pliziert mit dem großen Hebelarm zwischen den Drehringen und der
Drehturmmitte gegeben. Dabei sind die dynamischen Eigenwerte des Drehkranzlagers und der sonst üblichen Zahnradstufe eliminiert.
den Drehturm auf eine vorgegebene Sollrichtung ausrichtet (Richten)
oder den Drehturm unabhängig von Bewegungen der Unterlage in dieser Richtung ausgerichtet hält (Stabilisieren). Aufbau und Wirkungsweise
dieses Reglers ist bereits früher beschrieben worden (DE-PS 22 17 684) und in dieser Anmeldung nicht nochmals beschrieben.
Zur Verbesserung der Regelgüte lassen sich bei der Erfindung auch Regelkreise mit " Störgrößenaufschaitungen verwenden, wiesie für
Regelstrecken mit stark ausgeprägten Störeinflüssen üblich sind. Beispielsweise wird die am Schwerpunkt wirkende Linearbeschleunigung
gemessen und dem Regelkreis äufgeschaltet.
Wie die bekannten Stabilisierungs- und Richtantriebe arbeitet auch
der Antrieb nach der Erfindung mit einem großen Servoverhältnis. Mit anderen Worten ist die zur Regelung der Andrückkraft erforderliche
Leistung viel geringer als die zum Richten des Drehturmes erforderliche
Leistung.
Die ungeregelte Primärleistung wird vorzugsweise mittels mindestens
einer vorzugsweise am Fahrzeugaufbau angeordneten Antriebsgruppe zur Verfügung gestellt, die beispielsweise einen Elektromotor aufweist.
Vorteilhaft werden die Reibbeläge mittels Magnetkraft an die Bremsflächender
Drehririge elektromagnetisch angedrückt, wobei die über einen Schleifring in den Drehturm zu führende elektrische Leistung
weit geringer ist als die Primärleistung.
Durch Wahl der wirksamen Magnetfläche der Elektromagnete kann der
Stabilisierungs- und Richtantrieb für sehr hohe Maximalmomente
ausgelegt werden.
Die Magnetkraft zum Andrücken der Reibbeläge kann auch mittels
Permanentmagneten aufgebracht werden, welche den Elektromagneten
entgegenwirken. Bei Stromausfall führen die Permanentmagnete zu
einer Blockierung der Bremsflächen, d. h. zu einem Feststellen bzw. "Zurren" des Drehturmes gegenüber dem Fahrzeugaufbau in
sehr einfacher Weise.
Für den Notbetrieb kann an einem der Drehringe eine zusätzliche Verzahnung zum Zusammenwirken mit .einem handbetriebenen Ritzel
angeordnet sein.
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Die Erfindung ist im folgenden anhand schematischer Zeichnungen
an einem Ausführungsbeispiel mit weiteren Einzelheiten näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine teilweise abgebrochene Draufsicht eines gepanzerten Fahrzeuges mit einem Drehturm;
Figur 2 einen Ausschnitt des Drehturmes nach Figur 1 in vergrößertem Maßstab, wobei ein Teil herausgebrochen
ist;
Figur 3 einen Teilschnitt nach der Linie III-III in Figur
in weiter vergrößertem Maßstab.
In Figur 1 sind mit 1 ein Fahrzeugaufbau und mit 2 ein .Drehturm mit
Rohrwaffe 3 und Drehkranz 4 bezeichnet, über welchen der Drehturm 2 gegenüber dem Fahrzeugaufbau 1 verdrehbar ist.
Gemäß Figur 2 umfaßt der Drehkranz ein insgesamt mit dem Bezugszeichen 5 bezeichnetes Drehlager, an welchem der Drehturm 2 am
Fahrzeugaufbau 1 abgestützt ist. Ferner sind etwas radial außerhalb des Drehlagers 5 zwei Drehringe 6,7 über Lager 8,9 am Fahrzeugaufbau
1 drehbar gelagert. Die Drehringe 6,7 haben oben Bremsflächen 10,11, mit denen je mehrere Paare von Reibbelägen 12,13
zusammenwirken. Jedes Reibbelagpaar ist mit zugeordneten Paaren
von Elektromagneten 14,15 in Gehäusen 16,17 aufgenommen. Diese Gehäuse bilden zusammen mit den Reibbelägen eine Baugruppe, die
radial ppi el frei und axial schwimmend in einer Gleitführung 19 im Drehturm 2 angeordnet sind. Je nach der gewünschten Leistung
können mehrere solcher paarweise zusammengefaßter Gehäuse 16,17 (vgl. Figur 2) am Umfang versetzt auf dem mittleren Radius des
Drehkranzes 4 angeordnet sein.
In Figur 2 ist gestrichelt ein Elektromotor 20 gezeichnet, der auf
zwei Getriebe 21,22 wirkt. Zu jedem Getriebe gehört ein Abtriebsritzel 23,24. Das Ritzel 24 ist, obwohl gegenüber der Schnittebene
III—III in Umfangsrichtung versetzt, gestrichelt auch in Figur 3
angedeutet. Es wirkt mit einer Außenverzahnung 25 am Drehring 6 und gleichzeitig mit einer Innenverzahnung 26 am Drehring 7 zusammen.
Die Drehringe sind also über die beiden Ritzel 23,24 gegensinnig, jedoch mit dem Betrage nach gleicher Drehzahl angetrieben.
Dabei werden die Zahnkräfte aufgrund der Verwendung zweier Ritzel vergleichsweise niedrig gehalten. Diagonal gegenüber
kann ein entsprechender Antrieb 20 wiederum mit zwei Abtriebsritzeln 23,24 vorgesehen sein, wie in Figur 1 angedeutet ist.
Ein Teil der Gehäuse 16,17 kann Permanentmagnete enthalten (nicht gezeigt), welche eine dauernde Anziehungskraft zwischen den Reibbelägen 12,13 und den Bremsflächen 10,11 zur Folge haben. Die
Elektromagnete 14,15 wirken im Betrieb geregelt den Permanentmagneten
entgegen. Bei unbetätigtem Zustand wird die Gegenwirkung der
Elektromagneten 14,15 aufgehoben, so daß eine kraftschlüssige
Blockierung bzw. Zurrung zwischen dem Drehturm 2 und dem Fahrzeugaufbau 1 durch die Permanentmagnetkraft erzeugt ist.
Regler erregt, der bei Winkelabweichung der Drehstellung des
Drehturmes 2 bzw. der Rohrwaffe 3 von einer vorgegebenen SoIlrichtung
Betätigungssignale im Sinne einer Aufhebung der Winkelabweichung entweder an die Elektromagnete 14 oder an die Elektromagnete
15 abgibt. Dadurch wird der zugehörige Drehring 6 oder 7 abgebremst, wodurch praktisch verzögerungslos ein Antriebsmoment
auf den Drehturm aufgebracht wird, das je nach der Größe des Regel impulses variiert, jedoch wegen des großen Abstandes ,.der
Elektromagnete 14,15 zur Drehkranzmitte M (Figur 1) und der beliebig
groß wählbaren Reibbelagfläche der Reibbeläge 12,13 stets größer als die größten in der Praxis auftretenden Unwuchtmomente
des Drehturmes gemacht werden können.
Claims (9)
- Ansprüchen.yStabilisierungs- und Richtantrieb für einen Drehturm eines Fahrzeuges, der am Fahrzeugaufbau über einen Drehkranz drehbar gelagert ist und auf den über gegensinnig angetriebene Bremsflächen und daran geregelt andrückbare Reibbeläge Stellmomente zum Ausrichten des Drehturmes auf eine Sollrichtung aufbringbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsflächen (10,11) an zwei benachbart dem mittleren Drehkranzradius konzentrisch angeordneten Drehringen (6,7) ausgebildet sind, die am Fahrzeugaufbau (1) bzw. am Drehturm gelagert und gegensinnig angetrieben sind, und daß die Reibbeläge (12,13) auf dem gleichen mittleren Radius (4) wiedie Drehringe diesen benachbart axial beweglich am Drehturm (2) bzw. am Fahrzeugaufbau angeordnet sind.
- 2. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzei chnet, daß die Drehringe (6,7) einander zugewandte Umfangsverzahnungen (25,26) haben, welche mit mindestens einem zwischen ihnen angeordneten, gemeinsamen Abtriebsritzel (23,24) mindestens einer Antriebsgruppe (20-24) zusammenwirken.
- 3. Antrieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzei chnet,daß die oder jede Antriebsgruppe mindestens zwei Abtriebsritzel ,(23,24) aufweist.
- 4. Antrieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Abtriebsritzel (23,24) der oder jeder Antriebsgruppe im Umfangsrichtung versetzt mit den Umfangsverzahnungen (25,26) der Drehringe (6,7) zusammenwirken.
- 5. Antrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch g e k e η η zeichnet, daß die Reibbeläge (12,13) mittels Magnetkraft an die Bremsflächen (10,11) der Drehringe (6,7) andrückbar sind.
- 6. Antrieb nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Reibbeläge (12,13) mit regelbaren Elektromagneten (14,15) in Baugruppen (16,17) zusammengefaßt sind, die axial schwimmend und radial spielfrei im Drehturm (2) bzw. am Fahrzeugaufbau angeordnet sind.
- 7. Antrieb nach Anspruch 6, dadurch gekennzei chnet, daß die Magnetkraft zum Andrücken der Reibbeläge (12,13) mittels Permanentmagneten aufgebracht wird, welchen die Elektromagnete (14,15) entgegenwirken.
- 8. Antrieb nabh einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzei chnet, daß für den Notbetrieb an einem der Drehringe (6,7) eine zusätzliche Verzahnung zum Zusammenwirken mit einem handbetriebenen Ritzel angeordnet ist.
- 9. Antrieb nach einem der Ansprüche 1 bis" 8, dadurch" g e k e η η zeichnet, daß zur Verbesserung der Regelgüte die Linearbeschleunigung am Schwerpunkt des Drehturms (2) gemessen und einem Regel kreis zum Regeln der Andrückkraft der Reibbeläge (14,15) aufgeschaltet wird.
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