DE3008755A1 - Anorganischer elastischer schaumstoff und verfahren zu seiner herstellung - Google Patents
Anorganischer elastischer schaumstoff und verfahren zu seiner herstellungInfo
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Description
Nippon Asbestos Co. Ltd., 1-26, 1-chome, Shibadaimon,
Minato-ku, Tokyo, Japan
Anorganischer elastischer Schaumstoff und Verfahren zu seiner Herstellung
Die Erfindung betrifft einen anorganischen elastischen Schaumstoff
bzw. ein anorganisches elastisches Schaumstoffprodukt sowie ein Verfahren zu seiner Herstellung.
Anorganische Schaumstoffprodukte dieser Art, die hauptsächlich
aus anorganischen Fasern bestehen, werden bislang in bekannter Weise dadurch hergestellt, daß Asbestfasern in
Wasser unter Zusatz von oberflächenaktiven Substanzen zur Bildung einer Aufschlämmung, die die Asbestfasern in Dispersion
enthält und weiterhin Bläschen aufweist, verrührt werden. Die auf diese Weise erhaltene Aufschlämmung wird dann in
geschäumtem Zustand in eine geeignete Form eingegeben, woran
411
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BOEHMFRT & BOEHMERT
sich ein Trocknungsvorgang und, gewdnschtenfalls, ein thermischer
Aushärtvorgang anschließt.
Asbestfasern, die einen Unterfall der anorganischen Fasern bilden, lassen sich in Wasser unter Zusatz von oberflächenaktiven
Substanzen gut dispergieren, so daß sie annähernd vollständig aufgeschlossen werden. Dies beruht darauf, daß
die Asbestfasern, verglichen mit anderen künstlichen anorganischen
Fasern, wie Keramikfasern, zu denen Aluminiumoxid-, Silika-, Tonerdesilikat- oder Zirkon-, Steinwolle-, Glassowie
Kohlenstoffasern und dergleichen zu rechnen sind, dünn und verhältnismäßig weich sind. Die Asbestfasern werden
bei der Herstellung der vorgenannten anorganischen Schaumstoffprodukte infolge ihrer guten Dispergierbarkeit in
Wasser gleichmäßig miteinander verschlungen, wodurch sich eine Faserdispersionsaufschlämmung, die Bläschen aufweist,
in stabilem Zustand ergibt. Nicht das geringste der aus der Verwendung von Asbest resultierenden Probleme besteht jedoch
darin, daß Asbest einen nachteiligen Einfluß auf die Arbeitsumgebung ausübt. Asbest hat den weiteren Nachteil, daß er
nur eine geringe Hitzebeständigkeit aufweist, nämlich lediglich Temperaturen von bis zu 500 C standhalten kann.
Andererseits weisen künstliche anorganische Fasern, wie die vorgenannten Keramikfasern, Steinwollefasern, Glasfasern,
Kohlenstoffasern und dergleichen keine, nennenswerten Probleme hinsichtlich der Arbeitsumgebung auf. Schwierigkeiten entstehen
jedoch bei der Herstellung einer Faserdispersionsaufschlämmung, welche Bläschen in stabilem Zustand festhält.
Diese Schwierigkeiten beruhen darauf, daß die vorgenannten Fasern dicker und weit weniger weich sind als Asbestfasern,
woraus eine geringere Dispergierbarkeit in Wasser sowie schlechtere Wasser-Rückhalteeigenschaften resultieren. Aus
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diesem Grunde ist es bislang nicht möglich, aus derartigen Fasern die weiter oben beschriebenen elastischen Schaumstoffprodukte
herzustellen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die vorstehend beschriebenen Probleme zu lösen und die Herstellung anorganischer
Schaumstoffe, in denen stabil Bläschen enthalten sind, ohne Verwendung von Asbestfasern dadurch zu ermöglichen,
daß künstliche anorganische Fasern der vorbeschriebenen Art in Wasser hoch dispergierbar gemacht werden.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem elastischen anorganischen
Schaumstoff der gattungsgemäßen Art gelöst durch die Herstellung mittels Trocknens einer wässrigen, dispergierte
Fasern aufweisenden Aufschlämmung, welche Bläschen enthält und im wesentlichen aus anorganischen Fasern, synthetischem,
unbeschränkt quellfähigem Fluorglimmer und oberflächenaktiven Substanzen besteht, wobei die anorganischen Fasern in der
Aufschlämmung miteinander verschlungen sind und zwischen den Fasern bläschenhaltige Filme aus dem Fluorglimmer gebildet
sind.
Das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen anorganischer elastischer Schaumstoffprodukte ist dadurch gekennzeichnet,
daß anorganische Fasern, oberflächenaktive Substanzen und synthetischer, unbeschränkt quellfähiger Fluorglimmer unter
Rühren mit Wasser zum Bilden einer bläschenhaltigen Faserdispersionsauf schläiranung miteinander vermischt werden, woraufhin
die Aufschlämmung durch Trocknen und gegebenenfalls anschließendes thermisches Härten in eine gewünschte Form
gebracht wird.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß Fluorglimmer,
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der in Wasser quellfähig ist/ unter'anderem synthetischer
Fluorglimmer des unbegrenzt quellfähigen Typs, in sehr effektiver Weise ein Aufschließen und Dispergieren der
künstlichen anorganischen Fasern in Wasser gewährleistet und ein stabiles Zurückhalten von Wasser sicherstellt.
Eine Vielzahl von Glimmermaterialien, die künstlich synthetisierbar
sind, sind bekannt. Einige Arten dieser Glimmermaterialien quellen in Wasser und werden schließlich in sehr
feine Partikel zerspalten; diese Materialien werden allgemein als Fluorglimmer des quellfähigen Typs bezeichnet. Die resultierenden
Kristalle werden in wasserfreier Form erhalten und haben die Tendenz, sich in Gegenwart von Wasser zunehmend
auszudehnen, indem Wassermoleküle zwischen ihren Schichten aufgenommen werden. Ein Typ des Fluorglimmers wird als begrenzt
quellfähiger Typ bezeichnet, da die vorbeschriebene zunehmende Ausdehnung in einem Zustand endet, in dem die
Wassermoleküle in einer oder zwei Lagen aufgenommen worden sind. Der andere Typ wird als unbeschränkt quellfähiger Typ
bezeichnet, da die Wassermoleküle in drei oder mehr Lagen aufgenommen werden. Es ist zu beachten, daß bei der Erfindung
die beschränkt quellfähigen Fluorglimmermaterialien nicht verwendet werden können, da sie höchst wahrscheinlich beim
Trocknen wegen ihrer schlechten film-schäumenden Eigenschaften
in Pulver zerspalten werden.
Die am meisten vorteilhaften Eigenschaften des unbeschränkt quellfähigen synthetischen Fluorglimmers sind eng mit seinen
Quelleigenschaften verknüpft und bestehen darin, daß dieser Fluorglimmertyp kolloid- und filmbildend sowie ionenaustauschend
ist. Hinsichtlich der kolloidbildenden Eigenschaften ist insbesondere zu bemerken, daß die resultierende Sole eine Viskosität
aufweist, die diejenige einer Sole aus natürlich vor-
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kommendem Montmorillonit um einen Faktor von etwa 10 übersteigt,
hohe Qualität vorausgesetzt. Dieser synthetische Fluorglimmer weist auch Schmiereigenschaften auf, die
darauf beruhen, daß er in Wasser selbst beim Aufnehmen einer schwachen Kraft zerspalten wird. Die filmbildende Eigenschaft
stellt sicher, daß die konzentrierte Sole sich ausgezeichnet ausdehnt, während die ionenaustauschende Eigenschaft
eine gleichförmige Dispersion feiner Partikel des Fluorglimmers in Wasser infolge ihrer interlaminaren Ioneneigenschaften
ermöglicht, wodurch sichergestellt ist, daß die feinen Partikel sich mit einem großen Oberflächenbereich
bewegen.
Demzufolge macht sich die Erfindung also den vorstehend beschriebenen
quellfähigen Fluorglimmertyp zu nutze. Es hat
sich gezeigt, daß beim Zusetzen eines derartigen Fluorglimmers und Mischen desselben unter Umrühren zu bzw. mit
einer Zusammensetzung, die im wesentlichen aus anorganischen Fasern und oberflächenaktiven Substanzen besteht, die
charakteristischen Eigenschaften des Fluorglimmers, nämlich das er in Wasser in einen kolloidalen Zustand quillt, einen
synergistischen Effekt auf das Schaumstoffprodukt ausüben,
indem die Fasern eine ausreichende Dispersionsfähigkeit aufweisen müssen, zwischen den dispergierten Fasern eine
große Bindungskraft erzielbar sein soll und schließlich Bläschen in stabilem Zustand sowie eine vergrößerte Viskosität
erzielt werden sollen. Insbesondere hat es sich herausgestellt, daß, wie im Fall von Asbestfasern, eine Aufschlämmung,
in der Fasern gleichförmig dispergiert sind und die Bläschen stabil zurückhält, auch im Falle dicker, zäher, hydrophober
anorganischer Fasern erhalten werden kann, die synthetisch herstellbar sind, wie Keramikfasern, Steinwollefasern, Glasfasern,
Kohlenstoffasern oder dergleichen.
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Das erfindungsgemäße Verfahren kann »in verschiedener Weise
ausgeführt werden. Als erste ist eine Verfahrensweise zu nennen, bei der Wasser mit allen Ausgangsmaterialien, also
anorganischen Fasern, oberflächenaktiven Substanzen und quellendem Fluorglimmer, unter Bewegen oder Umrühren vermischt
wird, um so eine bläschenhaltige Aufschlämmung zu erhalten, die eine Faserdispersion aufweist. In dem Fall,
daß nur Langfasern als anorganische Fasern verwendet werden, kann eine Aufschlämmung, die durch Mischen des quellfähigen
Fluorglimmers mit Wasser erhalten wurde, unter Mischen und Umrühren einer Aufschlämmung zugesetzt werden, die durch
Mischen der Langfasern mit den oberflächenaktiven Substanzen erhalten wurde, um so eine Faserdispersionsaufschlämmung,
welche Bläschen enthält, zu erhalten. Alternativ kann in dem Fall, daß eine Mischung aus Lang- und Kurzfasern verwendet
wird, insbesondere eine Fasermischung, die hauptsächlich aus Kurzfasern besteht, so vorgegangen werden, daß die Kurzfasern
und der quellfähige Fluorglimmer unter Umrühren mit Wasser zur Bildung einer Faserdispersionsaufschlämmung vermischt
werden, die wiederum unter Umrühren den oberflächenaktiven Substanzen und den Langfasern zugesetzt und mit
diesen vermischt wird, um so in gewünschter Weise eine Faserdispersionsaufschlämmung,
welche bläschenhaltig ist, zu erhalten. Bei einer anderen Ausführungsform werden der quellfähige
Fluorglimmer, anorganische Langfasern und oberflächenaktive Substanzen unter Umrühren einer Aufschlämmung zugesetzt
und mit dieser vermischt, die dadurch erhalten wurde, daß unter Umrühren die anorganischen Kurzfasern und oberflächenaktiven
Substanzen mit Wasser vermischt wurden, um so eine Faserdispersionsaufschlämmung, welche bläschenhaltig
ist, zu erhalten. Bei einer weiteren Ausführungsform werden die anorganischen Langfasern und der unbeschränkt quellfähige
Fluorglimmer ebenso wie eine Kombination aus anionischen und
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nichtionogenen oberflächenaktiven Substanzen oder aus
anionischen und amphoteren oberflächenaktiven Substanzen einer Aufschlämmung zugesetzt, die durch Mischen der anorganischen
Kurzfasern und der kationischen oberflächenaktiven Substanz zusammen mit Wasser, unter Umrühren, erhalten wurde,
wodurch eine Faserdispersionsaufschlänimung erhalten wird, die Bläschen enthält, woraufhin diese wiederum in die gewünschte
Form getrocknet und schließliph thermisch gehärtet oder gebacken wird.
Die auf diese Weise erhaltene, in dispergierter Form Fasern aufweisende und bläschenhaltige Aufschlämmung, deren Volumen
verdoppelt oder verdreifacht ist, wird in herkömmlicher Weise in eine gewünschte Form getrocknet. Beispielsweise kann dies
dadurch bewerkstelligt werden, daß die Aufschlämmung in einer geeigneten Form getrocknet und gewünschtenfal?^s thermisch
gehärtet wird. Insbesondere kann die erfindungsgemäß hergestellte Faserdispersionsaufschlämmung direkt auf Temperaturen
von 200 bis 35O°C aufgeheizt werden, ohne daß ein Vorheizen erforderlich wäre, wobei die gewünschte Form erhalten bleibt.
Dies beruht darauf, daß die Bläschen in der Aufschlämmung in stabilem Zustand zurückgehalten werden. Zusätzlich hierzu
resultiert das allmähliche Aufheizen der Aufschlämmung in
einer Verringerung der Trockenzeit. Es liegt auf der Hand, daß das Trocknen bei der Erfindung in unterschiedlicher Weise
erfolgen kann, beispielsweise durch Infrarottrocknung, Heißlufttrocknung
oder auch durch Hochfrequenztrocknung.
Als oberflächenaktive Substanzen werden bei der Herstellung der elastischen Schaumstoffprodukte nach der Erfindung vorzugsweise
Kombinationen aus anionischen und nichtionogenen oberflächenaktiven Substanzen und aus anionischen und amphoteren
oberflächenaktiven Substanzen verwendet, und zwar sowohl
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hinsichtlich der Dispergierbarkeit der anorganischen Fasern als auch wegen der Schäumeigenschaften. Werden lediglich
anorganische Kurzfasern mit den oberflächenaktiven Substanzen
dispergiert, wie vorstehend beschrieben, so können jedoch kationische oberflächenaktive Substanzen verwendet
werden. Anschließend kann eine Kombination aus anionischen und nichtionogenen oberflächenaktiven Substanzen zum Zeitpunkt
des Hinzufügens der übrigen Komponenten eingesetzt werden. Beispiele anionischer oberflächenaktiver Substanzen
sind Dodekylbenzolsulfonsäurenatriumkarbonat, Polyoxiethylennonylphenoläther
etc.. Beispiele nichtionogener oberflächenaktiver Substanzen sind Polyoxiethylenalkyläther, aliphatische
Ester von Polyoxiethylensorbitan etc.. Als Beispiele kationischer oberflächenaktiver Substanzen sind Polyoxiethylenlaurylamin,
halogeniertes Alkylpyridin und dergleichen zu nennen. Schließlich sind als Beispiele für amphotere oberflächenaktive
Substanzen Kokosnußbetain und dergleichen aufzuführen.
Vorzugsweise beträgt der Gehalt an zugesetzten oberflächenaktiven
Substanzen 1,2 bis 16,0 Gew.-% des gesamten Feststoffgehaltes, je nach der Dispergierfähigkeit der Fasern, der
Schäumrate der bläschenhaltigen Faserdispersionsaufschlämmung,
der Dichte des herzustellenden anorganischen elastischen SchaumstoffProduktes und dergleichen. Als Füllmittel können
vorzugsweise anorganische Materialien wie Kaolin, Bentonit, Ton, Perlite, Vermiculit und dergleichen verwendet werden.
Es können jedoch auch organische Fasern, wie Zellstoff, eingesetzt werden. Das Zusetzen von Füllmitteln dient der Verbesserung
der Trockeneigenschaften, d.h. also der Herabsetzung
der Trocknungstemperatur und der Verkürzung der Trocknungszeit.
Wenn die weiter oben genannten Keramik-, Steinwolle- oder Glas-Kurzfasern
hauptsächlich als anorganische Fasern verwendet werden,
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ist es möglich, die Dispergierbarkeit der Kurzfasern und die Elastizität des Schaumstoffproduktes zu verbessern und
die Trockenzeit herabzusetzen, indem zur Unterstützung der Kurzfasern anorganische Langfasern mit einer Länge von etwa
2 bis etwa 10 mm zugesetzt werden.
Der Gehalt des zugesetzten quellfähigen Fluorglimmers beträgt 20 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 25 bis 35 Gew.-% des gesamten
Feststoffgehaltet. Bei einem Gehalt von weniger als 20 Gew.-%
nimmt die Festigkeit des SchaumstoffProduktes ab, während bei einem Gehalt von mehr als 50 Gew.-% die Bläschen eine
übermäßige Expansion erleiden, so daß kein Produkt mit gewünschter Dichte erhalten werden kann.
Zusätzlich zu den bereits aufgeführten anorganischen Fasern können auch Silikafasern, Stahlfasern, alkalibeständige
Fasern, Wollastonitfasern oder polykristalline Fasern mit
guten Resultaten eingesetzt werden.
Nachstehend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf Ausführungsbeispiele und Kontrollversuche im einzelnen erläutert. Dabei
zeigt Tabelle 1 die in den jeweiligen Beispielen verwendeten anorganischen Fasern, während Tabelle 2 die Gehalte der verwendeten
Ausgangsmaterialien wiedergibt, außerdem die angewandten Trocknungstemperatüren sowie die physikalischen
Eigenschaften der erhaltenen Produkte.
Bei diesen Beispielen wurden die anorganischen Fasern, oberflächenaktiven
Substanzen, der synthetische Fluorglimmer und die Füllstoffe in den in Tabelle 2 angegebenen Mengen
unter Umrühren mit der angegebenen Menge Wasser vermischt,
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wodurch eine dispergierte Fasern enthaltende bläschenhaltige Aufschlämmung erhalten wurde. In Beispiel 3 wurde der Fluorglimmer
in einer nahe der oberen Grenze von 50 Gew.-% liegenden Menge verwendet, während in Beispiel 4 die oberflächenaktiven
Substanzen in einer nahe der oberen Grenze von 16 Gew.-% liegenden Menge eingesetzt wurden.
Die Kontrollversuche 1-2 betreffen die Fälle, bei denen 1) Fluorglimmer im Übermaß bzw. 2) Fluorglimmer des nur beschränkt
quellfähigen Typs eingesetzt wurde.
In diesen Beispielen wurde als anionische oberflächenaktive Substanz Dodekylbenzolsulfonsäurenatriumkarbonat verwendet,
welches durch die Firma Kao Atlas K.K. hergestellt wird und unter dem Handelsnamen "Neoplex F-60" erhältlich ist. Als
nichtionogene oberflächenaktive Substanz wurde Polyoxiethylennonylphenyläther verwendet, der durch die vorgenannte Firma
hergestellt wird und unter der Handelsbezeichnung "Emuigen 909" erhältlich ist.
Die Faserdispersionsaufschlämmung, die in jedem der Beispiele
erhalten wurde, wurde in einer geeigneten Form oder einem Behälter, an dessen Boden ein Filterpapier angeordnet war,
bei den angegebenen Trocknungstemperatüren getrocknet. Hinsichtlich
des spezifischen Gewichtes und des Elastizitätsmoduls des erhaltenen Produktes sowohl bei den Beispielen als
auch bei den Kontrollversuchen ist auf Tabelle 2 zu verweisen.
Beim Kontrollversuch 1 war es wegen des übermäßigen Gehaltes an Fluorglimmer unmöglich, eine hohe Trocknungstemperatur
einzusetzen, so daß also die Trocknungszeit beträchtlich
verlängert wurde. Das erhaltene Produkt zeigte auch einen verringerten Rückstell- oder Elastizitätsmodul auf, da der
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Anteil der Fasern zu gering war. ·
In Kontrollversuch 2 war es schwierig, die Schäume über eine längere Zeit stabil zu halten, da der verwendete Fluorgliiraner
nur schlechte filmbildende Eigenschaften aufwies. Mit anderen Worten, es war im wesentlichen unmöglich, irgendwelche Produkte
mit gleichförmig darin verteilten Schaumteilchen oder Bläschen zu erhalten. Dementsprechend hatte das erhaltene
Produkt eine Festigkeit, die für eine Handhabung des Produktes nicht ausreichte, sowie nur einen sehr kleinen oder
aber überhaupt keinen nennenswerten Rückstell- oder Elastizitätsmodul.
Bei diesen Beispielen wurden die Kurzfasern, die oberflächenaktiven
Substanzen, die Füllstoffe und das Wasser jeweils in den in Tabelle 2 angegebenen Mengen unter Umrühren einer
Aufschlämmung zugesetzt, die durch Rühren und Mischen der Langfasern, des Fluorglimmers und der oberflächenaktiven
Substanzen in den in Tabelle 2 angegebenen Mengen erhalten worden war, um so eine bläschenhaltige Faserdispersionsaufschlämmung
zu erhalten. Die erhaltenen Aufschlämmungen wurden dann in der bereits oben beschriebenen Weise getrocknet.
Hinsichtlich der physikalischen Eigenschaften der bei den jeweiligen Beispielen erhaltenen Produkte ist auf Tabelle
hinzuweisen.
Beim Kontrollversuch 3 war es unmöglich, irgendein Schaumstoffprodukt
zu erhalten, weil kein Fluorglimmer eingesetzt war.
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Bei jedem dieser Beispiele wurden die Kurzfasern, die oberflächenaktiven
Substanzen, die Füllstoffe sowie Wasser unter Umrühren in den in Tabelle 2 angegebenen Mengen vermischt,
wodurch sich eine Faserdispersionsaufschlämmung ergab, der wiederum unter Umrühren die Langfasern, der
Fluorglimmer und die oberflächenaktiven Substanzen in den in Tabelle 2 angegebenen Mengen zugesetzt wurden, wodurch
sich eine End-Faserdispersionsaufschlämmung ergab, welche
Bläschen aufwies. Die resultierenden Aufschlämmungen wurden
in der bereits oben beschriebenen Weise getrocknet. Hinsichtlich der physikalischen Eigenschaften der erhaltenen
Produkte ist auf Tabelle 2 hinzuweisen.
Beim Kontrollversuch 4 war es unmöglich, irgendwelche Schaumstoff produkte zu erhalten.
Bei diesem Beispiel wurden die oberflächenaktiven Substanzen
in einer nahe der oberen Grenze von 15 Gew.-% liegenden Menge
verwendet. Hinsichtlich der Resultate ist auf Tabelle 2 hinzuweisen.
Die Kurzfasern und die kationische oberflächenaktive Substanz wurden in den angegebenen Mengen unter Umrühren mit der angegebenen
Menge Wasser vermischt, um so eine Faserdispersionsaufschlämmung
zu ergeben, der anschließend die Langfasern, der Fluorglimmer und die anionischen und nichtionogenen oder
amphoteren oberflächenaktiven Substanzen in den angegebenen
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Mengen zugesetzt wurden. Das resultierende Flüssigprodukt wurde dann unter Umrühren bzw. Bewegen durchgemischt, um
so eine End-Faserdispersionsaufschlämmung mit Bläschen zu erhalten. Diese Aufschlämmung wurde in eine gewünschte
Form getrocknet und gebacken. Hinsichtlich der Resultate ist auf Tabelle 2 hinzuweisen. Die verwendete kationische
oberflächenaktive Substanz, die bei diesem Beispiel eingesetzt wurde, war Polyoxiethylenlaurylamin, welches durch
die Firma Kao Atlas K.K. hergestellt wird und unter der Handelsbezeichnung "Ameat 102" erhältlich ist.
Wie aus dem vorstehenden ersichtlich ist, können bei der Erfindung durchaus auch andere synthethische anorganische
Fasern als Asbestfasern zur Herstellung einer Faserdispersionsauf schlämmung verwendet werden, in der die Fasern wohlaufgeschlossen
sind und in der Bläschen in stabilem Zustand zurückgehalten werden. Aus dieser Aufschlämmung läßt sich
ein anorganisches elastisches Schaumstoffprodukt herstellen,
wie dies vorstehend beschrieben wurde, welches eine geringe Dichte, jedoch einen großen Elastizitätsmodul aufweist.
Insbesondere wird durch die Erfindung ein anorganisches elastisches Schaumstoffprodukt geschaffen, welches erhöhten
Temperaturen in der Größenordnung von 600 bis 1500°C standhalten kann, da hoch-hitzebeständige anorganische Fasern
eingesetzt werden können.
Tabelle 1 - verwendete anorganische Fasern Beispiele Kurzfasern Langfasern
1 Keramik -
2 " Kohlenstoff
3 Il Il
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Beispiele Kurzfasern · Langfasern
| 4 | Keramik | alkalibeständiges Glas |
| 5 | Keramik + Steinwolle | Glas |
| 6 | Keramik | Il |
| 7 | N | Il |
| CX) | Steinwolle | Kohlenstoff |
| 9 | Keramik | Il |
| 10 | N | π |
| 11 | Il | |
| Kontro1lversuche | Keramik | |
| 1 | Il | Kohlenstoff |
| 2 | Il | Il |
| 3 | N | Il |
| 4 | Il | |
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| C U C |
Anorganische Kurzfasern (Gewichtsteile) |
1 | 2 | 3 | Tabelle | 6 | 2 | 7 | 100 | 8 | 9 | 95 | cberflächen- | 10 | 11 | 95 | Kontrollversuche | 2 | 3 | 4 | 3755 | |
| C U α C α |
Anorganische Langfasern (Gewichtsteile) |
45 | 39 | 45 | 28* 19* |
46 | 39 | 60 | Substanz | 40 | 38 | 1 | 40 | 55 | 55 | |||||||
| C | Unbeschränkt quellfähiger Fluorgliimer (Gewichts teile) |
9 | 6 | 8 | 8 | 9 | 4 | 5 | 10 | 31 | 10 | 7 | 1 | |||||||||
| C | Substanzen (Gewichtsteile) |
45 | 24 | 45 | Beispiele | 23 | 25 | 29 | 24 | 33 | 34 | 5 | 25 | - | 10 | |||||||
| Füllstoffe (Gewichtsteile) |
1OA | 4A | 3A 1N |
4 5 | 4A 4N |
4A 4N |
3A 1N |
1A 1N |
8A 7N |
2Ca 3A 1N |
60 | 3A 1N |
5A 5N |
1OA 1CN |
||||||||
| a» | Wasser (10Qk Gewichtsteile) |
C 24 |
48 | K 14 |
5K 8P |
K 19 |
K 10 |
K 7 |
C 15 |
2A 2N |
K 25 |
C 28 |
C 14 |
|||||||||
| ι *^- Ul |
Trockentenperatur 0C | 8,1 | 8,0 | 9,0 | 49 7 | 8,2 | 8,1 | 8,0 | 8,5 | 8,0 | 8,0 | 8,0 | 9,0 | 8,5 | ||||||||
| I | Dichte g/cm3 | 200 | 350 | 300 | 30 23 | 400 | 350 | 400 | 400 | 350 | 350 | 8,0 | 400 | - | - | |||||||
| Elastizitätsmodul | 0,04 | 0,02: | 0,028 | 7A 4A 6N 4N |
0,048 0,035 |
0,035 0,0242 |
0,031 0,038 |
80 | 0,03 | - | - | |||||||||||
| (Erholungsmodul) % | 90 | 100 | 100 | K K 8 14 |
98 | 98 | 96 | 0,06 | 0 | - | - | |||||||||||
| •ί; - . _ Tfnhi «an e^wf-F-fa sayti | N.... | 9,5 8,5 | . nidhionicrene | Ca. | 30 | kationische | ||||||||||||||||
| A anionische oberflächen aktive Substanz |
K | 350 350 | aktive . Kaolin |
P. | ||||||||||||||||||
| 0,035 0,030 |
||||||||||||||||||||||
| 98 96 | ||||||||||||||||||||||
| O oberflächen- P |
||||||||||||||||||||||
| aktive Substanz Zellstoff |
||||||||||||||||||||||
Claims (10)
1. Anorganischer elastischer Schaumstoff, gekennzeichnet
durch die Herstellung mittels Trocknens einer wässrigen, dispergierte Fasern aufweisenden Aufschlämmung, welche
Bläschen enthält und im wesentlichen aus anorganischen Fasern, synthetischem, unbeschränkt quellfähigem Fluorglimmer und
oberflächenaktiven Substanzen besteht, wobei die anorganischen Fasern in der Aufschlämmung miteinander verschlungen sind
und zwischen den Fasern bläschenhaltige Filme aus dem Fluorglimmer
gebildet sind.
2. Schaumstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die anorganischen Fasern Langfasern, wie Glas-, Silika-,
Kohlenstoff-, Stahl- oder alkalibeständige Glas-Fasern, oder eine Mischung hiervon mit Kurzfasern sind, wie Keramik-,
Steinwolle-, alkalibeständige Glas-, Glas-, Wollastonit- oder polykristalline Kurzfasern.
3. Schaumstoff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehalt an zugesetztem synthetischem Fluorglimmer des
unbeschränkt quellfähigen Typs 20 bis 50 Gew.-% des gesamten Feststoffgehaltes beträgt.
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4. Schaumstoff nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Gehalt der oberflächenaktiven
Substanzen 0,2 bis 16,0 Gew.-% des gesamten Feststoffgehaltes
beträgt.
5. Verfahren zum Herstellen eines anorganischen elastischen Schaumstoffes, dadurch gekennzeichnet, daß anorganische
Fasern, oberflächenaktive Substanzen und synthetischer, unbeschränkt
quellfähiger Fluorglimmer unter Rühren mit Wasser zum Bilden einer bläschenhaltigen Faserdispersionsaufschlämmung
miteinander vermischt werden, woraufhin die Aufschlämmung durch Trocknen und gegebenenfalls anschließendes thermisches
Härten in eine gewünschte Form gebracht wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5,dadurch gekennzeichnet, daß die
anorganischen Fasern Langfasern, wie Glas-, Silika-,Kohlenstoff-, Stahl- oder alkalibeständige Glas-Fasern, oder eine
Mischung hiervon mit Kurzfasern sind, wie Keramik-, Steinwolle-, alkalibeständige Glas-, Glas-,Wollastonit- oder
polykristalline Kurzfasern.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß als oberflächenaktive Substanzen eine Kombination von
anionischen und nichtionogenen oder anionischen und amphoteren oberflächenaktiven Substanzen verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der Gehalt der oberflächenaktiven Substanzen 0,2 bis 16,0 Gew.-% des gesamten Feststoffgehaltes beträgt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Gehalt an zugesetztem synthetischem Fluorglimmer des unbeschränkt quellfähigen Typs 20 bis 50 Gew.-%
des gesamten Feststoffgehaltes beträgt.
030038/0800
BOEHM2RT &· BCEHMERT
-3-
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß anorganische Langfasern, unbeschränkt quellfähiger Fluorglimmer und eine Kombination aus anionischen
und nichtionogenen oder anionischen und amphoteren oberflächenaktiven
Substanzen einer Aufschlämmung zugesetzt und unter
Rühren mit dieser vermischt werden,welche durch Umrühren und Mischen anorganischer Kurzfasern und einer kationischen
oberflächenaktiven Substanz mit Wasser erhalten wurde, wodurch eine bläschenhaltige Faserdispersionsaufschlämmung gebildet
wird; und daß die so erhaltene Aufschlämmung in eine gewünschte Form getrocknet und anschließend thermisch gehärtet wird.
030038/0800
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