DE3014480C1 - Beschleunigungsfester Lagekreisel fuer Flugkoerper - Google Patents
Beschleunigungsfester Lagekreisel fuer FlugkoerperInfo
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Description
a) ein elastisch aufgehängtes Lager (3, 4, 5, 6, 8) mit vergleichsweise geringem Spiel der sich relativ
zueinander drehenden Teile sowie
b) ein starres Stützlager (21, 22; Flächen 2.2, 7.3; 7.2,10.1) mit vergleichsweise großem Spiel (d\, ?,
dz 7, di, io) der relativ zueinander bewegten Teile
aufweist, wodurch das elastisch aufgehängte Lager bei Überschreiten vorbestimmter Beschleunigungswerte
entlastet wird.
2. Lagekreisel nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch weitere um senkrecht zueinander stehende
Achsen (7.1) drehbare Rahmen (7) mit mindestens einem elastisch aufgehängten Lager (8), wobei die
Rahmen (2, 7) an den jeweils benachbarten Seiten definierte Berührungsflächen (2.2,7.3) aufweisen, die
im unbeschleunigten Zustand des Lagekreisels einen definierten Abstand (d% 7) voneinander aufweisen.
3. Lagekreisel nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch ein Gehäuse (10), in welchem der
äußere Rahmen (7) in mindestens einem elastisch aufgehängten Lager (8) drehbar gelagert ist, wobei
das Gehäuse und der Rahmen definierte Berührungsflächen (7.2, 10.1) aufweisen, die im unbeschleunigten
Zustand des Lagekreisels einen definierten Abstand (dj, 10) voneinander aufweisen.
4. Lagekreisel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eines der
Stützlager als Gleitlager (21,22) ausgebildet ist.
5. Lagekreisel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die elastisch aufgehängten
Lager (3, 4, 5, 6, 8) in radialer und/oder axialer Richtung beweglich sind.
6. Lagekreisel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die elastisch aufgehängten
Lager (3,4,5,6) Halterungen (16,17,18,19)
aus zähelastischem Material aufweisen.
Die Erfindung betrifft einen beschleunigungsfesten Lagekreisel für Flugkörper mit einem kardanisch aufgehängten
Kreiselläufer, der in einem Rahmen in Lagern gehalten ist und der Rahmen ebenfalls Lager zur Drehung
um eine weitere Achse aufweist.
Bei Lagekreiseln dieser Art wird ein vergleichsweise kleiner, schwerer Kreiselläufer erst kurz vor oder mit
dem Start des Flugkörpers in Rotation versetzt, was beispielsweise durch die Treibgase eines Brennsatzes
geschehen kann, welche auf turbinenartige Schaufeln des Kreiselläufers einwirken und diesen in kurzer Zeit
auf einige 1000 Umdrehungen pro Sekunde bringen. Während dieser Antriebsphase muß die kardanische
Aufhängung des Kreiselläufers blockiert sein. Erst mit Erreichen der Solldrehzahl und mit Beendigung der Antriebsphase
des Kreiselläufers wird die kardanische Aufhängung freigegeben. Diese Freigabe geschieht oft
noch in einer Phase, in der der Flugkörper sehr hohen Startbeschleunigungen ausgesetzt ist; diese können in
besonderen Fällen 104 g überschreiten. Da die Beschleunigungskräfte
lediglich über die Lager auf den Rahmen und den Kreiselläufer übertragen werden, müssen die
Lager zur Vermeidung von Beschädigungen entsprechend überdimensioniert werden, wodurch jedoch die
Empfindlichkeit des Kreisels leidet. Trotz entsprechender Überdimensionierung der Lager ist die Beschleunigungsfestigkeit
bekannter Lagekreisel vergleichsweise gering.
Es ist Aufgabe der Erfindung, einen beschleunigungsfesten Lagekreisel für Flugkörper zu schaffen, welcher
auch durch den Eingriff hoher Startbeschleunigungen diese Funktionsfähigkeit beibehält. Diese Aufgabe erfüllt
ein nach Patentanspruch 1 ausgebildeter Lagekreisel, der in vorteilhafter Weise nach den Unteransprüchen
weitergebildet sein kann.
Im folgenden soll die Erfindung anhand eines in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert
werden. Es zeigt
F i g. 1 einen Schnitt durch einen beschleunigungsfesten Lagekreisel entlang der Kreiselläuferachse;
F i g. 2 einen Schnitt senkrecht zur Kreiselläuferachse.
Bei dem in den F i g. 1 und 2 dargestellten Lagekreisel ist ein Kreiselläufer 1 in einem ersten Rahmen 2 in Kugellagern
3 und 4 drehbar gelagert. Der Rahmen 2 ist seinerseits um eine zur Kreiselläuferachse 1.1 senkrechten
Achse 2.2 ebenfalls in Kugellagern 5 und 6 innerhalb eines zweiten Rahmens 7 ebenfalls drehbar gelagert.
Der zweite Rahmen 7 ist wiederum in Kugellagern 8 und 9 (F i g. 2) in einem Gehäuse 10 drehbar aufgehängt
und mit einem Abgriff 11 versehen, der Winkeländerungen des Rahmens 7 in bezug auf das Gehäuse 10 anzeigt.
In den Rahmen 2 und 7 sowie im Gehäuse 10 sind koaxiale zu einander verlaufende Bohrungen 12,13 und
14 vorgesehen, durch welche ein Treibgas aus einem Gasgenerator 15 in tangentialer Richtung auf den Kreiselläufer
1 geführt wird, und dort auf Leitschaufeln 1.1 auftrifft, die durch Ausfräsungen in der Mantelfläche
des Kreiselläufers 1 entstanden sind.
Der Lagekreisel wird in einen Flugkörper so eingebaut, daß die Startbeschleunigungen (Pfeil b) in Richtung der Rahmenachse 7.1 in dem dargestellten Richtungssinn wirkt. Ein derart eingebauter Kreisel dient dann beispielsweise zur Rollstabilisierung des Flugkörpers.
Der Lagekreisel wird in einen Flugkörper so eingebaut, daß die Startbeschleunigungen (Pfeil b) in Richtung der Rahmenachse 7.1 in dem dargestellten Richtungssinn wirkt. Ein derart eingebauter Kreisel dient dann beispielsweise zur Rollstabilisierung des Flugkörpers.
Für den Fall, in dem die Beschleunigungskräfte in der gezeigten Richtung auf den Lagekreisel einwirken, sind
die Lager des Kreiselläufers 3 und 4 sowie die Lager 5 und 6 des ersten Rahmens 2 in Ringe 16, 17,18 und 19
aus einem zähelastischen Material eingebettet. Dadurch können die an sich starren Radiallager 3 bis 6 unter dem
Einfluß von Beschleunigungskräften jeweils senkrecht zur Lagerachse ausweichen.
Die Radiallager 8 und 9 des zweiten Rahmens 7 sind so in dem Gehäuse 10 bzw. an der Rahmenachse befestigt,
daß eine Axialbewegung in einer zur Beschleunigung b entgegengesetzten Richtung möglich ist. Hierzu
ist das Lager 8 in Axialrichtung durch eine Feder 20 elastisch abgestützt.
Die während eines Startes auftretenden hohen Beschleunigungskräfte in der gezeigten Richtung bewirken in dem Lagekreisel folgendes:
Die während eines Startes auftretenden hohen Beschleunigungskräfte in der gezeigten Richtung bewirken in dem Lagekreisel folgendes:
Unter dem Einfluß der Massenträgheit wird die Feder 20 gestaucht, bis die normalerweise in einem definierten
Abstand d7, \0 befindlichen Flächen 7.2 und 10.1 des
zweiten Rahmens und des Gehäuses sich berühren. Die Flächen 7.2 und 10.1 haben eine definierte Rauhigkeit
und Größe und somit eine berechenbare Reibung. Die Feder 20 sowie die Rauhigkeit und der Abstand d7, ]0 der
Flächen 7.2 und 10.1 sind so aufeinander abgestimmt, daß der Rahmen 7 bei Überschreitung eines vorbestimmten
Beschleunigungswertes sicher durch das Gehäuse 10 abgestützt und blockiert wird.
Aufgrund der Trägheitskräfte werden sich weiterhin die zähelastischen Ringe 18 und 19 so weit deformieren,
bis sich die normalerweise in einem definierten Abstand (J2,7 befindlichen Flächen 2.2 des ersten Rahmens und 7.3
des zweiten Rahmens ebenfalls berühren. Die elastischen Eigenschaften der Ringe 18 und 19 sowie der
Abstand ofe, 7 sind so aufeinander abgestimmt, daß die
Lager 5 und 6 über eine vorbestimmte Beschleunigungskraft nicht weiter belastet werden, da dann der Rahmen
2 vom Rahmen 7 über die Berührungsflächen 2.2 bzw. 7.3 mit ebenfalls definierter Rauhigkeit direkt gestützt
wird.
Unter dem weiteren Einfluß der Beschleunigungskraft werden schließlich die zähelastischen Ringe 16 und
17 der Kreiselläuferlager 3 und 4 ebenfalls deformiert, bis die Kreiselläuferachsen 1.3 und 1.4 seitlich so weit
versetzt werden, daß sie konzentrisch angeordnete Auflaufscheiben 21 und 22 berühren. Da während der Startphase des Flugkörpers der Kreiselläufer 1 durch den
Gasgenerator 15 angeblasen, also in Rotation versetzt wird, sind die Auflaufscheiben 21 und 22 als Vergleichsweise
großflächige Gleitlager ausgebildet, so daß der Kreiselläufer während der Beschleunigungsphase nur
unwesentlich gebremst wird. Die elastischen Eigenschaften der Ringe 16 und 17 sowie das im unbeschleunigten
Zustand vorhandene Spiel d\, 2 zwischen den Auflaufscheiben
und den Kreiselläuferachsen ist wiederum so aufeinander abgestimmt, daß die Lager 3 und 4 über
vorbestimmte Beschleunigungskräfte hinaus nicht mehr belastet werden.
Mit dem Ende der Startphase geht die Beschleunigungskraft zurück, so daß sich die gezeigten Abstände
d\, 2, ofe, 7 sowie d7, 10 aufgrund der elastischen Eigenschaften
der Ringe 16 bis 19 sowie der Feder 20 wieder einstellen. Da die Berührungsflächen 2.2 und 7.3 sowie
7.2 und 10.1 sowohl eine definierte Rauhigkeit als auch eine definierte Größe haben, kann der Beschleunigungswert, bei dem die Kreiselrahmen frei werden, exakt vorausbestimmt
werden. So kann bei entsprechender Dimensionierung der elastischen Lagerungen und der Berührungsflächen
sowie einer entsprechenden Aktionszeit des Gasgenerators 15 auf eine gesonderte Vorrichtung
zur Blockierung der Kreiselrahmen während der Startphase verzichtet werden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
60
65
- Leerseite -
Claims (1)
1. Beschleunigungsfester Lagekreisel für Flugkörper mit einem kardanisch aufgehängten Kreiselläufer,
der in einem Rahmen in Lagern gehalten ist und der Rahmen ebenfalls Lager zur Drehung um eine
weitere Achse aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Lager des Kreiselläufers (1)
und des Rahmens (2,7) jeweils mindestens
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19803014480 DE3014480C1 (de) | 1980-04-16 | 1980-04-16 | Beschleunigungsfester Lagekreisel fuer Flugkoerper |
| FR8106104A FR2538540A1 (fr) | 1980-04-16 | 1981-03-26 | Gyroscope de position resistant aux accelerations pour missiles |
| GB08111112A GB2129554B (en) | 1980-04-16 | 1981-04-09 | Attitude gyro for projectile |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19803014480 DE3014480C1 (de) | 1980-04-16 | 1980-04-16 | Beschleunigungsfester Lagekreisel fuer Flugkoerper |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE3014480C1 true DE3014480C1 (de) | 1986-07-17 |
Family
ID=6100091
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19803014480 Expired DE3014480C1 (de) | 1980-04-16 | 1980-04-16 | Beschleunigungsfester Lagekreisel fuer Flugkoerper |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
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| FR (1) | FR2538540A1 (de) |
| GB (1) | GB2129554B (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE4141312C1 (de) * | 1991-12-14 | 1993-02-25 | Deutsche Aerospace Ag, 8000 Muenchen, De |
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| EP0547299A1 (de) * | 1991-12-14 | 1993-06-23 | Daimler-Benz Aerospace Aktiengesellschaft | Lagersitz für ein Radiallager in einem beschleunigungsfesten Kreisel |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB2129554B (en) | 1984-12-05 |
| GB2129554A (en) | 1984-05-16 |
| FR2538540A1 (fr) | 1984-06-29 |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8100 | Publication of the examined application without publication of unexamined application | ||
| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
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| 8320 | Willingness to grant licences declared (paragraph 23) | ||
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Owner name: DEUTSCHE AEROSPACE AG, 8000 MUENCHEN, DE |