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Kennwort: "Cantilever-S-Walze"
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Walzenpresse Die Erfindung geht aus von einer Walzenpresse nach dem
Oberbegriff des Anspruches 1. Danach handelt es sich um Walzenpressen derjenigen
Art, bei welcher die Abstützböcke der einen Preßwalze auf den Abstützböcken der
anderen Preßwalze liegen. Dabei können zumindest auf der Führerseite die beiden
Abstützböcke voneinander gelöst werden, um hierdurch das durch den Preßspalt laufende
endlose Filzband auswechseln zu können.
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Solche Walzenpressen sind bekannt aus den folgenden Druckschriften:
(1) "Wochenblatt für Papierfabrikation" 1973, Seiten 871-874; (2) "Das Papier" 1980,
Seiten 165-168 und Seiten 189 und 190.
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Diesen bekannten Konstruktionen ist gemeinsam, daß eine der Preßwalzen
ein feststehendes Joch aufweist, das sich durch den hohlen,
drehbaren
Walzenmantel erstreckt Dieses feststehende Joch ist auf der Führerseite und auf
der Triebseite in den genannten Abstützböcken gelagert. Zwischen dem Walzenmantel
und dem Joch befindet sich eine hydraulische Stützeinrichtung diese bildet eine
Einrichtung zum Einstellen der Durchbiegung des Walzenmantels.
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Vorzugsweise ist es die sogenannte "erste", innerhalb des endlosen
Filzbandes liegende Preßwalze, die als Durchbiegungseinstellwalze ausgebildet ist.
Den beiden bekannten Konstruktionen ist ferner gemeinsam, daß der drehbare Walzenmantel
der Durchbiegungseinstellwalze relativ zu den Abstützböcken verschiebbar ist, sodaß
er von der anderen Preßwalze abgehoben und wieder an diese angestellt werden kann.
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Ein weiteres Merkmal der bekannten Walzenpresse besteht im folgenden:
Zur Führung des durch die Walzenpresse laufenden endlosen Bandes sind Leitwalzen
vorgesehen. Von diesen ist eine oder sind zwei unmittelbar neben der "ersten", innerhalb
des endlosen Bandes befindlichen Preßwalze angeordnet. Die Lagerböcke der zuletzt
genannten Leitwalzet) sind vorzugsweise an den Abstützböcken der ersten Preßwalze
befestigt. Diese Bauweise hat den folgenden Nachteil: Wenn die erste Preßwalze aus
der Papiermaschine ausgebaut werden muß, z.B. zum Zwecke einer Uberholung, so müssen
zuvor die an den Abstützböcken befestigten Leitwalzen ausgebaut werden. Dies ist
deshalb erforderlich, weil die erste Preßwalze stets zusammen mit ihrem führerseitigen
Abstützbock aus der Papiermaschine herausgenommen oder in diese eingesetzt werden
muß. Dies gilt sowohl für den Fall, daß die Preßwalze in den Abstützböcken drehbar
gelagert ist, als auch für den Fall, daß die Preßwalze als Durchbiegungseinstellwalze
ausgebildet ist und deren Joch in den Abstützböcken ruht.(Bei einigen Konstrutkionen
muß das Ausbauen der Preßwalze gemeinsam mit beiden Abstützböcken, also auch mit
dem triebseitigen Abstützbock erfolgen). Das vorherige Ausbauen der Leitwalzen und
das Wiedereinbauen derselben nach einem Wechseln oder einer Überholung der ersten
Preßwalze nimmt viel zusätzliche Zeit in Anspruch, wodurch ein unangemessen hoher
Produktionsausfall verursacht wird.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Walzenpresse zu schaffen,
deren innerhalb des endlosen Bandes befindliche Preßwalze mit möglichst einfachen
Mitteln und mit dem geringstmöglicher Zeitaufwand aus- oder eingebaut werden kann.
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Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebene Walzenpresse
gelöst. Danach wird von einem an sich bekannten Cantileverträger Gebrauch gemacht.
Dieser ermöglicht es, daß während eines Filzwechsels die führerseitigen Enden der
innerhalb des endlosen Filzbandes liecenden Walzen sich allein auf dem Cantileverträger
abstützen. Hierdurch wird der Filzwechsel wesentlich erleichtert. Die Erfindung
nutzt diesen an sich bekannten Vorteil des Cantileberträgers. Jedoch besteht ein
wesentlicher weiterführender Gedanke der Erfindung darin, daß diejenige Leitwalze
bzw. diejenigen Leitwalzen, die der ersten Preßwalze benachbart ist bzw. sind, zumindest
im Bereich der Führerseite unmittelbar am Cantileberträger befestigt ist bzw. sind.
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Dies bedeutet mit anderen Worten: Zumindest der führerseitige Lagerbock
einer solchen Leitwalze ist nicht mehr wie bisher am Abstützbock der ersten Preßwalze,
sonderr unmittelbar am Cantileverträger befestigt. Dadurch wird der zusätzliche
Vorteil gewonnen, daß man die erste, innerhalb des endlosen Filzbandes befindliche
Preßwalze ein- und ausbauen kann, ohne daß man hierzu die benachbarte leitwalze
bzw. die benachbarten Leitwalzen entfernen muß. Dies ist von besonderer Bedeutung
in modernen breiten Papiermaschinen, in denen eine Leitwalze von z.B. annähernd
10 Meter Länge einen Durchmesser von über einem halben Meter aufweist. Durch die
Erfindung können somit Montagearbeiten der genannten Art in wesentlich kürzerer
Zeit als bisher durchgeführt werden.
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Für solche Montagearbeiten empfiehlt es sich, gemäß Anspruch 2 am
Cantileverträger eine Transporteinrichtung anzuordnen.
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Wie bei den bekannten Walzenpressen können die Abstützböcke der Preßwalzen
paarweise unmittelbar aufeinander liegen. Stattdessen kann man aber auch zumindest
zwischen den führerseitigen Abstützböcken ein entfernbares Zwischenstück einbauen.
Dieses kann bei
einem Filzwechsel in an sich hekannter Weise entfernt
werden.
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Es ist zweckmäßig, daß im fertig montierten Zustand der Walzenpresse
zwischen dem führerseitigen Ende des Cantilevertragers und dem führerseitigen Abstützbock
der ersten Preßwalze ein gewisser Abstand besteht. Somit kann zum Zwecke des Filzwechseln
der zuvor genannte Abstützbock an den Cantileverträger hochgezogen bzw. auf den
Cantileverträger abgesenkt werden, je nach dem, ob die erste Preßwalze unterhalb
oder oberhalb des Cantileverträgers angeordnet ist. Wenn ein solcher Abstand vorgesehen
wird, dann kann an dieser Stelle ein weiteres Zwischenstück eingesetzt sein, das
man zum Filzwechsel entfernt. Das Zwischenstück erlaubt es, das führerseitige Ende
des Cantileverträgers für die Zeit des normalen Papiermaschinen-Betriebes starr
mit den führerseitigen Abstützböcken zu verbinden. Dadurch wird der Gefahr von Schwingungen
des Cantilever-Trågers vorgebeugt.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann der Cantileverträger
eine Ablagefläche aufweisen, auf denen für die Zeit eines Filzwechsels weitere Leitwalzen
oder sonstige Einrichtungen, die sich innerhalb des endlosen Filzbandes befinden,
vorübergehend abgelegt werden können. Es handelt sich hierbei um solche Leitwalzen
oder Einrichtungen, die normalerweise in größerer Entfernung vom Cantileverträger
angeordnet sein müssen. Durch. die genannte Maßnahme wird erreicht, daß das neu
einzuführende endlose Filzband, das zunächst im aufgewickelten Zustand vorliegt,
während des Einziehvorgangs nur teilweise abgewickelt werden muß, sodaß es eine
verhältnismäßig kleine Schlaufe bildet, die eine geometrisch einfache Form aufweist.
Das Einziehen dieser Filzschlaufe erfolgt zweckmäßig dadurch, daß man die Filzschlaufe
auf einer Transporteinrichtung aufhängt. Vorzugsweise ist dies ein sogenannter Filzeinziehwagen,
für den man zweckmäßig auf dem Cantileverträger eine Fahrbahn anordnet. Durch alle
diese Maßnahmen wird das Einführen insbesondere solcher Filze sehr erleichtert,
die schwer und steif sind, wie dies insbesondere bei mehrlagigen Filzgeweben der
Fall ist.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der
Zeichnung beschrieben. Darin zeigt in schematischer Darstellung: Figur 1 eine Walzenpresse,
die Teil einer Papiermaschine ist, in einer Ansicht von der Führerseite; Figur 2
den triebseitigen Teil der Walzenpresse gemäß Fig. 1 in einer Ansicht, der einen
Teilquerschnitt durch die Papiermaschine bildet.
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Die dargestellte Walzenpresse hat eine erste Preßwalze 10 und eine
zweite Preßwalze 11, die einen Antriebszapfen 5 (Fig. 2) aufweist.
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Durch den von Walzen 10 und 11 gebildeten Preßspalt läuft ein endloses
Filzband 19. Die erste Preßwalze 10 liegt innerhalb dieses Filzbandes, die zweite
Preßwalze außerhalb. Bei dem dargestellten Beispiel ist die zweite Preßwalze 11
unterhalb der ersten Preßwalze 10 angeordnet und deshalb in Abstützböcken 12 und
12' gelagert, die auf dem Fundament 9 ruhen.
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Die erste Preßwalze ruht in einem führerseitigen Abstützbock 13 und
in einem triebseitigen Abstützbock 13'. Diese Abstützböcke sind auf den entsprechenden
Abstützböcken 12 bzw. 12' der zweiten Preßwalze bEFeSti(Jt. Zwischen je zwei aufeinanderliegenden
Abstützböcken ist ein herausnehmbares Zwischenstück 14 bzw. 14' ancxfordnet. Die
erste Preßwalze 10 ist von der zweiten Preßwalze 11 abhebbar. Zu diesem Zweck kann
in den Abstützböcken 13 und 13' ein vertikal verschiebbares Lager angeordnet sein,
wie bei 15 mit gestrichelten Linien angedeutet ist. In diesem Lager 15 kann die
Preßwalze 10 selbst drehbar gelagert sein.
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Bevorzugt wird man jedoch die erste Preßwalze 10 als Durchbiegungseinstellwalze
ausbilden, wobei man beispielsweise die aus den eingangs erwähnten Druckschriften
(1) und (2) bekannten Konstruktionen anwenden kann. In Fig. 2 ist das feststehende
Joch 8 einer solchen Durchbiegungseinstellwalze erkennbar.
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Ein sich quer durch die Papiermaschine erstreckender Cantileverträger
16 ist als hohler Balken mit Rechteckquerschnitt ausgebildet; er erstreckt sich
oberhalb der ersten Preßwalze 10 von der Fthrerseite durch das endlose Filzband
19 hindurch zur Triebseite und von dort bis zu einem Längsträger 7 des Gebäudes,
an dem er sich abstützt. Zwischen dem führerseitigen Ende des Cantileverträgers
16 und den Abstützbock 13 der Preßwalze 10 ist ein gewisser Abstand a vorgesehen,
also ein Zwischenraum. Dieser kann, wenn man den Cantileverträger fest mit den führerseitigen
Abstützböcken 12 und 13 verbinden will, durch ein entfernbares Zwischenstück ausfüllen
(in der Zeichnung nicht dargestellt). Auf der Triebseite ist an der entsprechenden
Stelle ein solches Zwischenstück 6 vorgesehen, so daß sich dort der Cantileverträger
über die Abstützböcke 13' und 1.2' auf dem Fundament 9 abstützt.
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Das Filzband 19 läuft über fünf Leitwalzen 21 und 5 und über eine
Breitstreckwalze 26. Die Leitwalzen 21 und 22 sind in Lagerböcken 31 und 32 gelagert,
die an den Seitenflächen des Cantileverträgers 16 befestigt sind. Die anderen Leitwalzen
23 bis 25 sind auf einem Längsträger 29 abgestützt; dieser ruht auf einem Maschinengestell
20 das unabhängig von der Walzenpresse auf der.einen Seite derselben (Fig. 1) angeordnet
ist. Auf der anderen Seite befindet sich ein ähnliches Maschinengestell , von dem
in der Zeichnung nur das äußerste Ende eines Längsträgers 39 sichtbar ist. Zwei
von den genannten Leitwalzen, nämlich die mit 24 und 25 bezeichneten1 befinden sich
innerhalb des endlosen Filzbandes 19. Diese werden deshalb, während ein neues Filzband
eingezogen wird, vorübe:gehend oben auf dem Cantileverträger 16 abgelegt, wie dies
bei 24' und 25' angedeutet ist (Ablagefläche 40).
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Die Zeichnung zeigt ferner, daß auf der Oberseite des Cantileverträgers
16 für einen Filzeinziehwagen 30 eine Schiene 27 angeordnet ist, die sich in der
Längsrichtung des Cantileverträgers über die Walzenpresse erstreckt. Eine zweite
Schiene 28 für den Wagen 30 ist auf dem L;'ingstrger 39 befestigt. Beim Finziehen
eines neuen
Filzbandes 19' ist dieses zunächst noch teilweise auf
den Wickelstangen 17 und 18 aufgerollt. Diese werden an dem Einziehwagen 30 befestigt,
sodaß das Filzband die strichpunktiert dargestellte Schlaufe 19' bildet.Im Inneren
des führerseitigen Endes des Cantileverträgers 16 ist an dessen oberer Wand ein
Hydraulikzylinder 33 befestigt. Dessen Kolbenstange 34 ist mit dem Abstützbock 13
verbunden und kann somit diesen zusammen mit dem führerseitigen Ende der ersten
Preßwalze 10 anheben. Danach kann das Zwischenstück 14 entfernt werden, worauf die
Filzschlaufe 19' mit Hilfe des Einziehwagens 30 ohne Schwierigkeiten in die Papiermaschine
eingefahren werden kann.
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An der Unterseite des Cantileverträgers 16 befindet sich noch eine
Transporteinrichtung 35, die auf zwei L-Profilen 38 am Cantileverträger 16 entlang
laufen kann. Diese Transporteinrichtung dient zum Ein- und Ausbauen der Preßwalze
10, die hierzu angehoben, an der Transporteinrichtung aufgehängt, vom Hydraulikzylinder
33.
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34 gelöst und danach zusammen mit dem führerseitigen Abstützbock 13
ausgefahren wird. Die Leitwalzen 21 und 22 können hierbei in der Papiermaschine
verbleiben. Das gleiche trifft zu für einen Schaber 36, der am Lagerboch 32 der
Leitwalze 22 befestigt ist.
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Während des normalen Papiermaschinen-Betriebes kann man das führerseitige
Ende des Cantileverträgers 16 mit Hilfe eines Scharnieres 37 starr mit dem benachbarten
Maschinengestell 39 verbinden.
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Die in Figur 2 dargestellte Anordnung, wonach der Cantileverträger
16, am triebseitigen Ende der Walzenpresse auf den Abstützböcken 13' und 12' ruht,
ist nur unter der folgenden Voraussetzung realisierbar: Beim Ausbauen der ersten
Preßwalze 10 (zusammen mit dem Joch 8 und dem führerseitigen Abstützbock 13) muß
der triebseitige Abstützbock 13' in der Papiermaschine verbleiben können, um den
Cantileverträger
16 zu stützen; denn dessen führerseitiges Ende
kann hierbei nicht gestützt werden. Das heißt, es muß möglich sein, das Joch 8 in
Achsrichtung aus dem Abstützbock 13' herausziehen.
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Wenn es aber notwendig ist, beim Ausbauen der Walze 10 stets auch
den triebseitigen Abstützbock 13' mit aus der Maschine zu entfernen, dann muß das
Abstützen des Cantileverträgers 16 am triebseitigen Ende der Walzenpresse in anderer
Weise erfolgen.
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Hierzu gibt es verschiedene Möglichkeiten: a) Man ordnet neben der
Walzenpresse eine Hilfsstütze 16a an (in Fig. 2 mit strichpunktierten Linien angedeutet),
die eine Öffnung, für den Antriebszapfen 5 und die daran anzuschließenden (n der
Zeichnung weggelassenen) Antriebsteile aufweist.
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b) Eine solche Hilfsstütze wird nicht separat angeordnet, sondern
mit dem triebseitigen Abstützbock 12' der zweiten Preßwalze 11 integriert.
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c) Auf der Triebseite der Papiermaschine ist ein Längsträger vQrgesehen,
der vorzugsweise in der gleichen Höhe angeordnet ist wie die in Fig. 1 gezeigten
führerseitigen Längsträger 29 und 39. Er ist jedoch, abweichend von Fig. 1, im Bereich
der Walzenpresse nicht unterbrochen, sondern ist als ein über der Walzenpresse durchgehender
Längsträger ausgebildet, an dem sich der Cantileverträger abstützt. Hierzu ist es
zweckmäßig, den Längsträger im Bereich der Walzenpresse zu verstärken oder sogar
so weit auszubauchen, daß sich der Cantileverträger 16 durch den Längsträger hindurch
erstrecken kann.
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Gemäß Figur 1 ist die innerhalb des Filzes 19 liegende erste Preßwalze
10 oberhalb der zweiten Preßwalze 11 angeordnet und unterhalb des Cantileverträgers
16. Es ist jedoch auch die umgekehrte Anordnung denkbar. Hierbei könnte die zweite
Preßwalze mit ihren Abstützböcken oben an einem Maschinengestell befestigt sein.
An der Unterseite dieser Abstützböcke könnte man die Abstützböcke der ersten Preßwalze
befestigen, und unterhalb dieser würde sich der Cantileverträger befinden, dessen
führerseitiges Ende im Betriebszustand über ein entfernbares Zwischenstück. auf
dem Fundament ruht.
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