DE3009627C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Ermitteln von Ansteuersignalen
für die Kraftstoffzumessung als Steuer- und Regelgrößen bei
einer Brennkraftmaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Eine
solche Einrichtung ist aus der DE-OS 20 11 712 bekannt. Dort wird ausgehend
von der Fahrpedalstellung und der Drehzahl ein Sollwert für die
Position der Regelstange, und ein Sollwert für den Einspritzbeginn
vorgegeben. Mittels zweier Regler werden die gemessenen Werte für die
tatsächlichen Regelstangenposition und den tatsächlichen Spritzbeginn
auf die entsprechenden Sollwerte eingeregelt. Die Regelstangenposition
und der Einspritzbeginn werden für alle Zylinder gemeinsam ermittelt.
Die hier beschriebene "globale" Ansteuersignalermittlung reicht nicht
aus, um alle Zylinder mit der optimalen Kraftstoffmenge zu versorgen,
und damit den Betrieb der Brennkraftmaschine zu optimieren.
Aus der DE-OS 29 29 516 ist eine Steueranordnung für eine Mehrzylinderbrennkraftmaschine
bekannt. Ein Prozessor ermittelt ausgehend von
der Drosselklappenstellung Werte für die einzuspritzende Kraftstoffmenge.
Ein einziges Kraftstoffeinspritzventil speist den Kraftstoff in
den Luftansaugteil synchron mit dem Betrieb der Zylinder ein. Die
Steuergrößen werden nacheinander für die einzelnen Zylinder berechnet
und in den, den einzelnen Zylindern zugeordneten, Verriegelungsgliedern
abgespeichert. Die Berechnung der Steuergrößen erfolgt in nicht
näher definierten Zeitabständen. Bei Bedarf werden dann die Steuergrößen
aus den Verriegelungsgliedern ausgelesen.
Ferner ist aus der DE-OS 23 49 670 eine Einrichtung zur Steuerung einer
Verbrennungskraftmaschine bekannt. In einem Kennfeld sind abhängig
von der Drosselklappenstellung und der Drehzahl Motorbetriebsdaten wie
z. B. die Kraftstoffmenge abgespeichert. Unmittelbar vor der Zumessung
wird abhängig von der Drehzahl und der Drosselklappenstellung ein Wert
für die einzuspritzende Kraftstoffmenge aus dem Kennfeld ausgelesen.
Anhand dieses Wertes erfolgt dann die gesteuerte Zumessung von Kraftstoff
in die Brennkraftmaschine.
Schließlich ist aus der DE-OS 23 13 013 eine Einrichtung zur Berechnung
der einzuspritzenden Kraftstoffmenge bekannt. Mittels eines elektronischen
Rechners werden die der einzuspritzenden Kraftstoffmenge
entsprechenden elektrischen Informationen vor der Einspritzung bestimmt
und zur späteren Auslesung während der Einspritzung in einem
Schaltkreis gespeichert.
Einrichtungen, die die Ansteuersignale aus Kennfeldern auslesen, besitzen
den Nachteil, daß nicht alle Einflüsse auf die Brennkraftmaschine
berücksichtigt werden können. Keine der beschriebenen Einrichtungen
ist in der Lage auf sich ändernde Betriebsbedingungen umgehend
zu reagieren und gleichzeitig die Eigenschaften einzelner Zylinder zu
berücksichtigen. Unserer Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde,
bei einer Einrichtung der eingangs genannten Art die Ansteuersignale
für die Kraftstoffzumessung so zu ermitteln, daß umgehend auf sich
ändernde Betriebszustände reagiert werden kann, wobei die individuellen
Eigenschaften einzelner Zylinder und der dazugehörigen Einspritzventile
mit berücksichtigt werden können. Diese Aufgabe wird durch die
im Anspruch 1 gekennzeichneten Merkmale gelöst.
Die erfindungsgemäße Einrichtung zum ermitteln von Steuergrößen
einer Brennkraftmaschine mit den Merkmalen des
Hauptanspruchs hat demgegenüber den Vorteil, daß die
einzelnen Ansteuersignale individuell an die Erfordernisse
z. B. einzelner Zylinder angepaßt werden können und
somit die Brennkraftmaschine optimal arbeiten kann. Des
weiteren ermöglicht die Einrichtung eine getrennte Steuerung
der Ventile einzelner Zylinder. Dies kann z. B. nach
einer Reparatur einzelner Elemente der Brennkraftmaschine
von Vorteil sein, wenn unterschiedliche Zylinder der
Brennkraftmaschine mit unterschiedlicher Leistung betrieben
werden sollen.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen
sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen der
im Hauptanspruch angegebenen Einrichtung möglich. Als besonders
vorteilhaft hat sich z. B. erwiesen, wenn zuerst
anhand der einzelnen Betriebskenngrößen das zuzumessende
Kraftstoffvolumen bestimmt wird und anschließend abhängig
vom herrschenden Kraftstoffdruck die notwendige Einspritzdauer.
Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung
dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert. Es zeigt Fig. 1 ein Blockschaltbild der erfindungsgemäßen
Einrichtung, Fig. 2 eine Blockdarstellung
eines an sich bekannten, jedoch auf die Erfordernisse
der vorliegenden Erfindung abgestimmten Rechners und in
Fig. 3 ein Impulsdiagramm zur Verdeutlichung der einzelnen
Ablauffolgen.
Fig. 1 zeigt als Blockschaltbild die Signalverarbeitungseinrichtung
einer Dieselbrennkraftstoffmaschine mit elektromagnetischen
Einspritz- und Anlaßventilen, wobei der
Kraftstoffdruck geregelt und die Drehrichtung der Brennkraftmaschine
geändert werden kann. Die Einspritzventile
der nicht dargestellten Brennkraftmaschine sind dabei mit
10 bezeichnet, die Anlaßventile mit 11 und ein Winkelgeber
(Resolver) mit 12. Ein Drehzahlregler trägt die Bezugszahl
13 und ihm folgt mittelbar eine Spritzbeginnsteuerstufe
14 sowie eine Einspritzdauer-Berechnungsstufe 15. Diese
ist wiederum ausgangsseitig über eine Zylinderauswahlstufe
16 und die einzelnen Endstufen 17 mit den Einspritzventilen
10 verbunden. Im einzelnen ergibt sich der folgende
Aufbau:
Der Winkelgeber 12 erhält von einem Oszillator 20 ein
Wechselspannungssignal und gibt ausgangsseitig die Information
über einen Signalwandler 21 an eine Verteilerleitung
22 ab. Mit dieser Leitung ist eine Drehzahlberechnungsstufe
23, eine Zylinderauswahlstufe für das Anlassen 24,
eine Drehrichtungserkennungsstufe 25, sowie die Zylinderauswahlstufe
für das Einspritzen 16 gekoppelt. Ausgangsseitig
führen von der Drehzahlberechnungsstufe 23 je eine
Leitung zur Zylinderauswahlstufe für das Anlassen 24 sowie
zum Drehzahlregler 13, der Spritzbeginnsteuerstufe 14 sowie
einer Einspritzvolumen-Kleinstwertauswahlschaltung 26.
Weitere Eingangsgrößen der Zylinderauswahlstufe für das Anlassen
24 sind Drehrichtungssignale von der Drehrichtungserkennungsstufe
25 sowie Grenzwerte für die maximale Drehzahl
für den Anlaßbeginn und das Anlaßende, ferner ein Wert
bezüglich der Anlaßdauer der gewünschten Drehrichtung und
ein Signal von einem Anlaßschalter 27. Vom Ausgang der Zylinderauswahlstufe
für das Anlassen 24 führt eine Leitung
28 bzw. eine Vielzahl von Leitungen je nach Anzahl der Anlaßventile,
zu den Endstufen 29, die wiederum mit den Magnetwicklungen
der einzelnen Anlaßventile 11 gekoppelt
sind. Zwischen dem Drehzahlregler 13, der als P-I-D-Regler
oder einer Kombination anderer Regelalgorithmen
dieser einzelnen Regelarten ausgebildet sein kann und der
Berechnungsstufe 15 für die Einspritzdauer liegt noch eine
Minimalwert-Auswahlstufe 30 für das maximal zulässige und
das vom Drehzahlregler 13 vorgegebene Einspritzvolumensignal.
Dabei wird das maximal zulässige Einspritzvolumensignal
aus der Einspritzvolumen-Kleinstwertauswahlschaltung 26
gewonnen. Ihre Eingangsgrößen stammen von einem ersten
Kennfeld 31, von einem zweiten Kennfeld 32 sowie von zwei
Eingangsklemmen 33 und 34. An diesen beiden Klemmen liegen
Maximalwert-Signale für einzelne Zylinder sowie ein Gesamtmaximalwert-Signal
an. Das Kennfeld 31 enthält die
maximal zulässigen Einspritzvolumenwerte abhängig z. B.
von der Abgaszusammensetzung oder dem Ladeluftdruck. Die
entsprechenden Signale werden über eine Eingangsklemme
35 zur Verfügung gestellt. Im zweiten Kennfeld 32 sind
die maximalen Einspritzvolumenwerte über der Drehzahl
aufgetragen. Zu diesem Zweck ist ein Eingang 36 des Kennfelds
32 mit dem Ausgang der Drehzahlberechnungsstufe 23
verbunden. Ein zweiter Eingang 37 des Kennfelds 32 erhält
Signale von einem Schalter 38 für ein sogenanntes Notmanöver.
Im Kennfeld 32 selbst sind mindestens zwei Kurven
der maximalen Einspritzmenge über der Drehzahl enthalten,
wobei die tieferliegende Kurve die normale Mengenbegrenzung
bezogen auf die Drehzahl darstellt. Im Falle
eines Notmanövers z. B. bei Schiffsanwendung der Maschine,
wird nach dem Motto "Schiff vor Maschine" diese Mengenbegrenzung
in Richtung größerer Leistung, wenn auch geringer
Sicherheit für die Maschine, verschoben, so daß für diese
Notfälle die Brennkraftmaschine mit erhöhter Leistung arbeiten
kann. Als Beispiel sei hier ein Bremsmanöver mit
umgesteuerter Drehrichtung und hoher Drehzahl des Propellers
genannt. Neben einem Eingang 36 für die Ist-Drehzahl
kann dem Kennfeld 32 auch noch über einen Eingang 39 ein
Signal vom Anlaßschalter 27 zugeführt werden, um auch in
problematischen Fällen ein günstiges Anlaßverhalten der
Brennkraftmaschine zu bekommen.
An einem weiteren externen Eingang 40 liegt ein Soll-Drehzahlwert
an, der z. B. über ein Potentiometer gewonnen werden
kann und dem Drehzahlregler 13 sowie einem ersten
Eingang 41 eines Druck-Kennfeldes 42 zugeführt wird. Insbesondere
bei großen Dieselmotoren muß dem Kraftstoffdruck
zur Steuerung des Spritzverlaufs große Aufmerksamkeit geschenkt
werden.
Das Kennfeld 42 ist der erste Teil einer Serienanordnung
von Kennfeld, Vergleicher 43, Druckregler 44, Leistungsverstärker
45, Hochdruckpumpe 46, Hochdruckspeicher 47,
Drucksensor 48 und Drucksignalwandler 49. Dabei erhält das
Kennfeld 42 noch einen zweiten Eingangswert vom Ausgang
des Vergleichers 30 und der dem Kennfeld 42 nachgeschal
tete Komparator 43 zusätzlich ein Maximalwertsignal von
einem externen Anschlußpunkt 50. Der Druckregler 44 verarbeitet
die Ausgangssignale des Komparators 43 als Drucksollwert
und des Druckwandlers 49 als Druckistwert. Zusätzlich
steht der Ausgang des Druckwandlers 49 noch mit
einem der Eingänge der Berechnungsstufe für die Einspritzdauer
15 in Verbindung.
Vorteilhaft kann auch nach dem Druckregler 44 ein Begrenzer
sein. Die Einspritzdauer bestimmt sich in der Berechnungsstufe
15 nach der Formel
wobei ED die Einspritzdauer angibt, EV das Einspritzvolumen,
pE den Einspritzdruck und C eine Motorkonstante, die
über einen Eingang 51 der Berechnungsstufe 15 zugeführt
wird. Der berechnete Einspritzdauerwert gelangt zur Zylinderauswahlstufe
für das Einspritzen 16, der zusätzlich
ein Drehrichtungserkennungssignal von der entsprechenden
Drehrichtungserkennungsstufe 25 sowie ein Winkelsignal für
den Einspritzbeginn vom Kennfeld 14 und ein Winkelsignal
von der Leitung 22 zugeführt wird. Diese Zylinderauswahlstufe
16 besteht aus Logikgliedern und beaufschlagt die
nachfolgenden Endstufen 17 für die einzelnen Einspritzventile
in der gewünschten Reihenfolge, zum ermittelten
Einspritzbeginn sowie für die berechnete Dauer. Die Kraftstoffversorgung
der Einspritzventile 10 erfolgt über eine
Druckleitung 53 aus dem Hochdruckspeicher 47.
Wesentlich am Gegenstand von Fig. 1 ist die aufeinanderfolgende
Berechnung von Spritzdauer und Spritzbeginn jeweils
für einen betreffenden Zylinder sowie die Steuerung
der Zylinderfolge und die Druckregelung.
Der Drehzahlregler 13 bestimmt abhängig von Soll- und Istwert
der Drehzahl ein entsprechendes Einspritzvolumensignal,
welches nachfolgend mit verschiedenen Maximalmengensignalen
verglichen wird, und das zur Berechnung der Einspritzdauer
sowie des Spritzbeginns dient. Diese beiden
Werte (Spritzdauer und Spritzbeginn) werden über die Zylinderauswahlstufe
16 letztlich zur Steuerung der elektromagnetischen
Einspritzventile 10 herangezogen. Die Auslösung
der Einspritzvorgänge erfolgt beim Auftreten eines
bestimmten Kurbelwellenwinkels, der wiederum einen bestimmten
im jeweiligen Moment maßgeblichen Zylinder kennzeichnet.
Eine entsprechende Zylinderauswahlstufe für das Anlassen
ist den Endstufen für die Anlaßventile 29 vorgeschaltet,
über die Druckluft als Anlaßhilfe in die einzelnen Zylinder
eingeleitet wird. Die Steuerung der Anlaßventile erfolgt
auch über die Zylinderauswahlstufen abhängig von Maximalwerten
der Drehzahl für den Anlaßbeginn, das Anlaßende
sowie für die Anlaßdauer.
Die Kurbelwellenwinkelstellung wird mittels eines sogenannten
Resolver 12 erfaßt. Sein Ausgangssignal entspricht
unabhängig von der Drehzahl, somit auch im Ruhezustand
der Brennkraftmaschine, der jeweils gerade bestehenden
Winkelstellung der Kurbelwelle oder einer sonstigen Maschinenwelle.
Diese Resolver sind seit langem bekannt und
im Handel erhältlich.
Die Blockdarstelung von Fig. 1 verdeutlicht die verschiedenen
Regelungs- und Berechnungsvorgänge der erfindungsgemäßen
Einrichtung. Die einzelnen Blöcke stellen
den Durchschnittsfachmann auf diesem Gebiet nicht vor
irgendwelche Realisierungsprobleme, da die Funktionsweisen
dieser einzelnen Blöcke eng begrenzt und relativ einfach
sind.
Im Hinblick auf eine angestrebte zunehmende Rechnersteuerung
einzelner Betriebskenngrößen zeigt Fig. 2 ein Blockschaltbild
eines Rechners mit im Hinblick auf den Erfindungsgegenstand
wesentlichen Eingabe- und Ausgabe-Einheiten.
In Fig. 2 ist mit 60 die CPU (Central Processing Unit)
bezeichnet, mit 61 ein RAM und mit 62 ein ROM. Alle drei
Einheiten stehen mit einem Bus A 63 in Verbindung, der
Daten-, Adressen- und Steuerleitungen umfaßt. Ein zweiter
Bus B trägt die Bezugszahl 64. Er wird vom Drehmelder bzw.
Resolver 12 über den Wandler 21 mit Kurbelwellenwinkelsignalen
gespeist. Zwischen den beiden Bussen 63 und 64
sind die Zeitgeber 65, sechs Ports 66 bis 70, drei Vergleicher
71 bis 73 sowie ein zweiter Zeitgeber 74 sowie
eine Ablaufsteuerung 75 eingezeichnet. Dabei sind die einzelnen
Ports mit Bus 63 und die Vergleicher mit Bus 64 und
den einzelnen Ports 67 bis 69 verbunden.
Der erste Zeitgeber 65 dient der Taktsteuerung des Rechners
und startet mittels eines Interupt-Signals 1 zu festen
Zeitabständen ein Drehzahlerfassungsprogramm. In diesem
Programmteil wird der Kurvenwellenwinkel von Bus über
Port I 66 eingelesen. Durch die Differenzbildung mit dem
vorhergehenden Winkelwert erhält man in Verbindung mit
einem Zeitsignal einen drehzahlproportionalen Wert. Der
jeweils gebildete neueste Drehzahlwert steht fortlaufend
für die jeweils neuesten Berechnungsvorgänge zur Verfügung
so daß die Berechnungsergebnisse jeweils auf die neuesten
Werte abgestimmt sind.
Port II 67 a in Verbindung mit dem Vergleicher 71 dient der
Anlaßventilsteuerung für den Anlaßvorgang. Dabei wird über
Port II ein bestimmter Winkelwert ausgegeben. Erreicht
der Kurbelwellenwinkel auf Bus B 64 diesen Wert, wird von
Vergleicher 1 ein Interuptprogramm 2 gestartet. In diesem
Programmteil werden über Port 67 b und nicht gezeichnete
Leistungsstufen die entsprechenden Anlaßventile geöffnet
bzw. geschlossen. Anschließend wird der nächste Auslösewinkel
abgestimmt auf die momentane Drehzahl, die Zylinderzahl
usw. berechnet und am Ende des Programmteils über
Port II ausgegeben. Bei der nächsten entsprechenden Kurbelwellenstellung
erfolgt dann wieder ein Programmstart
und das nächste Anlaßventil wird geöffnet bzw. geschlossen.
Die Steuerung der Anlaßventile beim Anlaßbeginn und der
erste Auslösewinkel werden durch ein besonderes Programm berechnet.
Dafür muß der Kurbelwellenwinkel auch bei stillstehendem
Motor eingelesen werden.
Das Reglerprogramm zur Regelung der Drehzahl wird bei
einem über Port III 68 vorgegebenen Winkel durch den Vergleicher
2 (72) gestartet. Dies erfolgt kurz vor jeder
neuen Einspritzung. Während des Reglerprogramms erfolgt die
Berechnung der Einspritzzeit nach einem bestimmten Regelalgorithmus
unter anderem abhängig von der Drehzahl-Soll-Istwertabweichung.
Durch die besondere Drehzahlerfassung
kann dabei ein schneller Regler (z. B. P-Regler) mit kleinerer
Genauigkeit und ein langsamerer Regler (z. B. I-Regler)
mit großer Genauigkeit nachgebildet werden. Zusätzlich
werden besondere Betriebsparameter wie Anlaßfall, Grenzwerte
usw. mit berücksichtigt. Siehe hierzu Fig. 1. Die
berechnete Einspritzzeit wird dann über eine Leitung 77
in den Zeitgeber 74 geladen.
Nach der Darstellung von Fig. 1 hängt der Einspritzbeginn
vom Einspritzmengensignal und von der Drehzahl ab.
Weitere Parameter sind natürlich möglich. Über Port IV 69
wird dieser Winkelwert des Spritzbeginns an den Vergleicher
73 gelegt. Port V 70 dient der Zylinderauswahl bzw.
der Auswahl des jeweils maßgebenden Einspritzventils.
Spricht der Vergleicher 73 bei einer Übereinstimmung des
berechneten und tatsächlichen Winkelwerts an, dann wird
der Zeitgeber 74 gestartet und über die Ablaufsteuerung
75 ein Einspritzimpuls für ein bestimmtes Einspritzventil
ausgegeben. Bei großer Zylinderzahl kann dieser Schaltungsteil
mehrfach notwendig werden im Hinblick auf möglicherweise
auftretende Überlappungen.
Am Ende dieses Programmteils wird über Port III 68 der
nächste Auslösewinkel geladen, der dann wiederum das
nächste Reglerprogramm beim Auftreten dieses Winkels
startet.
Zweckmäßigerweise erhält bei den Interuptprogrammen das
Drehzahlerfassungsprogramm die höchste Priorität. Es folgen
an zweiter Stelle die Anlaßventilsteuerung und an
dritter Stelle das Reglerprogramm. Bei dieser Interuptfolge
entstehen keine Zeitverzögerungen bei der Drehzahlerfassung
und der Steuerung der Einspritzventile. Die Verzögerung
bei der Steuerung der Anlaßventile ist vernachlässigbar
klein.
Das Kurbelwellenwinkelsignal auf Bus B 64 kann durch verschiedene
Geber erzeugt werden. Beispielhaft seien genannt
ein Drehmelder mit Analog-Digital-Wandler, ein
optischer Kodiergeber oder ein Inkrementgeber mit Zähler.
Die Ein- und Ausgabe von Sollwerten, Start-, Stop-Signalen,
Grenzwerten, Anzeigewerten usw. erfolgt über weitere Ports.
Sie sind in Bild 1 nicht dargestellt, da dies in für den
Fachmann bekannter Weise erfolgt.
Fig. 3 zeigt ein Ablaufdiagramm der Einrichtungen von
Fig. 1 und 2.
In Fig. 3a ist der Kurbelwellenwinkel aufgetragen sowie
der obere Totpunkt der einzelnen Zylinder einer Drei-Zylinder-Maschine.
Fig. 3b zeigt ein zeitgesteuertes Drehzahlerfassungsprogramm
mit zeitkonstanten Programmabständen.
Das Auftreten der Anlaßventilsteuerprogramme ist in Fig. 3c
dargestellt. Im einfachsten Fall bestehen diese Programme
lediglich aus dem Abfragen und Abspeichern bestimmter
Winkelstellungen. Sie können jedoch auch eine Signalverarbeitung
umfassen, um die Anlaßventile z. B. drehzahlabhängig
zu steuern.
Die folgenden drei Kurvenzüge d 1, d 2 und d 3 kennzeichnen
das Auftreten der einzelnen Anlaßventilansteuerimpulse
und den zeitlichen Zusammenhang mit den in Fig. 3c dargestellten
Anlaßventilsteuerprogrammen. Wesentlich ist,
daß das laufende Programm jeweils den Beginn des nächsten
Programms bestimmt.
Fig. 3e zeigt, aufgetragen über dem Kurbelwellenwinkel,
das Auftreten des Reglerprogramms, wobei auch hier wieder
das vorangehende Reglerprogramm den Beginn des nächsten
festlegt.
Schließlich ist in Fig. 3f die Lage der Einspritzimpulse
bezüglich des oberen Totpunktes der einzelnen Kolben dargestellt.
Dabei muß gewährleistet sein, daß das Ende
eines Reglerprogramms in jedem Fall vor der Winkelposition
des frühestmöglichen Einspritzbeginns liegt.
Ein Vergleich der beiden Linienzüge von Fig. 3e und 3f
macht das Verhältnis der erforderlichen Rechenzeiten
für das Reglerprogramm zu den Einspritzzeiten deutlich.
Nach dieser Darstellung hat das Regelgerät zwischen dem
Ende eines Einspritzimpulses und dem Beginn des nächsten
ausreichend Zeit, Spritzdauer und Spritzbeginn zu berechnen.
Dies macht die besondere Verwendbarkeit der Einrichtung
vor allem bei relativ langsam laufenden Brennkraftmaschinen
deutlich, was besonders bei Groß-Dieselmaschinen
der Fall ist. Bei ausreichend kleiner Rechenzeit
läßt sich die erfindungsgemäße Einrichtung jedoch auch
bei weniger langsam laufenden Maschinen verwenden, unabhängig
von der Kraftstoffart, d. h. sowohl bei Diesel-
als auch bei Benzin-betriebenen Brennkraftmaschinen.
Darüber hinaus läßt sich die Anordnung prinzipiell auch
bei Otto-Motoren mit je einem Vergaser pro Zylinder auf
die jeweiligen Erfordernisse und bei Gas-Motoren anwenden.
Dabei liegt der Hauptvorteil der Einrichtung in einer abgestimmten
Berechnung von Zumeßdauer und Zumeßbeginn.
Es versteht sich von selbst, daß diese Einrichtungen eine
äußerst schnelle Reaktion der Brennkraftmaschine auf sich
ändernde Gegebenheiten erlauben.
Claims (10)
1. Einrichtung zum Ermitteln von Ansteuersignalen für die Kraftstoffzumessung
als Steuer- und Regelgrößen bei Brennkraftmaschinen, insbesondere
einer Dieselbrennkraftmaschine, ausgehend von einzelnen Betriebskenngrößen,
dadurch gekennzeichnet, daß im Zeitraum zwischen
zwei Zumessungen ausgehend von dem Vergleich zwischen Soll- und Istwert
wenigstens einer Betriebskenngröße, die Ansteuersignale für die
Kraftstoffzumessung zylinderspezifisch jeweils neu berechnet werden.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Ansteuersignale
für die Kraftstoffzumessung wenigstens einer der Werte
Zumeßbeginn und Zumeßdauer, oder daß als zusätzliche Steuergrößen die
Schaltpunkte des Anlaßvorgangs, insbesondere der Anlaßventile, bestimmt
werden.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß abhängig vom zuzumessenden Kraftstoffvolumen die Zumeßdauer
und der Zumeßbeginn ermittelbar sind.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Berechnung der Spritzdauer abhängig vom Kraftstoffdruck
erfolgt.
5. Einrichtung nach wenigstens einem der vorangehenden
Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der berechnete
Kraftstoffvolumenwert einer Kleinstwertauswahlstufe
(26, 30) zuführbar ist, die als weitere Eingangsgrößen
Grenzwerte z. B. bezüglich des Abgases, der Ladelufttemperatur
sowie der maschinenbezogenen und/oder zylinderbezogenen
Höchstmenge erhält.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die zulässigen Grenzwerte abhängig vom Schaltzustand
einer Notmanöver-Einrichtung (38) sind.
7. Einrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß über eine Zylinderauswahlstufe
(24, 16) die Drehrichtung der Brennkraftmaschine steuerbar
ist.
8. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das jeweilige Programm des Rechners (z. B. das
Programm zur Steuerung der Anlaßventile oder der Kraftstoffzumessung)
den Start des nächsten entsprechenden Programms
bestimmt.
9. Einrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Drehzahl in zeitlich konstanten
Intervallen erfaßt wird.
10. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Spritzbeginn als Winkelgröße bezogen auf feste
Kurbelwellenwinkelpositionen bestimmt wird.
Priority Applications (6)
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