DE3030562C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Fließbett-Adsorpti
onsvorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die
Vorrichtung dient insbesondere zur Abtrennung von Schwe
feloxiden aus Abgasen.
Aus der DE-AS 21 60 400 ist eine Vorrichtung der vorge
nannten Art bekannt, die bei der Abgas-Entschwefelung
verwendet wird. Die bekannte Vorrichtung besitzt eine
Adsorptionskammer mit kontinuierlich bewegtem Adsorbens,
das sich in einer einzigen Adsorptionskammer befindet.
Ein längliches Auslaßrohr ist am Boden der trichterarti
gen Vorrichtung angebracht, um das Adsorbens abzuführen.
Ferner ist in der Adsorptionskammer ein Richtkörper an
geordnet, mit dem zwei Erscheinungen beseitigt werden
können, die sich im Fließbett einer Fließbett-Adsorpti
onsvorrichtung der vorgenannten Art ergeben: das "center-
dropping" ("Mittelstrudel") und das "suspension-pheno
menon" ("Brückenbildung). Durch Verhinderung dieser Er
scheinungen wird gewährleistet, daß die Partikel des
Adsorbens gleichmäßig nach unten fließen. Das "center-
dropping" kann dabei als eine Erscheinung definiert wer
den, bei dem die mittlere Lage der Schichten der Adsor
bens-Partikel, die sich unmittelbar über dem Auslaß be
finden, vorzeitig nach unten fallen. Das "suspension-
phenomenon" (Brückenbildung) wird als eine Erscheinung
definiert, bei der die Partikel, die sich innerhalb des
Adsorptionsgefäßes befinden, in einer Art Verkrustung,
die sich durch seitliche Kompressivkräfte ergibt, hängen
bleiben. Beide Erscheinungen sind im Detail in der DE-AS
21 60 400 beschrieben.
Die bekannte Vorrichtung hat jedoch Nachteile in bezug
auf eine gleichmäßige Gasverteilung. Der Grund dafür ist,
daß bei Erhöhung des Durchsatzes es unerläßlich ist, die
Schichthöhe des Adsorbens zu erhöhen. Daraus resultiert
eine beträchtliche Differenz zwischen dem Schichtdruck
zwischen den Partikeln im oberen Teil und denen im un
teren Teil, so daß das mit Adsorbens gefüllte Bett eine
nach unten zunehmende Dichte besitzt. Die Abgasmenge, die
durch den oberen Teil strömt, ist damit wesentlich größer
als die, die durch den unteren Teil strömt. Außerdem
werden mit Zunahme der Adsorbensschichthöhe die Partikel,
die sich am Boden der Schicht befinden, zunehmend durch
ihren eigenen Druck zermahlen und zerrieben. Weiterhin
kann der gleichmäßige Abwärtsstrom der Partikel gestört
sein, was teilweise dadurch hervorgerufen wird, daß die
Breite des Bettes vergrößert wird, wenn eine größere
Ausführung gewählt wird. Dementsprechend ist es evident,
daß die bekannte Vorrichtung in ihrer Kapazität begrenzt
ist. Das Fließbett kann demnach nur eine maximale
Schichthöhe haben, ohne dem Massendruck des Adsorbens
über ein unerwünschtes Maß hinaus zu erhöhen.
Es stellt sich demnach bei einer Adsorptionsvorrichtung
der eingangs genannten Art die Aufgabe, den Gasdurchsatz
pro Zeiteinheit zu erhöhen, wobei das Adsorbens optimal
ausgenutzt wird und nicht in Gefahr gerät, zerrieben oder
zerdrückt zu werden.
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß bei einer Fließ
bett-Adsorptionsvorrichtung der eingangs genannten Art
wenigstens zwei Adsorptionskammern in einem Hauptgehäuse
übereinander angeordnet werden und die Querschnittsfläche
der Adsorptionskammern so bemessen ist, daß die untenlie
genden Adsorptionskammern gegenüber den darüberliegenden
bei Messung in gleichem Abstand vom Fuß der Kammern eine
größere Querschnittsfläche aufweisen, wobei die Seiten
wandabstände (1′/1 a′) der jeweils unteren Kammern 1,1 bis 1,5mal
so groß sind wie die entsprechenden Abstände der Seiten
wände (1/1 a) der darüberliegenden Kammern.
Die übereinander angeordneten Kammern sind über Verbin
dungskanäle direkt untereinander verbunden. Die ganze
Anordnung mehrerer übereinandergestellter Adsorptionskam
mern ist in einem Hauptgehäuse eingebaut, durch das das
zu reinigende Gas quer hindurchströmt. An der obersten
Kammer ist ein Adsorbens-Einlaß und an der untersten ein
Adsorbens-Auslaß vorgesehen. In jeder Adsorptionskammer
und in der gesamten Anordnung fließen die Adsorbensparti
kel von oben nach unten und bilden ein Fließbett, das mit
dem durch das Hauptgehäuse strömende Gas im Querstrom
kontaktiert wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeich
nung dargestellt. Die Figur zeigt
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer Adsorptions
kammer;
Fig. 2 eine perspektivische Ansicht der Kammer gemäß
Fig. 1, die durch Trennwände unterteilt ist;
Fig. 3 eine Seiten-Ansicht einer Fließbett-
Adsorptionsvorrichtung.
Aus der nachfolgenden Beschreibung ergibt sich, daß die
Fließbett-Adsorptionsvorrichtung gemäß Erfindung einen
größeren Gasdurchfluß bei reduziertem Aufwand und Raumbe
darf gewährleistet, wie es bei dem Stand der Technik ge
geben war. Da die Kammern - von oben nach unten - eine jeweils größere Querschnittsfläche aufweisen,
Richtkörper besitzt und die Kammern untereinander ver
bunden sind, kann das Adsorbens gleichmäßig
innerhalb der Kammern und von Kammer zu Kammer nach unten
fließen. Außerdem entsteht kein übermäßiger Druck im
Adsorbens, da es nicht erforderlich ist, die Höhe der
einzelnen Kammern zu steigern, auch wenn größere Gasvo
lumina verarbeitet werden müssen. Es wird vermieden, daß
das Adsorbens ungleichmäßig beansprucht wird, wodurch der
Ausnutzungsgrad des Adsorbens insgesamt erhöht wird.
In Fig. 1 ist perspektivisch eine Adsorptionskammer 22
dargestellt, die mit einem Adsorbens, d. h. einem adsor
bierendem Medium, wie Aktivkohle, zu befüllen ist. Die
Kammer besitzt Schlitzjalousie-Seitenwände
1 a bzw. 1, deren gegenseitiger
Abstand sich von oben nach unten vergrößert. Nach unten
schließen sich zwei Bodenteile 2 und 2 a an die
Schlitzjalousie-Seitenwände 1 a und 1. Der Abstand der Bodenteile 2,
2 a verjüngt sich nach unten, d. h. die Bodenteile konver
gieren. Außerdem ist eine rechte und eine linke Stirnwand
3 bzw. 3′ vorhanden. Im Fuß der Kammer ist ein Richtkör
per 4 eingebaut, der sich horizontal zwischen den Stirn
wänden 3, 3′ erstreckt und an diesen befestigt ist.
Der Richtkörper 4 hat im Querschnitt die Form eines
aufrecht stehenden Pfeiles (↑). Er besteht aus einem
Richtkörper-Dach 5, das eine kopfstehende V-Form hat, und
aus einer Richtplatte 5′, die sich als senkrecht stehende
Platte aus dem Dach 5, an dem sie in der Winkelspitze
befestigt ist, erstreckt. Der obere Teil der Adsorptions
kammer 22 kann durch Trennwände 10, die parallel zur
Gasströmungsrichtung liegen, in eine Reihe von Abtei
lungen unterteilt werden (vgl. Fig. 2).
Die unteren Kanten der Bodenteile 2 und 2 a sind flansch
artig nach außen gebogen, wobei zwischen den unteren Rän
dern ein Kanal 20 angeordnet ist.
Ist die Adsorptionskammer mit einem Adsorbens gefüllt, so
fließt dieses innerhalb der Adsorptionskammer 22 nach un
ten in Richtung des Kanals 20 und bildet dabei ein Fließ
bett. Gleichzeitig tritt Gas in die Adsorptionskammer
durch die Schlitze der Seitenwand 1, durchströmt und kon
taktiert das Adsorbens im Fließbett und verläßt die Kam
mer durch entsprechende Schlitze 21 in der Seitenwand 1 a.
In einer Mehrstufen-Adsorptionsvorrichtung mit Querstrom-
Fließbett gemäß Fig. 3 sind nur zwei derartige Adsorp
tionskammern 22, 23 übereinandergestellt. Allgemein wird
dabei angestrebt, daß die Höhe jeder Einheit, d. h. jeder
einzelner Kammer, zwischen 2 und 6 m, vorzugsweise 4-5 m
liegt. Dabei muß ein Ausgleich zwischen Gasdruck und
Menge an Adsorbens gefunden und beachtet werden.
In Fig. 3 ist unterhalb des Kanals 20 ein Abförderer 6
als Beispiel für eine Austragvorrichtung für das Adsor
bens dargestellt. Die Austragvorrichtung ist nur in der
untersten Einheit (Kammer) vorgesehen, nicht jedoch in
den darüberliegenden Adsorptionskammern.
Die Mehrstufen-Adsorptionsvorrichtung gemäß Fig. 3 ist
so konstruiert, daß die beschriebenen Adsorptionskammern
in Serie miteinander verbunden sind. Eine aus mehreren
Adsorptionskammern bestehende Fließbett-Adsorptionsvor
richtung ist in ein Hauptgehäuse 8 eingebaut. Eine Aus
führungsform ist in Fig. 3 dargestellt. Die obere und
die untere Einheit 23 bzw. 22 sind miteinander durch
Verbindungsvorrichtungen, hier Wandungen 7, 7 a ein
schließlich (nicht dargestellter) Seitenwände verbunden,
so daß sich ein Kanal 20 ergibt. Durch diesen Kanal kann
das Adsorbens gleichmäßig von der oberen in die untere
Kammer überführt werden. Die obere Adsorptionskammer ist
nach oben offen und dient als Einlaß für das Adsorbens.
Der Boden der unteren Kammer ist mit dem Abförderer 6
versehen.
Der Abstand der Schlitzjalousien-Seitenwände 1, 1 a ist
bei der unteren Stufe 22 größer als bei der oberen Stufe
23, d. h. wird bei gleichem Vertikalabstand vom Fuß jeder
Kammer gemessen, so ist der Abstand zwischen den Wänden
1, 1 a, verglichen zu dem der Wände 1′, 1 a′ jeweils in der
unteren Kammer größer. Entsprechend ist auch die Quer
schnittsfläche der Kammern - jeweils im gleichen Abstand
vom Fuß der Kammern gemessen - von oben nach unten von
Kammer zu Kammer ansteigend. Diese Beziehung ist entspre
chend auch dann anzuwenden, wenn drei oder mehr Stufen
übereinandergestellt sind, d. h. die Seitenwandabstände
zweier übereinanderstehender Kammern sind bei der unteren
jeweils größer als bei der darüber befindlichen. Als an
gemessen hat sich erwiesen, wenn die Seitenwandabstände
der unteren Kammer 1,1-1,5mal, vorzugsweise 1,2-1,3
mal so groß sind wie die entsprechenden Abstände der Sei
tenwände der darüberliegenden Kammer.
Es ist demnach auch möglich, drei oder mehr Kammern
übereinanderzustellen, je nach dem zu verarbeitenden
Gasvolumen, der Güte des Absorbens und anderer Einfluß
größen, wie sie aus der Verfahrenstechnik bekannt sind.
Es besteht auch keine Notwendigkeit, daß die äußere Ge
staltung der Einheiten untereinander kongruent ist; al
lerdings sollte eine gewisse Ähnlichkeit - vgl. Fig. 3 -
angestrebt werden.
Claims (3)
1. Fließbett-Adsorptionsvorrichtung zur Reinigung von
Abgasen, insbesondere zur Beseitigung von Schwefeloxiden aus dem Abgas bei der das
Adsorbens sich in einer Adsorptionskammer befindet,
die es von oben nach unten durchwandert, wobei die
Adsorptionskammer in einem vom Gas quer durchströmten
Hauptgehäuse angeordnet ist und mit gegenüberliegenden
Schlitzjalousie-Seitenwänden (1/1 a) für den Gasdurchtritt versehen ist, deren Ab
stand sich von oben nach unten vergrößert, an die sich
nach unten in ihrem Abstand verjündende Bodenwände (2, 2 a) an
schließen, die zusammen mit den Stirnwänden (3, 3′) einen
Kanal (20) ergeben, und die mit einem Richtkörper (4) versehen
ist, der im Querschnitt die Form eines aufrecht ste
henden Pfeiles hat und sich von Stirnwand zu Stirnwand (3, 3′)
erstreckt,
dadurch gekennzeichnet, daß
wenigstens zwei derartiger Adsorptionskammern (22, 23)
in einem Hauptgehäuse (8) übereinander angeordnet sind
und die Querschnittsfläche der Adsorptionskammern so
bemessen ist, daß die unten liegenden Adsorptionskam
mern (22) gegenüber den darüberliegenden Adsorptions
kammern (23) bei Messung in gleichem Abstand vom Fuß
der Kammern eine größere Querschnittsfläche aufweist,
wobei die Seitenwandabstände (1′, 1 a′) der jeweils unteren Kammern
1,1 bis 1,5mal so groß wie die entsprechenden Abstän
de der Seitenwände (1, 1 a) der darüberliegenden Kammer sind.
2. Adsorptionsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Seitenwandabstände (1′/1 a′) der jeweils
unteren Kammern 1,2 bis 1,3mal so groß sind wie die
entsprechenden Abstände der Seitenwände (1, 1 a) der darüber
liegenden Kammer.
3. Adsorptionsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Kammern (22, 23) in ihrem oberen
Teil mit einer oder mehreren senkrechten Trennwänden
(10) ausgestattet sind.
Applications Claiming Priority (2)
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Publications (2)
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| DE3030562A1 DE3030562A1 (de) | 1981-03-26 |
| DE3030562C2 true DE3030562C2 (de) | 1990-02-22 |
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ID=26445106
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE19803030562 Granted DE3030562A1 (de) | 1979-08-16 | 1980-08-13 | Mehrstufen-fliessbett-adsorptionsvorrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE3030562A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3609164A1 (de) * | 1986-03-19 | 1987-10-01 | Uhde Gmbh | Vorrichtung zur feststoffseitigen kopplung von wanderbettadsorptionsvorrichtungen |
Families Citing this family (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3638611A1 (de) * | 1986-11-12 | 1988-05-26 | Bergwerksverband Gmbh | Wanderschichtreaktor zur entfernung von unerwuenschten, gasfoermigen bestandteilen aus gasen |
| IT1225748B (it) * | 1988-09-28 | 1990-11-26 | Ferrero Spa | Filtro a compost a rinnovo continuo del letto filtrante per la depurazione e deodorizzazione delle emissioni gassose svolte nel corso dei processi di compostaggio dei rifiuti solidi urbani (rsu) e rifiuti assimilabili agli urbani |
Family Cites Families (3)
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| AT5488B (de) * | 1900-11-21 | 1901-10-10 | Theodor Jarchovsky | |
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| DE2626939A1 (de) * | 1976-06-16 | 1977-12-29 | Babcock Ag | Verfahren und vorrichtung zum abtrennen von unerwuenschten gasfoermigen bestandteilen aus einem abgas |
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1980
- 1980-08-13 DE DE19803030562 patent/DE3030562A1/de active Granted
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE3609164A1 (de) * | 1986-03-19 | 1987-10-01 | Uhde Gmbh | Vorrichtung zur feststoffseitigen kopplung von wanderbettadsorptionsvorrichtungen |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE3030562A1 (de) | 1981-03-26 |
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