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Motorrad-Sicherheitsanzug
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Die Erfindung betrifft einen Motorrad-Sicherheitsanzug mit selbsttätig
aufblasbaren, stoßabsorbierenden Kammern.
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Bei einem aus der DE-GMS 79 04 513 bekannten Sicherheitsanzug dieser
Art sind Luftschwellkörper zwischen der Außenhaut und dem Innenfutter angeordnet.
Zum Aufblasen der Schwellkörper ist eine Preßluftflasche vorgesehen, die am Anzug
selbst befestigt ist. Praktische Versuche haben gezeigt, daß dieser bekannte Sicherheitsanzug
keine ausreichende Schutzwirkung gewährleistet.
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Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen eine größere Sicherheit
gewährleistenden Sicherheitsanzug zu schaffen, bei dem die Kammern einfacher und
schneller aufblasbar sind, so daß der Schutz des Lebens und der Gesundheit des Motorradfahrers
bei einem Sturz wesentlich erhöht ist.
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Erfindungsemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daR der Sicherheitsanzug
mindestens einen Stutzen oder ein Kupplungsstück aufweist, die über Leitungen mit
den Kammern verbunden sind und an die eine ein unter Druck stehendes Gas abgebende
oder erzeugende Einrichtung angeschlossen ist, daß in den Leitungen oder Anschluß
stücken mindestens ein die Rückströmung des in die Kammern eingeblasenen Druckgases
verhinderndes Rückschlagventil angeordnet ist und daß der Sicherheitsanzug über
eine Auslöseeinrichtung mit dem Motorrad verbindbar ist, die bei dessen Abheben
über eine einen Sturz anzeigende Strecke die das Druckgas abgebende oder erzeugende
Einrichtung zum Aufblasen der Kammern innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde betätigt.
Die das Druckgas abgebende Einrichtung kann aus einem Druckgasspeicher mit hochkomprimiertem
Gas bestehen, dessen Auslaßventil durch die Auslöseeinrichtung betätigbar ist.
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Nach einer besonders vorteilhaften, erfinderischen Ausgestaltung ist
vorgesehen r daß die Druckgas erzeugende Einrichtung aus einem Gasyenerator besteht,
der durch Zündung eines schnell verbrennenden festen oder flüssigen Treibstoffs
das Druckgas abbläst. Der Vorteil dieses erfindungsgemäßen Sicherheitsanzugs besteht
darin, daß er billiger herstellbar ist, was einen Anreiz dafür gibt, daß sich eine
größere Anzahl von Motorradfahrern diesen Sicherheitsanzug anschaffen wird, wodurch
wiederum die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht wird. Der erfindungsgemäße Gasgenerator
ist billiger und leichter als
die bekannte Preßluftflasche. Ein
aus einer Preßluftflasche bestehender Druckspeicher erfordert eine Speziilanfertigung
des Motorrades zur Unterbringung des PreBluftbehälters sowie besondere elektromagnetische
Ventile. Ein Preßiuftbehälter benötigt mehr Platz und ist aufwendiger und teurer
als die erfindungsgemäßen Gasgeneratoren, die billig, als Wegwerfartikel zum einmaligen
Gebrauch ausgebildet werden können.
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Der Gasgenerator kann aus einem hülsenförmigen Gehäuse bestehen, dessen
offene Seite in das das Druckgas zuführende Leitungssystem mündet. Da in dem Gasgenerator
das Druckgas durch explosionsartige Verbrennung des Treibstoffes erzeugt wird, sind
in dem hülsenförmigen Gehäuse und/oder dem Leitungssystem zweckmäßigerweise das
Druckgas kühlende Einrichtungen vorgesehen. Diese können aus Drahtgittern oder Drahtgeflechten
bestehen, die das Druckgas zusätzlich filtern.
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Indem hülsenförmigen Gehäuse des Gasgenerators kann ein elektrisch
oder mechanisch zündbarer Anzündstoff untergebracht sein, der in Verbindung mit
dem Treibstoff steht. Dabei umgibt der Treibstoff zweckmäßigerweise die Anzündmischung.
Der Treibstoff wird in einer dem benötigten DruckfTasvolumen entsprechenden Menge
vorgesehen.
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Zweckmäßigerweise wird die Anzündmischung von einem elektrischen Zünder
gezündet. Dieser kann einen Zündfunken abgeben oder einen Glühdraht aufweisen.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß mindestens
zwei hülsenförmige Gasgeneratoren in eine Vorkammer münden und nacheinander gezündet
werden. Diese etwa patronenförmigen Gasgeneratoren können in das Vorkammergehäuse
eingeschraubt werden und durch Zündung in einem im Mikrosekundenbereich
liegenden
Abstand ist gewährleistet, daß die gewünschte Druckgasmenge im Hundertstel- bis
Zehntelsekundenbereich zur Verfügung steht.
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Um dem Motorradfahrer eine ausreichende Bewegungsfreiheit zu gewährcn,
ohne daß er befürchten muß, unabsichtlich die Druckgasfllung oder Zündung des Treibstoffs
herbeizuführen, ist eine akustische Warneinrichtung vorgesehen, die betätigt wird,
wenn der Sicherheitsanzug um eine Strecke von dem Motorrad abgehoben wird, die dicht
vor dem Bereich der Betätigung der Auslöseeinrichtung liegt. Sobald also der Motorradfahrer
das akustische Warnsignal hört, weiß er, daß er sich nicht weiter von dem Motorrad
entfernen darf.
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Die Verwendung der erfindungsgemäßen Druckgasgeneratoren ermöglicht
es, diese selbst in den Sicherheitsanzug einzuarbeiten.
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Zweckmäßigerweise ist der Gasgenerator mit dem Motorrad verbunden
und eine die. Zuführungsleitung nach der Druckgasabgabe selbständig von der Gasgeneratoreinheit
lösende Kupplung vorgesehen.
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Die Zuführungsleitung kann über mindestens ein T-Stück mit dem oder
den Anschluß stücken des Sicherheitsanzugs verbunden sein. Das Rückschlagventil
ist zweckmäßigerweise in dem Anschluß stück innerhalb einer Kammer mit seitlichen
Austrittsöffnungen angeordnet, so daß der Druckgasstoß nicht auf den Körper des
Motorradfahrers trifft.-Die selbsttätig lösende Kupplung besteht zweckmäßigerweise
aus einer Schnellverschlußlupplung nicht federbelasteter Schiebehülse und Kupplungsstecker,
deren Schiebehülse zum
Entkuppeln mit der abzureißenden Schlauchleitung
oder einem in öffnungsrichtung durch eine Feder belasteten Gleitstück verbunden
ist, das durch den Gasdruck beim Einblasen mit der Schiebehülse kuppelnden Eingriff
gebracht wird. Derartige Schnellverschlußkupplungen können aus handelsüblichen Kupplungen
(Eckerle- oder Hansen-Schnellverschluß}:upplung) bestehen Bei derartigen bekannten
Schnellverschlußkupp1ungen kann das Rückschlagventil bereits in dem Kupplungsstück
oder Anschluß stück angeordnet sein.
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Die Auslöseeinrichtung besteht zweckmäßigerweise aus einer Reißleine,
die eine das Druckventil öffnende oder den Gasgenerator zündende Einrichtung betätigt.
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Die die Gasgeneratoren zündende Einrichtung besteht zweckmäßigerweise
aus einer Schalteinrichtung, in der zunächst die Warneinrichtung und anschließend
nacheinander der oder die Gasgeneratoren zündende Schalter betätigt werden.
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Die Schalteinrichtung kann in Reihe angeordnete Schalter enthalten,
die durch einen federbelasteten, von der Reißleine betätigten Schaltnocken geschaltet
werden.
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Der Sicherheitsanzug besteht zweckmäßigerweise aus streifenförmigen
Kammern, die durch dehnbares Material miteinander verbunden sind. Der Anzug kann
ein- oder zweiteilig ausgebildet sein. Weiterhin kann der Anzug die Motorrad-Oberbekleidung
selbst bilden oder aus einem Innenanzug bestehen, der unter einem handelsüblichen
Motorradanzug getragen wird, der dann eine äußere Schutzhülle bildet.
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Die das Druckgas zuführende Leitung ist zweckmäßigerweise wendelförmig
ausgebildet, um dem Motorradfahrer eine genügende Bewegungsfreiheit zu gewähren.
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Ist der Gasgenerator an dem Motorrad angeordnet, löst sich die Leitung
von diesem bei einem Sturz, so daß eine Behinderung durch zusätzliche Generatorteile
ausgeschlossen ist.
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Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Gasgeneratoren besteht
darin, daß die stoßabsorbierenden Kammern innerhalb einer extrem kurzen Zeit von
etwa 0,14 Sekunden mit Sicherheit aufgeblasen werden können.
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Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnung
näher erläutert. In dieser zeigt Fig. 1 eine schematische Vorderansicht eines einteiligen
Motorrad-Sicherheitsanzugs, Fig. 2 eine Rückansicht des Sicherheitsanzugs nach Fig.
1, Fig. 3 eine Vorderansicht einer weiteren Ausführungsform eines Motorradanzugs,
Fig. 4 eine Rückansicht des Motorradanzugs nach Fig. 3, Fig. 5 eine schematische
Darstellung der mit dem Sicherheitsanzug verbundenen Gasgeneratoren einschließlich
der zugehörigen Steuer- und Betätigungseinrichtungen, Fig. 6 einen Schnitt durch
die Schnellverschlußkupplung, Fig. 7 eine schematische Darstellung der in das Vorkammergehäuse
eingeschraubten, das Druckgas erzeugenden Patronen und
Fig. 8 eine
schematische Darstellung der die Gasgeneratoren betätigenden Schalteinrichtung im
Schnitt.
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Wie aus den Fig. 1 bis 4 ersichtlich ist, kann der Motorrad-Sicherheitsanzug
einteilig hergestellt- werden. Er weist stoßabsorbierende Kammern 1 auf, die im
wesentlichen in Längsrichtung verlaufen und untereinander in Verbindung stehen.
Die Bereiche 2 zwischen den Kammern bestehen zweckmäßigerweise aus einem streckbaren
Material, das einerseits eine ausreichende Dehnung gewährleistet und andererseits
atmungsaktiv ist. Die Luftdurchlässigkeit kann zusätzlich noch durch Durchbrüche
erhöht werden.
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Bei zweiteilig ausgebildeten Sicherheitsanzügen, bestehend aus Jacke
und Hose mit Reißverschlußverbindung, ist ein An schlußstück der Jacke und ein anderes
Anschlußstück der Hose zugeordnet.
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Die beim Sturz besonders gefährdeten Körperteile, wie Schulter, Schlüsselbein,
Ellenbogen, Wirbelsäule, Oberschenkel und Knie, sind durch größer ausgebildete Luftkammern
geschützt.
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Um bei Stürzen aus hoher Geschwindigkeit den fliegenden Körper vor
peitschenartigen Verwindungen zu schützen, die oft bereits tödliche Verletzungen
durch Rückgratbruch zur Folge haben, können zur Stabilisierung des Körpers zwei
diagonal verlaufende Luftkammern eingearbeitet sein, die vorne links und rechts
am Becken beginnend über die Schultern bis zum GesäB reichen.
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Alle Schwellkörper-Kammersysteme sind dadurch atmungsaktiv, daß zwischen
den Kammerverschweißungen Luftdurchlässe vorgesehen sind. Die Luftdurchlässe können
einen Querschnitt von
etwa'1 cm haben. Die Kammern bestehen aus
einem Material, das Drücken standzuhalten vermag, die zu deren stabilisierenden
Aufblasen erforderlich sind.
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Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, kann der Sicherheitsanzug mit einem
Nackenschutz 3versehen sein, der sich zwischen dem Helm und dem Nacken des Motorradfahrers
befindet. Damit ist auch diese besonders gefährdete Stelle des Körpers des Motorradfahrers
im Falle eines Sturzes geschützt.
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Der in den Fig. 1 und 2 dargestellte Sicherheitsanzug besteht aus
einem Unterdress, der unter einem üblichen Motorradanzug getragen werden kann.
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Der Motorradanzug besteht neben den Schwellkörperkammern aus druckfestem
Material aus elastischem Material, beispielsweise Baumwolle, das hautfreundlich
ist und gut Schweiß aufnimmt.
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Der Anzug kann so ausgestaltet werden, daß er in einer Waschmaschine
waschbar ist.
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Der in den Fig. 3 und 4 dargestellte Motorradanzug ist als Oberbekleidung
ausgebildet.
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Ein Sicherheitssystem mit Gasgeneratoren wird nachstehend anhand der
Fig. 5 bis 8 näher erläutert: Der Aufbau des Systems ist schematisch aus Fig. 5
ersichtlich.
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Der den Sicherheitsanzug tragende Motorradfahrer ist über die Reißleine
3 mit der Auslöseeinrichtung 4 verbunden, die Schalter enthält, denen über die Motorradbatterie
5 Strom zugeführt wird. Uber elektrische Kabel ist die Auslöseeinrichtung mit den
Gasgeneratorpatronen 6, 7 verbunden, die in das
Gehäuse 8 der Vorkammer
eingeschraubt sind. Die Vorkammer 8 ist über eine Leitung 9 mit der Schnellverschlußkupplung
10 verbunden. Mit der Schnellverschlußkupplung 10 ist die zu dem Sicherheitsanzug
führende Leitung 11 autonatisch lösbar verbunden. Die Leitung 11 ist über ein T-förmiges
Verteilerstüci2mit den in die Luftkammern 1 mündenden nschlußstücken 13, 14 verbunden.
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Eine Ausführungsform der Schnellverschlußkupplung ist schematisch
in Fig; 6 dargestellt. Die Schnellverschlußkupplung besteht aus einem eine Kammer
umschließenden Gehäuse 15, das mit einem Anschlußstutzen 16 zum Anschluß des von
dem Gasgenerator kommenden Schlauches 9 versehen ist. Auf ihrer Ausgangsseite weist
die Kammer 15 einen Anschlußstutzen 17 auf, auf dem eine Schiebehülse 18 begrenzt
axial verschieblich geführt ist. In den Stutzen 17 ist der mit der Leitung 11 verbundene
Kupplungsstecker 19 einführbar. In auf einer Umfangslinie des Stutzens 17 befindlichen
Bohrungen sind Kugeln 20 gehaltert, die durch Überschieben der Hülse 18 in die Ringnut
21 des Kupplungssteckers 19 geschoben und in dieser die Verbindung blockierend gehalten
werden. Die Schiebehülse 18 wird durch eine Druckfeder 22 in ihrer vorderen arretierenden
Stellung gehalten. Zum Lösen der Verbindung von Hand ist es lediglich erforderlich,
die Schiebehülse 18 in Richtung auf das Gehäuse 15 zu bewegen, so daß die Kugeln
20 in Ringnuten der Schiebehülse 18 ausweichen können und die blockierende Verbindung
freigegeben wird.
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Um eine seibsttätige Lösung der Schnellverschlußkupplung nach dem
Aufblasen der Kammern mit Druckgas zu gewährleisten, ist in eineriiingnut 23 der
Schiebehülse 18 eine ringförmige Scheibe 24 befestigt, die mit Löchern versehen
ist. In dem Gehäuse 15 sind auf einem mit Bohrungen versehenen Steg 25
zwei
Stangen 26, 27 längsverschieblich geführt, deren Enden durch eine ein Joch bildende
Platte 28 miteinander verbunden sind. Die Stangen 26, 27 durchsetzen das Gehäuse
15 in Bohrungen und enden außerhalb des Gehäuses. Die Jochplatte 28 ist mit einem
mit einer Querbohrung 29 versehenen Rohrstück 30 versehen, das in dem Stutzen 16
längsverschieblich geführt ist.
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Auf der Rückseite der Jochplatte 28 und auf dem Steg 25 sind teleskopartig
ineinandergreifende Rohrstücke 31, 32 befestigt, die eine Druckfeder 33 einschließen,
die sich einerseits auf dem Steg 25 und andererseits auf der Jochplatte 28 abstützt.
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Die Stangen 26, 27 weisen an ihren vorderen Enden widerhakenähnliche
Spitzen 34, 35 auf, mit denen sie Bohrungen in der Scheibe 24 in Einschubrichtung
in der Weise durchdringen können, daß sie bei ihrem Rückzug arretiert sind.
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In der Verriegelungsstellung des Anschlußsteckers 19 befindet sich
die Schiebehülse 18 in ihrer dargestellten vorgeschobenen Stellung. In dieser Stellung
nehmen die Jochplatte 28 und die Spitzen 34, 35 der Stangen 26, 27 die gestrichelte
Stellung ein. Wird nun durch die Schnellverschlußkupplung Druckgas geblasen, wird
die Jochplatte 28 in die vollausgezogene Stellung gegen die Kraft der Feder 33 geschoben,
in der die Spitzen 34, 35 die Bohrungen in der Scheibe 28 durchdringen. Läßt der
explosionsartig aufgebrachte Druck nach, schiebt die Druckfeder 33 die Jochplatte
28 in ihre gestrichelte Ausgangslage zurück. Da die Druckfeder 33 stärker ist als
die Druckfeder 22 der Verschiebehülse 18, nehmen die Spitzen 34, 35 aufgrund ihrer
Widerhakenteile die Verschiebehülse 18 mit und geben den Kupplungsstecker 19 frei.
Die Bohrungen in der ringförmigen Scheibe 24 können durch gegen Federkraft verschiebliche
Teile verschließbar sein, die zur Lösung und Freigabe der Spitzen 34, 35 verschwenkbar
ausgebildet sind.-
Die Verschiebehülse 18 kann auch in der Weise
mit dem Kupplungsstecker 19 verbunden sein, daß sie durch den auf die Leitung 11
wirkenden Zug in ihre Offnungsstellung bewegt wird.
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Wie aus Fig. 7 ersichtlich ist,- sind in das-Gehäuse 8 der Zwischenkammer
zwei Gasgeneratorpatronen 36, 37 eingeschraubt.
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Die Gasgeneratorpatronen sind hülsenförmig ausgebildet, wobei durch
die Bodenplatte 38 elektrische Leitungen 39 zu dem elektrischen Zünder 40 geführt
sind. Oberhalb des elektrischen Zünders 40 ist die Anzündmischung 41 angeordnet.
Diese ist zylindrisch von der Treibmischung 42 eingefaßt. Die Anzündmischung ist
bekannter Art und kann be-ispielsweise unter der Bezeichnung ACM-7 von der -Firma
Bayernchemie in Ottobrunn bezogen werden. Auch die Treibmischung ist bekannter Art
und der Treibstoff kann unter der Bezeichnung GGP 401 von der Firma Bayernchemie
erhalten werden. Die Treibmischung ist ein explosionsartig verbrennender, Verbrennungsgas
abgebender Stoff.
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Oberhalb der Treibmischung 42 sind in den Gasgeneratoren 36, 37 mehrere
Sätze 43 aus Metallgitter angeordnet, die das erzeugte Druckgas abkühlen und filtern.
Aus der Vorkammer 44 gelangt das Druckgas über den Stutzen 45 in den zu der Schnellverschlußkupplung
10 führenden Schlauch 9.
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In dem Gehäuse 46 der Auslöseeinrichtung 4 sind hintereinander in
Reihe drei Mikroschalter 47, 48, 49 angeordnet, deren Schaltstößel von einem Schaltnocken
50 betätigt werden, der axial verschieblich auf einer parallel zu den Schaltern
angeordneten Achse 51 geführt ist. Auf die Achse 51 ist eine Druckfeder 52 aufgeschoben,
die sich einerseits auf der Gehäusewandung und andererseits auf dem Schaltnocken
50 abstützt. Durch die Druckfeder 52 ist der Schaltnocken 50 in
seiner
inaktiven Stellung gehalten. Mit dem Schaltnocken 50 ist die Reißleine 3 verbunden,
bei deren Betätigung der Schaltnocken 50 über die Stößel der Schalter 47, 48 hinwegfährt
und diese der Reihe nach betätigt. Der erste Schalter 47 betätigt den Summer 53,
während die nachgeschalteten Schalter 48,49 der Reihe nach die Gasgeneratoren 6,
7 zünden. Dabei reicht die zwischen der Betätigung der Schaltnocken der Schalter
48, 49 liegende Zeit aus, um die Gasgeneratoren mit der gewünschten Zeitverzögerung
nacheinander zu zünden.
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Die Äuslöseeinrichtung 4 ist iait einem Kauptschalter 54 versehen,
der das Sicherheitssystem aktiviert. Von dem ordnungsgemaßen Funktionieren kann
sich der Fahrer durch Betätigung der Reißleine 3 und Verschieben des Schaltnockens
50 bis zu aea dem Summer 53 zugeordneten N'iktroschalter 47 überzeugen.