DE3101115C2 - Durchbiegungseinstellwalze mit Steueranordnung - Google Patents
Durchbiegungseinstellwalze mit SteueranordnungInfo
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Abstract
Bei der Durchbiegungseinstellwalze wird eine gruppenweise Steuerung der Stützelemente derart vorgenommen, daß zu den jeweils gemeinsam gesteuerten Gruppen (auch) in Axialrichtung nichtbenachbarte und/oder in Gegenrichtung wirkende Stützquellen zugeordnet sind, wodurch sich im Produktprofil die Abweichungen vom Mittelwert verringern lassen, ohne daß der Aufwand bei der Anzahl oder dem Aufbau der Stützquellen oder ihrer Steuerungen erhöht zu werden braucht.
Description
Die Erfindung betrifft eine Durchbiegungseinstellwalze mit einer Steueranordnung der Gattung, die die im
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 genannten Merkmale umfaßt Dieser Stand der Technik ist beispielsweise
durch die DE-AS 28 47 029 belegt Bei der bekannten Walze sind über die Walzenlänge mehrere Zonen
vorgesehen, die auf jeweils einer Gruppe von gemeinsam gesteuerten Stützelementen abgestützt sind.
Dadurch kann die Preßkraft zum Gegenelement bzw. die Spaltweite innerhalb der einzelnen Zonen individuell
verändert werden.
Das Verhalten einer solchen zonengesteuerten Walze ist in der Zeitschrift »Das Papier«, Heft 4, S. 125 ff, 1980,
theoretisch untersucht worden, und zwar für eine in der Praxis allerdings nicht verwendete dreizonige Walze.
Der Autor erläutert die Ursachen für die in der Praxis auftretenden Abweichungen der Spaltweite von einem
vorgegebenen mittleren Wert; das Walzprofil behält seine Form auch bei einer abweichenden Einstellung der
mittleren Linienkraft, während sich die Größe der Abweichungen jedoch verändert. Die erwähnte Profilform
weist dabei in charakteristischer Weise »Nulldurchgänge« der Spaltweitenabweichung auf, so daß
das Profil die bekannte M- oder W-Form annimmt, wobei vier Nulldurchgänge vorliegen.
Vermehrt man die Zahl der nebeneinanderliegenden gesteuerten Zonen, läßt sich entsprechend auch die Zahl
der Nulldurchgänge vermehren, womit eine Verringerung der Spaltweitenabweichung vom eingestellten
Mittelwert verbunden ist. Es versteht sich aber, daß eine Vermehrung der individuell steuerbaren Zonen auch
den Bauaufwand vergrößert, da zu jeder Gruppe gemeinsam gesteuerter Stützelemente ein eigenes
Stellglied gehört; im Falle einer Einstellwalze mit hydrostatischen Stützlagern ist dies ein Drucksteuerventil
mit eigener Zuleitung, Diese Zuleitungen sind im Joch unterzubringen, was bei Vermehrung ihrer Anzahl
auch zu räumlichen Problemen führen kann,
Aufgabe der Erfindung ist es, die Durchbiegungseinstellwalze
mit ihrer Steueranordnung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 derart weiterzubilden,
daß bei gleicher Anzahl von gemeinsam gesteuerten Stützelementgruppen das Produktprofil gleichwohl
verbessert, d. h. mehr »eingeebnet« werden kann.
ίο Die erfindungsgemäß vorgesehene Lösung dieser
Aufgabe ist im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 definiert Demnach wird für mindestens eine Gruppe
vcn Stützelementen von dem Prinzip abgegangen, daß imuier benachbarte Stützelement gemeinsam gesteuert
! 5 werden; es wird vielmehr eine Zuordnung der einzelnen
Stützelemente zu einer gemeinsam gesteuerten Gruppe derart vorgenommen, daß sich geringe Spaltweitenabweichungen
ergeben, wobei sich das Optimum rechnerisch oder experimentell ermitteln läßt
Der Begriff »benachbart« im Patentanspruch 1 bezieht sich auf die in Walzspaltrichtung wirkenden
Stützelemente. Sind, wie bei der Anordnung gemäß DE-OS 23 25 721, neben den Stützelementen zusätzlich
Gegenstützelemente vorhanden, deren Kraftrichtung der der Stützelemente entgegengerichtet is!, so besteht
beispielsweise die Möglichkeit, ein oder zwei randseitige Gegenstützelemente und ein oder zwei unmittelbar
folgende — d. h. in Achsrichtung der Walze tatsächlich »benachbarte« — Stützelemente zu einer gemeinsamen
jo Gruppe zusammenzufassen und mit demselben Steuersignal zu beaufschlagen. Da hier aber nicht dieselbe
Wirkungsrichtung gegeben ist, sind diese dann ebenfalls »nichtbenachbart« im Sinne des Patentanspruchs 1.
Auch der Begriff »Stützelement« bedarf der Erläute-
Auch der Begriff »Stützelement« bedarf der Erläute-
Ji rung. Es ist für die Erfindung unwesentlich, ob es sich bei
dem Stützelement um hydrostatische Stützlager handelt, wie es in den genannten Veröffentlichungen der
Fall ist. oder ob beispielsweise elcktrom jgnetische oder
mechanische Kraftquellen verwendet werden. Ebenso ist es denkbar, die Erfindung bei Durchbiegungseinstellwalzen
anzuwenden, bei denen ein Sektor des Walzenmantels insgesamt oder teilweise in seiner
Länge unter dem Druck eines Druckmediums steht und über die Jochlänge verteilt steuerbare Druckminderelemente,
also eigentlich »Kraftsenken«, vorgesehen sind.
Auch solche Kraftsenken können gemäß der Erfindung in gemeinsam gesteuerte Gruppen zusammengefaßt
werden.
Unter Bezugnahme auf die Zeichnungen wird die
5n Erfindung nachstehend im einzelnen erläutert
Fig. 1 zeigt weitgehend schematisiert eine Walzenanordnung
mit einer Steueranordnung nach dem Stand der Technik.
F i g. 2 stellt schematisch die Zuordnung der einzelnen Stützelemente zu den jeweils gemeinsam gesteuerten
Gruppen bei derselben Walzenanordnung, jedoch gemäß der Erfindung abgewandelt dar.
Fig.3 zeigt in ähnlicher Darstellung wie Fig.2 die
Gruppenzuordnung nach dem Stand der Technik bei
w> einer fiktiven Walzenanordnung.
Fig.4 zeigt die Gruppenzuordnung gemäß der Erfindung für die entsprechende Walzenkonfiguration
wie F i g. 3, und
Fig.5 stellt schaubildlich die Produktprofile dar, die
Fig.5 stellt schaubildlich die Produktprofile dar, die
b'> sich für die Steuerung gemäß F i g. 3 bzw. gemäß F i g. 4
ergäben.
Das Walzensystem nach F i g. I umfaßt eine in Lagern 10 gelagerte zylindrische Gegenwalze 12, die mit dem
31 Ol 115
Walzenmantel 14 einer Durchbiegungseinstellwalze einen Walzspalt 16 bildet. Der Walzenmantel 14 ist
mittels Kulissenführungen 18 vertikal freibeweglich geführt und stützt sich auf einem joch 20 mittels
Stützelementen 22 ab. Nahe den Enden des Walzenmantels sind zusätzlich zu den Stützelementen noch
Gegenstützelemente 24 vorgesehen, — Das Walzsystem ist in einer Position gezeichnet, bei der die
Stützquellen/Gegenstützquellen gerade die für die Kompensation des Eigengewichts von Walzenmantel 14
und Gegenwalze 12 erforderlichen Kräfte aufbringen, d.h. Gegenwalze 12 und Walzenmantel 14 erfahren
keine wesentliche Verformung.
Die Stützelemente sind hier hydrostatische Stützlager, die eine dem Druck des Hydraulikmediums
proportionale Stützkraft entwickeln. Medium unter einem einstellbaren Druck wird den Stützelementen und
Gegenstützelementen über Zuleitungen 26 zugeführt, die hier nur angedeutet sind.
Von den achtzehn Stützelemenien sind die beiden
äußersten an beiden Enden zu je einer gemeinsam gesteuerten (d. h. mit demselben Mediumdruck beaufschlagten)
Gruppe zusammengefaßt (»Randzone«). Die an beiden Seiten folgenden je drei Stützelemente bilden
gemeinsam gesteuerte »Zwischenzonen«, und die acht mittleren Stützelemente eine »Mittenzone«. Schließlich
ist noch jedes Paar von benachbarten Gegenstützquellen zu je einer Gruppe zusammengefaßt.
Eine Zuordnung der Stützquellen und Gegenstützquellen
zu den gemeinsam gesteuerten Gruppen nach dem Vorschlag der Erfindung ist in analoger Weise πι
F i g. 2 dargestellt. Man erkennt, daß die gleiche Anzahl von Steuereinheiten — nämlich insgesamt sieben —
verwendet wird, jedoch einige Gruppen nunmehr auch nichtbenachbarte Stützquellen bzw. Gegenstützquellen
umfassen. Es versteht sich, daß eine Neuberechnung der jeweils erforderlichen Drücke und Steuerfunktionen in
Abhängigkeit von dem Linienkraftverlauf vorzunehmen ist, was veh aber für den Fachmann anhand von
bekannten Berechnungsmethoden leicht durchführen läßt.
Man erkennt, daß bei diesem Ausführungsbeispiel der Erfindung die Individuaisteuerung der einzelnen Gruppen
durch den Maschinenführer zwar nach wie vor möglich sein wird, daß sich aber keine eindeutig
zuzuordnende Auswirkung auf endsprechende Zonen in der Breite des Walzguts mehr ergeben wird. Dieser
Anwendungsfall wird also hauptsächlich in solchen Fällen in Erwägung zu i'iehen sein, bei denen ein solches
»Korrekturpotential« nicht notwendig ist.
Die Erfindung läßt sich jedoch auch mit Vorteil anwenden, wenn die .Zonenbeeinflussung beibehalten
werden soll. In diesem Fall wird sich die Anwendung der Neuzuordnung auf die gemeinsame Steuerung jeweils in
einer Breitenzome liegender Stützquellen und Gegenstützqufcllen
beschränken. An einem extrem einfachen Beispiel soll dies verdeutlicht werden.
F i g. 3 stellt nur noch die durch T-Symbole repräsentierten
Stützquellen und durch umgekehrte T-Symbo|e repräsentierten Gegenstützquellen einer Durchbie
gungseinstellwalze mit drei Zonen dar, bei der in beiden
Randbereichen je zwei Gegenstützquellen zur ersten bzw. dritten Zone zusammengefaßt sind, während
ίο achtzehn Stützquellen die gemeinsam gesteuerte
Mittenzone definieren. Dies ist durch die Drunkzuleitungen
RZ1, AiZund RZ2 symbolisiert Die Drücke sind in
Bruchteilen eines Maximaldrucks P angegeben, um eine vorgegebene mittlere Linienkraft bzw. eine vorgegebe-ί
ne Walzspaltbreite zu erreichen.
F i g. 4 stellt eine erfindungsgemäß gegenüber F i g. 3 abgewandelte Ausführungsform dar, die gleichen
Bauaufwand erfordert, abgesehen davon, daß jeweils die
beiden äußersten Stützquellen mit Ψ;η Gegenstützquel-Ien
zu einer gemeinsamen Randzocie zusammengefaßt und entweder gemeinsam oder in dem Sinne gesteuert
werden, daß innerhalb einer gemeinsam gesteuerten Gruppe mindestens ein oder mehrere Stützelemente
sich in ihrer Kraftwirkung um eine Konstante oder der Stützkraft proportionalen Differenzkraft unterscheiden.
Die nun nicht mehr benachbarten (im Sinne der eingangs gegebenen Definition) Stützquellen, nämlich
einerseits die beiden Gegenstützquellen und die beiden äußersten Stützquellen in beiden Randzonen sind
gleichwohl an die gemeinsamen Druckzuleitungen RZ1
bzw. RZ 2 angeschlossen. Um denselben Preßdruck bzw. Walzenspalt wie für F i g. 3 zu erreichen, sind die
angegebenen Drücke aufzuschalten, die natürlich von den Daten nach F i g. 3 abweichen; es versteht sich, daß
r> im übrigen gleiche Verhältnisse vorausgesetzt werden.
F i g. 5 zeigt den Produktprofilverlauf für die beiden
Ausführungsformen nach Fig.3 bzw. Fig.4. Man
erkennt, daß die Abweichungen von der mittleren Produktdicke bei F i g. 4 wesentlich kleiner sind als bei
■tn Fig. 3, größenordnungsmäßig ist die erfindungsgemäße
Ausführungsform um den Faktor 2 günstiger. Man kann leicht zeigen, daß Für andere vorgegebene Liniendrücke
die Verbesserung erhalten bleibt, also nicht etwa auf eine bestimmte Linienkraft oder einen begrenzten
4") Bereich derselben beschränkt wäre.
Es ist ferner anzumerken, daß — wie eingangs gesagt — derartige Dret-Zonen-Walzen in der Praxis niöht
vorkommen; dieses Beispiel wurde nur zur Erläuterung herangezogen. Es läßt sich aber leicht nachweisen, daß
■«» auch bei fünf- oder mehrzonigen Walzen bereits die
Umgruppierung im Randbereich eine Verbesserung Jer Produktgüte ohne erhöhten Bauaufwand und unter
Beibehaltung der Zonensteuerbarkeit ermöglichen wird.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Claims (3)
1. Durchbiegungseinstellwalze mit einem Walzenmantel, der auf einem Joch durch hinsichtlich ihrer
Stützkraft steuerbare und in Richtung der Walzenachse verteilt angeordnete Stützelemente in einer
oder mehreren Wirkrichtungsebenen abgestützt ist, und mit einer Steueranordnung zum Einstellen der
Stützkraft der Stützelemente, wobei die Steueranordnung für jeweils eine Gruppe von Stützelementen
ein gemeinsames Steuersignal erzeugt, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine
gemeinsam gesteuerte Gruppe auch nicht-benachbarte Stützelemente umfaßt
2. Durchbiegungseinstellwalze nach Anspruch 1, bei der zusätzlich zu den Stützelementen in
Walzenachsrichtung verteilt angeordnete Gegenstützelemente vorgesehen sind, die sich auf dem Joch
abstützen und «Jen Walzenmantel mit den Kräften der SiOtzeiemenie entgegengerichteten Kräften
beaufschlagen, dadurch gekennzeichnet daß eine gsmeinsam gesteuerte Gruppe von Stützelementen
mindestens ein Stützelement und mindestens ein Gegenstützelement umfaßt
3. Durchbiegungseinstellwalze nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet daß die gemeinsam gesteuerte
Gruppe von mindestens einem Stützelement und einem Gegenstützelement nur im Randbereich
des Walzenmantels vorgesehen ist
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