DE3144869C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft die Herstellung eines Permanentmagneten
mit einem hohen maximalen Energieprodukt auf
Basis einer binären Eisen-Platin-Überstruktur-Legierung
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Aus Annalen der Physik, 6. Folge, Band 7 (1950), Seite 173-181
sind Platin-Eisen-Legierungen bekannt, und es wird dort
über die Zusammenhänge zwischen dem Platingehalt und dem
magnetischen Verhalten berichtet. Bei einer Legierung
aus 40 at% Platin und 60 at% Eisen, bei der eine
Dispersion der γ₁-Phase vom flächenzentrierten tetragonalen
Typ in einer γ-Phasen-Matrix vom flächenzentrierten
kubischen Typ vorliegt, wird ein (B × H) max von 26,3 × 10³ Wsec/m³
(3,3 × 10⁶ G · Oe) berichtet.
Aus der US-PS 34 44 012 ist die Herstellung eines Permanentmagneten
aus einer Platin-Eisen-Legierung bekannt. Im
dortigen Beispiel 1 wird gelehrt, eine Platin-Eisen-Legierung
im Gewichtsverhältnis 77 : 23 zu erschmelzen und
aus der vergossenen Legierung dann Teilspäne herzustellen,
die komprimiert und einer Alterungsbehandlung bei 400°C
unterworfen werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung
eines Permanentmagneten mit einem hohen maximalen
Energieprodukt auf Basis einer binären Eisen-Platin-Legierung
zur Verfügung zu stellen, wobei der Platingehalt
möglichst niedrig sein soll. Diese Aufgabe wird durch ein
Verfahren gemäß dem Patentanspruch 1 gelöst.
Das Abschrecken nach dem Homogenisierungsglühen bei 900 bis
1400°C zur Erzielung des alleinigen γ-Phasen-Unordnungsgitters
kann entweder in Wasser oder an der Luft
erfolgen, jedoch wird das Abkühlen vorzugsweise so
schnell wie möglich vorgenommen. Anschließend kann man das
Tempern bei Legierungen mit bestimmten Zusammensetzungen
fortfallen lassen, aber wenn es erforderlich ist, wird das
Tempern bewirkt, in dem man auf eine Temperatur von 400 bis 700°C
(vorzugsweise 425 bis 650°C) während
einer Minute bis 100 Stunden
erhitzt, um dadurch lokale
Spannungen, die beim Anfangsstadium der Transformation
der γ-Phasen-Festlösung des Unordnungsgitters in das γ-Phasen-Ordnungsgitter
verursacht wurden, zu entfernen. Auf diese
Weise erhält man einen Permanentmagneten mit ultrahoher Koerzitivkraft
und einem sehr großen maximalem Energieprodukt.
Wenn die Tempertemperatur 700°C übersteigt, wird das Ordnungsgitter
in zu großem Maße ausgebildet, und dadurch erfolgt
eine Verringerung der vorerwähnten magnetischen Eigenschaften.
Deshalb ist ein Tempern oberhalb 700°C nicht wünschenswert.
Wenn andererseits die Tempertemperatur unterhalb 400°C
liegt, dauert die Temperzeit länger als 300 Stunden. Ein
derartig langes Tempern ist nicht nur unwirtschaftlich,
sondern auch nicht geeignet, um die magnetischen Eigenschaften
zu verbessern. Infolgedessen wird dann, wenn ein
Tempern erforderlich ist, das Tempern bei
400 bis 700°C vorgenommen.
In den Figuren bedeutet
Fig. 1 das bekannte Gleichgewichtsdiagramm einer Eisen-Platin-(Fe-Pt)-Legierung;
Fig. 2 eine graphische Darstellung, in welcher die Beziehung
zwischen der Tempertemperatur und den magnetischen
Eigenschaften von fünf Proben von Eisen-Platin-Legierungen,
enthalten 33,5 bis 47,5 Atomprozent Platin,
gezeigt wird;
Fig. 3 ist eine graphische Darstellung und zeigt die Beziehung
zwischen der Dauer des Temperns bei einer konstanten
Temperatur und den magnetischen Eigenschaften bei
vier typischen Legierungsproben;
Fig. 4 ist eine graphische Darstellung und zeigt die Beziehung
zwischen der chemischen Zusammensetzung und den
magnetischen Eigenschaften einer
Eisen-Platin-(Fe-Pt)-Legierung, und
Fig. 5 zeigt die Entmagnetisierungskurve für typische
Proben, nämlich für die
Proben 3(a), 4(d) und 7(a) gemäß Tabelle 1.
Bezugnehmend auf das Gleichgewichtsdiagramm von Fig. 1,
wo die Eisen-Platin-(Fe-Pt)-Legierung 50 Atomprozent
Eisen enthält, liegt der Transformationspunkt der Legierung
vom γ-Phasen-Unordnungsgitter zum γ₁-Phasen-Ordnungsgitter
bei etwa 1320°C. Auf Grund einer derartig hohen Transformationstemperatur
ist es schwierig, gute magnetische
Eigenschaften zu erzielen, wenn man eine Eisen-Platin-Legierung,
enthalten 50 Atomprozent Platin, verwendet.
Die vorliegende Erfindung überwindet die vorerwähnten
Schwierigkeiten und stellt eine verbesserte Legierung
zur Verfügung.
Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsformen der
Erfindung beschrieben. Als Ausgangsmaterial wird Elektrolyteisen
mit einer Reinheit von 99,9% und Platin verwendet.
Zur Herstellung von Versuchsproben wurden die Ausgangsmaterialien
so abgewogen, daß sie ein Gemisch von 10 g
der gewünschten chemischen Zusammensetzung ergaben, und die
Mischung wurde in einem Aluminium-Tammann-Ofen eingefüllt
und in den Tammann-Ofen unter Einblasen von Argongas geschmolzen.
Die geschmolzene Mischung wurde gründlich gerührt,
um eine homogene geschmolzene Legierung zu erhalten,
die dann in ein Quarzrohr mit einem Durchmesser von etwa
3 bis 3,5 mm gesaugt wurde. Der dabei gebildete runde Stab
wurde zu 25 mm langen Proben geschnitten. Andere Proben
mit anderer chemischer Zusammensetzung, wie dies in Tabelle 1
gezeigt wird, wurden in gleicher Weise hergestellt. Die
Proben wurden etwa 1 Stunde auf 900 bis 1400°C erhitzt,
mit Wasser abgeschreckt, und dann wurden folgende Versuche
durchgeführt:
Fünf derartig wärmebehandelte Proben, nämlich die Proben 2,
4, 5, 7 und 10 wurden getempert, indem man sie während
40 Stunden bei verschiedenen Temperaturen im Bereich von
400 bis 700°C temperte. Die magnetischen Eigenschaften
der so getemperten Proben werden in Fig. 2 gezeigt.
Fig. 3 zeigt die Beziehung zwischen der Dauer des Temperns
bei einer konstanten Temperatur und den magnetischen Eigenschaften
der Legierungsproben und Fig. 4
zeigt die Beziehung zwischen der chemischen Zusammensetzung
und den magnetischen Eigenschaften der
Legierungsproben. Wie aus den Figuren hervorgeht, variiert
die Tempertemperatur zur Ausbildung einer hohen Koerzitivkraft
mit der Zusammensetzung der Legierung. Wenn der Eisengehalt
hoch ist, z. B. wie bei den Proben 2 und 4, ergab ein
Tempern bei 600 bis 640°C eine hervorragende Verbesserung
der Koerzitivkraft. Mit höherem Platingehalten, wie bei den
Proben 5 und 7, lag die geeignete Tempertemperatur niedriger
als bei Legierungen mit niedrigeren Platinanteilen.
Wenn der Anteil des Platins weiter erhöht wurde, wie in
Probe10, die außerhalb der Erfindung ist, ergab die Temperbehandlung keine besonderen
oder überhaupt keine Wirkungen. Bei einem Tempern zwischen
675 und 900°C hatten die Legierungen im allgemeinen eine
erheblich geringere Koerzitivkraft.
Tabelle 1 zeigt auch die magnetischen Eigenschaften der
Proben 2, 3 und 4, wobei die Proben mit Wasser abgeschreckt
worden sind, nachdem sie auf etwa 1000°C oder höher während
einer Stunde erhitzt wurden und dann durch Ziehen zu Drähten
bei einer Rate von etwa 90% oder mehr getempert worden waren.
Wie aus Tabelle 1 ersichtlich wird, wurde durch das Verziehen
der Drähte die magnetischen Eigenschaften aller Proben verbessert.
Insbesondere bildete die Legierung der Probe 4 mit
einem Gehalt von 36 Atomprozent Platin eine maximale Koerzitivkraft
von 290,54 kA/m (3,65 kOe) aus und die Legierung mit dieser maximalen
Koerzitivkraft hatte eine restmagnetische Flußdichte
von 0,95 T (9,5 kG) und ein maximales Energieprodukt von 87,9 kWsec/m³ (11,04 MG · Oe).
Fig. 5 zeigt die Entmagnetisierungskurven von drei Proben,
nämlich den Proben 3(a) (wasserabgeschreckt) mit einer
verhältnismäßig hohen restlichen magnetischen Flußdichte,
Probe Nr. 4(d) (nach dem Wasserabschrecken zu einem Draht
verzogen) und Probe Nr. 7(a), welche die höchste Koerzitivkraft
aufwies. Die Legierungen dieser Proben waren einfach
zu verarbeiten und insbesondere zur Herstellung von Kleinmagneten
mit komplizierten Formen geeignet.
Bei der vorliegenden Erfindung ist der Anteil an Platin auf
34 bis 39,5 Atomprozent beschränkt, weil durch diese
Limitierung nicht nur die Menge an Platin im Vergleich zu
einer Eisen-Platin-Legierung mit einem Gehalt von 50 Atomprozent
bei einem stöchiometrischen Verhältnis vermindert
wird, sondern weil man auch die ausgezeichneten magnetischen
Eigenschaften wie die vorerwähnte höchste Koerzitivkraft
von 366,16 kA/m (4,6 kOe) erzielt.
Claims (2)
1. Verfahren zur Herstellung eines Permanentmagneten mit
einem hohen maximalen Energieprodukt auf Basis einer
binären Eisen-Platin-Überstruktur-Legierung mit einer
homogenen Dispersion der geordneten γ₁-Phase vom
flächenzentrierten tetragonalen Typ in einer Matrix der
ungeordneten γ-Phase vom flächenzentrierten kubischen
Typ, gekennzeichnet durch ein Homogenisierungsglühen
der aus 34 bis 39,5 Atomprozent Platin, Rest
Eisen und weniger als 0,5% Verunreinigungen bestehenden
Legierung bei 900 bis 1400°C während einer Minute bis 100
Stunden und ein Abschrecken der Legierung in Wasser oder
an der Luft mit einer Geschwindigkeit von 30°C/Minute bis
2000°C/Sekunde.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die abgeschreckte Legierung wieder
auf 400 bis 700°C während einer Minute bis 100 Stunden
erhitzt und die wiedererhitzte Legierung dann abgekühlt
wird.
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