DE3008751C2 - Sichtweitenmeßgerät - Google Patents
SichtweitenmeßgerätInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Sichtweitenmeßgerät mit einem Lichtsender und einem Lichtempfänger für in der
Atmosphäre gestreutes Senderlicht mit einer Einrichtung zur Messung der Intensität des empfangenen gestreuten
Lichts als Maß der dieser entsprechenden Sichtweite.
Solche Geräte arbeiten entweder nach dem Prinzip der Vorwartsstreuung (forward scatter meter, FSM)
oder nach dem Prinzip der Rückwärtsstreuung (backward scatter meter, BSM). Sie erfordern eint Lichtquelie
mit guter örtlicher Stabilität der Licht emittierenden Steüe der Lichtquelle und hoher Leuchtdichte.
Die örtliche Stabilität der Lichtemission ist besonders bei Geräten wichtig, die nach dem Prinzip der Vorwärtsstreuung
arbeiten, weil deren Empfänger nicht auf die Aureole der Lichtquelle ansprechen darf, denn dann
ίο hätte die Streuung weniger Einfluß auf das empfangene
Licht, es würde an den Voraussetzungen einer zuverlässigen Messung fehlen.
Bisher wurden in Sichtweitenmeßgeräten als Lichtquelle Funkenstrecken verwendet, diese haben eine
schlechte örtliche Stabilität der Licht emittierenden Stelle, aber eine hohe Leuchtdichte, oder es wurden
Gasentladungsblitzlampen verwendet, bei diesen war die örtliche Stabilität der Licht emittierenden Stelle besser,
aber die Leuchtdichte geringer.
Eine Funkenblitzlampe, die bei Sichtweitenmeßgeräten nach dem Rückstreuprinzip weltweit eingesetzt
wird, kann hier nicht verwendet werden, da der Funkenort instabil ist, d. h. der Funke tanzt um eine statistisch
festgelegte Achse herum, die durch die beiden Elektroden führt. Dieses »Tanzen« führt aber zu unzulässigen
Schwankungen bei dem Prinzip der Vorwärtsstreuung.
Eine En'ladungslampe mit stillstehender Leuchtfläche
ist ebenfalls bekannt, jedoch hat diese Lampe, die für Vakuum-Ultraviolett geschaffen wurde, den Nachteil,
daß sie außerordentlich teuer in der Anfertigung ist und infolge des Maximums der Lichtemission im Ultravioletten
nicht verwendet werden kann, denn Sichtweitenmeßgeräte sollen ja die Meßweite messen, wie sie
das menschliche Auge empfindet, und daher muß der Ultraviolett- und auch der Infrarot-Spektralanteil unter
allen Umständen abgeschnitten werden.
Nach dem Prinzip der Vorwärtsstreuung arbeiten zahlreiche Sichtweitenmeßgeräte bez. Nebelwarngeräte.
Jedoch sind alle auf dem Markt befindlichen Geräte entweder zu teuer für den Einsatz bei kleinen automatischen
Wetterstationen oder sie erfordern eine intensive Wartung, was wiederum bei automatischen Wetterstationen
meist nicht möglich ist, da diese häufig in unwegsamem Gelände installiert sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Sichtweitenmeßgerät der genannten Art zu schiffen, das die
bisher nicht miteinander vereinbar gewesenen Eigenschaften örtlich stabiler Lichtemission und hoher
Leuchtdichte des Lichtsenders miteinander vereinigt.
so Dies wird nach dem Patentanspruch 1 erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die Lichtquelle des Senders
eine Gasentladungsblitzlampe ist, bei der eine Kapillare einen Kathodenraum mit einem Anodenraum verbindet
und in den Anodenraum hineinragt, die Kathode in einem Abstand von der Mündung der Kapillare im Kathodenraum,
die Anode nahe der Eintrittsstelle der Kapillare in den Anodenraum angeordnet und der Anodenraum
an seiner dem Kathodenraum abgewandten Seite mit einem ebenen Fenster abgeschlossen ist, und daß
diese Gasentladungslampe mit ihrer Kapillare koaxial zur optischen Achse des Lichtsenders angeordnet ist.
Indem auf diese Weise nicht die Lichtstrahlung quer zum Entladungsweg, wo die Leuchtdichte geringer und
bei Impulsbetrieb, wie er für die Geräte vorliegender
b5 Art in Frage kommt, die Leuchtdauer länger ist, sondern
die Lichtstrahlung am (anodenseitigen) Ende der mit Plasma gefüllten Kapillare benutzt wird, dient der heißeste,
praktisch punktförmige vollständig ortsunverän-
derliche Teil der Entladung als Lichtquelle.
Dabei bleibt auch die im wesentlichen auf Kathodenzerstäubung zurückzuführende Schwärzung der Innenseite
des Entladungsgefäßes praktisch wirkungslos, weil sie im wesentlichen auf den Kathcdenraum beschränkt
ist, und die Anode vom in den Anodenraum hineinragenden Teil der Kapillare in Richtung auf die
Kathode versetzt ist, kommt es nicht zu einer Schwärzung des Fensters.
Weiterbildungen dieses Sichtweitenmeßgerätes sind Gegenstar: J der Patentansprüche 1 bis 8.
In der Zeichnung ist als Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes
ein nach dem Prinzip der Vorwärtsstreuung arbeitendes Sichtweitenmeßgerät in seinen
für die Erfindung wesentlichen Teilen teils schematisch dargestellt. Es zeigt
F i g. 1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht des Gerätes,
F i g. 2 eine Seitenansicht der Blende des Gerätes von
Fig. 1,
Fig.3 die Gasentladungsblitzlampe des Gerätes in
größerem Maßstab.
An der Unterseite eines Trägers 1 sind einander gegenüber ein Lichtsender 2 und ein Lichtempfänger 3
befestigt. In der Mitte zwischen dem Sender 2 und Empfänger 3 ragt eine Blende 4 am Träger 1 nach unten. Der
Sender 2 enthält eine von einem Stromversorgungsgerät 5 gespeiste Blitzlampe 6 mit einer Linsenoptik 7
hinter einem Fenster 8. Der Empfänger 3 enthält hinter einem Fenster 9 eine Fotodiode 10 mit einer Linsenoptik
11. Die Fotodiode 10 ist an eine Schaltung 1? zur Verstärkung und Messung des Fotostromes als Maß der
Sichtweite angeschlossen. Die Schaltung 12 enthält ein Filter 13 und ein Verknüpfungsglied 14.
Die Strahlungsrichtung 15 des Senders 2 ist schräg abwärts und die Empfangsrichtung 16 des Empfängers 3
schräg aufwärts gerichtet. Die Blende 4 ragt von oben so weit in den Strahlungskegel 17 des Senders 2 und in
den Kegel 18, aus dessen Raum der Empfänger 3 Licht empfängt, hinein und ist senkrecht zur Zeichenebene
der Fig. 1 so breit, daß der Empfänger 3 kein direktes, sondern nur in der Luft, insbesondere an Nebelteilchen
gestreutes Senderlicht empfängt, das ein Maß der Trübung und damit der Sichtweite ist.
Das Gasentladungsgefäß der Blitzlampe 6 besteht, wie am besten aus Fig. 3 ersichtlich, aus einem einen
Kathodenraum 19 umschließenden Teil 20 und einem einen Anodenraum 21 umschließenden Teil 22. Diese
Gefäßteile 20 und 22 sind durch eine Kap;llare 23 miteinander
verbunden. Die Kapillare 23 ragt in den Anodenraum 21 hinein. Die Kathode 24 ist in einem Abstand
von der Stelle, an der die Kapillare 23 in den Kathodenraum 19 mündet, angeordnet. Die Anode 25 ist in bezug
auf das freie Ende der Kapillare 23 im Anodenraum 21 zurückversetzt, d. h. nahe der Eintrittsstelle e'er Kapillare
23 in den Anodenraum 21 angeordnet. Der Anodenraum 21 ist der Kapillare 23 gegenüber durch ein ebenes
Fenster 26 abgeschlossen. Im Gerät (F i g. 1) verläuft die
Kapillare 23 koaxial zur optischen Achse (Strahlungsrichtung) 15 des Senders 2.
Als Gas für die Blitzlichtgasentladungslampe 6 hat sich Xenon besonders bewährt. Merkwürdigerweise
verhält sich Xenon bei Temperaturen unter —38° C völlig anders als bei Normaltemperatur, nämlich dampfähnlich,
weshalb die Gasentladungslampe 6 des Sicht-Weitenmeßgerätes zur Verwendung in Gegenden, in denen
so tiefe Temperaturen vorkommen, erforderlichenfalls auf über — 38° C geheizt werden muß.
Die Lampe 6 liegt im Betrieb an einer vom Stromversorgungsgerät 5 gelieferten Spannung von ca. 600 Volt,
wobei die Entladung mittels einer Steuerspannung an einer Zündelektrode ausgelöst wird. Die Zündelektrode
kann an der Außenseite des Entladungsgefäßes angeordnet, insbesondere ein um den Anodenraum 21 (Teil
22 des Entladungsgefäßes) gewickelter Draht 27 sein.
Um die günstigen Eigenschaften der mit der Lampe 6 erzeugten Lichtblitze optimal auszunutzen, ist der Empfänger
3 des Sichtweitenmeßgerätes mit dem Filter 13 für die den empfangenen Lichtblitzen entsprechenden
elektrischen Impulse ausgerüstet und zwar entweder
mit einem Hochpaßfilter, dessen Grenzfrequenz dicht unterhalb des energiereichsten Teiles des Frequenzspektrums
der Impulse liegt oder mit einem Bandpaßfilter, dessen Durchlaßbereich dem energiereichsten Teil
des Frequenzspektrums der Impulse entspricht. Beispielsweise liegt die Grenzfrequenz des Hochpasses
bzw. die untere Bandgrenze des Bandpasses bei mindestens 10, zweckmäßig 20 Hz, die obere Bandgrenze bei
ca. 300 kHz. Dadurch können z. B. Störungen durch vorbeifahrende Fahrzeuge mit Benzinmotor und durch vorüberziehende
Wolken unterdrückt werden.
Das Frequenzspektrum der Lampe 6 hat, auch bei Xenon-Füllung, einen wenn auch schwachen infraroten
Anteil. Die in Lichtempfängern von Geräten der in Frage stehenden Art als lichtelektrische Wandler benutzten
Si-Fotodioden, aber auch andere lichtelektrische Wandler, sprechen auch auf Infrarot an. Infrarot wird in der
Atmosphäre weniger gestreut als sichtbares Licht. Bei Messung der Sichtweite kommt es aber nur auf das
sichtbare Licht an. Deshalb würde der Einfluß des Infrarots auf die Sichtweitenmessur >i zu Fehlern führen. Diese
werden dadurch ausgeschlossen, daß der Sender und/ oder der Empfänger 3, vorzugsweise der Empfänger 3,
mit einem Infrarotfilter ausgerüstet oder das Fenster 8 bzw. 9 als Infrarotfilter ausgebildet oder die Linsenoptik
7 bzw. 11 aus Infrarot absorbierendem Material ausgeführt ist.
Das Verknüpfungsglied 14 ist ein vom Sender 2 gesteuertes UND-Glied, das den Fotostrom in den Pausen
zwischen den Lichtblitzen der Gasentladungslampe 6 unterdrückt (nach dem aus der Schweiz. Patentschrift
5 66 013 bekannten Prinzip).
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (8)
1. Sichtweitenmeßgerät mit einem Lichtsender und einem Lichtempfänger für in der Atmosphäre
gestreutes Senderlicht mit einer Einrichtung zur Messung der Intensität des empfangenen gestreuten
Lichts als Maß der dieser entsprechenden Sichtweite, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lichtquelle des Senders (2) eine Gasentladungsblitzlampe
(6) ist, bei der eine Kapillare (23) einen Kathodenraum (19) mit einem Anodenraum (2!) verbindet
und in den Anodenraum (21) hineinragt, die Kathode (24) in einem Abstand von der Mündung der Kapillare
(23) im Kathodenraum (19), der Anode (25) nahe der Eintrittsstelle der Kapillare (23) in den Anodenraum
(21) angeordnet und der Anodenraum (21) an seiner dem Kathodenraum (21) an seiner dem Kathodenraum
(19) abgewandten Seite mit einem ebenen Fenster (26) abgeschlossen ist, und daß diese
Gasentladungslampe (6) mit ihrer Kapillare (23) koaxial zur optischen Achse (15) des Lichtsenders (2)
angeordnet ist.
2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas der Lampe (6) Xenon ist.
3. Gerät nach Anspruch 2, für Außentemperaturen unter —38°C, dadurch gekennzeichnet, daß die
Lampe auf über —38°C heizbar ist.
4. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Lampe (6) eine an der
Außenseite des Entladungsgefäßes (20/22) angeordnete Zündelektrode (27) hat.
5. Gerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zündelektrode (27) an der Außenseite
des Anodenraumes (21) angeordnet ist.
6. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Empfänger (3) sein
Hochpaßfilter (13) für die der.i empfangenen Blitzlicht entsprechenden elektrischen Impulse hat, und
die Grenzfrequenz des Hochpasses dicht unter dem energiereichsten Bereich des Frequenzspektrums
der Impulse liegt.
7. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Empfänger (3) ein
Bandpaßfilter (13) für die den empfangenen Lichtblitzen entsprechenden elektrischen Impulse hat,
und daß die untere Bandgrenze des Filters dicht unter und die obere Bandgrenze dicht über dem energiereichsten
Bereich des Frequenzspektrums der Impulse liegt.
8. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Sender oder der
Empfänger, vorzugsweise der Empfänger, mit einem Infrarotfilter oder einer infrarote Strahlung absorbierenden
Linsenoptik (7, U) oder mit einem infrarote Strahlung absorbierenden Fenster (8, 9) versehen
ist.
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