DE3018542C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Thyristor mit steu
erbarem Emitterkurzschluß nach dem Oberbegriff des An
spruchs 1.
Ein solcher Thyristor ist aus der US-PS
32 43 669 bekannt. Der steuerbare Emitterkurzschluß be
steht dabei aus einer MIS-Struktur, die ein durch eine
dünne elektrisch isolierende Schicht von dem Halbleiter
körper getrenntes Gate aufweist. Beim Anlegen einer Steu
erspannung an das Gate wird ein Kurzschlußpfad wirksam
geschaltet, der den PN-Übergang zwischen der mit der Ano
de verbundenen Emitterschicht und der angrenzenden Basis
schicht überbrückt. Das hat eine Umschaltung des Thyri
stors aus dem stromführenden Zustand in den blockierten
Zustand zur Folge, in dem zwischen Anode und Kathode
trotz einer in Durchlaßrichtung anliegenden Spannung
praktisch kein Strom fließt. Nachteilig ist hierbei, daß
die MIS-Struktur gegenüber sehr hohen Gatespannungen, die
beispielsweise durch eine unerwünschte Aufladung des Gate
entstehen können, empfindlich ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Thyristor
mit steuerbarem Emitterkurzschluß anzugeben, bei dem der
steuerbare Emitterkurzschluß gegenüber hohen Steuerspan
nungen unempfindlich ist. Diese Aufgabe wird durch die
Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
Der mit der Erfindung erzielbare Vorteil besteht insbe
sondere darin, daß der Sperrschicht-Feldeffekttransistor
auch bei hohen Gatespannungen nicht zerstört wird. Außer
dem ist es bei einem erfindungsgemäß ausgebildeten Thy
ristor nicht erforderlich, eine sehr dünne, elektrisch
isolierende Schicht auf einer relativ stark dotierten
Halbleiterschicht aufzubauen, wie das bei den bekannten
Thyristoren aus der US-PS 32 43 669 der Fall ist.
In den Ansprüchen 2 bis 8 sind bevorzugte Ausgestaltungen
der Erfindung angegeben. Die Ansprü
che 9 und 10 sind auf vorteilhafte Verfahren zum Betrieb
des erfindungsgemäßen Thyristors gerichtet.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Dabei zeigt
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung,
Fig. 2 eine bevorzugte Ausgestaltung des ersten Ausfüh
rungsbeispiels,
Fig. 3 ein zweites Ausführungsbeispiel und
Fig. 4 ein drittes Ausführungsbeispiel.
Der in Fig. 1 dargestellte Thyristor besteht aus einem
Halbleiterkörper, im Ausführungsbeispiel aus Silizium, mit einer Mehrzahl
von Schichten abwechselnder Leitfähigkeitstypen. Dabei
werden eine außenliegende N-leitende Schicht 1 als N-Emit
terschicht und eine außenliegende, P-leitende Schicht 4
als P-Emitterschicht bezeichnet. Eine P-leitende Schicht 2
stellt dann die sogenannte P-Basisschicht dar, während
eine N-leitende Schicht 3 die N-Basisschicht bedeutet. Die
N-Emitterschicht 1 ist mit einer Kathode 5 versehen, die
einen Anschluß K aufweist, während die P-Emitterschicht 4
mit einer Anode 6 kontaktiert ist, deren Anschluß mit A
bezeichnet ist. In die N-Emitterschicht 1 ist ein P-lei
tendes Gebiet 7 eingefügt, das sich bis zur einen Ober
fläche 1 a des Halbleiterkörpers erstreckt. Das Gebiet 7
ist mit einer Gateelektrode 8 kontaktiert, die mit einem Anschluß
G verbunden ist. Weiterhin ist in Fig. 1 eine leitende
Belegung 9 vorgesehen, die den PN-Übergang zwischen den
Schichten 1 und 2 randseitig überbrückt. Die in Fig. 1
rechts und links von dem Gebiet 7 liegenden Teile der N-
Emitterschicht 1 stellen die Source- und Drain-Gebiete
eines Sperrschicht-Feldeffekttransistors dar, dessen
Gate-Gebiet durch das Gebiet 7 gebildet wird. Die Kanal
zone des Feldeffekttransistors besteht aus dem Teil 1 b der
N-Emitterschicht 1, der unterhalb von 7 liegt.
Im blockierten Zustand des Thyristors, in dem zwischen A
und K eine Spannung mit der in Fig. 1 eingezeichneten
Polarität liegt, gelangen die z. B. thermisch generierten
oder unter einer dU/dt-Belastung sich in Richtung auf die
Kathode bewegenden Löcher 10 aus der P-Basisschicht 2
über die leitende Schicht 9 und die Kanalzone 1 b zu der
Kathode 5, sofern der Gateanschluß G gegenüber K span
nungslos ist oder mit einer positiven Spannung beschaltet
ist. Der in Fig. 1 mit 11 angedeutete, über die Belegung
9 und die Kanalzone 1 b verlaufende Strompfad stellt dabei
einen sogenannten Emitter-Kurzschlußpfad dar, der die P-
Basisschicht 2 mit der Kathode 5 kurzschließt. Bei Zufüh
rung einer negativen Spannung hinreichender Größe, z. B.
eines Impulses 12, an den Anschluß G wird die Kanalzone
1 b durch die sich am PN-Übergang zwischen dem Gebiet 7
und der Schicht 1 aufbauende Raumladungszone abgeschnürt,
so daß der Emitterkurzschlußpfad 11 unterbrochen ist. Der
Thyristor gelangt hierdurch in einen Zustand, in dem er
sehr leicht zündbar ist. Die thermisch generierten Löcher
10, die hierbei zum PN-Übergang zwischen den Schichten 1
und 2 gelangen, können bereits die Zündung des Thyristors
bewirken. Andererseits kann die Zündung auch durch einen
mit dem Impuls 12 zeitlich zusammenfallenden, positiven
Impuls 13 unterstützt werden, der einer auf der P-Basis
schicht 2 aufgebrachten Zündelektrode 14 über einen An
schluß Z zugeführt wird. Über die Zündelektrode 14 in die
P-Basisschicht 2 zusätzlich eingebrachte Löcher gelangen
ebenfalls zum PN-Übergang zwischen den Schichten 1 und 2
und unterstützen somit den Zündvorgang. Nach Beendigung
des Impulses 12 oder der Impulse 12 und 13 bleibt der
einmal gezündete Thyristor im stromführenden Zustand.
Nach einer anderen Betriebsweise des in Fig. 1 darge
stellten Thyristors wird der Gateanschluß G im blockier
ten Zustand und im stromführenden Zustand mit einer ge
genüber dem Anschluß K negativen Spannung solcher Größe
beaufschlagt, daß die Kanalzone 1 b vollständig abge
schnürt ist, so daß der Emitterkurzschluß 11 unterbro
chen ist. Diese Betriebsweise eignet sich insbesondere
für solche Thyristoren, deren N-Emitterschichten in an
sich bekannter Weise mit festen Emitterkurzschlüssen ver
sehen sind, die aus etwa zylinderförmigen Ansätzen der
P-Basisschicht bestehen, die die N-Emitterschicht 1 an
mehreren Stellen durchdringen und sich bis zur Ober
fläche 1 a hin erstrecken, wie in Fig. 1 mit 15 und 16
angedeutet ist. In diesem Fall wird die negative Span
nung an den Anschluß G lediglich im Zeitpunkt des Ab
schaltens des Thyristors, also beim Übergang aus dem
stromführenden in den blockierten Zustand, kurzzeitig ab
geschaltet oder durch einen positiven Spannungsimpuls 17
kurzzeitig kompensiert oder überkompensiert, so daß der
steuerbare Emitterkurzschlußpfad 11 kurzzeitig wirksam
geschaltet wird, um ein schnelles Blockieren des Thyri
stors zu erreichen.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des Thyristors nach
Fig. 2 ist die Emitterschicht 1 in zwei oder mehreren
Emitterzonen 1′ unterteilt, die jeweils mit Kathodentei
len 5′ versehen sind, welche ihrerseits an einen gemein
samen Anschluß K geführt sind. In die einzelnen Emitter
zonen 1′ eingefügte Gebiete 7′ sind jeweils mit Gateelektroden 8′
kontaktiert, die ebenfalls an einen gemeinsamen Anschluß
G geführt sind. Jeder der PN-Übergänge zwischen den Emit
terzonen 1′ und der P-Basisschicht 2 wird durch eine lei
tende Belegung 9′ überbrückt, wobei die Kanalzonen
der Feldeffekttransistoren jeweils in Serie zu diesen Be
legungen 9′ in den Kurzschlußpfaden zwischen der P-Basis
schicht 2 und den Kathodenteilen 5′ liegen. Dabei weisen
die Teile 1′, 5′, 7′ und 9′ zweckmäßigerweise jeweils
eine langgestreckte Form auf, wobei ihre Abmessungen
senkrecht zur Bildebene von Fig. 2 wesentlich größer
sind als in der Bildebene. Die Zündelektrode 14 mit dem
Anschluß Z entspricht den bereits in Fig. 1 dargestell
ten, mit den gleichen Bezugszeichen versehenen Teilen.
Der Aufbau des Thyristors nach Fig. 2 kann bezüglich
einer Ebene, die durch die Linie 18 verläuft und zur
Bildebene der Fig. 2 senkrecht steht, symmetrisch sein.
Nach einer anderen bevorzugten Ausgestaltung kann der Thy
ristor nach Fig. 2 auch einen rotationssymmetrischen Auf
bau aufweisen, bei dem die Symmetrieachse aus der Linie
18 besteht. Die Teile 1′, 5′, 7′ und 9′ sind dann jeweils
ringförmig ausgebildet.
Nach einer in Fig. 3 dargestellten Ausgestaltung der Er
findung kann auch eine Zündelektrode EG in Form eines so
genannten Emittergate vorgesehen sein, das auf der N-Emit
terschicht 1 angeordnet ist. Dieses kann mit dem Anschluß
G verbunden werden, da es einen gegenüber dem Kathodenan
schluß K negativen Zündimpuls benötigt. Der gegenüber der
Kathode K negative Impuls 12 bewirkt also hierbei nicht
nur eine Unterbrechung des Emitterkurzschlußpfades 11
(Fig. 1), sondern auch gleichzeitig eine Unterstützung
des Zündvorganges über das Emittergate EG.
Der Aufbau eines Thyristors nach Fig. 3 kann zweckmäßi
gerweise zu einer Achse 19 rotationssymmetrisch sein oder
bei langgestreckter Ausbildung der Teile 1, 5 und 8 bis
9 symmetrisch zu einer durch die Linie 19 verlaufende,
senkrecht zur Bildebene von Fig. 3 liegenden Symmetrie
ebene. Solche Aufbauformen wurden bereits anhand der Fig.
2 näher erläutert. Weiterhin kann auch bei einem Thy
ristor nach Fig. 3 die N-Emitterschicht 1 in mehrere
Emitterzonen 1′ unterteilt sein, die jeweils mit Kathoden
teilen 5′, eingeschlossenen Gebieten 7′, Gateelektroden 8′ und
leitenden Belegungen 9′ versehen sind, was ebenfalls be
reits anhand von Fig. 2 veranschaulicht wurde.
Das in Fig. 4 dargestellte Ausführungsbeispiel der Er
findung unterscheidet sich von Fig. 1 oder Fig. 3 le
diglich dadurch, daß anstelle der Zündelektrode 14 bzw.
des Emittergate EG eine optische Zündung vorgesehen ist,
die durch die Lichtstrahlen 20 angedeutet wird.
Im Rahmen der Erfindung kann auch die P-Emitterschicht 4
anstelle der N-Emitterschicht 1 durch einen oder mehrere
steuerbare Emitterkurzschlüsse überbrückt werden. Die
Fig. 1 bis 4 können zur Darstellung dieser Schaltungs
variante herangezogen werden, wenn die Bezeichnungen der
Anschlüsse A und K miteinander vertauscht werden und die
Halbleiterteile 1 bis 4 und 7 jeweils die entgegengesetz
ten Leitfähigkeitstypen zu den bisher beschriebenen auf
weisen. Die Impulse 12, 13 und 17 besitzen dabei die je
weils entgegengesetzten Vorzeichen. Schließlich sind
auch Ausführungsformen der Erfindung zweckmäßig, bei de
nen sowohl die N-Emitterschicht 1 als auch die P-Emitter
schicht 4 mit jeweils einem oder mehreren steuerbaren
Emitterkurzschlüssen versehen sind.
Claims (10)
1. Thyristor mit einem Halbleiterkörper, der eine außen
liegende, mit einer Kathode als erste Hauptelektrode versehene N-Emitterschicht,
eine außenliegeden, mit einer Anode als zweite Hauptelektrode versehene P-Emitter
schicht und zwei an diese jeweils angrenzende Basisschich
ten enthält, und mit einem steuerbaren Emitterkurzschluß,
dadurch gekennzeichnet, daß zur
Steuerung des Emitterkurzschlusses ein Sperrschicht-Feld
effekttransistor vorgesehen ist, der ein in eine Emitter
schicht (1) eingefügtes, zu dieser entgegengesetzt do
tiertes und mit einer Gateelektrode (8) versehenes Halb
leitergebiet (7) aufweist, so daß der unterhalb des Halblei
tergebietes (7) liegende Teil (1 b) der Emitterschicht
(1) die Kanalzone des Feldeffekttransistors bildet und
seine Source- und Drain-Gebiete von den in lateraler
Richtung dem Halbleitergebiet (7) benachbarten Teilen der
Emitterschicht (1) gebildet werden, von denen der eine
Teil über
eine leitende Belegung (9) mit der an die Emitterschicht
(1) angrenzenden Basisschicht (2) und der andere Teil
mit der zugehörigen Hauptelektrode verbunden ist.
2. Thyristor nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Basisschicht (2), die
an die den Feldeffekttransistor aufnehmende Emitter
schicht (1) angrenzt, mit einer Steuerelektrode (14) ver
sehen ist.
3. Thyristor nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die den Feldeffektransi
stor aufnehmende Emitterschicht (1) mit einem Emitter
gate (EG) versehen ist, das mit einem Zündimpuls be
schaltbar ist.
4. Thyristor nach Anspruch 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Gateelektrode (8) des
Feldeffekttransistors und das Emittergate (EG) mit einem
gemeinsamen Anschluß (G) verbunden sind.
5. Thyristor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß eine optische Zündvor
richtung zur Bestrahlung der den Feldeffekttransistor
aufnehmenden Emitterschicht (1) und/oder der an diese an
grenzenden Basisschicht (2) vorgesehen ist.
6. Thyristor nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß die den
Feldeffekttransistor aufnehmende Emitterschicht (1) in
eine Mehrzahl von Emitterzonen (1′) unterteilt ist, die
jeweils mit Teilen (5′) der Kathode, mit Halbleiterge
bieten (7′) und mit ihre PN-Übergänge zu der angrenzen
den Basisschicht (2) überbrückenden leitenden Belegun
gen (9′) versehen sind, und daß die Teile (5′) der Ka
thode, die Halbleitergebiete (7′) und die leitenden Be
legungen (9′) der Emitterzonen (1′) jeweils mit gemein
samen Anschlüssen (K, G) verbunden sind.
7. Thyristor nach Anspruch 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Emitterzonen (1′) eine
langgestreckte Form aufweisen und etwa parallel zueinan
der angeordnet sind.
8. Thyristor nach Anspruch 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Emitterzonen (1′) ring
förmig ausgebildet und zueinander konzentrisch angeordnet
sind.
9. Verfahren zum Betrieb des Thyristors nach einem der
Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeich
net, daß der Gateelektrode (87 des Feldeffekt
transistors ein die Umschaltung des Thyristors aus dem
blockierten Zustand in den stromführenden Zustand veran
lassender Spannungsimpuls (12) zugeführt wird.
10. Verfahren zum Betrieb des Thyristors nach einem der
Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeich
net, daß der Gateelektrode (8) des Feldeffektran
sistors eine die Kanalzone sperrende Vorspannung und ein
die Umschaltung aus dem stromführenden Zustand in den
blockierenden Zustand veranlassender, die Vorspannung kom
pensierender oder überkompensierender Spannungsimpuls
(17) zugeführt wird.
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