DE3039887C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Schienenfahrzeug, insbe
sondere Kamerawagen, dessen Fahrgestelle meh
rere miteinander verbundene Radgestelle aufweist mit
jeweils zwei hintereinander stehenden Stützrädern,
deren aus einer Gabel mit einem Tragarm bestehenden Trag
gestelle jeweils um eine senkrecht stehende Achse
schwenkbar gelagert sind.
Wenn ein Schienenfahrzeug in einer Kurve einläuft
oder eine Kurve durchläuft, so werden die Räder auf
grund der Krümmung der Schiene einer erhöhten Rei
bung ausgesetzt. Um dem abzuhelfen ist es bekannt,
die Räder um senkrechte Achsen schwenkbar zu lagern
und sich durch eine gegenseitige Kopplung zueinander
auszurichten. Dennoch besteht die Gefahr des Auftre
tens von Vibrationen und Geräuschen, die auf eine
ungenügende Führung der Räder beim Einlaufen und
Durchlaufen einer Kurve zurückzuführen ist. Das Auf
treten von Vibrationen und Geräuschen ist besonders
nachteilig bei Kamerwagen, die zum Zwecke von Kino-
und Fernsehaufnahmen auf Schienen verfahren werden,
weil sich bereits geringe Vibrationen oder Geräusche
auf Fernseh- und Kinoaufnahmekameras übertragen und
eine Verminderung der Qualität der Aufnahmen zur
Folge haben.
Nach der DE-AS 10 15 587 ist eine Einrichtung an
Schienenfahrzeugen zum Erleitern des Befahrens von
Kurven bekannt, bei der die von den Schienen geführ
ten Laufräder in Spreizarmen gelagert sind, die um
senkrecht zu der Fahrbahnebene stehende Achsen
schwenkbar sind. Dabei tragen jeweils zwei Spreiz
arme sich quer zu der Fahrtrichtung gegenüberlie
gende, zusammengehörige Radsätze, wobei die Anord
nung derart getroffen ist, daß die parallel zueinan
der stehenden Radlaufpaare durch eine Zahnradverbin
dung zwangsweise gegenseitig verschwenkt werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Schienenfahrzeug der eingangs genannten Art
mit einer ihm angepaßten Schiene zu schaffen, bei dem
nicht zwei nebeneinander stehende Stützräder sondern
zwei hintereinander stehende Stützräder durch Gabeln
und über Zahnräder derart gekoppelt sind, daß eine
Drehung des Traggestelles eines Stützrades um seine
vertikale Achse eine entgegengerichtete Drehung des
anderen Traggestelles für das hinterherlaufende oder
vorauslaufende Stützrad hervorruft, um beim Durch
laufen von Kurven Vibrationen und Geräusche weitest
gehend zu vermeiden.
Ein derartiges erfindungsgemäß ausgebildetes Schienenfahrzeug
ist durch die Merkmale des Anspruches 1 gekennzeich
net. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den
Unteransprüchen zu entnehmen.
Danach sind die beiden Stützräder eines Radgestelles
durch Zahnräder miteinander dergestalt gekoppelt,
daß beim Schwenken des einen Rades das nachlaufende
Rad zwangsläufig ebenfalls geschwenkt wird, während
gleichzeitig die Radpaare eines oder mehrerer Radge
stelle senkrecht zu den jeweiligen Schwenkachsen
verschiebbar sind, so daß eine Anpassung in der Aus
richtung zwangsläufig eintreten kann. Dazu tragen
gleichzeitig freilaufende Führungsräder bei, von de
nen an allen Stützrädern jeweils zwei auf beiden
Seiten angeordnet sind, die mit einem größeren
Durchmesser als die Stützräder versehen sind und die
Stützräder zusätzlich seitlich an den dazu angepaß
ten Schienen führen.
Die erfindungsgemäße Ausbildung der Führung der
Stützräder führt zu einer wesentlichen Verminderung
der Reibung zwischen den Stützrädern und der Schiene
beim Durchlauf einer Kurve im Vergleich zu Fahrge
stellen bzw. Radgestellen, bei denen die Räder le
diglich schwenkbar sind, so daß beispielsweise der
erforderliche Kraftaufwand beim Verschieben eines
Kamerawagens wesentlich vermindert wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend
anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Radgestelles, teil
weise im Schnitt;
Fig. 2 die Draufsicht auf ein Radgestell, teilweise
im Schnitt;
Fig. 3 ein Fahrgestell mit vier Radgestellen in
schematischer Darstellung zur Erläuterung der Funk
tion;
Fig. 4 den Querschnitt der Schiene nach der
Schnittlinie I-I von Fig. 5a und
Fig. 5a und 5b Längsschnitte der Endbereiche von
Schienen, die mit Einzelelementen versehen sind.
Fig. 1 zeigt teilweise einen Längsschnitt eines Radgestelles,
das sich mittels zweier auf Achsen 4 bzw. 5 gelagerter
Stützräder 2 und 3 auf einer Schiene 1 abstützt. Die
Achsen sind in Gabeln 6 bzw. 7 gelagert, die fest mit
zwei Tragarmen 8 bzw. 9 verbunden sind, auf denen je
weils ein Zahnrad 10 bzw. 11 angeordnet ist, deren
Eingriffsbereich mit 12 bezeichnet ist.
Durch die beiden Tragarme 8 und 9 bzw. die beiden
Zahnräder 10 und 11 erstrecken sich Zapfen
13 bzw. 14, die mit den Tragarmen 8 und 9 durch Stifte
15 bzw. 16 drehfest verbunden sind. Die Ansätze 13 a
bzw. 14 a der Zapfen 13 bzw. 14 liegen in Buchsen 17
bzw. 18, in denen sich diese Zapfen frei drehen kön
nen. Die Buchsen 17 und 18 sind fest mit einem Schwenkarm
19 verbunden. Der Schwenkarm 19 ist von einem zweiten
Zapfen 20 durchsetzt, der senkrecht zu der Ebene der
Fig. 1 ausgerichtet ist und einen Schwenkkörper 21
trägt. Der Schwenkkörper 21 trägt auf seiner Oberseite
einen mit einem Gewinde versehenen Drehzapfen 22. Auf
diesem stützt sich das in den Fig. 1 und 2 nicht
wiedergegebene Untergestell des Fahrzeuggestelles bzw.
ein Verbindungsträger der Radgestelle gelenkig ab.
Fig. 2 zeigt teilweise im Querschnitt die Draufsicht auf das
Radgestell, wobei jedoch einer besseren Übersicht we
gen einige Teile fortgelassen sind.
In der Fig. 2 sind die Zahnräder 10 und 11 darge
stellt, die im Bereich 12 so ineinander greifen, daß
die beiden Gabeln 6 und 7 unter einem begrenzten Win
kel zueinander drehbar sind. Die Stützräder 2 und
3 sind mit Radkränzen 33 bzw. 24 versehen. Die Stel
lung der gelenkig verbundenen Stützräder 2 und 3 auf
der Schiene 1 ist durch vier Führungsräder mit größe
rem Durchmesser gesichert, und zwar durch die Füh
rungsräder 25 und 26 für das Stützrad 2 und die Füh
rungsräder 27 und 28 für das Stützrad 3. Von diesen
vier Führungsrädern 25 bis 28 ist das erste Paar auf
der Achse 4 und das zweite Paar auf der Achse 5 frei
drehbar gelagert.
Bekanntlich besteht beim Einfahren oder Ausfahren ei
nes Schienenfahrzeuges in eine Kurve das Problem, daß
sich die Ausrichtung der vorderen Räder zu derjenigen
der hinteren Räder verändert. Diesem Problem wird
Rechnung getragen mit einem zweiten Zapfen 20 (Fig.
1), der den Schwenkkörper 21 trägt, welcher zu dem Schwen
karm 19 schwenkbar ist.
Der Schwenkarm 19 kann längs der Achse des zweiten
Zapfens 20 auf diesem gleiten. Natürlich muß nicht bei
sämtlichen Radgestellen eines Fahrgestelles die Mög
lichkeit vorgesehen sein, daß der Schwenkarm 19 auf
dem zweiten Zapfen 20 entlang gleiten kann. Es genügt
vielmehr bei zwei Radgestellen auf einem Gleis diese
Möglichkeit vorzusehen und die beiden anderen Radge
stelle auf dem anderen Gleis ohne eine Gleitverbindung
auszubilden. Es könen auch nur diagonal liegende Rad
gestelle mit dieser Ausgestaltung ausgestattet sein
oder es kann eine andere Kombination vorgesehen wer
den. Zum Ausgleich der Veränderung der Diagonalen des
Fahrgestelles in der Kurve genügt im übrigen die
axiale Gleitverbindung zwischen dem Schwenkarm 19 und
dem zweiten Zapfen 20. Die Schwenkbewegung ist nicht
erforderlich.
Fig. 3 zeigt schematisch die Wirkung der Erfindung.
Beim Lauf des Fahrgestelles auf einem gradlinigen
Gleis sind die Achsen aller Räder senkrecht zu der
Schiene ausgerichtet. Wenn sich das Fahrgestell in der
Kurve befindet, nehmen die Radachsen verschiedene Win
kel zueinander ein. Die Achsen konvergieren jedoch
alle in Richtung auf die Drehachse des Fahrgestelles
bzw. den Bogenmittelpunkt des Gleises und richten sich
damit nach den verschiedenen Krümmungsradien der
Schienen aus.
Eine spontane Veränderung der Winkel ergibt sich durch
die angelenkten aber miteinander synchronisierten
Stützräder durch den Druck auf die zwei seitlichen
Endräder in der Laufrichtung, die ihrerseits die ge
genüberliegenden Räder steuern mit dem Ende auf der
zur Vorwärtsbewegung des Fahrgestelles abgewandten
Seite.
Diese Tatsache ist besonders wichtig, wenn der Wagen
in eine Kurve hinein- oder herausfährt oder noch wich
tiger, wenn der Wagen eine Kurve oder Gegenkurve
durchläuft, weil es nur mit dem angelenkten Rädersy
stem möglich ist, die Reibung um ca. 50% gegenüber
Fahrzeugen mit Radgestellen herabzusetzen, welche
feststehende Räder haben und weil somit die erforder
liche manuelle Kraft zum Vorwärtsschieben eines Wagens
merklich vermindert wird.
Fig. 4 zeigt eine Schiene 1 mit einem runden Quer
schnitt etwa in der unteren Hälfte des Umfanges, wäh
rend der obere Bereich, der dazu bestimmt ist, die das
Fahrgestell tragenden Räder abzustützen, im Quer
schnitt eine ebene obere Stützfläche 29 aufweist, die
mit der unteren runden Oberfläche durch zwei seitliche
gradlinie Abschnitte 30 und 30′ verbunden ist.
Die das Fahrgestell tragenden Stützräder 2 und 3 lau
fen auf der ebenen oberen Stützfläche 29, während die
beiden seitlichen freilaufenden Führungsräder mit ge
ringem Kontakt an den gradlinigen Abschnitten 30 und
30′ laufen und auf diese Weise einen tadellosen ruhi
gen Lauf des Fahrgestelles auch auf kurvenförmigen
Strecken des Gleises gewährleisten.
In den Fig. 5a und 5b sind Schienenabschnitte mit
Ansätzen dargestellt, die im wesentlichen aus einem
vorstehenden konischen Teil 31 und einem Hohlteil 32
bestehen, das einen kegelstumpfförmigen Hohlraum 32′
aufweist, der dem Profil 31′ des konischen Teils ent
spricht, welches in den Hohlraum eingeschoben werden
kann. Ein Verklemmen des Teiles 31 bzw. 32 mit dem je
weiligen Gleisende erfolgt durch Nuten 33, die aus dem
inneren der Schiene 1 herausgearbeitet sind. Die Befe
stigung der Schiene kann in jeder geeigneten Weise er
folgen. Der beschriebene Einsatztyp an den Enden
zweier Schienenabschnitte ist nur ein Beispiel. Die
Verbindung der beiden Teile kann auch auf andere Weise
erreicht werden.
Obwohl die Erfindung vorstehend am Beispiel eines
Fahrzeuges für die Aufnahme von Kino- oder Fernseh
aufnahmegeräten beschrieben ist, kann sie auch bei
anderen industriellen Fahrzeugen eingesetzt werden,
bei denen das Problem der Reibung und der seitlichen
Stabilität von Bedeutung ist.
Insbesondere kann die Erfindung auf dem Gebiet der Ei
senbahnen angewandt werden, bei dem das Problem der
seitlichen Stabilität durch einen zentralen Zapfen ge
löst ist, durch den das jeweilige Fahrgestell in die
sem einen Punkt abgestützt wird. Bei der erfindungsge
mäßen Lösung kann hingegen jedes Fahrgestell auf acht
seitlichen Punkten ruhen, wodurch eines der größten
Stabilitätsprobleme gelöst werden kann, das bei Zügen
mit großer Geschwindigkeit auftritt. Außerdem wirkt
sich die bemerkenswerte Verminderung der Reibung so
wohl auf eine Herabsetzung des Energieverbrauches als
auch auf die Möglichkeit aus, den Kurvenradius der
Gleise zu reduzieren.
Claims (6)
1. Schienenfahrzeuge, insbesondere Kamerawagen, des
sen Fahrgestelle mehrere miteinander verbundene Rad
gestelle aufweist mit jeweils zwei hintereinander
stehenden Stützrädern, deren aus einer Gabel mit ei
nem Tragarm bestehenden Traggestelle jeweils um eine
senkrecht stehende Achse schwenkbar gelagert sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Traggestelle (Gabeln
6 und 7 bzw. Tragarme 8 und 9) durch Zahnräder (10 und
11) derart miteinander gekoppelt sind, daß eine
Schwenkbewegung des einen Stützrades (3) mit seinem
Traggestell (Gabel 7 bzw. Arm 9) um seine vertikale
Achse eine entgegengerichtete Schwenkbewegung des
anderen Stützrades (2) mit seinem Traggestell (Gabel
6 bzw. Tragarm 8) um seine vertikale Drehachse her
vorruft, und daß beide Traggestelle mit senkrecht
stehenden Drehzapfen (13 und 14) in einem Schwenkarm
(19) gelagert sind, der seinerseits auf einem zwei
ten Zapfen (20) gelagert ist, welcher senkrecht zu
den Drehzapfen (13 und 14) der Traggestelle ausge
richtet ist.
2. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Schwenkarm (19) auf dem zweiten
Zapfen (20) axial verschiebbar gelagert ist.
3. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der zweite Zapfen (20) mit einem
Schwenkkörper (21) fest verbunden ist, der einen
Verbindungsträger des Fahrgestelles trägt.
4. Schienenfahrzeug nach Ansruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Schwenkarm (19) auf dem zweiten
Zapfen (20) verschiebbar und um seine Achse drehbar
gelagert ist.
5. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß an den beiden Seiten der Stützräder
(2 und 3) Führungsräder (25 bis 28) mit einem größe
ren Durchmesser angeordnet sind, die um die gleiche
Achse (4 und 5) frei laufend rotieren.
6. Schienenfahrzeug nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß sowohl die Stützräder (2 bis 3) als
auch die Führungsräder (25 bis 28) auf einer Schiene
(1) laufen, die im Querschnitt unten rund und im
oberen Bereich, auf dem die Stützräder (2 und 3) lau
fen, flach ausgebildet ist, wobei als Verbindung
zwischen dem flachen und runden Bereich gerade Ab
schnitte (30) vorgesehen sind, an denen die freilau
fenden Führungsräder (25 bis 28) mit Spiel anliegen.
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