DE3032237A1 - Implantat zur operativen korrektur von seitlichen wirbelsaeulenverkruemmungen - Google Patents
Implantat zur operativen korrektur von seitlichen wirbelsaeulenverkruemmungenInfo
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Description
- "Implantat zur operativen Korrektur von seitlichen
- Wirbel säulenverkrümmungen" Die Erfindung betrifft ein Implantat zur Skoliosebehandlung in Gestalt eines im Bereich der konkaven Seite der skoliotischen Wirbelsäule zu positionierenden, auf Druck belastbaren Stabes mit daran befestigbaren Haken, die jeweils an dem Wirbelbogen eines Wirbelkörpers eine Druckkraft in der Weise ausüben, in der eine Streckung des zwischen den Haken liegenden Wirbelsäulenbereiches erreichbar ist.
- Es handelt sich bei derartigen Implantaten um sogenannte Distraktionsstäbe, deren Form und Anwendung erstmalig in dem Artikel "Treatment of Scoliosis", The Journal of Bone and Joint Surgery, Volume 44-A, No. 4, Juni 1962, von Paul R.
- Harrington vorgeschlagen wurde. Die von Harrington eingeführten Stäbe weisen einen Längenabschnitt in Gestalt eines glatten Rundstabes auf, an dessen einem Ende ein auswärtsweisender erster Haken formschlüssig auf einem Bund aufgesetzt und befestigt ist. Am anderen Ende des rundstabartigen Abschnittes geht dieser in einen in Abständen von etwa 6 mm mehrmals eingekerbten Stababschnitt über. Längs dieses Abschnittes läßt sich - vom Ende des rundstabartigen Abschnittes an gerechnet - ein weiterer Haken in Abständen, welche ein ganzzahliges Vielfaches des Abstandes zweier benachbarter Kerben darstellen, mittels c-förmiger Steckelemente gegen Verschiebung längs des Stabes befestigen, wobei dieser zweite Haken zunächst in beliebige Drehrichtung um die Stablängsachse weisen kann. Wegen der Belastung des Harrington-Stabes auf Druck wird dieser Haken so eingesetzt, daß sein Hakenende in die umgekehrte Richtung weist wie das Ende des oben beschriebenen ersten Hakens am freien Ende des glatten Stababschnittes.
- Es hat sich in der Praxis gezeigt, daß die nach dem Vorschlag Harringtons von verschiedenen Herstellern gefertigten, vorstehend beschriebenen Distraktionsstäbe nach der Implantation auch unter real vorkommenden Bedingungen, d.h. bei normalerweise möglichen Bewegungen bzw. Haltungen der Implantatträger, gegen Bruch nicht genügend sicher sind.
- Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Distraktionsstäbe der eingangs genannten Art im Sinne einer wesentlichen Erhöhung der Bruchsicherheit, insbesondere in Bezug auf Belastungsänderungen, zu verbessern.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im Anspruch 1 und/ oder in Anspruch 4 angegebenen Merkmale gelöst. Einzelne, vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind gemäß den Merkmalen der Unteransprüche gekennzeichnet.
- Die erfindungsgemäß ausgebildeten Distraktionsstäbe weisen vor allem den Vorteil einer in Relation zur gleichen Gesamtmasse wie beim herkömmlichen Harrington-Distraktionsstab erheblich größeren Bruchsicherheit und Gesamtsteifigkeit auf, ferner den durch diese höhere Gesamtsteifigkeit erreichbaren Vorzug geringer Relativbewegungen der Wirbelkörper des verspannten Wirbelsäulenabschnittes während der längere Zeit andauernden postoperativen Versteifungsphase, wodurch eine Begünstigung und Beschleunigung des erstrebten Heilungsprozesses erzielt wird, und schließlich den Vorteil, daß die Haken in jedem gewünschten Abstand voneinander anstatt lediglich in bestimmten Distanzen, wie bei den herkömmlichen Implantaten, vorgespannt und fixiert werden können.
- Die Erfindung wird im folgenden anhand der Figuren in der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1a bis 1c in schematischer Darstellung jeweils das Ansetzen der Instrumente und des herkömmlichen Harrington-Stabes an der skoliotischen Wirbelsäule, Fig. 2a und 2b einen Brustwirbel in Draufsicht bzw. Seitenansicht mit einem daran angesetzten, herkömmlichen Harrington-Haken und einem Teil des Harringtonstabes Fig. 3a und 3b in seitlicher bzw. in bezug auf den Distraktionsstab axialer Sicht eine erste neue Ausführungsform eines zugehörigen erfindungsgemäßen Hakens, Fig. 4a und 4b analog zur Darstellungsweise der Figuren 3a und 3b eine zweite neue Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Hakens, Fig. 5 eine weitere neue Ausführungsform eines lediglich teilweise dargestellten, erfindungsgemäßen Distraktionsstabes mit länglichem Querschnitt und eines daran befestigten erfindungsgemäßen Hakens.
- Bei dem in Fig. 1a aus rückwärtiger Sicht gezeigten Abschnitt einer skoliotischen Wirbelsäule 1 werden im Zuge der Operation an einem nach medizinischer Indikation ausgewählten oberen Wirbelkörper 2 und einem entsprechend gewählten unteren Wirbelkörper 3 ein oberer Haken 4 bzw. ein unterer Haken 5 am jeweiligen Wirbelbot n 13 (vgl. Fig. 2a) angesetzt und mit einem besonderen Spannwerkzeug 6 gegeneinander im Sinne einer Distraktion der Wirbelsäule verspannt. Mit Hilfe bestimmter Kontrollen muß der Operateur dabei gewährleisten, daß die Streckkraft nicht eine Überbelastung der Wirbelbögen 13 verursacht und die Nervenstränge gedehnt werden, welches zu Lähmungen führen würde. Auf der anderen Seite der Wirbelsäule 1 (vgl. Fig. 1b) wird gegebenenfalls eine Kontraktionsvorrichtung 7 in Gestalt einer auf Zug beanspruchbaren Gewindestange mit mehreren, durch Muttern verstell- und fixierbaren Haken implantiert, wobei die Haken an den Wirbelbögen ausgewählter Wirbelkörper im Sinne einer Kontraktion angreifen. Auf die Kontraktionsvorrichtung 7 bezieht sich die vorliegende Erfindun nicht.
- Gemäß Fig. 1c wird im Zuge der Operation der Harrington-Distraktionsstab 8 mit seinem eingekerbten Abschnitt 9 (s. Fig. 2b) durch die entsprechende Bohrung des oberen Hakens 4 geführt und so lange nach unten geschoben, bis der Bund am unteren Ende 10 des Stabes 8 auf dem unteren Haken 5 aufsitzt. Sodann wird ein c-förmiges Steckelement 11 (s. Fig. 2b) unter den oberen Haken 4 über die letzte darunter herausragende Kerbe des Stabes 8 geschoben, wodurch dieser Haken 4 zur Ubernahme der Distraktionskraft ebenfalls am Stab 8 abgestützt ist.
- Das Spannwerkzeug 6 wird anschließend entfernt und die übrigen, nicht im Zusammenhang mit der Erfindung stehenden Abschlußmaßnahmen der Operation werden durchgeführt.
- Fig. 2a und 2b zeigen die Position des oberen Hakens 4 an einem Brustwirbelkörper 12 sowie ein Stück des Stabes 8, d.h. auch dessen eingekerbter Abschnitt 9, im Bereich des linksseitigen Wirbelbogens 13. Ähnlich, jedoch nach unten gerichtet, wird der untere Haken 5 am linksseitigen Wirbelbogen eines hier nicht dargestellten unteren Wirbelkörpers (3 gemäß Fig. la bis c) angesetzt.
- Es ist ersichtlich, daß die Fixierung des oberen Hakens 4 mittels des Steckelementes 11 am herkömmlichen Harrington-Distriktionsstab nur an einzelnen Stellen des eingekerbten Abschnittes 9 möglich ist und mithin, außer in passenden Fällen, keine vollig exakte Einhaltung der mit dem Spannwerkzeug 6 eingestellten Vorspannung erzielt werden kann.
- In Fig. 3a und 3b ist ein erfindungsgemäß ausgebildeter Distraktionsstab teilweise dargestellt. Er besteht aus einem beispielsweise mit kreisrundem Querschnitt auf seiner gesamten Länge ausgebildeten Stab 14, der durch die Bohrung 15 des neuartigen, in Reibschluß zu bringenden Hakens 16 geschoben und mittels der Mutter 17 festgeklemmt wird, welche bei Aufschrauben und Anziehen die geschlitzte Spannhülse 18 zusammendrückt. Mittels eines durch eine der Splintbohrungen 19 geschobenen Splintes 20 wird die Verspannung des Hakens 16 gegenüber dem Stab 14 gesichert.
- In den Fig. 4a und 4b findet sich eine weitere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Hakens 21 dargestellt, der zwei die Bohrung 22 umgrenzende Backen 23 aufweist, die mittels der Schraube 24 zusammengepreßt werden können, wodurch der durch die Bohrung 22 geschobene Stab 25 ebenfalls reibschlüssig mit dem Haken 21 verbunden werden kann.
- Eine höhere Bruchsicherheit ergibt sich, auch wenn, wie in Fig. 5 dargestellt ist, erfindungsgemäß ein Stab 30 mit länglichem, beispielsweise elliptischem Querschnitt gewählt wird, wobei die lange Achse 26 der Querschnittsfläche etwa bzw. genau in der Ebene des Hakens 31 liegt, dessen Bohrung natürlich eine dem Stabquerschnitt entsprechende Ausnehmung bildet und der ebenfalls mit einer Schraube 32 am Stab 30 festgeklemmt wird. Bezugszeichen 1 Wirbelsäule 2 oberer Wirbelkörper 3 unterer Wirbelkörper 4 oberer Haken 5 unterer Haken 6 Spannwerkzeug 7 Kontraktionsvorrichtung 8 Stab, Harrington-Distraktionsstab 9 eingekerbter Abschnitt 10 unteres Ende 11 Steckelement 12 Brustwirbelkörper 13 Wirbelbogen 14 Stab 15 Bohrung 16 Haken 17 Mutter 18 geschlitzte Spannhülse 19 Splintbohrung 20 Splint 21 Haken 22 Bohrung 23 Backen 24 Schraube 25 Stab 26 lange Achse 27 Stab 28 Haken 29 Schraube
Claims (4)
- Implantat zur operativen Korrektur von seitlichen Wirbelsäulenverkrümmungen PATENTANSPRU#CHE: 9 Implantat zur Skoliosebehandlung in Gestalt eines im Bereich der der konkaven Seite der skoliotischen Wirbelsäule zu positionierenden, auf Druck belastbaren Stabes mit zwei daran befestigbaren Haken, die jeweils an dem Wirbelbogen eines Wirbelkörpers eine Druckkraft in einer Weise ausüben, in der eine Streckung des zwischen den Haken liegenden Wirbelsäulenbereiches erreichbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Haken (16, 21) mittels Reibschluß am Stab (14, 25, 30) befestigbar ist.
- 2. Implantat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Haken (16) mit einer geschlitzten Spannhülse (18) verbunden ist, die eine den Stab (14) aufnehmende Bohrung (15) aufweist und durch eine Mutter (17) klemmbar ist.
- 3. Implantat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Haken (21) zwei Backen (23) aufweist, die die Bohrung (22) für die Aufnahme des Stabes (25) beidseitig umgreifen, wobei die Achse der die Klemmung der Backen (23) bewirkkenden Schraube (24) senkrecht-windschief oder angenähert senkrecht-windschief zur Längsachse des Stabes (25) verläuft.
- 4. Implantat zur Skoliosebehandlung in Gestalt eines im Bereich der konkaven Seite der skoliotischen Wirbelsäule zu positionierenden, auf Druck belastbaren Stabes mit zwei daran befestigbaren Haken, die jeweils an dem Wirbelbogen eines Wirbelkörpers eine Druckkraft in einer Weise ausüben, in der eine Streckung des zwischen den Haken liegenden Wirbelsäulenbereiches erreichbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Stab (30) zumindest in dem Teil seiner gesamten Länge, an dem ein Haken (31) zu befestigen ist, einen länglichen, beispielsweise elliptischen Querschnitt aufweist, dessen lange Achse (26) im wesentlichen in der Ebene des Hakens (31) liegt.
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