DE3151766C2 - Brillenglas mit einer Fern- und Nahsichtzone - Google Patents
Brillenglas mit einer Fern- und NahsichtzoneInfo
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Abstract
Beschrieben ist ein verbessertes Brillenglas für Alterssichtigkeit, bei dem sich die Brechkraft zur Gewährleistung einer natürlichen Sichtzielpunktanordnung fortschreitend bzw. verlaufend ändert. Bei diesem Brillenglas ist eine Drehung des Kopfes des Brillenträgers für beidäugiges seitliches Sehen berücksichtigt, um ein bequemes, mehr dem Sehen mit dem unbewaffneten Auge entsprechendes beidäugiges Sehen in seitlicher Richtung zu ermöglichen.
Description
Die Erfindung betrifft ein Brillenglas mit einer Fern- und Nahsichtzone und einer dazwischenliegenden
Übergangszone und mit einer Hauptblicklinie (M-M'), die als umbilikale Meridiankurve ausgebildet ist, die im
Fernsichtbereich sowie im Nahsichtbereich in vertikaler Richtung verläuft, wobei die Hauptsichtlinie im Fernsichtbereich
mit einer gedachten vertikalen Meridiankurve (L-i/J zumindest annähernd zusammenfällt und
im Nahsichtbereich parallel versetzt zu dieser verläuft, wobei diese Versetzung in der Übergangszone allmählich
vorgenommen wird.
Mit Alterssichtigkeit bezeichnet man einen Zustand des menschlichen Auges, bei dem sich die Augenlinse
aufgrund eines Verlusts ihrer ursprünglichen Elastizität nicht mehr selbst auf den Nahbereich scharfzustellen
vermag. Die an Alterssichtigkeit leidende Person vermag also ohne weiteres im Nahbereich zu sehen, wenn
sie ein den Akkomodationsmangel ausgleichendes konvexes Brillenglas trägt.
Das Sehen im Nahbereich erfolgt dabei im allgemeinen durch die unteren Bereiche von in einem Brillengestell
montierten Brillengläsern. Mit einer einzigen Brille kann somit die nötige Sehleistungsanpassung sowohl für
den Nah- als auch für den Fernbe'eich erreicht werden,
wenn die unteren Bereiche (bzw. Hälften) der üblichen, ·>
für Fernsicht vorgesehenen Brillengläser im Gestdl durch die genannten konvexen Linsen ersetzt sind.
Ein Bifokalglas (Zweistärkenglas) ist die eintachste Form eines solchen Multifokal- bzw. Mehrstärkenglascs.
Der konvexe Linsenteil für den Nahbereich bei einem Mehrstärken-Brillenglas wird als Zusatzlinse (segment)
bezeichnet Es gibt verschiedene Ausführungen dieser Zusatzlinse bezüglich Form, Lage, Material usw.
Brillengläser dieser Art sind jedoch mit dem gemeinsamen
Mangel behaftet, daß beim Wechsel der Sicht vom Fern- auf den Nahbereich eine plötzliche Änderung
der Vergrößerung auftritt, die eine gewisse physische Verwirrung hervorruft Zur Vermeidung dieses
plötzlichen Wechseis der Vergrößerung ist bereits ein sogenanntes Veriaufsstärken-Brillenglas entwickelt
worden, dessen Oberflächenform so gewählt ist daß sich die Brechkraft progressiv bzw. verlaufend ändert
und damit eine physische Verwirrung ausgeschaltet wird; dabei kann außerdem im Grenzbereich zwischen
dem Fern- und dem Nahsehfeld ein Zwischensehbereich vorgesehen sein.
Dieses Verlaufsstärken-Brillenglas ist dein Zweistärkenglas
außerdem in ästhetischer Hinsicht überlegen, da die Trennlinie des Nahbereich-Linsenteils bei ersterem
nicht deutlich erkennbar ist, so daß das Brillenglas nicht als speziell für die Korrektur von Alterssichtigkeit ausgelegt
erkannt wird.
Das Verlaufsstärken-Brillenglas kennzeichnet sich durch eine Folge von »umbilikalen Punkten«, die eine
sogenannte »umbilikale Meridiankurve« bilden, welche sich praktisch von einem oberen zu einem unteren Mittelbereich
des Brillenglases erstreckt und die so ausgelegt ist, daß der Astigmatismus längs dieser Kurve nahezu
Null beträgt und sich die Brechkraft nach einer vorbestimmten Regel (rule) progressiv bzw. verlaufend ändert.
Der benutzte Ausdruck »umbilikaler Punkt« bezeichnet den Punkt, an dem zwei Hauptkrümmungsradien
einander gleich sind.
Wie noch näher erläutert werden wird, kann eine Linsenfläche mit einer solchen »umbilikalen Meridiankurve«
theoretisch ziemlich einfach konstruiert werden.
Bei den bisherigen Verlaufsstärken-Brillengläsern wird jedoch die Drehung des Kopfes des Trägers für die
Sicht nach der Seite überhaupt nicht berücksichtigt. Wenn der Brillenträger einen seitlich liegenden Sicht-Zielpunkt
betrachtet, dreht er normalerweise nicht nur das Auge, sondern auch den Kopf in die entsprechende
Richtung. Mit anderen Worten: die Kopfdrehung kompensiert die Augendrehung.
im Fall eines Verlaufsstärken-Brillenglases wird die vom Konstrukteur bei der Auslegung des Brillenglases
vorausgesetzte Anordnung oder Lage eines (solchen) Sichtzielpunkts in unnatürlicher Weise vorausgesetzt
weil die Drehung des Kopfes überhaupt nicht berücksichtigt wird.
In der älteren Anmeldung P 30 16 935.8 ist eine multifokale
Brillenlinse mit gebietsweise gleitendem Brechwert mit einer Gleitsichtfläche offenbart, die eine Fernsicht-
und eine Nahsichtzone sowie eine dazwischenliegende Progressionszone aufweist und die durch die von
der Fern- zur Nahsichtzone verlaufende Hauptblicklinie in ein nasales und ein temporales Gebiet geteilt wird.
Diese ältere Anmeldung befaßt sich mit dem Problem, daß eine Brillenlinse im aligemeinen in allen Bereichen
3 4
außerhalb der optischen Achse eine prismatische Wir- F i g. 5 und
kung aufweist, die zum Rande der Linse immer stärker F i g. 7 eine schematische Ansicht einer Ausführungs-
wira Blickt ein Augenpaar beim Betrachten eines Ob- form des erfindungsgemäßen Verlaufsstärken-Brillen-
jektes durch Bereiche mit unterschiedlicher prismati- glases.
scher Wirkung, wie dies beispielsweise bei Gleitsichtlin- 5 Zum besseren Verständnis der Erfindung ist im fol-
sen herkömmlicher Art der Fall ist, so stimmen die Rieh- genden zunächst ein allgemeines Verfahren für die Kon-
tungen der augenseitigen Sehstrahlen nicht überein, das struktion einer Linsenfläche mit sich progressiv bzw.
heißt, es tritt eine horizontale und eine vertikale Rieh- verlaufend ändernder Brechkraft anhand von F i g. t er-
tungsdifferenz auf. Bei der in der älteren Anmeldung läutert
beschrieber.cn Brillenlinse soll daher durch entspre- io Zunächst wird eine im folgenden auch als »Hauptver-
chende Wahl der Verzeichnung auf beiden Seiten der tikalschnittebene« bezeichnete Ebene Q gemäß F i g. 1
talen und vertikalen Richtungsdifferenzen auf verträgli- Auf dieser Ebene Q wird sodann eine im folgenden als
ehe Werte reduziert sind. Bei dieser Brillenlinse wird »Meridiankurve« bezeichnete, spiralige Kurve M-M'
daher ebenfalls nicht die Kopfdrehung bei einem seitli- is gezogen, die sich von einem oberen zu einem unteren
chen Sehen berücksichtigt Weiterhin sollen bei dieser Bereich der Ebene Q erstreckt und deren Krümmungs-
der Hauptblicklinie und gleicher Höhe angenähert glei- setzmäßigkeit vom oberen zum unteren Teil kontinuier-
ehe Werte des Astigmatismus aufweisen. L/ie Astigma- lieh verkleinert. Sodann wird gemäß F i g. 1 eine Ebene
tismusverteilung ist daher über die gesamte Linse sym- 20 Vi festgelegt, welche die Punkte Gi und Oi enthält und
metrisch zur Hauptblicklinie. welche die Hauptvertikalschnittebene Q orthogonal
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher die bzw. senkrecht schneidet. In Fig. 1 bedeuten:
Schaffung eines Brillenglases, bei dem die unnatürliche Ri - Krümmungsradius der Meridiankurve AiAnordnung des Sichtzielpunktes bei den bisherigen Wan einem gewählten Punkt
Brillengläsern durch eine natürlichere Sichtzielpunktan- 2s Giund Oi — Krümmungszentrum.
Ordnung ersetzt ist und die Kopfdrehung des Brillenträ- Diese Ebene V/ ist im folgenden auch als »Orthogonalgers für Zweistärken-Seitensicht derart berücksichtigt ebene« bezeichnet.
Schaffung eines Brillenglases, bei dem die unnatürliche Ri - Krümmungsradius der Meridiankurve AiAnordnung des Sichtzielpunktes bei den bisherigen Wan einem gewählten Punkt
Brillengläsern durch eine natürlichere Sichtzielpunktan- 2s Giund Oi — Krümmungszentrum.
Ordnung ersetzt ist und die Kopfdrehung des Brillenträ- Diese Ebene V/ ist im folgenden auch als »Orthogonalgers für Zweistärken-Seitensicht derart berücksichtigt ebene« bezeichnet.
ist, daß eine bequeme nahezu der Sicht mit den bloßen Auf dieser Orthogonalebene V/ wird sodann eine
licht wird. 30 genannten Krümmungsradius Ri entspricht und deren
lenglas erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die hori- zidiert.
zontale Verteilung des Astigmatismus in der Nahsicht- Diese Kurve Hi— Hi' ist im folgenden auch als Ortho-
und der Übergangszone in bezug auf die Hauptsichtlinie gonalkurve bezeichnet. Eine solche Kurve Ai- A/'kann
in einem Abstand bis zu jeweils 15 mm von dieser asym- 35 für alle Punkte der Meridiankurve Af- Abgezogen wer-
metrisch ist, derart, daß die Brechkraftänderung auf der den, und die Schar oder Gruppe solcher Orthogonalkur-
nannten Brillenglases wird die zugrundeliegende Aufga- fläche herangezogen wird, bildet irgendeiner der Punk-
be erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die äußeren 40 te der Meridiankurve M-M' einen »umbilikalen
zur gedachten vertikalen Meridiankurve parallele Li- mung gleich groß sind. Die Meridiankurve M—M' bil-
nien begrenzt sind, die in einem Abstand von nicht weni- det mithin eine »umbilikale Meridiankurve«, längs wel-
ger als jeweils 17,5 mm von der vertikalen Meridiankur- eher der Astigmatismus nahezu gleich Null ist.
ve angeordnet sind, zu dieser Meridiankurve optisch 45 Vorstehend wurde nur eine Orthogonalkurve Hi-Hi'
symmetrisch ausgebildet sind. für den Punkt Gi festgelegt. Es ist jedoch ersichtlich, daß
der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Es auf diesem Punkt Gi als Orthogonalkurve Hi-Hi' be-
zeigt nutzt werden kann. Es gibt viele Beispiele für Versuche
nen Verfahrens für die Konstruktion einer Linsenfläche ter Ausnützung des Freiheitsgrads der Orthogonalkur-
mit sich progressiv bzw. verlaufend ändernder Brech- ve Hi-Hi'; die Erfindung bildet diesbezüglich keine
kraft, Ausnahme. Entsprechende Beispiele finden sich in der
zwischen der Richtung eines Sichtzielpunkts und der Linsenbereich vom Zentrum zu den Querseiten verklei-
des Brillenträgers zur Erläuterung des der Erfindung Querseiten vergrößert, so daß der Gesamtastigmatis-
zugrundeliegenden Prinzips, bo mus dementsprechend über einen weiten Bereich ver-
ten Veranschaulichung der Lage eines Sichtzielpunkts 46 348/75 werden die Hauptrichtungen des Astigmatis-
für den Träger des erfindungsgemäßen Brillenglases, mus in den Scitenbereichen der Linse, d. h. die Richtun-
ten Veranschaulichung der Lage eines Sichtzielpunkts b5 Richtung der Seitenbereiche angeordnet (arrayed), um
für den Träger des erfindungsgemäßen Brillenglases, dadurch zu versuchen, die Wirkung des Astigmatismus
chung des beidäugigen Sehens des Sichtzielpunkts nach wenige Beispiele für Entwicklungen bezüglich der beid-
äugigen Seitensicht, die einen sehr großen Anteil am bezweckt damit die Schaffung eines Brillenglases auf
Sehegn im Alltagsleben einnimmt; von den genannten der Grundlage «^J^J*!«« J™
ASSSE5
.ι. Lu.im d« linken Auges etwa eleich angesehen, is sehen den Punkten Or und Podie Gerade "unter «nem
mmmäwmiwm
den üblichen Sehbedingungen. Weiterhin ist die dargestellte
Anordnung auch deshalb nicht voll zufriedenstellend oder überzeugend, weil dabei die Kopfdrehung des
Brillenträgers für den Seitenblick, wie noch näher erläutert werden wird, überhaupt nicht berücksichtigt ist. Im
allgemeinen dreht man nicht nur die Augen, sondern auch den Kopf auf einen Sichtzielpunkt, wenn dieser
seitlich auftrifft Mit anderen Worten: die Kopfdrehung
lenträger die Augen auf einen Sichtzielpunkt dreht, der
- bezogen auf ein unmittelbar vor ihm befindliches Objekt — unter einem Winkel β seitlich liegt. Wenn der
Drehwinkeides Kopfes mit ßH und der Drehwinkel der
Augen relativ zum Kopf mit ß, bezeichnet werden, gilt
,m allgemeinen die Beziehung
ß = ßH + pE.
< PoPrPi - ρ
„„,»hit Die Streck
festlegt, auf der-Gc ade„ D ^™^.»^*
zwischen Or und ft läßt sich dann ausdrücken als
0KPi -
β - PH+pe,
mit
Drehwinkel des Kopfes und
A» _ Drehwinkel des rechten Auges
relativ zum Kopf, wenn der Betrachter den in der Wm- ^ kelstellung Pi, die vom Punkt Po um den Winkel β ent-
Is£Kw55S«
fesSS
7 8
chend der Geraden D gemäß F i g. 4, und der Lage des minierenden Auge(s)« größer ist als diejenige des Sicht-Sichtzielpunkts
für das Brillenglas selbst betrachtet. Ei- Zielpunkts bei beidäugiger Betrachtung. Im allgemeinen
ne Kopfdrehung über den Winkel ß» relativ zum Sicht- ist jedoch die Annahme ausreichend, daß eine zwischen
Zielpunkt bedeutet, daß sich der Sichtzielpunkt bei rela- den Sichtzielpunktkurven Di und Dr für linkes bzw.
tiver Betrachtungsweise über einen Winkel — ß» relativ 5 rechtes Auge gemäß F i g. 6 liegende Kurve D"die Posizum
Kopf des Brillenträgers dreht. Es sei angenommen, tion oder Lage des Sichtzielpunkts beim beidäugigen
daß alle Drehzentren auf dem Drehzentrum Or des Sehen liefert.
rechten Auges liegen (F i g, 5) und die Beziehung βπ+ßi: Es ist zu beachten, daß diese Kurve D" erheblich von
zwischen den Winkeln ßn und βε gilt. In diesem Fall der Kurve C gemäß F i g. 2 abweicht, welche die Sichtverschiebt
sich die willkürlich auf der Geraden D ge- 10 zielpunktlage beim bisherigen Brillenglas angibt,
wählte Lage P/des Sichtzielpunkts für den Brillenträger Gemäß Fig. 6 ist ein Sichtzielpunkt Pi" gegenüber
selbst in eine Position W für das Brillenglas selbst. Diese der gerade nach vorn gerichteten Sichtposition Po auf
letztere Position Pi' bestimmt sich durch die entgegen der Kurve D" nach rechts verschoben. Wenn sich dieser
dem Uhrzeigersinn erfolgende Drehung des Punkts Pi Sichtzielpunkt Pi" aus der Position Po unendlich weit
um den Augendrehpunkt Or über einen Winkel ß/2 ge- 15 nach rechts verschiebt, nähert sich der Winkel ac" für
maß F i g. 5. Gemäß F i g. 5 gilt die Beziehung beidäugiges Sehen des Sichtzielpunkts in der Position
< OtPi'O«,
wobei der Abstand zwischen dem (Augapfel des) rech- 20
ten Auge(s) und dem Sichtzielpunkt unverändert bleibt. fortlaufend Null an. Diese fortlaufende Annäherung des
Wenn daher eine Anzahl von Punkten P10'—/W ent- Winkels an Null beim beidäugigen Sehen bedeutet, daß
sprechend den Punkten Pi0- P90 auf ähnliche Weise auf- sich die relative Konvergenz der beiden Augen fortgetragen
bzw. ausgewertet werden, bilden erstere eine schreitend in Richtung auf Null verkleinert. Beim darge-Kurve
D' gemäß F i g. 5. Unter Heranziehung des Au- 25 stellten Beispiel erreicht der Winkel beim beidäugigen
gendrehpunkts Or gemäß Fig.5 als Ausgangspunkt Sehen schließlich die Größe »0«, wenn y?=-90° oder
werden die von diesem Ausgangspunkt Or gemäß ,&-45° gilt. Zusammenfassend läßt sich sagen, daß sich
F i g. 5 nach rechts und oben verlaufenden Linien als die relative Konvergenz der beiden Augen ständig fort-X-Achse
bzw. K-Achse benutzt, wobei sich die X- und schreitend verkleinert, wenn der Brillenträger seine Auy-Koordinaten
des Punkts Pi' auf der Kurve D' wie 30 gen aus der Stellung, in welcher er ein in einem endlifolgt
ausdrücken lassen: chen Abstand vor ihm befindlichen Objekt betrachtet,
fortlaufend weiter zur Seite dreht, wobei sich die rela-
sjn ß tive Konvergenz schließlich auf Null verringert, wenn
2 die Augen des Brillenträgers auf eine in äußerster seitli-
35 eher Position befindlichen Sichtzielpunkt gerichtet sind,
m α β für den ^-90° gilt, d. h., wenn die Brillengläser für die
^ * COSjS 2 Betrachtung eines Sichtzielpunkts eingestellt sind, der
seitlich in einer Lage liegt, für die ßE etwa 45° beträgt.
ausdrücken: 40 xierlinien auf den Brillengläsern erörtert, d. h. die Positionen
auf den Brillengläsern, über welche der Brillen- Vlx* + a1 + a VTJ? + α2 träger einen seitlich liegenden Sichtzielpunkt betrach-
y j ■ tet·
chungsgründen nur auf das rechtsgerichtete einäugige zugewandten Fläche aus gesehen, dargestellt.
cherweise dasselbe für das linksgerichtete einäugige Se- glas 71 und 72 wird dadurch erhalten, daß die Durch-
hen mit dem rechten Auge und auch für das seitliche gangsposition (passing positions) der Fixierlinie des be-
dem Drehzentrum oder -punkt des Auges koinzidierend befindlichen Sichtzielpunkts miteinander verbunden
vorausgesetzt ist, sind diese beiden Drehpunkte ersieht- werden. Diese Kurve M-M' koinzidiert somit norma-
licherweise voneinander verschieden. lerweise mit der vorher genannten umbilikalen oder
Abstands ZJsOT zwischen rechtem und linkem Auge ge- Eine auf den Brillengläsern 71 und 72 gezeichnete
maß F i g. 6 berücksichtigt werden. Es kann daher ohne gerade Linie L—U verläuft vertikal durch die Durchweiteres
angenommen werden, daß sich der Sichtziel- gangspositionen der Fixierlinie des betreffenden Auges
punkt für die beiden Brillengläser durch die Kombina- des Brillenträgers für Fernsicht; diese Kurve wird als
tion der Kurve Dr entsprechend dem Sichtzielpunkt für 60 Meridiankurve bezeichnet
das rechte Auge und der Kurve Dl entsprechend dem Eine auf jedem Brillenglas 71, 72 gezeichnete Linie
läßt Durchgangspositionen der Fixierlinie des betreffenden
andere dominieren, d.h., es~kann ein »dominierendes es einen Winkel von 45°.
angenommen werden, daß die Wirkung der Lage des F i g. 7 einen in einem endlichen Abstand (gerade) vor
ίο
ren die beiden Augen(achsen) mehr oder weniger, und die Fixierlinien verlaufen auf den umbilikalen Meridiankurven
Λί—M'anstatt auf den Meridiankurven L—L'.
Es sei angenommen, daß sich dieser Sichtzielpunkt in horizontaler Richtung fortschreitend nach rechts verlagert.
Hierbei verschieben sich die Fixierlinien fortschreitend über einen Winkel von 45° nach rechts, bis
sie schließlich die genannten Linien S—S' passieren. Im Verlauf dieser Fixierlinienbewegung ist die Bewegungsstrecke der Fixierlinie des rechten Auges auf dem betreffenden
Brillenglas länger als diejenige für das linke Auge. Wenn sich dagegen der Sichtzielpunkt fortschreitend
in horizontaler Richtung nach links verlagert, ist umgekehrt die Bewegungsstrecke der Fixierlinie des linken
Auges länger als diejenige für das rechte Auge. Bei Betrachtung beider Fälle laut sich daraus schließen, daß
die Bewegungsstrecke der Fixierlinie jedes Auges auf dem zugeordneten Brillenglas an der Schläfenseite länger
ist als auf der Nasenseite, wenn der Brillenträger,
10
15 durch den Punkt O verlaufende Linie liegende obere
Bereich als Fernsichtbereich, während der unterhalb der durch den Punkt N verlaufenden horizontalen Linie liegende
Bereich als Nahsichtbereich dient. Die restliche Fläche, d. h. der unter der den Punkt O einschließenden
Linie und über der den Punkt N einschließenden Linie gelegene Bereich, dient als Zwischensichtbereich (Übergangsbereich).
Die Linie L—L' ist die genannte, den Punkt O passierende Meridiankurve, und die Kurve
M-M' bildet die genannte, beide Punkte O und N passierende
umbilikale Meridiankurve. Die Verteilung der Brechkräfte auf dieser umbilikalen Meridiankurve M—
M' ist derart, daß die Brechkraft im Abschnitt oder Bereich
M-O eine konstante Größe DF und die Brechkraft
im Bereich N—Weine konstante Größe Dn besitzen
und die Brechkraft im Bereich O—Ar'sich progressiv
bzw. fortlaufend von Df auf Dn vergrößert Die Geraden
S-S' und T— T' liegen parallel und symmetrisch zur Meridiankurve L-L', und die horizontalen Abstän-
gen für beidäugiges seitliches Sehen in seitlicher Richtung lenkt. Bevorzugt sind die Brillengläser 71 und 72
für linkes bzw. rechtes Auge einander spiegelgleich ausgebildet, d. h. auf beiden Seiten der Nase zueinander
symmetrisch geformt.
Bevorzugt verlaufen zudem die Fixierlinien der beiden Augen für beidäugiges Sehen auf den Brillengläsern
auf solchen Positionen, an denen die Brechungsfaktoren
der mit beiden Augen einen in einem endlichen Abstand 20 de von der Meridiankurve L—L'sind bei der bevorzugvor
ihm befindlichen Sichtzielpunkt betrachtet, die Au- ten Ausführungsform der Erfindung einander gleich
bzw. betragen 23 mm. Die gegenüber den Geraden S— S'und T—T außerhalb liegenden Bereiche bilden Ebenen,
die relativ zur Meridiankurve L—L'\n horizontaler
Richtung symmetrisch zueinander sind.
Die Oberflächenform des erfindungsgemäßen Brillenglases wird durch eine Hüllkurve einer Schar oder
Gruppe von Schnittkurven bestimmt bzw. definiert, wenn das Brillenglas in waagrechter Richtung in Ebe-
(mittlere Brechkraftgröße des Astigmatismus, Richtun- 30 nen geschnitten wird, die durch eine Anzahl von willkürgen
der Hauptachsen des Astigmatismus usw.) in bezug lieh gewählten Punkten Gi auf der umbilikalen Meriauf
das eine Auge ungefähr denen für das andere Auge diankurve M-M'verlaufen.
gleich sind. Wie erwähnt ist der Krümmungsradius jeder einzel-
Es wird daher bevorzugt, daß die Verteilungen der nen Kurve am Punkt Gi(vgl Fig. 1) so bestimmt oder
Brechungsfaktoren in den Brillengläsern 71 und 72 ge- 35 festgelegt daß der Punkt Gi den Nabelpunkt bzw. umbimäß
Fig.7 einander spiegelgleich sind, daß die Bre- likalen Punkt (umbilic) darstellt Ein Kreisbogen wäre
die einfachste Form der Schnittkurve. Bei der Ausführungsform
der Erfindung war tatsächlich die anfänglich angewandte Form der Schnittkurve ein Kreisbogen,
und die Form der Schnittkurve wurde unter Berücksichtigung der (noch zu beschreibenden) Verteilung der
Brechungsfaktoren (mittlere Brechkraft Größe des Astigmatismus, Richtung der Hauptachsen des Astigmatismus
usw.) modifiziert Hierbei wird der Krüm-
Nasenseite in dem Bereich, in welchem die umbilikale 45 mungsradius am Punkt G/ vorzugsweise von der Modi-Meridiankurve
Af- M' gegenüber der Meridiankurve fizierung bzw. Abwandlung ausgenommen, um ihn seine
L—L' mehr oder weniger zur Nasenseite hin versetzt Funktion als umbilikaler Punkt beibehalten zu lassen,
ist Weiterhin wird bevorzugt, daß die Brechungsfakto- Die Auffindung der beiden Hauptkrümmungsradien
ren in jedem Brillenglas 71 und 72 zueinander symme- und ihrer axialen Richtungen an einem willkürlich getrisch
sind relativ zur Meridiankurve L—L' in den Zo- 50 wählten Punkt auf einer Hüllkurve von provisorisch benen,
die um einen »vorbestimmten Abstand« von z. B. stimmten Schnittkurven auf oben beschriebene Weise
i5mm von der Meridiankurve L-L' in horizontaler ist als Gaußsche Differentiaifiächentheorie bekannt
Richtung voneinander entfernt sind. Dieser »vorbe- Die beiden Hauptkrümmungsradien können in die
Richtung voneinander entfernt sind. Dieser »vorbe- Die beiden Hauptkrümmungsradien können in die
stimmte Abstand« kann für jeden einzelnen Punkt auf Brechkraft, deren Maßeinheit die Dioptrie ist nach folder
Kurve L—L'bestimmt werden. 55 gender, an sich bekannter Gleichung umgerechnet wer-
Nachstehend ist eine bevorzugte Ausführungsform den: der Erfindung beschrieben. In Fi g. 7 ist das erfindungsgemäße
Brillenglas für das linke Auge allgemein mit 71 bezeichnet und von der Seite des Sichtzielpunkts her
gesehen veranschaulicht
Ein Punkt O stellt das geometrische Zentrum des Brillenglases
71 dar, und ein anderer Punkt N auf der Glasoberfläche
ist unterhalb des Zentrums O in einem lotrechten Abstand von 14 mm von einer durch das Zentrum
O verlaufenden horizontalen Linie sowie in einem waagerechten Abstand von 2,5 mm in Richtung auf die
Nasenseite von der Meridiankurve L—!'angeordnet
Beim Brillenglas 71 dient der Ober der horizontalen.
chungsfaktoren in beiden Gläsern 71 und 72 so verteilt sind, daß sie relativ zur Schnitt- oder Meridiankurve
L—L'm horizontaler Richtung in dem Bereich, in welchem
die umbilikale Schnitt- oder Meridiankurve M— M'die Meridiankurve Z,-Z/überlappt, zueinander symmetrisch
sind, und daß sich die Brechungsfaktoren in beiden Brillengläsern 71 und 72 in horizontaler Richtung
an der Schläfenseite allmählicher ändern als an der in welcher
N - Brechungsindex der Linse (ohne Maßeinheit)
bedeuten. Das arithmetische Mittel aus den beiden, auf
diese Weise berechneten Größen der Brechkraft ergibt die mittlere Brechkraft, und die Differenz zwischen ih-
11
nen ergibt die Größe des Astigmatismus. Die axialen Richtungen des Astigmatismus koinzidieren mit den
axialen Richtungen der genannten Hauptkrümmungsradien. Nach der beschriebenen Berechnung der Verteilung
der Brechungsfaktoren wird die Oberflächenform des Brillenglases 71 durch Modifizierung bzw. Abwandlung
der Brechungsfaktoren in der Weise ermittelt, daß sich diese Faktoren von der umbilikalen Meridiankurve
M—M'zw Schläfenseite in horizontaler Richtung weniger
allmählich ändern als von der umbilikalen Meridiankurve M-M' zur Nasenseite in horizontaler Richtung
in dem Bereich, in welchem die umbilikale Meridiankurve M-M' — wie erwähnt — relativ zur Meridiankurve
L—L·' mehr oder weniger zur Nasenseite verschoben ist. Obgleich vorstehend nur das Brillenglas 71 ts
für das Unke Auge im einzelnen beschrieben ist, trifft dasselbe ersichtlicherweise auch auf das Brillenglas 72
für das rechte Auge zu.
Die beiden Seiten der Brillengläser 71 und 72 können somit so geformt werden, daß ihre (jeweiligen) Sichtzielpunkt-Betrachtungsflächen
einander spiegelgleich sind. Dies bedeutet, daß ihre Linsenflächenkonfigurationen in
dem für Fernsicht vorgesehenen Bereich gleich und in den für Übergangssicht und Nahsicht vorgesehenen Bereichen
zueinander symmetrisch sind. Die Verteilung der Brechungsfaktoren des Brillenglases 71 für das linke
Auge (F i g. 7) ist derart, daß die Brechkraftgrößen auf den Kurven
T1 - 7V, T2- T2', T3- T3' und T4- T4'
an der Schläfenseite in horizontaler Richtung ungefähr
denen der entsprechenden Kurven
Si-Si', S2-S2', S3-S3'bzw. St-Sa'
auf der Nasenseite entsprechen. Das gleiche gilt auch für die Linse 72 für das rechte Auge. Ein Blick auf F i g. 7
zeigt unmittelbar, daß in dem Bereich, in welchem die umbilikale Meridiankurve M-M' relativ zur Meridiankurve
L—L' bei beiden Brillengläsern 71 und 72 mehr oder weniger zur Nasenseite hin verschoben ist, die Brechungsfaktoren
sich in dem relativ zur umbilikalen Meridiankurve M— M' näher an der Schläfenseite befindlichen
Abschnitt weniger allmählich (less gradually) andem als in dem relativ zur umbilikalen Meridiankurve
M-M' näher an der Nasenseite gelegenen Abschnitt. Die erfindungsgemäß ausgelegte Linsenfläche kann
nach einem beliebigen, auf diesem Fachgebiet bekannten Verfahren an einem Stück eines geeigneten Linsenmaterials
angeformt werden.
Beispielsweise kann die erfindüngsgernäße Linsenfiäche
in eine Matrix aus 0,5 x 0,5 mm großen Quadraten unterteilt werden, und die Daten für die Schnitt- oder
Schleiftiefen an den einzelnen Schnittpunkten können in einem Speicher einer numerisch gesteuerten Fräs- bzw.
Schleifmaschine gespeichert werden. Das Linsenmaterial wird dann mittels dieser Maschine spanabhebend bearbeitet,
um eine vergleichsweise rohe Linsenfläche herzustellen, die dann mit einer Lage weichen Schleifleinens
geschliffen und anschließend mit Schleifmitteln zunehmend feinerer Körnung fortschreitend poliert werden
kann, bis schließlich die gewünschte, fertigpolierte Linsenfläche erhalten wird.
Claims (3)
1. Brillenglas mit einer Fern- und Nahsichtzonc und einer dazwischenliegenden Übergangszone und
mit einer Hauptblicklinie (M—M'),d\c als umbilikalc
Meridiankurve ausgebildet ist. die im Fernsichtbereich sowie im Nahsichtbereich in vertikaler Richtung
verläuft, wobei die Hauptsichtiinie im Fernsichtbereich
mit einer gedachten vertikalen Meridiankurve (L-L')zumindest annähernd zusammenfällt
und im Nahsichtbereich parallel vernetzt zu dieser verläuft, wobei diese Versetzung in der Übergangszone
allmählich vorgenommen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die horizontale
Verteilung des Astigmatismus in der Nahsicht- und der Übergangszone in bezug auf die Hauptsichtlinie
in einem Abstand bis zu jeweils 15 mm von dieser asymmetrisch ist, derart, daß die Brechkraftänderung
auf der Nasenseite stärker ist als auf der Schläfenseite.
2. Brillenglas mit einer Fern- und Nahsichtzone und einer dazwischenliegenden Übergangszone und
mit einer Hauptblicklinie (M- M'), die als umbilikale Meridiankurve ausgebildet ist, die im Fernsichtbereich
sowie im Nahsichtbereich in vertikaler Richtung verläuft, wobei die Hauptsichtlinie im Fernsichtbereich
mit einer gedächten vertikalen Meridiankurve (L-LV zumindest annähernd zusammenfällt
und im Nahsichtbereich parallel versetzt zu dieser verläuft, wobei diese Versetzung in der Obergangszone
allmählich vorgenomen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die äußeren Seitenbereiche des
Glases, die zur Innenseite hin durch zur gedachten vertikalen Meridiankurve parallele Linien begrenzt
sind, die in einem Abstand von nicht weniger als jeweils 17,5 mm von der vertikalen Meridiankurve
angeordnet sind, zu dieser Meridiankurve optisch symmetrisch ausgebilet sind.
3. Brillenglas nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Astigmatismus längs der
umbilikalen Hauptblicklinie (M- M') nicht weniger als 0, aber nicht mehr als 0,25 Dioptrien beträgt.
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