DE303092C - - Google Patents
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Classifications
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-
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Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
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- Solid Fuels And Fuel-Associated Substances (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
Vr 303092 KLASSE 16. GRUPPE
FRIEDRICH FAHL in BREMEN.
Die Erfindung betrifft in erster Linie ein Verfahren zur Vernichtung und Verwertung
von Tierkadavern, tierischen Abfällen, Fischen u. dgl., und es kommt dabei darauf an, zwei
bekannte Verfahren, das Dämpf- , und das Benzin verfahren in solcher Weise zu kombinieren,
daß die diesen beiden Verfahren anhaftenden Mängel vermieden werden, die Kadaver o. dgl. vollständig vernichtet, das Fett
ίο aus ihnen vollständig gewonnen und ein ohne
weiteres stapel- und versandfähiges, dauernd haltbares Mehl aus den Rückständen erhalten
wird.
Bei dem bekannten Dämpf verfahren, wo die Tierkadaver u. dgl. der Einwirkung gespannter
Wasserdämpfe ausgesetzt werden, gelingt es nicht, das ganze darin enthaltene
Fett auszulaugen; vielmehr bleibt ein Teil desselben in den Rückständen und gelangt
mit ihnen in das daraus hergestellte, als Futter- oder Düngemittel verwendete Mehl. Dieser
Fettgehalt aber macht das Mehl leicht ranzig und erschwert seine Trocknung und Lagerungsfähigkeit.
Man hat zwar auch schon vorgeschlagen, Knochen in der Weise zu entfetten, daß man
sie mit einem Gemisch von dampfförmigem und flüssigem Benzin und Wasserdampf von
Atmosphärendruck behandelte und dieser Behandlung eine Aufschließung durch Einwirkung
von gespanntem Wasserdampf vorhergehen ließ. Dabei ließ man aber den gespannten Wasserdampf nur unter solchem Druck und
so lange einwirken, daß die Luft aus den Poren der Knochen ausgetrieben und das in ihnen enthaltene
Fett löslicher gemacht wurde; man hat aber nicht daran gedacht, dabei durch
den gespannten Wasserdampf selbst den größten Teil des Fetts bereits zu extrahieren.
Dies bietet jedoch einerseits den großen Vorteil, daß die größte Menge des Fetts rein gewonnen wird und hell bleibt, während nur
der durch gespannten Wasserdampf nicht ausziehbare Teil durch die Einwirkung des Benzins
leidet. Zudem wäre das bekannte Verfahren auch nicht ohne weiteres auf die Verarbeitung
ganzer Tierkadaver u. dgl. anwendbar, weil es dadurch nicht gelingen würde,
die Haut der Tiere zu zerstören. Sucht man hingegen die Hauptmenge des Fetts durch
Einwirkung des gespannten Wasserdampfes zu gewinnen, mit anderen Worten, läßt man diesen
so lange einwirken, bis die Hauptmenge des Fetts aus dem Gut ausgezogen ist, so zerfallen bei dieser Behandlung die Kadaver
o. dgl. vollständig. Erst dadurch aber gelingt es, bei der darauffolgenden Behandlung mit
Benzin oder anderen leicht flüchtigen Extraktionsmitteln die noch in den Knochen eingeschlossenen
Fetteilchen vollständig zu gewinnen. Bei dem bekannten Verfahren ist dies trotz der vorherigen kurzen Behandlung mit
gespanntem Wasserdampf nicht möglich, weil dabei die Knochen nicht zum Zerfall gebracht
werden und infolgedessen das Benzin o. dgl. auch nicht imstande ist, das im Innern der
Knochen, also insbesondere im Mark enthaltene Fett auszulaugen. .
Der einfachen Kombinierung des Dämpfverfahrens mit dem Benzinverfahren stellen
sich aber in der Praxis unerwartete Schwierigkeiten entgegen. Es hat sich nämlich ge-
zeigt, daß es nicht möglich ist, den nach dem Dämpfen in dem Gut noch verbleibenden
Fettrest mit Hilfe von flüssigem Benzin auszuziehen, wenn man nicht zuvor das dem
Gut von der Dämpfung her anhaftende Kondenswasser sowie das Eigenwasser so vollständig
wie möglich entfernt. Andererseits aber darf man zur Erreichung dieses Zwecks das
Gut vor der Benzinbehandlung nach erfolgter
ίο Dämpfung auch nicht etwa in der üblichen
Weise trocknen. Denn nach der vollständigen Trocknung wirkt das flüssige Benzin o. dgl.
ebenfalls nicht mehr auf das Gut ein; es vermag das darin enthaltene Fett nicht herauszuziehen.
Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, daß bei der Trocknung des Gutes nach der Dämpfung sich an dessen Oberfläche
eine feste Leimmasse ansetzt, die den Zutritt des Benzins zum auszulaugenden Gut verhindert.
Demgemäß kommt es für das vorliegende Verfahren darauf an, nach der vollständigen
Durchdämpfung des Gutes und dem dadurch herbeigeführten Zerfall der Kadaver
0. dgl. das anhaftende Kondens- und Eigenwasser auf mechanischem Wege so vollständig
wie möglich, jedoch ohne Trocknung zu entfernen und dann erst den Rest des Fetts mit
flüssigem Benzin auszulaugen.
Bei Anwendung des Verfahrens bedient man sich zweckmäßig einer Vorrichtung, wie sie in
der Zeichnung in einer Ausführungsform veranschaulicht ist. In dieser zeigt Fig. 1 eine
Seitenansicht der Vorrichtung teilweise im Schnitt, und Fig. 2 einen Querschnitt dazu. .
Die Vorrichtung besteht im wesentlichen aus einem liegenden Kessel 1 mit einem in
seinem Innern drehbar angeordneten Siebzylinder 2. Dieser Siebzylinder 2 besteht in der
Hauptsache aus Rundeisengeflecht, wie aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich. Er ist mit einer
durch einen Deckel 3 verschließbaren Öffnung versehen, und diese kann mit Hilfe einer an
dem Deckel sitzenden Mutter 4 und einer am äußeren Ende mit Handrad 6 versehenen
Spindel 5 von außen geöffnet und verschlossen werden, ohne den äußeren Kessel 1 zu
öffnen. Nach dem Schließen des Deckels 3 kann die Spindel 5 zurückgezogen oder zurückgeschraubt
werden, so daß sie bei der Umdrehung des Zylinders nicht hinderlich wirkt.
An der Außenfläche des Zylinders oder der
Siebtrommel 2 sind Schaufeln 7 angebracht,
die als Rührwerk dienen. Unterhalb des Kessels 1 ist in enger Verbindung damit ein
Behälter 8 mit einem ausziehbaren Röhrensystem 9 angeordnet, welcher in der ersten
Hälfte des Verfahrens die gelösten Fette aufnimmt und am Schluß des Verfahrens als
Benzinverdampfer dient.
60. Die Ausführung des Verfahrens in dieser Vorrichtung geschieht in folgender Weise:
Die Tierkadaver oder sonstigen tierischen Abfälle werden durch die Einwurföffnung von
außen her in den Siebzylinder 2 hineingeworfen. Alsdann wird nach Verschließen der
öffnungen die Masse mit hochgespanntem Wasserdampf Io lange vollständig durchdämpft,
bis das ganze Material und auch die Knochen zerfallen sind. -Dabei werden alle etwa vorhandenen
Krankheitskeime vernichtet und die leicht löslichen Fette aus dem Material ausgezogen.
Dieses Fett und das Leimwasser werden zusammen mit dem Eigenwasser der
Kadaver und dem Kondenswasser kontinuier- ( lieh während des Dämpfungsvorgangs abgelassen.
Das erhaltene Fett wird in einer anderen Vorrichtung von dem durch die Dämpfung ' zersetzten Leim und Kondenswasser nach
dem spezifischen Gewicht getrennt.
Nach Vollendung dieser Durchdämpfung läßt man dann das an dem nun im wesentlichen
breiartigen Material anhaftende Kondens- und Eigenwasser so vollständig wie möglich
durch die Siebtrommel austreten. Zu diesem Zwecke wird diese in Umdrehung versetzt.
Dabei werden durch die Unebenheiten des Drahtgeflechts die Fleischmassen u. dgl.
mit demselben in die Höhe genommen und stürzen dann unter der Wirkung ihres Eigengewichts
nach unten ab. Hierbei wird das Wasser aus der Masse sozusagen heraus- und
durch die öffnungen des Drahtgeflechts hindurchgeschlagen. Gleichzeitig verhindern dabei
die Unebenheiten des Drahtgeflechts ein Verstopfen der öffnungen des Siebzylinders
durch die Fleischmasse u. dgl.
Nach Entfernung des Wassers läßt man flüssiges Benzin direkt in die Vorrichtung eintreten
und wäscht das Gut zweckmäßig unter langsamer Umdrehung der Siebtrommel darin
so lange aus, bis alles Fett ausgezogen ist. Die Benzinlösung wird dann abgelassen und
in einem besonderen Apparat der darin enthaltene Anteil des Fetts gewonnen.
Nach dem Ablassen des flüssigen Benzins wird dann die in dem Siebzylinder enthaltene
Masse durch Benzindämpfe, welche in dem Behälter 8 mit Hilfe des Röhrensystems 9
erzeugt werden, vollständig getrocknet, wobei zweckmäßig die Siebtrommel 2 wiederum gedreht
wird. Bei dieser Drehung wird das Material in der oben beschriebenen Weise wieder
mit in die Höhe genommen, stürzt ab und tritt nun, da es mehr oder weniger zu
Pulver zerfallen ist, durch die Maschen der Siebtrommel 2 in den Kessel 1 aus, der zweckmäßig
von außen durch hochgespannten Wasserdampf beheizt wird. Hier wird das Material vollständig getrocknet und dabei durch
die Rührer oder Schaber 7 gewendet.
Die so getrocknete Masse ist praktisch vollständig vom Fett befreit und infolgedessen
ohne weiteres evtl. nach vollständiger Vermahlung stapel- und verpackungsfähig.
An Stelle des Benzins können natürlich auch andere geeignete fettlösende Flüssigkeiten Anwendung
finden.
Claims (2)
- Patent-Ansprüche:i. Verfahren zur Vernichtung und Verwertung von Tierkadavern, tierischen Abfällen und Fischen, dadurch gekennzeichnet, daß das Material zunächst mit gespanntem Wasserdampf so lange durchdämpft wird, bis der größte Teil des Fetts ausgezogen und die Knochen zerfallen sind, worauf man das der Masse anhaftende Kondens- und Eigenwasser auf mechanischem Wege (Abschleudern o. dgl.) entfernt, hierauf den Rest des in der Masse enthaltenen Fetts mit flüssigem Benzin o. dgl. auslaugt und das entstandene Fleisch- und Knochenmehl dann durch die Dämpfe von Benzin o. dgl. trocknet.
- 2. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus einer in einem Kessel drehbar angeordneten Siebtrommel aus Eisendrahtgeflecht mit einem von der Außenseite des Kessels durch eine Spindel zu. öffnenden Deckel.■ VHierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE303092C true DE303092C (de) | 1900-01-01 |
Family
ID=556837
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT303092D Expired DE303092C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE303092C (de) |
-
0
- DE DENDAT303092D patent/DE303092C/de not_active Expired
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