Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
Die immer umfangreicher und komplizierter werdenden elek
tronischen Systeme, insbesondere für Rechneranwendungen,
benötigen bekanntlich eine zunehmende Anzahl von digitalen
Schaltungskreisen und machen folglich eine immer stärkere
Miniaturisierung der Bauelemente erforderlich. Eine derzeit
entwickelte Technologie ist die der vielschichtigen Lei
tungsführung oder Verdrahtung. Integrierte Schaltungen, die
aktive Bauelemente enthalten, insbesondere Schaltkreise,
welche die gewünschten logischen Funktionen ausführen, sind
auf der Oberfläche einer Keramikplatte aufgebaut (in der vor
liegenden Beschreibung wird allgemein der Begriff "Substrat"
verwendet), welche die Leiterbahnen trägt, um die erforder
lichen Verbindungen zwischen den Anschlüssen der verschiede
nen integrierten Schaltkreise herzustellen. Zusätzlich zu
diesen integrierten Schaltkreisen kann das Substrat weitere
mehr oder weniger umfangreiche Bauelemente tragen, insbeson
dere Kondensatoren. Die Leiterbahnen des Substrats sind ge
wöhnlich durch Siebdruck aufgebracht. Während der Herstellung
kann jedoch eine Änderung erforderlich werden, die eine Ände
rung der Anschlußplatte bzw. des Substrats erforderlich
macht. Es ist natürlich nicht möglich, auf die Innenschichten
des Substrats einzuwirken, wenn dieses mehrere aufeinanderge
schichtete Leiterbahnschichten enthält. Der Aufbau des Sub
strats selbst ist jedoch so ausgelegt, daß jegliche Änderun
gen der Leitungsführung möglich sind, indem die äußere Lei
terbahnschicht des Substrats bearbeitet wird, die allein zu
gänglich ist. Insbesondere sind bei allen auf dem Substrat
aufgebauten Bauteilen die Anschlußstifte nur mit dieser äuße
ren Leiterbahnschicht verbunden, so daß es stets möglich ist,
die Leiterführung zu verändern, selbst durch vollständiges
Isolieren bestimmter Teile der zuvor bestehenden Verbindung.
So kann mit einer geeigneten Vorrichtung ein Leiter der äuße
ren Leiterbahnschicht auf dem Substrat durchtrennt werden (um
z. B. einen Anschlußstift einer integrierten Schaltung völlig
freizulegen), ohne den restlichen Teil der Leiterbahnen
und/oder aktiven Bauelemente, die bereits auf dem Substrat
aufgebaut sind, zu beschädigen.
Aus der DE-OS 26 10 283 ist bereits eine Vorrichtung zur Ver
drahtung an der Oberfläche eines Substrats bekannt, die einen
in einer waagerechten Ebene translationsverschiebbaren Sub
stratträger und einen Werkzeugträger aufweist. Der Werkzeug
träger ist mit einer festen Buchse versehen, die eine senk
rechte Achse aufweist. Aus der Buchse wird Draht auf das Sub
strat geführt, somit dient die Buchse als Drahtspender. Un
terhalb der Buchse ist eine Lötvorrichtung vorgesehen, die
auf den Substratträger und den aufgebrachten Draht gerichtet
ist. Nach dem Anlöten des Drahtes an der gewünschten Stelle
kann der verlegte Drahtabschnitt mittels einer Abtrennvorrich
tung von dem durch den Drahtspender zugeführten elektrischen
Draht abgetrennt werden.
Der zu verlegende Draht muß beim Aufbringen auf das Substrat
um das Ende einer auf einem Arm vorgesehenen, den Draht auf
das Substrat drückenden Rolle herumgebogen werden. Entspre
chend groß ist der minimale Biegeradius, der mit einer sol
chen Vorrichtung erzielt werden kann.
Die bekannte Vorrichtung ist nicht präzise genug, um die Ver
wirklichung einer Leiterbahnführung auf einem vielschichtigen
Substrat einer Größe von einigen Quadratzentimetern zu ermög
lichen. Um eine Vorstellung von den angetroffenen Schwierig
keiten zu geben: Der Durchmesser des bei solchen Anwendungen
zur Verwirklichung der zusätzlichen Verdrahtung verwendeten
Drahtes liegt in der Größenordnung von einigen Hundertsteln
Millimetern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
der oben angegebenen Art dahingehend weiterzubilden, daß bei
Verwendung sehr dünner Drähte eine flexible Gestaltung durch
Realisierung minimaler Biegeradien bei dem zu verlegenden
Leiterbahnmuster erreicht wird.
Diese Aufgabe wird bei einer gattungsgemäßen Vorrichtung er
findungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Patentan
spruchs 1 angegebene Maßnahme gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unter
ansprüchen angegeben.
Um eine gegebene Verbindung herzustellen, wird das Ende des
Drahtes, das aus der Austrittsöffnung der Drahtzuführ-/Draht
spendeeinrichtung hervorsteht, angelötet, und ein geeignetes
Drahtstück wird vorzugsweise auf der Substratoberfläche auf
geklebt und bis zu einem zweiten Anschlußpunkt ausgerollt, wo
der Draht wiederum angelötet und dann abgeschnitten wird. Die
erfindungsgemäße Vorrichtung enthält somit ferner vorzugsweise
eine Einrichtung zur Befestigung des Drahtes auf dem Substrat,
wobei diese Befestigungseinrichtung auf dem drehbaren Träger
montiert ist. Wie weiter unten ersichtlich wird, werden jeweils
verschiedene Befestigungseinrichtungen verwendet, je nach
dem, ob auf einem bloßen Substrat oder auf einem bereits
mit den aktiven und passiven Bauteilen ausgerüsteten
Substrat gearbeitet wird.
Einzelheiten einer Ausführung der Erfindung ergeben
sich aus der folgenden Beschreibung
an Hand der Zeichnung. In der Zeichnung
zeigen:
Fig. 1 einen Seitenaufriß der Vorrichtung, wobei Teile
weggebrochen sind;
Fig. 2 einen in größerem Maßstab gezeigten Teilschnitt
der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung, wobei ins
besondere die Ausbildung der erhitzbaren Kolbens
und seines Betätigungsmechanismus gezeigt ist;
Fig. 3 eine Schnittansicht längs Linie III-III in Fig. 2;
Fig. 4 eine Teil-Draufsicht zur schematischen Darstellung
der Ausbildung des Substratträgers;
Fig. 5 eine vergrößerte Teilansicht des Drehlagers, auf
dem die Drahtzuführ-/Drahtspendeeinrichtung für den die Verdrahtung bildenden
Draht montiert ist;
Fig. 6 eine Ansicht entlang dem Pfeil VIII in Fig. 5;
Fig. 7 eine Ansicht analog Fig. 5, wobei ein Teil der Drahtzuführ-/
Drahtspendeeinrichtung (gestrichelt angedeutet)
entfernt ist; und
Fig. 8 eine vergrößerte schematische Ansicht eines
Teils aus Fig. 5, wobei insbesondere die Ausbildung
und Arbeitsweise einer Drahtbiegeeinrichtung dar
gestellt sind.
Es wird zunächst auf Fig. 1 Bezug genommen, in der die
vollständige Vorrichtung dargestellt ist, von der ange
nommen wird, daß sie in Betrieb ist und ein Substrat
11 bearbeitet, das bereits auf einer herkömmlichen ge
druckten Schaltung 12 aufgebaut ist, auf der mehrere
gleiche Substrate gegenüber Fenstern 13 der gedruckten
Schaltung 12 aufgebaut sind. Bei der gezeigten Ausführungs
form ist das Substrat 11 bereits bestückt und trägt somit
eine bestimmte Anzahl von integrierten Schaltungen 14
und möglicherweise auch Kondensatoren, wodurch eine
zusätzliche Verdrahtung an der Oberfläche des Substrates
erschwert wird. Es wird später ersichtlich, daß die
zu beschreibende Vorrichtung so ausgelegt ist, daß
sie sowohl bloße Substrate als auch bereits bestückte
Substrate bearbeiten kann. Die eigentliche Vorrichtung
ist zusammengesetzt aus einem Werkzeugträger 15 und
einem Substratträger 16, der mit Positioniermitteln zum
Positionieren des Substrats 11 in einer horizontalen Ebene
ausgerüstet ist, um dieses Substrat 11 in irgendeine gewünschte
Position unter dem Werkzeugträger 15 bringen zu können. Der
Werkzeugträger 15 und/oder Substratträger 16 sind also an
wenigstens einen Translations- und/oder Rotationsmechanis
mus angekoppelt, der eine Relativbewegung zwischen Sub
strat und Werkzeugen zuläßt. Bei der dargestellten
Ausführungsform enthält der Substratträger 16 einen
X-Y-Verschiebungstisch 17, auf dem später beschriebene
Positionierungs- und Anschlagelemente befestigt sind. Der
Werkzeugträger 15 enthält einen allgemein auslegerförmigen
Aufbau, dessen Fuß 18 teleskopartig ausgebildet ist und
eine Veränderung des Abstands zwischen den Enden der
Werkzeuge und der Substratoberfläche gestattet. Der
Ausleger enthält insbesondere einen im wesentlichen
waagerechten Teil 19 und einen im wesentlichen senkrechten
Teil 20, wobei diese beiden Teile jeweils die Bestandteile
einer senkrechten Schiebeführung 21 enthalten, die ein
Anheben des Teils 19 gestattet; dieses Anheben erfolgt
unter Steuerung durch einen Elektromotor 22, eines
Untersetzungsgetriebes 23 und eines Nockens 24, der
auf ein Rädchen 25 einwirkt, das mit der unteren
Verlängerung 26 des waagerechten Teils 19 fest ver
bunden ist. An dem gegenüberliegenden Ende des waage
rechten Teils 19, d. h. über den X-Y-Tisch 17, befinden
sich wenigstens zwei Werkzeuge, nämlich eine Lötvorrichtung in der Art eines erhitzbaren
Kolbens 30 und eine Drahtzuführ-/Drahtspendeeinrichtung 31, die eine Drahtaustrittsöffnung
32 in der Nähe des unteren Endes des
Kolbens 30 aufweist. Dieser Kolben 30 ist in senkrechter
Richtung mit einer längsgerichteten Translationsbewegung
in einer Hohlspindel 33 verschiebbar, deren Achse auf den
Substratträger 16 zu gerichtet ist, so daß der Kolben 30
sich auf das Substrat 11 absenken kann, um eine Lötung
an einer Stelle des Substrats 11 vorzunehmen, die durch
die vorherige Positionierung des X-Y-Tisches 17 bestimmt
ist. Die Drahtzuführ-/Drahtspendeeinrichtung 31 ist auf einem drehbaren Träger 35
aufgebaut, der um die Hohlspindel 33 drehbar ist, so daß
die Positionierung der Austrittsöffnung 32 in bezug
auf das Ende des Kolbens 30 möglich ist, und zwar
in Abhängigkeit von der relativen Bewegungsrichtung
zwischen dem Werkzeugträger 15 und dem Substratträger 16,
wenn der X-Y-Tisch 17 bewegt wird. Der Schwenk- bzw.
Drehträger 35 trägt ferner eine Befestigungsvorrichtung
36, die es ermöglicht, den Draht nach
und nach durch Haftwirkung auf dem Substrat 11 zu befestigen,
während er darauf aufgebracht wird.
Diese Befestigungsvorrichtung 36 ist mit der
Möglichkeit einer Winkelverstellung in einer senkrechten
Ebene ausgestattet, und zwar durch eine bogenförmige
Öffnung 37 in dem drehbaren Träger 35. Die Drahtzuführ-/Drahtspendeeinrichtung 31
ist ebenfalls in ihrer Winkellage in einer senkrechten
Ebene verstellbar, und zwar durch eine Öffnung 38,
die ebenfalls in dem drehbaren Träger 35 angeordnet ist. Auf
diese Weise können die Drahtzuführ-/Drahtspendeeinrichtung 31 und die Befestigungsvorrichtung
36 in zwei bevorzugten Winkellagen
in bezug auf die Senkrechte aufgebaut werden,
entsprechend einer Neigung ihrer unteren Enden von 15
bzw. 45° in bezug auf die Achse der Hohlspindel 33 und
in Fig. 1 ist zur Vereinfachung die Befestigungsvorrichtung
36 unter einem Winkel von 45° gezeigt,
während die Drahtzuführ-/Drahtspendeeinrichtung 31 unter einem Winkel von
15° dargestellt ist (die Winkellagen sind in Fig. 1
gestrichelt angedeutet); diese Einstellung entspricht
jedoch nicht der üblichen Betriebsweise. Eine Neigung
von 45° ist nämlich insbesondere vorzuziehen, um
ein gutes Abrollen des elektrischen Drahtes aus der Drahtzuführ-/Drahtspendeeinrichtung
31 zu ermöglichen, diese Neigung
kann jedoch nur auf bloßen Substraten ausgenutzt
werden. Bei bereits bestückten Substraten, insbesondere
solchen, die auf einer mit Fenstern versehenen
gedruckten Schaltung 12 aufgebaut sind, ist die normale
Arbeitslage die mit einem Neigungswinkel von 15°, sowohl für die
Drahtzuführ-/Drahtspendeeinrichtung 31 als auch für die Befestigungsvorrichtung
36 durch die Enden der Werkzeuge besonders
nahe an die auf dem Substrat aufgebauten Bauteile
herangebracht werden können, falls dies erforderlich
ist. Der drehbare Träger 35 wird zum Beispiel über ein
außenseitiges Ritzel 40, einen Zahnriemen 41 und
einen Elektromotor 42 am waagerechten Teil 19 des
Werkzeugträgers 15 in Drehung versetzt. Das Oberteil
des erhitzbaren Kolbens 30 ist über eine Gelenkverbindung
45 mit einem Hebelarm 46 verbunden, der auf dem Werkzeug
träger 15 an einer Stelle zwischen seinen Längsenden um
eine waagerechte Schwenkachse 47 schwenkbar gelagert ist.
Derjenige Teil des Hebelarms 46, der sich in bezug auf
die Gelenkverbindung 45 auf der anderen Seite der Achse
47 befindet, ist mit einem einstellbaren Gegengewichtssystem
48 versehen, um die Auflagekraft des erhitz
baren Kolbens 30 auf dem Substrat 11 variieren zu können.
Die Fig. 2 und 3 zeigen im einzelnen die Ausbildung
des erhitzbaren Kolbens 30 sowie eine System zur Betätigung
desselben und des drehbaren Trägers 35. Das Oberteil des erhitzbaren
Kolbens 30 ist in senkrechter Richtung in der
Hohlspindel 33 verschiebbar gelagert, und zwar über zwei
Kugellagerhülsen 50, während die Nabe 51 des drehbaren Trägers 35
auf der Außenseite der Hohlspindel 33 über zwei Kugellager 52
gelagert ist. Der Hebelarm 46 kann durch eine Nocken-Steueranordnung
53 zur Mitnahme des erhitzbaren Kolbens 30
angehoben werden. Das einstellbare Gegengewichtssystem 46
enthält ein Reguliergewicht 55, das entlang des Hebelarmes 46
durch Stangen 56 direkt geführt ist, die eine Drehung
derselben unter der Wirkung einer Gewindestange 57,
auf die es aufgeschraubt ist, verhindern. Die Antriebsachse
eines Elektromotors 58 ist mit dem einen Ende der
Gewindestange 57 verbunden, so daß die Drehung der Gewindestange
57 zur Längsbewegung des Gegengewichts 55
entlang des Hebelarmes 46 führt. Auf diese Weise kann die
Auflagekraft, mit der das Ende des erhitzbaren Kolbens 30
auf dem Substrat 11 aufliegt, um eine Lötung durchzuführen,
beliebig eingestellt werden.
Es kann erwähnt werden, daß bei dem beabsichtigten An
wendungsgebiet eine Lötung durch erneutes Schmelzen eines
Lötmittelklötzchens (z. B. aus Indium und Blei) erfolgt,
das zuvor auf dem Substrat 11 aufgebracht wird. Es können
auch mehrere Drähte an denselben Lötklötzchen ange
lötet werden (in der Praxis bis zu 3 Drähte). Es
wurde beobachtet, daß die Auflagekraft des Endes
des Kolbens 30 auf den Lötklötzchen je nach Anzahl
der bereits an diesen angelöteten Drähte verschieden
sein muß, nämlich je größer, umso mehr Drähte vorhanden
sind. Die Auflagekraft des Kolbens 30 muß also beim Anlöten
des zweiten Drahtes vergrößert werden und beim Anlöten
des dritten Drahtes erforderlichenfalls weiter ver
größert werden. Dies ist im wesentlichen der Grund
für das Vorhandensein des beschriebenen Gegengewichts
systems. Da die verschiedenen Auflagekräfte vorbe
stimmt sind, ist es somit möglich, mehrere bevorzugte
Stellungen des Regulier- oder Gegengewichts 55 entlang des Hebelarms 46
festzulegen, wobei jede bevorzugte Stellung einer
Auflagekraft entspricht, um den ersten, zweiten bzw.
dritten Draht an einem gegebenen Lötklötzchen anzulöten.
Zu diesem Zweck kann das Gegengewicht 55 einen Magneten
60 enthalten, und es kann eine bestimmte Anzahl von
Detektorelementen 61, die für Magnetfelder empfindlich
sind, entlang der Bahn des Magneten 60 angeordnet werden.
Diese Detektorelemente sind mit einem elektronischen System
zur Steuerung des Elektromotors 58 (nicht dargestellt) verbunden,
wodurch eine Positions-Servoregelung geschaffen wird. Der
Elektromotor 58 ist auf dem Hebelarm 46 in der Nähe der genannten
Zwischenstelle, d. h. über der Schwenkachse 47, angebaut.
Fig. 4 zeigt weiter im einzelnen die Ausbildung des Sub
stratträgers 16. Auf dem X-Y-Tisch 17 befindet sich eine
Grundplatte 65, die mit vier Sockeln 66 versehen ist,
auf denen die vier Ecken des Substrats 11 aufgestützt
werden sollen. Über dem einen Sockel (66a) befindet
sich ein z. B. in seine Masse eingeschnittener Winkel 67,
der als Bezugspunkt für die Positionierung des Sub
strates 11 dient. Ein weiterer, benachbarter Sockel 66b
weist einen Anschlag 68 auf, dessen innenseitige Ober
fläche in derselben Ebene liegt, wie ein Teil des
Winkels 67. Blattfedern 69, die auf der Grundplatte 65
so befestigt sind, daß sie gegen bestimmte Ränder des
Substrats 11 andrücken, halten dieses gegen den Winkel
67 und den Anschlag 68 angelegt, und gewährleisten somit
eine präzise Positionierung des Substrates 11 auf der
Grundplatte 65. Diese Grundplatte 65 ist ferner auf dem
X-Y-Tisch 17 über eine senkrechte Achse 70 befestigt,
derart, daß eine zusätzliche Winkeleinstellung durch
einen Mikrometer-Einstellmechanismus 71 ermöglicht wird,
der zwischen der Grundplatte 65 und dem X-Y-Tisch angeordnet
ist. Wenn ein bloßes Substrat 11 bearbeitet wird, erfolgt
die Positionierung einfach in der in Fig. 4 gezeigten
Weise. Wenn jedoch ein bereits bestücktes Substrat
bearbeitet werden soll, das bereits auf einer mit
Fenstern versehenen gedruckten Schaltung 12 montiert
ist (Vergleiche Fig. 1), so wird stets auf das Substrat 11
eingewirkt, das sich auf der Grundplatte 65 befindet.
Der übrige Teil der gedruckten Schaltung 12 wird durch
entfernbare Anschläge 74 getragen, die auf dem X-Y-
Tisch 17 angeordnet sind.
Die Fig. 5 und 6 zeigen die Ausbildung der Drahtzuführ-/Drahtspende
einrichtung 31, der auf dem anderen Teil des Drehträgers 35
angeordnet ist. Diese Drahtzuführ-/Drahtspendeeinrichtung 31 enthält einen
Grundteil 110, auf dem ein Führungskanal oder -rohr 111 für den
Draht aufgebaut ist, dessen unteres Ende verjüngt
ist, um die erwähnte Austrittsöffnung 32 zu
bilden; der Grundteil 110 trägt ferner Drahtzuführeinrichtungen, nämlich eine Welle 112,
die transversal zur Längsachse des Führungsrohres 111
verläuft und von diesem beabstandet ist, sowie eine
Drahthaspel 113, die auf der Welle 112 im wesentlichen
frei drehbar gelagert ist. Diese Welle 112 kann durch ein
Kugellager gebildet sein, deren Nabe die Drahthaspel 113
aufnehmen kann; es kann jedoch auch erforderlich sein
ein statisches Bremssystem vorzusehen (z. B. ein Filz
oder dergleichen), um eine gewisse Spannung in dem Draht 114
aufrecht zu erhalten, während dieser abgewickelt wird.
Wenn das System in Betrieb ist, wird der Draht 114
zunächst in ein vorausgehendes Führungselement 115
eingeführt und durchquert dann das Führungsrohr 111
bis zur Austrittsöffnung 32, um nach und nach auf
das Substrat 11 aufgebracht zu werden. Der Grundteil 110 ist über
einen Zwischenteil 116 am Drehträger 35 angeordnet und über eine
Schwenkachse 117 auf dem Zwischenteil 116 montiert, die senkrecht zur Hauptebene
des Grundteils 110 ist, so daß dieser wenigstens
in einem begrenzten Winkelsektor frei drehbar ist.
Ein Anschlag mit einer einstellbaren Schraube ist
zwischen dem Grundteil 110 und dem Zwischenteil 116 angeordnet,
um ihre gegenseitigen Winkelpositionen im Normalbetrieb
festzulegen. Dieser einstellbare Anschlag enthält
eine Schraube 118, die in den Zwischenteil 116 eingeschraubt
ist, und deren Ende auf einem Seitenteil
des Grundteils 110 zur Auflage kommt. Eine Schwenkachse oder ein Schwenkzapfen 117
ist so angeordnet, daß der Grundteil 110 infolge der
Schwerkraft selbsttätig auf dem Ende der Schraube 118
zur Auflage kommt. Der Grundteil 110 kann somit einfach
im Uhrzeigersinn schwenken (auf Fig. 5 bezogen), z. B.
um ein automatisches Freilegen der Austrittsöffnung 32
zu ermöglichen, wenn diese mit einem hochstehenden
Bauteil an der Oberfläche des Substrats in Berührung
gelangt (z. B. ein Lötklötzchen oder ein bereits
verlegter Draht). Wenn ein von der Austrittsöffnung 32 angetroffenes
Hindernis jedoch größer ist (integrierte
Schaltung oder Kondensator), was nur auf Grund eines
Bedienungsfehlers eintreten kann, so erfüllt der schwenk
bare Grundteil 110 die Aufgabe eines Detektors, der den
Stillstand des X-Y-Tisches auslöst. Zu diesem Zweck
ist ein Magnet 119 fest mit dem Grundteil 110 verbunden
und normalerweise gegenüber einem Magnetfelddetektor
120 angeordnet. Wenn der Magnet 119 sich durch eine
zu große Schwenkung des Grundteil 110 in bezug auf den
Detektor 120 spürbar bewegt, so gibt dieser ein Signal
ab, das einer elektronischen Verarbeitungs- und Steuerschaltung
(nicht dargestellt) zugeführt wird, welche
die Bewegung des X-Y-Tisches blockiert. Der Grundteil 110
ist leicht abnehmbar. Das Abnehmen erfolgt an dem
Schwenkzapfen 117.
Fig. 7 zeigt den übrigen Teil der Drahtzuführ-/Drahtspendeeinrichtung 31, wobei
der Grundteil 110 entfernt ist, so daß die Führungseinrichtungen
erscheinen, die miteinander zusammenwirken
und eine Schiebebahn zwischen dem Grundteil 110 und
dem Drehträger 35 bilden. Diese Führungsmittel sind so
ausgelegt, daß eine Rückzugbewegung des Grundteils 110
parallel zur Längsrichtung des Führungsrohres 111
ermöglicht wird. Das Zwischenteil 116 ist mit einem
Riegel 130 fest verbunden, der ein Bestandteil der
miteinander zusammenwirkenden Führungseinrichtungen
ist und in Längsrichtung verschiebbar in einem Lagerteil
131 angeordnet ist, welches den anderen Bestandteil
der miteinander zusammenwirkenden Führungseinrichtungen
bildet. Eine gesteuerte Betätigungseinrichtung
für diese Führungseinrichtungen ist auf
einem Elektromotor 132 gebildet, dessen Welle mit
einem Exzenterrädchen oder einer Exzenterrolle 133 verbunden ist, das mit
dem Riegel 130 in Eingriff ist. Die Gesamtheit der
miteinander zusammenwirkenden Führungseinrichtungen
(130, 131) ist mit dem verbleibenden Teil des drehbaren
Trägers 35 über manuell einstellbare Winkel
positioniermittel verbunden. Diese Winkelpositionier
mittel enthalten die bogenförmige Öffnung 38 und
ein Spann- oder Klemmelement 135, das es ermöglicht, das Halterungs- oder
Lagerteil 131 an dem dfrehbaren Träger 35 in einer Winkelstellung
festzulegen, die durch die Lage des Klemmelements 135
in bezug auf die Öffnung 38 festgelegt ist. Diese
Einstellung erfolgt, um die Achse des Führungskanals
115 auf 15 oder 45° in bezug auf die Senkrechte
einzustellen, je nach den Arbeitsbedingungen. Der
Motor 132 ist auf einem Teil 136 aufgebaut, der mit
dem Lagerteil 131 eine Schiebebahn 137 bildet,
um eine Anfangseinstellung der Positionen vornehmen
zu können. Eine in dem Lagerteil 131 angeordnete
Einstellschraube 138 ermöglicht die Einstellung der
gegenseitigen Lage des Lagerteils 131 und des
Teils 136. Sobald die Einstellung vorgenommen ist,
wird die Schiebebahn 137 mittels der Schraube 139
blockiert.
Die auf diese Weise ermöglichte Rückzugbewegung der
aus dem Grundteil 110, dem Zwischenteil 116 und dem
Riegel 130 gebildeten Einheit bei Ansteuerung des
Motors 132 gestattet das Abschneiden des Drahtes
nach einem Lötvorgang, vorausgesetzt, daß der
Draht kurzzeitig in bezug auf diese Einheit
blockiert wird. Hierzu ist eine Klemmeinrichtung
145 zum Festklemmen des Drahtes, die über einen mechanisch mit einem
Betätigungsnocken 144 gekoppelten Elektromotor 143
gesteuert bzw. betätigt wird, auf dem drehbaren Träger 35 über das Zwischenteil
116 befestigt. Diese Klemmeinrichtung 145 enthält
zwei Klemmelemente 146, 147, deren einander gegenüberliegende
Oberflächen eben und glatt sind, um die
Isolierung des Drahtes 114 nicht zu beschädigen,
der normalerweise in den zwischen diesen beiden Ober
flächen freibleibenden Raum eingeführt ist. Die
Klemmelemente 146, 147 sind auf dem Grundteil 110 an
einer Stelle des Drahtverlaufs zwischen der Drahthaspel 113
und dem Führungsrohr 111 angeordnet, vorzugsweise in
der Nähe des letzteren. Das Klemmelement 147 ist feststehend,
und das Klemmelement 146 ist bewegbar ausgebildet und wird
normalerweise von dem Klemmelement 147 durch eine Feder 148
entfernt gehalten, die um eine Führungsbuchse der
Führung 149 des Teils 146 herum angeordnet ist. Ein
Hebel 150 ist schwenkbar an dem Zwischenteil 116 gelagert,
und eine zwischen dem Hebel 150 und einer
Verlängerung des Zwischenteils 116 zusammengedrückte
Feder 151 ist bestrebt, ein Rädchen des hebels 150
gegen das bewegbare Klemmelement 146 in einer solchen
Richtung zu drücken, daß die Kraft der Feder 148 überwunden
wird. Der Nocken 144 ist aber mit einem weiteren
Rädchen, das dem Rädchen des Hebels 150 gegenüberliegt,
in Eingriff und kann daher die Wirkung der Feder 151
unterbinden. Dies geschieht im Normalbetrieb, wenn
also der Draht 114 nach und nach auf der Oberfläche des
Substrats 11 abgerollt wird. Wenn jedoch der Draht 114 nach
dem Anlöten an einem Klötzchen abgetrennt werden soll,
indem eine Rückzugbewegung der aus dem Grundteil 110,
dem Zwischenteil 116 und dem Riegel 130 gebildeten
Einheit erfolgt, muß der Draht 114 in bezug auf die
beiden Klemmelemente 146, 147 blockiert werden. Der als Betätigungsvorrichtung dienende Elektromotor
143 wird angesteuert, damit der Nocken 144 den Hebel 150
freigibt, der sich auf das bewegbare Klemmelement 146 abstützt.
Die Federkraft der Feder 151 ist größer als die der
Feder 148. Dieser Mechanismus hat den Vorteil, daß
die auf den Draht 114 einwirkende Spannkraft stets
dieselbe ist, denn sie hängt nur von den Werten der
Federn 148 und 151 ab.
Fig. 8 zeigt eine Drahtbiegevorrichtung 158, die an
einer Verlängerung 159 des drehbaren Trägers 35 oder zumindest
an einem Teil desselben, das nicht durch die vorstehend
beschriebenen, miteinander zusammenwirkenden Führungsmittel
bewegbar ist, angelenkt. Die Bewegungsbahn
wenigstens eines Teils dieser Drahtbiegevorrichtung 158
verläuft in der unmittelbaren Nähe der Drahtaustrittsöffnung
vorbei, zumindest in der zurückgezogenen
Position derselben. Bei der in Fig. 8 dargestellten
Ausführungsform ist die Biegevorrichtung gebildet aus
einer Masse oder einem Gewicht 160, das durch einen Hebel 161 verlängert
ist, der sich im wesentlichen senkrecht zu
dem Gewicht 160 erstreckt. Das Gewicht 160
ist frei an der Verlängerung 159 angelenkt, und die
durch die Rückzugbewegung des Grundteils 110 verursachte
Bewegungsbahn der Austrittsöffnung 32 trifft auf diesen Hebel 161.
Wenn also der Grundteil 110 sich in der abgesenkten Stellung
befindet, so daß die Austrittsöffnung 32 sich in der unmittelbaren
Nähe des Substrats 11 befindet, wird der Hebel 161
automatisch fortgehalten und gegen das Führungsrohr 111
gestützt. Durch das Zurückziehen dieses Führungsrohres 111 wird
also die Rückbewegung des Gewichts 160 in seine
im wesentlichen senkrechte Lage verursacht, und folg
lich auch die Rückbewegung des Hebels 161 in seine im
wesentlichen waagerechte Lage, wodurch das Ende des
gerade abgetrennten Drahtes 114 gebogen wird. Dieses
Ende wird folglich automatisch in eine geeignete
Stellung gebracht, um erneut an einer anderen Stelle
des Substrates 11 angelötet zu werden.
Die Arbeitsweise der vorstehend beschriebenen Vorrichtung
ergibt sich bereits aus dieser Beschreibung. Wenn ein
Substrat 11 mit aktiven und/oder passiven Bauelementen
bestückt ist, enthält die Befestigungsvorrichtung 36
ein spritzenähnliches
Element, dessen Behälter mit schnell trocknenden
Klebern gefüllt ist. Der aus der Austrittsöffnung 32 herausstehende
Draht 114 wird auf ein Lötklötzchen des Substrats
11 gelegt, und der erhitzbare Kolben 30 wird abgesenkt, indem eine Drehung des Nockens 53 ausgelöst
wird. Nachdem die Lötung erfolgt ist, wird der
X-Y-Tisch 17 verschoben, damit der Draht 114 sich
nach und nach auf der Oberseite des Substrats 11 gemäß
einer vorbestimmten Leiterführung in Richtung auf ein
anderes Lötklötzchen zu abrollt. Die Druckimpulsquelle,
die mit der Spritze verbunden ist, läßt periodisch
ein kleines Klebertröpfchen auf das Substrat 11 fallen,
welches den Halt des Drahtes 114 auf der Oberfläche des
Substrats 11 gewährleistet. Der drehbare Träger 35 wird um 90°
geschwenkt, bevor eine Richtungsänderung des X-Y-Tisches 17
erfolgt. Um also bestimmte Bauteile zu umgehen,
wobei der Draht 114 möglichst nahe an diesen vorbeigeführt
wird, ist es vorzuziehen, die Bewegung des X-Y-Tisches 17
zu verändern, ohne die Orientierung der Drahtzuführ-/Drahtspendeeinrichtung
31 zu ändern. In diesem Sonderfall wird die Möglichkeit
genutzt, daß die Nadel der Spritze verschwenkt
werden kann, damit die Klebertröpfchen stets auf den
Draht aufgebracht werden können. Wenn dieser an dem
Lötklötzchen, mit dem er verlötet werden soll, angelangt
ist, wird die Rückzugbewegung der Spritze und
das Absenken des erhitzten Kolbens 30 ausgelöst. Der
Draht 114 wird dann an dem Klötzchen festgelötet. Dann wird
der Draht 114 abgetrennt, indem die Klemmelemente 146 und 147
ihn einspannen und die aus dem Grundteil 110, dem Zwischenteil
116 und dem Riegel 130 gebildete Einheit zurückgezogen
wird. Am Ende der Rückzugbewegung wird die
Drahtbiegevorrichtung 158 durch Fortbewegung des Endes des
Führungsrohres 111 freigegeben, wodurch automatisch das
freie Ende des Drahtes 114 in eine waagerechte Lage
gelangt, um eine weitere Lötung durchführen zu können.
Der Draht 114 wird durch die Klemmelemente 146 und 147 festgehalten,
während ein weiteres Klötzchen durch Bewegung des X-Y-Tisches
17 an die Stelle des erhitzten Kolbens 30 gebracht
wird. Dann erfolgt die Rückbewegung der aus dem Grundteil 110,
dem Zwischenteil 116 und dem Riegel 130 gebildeten Einheit
in die abgesenkte Stellung, wodurch der Draht 114
in Berührung mit dem gewählten weiteren Klötzchen gelangt.
Dann wird der Draht 114 an diesem Klötzchen festgelötet,
indem der erhitzte Kolben 30 abgesenkt wird. Nachdem
die Lötung erfolgt ist, werden die beiden Klemmelemente 146, 147
durch Einwirkung des Nockens 144 auf den Hebel 150 freigegeben,
und der X-Y-Tisch wird verschoben, damit der
Draht 114 nach und nach auf der Substratoberfläche in
Richtung zu dem nächsten Lötklötzchen entlang einer
vorbestimmten Bahn abgerollt wird. Dann folgen die
bereits beschriebenen Arbeitsphasen erneut.
Wenn auf ein bloßes Substrat 11 eingewirkt wird, können die Drahtzuführ-/Drahtspendeeinrichtung
31 und die Befestigungsvorrichtung 36
in einen Winkel von 45° bezüglich der Senkrechten
geschwenkt werden, und die Spritze wird durch die
Heißluft-Ausstoßeinrichtung ersetzt.