DE3033074C2 - - Google Patents
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft die Diffusionsbeschichtung
der Innenfläche von Hohlräumen in einem metallischen
Werkstück, wobei dieser Innenraum nur durch eine verengte
Passage zugänglich ist.
Eine derartige Beschichtung ist beispielsweise erstrebenswert,
um die Festigkeiten des Werkstücks gegen Korrosion zu erhöhen.
Wie z. B. in den US-PS 41 32 816 und 41 48 275 beschrieben,
benötigen Schaufeln und Flügel von Düsenmotoren mit inneren
Kühlkanälen häufig die Diffusionsbeschichtung der Oberflächen
dieser Kanäle, um ihre Resistenz gegen den Angriff durch die
heißen Verbrennungsprodukte, denen sie ausgesetzt werden,
zu erhöhen. In den genannten Patentschriften wird vorgeschlagen,
die Beschichtung zu bewirken, indem man ein gasförmiges, speziell
formuliertes Diffusionsbeschichtungsgemisch durch die
zu beschichtenden Passagen preßt, während das Werkstück auf
Diffusionsbeschichtungstemperatur erhitzt ist.
Die DE-OS 25 00 632 betrifft ein Rohrverchromungsverfahren.
Hierbei wird dem eigentlichen Beschichtungsmaterial ein
inertes Verdünnungsmittel zugesetzt. Diese hieraus resultierende
und mit Bindemittel versehene Aufschlämmung wird
in das zu beschichtende Werkstück eingefüllt und anschließend
mit heißer Luft getrocknet. Nach Beendigung der
thermischen Diffusionsbehandlung muß die überschüssige
Masse mechanisch entfernt werden.
Die DE-OS 23 31 177 offenbart ein Diffusionsbeschichtungsverfahren,
wobei der Beschichtungsmasse ebenfalls inerte
Verdünnungsmittel, wie z. B. Magnesia, zugesetzt werden. Die
überschüssige Masse wird hier ebenfalls nach Abschluß der
Diffusionsbehandlung mechanisch oder chemisch entfernt.
Bei beiden vorgenannten Verfahren können Unregelmäßigkeiten
aufgrund der durch Kapillareffekte verursachten ungleichmäßigen
Beschichtungsstellen auftreten.
Ziel vorliegender Erfindung ist die Bereitstellung eines
neuen Verfahrens zur Diffusionsbeschichtung bei verengten
Zugangspassagen. Dabei sollen die verengten Passagen sehr
gleichmäßig, d. h. unter Vermeidung von Kapillareffekten,
beschichtet werden, ohne daß verstärkte Zirkulation durch
die Passagen erforderlich ist.
Erfindungsgemäß wird die Diffusionsbeschichtung der Innenfläche
eines Hohlraums in einem metallischen Werkstück, die
nur durch eine Passage von weniger als etwa 5 mm, vorzugsweise
weniger als 2 mm Breite zugänglich ist, leicht bewirkt,
indem man auf die Innenfläche eine im wesentlichen
gleichmäßige Schicht von Teilchen welche im
wesentlichen aus dem gesamten, in die Fläche zu diffundierenden
Metall bestehen, dann die Beschichtungsmasse
derart herausdrängt, daß die gewünschte Schicht zurückbleibt,
und das so behandelte Werkstück dann einer
Diffusionsbeschichtungstemperatur unterwirft, während die
Höhlung durch die Passage einer Diffusionsbeschichtungsatmosphäre
ausgesetzt wird. Hierbei werden keine Verdünnungsmittel,
wie sie bisher erforderlich waren, eingesetzt.
Die Teilchenschicht wird zweckmäßig appliziert in Form einer
Schicht eine Dispersion der Teilchen in einem Bindemittel,
das bei Diffusionsbeschichtungstemperaturen abgetrieben wird.
Man kann eine wäßrige Dispersion von Aluminiumteilchen, wie
in der US-PS 33 18 716 beschrieben, verwenden, vorzugsweise
werden jedoch Dispersionsträger verwendet, in denen auch
schwerere Metalle wie Chrom einigermaßen gleichmäßig dispergiert
werden können. Eine 1- bis 10gew.-%ige Lösung eines
Acrylharzes wie Ethylmethacrylat in Trichlorethan ergibt
ein sehr geeignetes Dispersionsmedium, in dem Chrompulver,
Aluminiumpulver oder Gemische dieser Pulver und andere Metalle
wie Kobaltpulver mit Teilchengrößen bis zu etwa 150 µm
leicht suspendiert werden können unter Bildung einer einigermaßen
gleichmäßigen beweglichen Suspension, die sich während
der etwa einen Minute, die benötigt wird, um die Suspension
zu applizieren und als gleichmäßigen Überzug zu verteilen,
nicht erheblich absetzt.
Acrylharze, die wirksame Binder ergeben, sind Methylmethacrylat
und die verschiedenen polymeren Acryl- und Methacrylsäureester
von Alkoholen mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen,
ferner Polyacrylsäure und Gemische oder Copolymere der
Monomeren, aus denen diese gebildet werden. Weitere brauchbare
Binder sind Colophonium, Polyethylen, Polystyrol,
Methylcellulose und sogar Dimethylsilikonöle. Die Acrylharze
werden durch die Diffusionswärme sehr sauber abgetrieben,
einige Bindemittel können jedoch etwas Kohlenstoff
zurücklassen, der in die Oberfläche des Werkstücks diffundiert.
Ein Absetzen kann verlangsamt werden, indem man im Suspensionsträger
eine langkettige Säure wie z. B. eine aliphatische C₁₂- bis
C₅₀-Säure oder ein Copolymer aus Ethylen und Acrylsäure löst,
vergleiche die US-PS 42 08 357.
Bereits nur etwa 0,3 bis etwa 0,5 Gew.-% eines solchen Additivs
sind sehr hilfreich. Auch niederschäumende nicht-ionische Oberflächenaktive
wie Polyethoxyäther linearer Alkohole wie Cetylalkohol
oder eines Alkylphenols können in Mengen von nur 0,1
bis 0,3 Gew.-% eingesetzt werden, um das Absetzen der suspendierten
Teilchen zu verlangsamen.
Bei den sehr engen Passagen, die erfindungsgemäß vorliegen,
verteilen sich die beweglichen Beschichtungsdispersionen nicht
zu gleichmäßigen Schichten, sondern sie bilden aufgrund von
Oberflächeneffekten übermäßige Dicken aus. Eine Passage von
etwa 1 mm Durchmesser wird so im allgemeinen vollständig durch
die bewegliche Dispersion ausgefüllt. Es ist daher erforderlich,
überschüssige Dispersion auszudrängen, indem man Unterdruck an
die Höhlungsöffnung anlegt, um Gas in raschem Strom abzusaugen,
das die Dispersion bis auf eine zurückbleibende dünne und
nahezu gleichmäßige Schicht mit sich führt. Unterdruck einer
einfachen Wasserstrahlpumpe oder einer Saugpumpe für etwa
¹/₁₀ bar oder weniger ist angemessen.
Besitzt die Passage, deren Überzug zu nivellieren ist, getrennte
Ausgänge an gegenüberliegenden Enden, so erfolgt die
gleichmäßige Verteilung leicht, indem man einen Druckluftstrom
in eine der Austrittsöffnungen leitet. Ein durch Luftdruck
von 1,96 bar angetriebener Strom ist ausreichend wirksam.
Die überschüssige Dispersion kann auch durch Zentrifugalkräfte
herausgedrängt werden. Beim Zentrifugieren des zu stark beschichteten
Werkstücks in einer Zentrifuge bei etwa 10- bis
20facher Schwerkraftwirkung während wenigen Sekunden erfolgt
gute Nivellierung, wenn die Zentrifugalkraft z. B. longitudinal
einer gefüllten Passage gerichtet ist. Bei komplizierten Formen
kann es notwendig sein, das Werkstück stufenweise zu zentrifugieren,
wobei in jeder Stufe die Lage verändert wird.
Die Diffusionsbeschichtungsatmosphäre kann vorzugsweise
einen Aktivator z. B. aus Halogeniden oder komplexer Natur
aufweisen.
Die erfindungsgemäß beschichtbaren Werkstücke können aus
hochtemperaturfester Legierung bestehen. Beispielsweise
können als Werkstücke Schaufeln eines Düsenmotors eingesetzt
werden. Als diffundierende Metalle können Aluminium
oder Chrom oder Gemische beider, vorzugsweise solche, die
mehr als die doppelte Gewichtsmenge Aluminium zu Chrom
enthalten, eingesetzt werden.
Die Erfindung wird anhand der nachfolgenden Beispiele sowie
der Fig. 1 und 2 näher erläutert. Dabei zeigt
Fig. 1 einen Querschnitt einer Diffusionsbeschichtungsanlage
zur Ausführung der Erfindung und
Fig. 2 einen ähnlichen Schnitt durch eine modifizierte Anordnung
gemäß der Erfindung.
In eine kurze Muffelkammer 10 gemäß Fig. 1 wird eine
12,5 mm dicke Schicht 12 eines aluminisierenden Diffusionspulvergemischs
gegossen, dann wird ein perforiertes Spül-Rohr
14 auf das Gemisch gelegt, worauf eine weitere, 50 mm
dicke Schicht 16 des Gemischs zur Bedeckung des perforierten
Rohrs eingefüllt wird.
Die Muffelkammer und das Rohr bestehen aus "Inconel 600",
das Gemisch besitzt folgende Zusammensetzung in Gewichtsprozent:
| Aluminiumpulver, etwa 40 µm Teilchengröße|15% | |
| Tonerdepulver, etwa 200 bis 300 µm Teilchengröße | 85% |
| NH₄Cl-Pulver | ¾%, bezogen auf Al+Al₂O₃ |
Das Rohr 14 verläuft in Längsrichtung der Kammer hin und her,
wobei die Abstände zwischen den einzelnen Rohrlängen etwa
38 mm betragen, die Perforierungen sind 1,6 mm groß. Es ist
verbunden mit einer unperforierten Zuleitung 18, die aus der
Muffelkammer hinausführt zu einer Argonquelle. Die Wandöffnung,
durch die die Leitung 18 geführt ist, kann verschlossen werden
durch Schweißung oder mit verdichtetem Pulver oder Fasern,
damit ein Überdruck in Inneren der Muffel entstehen kann.
Geeignet sind sehr feine Tonerde oder Keramikfasern.
An kräftigen Nickeldrähten 22, die am oberen Rand der Seitenwände
der Kammer befestigt sind, sind mehrere Blöcke 20 aufgehängt aus
Nickellegierung mit 7% Aluminium, 14,5% Molybdän und 7%
Wolfram, wobei der Rest im wesentlichen aus Nickel besteht.
Jeder Block ist etwa 25 mm hoch und besitzt eine zylindrische
Bohrung im Zentrum, die etwa 584 µm Durchmesser hat und
durch die Gesamthöhe des Blocks verläuft.
Ferner befindet sich in der Muffel ein Thermoelement 30 in
einer Kleinkammer 32, die an eine Innenwand angeschweißt ist
und sich durch ein Loch in der Wand nach außen erstreckt.
Ehe die Blöcke 20 in die Muffel gebracht werden, werden zunächst
die Passagen 24 mit einer Dispersion aus 30 g Aluminiumpulver
von 0,044 mm (44 µm) Teilchengröße in 40 ml einer 5gew.-%igen
Lösung von Polyethylacrylat-Harz in Trichlorethan gefüllt.
Dann wird sofort eine Saugvorrichtung an einem Ende der Öffnung
24 angebracht, um überschüssige Dispersion abzusaugen. Die so
behandelten Blöcke werden wenige Minuten stehengelassen, damit
sich die zurückgebliebene Überzugsmasse verfestigt.
Die Außenseite der Blöcke wird dann bestrichen mit einer
Schicht von 10 mg/cm² einer Abdeckaufschlämmung aus Ni₃Al-Pulver
gemäß US-PS 38 01 357, dann wird der Überzug trocknen gelassen.
Nach der Behandlung wird die Muffelkammer 10 mit einem Deckel 36
abgedeckt, der ebenfalls mit Asbestfasern halbdicht abgedichtet
werden kann. Die geschlossene Kammer wird in eine Außenmuffel
gestellt, die dann unter einen Ofen gemäß US-PS 38 01 357 gelangt,
auf 1038°C erhitzt und 9 Std. bei dieser Temperatur
gehalten wird, während Argon mit solcher Geschwindigkeit dem
perforierten Rohr zugeführt wird, daß man etwa 1 Std. benötigt,
um ein Argonvolumen entsprechend dem Kammervolumen einzuführen.
Dann wird der Ofen abgeschaltet, von der äußeren Muffel
weggehoben und die Muffeln werden abkühlen gelassen. Die
Muffelkammer 10 wird nach ausreichender Abkühlung geöffnet,
die Blöcke 20 werden entnommen und die Abdeckschicht wird entfernt.
Sie zeigen ein sehr gleichmäßig allitiertes Gehäuse
von etwa 51 µm Dicke über die gesamte Innenfläche der Passage
24. Diese benötigt keine Reinigung außer dem Hindurchblasen
von Luft, um Asche zu beseitigen, und dem Ausspülen von restlichem
Halogenid mit Wasser.
Man erzielt gleiche Ergebnisse, wenn man die Blöcke 1,6 oder
51 mm vom oberen Ende der Schicht 16 entfernt hält, oder wenn
man sie so in der Muffelkammer 10 anordnet, daß die Passasgen
horizontal verlaufen. Bei dieser Anordnung können die Blöcke
einfach auf die Schicht 16 gelegt werden, so daß man keine
spezielle Aufhängung benötigt.
Es ist nicht notwendig, die den Aktivator enthaltende Atmosphäre
gemäß der Vorschrift der US-PS 41 48 275 durch die
enge Passage 24 zu treiben, noch muß man komplizierte Aktivatoren
mit spezieller Eindringung der in der US-PS 41 32 816
verwendeten Art einsetzen. Jedoch sind solche komplexen Aktivatoren
oder Aktivatoren aus Fluoriden im allgemeinen auch im
erfindungsgemäßen Verfahren wirksam.
In diesem Beispiel wird eine Reihe von Düsenmotorschaufeln
mit inneren Kühlkanälen bearbeitet. Die Kanalwände werden
stark chromallitiert, während die Flügelkörperoberflächen
schwach chromallitiert werden und die Wurzeln wenig oder
keinen Außenüberzug erhalten. Ein solcher Flügel 120 wird
in Fig. 2 schematisch wiedergegeben. Er besitzt eine Anzahl
Passasgen 124, die sich über die gesamte Länge des Flügelkörpers
120 von der Spitze 123 bis zur gegenüberliegenden
Fläche des Befestigungsflansches 125 erstrecken. An den
äußersten Enden haben die Passagen einen Querschnitt von
etwa 25 bis 51 µm, die Innenbereiche besitzen einen etwas
größeren Querschnitt.
Die Flügel aus B-1900-Legierung werden gereinigt durch mildes
Strahlen mit feinem Aluminiumgrieß, gefolgt von einer Entfettung.
Dann wird in die Kühlpassagen mit Hilfe einer medizinischen
Tropfvorrichtung eine Suspension von 40 g Aluminiumpulver von
0,044 mm (44 µm) Teilchengröße und 5 g Chrompulver von 0,044 mm (44 µm) Teilchengröße
in 50 ml einer 7gew.-%igen Lösung von Methylmethacrylatharz
und einer 0,5gew.-%igen Lösung von Stearinsäure in Trichlorethan
eingefüllt. Dann wird sofort das Vakuum einer Wassertrahlpumpe
an jedes Ende jeder Passage für wenige Sekunden angelegt,
dann werden die Flügel stehengelassen, damit die restliche
Suspension in den Hohlräumen trocknen kann. Überschüssige
Suspension an der Außenfläche der Flügel wird mit Hilfe eines
Tuchs beseitigt, das mit wenig Trichlorethan befeuchtet ist,
und eine Gruppe so vorbereiteter Flügel wird in die vorgängig
bereitgestellte Muffelkammer 110 eingeführt. Diese Kammer entspricht
der Kammer 10, besteht jedoch aus nicht-rostendem Stahl
Nr. 304; ferner sind Träger 135 an den Stirnwänden angeschweißt,
die Stäbe 137 tragen, welche die Kammerlänge überspannen. Die
Flügel werden zwischen diese Vorrichtungen gesetzt so, daß sich
die Flügelkörper 121 nach unten erstrecken und die Flansche 125
von den Stäben getragen werden. Die Stäbe können aus unlegiertem
Stahl bestehen, der vorgängig stark aluminiert wurde, und können
z. B. einen allitierten Mantel von mindestens
etwa 25 µm aufweisen mit einem maximalen Aluminiumgehalt von
mindestens etwa 35% im Mantel.
Außer der Ausstattung mit den allitierten Stäben ist die
Kammer 110 ausgestattet mit den Schichten 112 und 116 mit
gleicher Zusammensetzung wie die Schichten 12 und 16. Nach
dem Einsetzen der Flügel wird die Kammer in eine Außenmuffel
gestellt und auf 1066°C erhitzt, während durch das
perforierte Rohr 114 ein langsamer Wasserstoffstrom in
solcher Menge zugeführt wird, daß man etwa ½ Std. benötigt,
um die dem Kammervolumen entsprechende Wasserstoffmenge
einzuleiten. Vor Beginn der Erhitzung wird der Wasserstoffstrom
vorübergehend beschleunigt, um vorhergegangene
Atmosphäre in der Kammer wirksamer durch Wasserstoff zu
ersetzen.
Die Temperatur von 1066°C wird 8½ Std. aufrechterhalten,
dann wird die Kammer abgekühlt. Nach hinreichender Abkühlung
wird die Wasserstoffatmosphäre durch Argon ersetzt und die
Kammer wird geöffnet. Die Innenflächen der Passagen in den
Flügeln zeigen einen extrem gleichmäßigen allitierten
Mantel von etwa 51 bis 58,5 µm Dicke. Die Flügelkörperoberflächen
besitzen einen allitierten Mantel, der etwa halb
so dick ist, die Flügelwurzel 126 zeigt einen nur 10 µm dicken
Überzug.
Am Flansch 125 ist die untere Fläche etwa in gleichem Ausmaß
wie die Körperoberfläche allitiert, die obere Fläche
ist etwa in gleichem Ausmaß wie die Wurzel allitiert. Die
allitierte untere Fläche zeigt keinen Rückgang des Aluminiumgehalts
dort, wo sie auf den Stäben 137 ruhte. Im Gegensatz
scheint es, daß die stark allitierten Staboberflächen beitragen
zur Allitierung der oberen Teile des Flügelkörpers
und des Flansches, und damit den größeren Abstand dieser
Flächen vom Pulver 116 ausgleichen.
Die unterschiedlichen Abstände der einzelnen Passagenteile
vom Pulver 116 scheinen keinen signifikanten Einfluß zu
haben insofern, als das in die Passagenflächen zu diffundierende
Metall sich schon an diesen Flächen befindet. Die
Diffusion erfolgt relativ rasch, wenn eine Diffusionsatmosphäre
diese Flächen nach einer Passage von 10 bis 15 cm
oder mehr erreicht. Eine solche Atmosphäre muß nur aus
einem verdampften Diffusionsaktivator wie einem Halogen
oder einer Halogenverbindung bestehen, jedoch wird die
Wirkung einer derartigen Atmosphäre verbessert, wenn sie
auch ein Halogenid des zu diffundierenden Metalls enthält.
Eine solche verbesserte Atmosphäre ist die übliche Atmosphäre,
die während der Diffusionsbeschichtung entsteht, und die
Pulver 12, 16, 112 und 116 sind herkömmliche Pulver zur
Diffusionsbeschichtung.
Das Chrom, das zusammen mit dem Aluminium in der Dispersion
vorliegt, die auf die Innenräume appliziert wird, diffundiert
in die Passagenflächen zusammen mit dem Aluminium und verbessert
die Korrosionsbeständigkeit dieser Flächen. Der Chromanteil
kann erhöht werden und das Aluminium kann vollständig
weggelassen werden, so daß man anstelle einer allitierten
oder chromallitierten Oberfläche eine chromierte Fläche erhält.
Die Chrom- und Aluminiumteilchen können gegebenenfalls
vorlegiert sein, oder man kann Gemische der beiden Metalle
verwenden.
Bei der Diffusionsbeschichtung von Superlegierungen auf
Nickelbasis mit Aluminium ist vorzugsweise der Aluminiumgehalt
der Aluminium/Chromdispersionen mehr als doppelt so
groß wie der Chromgehalt.
Die Metallteilchen in den Metalldispersionen sollten nicht
mehr als etwa 76 und vorzugsweise nicht mehr als 51 µm groß
sein, damit die Kanalwände, in die sie diffundiert werden,
sehr glatt bleiben.
Die Wärmezufuhr sollte mindestens so lange aufrechterhalten
werden, bis sämtliche Teilchen des Dispersionsmetalls in
die Hohlraumflächen diffundiert sind. Dadurch bleiben die
Flächen rein und sind ohne weitere Behandlung dienstbereit.
Besteht das zu beschichtende Werkstück aus einer Superlegierung
auf Nickelbasis und ist das einzudiffundierende
Metall Aluminium, Chrom oder ein Gemisch der beiden, so
benötigt man mindesatens etwa 2 Std. pro 2,5 µm dispergiertem
Metall bei einer Diffusion bei 982°C, wobei die Zeiten etwas
kürzer sein können, wenn nur Aluminium als diffundierendes
Metall vorliegt. Zusätzlich oder anstelle von Aluminium und/oder
Chrom können Silicium, Kobalt, Eisen und andere Metalle zur
Herstellung von Diffusionsbeschichtungen verwendet werden.
Einige Metallkombinationen beschichten jedoch bekanntlich
sehr schlecht oder gar nicht.
Werkstücke aus Superlegierung auf Kobaltbasis benötigen etwa
die doppelte Diffusionszeit, verglichen mit Superlegierungen
auf Nickelbasis, hingegen brauchen Eisenlegierungen wie
"RA 330" und "Incoloy 800" weniger Zeit als die Superlegierungen
auf Nickelbasis. Ein Flügel aus Superlegierung "MAR M 509"
auf Kobaltbasis mit Kühlkanälen zeigt nach Behandlung gemäß
Beispiel 2, jedoch unter 20stündiger Erhitzung auf 1093°C,
ausgezeichnete Ergebnisse.
Düsenmotorflügel für die erste heiße Stufe aus Nickellegierung
IN 100 mit Kühlkanälen von etwa 762 µm Durchmesser
werden nach der Vorschrift von Beispiel 2 behandelt,
jedoch mit folgenden Abweichungen:
- (a) Das Pulver am Boden der Muffel ist ein chromhaltiges Pulvergemich aus 20% ultrafeinem Chrompulver (Teilchengröße weniger als 20 µm), 80% Tonerde von weniger als 0,044 mm (44 µm) Teilchengröße und 1% Ammoniumbromid, bezogen auf das Gesamtgewicht aus Chrom und Tonerde.
- (b) Die Beschichtungsmasse ist eine Dispersion von 15 g des ultrafeinen Chroms in 20 ml der Bindemittellösung gemäß Beispiel 1.
- (c) Die Flügel werden horizontal etwa 2,5 cm über dem Pulver auf dem Muffelboden gehalten.
- (d) Der Deckel der inneren Muffelkammer ist lose aufgelegt, ohne daß eine Abdichtung versucht wurde.
- (e) Die Stäbe 137 bestehen aus chromiertem Inconel 600.
- (f) Die Diffusionsbeschichtung erfolgte bei 1093°C während 15 Std., der Wasserstoffzustrom in die innere Muffelkammer wird abgebrochen, sobald diese Temperatur erreicht ist und ein Argonstrom wird eingeleitet, sobald die Temperatur beim Abkühlen 149°C erreicht hat.
- (g) In der äußeren Muffel wird ein langsamer Wasserstoffstrom während der Erhitzung aufrechterhalten, jedoch abgebrochen, sobald Argon in die innere Muffel gelangt.
Sowohl die Außenflächen der Flügel wie die Flächen der
Kühlkanäle sind sehr wirksam und gleichmäßig chromatiert.
Das Pulver auf dem Boden der Muffel muß nicht die gleichen
Metallbestandteile enthalten wie das in die Passagen eingeführte
Pulver. Verwendet man Chrom als einziges Metall im in die
Passagen eingeführten Pulver und Aluminium als einziges Metall
in dem auf dem Muffelboden befindlichen Pulver, so werden
die Passagen chromatiert, während die Außenseite des Werkstücks
allitiert wird. Wenig Aluminium kann in chromierten Mantel
der Passagen auftreten, insbesondere bei längerer Diffusionsbehandlung.
Aluminium und Chrom können auch umgekehrt vorgesehen
werden.
Werden in dem auf dem Boden der Muffel befindlichen Pulver
alle Metallteilchen weggelassen, so scheint sich die Bildung
der Diffuionsschicht auf den Hohlraumflächen zu verlangsamen,
jedoch wird weiterhin eine gute Allitierung, Chromierung
oder Chromallitierung erzielt.
Wichtig ist, daß das erfindungsgemäße Verfahren ausgeführt
wird unter Zuleitung eines Spül-Gases, das durch das perforierte
Rohr 14 oder 114 strömt. Wenig Spülen hilft bereits, um
Dämpfe zu entfernen, die bei der Zersetzung des Bindemittels
entstehen, das man zum Festhalten der Metallschicht verwendet;
sobald jedoch die Muffelkammer beim Aufheizen etwa 316°C erreicht
hat, kann das Spülen unterbrochen werden. Ist die
Muffelkammer von einer weiteren Muffel mit eng kontrollierter
Atmosphäre umgeben, z. B. wenn ein Wasserstoff- oder Argonstrom
oder ein Strom eines anderen Inertgases nur durch die äußere
Muffelkammer geführt wird, so muß das Spülen der inneren
Muffelkammer nicht wieder aufgenommen werden, ausgenommen dann,
wenn die Atmosphäre der äußeren Muffel aus Wasserstoff oder
einem anderen brennbaren Gas besteht. In diesem Fall ist es
zweckmäßig, ein Inertgas durch innere und äußere Muffel
zu führen, um brennbare Gase vor dem Öffnen der Muffeln zu beseitigen.
Während der Verweilzeit bei Diffuionsbeschichtungstemperatur
sollte das Spülen der inneren Muffel nicht so rasch vor sich
gehen, daß zu viel Aktivator aus dieser Atmosphäre ausgespült
wird. Das im Pulver auf dem Muffelboden befindliche Aktivator
wird gesamthaft in Dampf überführt, sobald das Pulver auf
etwa 371°C erhitzt ist, und nach dieser Verdampfung sollte
das Spülen nicht schneller zugeführt werden, als zum Ausgleich
des Volumens im inneren Muffelraum erforderlich, beim
Zustrom während einer Zeit entsprechend etwa ½₀ der Diffusionsbeschichtungszeit.
Die Spülwirkung ist nicht vollständig,
besonders bei einem leichten Gas wie Wasserstoff, so daß bei
einer derartigen Maximalströmung immer noch gewisse Aktivatormengen
am Ende der Erhitzungszeit vorhanden sind. Als Aktivator
kann jedes Halogen oder jede Halogenverbindung, die
bei der Diffusionsbeschichtungstemperatur verdampft wird, verwendet
werden. Erfolgt die Diffusion bei relativ niedrigen
Temperaturen wie z. B. 870°C oder weniger, so stellt Aluminiumchlorid
einen sehr empfehlenswerten Aktivator dar, insbesondere
wenn Aluminium in ein Werkstück einzudiffundieren ist. Andere
Aktivatoren sind in der US-PS 37 64 371 aufgeführt.
Das Lösungsmittel Trichlorethan der Beispiele 1 und 2 kann
durch andere Lösungsmittel wie Methylethylketon, Chloroform,
Toluol, Isopropylalkohol oder dergleichen ersetzt werden.
Trichlorethan ist jedoch ein besonders sicheres Material,
da es nicht brennbar ist und die Gesundheitsrisiken niedrig
sind. Bei wasserlöslichen Bindern kann auch Wasser als Lösungsmittel
verwendet werden, jedoch ist es im allgemeinen nicht
zweckmäßig, feinteilige Metallteilchen längere Zeit mit Wasser
in Berührung zu halten.
Die Stäbe 137 gemäß Fig. 2 haben vorzugsweise eine stark
chromierte Oberfläche, wenn der Hohlraum des Werkstücks
chromiert werden soll. Ebenso sind bei der Diffusionsbeschichtung
von Werkstücken mit Zink, Kobalt oder anderen Metallen
diese Stäbe oder andere, das Werkstück berührende Flächen vorzugsweise
entsprechend vorbeschichtet.
Die Pulver 12 und 16 müssen sich nicht auf dem Kammerboden
befinden, sondern sie können auch in Körben unterhalb oder
sogar oberhalb der Werkstücke gehalten werden. Die durch
diese Pulver erzeugten Dämpfe besitzen eine Reichweite von
bis zu 30 cm, und wenn die Innenmuffel während der Verweilzeit
bei Diffusionstemperatur nicht gespült wird, so entstehen
sogar noch weiter vom nächstgelegenen Pulver gute
Diffusionsbeschichtungen. Ein leicht verdampfendes Metallhalogenid
wie Aluminiumchlorid kann auch als Dampf, den das
Spül-Gas mitführt, in die innere Muffel eingeführt werden,
wobei dann nur in den feinen Passagen Pulver vorhanden ist.
Einige Substrate wie z. B. altershärtende nicht-rostende Stähle
nehmen keine gleichmäßigen Diffusionsschichten an, insbesondere
wenn die Diffusion bei niedrigen Temperaturen ausgeführt wird.
Bei Temperaturen von 650°C oder weniger erhalten solche Beschichtungen
eine recht rauhe Oberfläche. Die Gleichmäßigkeit
der Beschichtung wird verbessert durch Vorplattieren mit
Nickel oder Kobalt in einer Dicke von nicht mehr als etwa 2,5 µm.
Die Zusammensetzung von Stahl AM 355 und anderer typischer
altershärtender Stähle, die erfindungsgemäß verwendet werden
können, wird in ASTM Publikation
Nr. DC 9d, Oktober 1967 wiedergegeben.
Claims (9)
1. Verfahren zur Diffusionsbeschichtung der Innenfläche von
Hohlräumen in einem metallischen Werkstück, die nur
durch eine Passage von weniger als 5 mm Breite zugänglich
ist, dadurch gekennzeichnet, daß man eine im
wesentlichen gleichmäßige Schicht von Teilchen, die im
wesentlichen aus dem gesamten, in die Oberfläche zu
diffundierenden Metall bestehen, auf die Innenfläche
appliziert, indem man zunächst eine Schicht einer beweglichen
Dispersion der Metallteilchen in einer Lösung
eines organischen Binders in einem flüssigen Lösungsmittel
appliziert und dann Beschichtungsmasse derart
herausdrängt, daß die gewünschte Schicht zurückbleibt,
und auf das so behandelte Werkstück eine Diffusionsbeschichtungstemperatur
einwirken läßt, während die
Höhlung durch die Passage einer Diffuionsbeschichtungsatmosphäre
ausgesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
eine weniger als 2 mm breite Passage eingesetzt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
als Binder ein Acrylharz verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Diffuionsbeschichtungsatmosphäre, die durch einen
Aktivator in Kontakt mit dem Diffusionsmetall bei
Diffusionsbeschichtungstemperatur entsteht, eingesetzt
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Werkstück aus einer hochtemperaturfesten Legierung
eingesetzt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
als diffundierendes Metall Aluminium oder Chrom oder
Gemische der beiden, die mehr als die doppelte Gewichtsmenge
Aluminium zu Chrom, bezogen auf das Gewicht, enthalten,
verwendet werden.
7. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
als Werkstück eine Schaufel eines Düsenmotors, deren
Höhlung aus einem Kühlgang im Inneren der Schaufel besteht,
eingesetzt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Herausdrängen erfolgt, indem man einen Gasstrom
gegen die bewegliche Beschichtungsmasse richtet derart,
daß verdickte Teile der Beschichtung durch die Passage
hinausbefördert werden.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
das Herausdrängen erfolgt, indem man an der Passage
Unterdruck anlegt, um die verdickten Teile des Überzugs
abzusaugen.
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