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Synchrotron-Röntgenstrahlungsguelle
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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Synchrotron-Röntgenstrahlungsquelle
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
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Für viele industrielle und wissenschaftliche Zwecke wird scharf gebündelte
Röntgenstrahlung hoher IntensitE. benötigt. Wichtige industrielle Anwendungsgebiete
sind z.B. die Röntgenlithographie und die Röntgenmikroskople. Hier werden Intensitäten
in der Größenordnung von 104W/srad mit Wellenlängen in der Größenordnung von 1 Nanometer
benötigt.
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Es ist bekannt, daß ein in einem Magnetfeld auf einer Kreisbahn umlaufendes
Elektron elektromagnetische Strahlung (Synchrotronstrahlung oder magnetische Bremsstrahlung)
abstrahlt.
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Mit den in jüngerer Zeit gebauten Elektronenkreisbeschleunigern und
Speicherringen stehen daher Synchrotronstrahlungsquellen zur Verfügung, die eine
Reihe von Vorteilen gegenüber anderen Strahlungsquellen für kurzwellige Strahlung
haben.
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Die Strahlung solcher Synchrotronstrahlungsquellen hat ein quasi-kontinuierliches
Spektrum, das bis tief in das Röntgengebiet hineinreicht. Die Strahlung ist polarisiert
und
in Vorwärtsrichtung der Elektronen stark gebündelt, sie kann
entsprechend der Bunch- oder Paketstruktur der umlaufenden Elektronenwolken eine
Zeitstruktur im SubnanoSekútdenbereich haben und sie ist berechenbar. Die Intensität
kann im Röntgenbereich um mehrere Zehnerpotenzen größer sein als der kontinuierliche
Teil des Spektrums der besten derzeitigen Röntgenröhren oder anderer Röntgenstrahlungsquellen.
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Die im Bau befindlichen oder bereits gebauten bekannten Maschinen
zur Erzeugung intensiver Synchrotronstrahlung mit Wellenlängen in der Größenordnung
von einem Nanometer und darunter enthalten im allgemeinen einen Elektronen-Speicherring,
in dem die von einer Injektoranordnung gelieferten Elektronen kreisen. Die Injektoranordnung
enthält gewöhnlich eine Elektronenquelle, welche Elektronen relativ niedriger Energie
liefert, und einen zwischen die Elektronenquelle und den Speicherring geschalteten
BeschEuniger in Form eines sogenannten Booster-Synchrotrons, in dem die Elektronen
von der relativ niedrigen Energie der Elektronenquelle auf die endgültige Energie
im Speicherring beschleunigt werden. Die erforderlichen hohen Elektronenströme im
Speicherring können nur erreicht-werden, indem die relativ kleinen Ströme aus der
Injektoranordnung zu wiederholten Malen'in den Speicherring eingespeist werden.
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Das Magnetfeld für den Speicherring wurde bisher ausschließlich durch
normalleitende Magnetsysteme erzeugt, was die Anwendung des bekannten Prinzips der
starken Fokussierung und damit relativ große mittlere Radien (ca 1Om)- der Speicherringe
und Beschleunigerzwingend zur Folge hat. Typische Beispiele für solche bekannte
Anlagen befinden sich in Berlin (BESSY), Brookhaven (V.St.A.), Okazaki (Japan) und
Orsay (Frankreich). Diese bekannten Maschinen sind
aufgrund ihrer
Komplexität sehr teuer und erfordern wegen ihrer Größe aufwendige Baumaßnahmen.
Sie sind daher für die industrielle Nutzung der Synchrotronstrahlung ungeeignet
und auch für viele wissenschaftliche Zwecke zu teuer und platzraubend.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Synchrotronstrahlungsquelle
für die Erzeugung hochintensiver Röntgenstrahlung anzugeben, bei der der apparative
Aufwand und Platzbedarf wesentlich kleiner sind als bei den bekannten vergleichbaren
Maschinen.
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Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 gekennzeichnete Synchrotron-Röntgenstrahlungsquelle
gelöst.
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Die Synchrotron-Röntgenstrahlungsquelle gemäß der Erfindung zeichnet
sich durch relativ niedrige Anschaffungs-und Betriebskosten aus, so daß sie hinsichtlich
ihrer Verwendung nicht auf Großforschungseinrichtungen beschränkt ist, sondern auch
von Universitäten und größeren Firmen eingesetzt werden kann.
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Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet ist die Röntgenlithographie, insbesondere
Röntgen-Mikrolithographie zur Herstellung integrierter Schaltkreise, sowie die Röntgen-Mikroskopie.
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Im folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung
unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert.
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Es zeigen:
Fig. 1 ein schematischer Grundriß der Einrichtungen
einer Synchrotron-Röntgenstrahlungsquelle gemäß der Erfindung: Fig. 1a den Feldverlauf
um rO, Fig. 2 einen vereinfachten Axialschnitt des Speicherringes; Fig. 3 einen
Querschnitt des rechten oberen Quadranten des Magnetsystems; Fig. 4a und 4b graphische
Darstellungen des radialen Feldverlaufes, der durch kreisförmige Stromfadenpaare
mit verschiedenen Radien bzw. verschiedenen Abständen von einer Sollkreisebene erzeugt
wird; Fig. 5 den radialen Feldverlauf in der Mittelebene des Magnetsystems des Speicherringes
für E = 430 MeV; Fig. 6a und 6b einen Längs- bzw. Querschnitt eines geraden A/4-Resonators;
Fig. 7a eine schematische, teilweise aufgebrochene Darstellung eines Doppelresonators
für den Speicherring; Fig. 7b die Spannungs- und Stromverteilung im Resonator gem.
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Figur 7a; Fig. 8 eine Schnittansicht eines Teiles der Vakuumkammer;
Fig. 9 eine schematische Darstellung der Geometrie des Inj ektionspfades; Fig. 10
den radialen Feldverlauf für E = 8 MeV;
In Figur 1 ist beispielsweise
der Grundriß einer Halle dargestellt, die eine Synchrotronstrahlungsquelle gemäß
der Erfindung enthält.
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Die wesentlichen Bestandteile der dargestellte Synchrotronstrahlungsquelle
sind ein als Injektor dienender Linearbeschleuniger IJ und ein Elektronspeicherring
R.
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Netzgeräte, Hochfrequenzgeneratoren usw. sind nicht dargestellt, sie
können sich in einem Kellerraum unter der'Maschine befinden.
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Es sind ferner dargestellt: Ein Tank He für flüssiges Helium zur Versorgung
der supraleitenden Spulen und Kryopumpen, ein Kontrollraum K, eine Betonabschirmung
A, Strahirohren für die Auskopplung und Nutzbarmachung des Synchrotronstrahlung
und ein Kompressorhäuschen G für die Wiedergewinnung des verdampften lleliums.
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In folgenden soll ein spezielles, bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der Erfindung näher erläutert werden.
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Allgemeines Die im folgenden beschriebene Synchrotronstrahlungsquelle
ist speziell den Anforderungen der Röntgenmikrolithographie angepaßt. Die kritische
Wellenlänge des abgestrahlten Spektrums soll daher etwa 2 Nanometer betragen. Unter
der kritischen Wellenlänge Ä versteht man bekanntlich c die Wellenlänge, die die
spektrale Leistungsverteilung halbiert.
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Um den Raumbedarf und die Anlagekosten klein zu halten, wird bei der
vorliegenden Synchrotron-Röntgenstrahlungsquelle ein kleiner Speicherring mit supraleitenden
Magnetspulen verwendet. Der Radius rO der Sollkreisbahn der im Speicherring umlaufenden
Elektronen ist vorzugsweise kleiner als 40 cm, insbesondere kleiner als 30 cm. Als
besonders vorteilhafter Wert hat sich ein Sollkreisbahnradius von 28,7 an ergeben.
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Das Führungsfeld Bo für die Elektronen, deren Impuls p0 bei der Endenergie
etwa 430 MeV/c (c = Lichtgeschwindigkeit) beträgt, hat dann einen Wert von etwa
5 Tesla und wird durch ein einziges, einfaches, schwach fokussierendes Ringmagnetsystem
erzeugt. Das Magnetsystem enthäIt einen einfachen topfförmigen Magnetkern und supraleitende
Ringspulen.
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Der Speicherring wird außerdem dazu verwendet, um die mit verhältnismäßig
niedriger Energie, z.B. etwa-8 MeV, injizierten Elektronen auf die Endenergie zu
beschleunigen.
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Das bei den bekannten Maschinelerforderliche Booster-Synchrotron kann
daher entfallen.
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Als Elektronenquelle und Injektor wird ein einfacher Bescnleuniger,
der kurze Elektronenpulse hoher Stromstärke bei kleiner Energieunschärfe zu liefern
vermag, verwendet. Bevorzugt wird ein Linearbe-
schleuniger. Bei
dem beschriebenen Ausführungsbeispiel liefert dieser Linearbeschleuniger 20 Nanosekunden
lange Elektronenpulse von 2 Ampere mit einer Energie von etwa 8 MeV bei einer Energieunschärfe
von AE/E < 2 %.
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W&hrend der Injektion ist das Feld im Speicherring abgesenkt,
z*B, auf etwa 9,3 x 10 2T (930 Gauß). Bei den oben angegebenen bevorzugten Parametern
beträgt die Umlaufzeit der Elektronen im Speicherring 6 ns, so daß ein einziger
Elektronenpuls vom Linearbeschleuniger für eine Füllung des Speicherringes mit einigen
100 mA Strom während dreier umläuft ausreichen wird.
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Um Strahlinstabilitäten zu vermeiden, die besonders bei kleinen Energien
zu Verlusten führen können, wird das Führungsfeld im Speicherring während der ersten
Sekunden der Beschleunigunyspase bis etwa 0,4 T relativ schnell er höht. Die Feldänderung
beträgt dabei etwa 0,1 T/s. Die weitere Beschleunigung auf die Endenergie kann dann
viel langsamer, z.B. innerhalb einiger Minuten, erfolgen. Um Speicherzeiten von
mehreren Stunden zu erreichen, sind Maßnahmen vorgesehen, die das Volumen der umlaufenden
Elektronenwolken vergrößern und damit die Elektronendichte zu erniedrigen.
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Da der Radius des Speicherringes so klein ist, kann das Prinzip der
schwachen Fokussierung genutzt werden, was wiederum einen sehr einfachen Aufbau
des Magnetsystems ermöglicht. Ein Zwischenbeschleuniger ist überflüssig, weil der
gesamte zu speichernde Elektronenstrom während eines einzigen Impulses des Linearbeschleunigers
("Linac") eingeschossen werden kann. Entscheidend dabei ist, daß die Länge der vom
Beschleuniger erzeugten Hochstromimpulse groß genug ist, um den Speicherring während
weniger, ins-
besondere während dreier Umläufe zu füllen.
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Durch die Kombination eines Linearbeschleunigers mit einem supraleitenden,
schwach fokussierenden Speicherring, der gleichzeitig als Beschleuniger betrieben
wirdr ergibt sich also eine Synchrotron-Röntgenstrahlungsquelle hoher Intensität
und trotzdem kleinen und einfachen Aufbaues.
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Einzelheiten des Ausführungsbeispiels Feldeigenschaften Da der Speicherring
in erster Linie als Synchrotron-Strahlungsquelle für die Röntgenmikrolithographie
bestimmt ist, wird die kritische Wellenlänge auf zwei Nanometer festgelegt. Die
kritische Wellenlänge bestimmt eindeutig die spektrale Verteilung der emittierten
Strahlung.
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Die kritische Wellenlänge hängt bekanntlich vom Magnetfeld B sowie
vom Impuls p bzw. dem Kreisbahnradius r der Elektronen ab. Der Kreisbahnradius ist
dem Reziprokwert der Wurzel aus B3 proportional, so daß er mit zunehmender Feldstärke
stark abnimmt.
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Für den Speicherring der vorliegenden Synchrotron-Strahlungsquelle
wird ein Führungsfeld B = 5 T gewählt, was bei einem Elektronenimpuls p = 430 MeV/c
einen Ablenk-oder Sollkreisradius rO der Elektronenbahnen-von 28,7 cm ergibt.
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Für einen Speicherring mit einem Ablenkradius von nur 28,7 cm ist
die sogenannte schwache Fokussierung ausreichend. Von einer schwachen Fokussierung
spricht man, wenn der Feldindex n kleiner als 1 ist. Der Feldindex beschreibt den
radialen Feldabfall am Ort des Sollkreises, dessen Radius mit r0 bezeichnet wird:
Ein besonderer Vorteil der schwachen Fokussierung besteht darin, daß sie mit einem
besonders einfachen Magnetsystem erreicht werden kann.
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Mit dem Feldindex n kann die radiale Entwicklung des Feldes um den
Sollkreis mit dem Radius rO:
in linearer Näherung geschrieben werden: B = Bo (1 - n r ) (3) 0 Wird n innerhalb
der Grenze 0 < n < 0,75 (4) gewählt, so kann das Magnetsystem, das die Elektronen
auf einer Kreisbahn ablenkt, zugleich noch folgende Aufgaben erfüllen:
1)
Radiale Fokussierung mit Schwingungszahlen Qr pro Umlauf für die Betatronschwingungen
um den Sollkreis von
2) Vertikale Fokussierung mit Schwingungszahlen Qy pro Umlauf für die Betatronschwingungen
um die Sollkreisebene von Qy = #n (6) 3) Gleichzeitige Dämpfung der transversalen
Betatron- und longitudinalen Synchrotronschwingungen mit den Zeitkonstanten #y =
#0 (7) 1-n #r = #0 (8) n 1-n #s = #0 (9) 3-4n E 3 r0² mit #0 = 2 . = . (10) -E rec
#³ und re = e²/(4##0m0c²) = 2,818.10-13 (11) wobei E die Teilchenenergie und É die
zeitliche Abnahme der Energie durch Abstrahlung ist.
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4) Durch geeignete Formgebung des radialen Feldabfalles Kann ein quadratischer
Term in der Feldentwicklung Gl. (2) erzeugt werden, der so gewählt werden kann,
daß die Zahl der vertikalen Betatronschwingungen pro Zeiteinheit Qy/T mit T = Umlaufzeit
unabhängig von der
Energie der Elektronen wird Chromatizitätskorrektur).
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Dies dient der Beherrschung von Strahlinstabilitäten bei hohen Strahlströmen
(Head-Tail-Turbulenz) 5) Schließlich kann ein Oktupol-Term eingeführt werden, der
erstens die Betatronfrequenzen amplitudenabhängig macht und zweitens eine Kopplung
der vertikalen und horizontalen Betatronschwingungen bewirkt. Dies ist ebenfalls
für die Bekämpfung von Instabilitäten nützlich (Landaudämpfung).
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Bei der schwachen Fokussierung können also anders als bei der starken
Fokussierung allein durch geeignete Formgebung des radialen Feldabfalles alle wichtigen
Aufgaben von einem einzigen magnetischen Element zugleich erfüllt werden, so daß
der ganze Speicherring als ein einziger Ringmagnet gebaut werden kann, der rotationssymmetrisch
bezüglich der zentralen Achse und spiegelsymmetrisch bezüglich der Sollkreisebene
ist.
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Die folgenden Feldparameter haben sich als geeignet erwiesen: B(r0>
= 5 T #B/#r(r0) = - 9 T/m (12) #²B/#r²(r0) 0 -15 T/m² n = 0,525 Der zulässige Bereich
ist 0,5< n< 0,556 . Gegebenenfalls wird noch der folgende Oktupolterm verwendet:
#³B/#r³(r0) | = 600 T/m3 (12a)
Die Erzeugung des Feldes An das
Magnetsystem werden folgende Forderungen gestellt: 1) Das Magnetfeld soll in dem
Bereich (rO-3cm)< r <(rO+3cm) (13) durch die oben abgeleiteten Momente am
Sollkreisradius beschrieben werden: B(r0) = 5 T, #B/#r(r0)= -9T/m, #²B/#r²(r0)=-15T/m²
(12) Zusätzlich ist eventuell der Oktupolterm B''' 600 T/m3 wünschenswert.
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2) Abweichungen der Feldterme von den Sollwerten sind nur insoweit
erlaubt, als die daraus resultierenden Verschiebungen der Betatronschwingungszahlen
tolerierbar sind.
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3) Die Feldform muß zwischen Feldern von eta 9 10 10 T (900 Gauß)
am Sollkreis (bei einer Einschußenergie von 8 MeV) bis zum maximalen Wert von 5
T konstant bleiben.
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Dies ist wegen der Sättigungserscheinungen im Eisenjoch nicht trivial.
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4. Die Spulen sind so zu wickeln, daß möglichst keine azimutalen Feldstörungen
auftreten. Insbesondere sind solche Feldfehler zu vermeiden, deren Harmonischen-Zahlen
der Fourierkomponenten K = 2 oder 3 betragen.
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5. Die maximalen Felder an den Spulen und-die maximalen Stromdichten
in den Spulen müssen möglichst weit unterhalb der für den Supraleiter kritischen
Werte liegen.
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6. Die im Magnetfeld gespeicherte Energie soll möglichst gering sein,
damit aufwenige Quenchschutzmaßnahmen vermieden werden können und die Induktivität
des Magneten nicht zu hoch ist.
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7. Die Gesamtamperewindunyszahl sollte aus Kostengründen möglichst
klein sein.
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Das Magnetsystem soll rotationssymmetrisch bezüglich der vertikalen
y-Achse und spiegelsymmetrisch bezüglich der Sollkreisebene sein.
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Diese Bedingungen werden durch das in Fig. 2 vereinfacht dargestellte
Magnetsystem erfüllt, welches ein ringförmiges Eisenjoch 12 mit axial vorspringenden
Eisenpolschuhen 12a, 12b und ein supraleitendes Spulensystem 14 enthält.
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Das Eisenjoch 12 und die Polschuhe 12a, 12b verstärken das Feld am
Sollkreis 16 um etwa 1,6 T. Dadurch werden sowohl die benötigte Amperewindungszahl
der Spulen 14 als auch die gespeicherte Feldenergie reduziert.
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Das Eisenjoch 12 hat einen Außendurchmesser von 190 cm, eine Höhe
von 170 cm und eine Wandstärke von 40 cm. Es führt den Magnetfluß außen zurück,
so daß die Umgebung feldfrei bleibt, außerdem dient es als Abschirmung gegen radioaktive
Strahlung. Für den Auslaß der Synchrotronstrahlung und für den Elektroneneinschuß
sind tangentiale Bohrungen in der Sollkreisebene vorgesehen, die in Fig.2 nicht
dargestellt sind. Der Abstand der Stirnflächen der Pol schuhe ist bei der y-Achse
etwa 34 cm, also relativ groß, um den Einfluß von Sättigungseffekten im Eisen möglichst
gering zu halten.
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Da der Feldbeitrag der supraleitenden Spulen gegenüber dem des Eisens
dominierend ist, wird die Feldform hier (anders als bei normalleitenden Magneten)
ganz wesentlich von Form und Lage der Spulen der Spulenanordnung 14 bestimmt. Die
Spulen sind soweit von der Vakuumkammer 18 und dem Eisenjoch 12 entfernt, daß genügen
Platz für Kühlschilde, mechanische Abstützvorrichtungen und dgl. vorhanden sind.
Diese Vorrichtungen können in bekannter Weise ausgebildet sein und sind in Fig.
2 nicht dargestellt.
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Ein Querschnitt des rechten oberen Quadranten der Spulenanordnung
14 ist in Fig. 3 dargestellt. Die Spulenanordnung enthält eine Hauptspule 20 und
zwei kleinere Korrekturspulen 22 und 24. Nötigenfalls können weitere Korrekturspulen
vorgesehen sein. Die Hauptspule 20 besteht aus einem oberen Teil 20a sowie einem
unteren Teil 20b.
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Um die Erzeugung des magnetischen Führunqsfeldes durchausgedehnte
Spulen zu verstehen, ist es nützlich, das Feld von Paaren fadenförmiger, symmetrisch
zur Sollkreisebene angeordneter, koaxialer und gleiche Radien aufweisender Ringströme
in Abhängigkeit von ihren Radien a und Abständen h von der Sollkreisebene zu betrachten.
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Dieser Feldverlauf B (r) kann in bekannter Weise errechnet werden.
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In Fig. 4a sind die Feldverläufe B (r) für drei Stromfadenpaare verschiedener
Radien a aufgetragen, wobei der Abstand h konstant ist.
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In Abbildung 4b sind die Feldverläufe B (r) für drei Stromfadenpaare
gleicher Radien jedoch unterschiedlicher Höhen h aufgetragen.
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Diese Felder haben folgende Eigenschaften: 1) Die Maxima der Feldverläufe
liegen bei einem Radius r(Bmax) = a-h, d.h. die Maxima wandern mit wachsendem Abstand
h immer weiter nach innen.
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2) Hinter dem Maximum fällt das Feld steil ab. Dieser Bereich ist
für die Erzeugung des Quadrupolterms wichtig. Er hat in seinem vorderen Teil negative
(B'"- < 0) und dann positive Krümmung (B" c o ).
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3) Die einzelnen Beträge sind umso größer, je näher die Leiter an
der Sollkreisebene sitzen.
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Wegen des nichtlinearen Einflusses des Eisens kann der absolute Beitrag
der verschiedenen Spulen nicht isoliert von den der anderen Spulen bestimmt werden.
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Deshalb wurden die relativen Beiträge der Spulen der Spulenanordnung
14 gemäß folgender Vorschrift ermittelt B(n) ( r0, j0 + #j) = B(n)(r0,j0) + cn #j
(14) dabei bedeuten B(n) - #nB/#rn, j die Stromdichte in der betreffenden Spule
und Cn = aB(n)/ aj {r j . Die in der Tabelle angegebenen Werte sind so normiert,
daß die Summe aller Ko-effizienten für jede Multipolordnung für sich 1 ergibt.
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Die relativen Beiträge der einzelnen Spulen zu den verschiedenen Feldkoeffizienten
B(n) für den Fall voller Erregung sind in der folgenden Tabelle angegeben:
Tabelle
1. Beiträge der Spulen zu den Feldkoeffizienten
| co c1 c2 |
| Hauptspule, |
| unterer Teil 20b 0,40 -0,67 0,20 |
| Hauptspule, |
| oberer Teil 20a 0,58 0,59 6,00 |
| Innere Korrek- |
| turspule 22 0,04 1,40 -4,60 |
| Mittlere Korrek- |
| turspule 24 -0,02 -0,32 -2,60 |
Um die Werte der Tabelle qualitativ zu verstehen, ist es sinnvoll, sich die Spulen
bzw. die Teilspulen als Stromfäden im Zentrum der betreffenden realen Spule vorzustellen
und die obigen Überlegungen zu berücksichtigen. Die beiden Teile der Hauptspule
liefern offensichtlich den Hauptanteil zum Feld B, praktisch keinen Feldgradienten,
jedoch einen überstarken Sextupolanteil. Dies zeigt, daß das Feld des zugehörigen
"Zentrumfadens" beider Spulen am Sollkreisradius sein Maximum hat. In der Tat liegt
das Zentrum der Hauptspule etwa genau so hoch über dem Sollkreis wie radial davon
entfernt.
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Die innere Korrekturspule, die nahezu über dem Sollkreis liegt, liefert
kaum einen Feldbeitrag, erzeugt jedoch den benötigten Gradienten und korrigiert
den Sextupolanteil der Hauptspulen. Der Feldverlauf des zu dieser Spule gehörigen
Zentrumfadens hat am-Sollkreis den Bereich des steilen Abfalles mit positiver Krümmung.
Die mittlere Korrekturspule mit umgekehrter Stromrichtung erzeugt Feinkorrekturen.
Außerdem ist diese Spule sowie die Unterteilung der Hauptspulen in zwei Bereiche
notwendig, um den gewünschten Feldverlauf auch bei niedriger Erregung zu erreichen.
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In Fig. 5 ist der radiale Feldverlauf in der Sollkreisebene für die
maximale Elektronenenergie von 430 MeV aufgetragen.
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Die Parameter der Supraleiterspulen 20, 22 und 24 sind in der folgenden
Tabelle aufgeführt: Tabelle 2 Parameter der Supraleiterspulen Radien und Höhenkoordinaten
(vergl. Fig. 3) ra = 26 cm y1 = 5 cm r2 = 29 " y2 = 8 r3 = 31 " y3 = 10 " r4 = 33
" y4 = 13 " r5 = 39,5" y5 = 14 " r6 = 44 " y6 = 24 r7 = 49 Spule 20a 20b 22 24 Fläche
[cm²] 104,5 62,5 18 4 Itot [AWdgn] 904,10 411,10 154,10 120 Stromdichte j 86,5 65,8
85,6 0,3 [A/mm²]
Am Ort r = 26 cm, y = 14 cm der inneren Korrekturspule
tritt die höchste Feldstärke B = 6,6 T auf. Die über die ganze Spule gemittelte
Stromdichte beträgt 86 A/mm2.
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Hierauf ist bei der Wahl des Supraleitermaterials Rücksicht zu nehmen.
Geeignet ist z.B. Niob-Titan.
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Bezüglich der Toleranzen, die hinsichtlich des magnetischen Führungsfeldes
1 erhalten sind, ist folgendes zu bemerken: Eine Abweichung des Feldes Bo vom Sollwert
bewirkt lediglich eine Energieänderung und damit eine Verschiebung des Spektrums
der Synchrotronstrahlung.
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Der zulässige Fehler von B' ist durch die Verschiebung des Arbeitspunktes
im Qr/Qy-Diagramm gegeben, der kleiner als 10 % des maximal zulässigen Bereiches
sein sollte, d.h.
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| AB' | < B/r #n mit #n < 3.10-3 (15) daraus ergeben sich für
den Sollwert B' des Feldgradienten und den maximalen Fehler | AB' des Feldgradienten
die folgenden Werte bei der Einschußenergie von 8 MeV und der maximalen oder Endenergie
von 430 MeV: (16) E [ MeV j 8 430 B' [ T/cm] -1,71 . 10-3 -9,18 . 10-2 |AB'| [T/cm
] 10-5 5.10-4 Feldgradienten dieser Größenordnung lassen sich mit der erforderlichen
Genauigkeit einwandfrei messen, so daß sich die Ströme in den Spulen hinreichend
genau einstellen lassen.
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Während der ersten Phase der Beschleunigung wird eine Feldänderungsgeschwindigkeit
B von mindestens 0,1 T/s benötigt. Solche zeitlich veränderlichen Felder können
Wirbelströme induzieren, die Feldstörungen verursachen. Dies ist bei der Konstruktion
des Eisenjoches, der Spulenkörper, der Vakuumkammer, von Beschleunigungselektroden
und Resonatoren in der Vakuumkammer und anderer sich im Bereich des Magnetfeldes
befindender elektrisch leitender Bauteile in bekannter Weise zu berücksichtigen,
z.B. durch Unterteilung und/oder Wahl geeigneter Werkstoffe mit hohem spezifischem
Widerstand.
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Da der Wert von B nicht sehr groß ist, kann die Unterteilung z.B.
des Eisenkernes, relativ grob sein.
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Die Fehler, die durch eine Parallelversetzung der Achsen der oberen
und unteren Spule eines Spulenpaares oder durch einen Winkel zwischen den Spulenachsen
verursacht werden, sind relativ klein und im allgemeinen vernach-Iässigbar. Die
beiden Teile der Hauptspulen sollten jedoch möglichst genau kreisförmig sein, da
eine elliptische Deformation der Hauptspulenteile eine vergleichsweise große Fehlerquelle
darstellt.
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Die Form der Stirnflächen 12c (Fig. 3) der Polschuhe des Eisenkernes
ist nicht sehr kritisch. Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel hatten die Polschuhe
eine Mittelbohrung 30 mit einem Radius von 5 cm.
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Anschließend verläuft die Stirnfläche 12c bis zu einem Radius r1 =
18 cm senkrecht zur y-Achse. Der restliche, äußere Teil bis zum maximalen Radius
von 34 cm ist kegelstumpfförmig und bildet mit dem inneren Teil einen Winkel von
10 6°.
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Der longitudinale Phasenraum Jedes im Speicherring umlaufende Elektron
verliert pro Umlauf einen Teil seiner Energie als Synchrotronstrahlung. Dieser Energieverlust
beträgt für ein Soll-Teilchen, das auf dem Sollkreis mit dem Radius rO mit der Sollenergie
von 430 MeV umläuft, im Mittel: e² 4#e² #E0- = 1/r #4 = # = 1/# # = 10.7 keV (17)
3# 9# Diese Energie muß den Teilchen wieder zugeführt werden, indem es an einer
oder mehreren Stellen des Speicherrings einer totalen beschleunigenden Spannung
U0 ausgesetzt wird. Diese Spannung muß eine Wechselspannung mit einer Frequenz sein,
die ein ganzzahliges Vielfaches h der Umlauffrequenz v =166,6 106 Hz der Teilchen
auf dem Sollkreis ist.
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Das Verhältnis zwischen dem Scheitelwert der Beschleunigungsspannung
und der vom Sollteäbhen benötigten mittleren Beschleunigungsspannung (hier also
10,7 kV) wird als Überfaktor bezeichnet und hat bei dem vorliegenden Speicherring
etwa den Wert 7. Um zu vermeiden, daß die Raumladungsdichte bei hohen Strahlströmen
so hoch wird, daß Instabilitäten auftreten, können der beschleunigenden HF-Wechselspannung
Oberwellen überlagert werden. Der zeitliche Verlauf der Beschleunigungsspannung
läßt sich dann folgendermaßen ausdrücken: (18) c c U(t) = UHF sin (h . t + #s) +
UN sin [N(h r0 r0
Dabei ist N die Ordnung der Oberwellen. Damit
die die Teilchen azimutal fokussierende Potentialmulde möglichst flach wird, müssen
zur Zeit t =0, zu der das Sollteilchen in einem Beschleunigungsspalt die Spannung
U0 durchfällt, die Ableitungen gleich Null sein: d d² ddt U(o) = 0, dt² U(o) = O
(19) Mit dem Überfaktor q = 6 sowie h = 1 ergibt sich eine beschlellnigende Hochfrequenzspannung
mit UHF = 50 kV. Dieser Hochfrequenzspannung wird eine Spannung dreifacher Frequenz
(N = 3 ) mit einer Scheitelspannung U2 = 16,2 kV überlagert. Durch diese Maßnahme
ist gewährleistet, daß eine azimutale Fokussierung der Teilchen auch bei relativ
großer Phasen- und Energieabweichung noch möglich ist. Dies ist bei der Injektion
(Füllung des Speicherrings wichtig. In der Praxis erstreckt sich der zulässige Phasenbereich
von -137° bis 10?, was azimutalen Abständen vom Sollteilchen von-51,5 cm bis + 68,7cm
entspricht. Die maximal zulässige Energieunscharf, bezogen auf die Sollenergie,
ist etwa 4,9 . 10-3.
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Das Hochfreguenzbeschleunigungssystem Die Randbedingungen für das
HF-Beschleunigungssystem des Speicherrings ergeben sich zum größten Teil aus den
obigen Ausführungen und sind im folgenden nochmals zusammengefaßt: Sollkreisradius
rO = 287 mm Hochfrequenz VHF= 166,6 MHz Oberwellenzahl h = 1 Maximal nutzbare Spannung
Umax= 65 kV Leistungsaufnahme des Pstr = 0,5 . 10,7 kW= Strahles (bei I = 0,5A)
5,35 kW
Die Grundfrequenz des HF-Systems wurde gleich der Umlaufsfrequenz
gewählt (h = 1), weil es in diesem Frequenzbereich bereits leistungsfähige Sender
gibt.
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Aus dem gleichen Grund wurde die 3. Oberwelle für das zusätzliche
HF-System, also N = 3, bestimmt.
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Weitere wichtige Argumente für die Wahl h = 1 sind, daß dann keine
Multibunch-Instabilitäten auftreten und andere Instabilitäten gegebenenfalls mit
Hilfe eines Feedback-Systems gesteuert werden können.
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Die Resonatoren müssen zwischen den Polschuhen des Magneten eingebaut
werden, sie dürfen daher eine Bauhöhe von etwa 8 cm nicht überschreiten. Die lichte
Höhe soll mindestens 4 cm betragen, um den umlaufenden Strahl nicht zu behindern.
In radialer Richtung besteht größere Freiheit.
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Für den Einschuß der Elektronen und den Auslaß der Synchrotronstrahlung
muß der Resonator zumindest außen in der Mittelebene einen rundumlaufenden Spalt
aufweisen. Die obere Hälfte des Resonators sollte gegen die untere zwecks Absaugen
von Ionen auf eine Gleichspannung von einigen Kilovolt gelegt werden können.
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Der Resonator ist daher auch auf der Innenseite in der Mittelebene
aufzuspalten. Der Gesamtleistungsbedarf des oder der Resonatoren soll möglichst
klein sein.
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Allerdings sollte die als Wärme auftretende Verlustleistung größer
als die vom Strahl aufgenommene Leistung von 5,35 kW sein, damit die sogenannte
Robinson-Instabilität vermieden wird.
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Ein gerader A/4-Resonator kann aus zwei konzentrischen Rohren mit
den Radien r. und r in den Längen a-s 1 a bzw. a bestehen, wie es in Fig. 6a im
Längsschnitt und Fig. 6b im Querschnitt dargestellt ist. Am einen Ende sind die
beiden Rohre durch einen leitenden Ring miteinander verbunden und am anderen Ende
bilden sie einen Spalt mit der Länge s. In einem solchen Resonator können die stehende
elektromagnetische Wellen mit der Grundfrequenz HF 4a erzeugt werden, wobei c die
Lichtgeschwindigkeit ist. Es bildet sich dabei nur ein Viertel einer vollen Welle
aus, am kurzgeschlossenen Ende ist die Spannung stets null und am offenen Ende liegt
über dem Spalt s -die maxiale Wechselspannung U* an. Im max Spalt s werden die entlang
der strichpunktiert gezeichneten Achse laufenden Elektronen beschleunigt.
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Bei Verwendung im Speicherring sind die Achsen der Rohre des A/4-Resonators
oder der A/4-Resonatoren entsprechend der Sollkreisbahn gekrümmt. Die Rohre können
auch rechteckige Querschnitte haben.
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Da die Wandströme außer auf dem Kurzschlußring azimutal verlaufen,
können die Resonatoren in der Mittelebene aufgeschnitten werden.Werden zweA/4-Resonatoren
mit den Beschleunigungsspalten gegeneinander gestellt und im Gegentakt erregt, so
erhält man einen einzigen Resonator mit einer Gesamtlänge von A/2. Ein solcher Doppelresonator
der mit der zweiten Oberwelle der Teilchenumlauffrequenz erreqt wird, erstreckt
sich über kanpp 1/2 des Ringumfanges. Ein weiterer Doppelresonator, der mit der
dritten Oberwelle der Umlauf frequenz erregt wird, belegt ~ 60°, so daß etwa 1/3
des Ringes für Einschuß- und Strahldiagnostikelemente frei bleibt.
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Eine vereinfachte Darstellung eines zweckmäßigen Doppelresonators
zeigt Fig. 7a. Fig. 7b zeigt die Spannungs-und Stromverteilung im Doppelresonator
gemäß Fig. 7a.
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Die charakteristischen Daten eines bevorzugten HF-Systems sind in
der folgenden Tabelle 3 zusammengestellt: Tabelle 3: Die charakteristischen Daten
des HF-Systems Resonatortyp 2 4A im Gegentakt Resonanzfrequenz 166,6 MHz 499,8 MHz
Oberwellenzahl 1 3 Scheitelspannung 50 kV 16,2 kV Shuntimpedanz 0,3 MQ Verlustleistung
4,2 kW Winkellänge --170 ° Querschnitt: Höhe x Breite 40 x 70 mm2 Innen Außen 75
x 135 mm2 HF-Generator Röhrentyp Valvo Typ YL 1530 YL 1560 maximale Ausgangsleistung
CW 18 kW 5 kW Topfkreis Valvo Typ 40768 c 40783
Aufbau der Vakuumkammer
Fig. 8 zeigt einen Querschnitt eines Teiles der Vakuuicammer 18. Die Wand der Vakuumkammer
wird durch zwei schalenförmige Teile 18a und 18b gebildet, die an einer Flanschanordnung
18c vakuumdicht miteinander verschraubt sind. An den Wänden der Vakuumkammer sind
die beiden Halt tee eines Resonators 40 durch Isolatoren 42 gehaltert Der radial
innere Teil (in Fig. 8 links) der Vakuurnmmer ist durch eine nicht dargestellte
Rohrleitung, die durch die Mittelbohrung 30 (Fig. 2) führt, mit einer nicht dargestellten
konventionellen Hochvakuumanlage verbunden. Ausserdem befinden sich in der Vakuumkammer
radial ausserhalb des Resonators 40 Kryopumpen 44 . In der Sollkreisebene 46 befindet
sich aussen an der zylinderischen Wand der Vakuumkammer ein Absorber 48 aus Kupfer,
der mit- Kühlkanälen 50 für eine Wasserkühlung versehen ist Ähnliche Kühlkanäle
sind auch am Außen- und Innenleiter des Resonators 40 vorgesehen. Der Absorber 48
wird von im wesentlichen tangential verlaufenden Strahlrohren 51 durchsetzt, die
der Auskopplung der Synchrotronstrahlung dienen und ein strahlungsdurchlässiges
vakuumdichtes Fenster aufweisen können. Ein entsprechendes nicht dargestelltes Rohr
dient zum Einschießen der Elektronen.
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Die lichte Kammerhöhe beträgt mindestens 4 cm, die Kammerbreite mindestens
7 cm, so daß Verluste durch Wandstöße vernachlässigt werden können. Dies gilt auch
für die Einschuß- und Beschleunigungsphase, in denen der Strahlquerschnitt erheblich
größer als während der Speicherzeit bei Endenergie ist.
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Das Vakuum in der Vakuumkammer 18 sollte mindestens etwa 3 x 10 7Pa
betragen. Hierfür werden in der Praxis Pumpen mit einer Saugleistung von etwa 2500
l/s benötigt.
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Diese Saugleisçung kann ohne Schwierigkeiten von den beiden ringförmigen
Kryo-Kondensationspumpen 44 aufgebracht werden, die oberhalb und unterhalb der Mittelebene
im Bereich zwischen dem bandförmigen Absorber 48 und dem kastenförmigen Resonator
40 angeordnet sind. Da die hauptsächliche Gasquelle das gezahnte, wassergekühlte
OFHC-Kupfer-Absorberband 48 ist, wirken diese Kryopumpen zwischen der Hauptgasquelle
und der durch das Strahlvolumen gebildeten empfindlichen Zone als Gasfalle und schützen
das Strahlvolumen optimal.
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Eine weitere Kryopumpe ist im Zentrum der Vakuumkammer vorgesehen,
so daß auch von der Innenseite her gepumpt werden kann. Zum Absaugen von Ionen aus
dem Bereich des Strahlvolumens sind 2 cm oberhalb und unterhalb des Strahlbereiches
Saugelektroden (nicht dargestellt) vorgesehen.
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Aus Stabilitätsgründen soll der Querschnitt der Strahlkammer, in der
der Strahl im Speicherring umläuft, nur dort vom Querschnitt des Innenrohres der
Resonatoren abweichen, wo es unvermeidbar ist, also an den Beschleunigungsspalten.
Es ergibt sich dann einerelativ kleine longitudinale Impedanz der Kammer, was die
Wirkung von unerwünschten Raumladungseffekten abschwächt.
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Injektion Als Elektronenquelle und Injektor wird vorzugsweise ein
Linearbeschleuniger mit den folgenden Eigenschaften verwendet:
Energie
: (8 + 2) MeV Energieunschärfe : +2,0 % Maximaler Pulsstrom : 2 A Pulsdauer : 20
ns Pulsanstiegszeit : 3 ns Pulsfeinstruktur: : 2,998 GHz Emittanz : 3 n mm mrad
Wiederholfrequenz : 10 Hz Die Emittanz ist sehr klein gegen die radiale Akzeptanz
Ar -des Speicherringes: # Q a² Ar = = 2900 #mm mrad (21) r Dabei ist a die halbe
radiale Apertur von 35 mm. Wegen des kleinen Radius gibt es also kaum Probleme der
radialen Phasenflächenanpassung. Die Geometrie des Injektionspfades ist in Fig.
9 dargestellt.
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Das Injektions-System besteht aus einer abbildenden Optik 53, einem
Inflektor 52 und einem Kicker 54. Der Strahl 56 wird mit Hilfe eines einfachen optischen
Systems vom Ausgang des in Fig. 9 nicht dargestellten Linearbeschleunigers L (Fig.
1) zum Obergabepunkt am Ende des Inflektors 52 ahgebildet. Dabei durchquert er das
Eisenjoch durch eine Bohrung, die wegen der geringen Erregung praktisch feldfrei
ist. Der Feldverlauf in dem anschließenden Bereich ist in Fig. 10 gegen den Radius
r aufgetragen. Der Inflektor 52, ein horizontal geschlitzter, gepulster Septummagnet,
überlagert in diesem Gebiet ein ein Gegenfeld von ca. 350 10 T. Die Pulsdauer kann
größenordnungsmäßig 1 µs betragen. Die Injektionsbahn der Elektronen innerhalb des
Eisenjochs ist in Fig. 9 dargestellt. Der Strahl verläßt das Inflektorfeld tangential
zu einem Kreis mit dem Radius = = r rO + 4 cm = 32; 7 cm (22)
Um
die Elektronen in der Maschine einzufangen, wird der magnetische Kicker 54 als zusätzliches
Einlenkelement eingesetzt. Dieser besteht aus je einer Stromschleife oberhalb des
inneren Teiles der Vakuumkammer und erstreckt sich zwischen Azimutwinkeln von 1000
bis 1600 strahlabwärts vom Übergabepunkt, ist also 30 cm lang.
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Er produziert ein Feld von etwa 7 10 T, das sind 7,5 % des Felds von
9,3 10 2T am Sollkreis. Dieses Feld fällt während dreier Umläufe, also in 18 ns,
linear auf Null ab. Solche Felder lassen sich mit Hilfe von schnellen Schwingkreisen
produzieren, deren Schwingungen durch Thyristorketten im Nulldurchgang abgeschnitten
werden.
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Ohne den Kickerbump würde das Elektron im Phasenraum einen Kreis mit
dem Injektionsradius rinj beschreiben und nach ca. einer halben Betatronschwingung
an der inneren Wand verloren gehen. Während des ersten Umlaufes reduziert der Kickerbump
die Betatronamplitude um-29 mm.
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Das abnehmende Kickerfeld weitet die Amplitude im zweiten Umlauf um
16 mm auf, doch bleibt das Teilchen innerhalb der zulässigen Apertur. Der Bump während
des dritten Umlaufes bewirkt noch eine geringfügige Verkleinerung der Betatronamplitude.
Danach kann das Teilchen als eingefangen gelten.
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Bei den angegebenen Parametern des Speicherringes können Energieabweichungen
von der Sollenergie bis zu 1,4 % akzeptiert werden. Das Einschußsystem ist so ausgelegt,
daß es diesen Wert nicht zusätzlich einschränkt. Da die HF-Amplitude bereits während
des Einschusses auf ihren maximalen Wert eingestellt ist, begrenzt sie die Energieakzeptanz
ebenfalls nicht. Die HF-Phasenakzeptanz beträgt ca. 70 %. Ein Injektorstrom von
2 A dürfte daher ausreichen, um im Speicherring einen maximalen Strom von 500 mA
speichern zu können.
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Das oben beschriebene spezelle Ausführungsbeispiel läßt sich selbstverständlich
in der verschiedensten Weise abwandeln.Im allgemeinen soll jedoch der Sollradius
der Kreisbahn unter 60 cm und die Endenergie unter 600 MeV-liegen. Der gespeicherte
Elektronenstrom soll im allgemeinen mindestens 100 mA betragen. Die Energie der
injizierten Elektronen (Injectionsenergie) wird im allgemeinen in der Größenordnung
von 10 MeV liegen.