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Zünder für Drallgeschosse
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Die Erfindung betrifft einen Zünder für Drallgeschosse nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs i.
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In der Hauptanmeldung P 30 24 966.2 wird ein derartiger Zünder vorgeschlagen,
bei dem in der gesicherten Stellung des Zünders der federbelastete Nadel träger
einer Betätigungsvorrichtung auf einer an einer Stelle abgeflachten Außenfläche
eines im wesentlichen kugelförmig ausgebildeten Rotors aufliegt.
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Trotz der relativ starken Federkraft, die anf den Nadelträger ausgeübt
wird, besteht die Mglichkeit, daß infolge des Aufstellmoments des Rotors dieser
sich unter dem Nadel träger hindurch in seine Wirkstellung verdreht.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Auf gabe zugrunde, in Weiterbildung
des in der Haupt anmeldung beschriebenen Zünders, die Sicherheit dieses Zünders
zu erhöhen und seine Konstruktion Zu vereinfachen.
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Unter Erhöhung der Sicherheit des Zünders sind dabei Maßnahmen zu
verstehen, die einerseits eine unbeabsichtigte Zündung in Sicherstellung des Zünders
auszuschließen, die weiter die Ansprechempfindlichkeit vergrößern und die schließlich
die Selbstzerlegung des Anders garantieren, sofern dieser nicht auf ein Ziel anspricht.
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Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezug auf die Zeichnung näher
erläutert.
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Dabei zeigt: Fig. i: einen Längsschnitt des Zünders; Fig. 2: einen
Querschnitt entlang der Linie A - B von Fig. 1.
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Fig. 1 zeigt in einem Längsschnitt ein Ausführangsbeispiel des erfindungsgemäßen
Zünders für Drallgeschosse.
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Der Ziinder umfaßt in einem aus mehreren verschraubten Teilen bestehenden
Zylinderkörper 22 eine aus der Zerlegerfeder 13, dem Kugelträger 11 und dem Nadel
träger 16 bestehende Betätigungsvorrichtung, einen eine pyrotechnische Zündladung
23 enthaltenden Rotor 20 sowie im heckseitigen Teil eine übertragungsladung.
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In Sicherstellung des Zünders preßt glch die am Zylinderkörper 22
abstützende Zerlegerfeder 13 den Kugel träger 11 in Heckrichtung des Zylinderskörpers
22 derart, daß der Nadel träger 16 einerseits an den Rotor 20 gepreßt wird und dort
in eine flache Ausdrehung 27 eingreift, die in den Außenmantel 26 des Rotors 20
eingebracht ist.
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Auf diese Weise wird trotz des hohen Aufstellmomente des Rotors ein
Verdrehen des Rotors 20 aus dieser Sicherstellung hinaus verhindert. Die Sicherstellung
des Rotors 20 wird noch durch eine weitere von der Betätigungsvorrichtung 11, 13,
16 unabhängige Sicherung garantiert, die im heckseitigen Teil des Zünderkörpers
22 angeordnet ist.
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Diese Sicherheit besteht bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel
der Erfindung aus einem Massestift 18,
der von einer DruckSeder
19 belastet, in einer außermittig parallel zur Längsachse verlaufenden Bohrung 21
gleitbar gelagert ist. In Siche:rstellung des Rotors 20 greift der vordere Teil
des Massestifts 18 in eine im Rotor 20 befindliche Ausnehmung ein und verhindert
im Zusammenwirken mit dem Nadel träger 16 der BetCtigungsvorrichtung 11, 13, 16
eine Verdrehung des Rotors 20 in dessen Wirkstellung. Die beiden den Rotor 20 sperrenden
Sicherheitssysteme greifen diametral liegend derart in den Rotor 20 ein, daß dieser
sich insbesondere auch durch Schock- und Vibrationsbelastungen, die während des
Transports und der Handhabung des Geschosses auftreten können, nicht aus seiner
Sicherstellung herausbewegen kann.
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Als Antriebsmittel zur Aktivierung der Betätigungsvorrichtung 11,
13, 16 sind höchstens zwei Zerlegerkugeln 6 vorgesehen, die in Sicherstellung des
Zünders durch Sperrkugeln 4, 5 gesichert auf dem Grund von Bohrungen 7 angeordnet
sind. Infolge der bei der Rotation des Zylinderkörpers auftretenden Zentrifugalkraft
wandern diese Zerlegerkugeln .6 nach Freigabe durch die Sperrkugeln 4, 5 auf der
Kugel schräge 12 in radialer Richtung nach außen und bewegen dabei den Kugelträger
ll zusammen mit dem daran befestigten Nadel träger 16 gegen die Kraft der Zerlegerfeder
13 in Richtung auf die Spitze des Zünderkörpers 22.
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Dadurch wird - wie nachfolgend noch im einzelnen erläutert -der Rotor
20 aus seiner Sicherstellung freigegeben, 90 daß er in seine Wirkstellung schwenken
kann.
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In einem weiteren Ausftihrungsbeispiel der Erfindung, das in der Zeichnung
nicht dargestellt ist, ist lediglich eine Zerlegerkugel 6 vorgesehen, die am Grund
der Bohrung 7 gesichert gelagert ist und die erst unter Dralleinfluß
in
ihre Arbeitsposition auf die Kugelschrage 12 wandert.
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Dadurch ergibt sich eine besonders einfache Konstruktion des Zünders.
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In ihrer Ruhestellung am Grunde der Bohrung 7 werden die Zerlegerkugeln
6 durch Sperrmittel gesichert, die in einer im Kugel träger 11 angeordneten Bohrung
15 angeordnet sind. Als Sperrkugeln werden zweckmäßig zwei Sperrkugeln 4, 5 oder,
wie in der Hauptanmeldung beschrieben, ein Sperrstift verwendet. Die Bohrung 15
schneidet die Bohrung 7 zweckmäßig derart an, daß der Mündungsquerschnitt der Bohrung
15 kleiner ist als der Durchmesser der Sperrmittel 4, 5, 5', so daß diese nicht
vollständig in die Bohrung 7 gelangen können. In radialer Richtung nach außen wird
die Bohrung 15 durch eine Wickelbandsicherung verschlossen, welche aus dem Wickel
band i und den Wickelträgern 2, 3 besteht. Diese Wickelbandsicherung verhindert
im Ruhezustand des Zünders ein Austreten. der Sperrkugeln 4, 5 in radialer Richtung
nach außen aus der Bohrung 15 und somit eine Freigabe der Zerlegerkugel 6. Die Verwendung
von zwei Wickelträgern 2,3 bietet den Vorteil einer sicheren Führung des Wickelbandes
1.
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Um das Wickelband i der Wickelbandsicherung 1, 2, 3 während des Abspulvorgangs
nicht durch zu hohe Zentrifugalkräfte der Sperrkugeln 4, 5 unzulässig abzubremsen.
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oder zu behindern, ist es zweckmäßig, bei Zündern für Geschosse mit
sehr hohen Rotationsgeschwindigkeiten zumindest eine der Sperrkugeln 4, 5 aus einem
leichten Material, wie beispielsweise Kunststoff oder Aluminium anzufertigen.
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Aus Sicherheitsgründen wird gefordert, daß sich der Zünder bei Nichtansprechen
auf ein Ziel selbst zerlegt.
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Dies wird dadurch bewirkt, daß sich bei verlangsamter Rotation des
Zünders die Zerlegerkugeln 6 auf den Kugelschrägen 12 radial nach innen bewegen
und somit eine Bewegung des unter Federspannung stehenden Nadel trägers 16 in Richtung
auf den Detonator 23 des in Scharfstellung befindlichen Rotors 20 ermöglichen. Um
diese Bewegung insbesondere bei einem nicht völlig an der Außenwandung des Wickel
raums 14 anliegenden Wickelband nicht zu behindern, weist erfindungsgemäß der näher
am Kopfteil des Zünders liegende Wickelbandträger 3 einen geringeren Durchmesser
als der dem Heckteil des Zünders zugewandte Wickelbandträger 2 auf.
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Zur Vergrößerung der Aufschlagempfindlichkeit ist weiter in einer
im Kopfteil des Zünderkörpers eingebrachten Bohrung 28 ein zylindrischer Stift 29
gleitbar gelagert und derart angeordnet, daß er von der Feder 13 koaxial umgeben
ist. Dieser Stift 29 unterstützt über den Kugelträger 11 die Bewegung des Nadelträgers
16 in Richtung auf den Detonator 23.
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Die Wirkungsweise des Zünders ist wie folgt: Beim Abschuß eines mit
dem Zünder ausgestatteten Geschosses hat die Massenträgheit des Massestifts 18 zur
Folge, daß dieser aus seiner Ituhelage, in der er sich im Eingriff mit dem Rotor
20 befindet und diesen gegen Verdrehung sichert, gegen die Kraft der Druckf eder
19 in Richtung auf das Heck des Ziinderkörpers 22 zurückbewegt wird und dabei den
Rotor 20 freigibt. Die Federkonstante der Druckfeder 19 und der Reibungskoeffizient
des Massestifts 18, der in der Bohrung 21 gleitbar gelagert ist, sind dabei derart
aufeinander abgestimmtt daß
der Massestift 18 nach Freigabe des
Rotors 20 auch unter Berücksichtigung der auf der weiteren Flugbahn auftretenden
Geschoßverzögerung durch den Einfluß der Rotationskräfte nicht mehr in seine Anfangsposition
zurückkehren kann. Unter dem Einfluß des Geschoßdralls wird zunächst die W:Lrkung
der Wickelbandsicherung 1,' 2, 3 aufgehoben mit der F«te daß die Sperrkugeln 4,
5 in radialer Richtung sich aus der Bohrung 15 herausbewegen und die Serlegerkugeln
6 freigeben. Diese Zerlegerkugeln 6 laufen dann zunächE;t in der Bohrung 7 in Richtung
Zünderspitze, bis sie in die bis dahin nicht besetzten Bohrungen 8 eintreten. Dort
heben sie dann den Kugelträger 11 über die Kugel schräge 12 gegen die Kraft der
Zerlegerfeder 13 soweit an, daß nunmehr das Endstück des Nadelträgers 16 aus der
Ausdrehung 27 im Außenmantel 26 des Rotors hinausgleitet und der Rotor 20 von der
vermittels des Nadel trägers 16 übertragenen Kraft der Zerlegerfedern 13 befreit,
sich infolge seiner Massenverteilung unter dem Einfluß der Zentrifugalkraft in die
Zündstellung des Detonators bewegen kann. Die Ztündstellung ist dann erreicht, wenn
der Detonator 23, die Übertragungsladung 24 und der Nadeiträger 16 fluchtend ausgerichtet
sind. Der Zünder tritt in Funktion, sobald ein Aufschlag des Geschosses erfolgt
oder sobald infolge einer Draliverminderung die Rückstellkraft der Zerlegerfeder
13, die vermittels der Zerlegerkugeln 6 auf den Kugel träger 11 übertragene Zentrifugalkraft
überwiegt. 1