-
"Vorrichtung zur Fadenüberwachung, insbesondere bei
-
Tuftingmaschinen" Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung
zur Fadenüberwachung bei Textilmaschinen, insbesondere bei Tuftingmaschinen mit
einer Vielzahl von in einer Reihe nebeneinander angeordneten, jeweils mit einer
eigenen Fadenzuführung versehenen Nadeln.
-
Bei der Herstellung von Auslegeware auf Tuftingmaschinen werden häufig
Vorrichtungen verwendet, bei denen über die gesamte Breite der herzustellenden Ware
Nadeln vorgesehen sind, unter denen das Traggewebe in Längsrichtung bewegt wird.
Bei Nadel abständen feinflorigen Gewebes bis herunter zu ca. 1 mm und Maschinenbreiten
von 5 m ergeben sich mehrere tausend Nadeln und demzufolge auch mehrere tausend
einzelne ihnen zugeführte Fäden.
-
Aus dieser Vielzahl von Fäden resultieren zwangsläufig immer wieder
Störungen, wobei die Hauptstörungen Fadenbrüche sind, die sich in den entsprechenden
Auslassungen auswirken, die sich über die gesamte Länge der gefertigten Teppiche
durchziehen. Selbst wenn sie nachträglich von Hand ausgebessert werden, ergibt sich
keine fehlerfreie Ware, da die dabei gefertigten Noppen eine andere Struktur aufweisen
als die unmittelbar auf der Maschine gefertigten Noppen. Darüber hinaus können bei
derartigen Fadenbrüchen auch sogenannte "Zwillingsfäden-Noppen" entstehen, indem
nämlich der abgerissene Faden, wenn der Bruch im Nadelbereich stattgefunden hat,
manchmal versehentlich in die Nachbarnadel mit eingezogen wird, so daß diese dann
zwei Fäden aufeinmal verarbeitet.
-
Eine weitere häufige Störung bei derartigen Tuftingmaschinen sind
Spannfäden. Bei einer Störung im Fadenablauf von der Rolle und einem daraus resultierenden
Rucken ändert sich immer wieder die Fadenspannung, was sich in der Tuftingware durch
geänderte Florhöhen bemerkbar macht. All diese Störungsmöglichkeiten haben zur folge,
daß bei derartigen Groß-Tuftingmaschinen je Maschine meist zwei Bedienungskräfte
erforderlich sind, von denen eine nichts anderes zu tun hat, als darauf zu achten,
ob derartige vorstehend beschriebene Fehler bei der Fadenzuführung auftreten. Dies
bedeutet ersichtlich einen außerordentlich hohen personellen und damit auch finanziellen
Aufwand, wobei noch hinzu kommt, daß die Fehler häufig zu spät erkannt werden und
somit größere Mengen an gefertigter Ware wertlos oder zumindest stark im Wert gemindert
sind.
-
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur
Fadenüberwachung bei Textilmaschinen, insbesondere Tuftingmaschinen zu schaffen,
die bei einfachem störungsfreiem Aufbau eine Überwachung der häufig mehrere tausend
Einzel fäden einer solchen Maschine ermöglicht. Zur Lösung dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß
vorgesehen, daß jedem Faden ein in ihm einhakbares schwenkbar gelagertes, flaches
Spanngewicht zugeordnet ist, das bei einer durch eine geänderte Fadenspannung bewirkten
Neigungsänderung in Eingriff mit einer vor oder hinter ihm im Abstand angeordneten,
eine Anzeige- und/oder eine Abschaltvcrrichtung betätigenden Kontaktvorrichtung
gelangt.
-
Die Erfindung geht dabei von der Erkenntnis aus, daß in jedem Fall
bei der Zuführung des Fadens an irgendeiner Stelle ein gegenüber der Vertikalen
schräg verlaufender Fadenabschnitt vorhanden ist.
-
Beim Einhängen eines Spanngewichts in einen derartigen Fadenabschnitt
wird dieser abgewinkelt, wobei die Abwinklung von dem Gewicht des Spanngewichts
und der Fadenspannung sowie der Neigung des Fadens zur Vertikalen abhängt. Ein Fadenbruch
hat zur Folge, daß das Gewicht nicht mehr in der erzwungenen eingehängten Schrägstellung
verbleibt, sondern nach unten schwingt und damit in Eingriff mit einer Kontaktvorrichtung
gelangt, die diesen Fadenbruch entweder akustisch oder durch Aufleuchten eines Lämpchens
anzeigt, oder aber - gegebenenfalls auch gleichzeitig - die Maschine stillsetzt,
um dem Personal zunächst die Möglichkeit zu geben, diesen Fehler wieder zu beseitigen,
ehe weitergetuftet wird.
Der zweite Hauptstörungsfall, nämlich das
Auftreten von Spannfäden, macht sich bei der erfindungsgemäßen Überwachungsvorrichtung
dadurch bemerkbar, daß infolge der erhöhten Fadenspannung das Spanngewicht angehoben
wird. d.h. die durch es bewirkte Abwinklung des schräglaufenden Fadens wird kleiner,
so daß das Spanngewicht in Eingriff mit einer über ihm angeordneten Kontaktvorrichtung
gelangt um wiederum eine Anzeige- und/oder eine Abschaltvorrichtng zu betätigen.
-
Das Spanngewicht kann in Weiterbildung der Erfindung bevorzugt als
dünne, vorzugsweise metallische Platte ausgebildet sein, welches mit einem zur Schwenklagerung
dienenden Haken versehen ist, wobei zumindest der untere Rand verbreitert derart
ausgebildet ist,daß selbst in den extremsten möglichen Schwenkstellungen benachbar-te
Platten einander noch überlappen. Auf diese Weise ist sichergestellt, daß ein Ineinanderverhaken
und ein falsches Ineinandergreifen der plattenförmigen Spanngewichte im Betrieb
ausgeschlossen ist, Die Ausbildung der Spanngewichte als metallische Platten ergibt
eine besonders einfache Möglichkeit der Ausbildung der Kontaktvorrichtung, indem
nämlich die Kontaktvorrichtungen einfach als metallische Kontaktschienen ausgebildet
sein können, die auf einem anderen Potential liegen als die Schwenkachse der Platten,
so daß durch das Ineingrifftreten der erfindungsgemäßen Spanngewichte mit
einer
dieser Schienen einen Stromkreis schließt. Durch Aufteilung der Schienen in einzelne
Abschnitte kann dabei über die Unterscheidungsmöglichkeit des Störfalls Fadenbruch
und Spannfaden hinaus auch noch mit einem Blick erkannt werden, in welchem Bereich
der Störfall aufgetreten ist, so daß das Bedienungspersonal praktisch ohne Verzögerung
den Fehler beseitigen kann.
-
Schließlich liegt es auch noch im Rahmen der Erfindung, die in der
Grundform einen L-förmigen Winkel darstellenden Platte mit einem vom hinteren Ende
ihres unteren Schenkels ausgehenden, vorne vorzugsweise abgewinkelten, Einhängeschlitz
für den Faden zu versehen.
-
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels sowie an Hand
der Zeichnung, die eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Spanngewichts in verschiedenen
möglichen Betriebsstellungen zeigt.
-
Das Spanngewicht 1 ist ein im wesentlichen L-förmiges plattenförmiges
Bauteil mit einem oberen Einhängehaken 2 und einem unteren L-Schenkel 3. Dieser
untere L-Schenkel 3 weist einen von seinem hinteren Ende ausgehenden Einhängeschl
itz 4 mit einem vorderen abgewinkelten Abschnitt 5 auf, in welchen der Faden 6 eingreift.
-
Durch das Einhängen des Spanngewichts 1 in den Faden 6 wird dieser,
wie es in der ausgezogenen Darstellung des Fadens 6, d.h. in der
normalen
Betriebsstellung der Maschine angedeutet ist, beim Durchtreten durch den Abschnitt
5 abgewinkelt. In dieser Betriebsstellung liegt das Spanngewicht 1, welches mit
seinem Haken 2 in eine Schwenkwelle 7 eingehakt ist -wobei eine Vielzahl derartiger
Spanngewichte 1 in geringem Abstand nebeneinander in diese Schwenkwelle 7 eingehängt
sind- in Abstand sowohl von einer hinteren Anlageschiene 8 als auch einer vorderen
Anlageschiene 9, die beide auf einem anderen elektrischen Potential liegen, als
die Schwenkwelle 7. Bei einem Fadenbruch an irgendeiner Stelle des Fadens geht die
Fadenspannung im Faden 6 verloren, dFh. das Spanngewicht 1 wird nicht mehr in seiner
schräg ausgeschwenkten Stellung gealten und fällt nach unten, so daß es in Anlage
mit der Kontaktschiene 8 gelangt. Dadurch schließt sich der elektrische Stromkreis
über das elektrisch leitende Spanngewicht 1 , was entweder zur Betätigung eineroptischen
oder akustischen Anzeigevorrichtung und/oder zur Abschaltung der Maschinen ausgenutzt
wird.
-
Beim Auftreten von Spannfäden streckt sich der unter der Wirkung des
Spanngewichts 1 normal-erweise abgewinkelte Spannfaden in die in der Figur gestrichelte
Stellung, d.h. das Spanngewicht wird gegen sein Gewicht angehoben und gelangt dabei
in Anlagestellung mit der zweiten Kontaktschiene 9, um wiederum auf diese Weise
eine Anzeigevorrichtung und/oder eine Abschaltvorrichtung zu betätigen.
Die
Länge des unteren Schenkels 3 ist so gewählt,daß auch in den extremsten Schwenkstell-ngen,
d.h. wenn beispielsweise ein Spanngewicht durch einen Fadenbruch nach unten gefallen
ist und die beiden ihn flankierenden Spanngewichte durch Spannfäden nach oben verschwenkt
sind,die Schenkel 3 einander noch überlappen,so daß ein Verhaken derSpanngewichte
im Betrieb ausgeschlossen ist.
-
Die erfindungsgemäße Fadenüberwachungseinrichtung läßt sich außerordentlich
einfach an unterschiedliche Einsatzzwecke anpassen, wobei durch Wahl einer entsprechenden
Neigung des Einhängeabschnitts des Fadens gegenüber der Vertikalen -je steiler die
Neigung ist, desto geringere Fadenspannungsänderungen führen bereits zu einem entsprechend
großen Schwenkwinkel des Spanngewichts 1- eine sehr einfache Umstellung möglich
ist. Hinzu kommt noch, daß auch die Kontaktschienen 8 und 9 in ihrer Stellung veränderbar
angeordnet sein können, so daß auch auf diese Weise eine zusätzliche Anpassungsmöglichkeit
an die jeweiligen Betriebsbedingungen zur Verfügung steht.
-
Leerseite