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Substituierte cyclische Methylphosphazene und Verfahren
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zu ihrer Herstellung Die vorliegende Erfindung betrifft neue substituierte
cyclische Methylphosphazene der allgemeinen Formel
wobei X bestimmte Substituenten und n eine ganze Zahl von 3 bis 8 bedeutet, sowie
ein Verfahren zur Herstellung solcher Phosphazene.
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Es ist bereits bekannt, daß sich verschiedene Alkoxy- oder Phenoxy-phosphazene
zum Flammschutz von Textilien und als wertvolle Zusatzstoffe bei der Herstellung
von flammhemmenden Massen und Schaumstoffen eignen. Ähnliches gilt auch für andere
substituierte Phosphazene die z.B. in der DE-OS 2 833 910, DE-OS 2 459 685, US-PS
4 107 108 und in der US-PS 4 124 557 beschrieben werden.
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Solche Produkte lassen sich aber vielfach nur schwer herstellen.
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Es bestand daher die Aufgabe neue substituierte Phosphazene mit verbesserten
flammhemmenden Eigenschaften, geringer Wasserlöslichkeit und möglichst hohem Phosphorgehalt
auf zu finden und ein einfaches Verfahren zur Herstellung substituierter Phosphazene
ausgehend von leicht zugänglichen Chlorphosphazenen anzugeben.
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Die vorliegende Erfindung löst diese Aufgabe.
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Es wurde nun ein Verfahren zur Herstellung substituierter cyclischer
Methylphosphazene der allgemeinen Formel (N = P Clx R1-x CH3)n gefunden, wobei n
eine ganze Zahl zwischen 3 und 8 und x eine Zahl zwischen 0 und (n-1):n ist, und
R für die Reste R¹O-, R²O-, R1 5-, R2S-,-NR3R4, -F, -SCN, -R2 oder O(CH2)mOH steht
und m 2, 3 oder 4, R1 eine geradkettige, verzweigte oder cyclische unsubstituierte
oder durch Halogenatome substituierte C1 bis C18-Alkylgruppe, R2 eine unsubstituierte
oder durch Halogenatome oder durch eine C1 bis C6 Alkylgruppe substituierte C6C18
ArylGruppe, ein Wasserstoffatom oder eine C1 bis C18 Alkylgruppe oder eine C6 bis
C18 Aryl-Gruppe, R4 ein Wasserstoffatom oder eine C1 bis C18 Alkylgruppe bedeutet
oder die Gruppe -NR3R4 einen 3- bis 6-gliedrigen Heterocyclus darstellt.
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Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß man ein cyclisches Methylphosphazen
der allgemeinen Formel (N = P Cl CH3)n a) mit einem Alkohol der Formel R1OH oder
einem Metallalkoholat der Formel MeOR , oder b) mit einem Phenol der Formel R20H
oder einem Phenolat der Formel MeOR2, oder c) mit einem Thiol der Formel R1SH oder
einem Thiolat der Formel MeSR , oder d) einem Arylmercaptan der Formel R2SH oder
einem Thiolat der Formel MeSR2, oder
e) einem Amin der Formel
oder f) einem Metallfluorid MeF, oder g) einem Metallthiocyanat MeSCN, oder h) einem
Aromaten H-R2 in Gegenwart eines Friedel-Crafts-Katalysators, oder i) einem Epoxid
der Formel
in Gegenwart von Chloridionen, oder k) einem zweiwertigen aliphatischen Alkohol
der Formel OH-(CH2)m-OH oder dem entsprechenden Alkoholat MeO-(CH2)m OH umsetzt,
wobei n, R1, R2, R3, R4 und m die oben angegebene Bedeutung haben und Me für ein
einwertiges Metall und R5 für eine Alkylgruppe mit 1 bis 3 C-Atomen, oder ein H-Atom
steht.
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Die nach diesem Verfahren gewonnenen Verbindungen enthalten somit
im allgemeinen an einigen Phosphoratomen (neben der Methylgruppe) Chlor als Substituenten,
an anderen Phosphoratomen gleichen Moleküls andere Substituenten. Jedoch kennen
im Grenzfall (abhängig von den Reaktionsbedingungen und der Reaktivität der eingesetzten
Reaktionspartner) auch völlig chlorfreie Produkte erhalten werden. titivAiständig
substituierte Methylchlorphosphazene sind weiteren Reaktionen zugänglich, in denen
die verbliebenen Chloratome durch andere Reste, insbesondere durch Reste R, ersetzt
werden können.
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Die folgenden Reaktionsgleichungen seien als Beispiele für vollständige
Substitution der Chloratome des eingesetzten Methylchlorphosphazens aufgeführt.
| CH ? CH |
| Na0R1 1 j |
| I n I In |
| Cl 1 1n |
| CH |
| 1 3 |
| i3 |
| NaSR1 1 |
| SR |
| SR |
| CH |
| HNR 3n4 |
| NR R |
| ICH3 |
| CH |
| j3 |
| KF ) -+-N=P-F |
| F |
| F |
| CH |
| KNCSA -t-N=IP-hn |
| i 'n |
| NCS |
| CH |
| Ethylenoxid) + N=PF |
| OC,H,C1 |
| 0C 2H4C1 |
| H0C H ONa |
| OC2H40H |
Es ist bevorzugt, wenn R1 eine unsubstituierte oder durch Halogenatome substituierte
C1-C10-Alkylgruppe insbesondere C bis C4 -Alkylgruppe oder R² eine C6 bis C14-Arylgruppe,
insbesondere eine C6 bis C10-Arylgruppe, oder R³ ein Wasserstoffatom oder eine C1
bis C10 Alkylgruppe, insbesondre C1 bis C4 Alkylgruppe oder eine C6 bis C10 Arylgruppe
oder R4 ein Wasserstoffatom oder eine C1 bis C10 Alkylgruppe,
insbesondere
eine C1 bis C4 Alkylgruppe darstellt.
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Die Reaktionsbedingungen entsprechen im allgemeinen denen, die in
der Literatur zur Darstellung von disubstituierten Phosphazenen, ausgehend von Dichlorphosphazenen,
angegeben werden (H.R. Allcock, Phosphorus-Nitrogen Compounds, 1972). Die Methylgruppe
am Phosphoratom bleibt dabei unverändert.
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Sowohl die reinen cyclischen, insbesondere die trimeren, Methylchlorphosphazene
als auch Gemische oligomerer Methylchlorphosphazene verschiedener Ringgröße sind
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren einsetzbar. Vorzugsweise werden eingesetzt
Methylchlorphosphazene mit n = 3 bis 6, insbesondere n = 3. Die anfallenden Reaktionsprodukte
sind entweder hochsiedende Flüssigkeiten, nicht destillierbare Öle oder kristalline
Feststoffe.
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Neben der Kennzeichnung der getinigten Reaktionsprodukte hinsichtlich
Molekulargewicht bzw. Ringgröße lassen sich auch je nach der räumlichen Anordnung
der Substituenten am Phosphoratom Stereoisomere unterscheiden.
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Beispielsweise können bei den trimeren Verbindungen (n = 3) die 3
Methylgruppen an den 3 Phosphoratomen entweder auf derselben Seite der Molekülebene
liegen (cis-Verbindung) oder 2 auf der einen und die dritte auf der anderen Seite
(trans-Verbindung). Diese geometrischen Isomere unterscheiden sich in ihren physikalischen
Eigenschaften und lassen sich daher ebenfalls trennen. Da sich die Isomere bei der
Anwendung in ihren technischen Eigenschaften im allgemeinen jedoch kaum unterscheiden,
wird normalerweise auf eine Isolierung der einzelnen Isomere verzichtet.
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Das erfindugsgeäße Verfahren wird vorteilhafter Weise in Gegenwart
eines Lösungsmittels durchgeführt. Sofern das eingesetzte cyclische Methylchlorphosphazen
mit einer protonenabgebenden Verbindung (z.B. einem Alkohol oder einem Thiophenol)
umgesetzt wird, arbeitet man vorzugsweise in Gegenwart einer Base wie Pyridin oder
Triethylamin.
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Für eine vollständige Umsetzung zu chlorfreien Verbindungen wird der
Einsatz der entsprechenden Metallalkoholate, -phenolate und -thiolate bevorzugt.
Als einwertige Metalle Me werden im allgemeinen Alkalimetalle, insbesondere Natrium
verwendet.
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Sofern die erhaltenen Verbindungen als Flammschutzmittel Verwendung
finden sollen, ist es nicht notwendig reine Alkohole, Phenole oder Thiole bzw. deren
Metallverbindungen zu verwenden. Vielmehr können auch Gemische verschiedener Alkohole,
Phenole oder Thiole eingesetzt werden. Man erhält dann Methylphosphazene bei denen
der Substituent R innerhalb eines Moleküls verschieden ist. Dies läßt sich wie bereits
erwähnt, auch dadurch erreichen, daß das eingesetzte Methylchlorphosphazen zunächst
nur unvollständig mit einem Alkohol, Phenol oder Thiol umgesetzt wird und die verbleibenden
Chloratome in weiteren Reaktionsschritten mit anderen Alkoholen, Phenolen oder Thiolen
substituiert werden.
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Umsetzungen mit Aminen werden vorzugsweise in einem inerten organischen
Lösungsmittel durchgeführt. Wegen der bei der Reaktion freiwerdenden Salzsäure muß
für eine vollständige Umsetzung eine doppelte Menge Amin oder eine äquimolare Menge
einer weiteren Base, z.B. ein tertiäres Aminzzugefügt werden.
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Bei der Reaktion des Methylchlorphosphazens mit Epoxiden, wie z.B.
Ethylenoxid, in Gegenwart von Chloridionen lassen sich Methylphosphazene mit einem
ß-Chloralkoxy-
Substituenten erhalten. Vorzugsweise arbeitet man
in Gegenwart von Lithiumchlorid.
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Reaktionsproduktelin denen das Chlor des Ausgangsproduktes durch Arylgruppen
zumindest teilweise ersetzt ist, lassen sich erhalten, wenn Methylchlorphosphazene
mit Aromaten in Gegenwart von Friedel-Crafts-Katalysatoren, beispielsweise Aluminiumchlorid,
umgesetzt werden.
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Bei der Umsetzung des Methylchlorphosphazens mit Diolen entstehen
Reaktionsprodukte mit einer Hydroxyalkyl-Gruppe. Zur Vermeidung unerwünschter Kondrnsationen
ist dabei ein überschuß an Diol und das Arbeiten in Verdünnung vorteilhaft. Andernfalls
entstehen durch Vernetzung höhermolekulare Methylphosphazene mit dem Strukturelement
E-O-P. Vernetzte MethylHhosphazene lassen sich auch durch Umsetzung isHydroxyalkyl-phosphazens
mit einem Chlorphosphate z.B. der Ausgangsverbindung für das erfindungsgemäße Verfahren,
d.h. dem Methyl-chlorphosphazen1erhalten. Zur Vernetzung führt auch die Alkylchlorid-Abspaltung
von Alkoxychlor-phosphazenen der Formel
oder die Zugabe von Wasser zu substituierten Methyl-chlorphosphazenen der analogen
Formel
Schließlich entstehen vernetzungsfähige Produkte bei der Umsetzung der Methyl-Chlorphosphazene
mit Diaminen oder ungesättigten Alkoholen. Je nach der Reaktivität des Reaktionspartners
und des gewünschten Reaktionsproduktes kann das Methyl-chlorphosphazen vorgelegt
und der Alkohol, das Phenol, das Thiol oder das Amin allmählich zugegeben werden.
Aber auch die umgekehrte Reaktions-
führung ist möglich oder eine
gleichzeitige Zugabe, gegebenenfalls bei tiefer Temperatur.
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Es ist vorteilhaft in Gegenwart eines inerten Lösungsmittels zu arbeiten
oder falls als Reaktionskomponente eine flüssige Verbindung RH verwendet wird, hiervon
einen überschuß als Lösungsmittel zu benutzen.
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Die Aufarbeitung des Reaktionsgemisches erfolgtlwie in der Literatur
für ähnliche Produkte beschrieben durch fraktionierte Destillation, Kristallisation
und Chromatographie.
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Gegenstand der Anmeldung sind ferner substituierte cyclische Methylphosphazene
der allgemeinen Formel
wobei n eine ganze Zahl zwischen 3 und 8 ist x eine Zahl zwischen 0 und (n-1):n
ist, R für die Reste R1 0-, R2-o-, R1S-, R2 S-, -NR R , -F, -SCN, -R oder -O(CH2)mOH
steht und m 2,3 oder 4, R1 eine geradkettige, verzweigte oder cyclische, unsubstituierte
oder durch Halogenatome substituierte C1 bis C 18-Alkylgruppe, R2 eine unsubstituierte
oder durch Halogenatome oder durch eine C1-C6 Alkylgruppe substituierte C6-C18-Arylgruppe,
R3 ein Wasserstoffatom oder eine C2 bis C18 -Alkylgruppe oder eine C6 bis C18-Arylgruppe,
eine C1 bis C18-Alkylgruppe bedeutet, oder die Gruppe -NR R einen 3- bis 6-gliedrigen
Heterocyclus darstellt.
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Bevorzugt sind Verbindungen, in denen R1 für eine C1 bis C 10-Alkylgruppe,
R2 für eine C6 bis C14-Arylgruppe und
NR3 R4 für einen Heterocyclus
steht, der 0 oder 1 Sauerstoffatom und 0 oder eine Doppelbindung trägt.
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Als Heterocyclen HN R3 R4 sind besonders bevorzugt Aziridin und Morpholin.
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Phosphazene, die an jedem Phosphoratom eine Methylgruppe enthalten
und außerdem entweder eine Halogenatom oder einen über Sauerstoff, Schwefel, Stickstoff
oder aromatischen Kohlenstoff gebundenen Rest R, sind bisher kaum untersucht worden.
Lediglich die Methylchlorphosphazene
(G. Tesi und P.J. Slota, Proc.
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Chem. Soc., 1960, 404; V.N. Prons. M.P. Grinblat und A.L. Klebanskii,
Zh. Obshch. Khim., 41, 482 (1971)) sowie die aminosubstituierten Verbindungen (
N=PCH3NH2 )3 (GB-PS 892 775) und ( N=PCH3N(CH3)2)3 (Tesi und Slota) sind beschrieben
worden.
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Die als Ausgangsprodukt benutzten Methyl-Chlorphosphazene lassen sich
aus Methyltetrachlorphosphoran bzw.
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Methyldichlorphosphan und Chlor sowie Ammoniumchlorid darstellen.
Weitere Einzelheiten enthält unter anderem die deutsche Patentanmeldunq P 2 940
389.2 Die erfindunqsqemäßen substituierten cyclischen Methylphosphazene sind geeignet
als Zusatzstoffe für flammenhemmende Massen und Schaumstoffe, für Polycarbonat-Polymere
und als flammfestmachende Mittel für thermoplastische Polymerisatmassen. Weiterhin
sind die Verbindungen geeignet als Flammschutzmittel für Cellulosematerialien, wobei
die Behandlung durch Eintauchen oder durch Besprühen erfolgen kann. Gegenüber den
nächstvergleichbaren bekannten Phosphazenen des Typs
zeichnen sich die cyclischen Methylphosphazene durch einen erhöhten - Phosphorgehalt
und damit bessere Flammschutzeigenschaften aus.
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Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele näher erläutert.
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Beispiel 1 Zu einer Lösung von 10,0 g (34,9 mmol) (NPCH3Cl)3 in 100
ml Methanol wird unter Rühren innerhalb einer Stunde eine Lösung von 115,2 mmol
Natriummethanolat in 60 ml Methanol getropft. Die Reaktionstemperatur beträgt dabei
30-350C. Die Lösung wird 16 Stunden bei Raumtemperatur gerührt; anschließend wird
der Niederschlag abfiltriert und mit Methanol gewaschen. Das Lösungsmittel wird
im Vakuum abgezogen und der Rückstand aus Hexan umkristallisiert. Man erhält 8,4
g (NPCH30CH3)3 (88 % d.Theorie), Fp. 83-840C . 31P NMR (CDC13) : cis-(NPCH30CH3)3
= 34,3 ppm; trans-(NPCH30CH3)3 = 33 ppm.
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Beispiel 2 Entsprechend Beispiel 1 werden 20,0 g (59,8 mmol) (NPCH3Cl)3
mit 230,4 mmol Natriumpropanolat in 110 ml Propanol umgesetzt. Das'Rohprodukt wird
nach der Filtration fraktioniert destilliert. Ausbeute 19,0 g (76 %>. Fp. 90-940C/0,13
mbar).
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31p NMR (CDCl3) : 32,3 ppm.
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Beispiel 3: Zu einer Suspension von 20,0 g (69,8 mmol) cis-/trans-(NPCH3Clr3
in 100 ml Tetrahydrofuran (THF) wird innerhalb 30 Minuten eine Lösung von 27,2 g
(223 mmol) Natrium-2,2,2-trifluorethanolat in 50 ml THF getropft. Die Lösung erwärmt
sich dabei auf die Rückflußtemperatur des THF. Die Reaktionsmischung wird anschließend
4 Stunden unter Rückfluß gerührt, das Lösungsmittel im Vakuum abgezogen, der Rückstand
mit verdünnter Salzsäure versetzt und je zweimal mit je 200 ml Methylenchlorid und
Diethylether extrahiert.
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Die organischen Phasen werden abgetrennt, vereinigt, über Natriumsulfat
getrocknet und filtriert. Vom Filtrat wird das Lösungsmittel im Vakuum abgezogen
und der Rückstand mit 50 ml Toluol umkristallisiert. Man erhält 17,1 g weißes kristallines
Produkt, bestehend aus cis-/trans-(NPCH30CH2 CF3)3 (ca. 1:1) Fp. 90-920C). Aus der
Mutterlauge lassen sich weitere 5,5 g Produkt gewinnen. Gesamtausbeute 68 % d. Theorie.
Durch Kristallisation der ersten Fraktion aus
Ether: Pentan (1:3)
kann cis-(NPCH3OCH2CF3)3Fp. 115°C isoliert werden. 31P NMR (CDCl3) : cis-(NPCH3OCH2CF3)3
= 35,5 ppm ; trans-(NPCH3OCH2CF3)3 = 34,1 ppm.
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Beispiel 4: Beipiel 3 wird mit NaOCH2C7F15 anstelle von NaOCH2CF3
wiederholt. Das anfallende Produkt enthält die Verbindung cis-/trans-(NPCH3OCH2C7F15)3
. 31PNMR (CDCl3): cis-(NPCH30CH2C7F15)3 = 35,6 ppm ; trans-(NPCH30CH2C7F15)3 = 34,3
ppm.
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Beispiel 5: Zu einer Lösung von 20,0 g (69,8 mmol) cis-/trans-(NPCH3Cl)3
in 150 ml THF werden bei 30-35 0C unter Rühren innerhalb 90 Minuten 226 mmol Natriumphenolat
in 100 ml THF getropft.
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Die Reaktionsmischung wird 15 Stunden bei Raumtemperatur gerührt,
der ausgefallene Feststoff abfiltriert, das Lösungsmittel im Vakuum abgezogen, der
Rückstand gründlich mit Wasser gewaschen und getrocknet. Man erhält als öl 32,0
g (100 % d. Theorie) cis-/trans-(NPCH30C6H5)3 . 31p NMR (CDCl3) : cis-(NPCH30C6H5)3
= 31,1 ppm ; trans-(NPCH30C6H5)3 = 33,4 (Triplett, 1 Phosphor), 30,4 ppm (Dublett,
2 Phosphor), 2Jpp = 17 Hz.
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Beispiel 6: Gemäß Beispiel 5 wird (NPCH3Cl)3 mit Natrium-p-Chlorphenolat
umgesetzt. Das Rohprodukt wird durch Umkristallisation aus Hexan gereinigt. Formel:
(NPCH3C6H4Cl)3. Ausbeute 97 % der Theorie. Fp. 121-1220C. 31P NMR (CDCl3) : 31,7
ppm.
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Beispiel 7: Zu einer Lösung von 11,3 g (39,45 mmol) cis-/trans-(NPCH3Cl)3
in 150 ml THF werden innerhalb 30 Minuten bei 3-80C unter Rühren 37,4 mmol NaOCH2CF3
getropft. Das P NMR-Spektrum zeigt neben der Ausgangsverbindung Signale bei 33 bis
35 ppm und 42 ppm für (NPCH3Clx(OCH2CF3)y)3 (s. Tabelle 1).
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Tabelle 1: Typische 31p NMR-Verschiebungen für (NPCH3R)3
| R = Verschiebung |
| Cl 39,5 - 42,5 ppm |
| SR1 37 - 41 |
| OR1 30 - 36 |
| NR1R2 19 - 26 |
| CH |
| / CH2 - 36 |
| \\CHr |
| NCS 12,5 - 14,5 |
Beispiel 8: 7,15 g (115 mmol) Ethylenglycol in 100 ml THF werden durch Zugabe von
2,76 g (115 mmol) Natriumhydrid metalliert. Zu der Lösung wird innerhalb einer Stunde
bei Raumtemperatur eine Lösung von 10,0 g (34,9 mmol) (NPCH3Cl)3 in 100 ml THF getropft.
Die Reaktionsmischung wird anschließend vier Stunden unter Rückfluß gerührt, danach
filtriert und vom Filtrat das Lösungsmittel im Vakuum abgezogen. Man erhält 13 g
Rohprodukt. Das P 31P NMR-Spektrum sieht uneinheitlich aus und zeigt Signale bei
32 bis 35 ppm und 42 bis 44 ppm (s. Tab. 1).
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Beispiel 9: In einem 300 ml Autoklaven werden 10,0 g (34,9 mmol) (NPCH3Cl)3,
0,5 g Lithiumchlorid und 12,0 g (272 mmol) Ethylenoxid in 100 ml THF drei Tage bei
500C gerührt. Anschließend wird das Reaktionsgemisch bei Normaldruck filtriert und
vom Filtrat die flüchtigen Bestandteile im Vakuum abgezogen. Man erhält 17,1 g Rohprodukt.
Das 31p NMR-Spektrum zeigt kein Edukt, sondern nur Signale zwischen 28,2 und 33
ppm (s. Tab. 1).
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Beispiel 10: Su einer Lösung von 20,0 (69,8 mmol) (NPCH3Cl)3 in 200
ml THF werden unter Rühren innerhalb 30 Minuten 226 mmol
NaSC2H5
in 150 ml THF getropft. Die Reaktionsmischung wird erst 3,5 Stunden bei Raumtemperatur,
später zwei Stunden unter Rückfluß gerührt. Der ausgefallene Feststoff wird abfiltriert,
vom Filtrat das Lösungsmittel abgezogen und der Rückstand fraktioniert destilliert.
Man erhält als gelbliche Flüssigkeit 15,6 g (NPCH3SC2H5)3 entsprechend 61 % d.Theorie.
Kp 151-163 C/O,25 mbar. 3 P NMR (CDC13): cis-(NPCH3SC2H5)3 37,4 ppm, trans-(NPCH3SC2H5)3
H 39 ppm.
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Beispiel 11: Beispiel 10 wird mit Na SC 3H7 anstelle von Na SC2H5
wiederholt. Man erhält 74 % d. Theorie (NPCH3SC3H7)3.
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Kp. 180-183°C/0,28 mbar. 31P NMR (CDCl3) : cis-(NPCH3SC3 H7)3 = 37,6
ppm, trans-(NPCH3SC3H7)3 = 39,5 ppm.
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Beispiel 12: Beispiel 10 wird mit NaSC6H5 anstelle von Na SC2H5 wiederholt.
Man erhält (NPCH3SC6H5)3. 31P NMR (CDCl3): trans-(NPCH3SC6H5)3 = 40,8 ppm (Triplett,
1 Phosphor), 38,7 ppm (Dublett, 2 Phosphor), 2JPP = 12 Hz.
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Beispiel 13: Zu einer Suspension von 10,0 g (34,9 mmol) (NPCH3Cl)3
in 100 ml Diisopropylether werden unter Rühren innerhalb 15 Minuten 6,92 g (115,2
mmol) n-Propanol und 10,95 g (108,2 mmol) Triethylamin in 100 ml Diisopropylether
getropft. Anschließend wird die Reaktionsmischung zwei Stunden unter Rückfluß gerührt
und 31P NMR-spektrosckopisch untersucht. Das Rohprodukt enthält neben ca. 35 % Edukt,
(NPCH3Clx (OC3H7)y)3 und weitere Verbindungen (23 bis 33 ppm).
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Beispiel 14: In eine Lösung von 20,0 g (69,8 mmol) (NPCH3Cl)3 in 250
ml Chloroform und 42,4 g (419 mmol) Triethylamin werden unter Rühren bei externer
Kühlung innerhalb einer Stunde 7,14 g (419 mmol) Ammoniak eingeleitet. Das Triethylaminhydrochlorid
wird abfiltriert und mit 50 ml Chloroform gewaschen.
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Vom Filtrat wird das Lösungsmittel abgezogen. Man erhält 15,2 g (95
%) (NPCH3NH2)3 . 31p NMR (DMSO-d6): cis-(NPCH3NH2)3 = 24,0 ppm; trans-(NPCH3NH2)3
= 23,3 ppm.
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Beispiel 15: Zu einer Suspension von 9,5 g (33,2 mmol) (NPCH3Cl)3
in 150 ml Diethylether wird bei Raumtemperatur unter Rühren eine Lösung von 18,26
g (116,1 mmol) Decylamin und 11,75 g (116,1 mmol) Triethylamin in 100 ml Diethylether
getropft und anschließend eine Stunde unter Rückfluß gerührt. Von der erkalteten
Reaktionsmischung wird das Triethylaminhydrochlorid abfiltriert, vom Filtrat das
Lösungsmittel abgezogen und der Rückstand aus Acetinitril umkristallisiert. Man
erhält 8,7 g (40 %) cis-/trans-(NPCH3NHC10H21)3.
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167 - 1730C. 31P NMR (CDCl3): cis-(NPCH3NHC1gH21)3 = 24,5 ppm ; trans-(NPCH3NHC10H21)3
= 24,5 ppm (Triplett, 1 Phosphor), 23,6 ppm (Dublett, 2 Phosphor), 2Jpp = 8 Hz Beispiel
16: 20,0 g (69,8 mmol) cis-/trans-(NPCH3Cl)3, 26,0 g (279 mmol) Anilin und 28,3
g (280 mmol) Triethylamin in 400 ml Dihexylether werden 30 Minuten bei 60°C und
30 Minuten bei 100°C gerührt. Das Reaktionsgemisch wird mit 600 ml Metylenchlorid
versetzt und anschließend mit verdünnter Salzsäure und Wasser gewaschen. Die organische
Phase wird abgetrennt, das Methylenchlorid im Vakuum abgezogen und der Rückstand
mit 500 ml Hexan versetzt. Die Flüssigkeit wird abdekantiert, der Rückstand mit
Hexan gründlich gewaschen und getrocknet. Man erhält 30,1 g (95 %) cis-/trans-(NPCH3NHC6H5)3.
Durch Umkristallisation aus Methylenchlorid
läßt sich cis-(NPCH3NHC6H5)3
isolieren. Fp. 210-230UC (Zers.). P NMR (C2H50H + DMSO-d6): cis-(NPCH3NHC6H5)3 =
19,1 ppm ; trans-(NPCH3NHC H ) = 20,4 ppm (Triplett, 1 Phosphor), 17,8 ppm (Dublett,
2 Phosphor) 2Jpp = 11 Hz.
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Beispiel 17: 37,17 g (129,8 mmol) (NPCH3Cl)3 und 66,44 g (908,4 mmol)
Diethylamin in 200 ml Diisopropylether werden zwei Stunden unter Rückfluß erhitzt.
Nach dem Abkühlen wird das Rohprodukt filtriert und vom Filtrat das Lösungsmittel
abgezogen. Im Rohprodukt wird neben Edukt im 31P NMR-Spektrum (NPCH3Cl(NR2R3)y)3
gefunden, (Signale bei 25 bis 27 ppm).
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Beispiel 18: Zu einer Suspension von 20,0 g (69,8 mmol) cis-/trans-(NPCH3Cl)
3 in 300 ml Diethylether werden innerhalb 30 Minuten bei 6-11 0C Innentemperatur
unter Rühren 12,1 g (281 mmol) Ethylenimin und 28,3 g (279 mmol) Triethylamin in
200 ml Diethylether getropft. Die Reaktionsmischung wird 18 Stunden bei Raumtemperatur
gerührt, das ausgefallene Triethylaminhydrochlorid abfiltriert, vom Filtrat das
Lösungsmittel im Vakuum abgezogen und der Rückstand aus Hexan umkristallisiert.
Ausbeute 21,? g (99 % d.Theorie).
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Fp 106-1080C. Durch weitere Umkristallisation aus Hexan
| läßt sich cis-(NPCH3N/CH,) 3 isolieren. Fp. 128-1300C. |
| 2 |
| CH2 |
| P NMR (CDC13) : |
| CHZ. |
| CH CH2 |
| (NPCH3N½i2)3 = 35,8 ppm (Triplett, 1 Phosphor), 34,3 ppm |
| CH2 |
(Dublett, 2 Phosphor), 2J = 8 Hz.
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pp Beispiel 19: Entsprechend Beispiel 18 wird (NPCH3Cl)3 mit Morpholin
und Triethylamin umgesetzt. Das Reaktionsgemisch wird in Abweichung zu Beispiel
18 6,5 Stunden unter Rückfluß er-
hitzt. Aus dem Rohprodukt (90
%) kann durch Umkristallisation aus Hexan/Essigsäureethylester (4:1) cis-(NPCH3
isoliert werden. Fp. 1 148-1500C.
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31P NMR (C2H50H + DMSO-d6) : 25,8 ppm.
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Beispiel 20: 10,0 g (34,9 mmol) (NPCH3Cl) 3 und 20,95 g (157,1 mmol)
AlCl3 werden in 100 ml Benzol zwei Stunden unter Rückfluß erhitzt. Das Reaktionsprodukt
wird mit 50 ml Eis versetzt, die organische Phase von der wäßrigen getrennt und
über Natriumsulfat getrocknet. Anschließend wird das überschüssige Benzol abdestilliert.
Rohprodukt 7,0 g. Das Produkt läßt sich durch Umkristallisation aus Hexan weiter
reinigen. Das 31 NMR-Spektrum zeigt Signale zwischen 24,2 und 40,5 ppm.
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Beispiel 21: 14,0 g (48,88 mmol) (NPCH3Cl)3 und 12,79 g (220 mmol)
Kaliumfluorid in 100 ml Tetramethylensulfon werden sechs Stunden bei 1800C gerührt.
Anschließend wird das Produkt fraktioniert destilliert. 5,4 g (47 %). Fp. 900C/13
mbar.
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Fp. 80-81 C (Hexan). 31P NMR (CDCl3) : 39,5 ppm.
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Beispiel 22: Zu einer Suspension von 10,0 g (34,91 mmol) (NPCH C1)
3 in 50 ml Aceton wird eine Lösung von 11,2 g (115,2 mmol) KNCS in 100 ml Aceton
getropft. Die Reaktionsmischung wird zwei Stunden unter Rückfluß erhitzt, nach dem
Erkalten das ausgefallene Kaliumchlorid abgefrittet, vom Filtrat im Vakuum das Lösungsmittel
abgezogen und der Rückstand aus Hexan umkristallisiert. Man erhält 11,67 g (Q4 %
d. Theorie) cis-/trans-(NPCH3NCS)3. Durch Umkristallisation- aus Hexan läßt sich
cis-(NPCH3NCS)3 isolieren. Fn. 105-1060C. 31P NMR (CDCl ) : 12,7 ppm 3 Beispiele
23 - 27: Ein Gemisch oligomerer Methylchlorphosphazene (NPCH3Cl)n
(n
= 3 - 8).wirdlwie in den Beispielen 1, 5, 11, 12 und 14 beschrieben umgesetzt. Gaschromatographisch
lassen sich im Reaktionsprodukt jeweils trimere bis oktamere Bestandteile nachweisen.
Im P NMR-Spektrum lassen sich die folgenden tetrameren Verbindungen identifizieren.
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(NPCH3OCH3)4 18,4 ppm (NPCH30C6H5)4 13.9 DDm (NPCH3SC3H7)4 17,0 ppm
(NPCH3SC6H5)4 19,6 ppm (NPCH3NH2)4 15,5 ppm Beispiel 28: In einem 2 l-Vierhalskolben,
der mit Rückflußkühler, zwei Gaseinleitungsrohren und einem Innenthermometer versehen
ist, wird 1 1 Chlorbenzol vorgelegt. 2 Mol Ammoniumchlorid werden in situ hergestellt,
indem unter Kühlung und unter gutem Rühren innerhalb 1 Stunde 34 g Ammoniak und
73 g Chlorwasserstoff in das Chlorbenzol eingeleitet werden.
-
Es wird 1 g wasserfreies Magnesiumchlorid zugegeben. Die Reaktionsmischung
wird unter kräftigem Rühren auf 110C erhitzt und bei dieser Temperatur innerhalb
1,75 Stunden in zehn Portionen mit insgesamt 147,7 g (0,786 Mol) Methyltetrachlorphosphoran
versetzt. Nach beendeter Zugabe wird 1,5 Stunden bei 1300C gerührt, nach dem Erkalten
das überschüssige Ammoniumchlorid abfiltriert und der Rückstand zweimal mit Chlorbenzol
gewaschen. Vom Filtrat wird das Lösungsmittel im Vakuum abdestilliert und das Rohprodukt
getrocknet. Rohausbeute 64,5 g (86 %), nach 31P-NMR cis-(NPClCH3)3 35 %, trans-(NPClCH3)3
10 %, (NPClCH3)4 20 %, (NPClCH3)5 15 %, übrige Methylchlorphosphazene 20 %.
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R4 ein Wasserstoffatom oder eine C1 bis C18 Alkylgruppe bedeutet
oder die Gruppe -NR3R4 einen 3- bis 6-gliedrigen Heterocyclus darstellt, dadurch
gekennzeichnet, daß man ein cyclischen Methylphosphazen der allgemeinen Formel =
P Cl CH3t a) mit einem Alkohol der Formel R¹OH oder einem Metallalkoholat der Formel
MeOR1, oder b) mit einem Phenol der Formel R20H oder einem Phenolat der Formel MeOR2,
oder c) mit einem Thiol der Formel R1SH oder einem Thiolat der Formel MeSRt, oder
d) einem Arylmercaptan der Formel R2SH oder einem Thiolat der Formel MeSR2, oder
e) einem Amin der Formel
oder f) einem Metallfluorid MeF, oder g) einem Metallthiocyanat MeSCN, oder h) einem
Aromaten H-R2 in Gegenwart eines Friedel-Crafts-Katalysators, oder i) einem Epoxid
der Formel
in Gegenwart von Chlor ridionen, oder k) einem zweiwertigen aliphatischen Alkohol
der Formel OH-(CH2)m-OH oder dem entsprechenden Alkoholat MeO-(CH2)n-OH