BeschreJDung
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung gemäß Oberbegriff des Hauptanspruchs, und zwar insbesondere eine richtungseinstellbare
Neutronenstrahlkanone, die auf einem fahrbaren Untersatz montiert ist.
Die Neutronenradiographie hat sich für die zerstörungsfreie
Prüfung von Werkstoffen äußerst zweckn.ä' "c erwiesen, da
thermische Neutronen durch Wasserstoff kerr. ^, also Protonen,
zwar absorbiert, gestreut und abgebremst werden, jedoch verhältnismäßig unabgeschwächt durch zahlreiche Metalle
treten. Ein richtig eingestellter Neutronenstrahl kann daher durch zwei miteinander organisch verklebte Metallteile dringen,
wobei als Klebeschicht ein Epoxidharz oder ein ähnlicher Kleber verwendet ist, und auf einen geeigneten fotografischen
Film oder eine Platte fallen, auf der eine bildartige Aufzeichnung der Klebstoffdichte erzeugt wird. Auf diese Weise lassen
sich Lücken in der Klebeschicht zwischen den Metallteilen leicht feststellen. Ein derartiges zerstörungsfreies Prüfen
ist deswegen so wertvoll, weil mittels der Neutronenradiographie versteckte Fehler in dem beispielsweise in der Flugzeugindustrie
weit verbreitet verwendeten Verbundmaterial feststellbar sind. Das zerstörungsfreie Prüfen ist aber nicht nur für
Verbundstrukturen zweckmäßig, sondern auch dort, wo Zwischen-
räume oder andere Fehler aufgrund von Korrosion oder übermäßiger
Belastung aufzuspüren sind.
Bislang waren Neutronenradiographieapparate an feste Aufstellpunkte
gebunden und enthielten eine von einem Moderator oder einem Abschirmungsmaterial eingeschlossene Neutronenquelle.
Der Neutronenstrahl wurde durch einen Kollimator aus dem Moderator oder der Abschirmung entnommen.
Da es jedoch nur wenige stationäre Neutronenquellen gibt, hat die Neutronenradiographie bislang keine weite Verbreitung
gefunden. Isotope, die geeignete Neutronen aussenden, beispiels-
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weise Californium Cf , erfordern massive Abschirmungen, so daß sie nicht fahrbar sind. Da derartige Isotope andauernd Neutronen
aussenden, und zwar unabhängig davon, ob sie radiographisch eingesetzt werden oder nicht, stellen sie andauernd
eine Gefährdung des Bedienungspersonals dar. Für radiographische Zwecke ist außerdem der Neutronenfluß derartiger
Quellen verhältnismäßig gering und nimmt ferner konstant ab, so daß die Belichtungszeiten vergrößert werden müssen
und die Neutronenflußdichte stets neu zu berechnen ist. Aus diesen sowie aus zahlreichen anderen Gründen haben sich
radioaktive Isotope in Verbindung mit fahrbaren Neutronenquellen für die Radiographie äußerst unzweckmäßig erwiesen.
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Es sind jedoch bereits Neutronengeneratoren für andere Zwecke
entwickelt worden. So erzeugt man beispielsweise hochenergetische oder sogenannte schnelle Neutronen dadurch, daß man
einem Ionenstrahl in einem geschlossenen Beschleunigerrohr auf ein geeignetes Ziel bzw. Target lenkt, von dem dann schnelle
Neutronen ausgehen. Derartige Generatoren werden üblicherweise als Analysegeräte verwendet, wobei das Prüfmaterial mit
schnellen Neutronen bestrahlt und anschließend die Zusammensetzung des Prüfmaterials durch Analyse der ausgesandten
Strahlung bestimmt wird. Für radiograpn <~he Zwecke sind jedoch
solche hochenergetischen Neutronen nicht besonders geeignet. Die schnellen Neutronen müssen nämlich durch einen geeigneten
Moderator abgebremst werden, um den Prüfgegenstand mit langsamen oder sogenannten thermischen Neutronen zu bestrahlen. Da
jedoch thermische Neutronen richtungsunabhängig sind, läßt sich ein gerichteter thermischer Neutronenstrahl nur dadurch
erhalten, daß man praktisch alle schnellen Neutronen in einem das Target umgebenden Moderator abbremst und einen kollimierten
Strahl mit Hilfe eines Kollimators entnimmt, der in den Moderator eingesetzt ist und ein Einlaßfenster in der Nähe der
schnellen Neutronenquelle aufweist. Es ist klar, daß derartige Neutronenquellen nicht besonders für mobile Anwendungszwecke
geeignet sind, insbesondere dann nicht, wenn eine einfache
Strahlausrichtung gefordert wird. Da ferner der thermische Neutronenfluß in einem ein Beschleuniger-Target umgebenden
Moderator räumlich nicht homogen ist, müssen die räumliche
Ji
Zuordnung des Kollimator-Einlaßfensters mit dem Target festgehalten
werden. Eine Richtungseinstellung eines Neutronenstrahls ist daher bei den bekannten Neutronenquellen nicht
möglich, ohne daß gleichzeitig die gesamte Neutronenquelle, der Moderator und der Kollimator zusammen bewegt werden müssen.
Schnelle Neutronengeneratoren weisen im allgemeinen ein längliches Rohr auf, an dessen einem Ende ein Target und
an dessen gegenüberliegendem Ende eine Ionenstrahlquelle angeordnet ist. Eine Hochspannungsquelle ist normalerweise
an das Ionenquelle.nende des Generatorrohres über eine Anzahl schwerer Koaxialkabel angeschlossen. Ein scharfes Krümmen
oder Biegen der halbfesten Hochspannungsversorgungskabel an den Durchführungsstellen im Ende des Beschleunigerrohres
beschädigt in unvermeindlicher Weise letztlich die Anschlußverbindungen, so daß es praktisch unmöglich ist, einen kollimierten
thermischen Neutronenstrahl auf ein bestimmtes Ziel auszurichten. Die bekannten Neutronenquellen sind daher
entweder fest aufgestellt oder nur in einer Ebene bewegbar,
beispielsweise über die Bodenfläche.
Es ist daher Aufgabe der Erfindung, eine transportable Neutronenstahlkanone,
insbesondere für radiographische Zwecke zu
schaffen, deren Neutronenstrahl auf ein bestimmtes Ziel 5
ausrichtbar ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe dienen die im Kennzeichen des' Hauptanspruchs angegebenen Maßnahmen. Demnach weist ein
Prüfkopf ein im wesentlichen kugelförmiges Gehäuse mit einem flüssigen Moderator auf, wobei eine Neutronenquelle auf einer
Achse des Kugelgehäuses liegt. Die Kugel weist einen starr am Gehäuse montierten Kollimator auf, der in bezug auf die
Neutronenquelle fest ausgerichtet ist. Die Kugel ist um
diejenige Achse drehbar, auf der die Neutronenquelle sitzt. Die Neutronenquelle steht bezüglich eines Ar "3 oder einer Haltevorrichtung
der Kugel fest. Die Kugel und damit der Kollimator
sind um diejenige Achse drehbar, auf der die Neutronenquelle angeordnet ist, so daß das Kollimator-Einlaßfenster in bezug
auf die Strahlungsquelle unverändert ausgerichtet bleibt, während sich die Achse des thermischen Neutronenstrahls
einstellen läßt.
Da sich das den Kollimator tragende Gehäuse um die Neutronenquelle
drehen läßt, während die Neutronenquelle feststeht, werden die Hochspannungsversorgungskabel für den Neutronengenerator
bei einer Drehung des Kollimators nicht gebogen oder geknickt. Auf diese Weise lassen sich der Kollimator
und damit der Neutronenstrahl in gewünschter Weise ausrichten, ohne daß ein Abknicken oder Verbiegen der Hochspannungskabel
erfolgt. Da das Kollimator-Einlaßfenster jedoch in bezug auf die schnelle Neutronenquelle ausgerichtet bleibt, bleibt
auch die Flußdichte der thermischen Neutronen des gerichteten
Neutronenstrahls relativ konstant, und zwar unabhängig davon,
in welche Richtung der Neutronenstrahl eingestellt ist. In dem der Prüfkopf an einem horizontal und/oder vertikal
verschwenkbaren Arm an einem verfahrbaren Wagen angebracht ist, läßt er sich sowohl örtlich, als richtungsmäßig ausrichten
so daß radiographische Untersuchungen mit Hilfe thermischer Neutronen an zu prüfenden Gegenständen, beispielsweise an
Flugzeugen oder Raketen vor Ort vorgenommen werden können. Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteran-Sprüchen
sowie aus der nachfolgenden Figurenbeschreibung.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Figuren näher erläutert; es zeigen:
Figur 1 eine Ansicht eines Ausführungsbeispiels;
Figur 2 eine teilweise geschnittene Draufsicht eines ausrichtbaren
Prüfkopfes der Vorrichtung gemäß Figur 1; und
Figur 3 eine Einzelheiten darstellende Schnittansicht der Halterung und Abdichtung eines in der Drehachse
des Moderator-Behälters aufgehängten Neutronengenerators, wobei ein Neutronenstrahlkollimator um diese
Achse schwenkbar ist.
aiO3262
Figur 1 zeigt einen irn wesentlichen kugel, örmigen Prüfkopf
10, der auf einem fahrbaren Wagen 30 montiert ist. Der Wagen 30 weist einen mit Rädern versehenen Rahmen 31 auf, der
eine Hochspannungsquelle 32 und einen vertikal einstellbaren Arm 33 aufweist. Das freie Ende des Armes 33 trägt den Prüfkopf
10. Der Wagen 30 kann die verschiedensten Formen aufweisen; in einer Ausführung ist er se^Dst verfahrbar, in einer anderen
Ausführung ist er zusätzlich fernsteuerbar. Der Wagen 30
trägt außerdem Steuergeräte für die Ei. s ellung des Armes 33, Steuergeräte für einen Neutronengenerο ^r sowie Kühleinrichtungen
für den Neutronengenerator. In der dargestellten Ausführung besteht der Arm 33 aus zwei miteinander verbundenen
parallelen Armen 33a und 33b, die jeweils mit einem Ende über Schwenkzapfen 35 mit einem Rahmenteil 34 des Rahmens
31 verbunden sind. Der Arm 33 ist mit dem Rahmenteil 34 außerdem über Einstelleinrichtungen 36 gekoppelt, beispielsweise
über Stellschrauben oder Hydraulikzylinder, so daß beim Ausfahren oder Einfahren der Einstelleinrichtungen
36 der Arm 33 um den Schwenkzapfen 35 geschwenkt wird und damit den Prüfkopf 10 anhebt oder absenkt. Dies erfolgt
im allgemeinen in vertikaler Richtung.
Figur 2 zeigt eine geschnittene Draufsicht des drehbaren Kopfstücks 10, das in der dargestellten bevorzugten Ausführung
ein Kugelgehäuse 11 aufweist. Ein Kollimatorgehäuse 25
12 ist an das Kugelgehäuse 11 angeformt und steht von diesem
in radialer Richtung vor. Das Kugelgehäuse 11 ist um seine
Horizontalachse schwenkbar, indem ein außen an das Kugelgehäuse 11 angebrachter und horizontal verlaufender Zapfen
13 in einem am freien Ende des Armes 33a vorgesehenen Stützlager 14 liegt. Der Zapfen 13 trägt außerdem ein Zahnrad
17a, das über eine Schnecke 17 von einem ebenfalls von dem Arm 33a getragenen Antriebsmotor 16 getrieben wird. Eine
bezüglich des Zapfens 13 koaxial gerichtete Bohrung 18 ist an dem diametral gegenüberliegenden Ende des Kugelgehäuses
-)1 vorgesehen. Die Bohrung 18 weist einen sich in axialer
Richtung erstreckenden Flansch 19 auf, der in einem am freien Ende des anderen Arms 33b montierten Lager 20 liegt. Bei
Aktivierung des Motors 16 wird somit das Kugelgehäuse 11 um seine Horizontalachse in den Lagern 14 und 20 gedreht.
Ί5 An einer Seite ist jedoch eine verhältnismäßig große Öffnung
vorgesehen, die konzentrisch zur Gehäuseachse liegt.
Eine vom Arm 33b getragene ringförmige Flanschnabe 22 paßt in die Bohrung 18. Zwei O-Ringe 23 sind in Ringnuten 24
an der Innenseite des axial verlaufenden Flansches 19 eingelegt und dichten den Flansch 19 gegenüber der Flanschnabe 22
ab. Es ist klar, daß auch eine andere Anzahl von Dichtungsringen zweckmäßig sein kann. Das Kugelgehäuse 11 läßt sich
somit um seine Achse drehen, wobei der Flansch 19 zwischen Lager 20 und der Flanschnabe 22 konzentrisch gedreht '
wird, wobei das Lager 20 den Flansch 19 trägt und die O-Ringe
23 das Kugelgehäuse 11 und die feststehende Flanschnabe 22 abdichten .
Das Kugelgehäuse 11 wird somit von den und zwischen den parallelen Armen 33a und 33b getragen und ist um seine Horizontalachse
schwenkbar. Die Flanscr.nabe 22 bildet dabei eine ringförmige Nabe, die am Arm 33b gelagert ist. Ein Neutronengenerator
oder eine andere Strahlenquej. , die innerhalb
der Flanschnabe 22 montiert ist, bleibt so».5t gegenüber
dem Arm 33b feststehend, während das Kugelgehäjse 11 gedreht
werden kann.
In der dargestellten Ausführung ist ein Neutronengenerator
mit einem länglichen Gehäuse 25 in die Flanschnabe 22 eingesetzt, wobei seine Längsachse mit der Horizontalachse des
Kugelgehäuses 11 zusammenfällt. Obgleich Neutronengeneratoren
unterschiedliche Größen, Bauformen etc. haben, bestehen sie jedoch im allgemeinen aus einem länglichen, evakuierten
Rohr, wobei eine hochenergetische Ionenquelle an einem Ende und ein Target an dem gegenüberliegenden anderen Ende angeordnet
ist. Ein derartiger Generator ist beispielsweise das Modell A-711 von der Kaman Sciences Corporation. Dieser
14 MeV Neutronengenerator hat ein geschlossenes zylindrisches Gehäuse 25 mit einem Target 26 an einem Ende und einer Anzahl
von Hochspannungseingängen 27 am anderen Ende. Weitere erforderliche
elektrische und mechanische Anschlüsse, die aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt sind, beispielsweise
Steuerleitungen und Leitungen für Kühlfluid, sind durch Durchführungen in das Innere des zylindrischen Gehäuses geführt.
Der Innendurchmesser der ringförmigen Flanschnabe 22 ist so bemessen, daß das zylindrische Gehäuse 25 darin einsetzbar
ist und sich das Gehäuse 25 soweit einschieben läßt, bis das Target 26 an der gewünschten Stelle liegt, nämlich vorzugsweise
geringfügig exzentrisch zum geometrischen Mittelpunkt des Kugelhäuses 11, jedoch auf der Drehachse. Eine Anzahl
von Verstellbolzen 28 ist an der Flanschnabe 22 sowie an einem am Gehäuse 25 angebrachten Flansch 29 befestigt, um
das Target 26 an die gewünschte Stelle zu bringen und das Gehäuse 25 in der Flanschnabe 22 festzulegen. Ein O-Ring
37, der von einem Schulterring 38 gehalten wird, dichtet das Gehäuse 25 gegenüber der Flanschnabe 22 ab.
Es ist klar, daß die von dem Target 26 ausgehenden schnellen
Neutronen nicht zur Neutronenradiographie geeignet sind. 20
Sie müssen daher durch einen Moderator abgebremst werden, um die für radiographische Zwecke geeignete thermische Energie
zu haben. Das Abbremsen der schnellen Neutronen erfolgt in einem Moderatorfluid, in welches das Target 26 taucht.
Als Moderatorfluid ist üblicherweise Wasser oder ein orga-25
nisches Fluid, beispielsweise ein hochreines Öl geeignet.
Das Kugelgehäuse 11 ist daher mit einem derartigen Moderatorfluid gefüllt. Die vom Target 26 ausgehenden schnellen Neutronen
stoßen mit den Wasserstoff-Protronen des Moderatorfluids
zusammen und übertragen einen Teil ihrer Energie an den Moderator, während sie durch diesen laufen. Der Radius des
Kugelgehäuses 11 bestimmt sich ojher aus der Energie der
ausgesendeten schnellen Neutronen sowie au^ dem vorgesehenen
Moderatorf luid j, urn die vom Target 26 au· °'nenden schnellen
Neutronen durch Mehrfachstöße soweit abzubi.' in, daß sie
während des Durchlaufs durch das Kugelgehäuse i1 abgebremst sind. Um schließlich einen Strahl thermischer Neutronen zu
erhalten, ist ein Kollimator 40 vorgesehen.
Der Kollimator 40 ist ein abgeschirmtes Rohr, wobei sich seine Innenabmessungen von einem verhältnismäßig kleinen
Einlaßfenster zu einer verhältnismäßig großen Auslaßöffnung
entsprechend der gewünschten Strahldicke vergrößern. Derartige Kollimatoren sind bekannt und haben unterschiedliche Bauformen.
20■Das Einlaßende des Kollimators 40 ist durch das Fenster
41 abgeschlossen, während sein Auslaßende durch eine Staubkappe
42 oder einen ähnlichen Schutz abgedeckt ist. Das Fenster 41 dient dazu, das Moderatorfluid am Eintritt in den Kollimator
40 zu hindern und gleichzeitig thermische Neutronen verhältnismäßig unabgeschwächt hindurchzulassen.
Da das Target 26 üblicherweise eine ebene Platte ist und in einer Normalebene zur Längsachse des zylindrischen Gehäuses
25 liegt, ändert sich der thermische Neutronenfluß an jeder
Stelle im Inneren des Kugelgehäuses 11 in Abhängigkeit von deren Entfernung zum Target sowie in Abhängigkeit von der
räumlichen Ausrichtung dieser Stelle in bezug auf die Ebene der Hauptfläche des Targets 26. Das Fenster 41 muß daher
bezüglich des Targets 26 räumlich ausgerichtet bleiben, um einen konstanten thermischen Neutronenfluß durchzulassen.
Wird die räumliche Lage des Fensters 41 in bezug auf das Target 26 verändert, dann ändert sich auch der durchgelassene
Neutronenfluß. Da die Mitte des Targets 26 jedoch auf der Drehachse des Gehäuses 11 liegt und das Target 26 mit seiner
Hauptfläche eine Normalebene auf die Achse des Gehäuses 25 aufspannt, ist der thermische Neutronenfluß an jeder
Stelle eines Kreises mit gleichem Radius und auf der Achse des Gehäuses 25 liegendem Mittelpunkt praktisch konstant.
Liegt das Fenster 41 in einem radialen, festem Abstand zum Target 26 und ist der Kollimator 40 um die Längsachse des
länglichen Gehäuses 25 drehbar, dann beschreibt der Weg des Fensters 41 einen Kreis mit konstantem Radius um die Achse des
Kugelgehäuses 11 und damit des Neutronenquellen-Gehäuses 25. Dieser Kreis liegt in einer Prallelebene zur Ebene der Hauptfläche
des Targets 26. Der thermische Neutronenfluß an der stelle des Fensters 41 bleibt daher unabhängig von der jeweili-
gen Lage des Kollimators 40 verhältnismäßig konstant.
In der in Figur 2 dargestellten Ausführung liegt die Achse des Kollimators 40 in einer Normalebene zur Achse des länglichen
Gehäuses 25. Es ist klar, daß die Achse des Kollimators 40 jedoch.nicht unbedingt einen Winkel von 90 zur Achse
des länglichen Gehäuses 25 einschließen muß. Dieser Winkel kann zwischen 0° und 90° gemessen bezüglich der Achse des
Neutronenquellen-Gehäuses 25, betragen, secern das Fenster
41 in axialer Richtung einen unveränder" ." Abstand zum Target 26 einhält und solange das Fenster in einem !'eis um die
Achse des Gehäuses 25 drehbar ist, durch dessen Mittelpunkt die Längsachse des Gehäuses 25 verläuft.
Man erkennt anhand von Figur 1, daß eine Drehung des Gehäuses 11 den Neutronenstrahl in jede beliebige Richtung einer
Vertikalebene lenken kann, ohne daß das Neutronenquellen-Gehäuse 25 bewegt zu werden braucht, da dieses in bezug
auf den Arm 33 fest montiert ist. Die Hochspannungskabel 27 und andere aus dem Ende des länglichen Gehäuses 25 austretenden
Leitungen werden daher bei einer Drehung des Gehäuses 11 nicht gebogen bzw. abgeknickt. Da die Kabel 27 am Α·τη
33b befestigt sind, bringt ein Anheben oder Absenken des Prüfkopfes 10 durch Ausfahren oder Einfahren der Einstelleinrichtungen
36 ein Verbiegen der Kabel 27 mit sich. Die Biegestelle der Kabel 27 liegt dabei jedoch weit von der Eintritts-
stelle in das Neutronenquellen-Gehäuse 25 entfernt und die Durchbiegung läßt sich außerdem über eine verhältnismäßig
große Kabellänge verteilen. Es werden daher keine übermäßigen Belastungen auf die Eingangsanschlüsse am Ende des Neutronenquellen-Gehäuses
25 ausgeübt. Es sind aber auch andere Steuer- und Kühlleitungen verwendbar, die am Arm 33b befestigt sind
und im Bereich der Schwenkzapfen 35 flexible Stücke aufweisen. An der Neutronenquellen-Gehäuseplatte können daher alle Anschlüsse
starr sein.
Da der Wagen 30 außerdem fahrbar ist, läßt sich der Neutronenstrahl
in gewünschter Weise ausrichten. Ein Anheben oder Absenken des verstellbaren Armes 33 sowie eine Drehung des
Kugelgehäuses 11 läßt den Strahl außerdem unter jeder beliebigen Richtung einfallen. Wie bereits erwähnt, braucht
die Achse des Kollimators 40 nicht senkrecht auf der Drehachse des Kugelgehäuses 11 zu stehen. Die gleichen Ergebnisse
werden mit einem Kollimatorachsenwinkel zwischen 90 und 0 erreicht. Außerdem sind die Arme 33 in einer anderen
Ausführung ebenfalls um ihre Längs- oder Rollachse drehbar anbringbar. Dies erhöht die Einstellmöglichkeiten für die
Strahlrichtung weiterhin. Ist in einer anderen Ausführung der Arm 33 derart gebaut, daß er um seine Rollachse drehbar
ist, die durch eine im Abstand zum Kugelgehäuse 11 liegende Stelle verläuft, dann wird ein Abknicken der Kabel 27 so-
wie anderer Leitungen ebenfalls eine beträchtliche Distanz von dem Neutronenquellen-Gehäuse weg verlegt, so daß einer
Verdrehung der Kabel ohne deren Beschädigung oder deren
Durchführung durch einen zusätzlichen Durchhang sowie durch
flexible Stücke in den anderen Leitungen entgegengewirkt wird, die in Entfernung zum Nlutronenquellen-Gehäuse liegen.
Die Drehachse des Kugelgehäuses 11 braucht auch nicht die Horizontalachse zu sein. Es lassen sie " nnliche Ergebnisse
erzielen, wenn die Drehachse von der Hot ^ mlachse abweicht,
solange das Neutronenquellengehause 25 von den Armen 33a und b getragen wird und bezüglich dieser feststeht, während
der Kollimator 40 um die Längsachse des Neutronenquellen-Gehäuses 25 drehbar ist.
Die Erfindung ist natürlich nicht auf die Verwendung einer bestimmten Neutronenquelle beschränkt. Die Abmessungen des
Kugelgehäuses 11 lassen sich daher in gewünschter Weise im Sinne einer Anpassung an unterschiedliche Neutronenquellen
verändern, die Neutronen verschiedener Energie und Flußdichte
erzeugen. Das Gehäuse 11 braucht auch nicht unbedingt kugelförmig zu sein, sondern es sind auch andere Formen geeignet.
Das Kollimatorgehäuse 12 ist in einer Ausführung in seiner Länge einstellbar, um den Abstand des Fensters 41 zu der
Drehachse verändern zu könnon. Auf diese Weise ist der durch
S9N
.S- y J
das Fenster 41 gehende Neutronenfluß in gewünschter Weise
verstellbar.
Da bei dem Kugelgehäuse 11 an einer Seite das Kollimatorgehäuse 12 ansetzt, ist an der gegenüberliegenden Seite ein Gegengewicht
15 angebracht, um eine gleichmäßige Belastung auf die Lager auszuüben und eine gleichmäßige Lastübertragung vom Motor
16 auf die Zahnräder zu gewährleisten.
Da das Moderatorfluid im Kugelgehäuse 11 die schnellen Neutronen
auf thermische Neutronen abzubremen hat, werden die Größe und Form des Kugelgehäuses 11 von der Wahl der Neutronenquelle
und des Moderators bestimmt. Da ferner das Kugelgehäuse 11 vollständig abgeschlossen ist und sich das Moderatorfluid
bei Temperaturänderungen ausdehnen oder zusammenziehen kann, ist es zweckmäßig, Einrichtungen vorzusehen, die das Gehäuse
stets mit Fluid gefüllt halten. Der Wagen 30 weist zu diesem Zweck in einer Ausführung einen aufgrund der Schwerkraft
befüllten oder unter Druck stehenden Überströmbehälter auf, der über Leitungsverbindungen, die durch die Flanschnabe
22 verlaufen, an das Kugelgehäuse 11 angeschlossen ist.
Wie bereits erwähnt, sind Verstellbolzen 28 vorgesehen,
die in ihrer Länge verstellbar sind und zusammen mit dem Flansch 29 das Target 26 an die gewünschte Stelle auf der
Drehachse des Kugelgehäuses 11 bringen. Der axiale Abstand
des Targets 26 zum Fenster 41 läßt sich somit in gewünschter Weise einstellen. Eine radiale Abstandseinstellbarkeit des
Fensters 41 zur Drehachse wird dadurch erreicht, daß das
Kollimatorgehäuse 12 in seiner Länge verstellbar ausgeführt ist« In der dargestellten Ausführung ist das Ende des Kollimatorgehäuses
12 mit einem AuP ng^winde versehen und greift
in ein Innengewinde einer den Kollimator 40 tragenden Kappe 12a.
in dem beschriebenen Ausführungsbeispiel wire eine Neutronenquelle
mit einem Target beschrieben, das im wesentlichen eben und derart ausgerichtet ist, daß die von seiner Hauptebene aufgespannte Ebene normal auf die Längsachse des Strahlenquellengehäuses
steht. Die Erfindung ist hierauf jedoch nicht beschränkt. Es läßt sich jede Neutronenquelle verwenden,
die Neutronen aussendet und eine verhältnismäßig konstante Neutronenflußdichte an jedem beliebigen Punkt liefert, der
auf einem Kreis mit dem Mittelpunkt auf der Drehachse des Kugelgehäuses 11 liegt. In anderer Ausführung ist das Target
26 somit kegelförmig oder zylindrisch, wobei die Achse des Kegels oder Zylinders auf der Drehachse des Gehäuses " i
liegt. Die Neutronenquelle kann ferner ein radioaktives
252
Isotop, beispielsweise Cf sein, das in einem geeigneten Behälter eingeschlossen und bezüglich der Drehachse auf
die gleiche Weise wie das Quellengehäuse 25 um die Drehachse
symmetrisch zentriert ist. Dem Fachmann sind natürlich auch andere Arten der Anordnung einer Neutronenquelle auf der
Drehachse des Gehäuses geläufig.
Mit Hilfe der Neutronenstrahlkanone läßt sich -jedoch nicht nur Radiographie durchführen, sondern es können auch andere
Bestrahlungen vorgenommen werden. Vorzugsweise wird die Temperatur des Moderatorfluids geregelt, in dem beispielsweise
in oder auf dem Kugelgehäuse 11 Kühlschlangen vorgesehen sind
hu/do
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