-
'Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls geschäumten,
-
isocyanuratgruppenhaltigen Polyurethanen Die Erfindung betrifft ein
Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls geschäumten, isocyanuratgruppenhaltigen
Polyurethanen aus organischen Polyisocyanaten, rohen, d.h.
-
ungereinigten, alkalihaltigen Polyätherolen, gegebenenfalls Hilfs-
und Zusatzstoffen sowie Treibmitteln.
-
Zur Herstellung von gegebenenfalls schaumförmigen, isocyanuratgruppenhaltigen
Polyurethanen werden üblicherweise organische Polyisocyanate in Gegenwart von Trimerisierungskatalysatoren
cyclisiert und polymerisiert und danach die erhaltenen isocyanuratgruppenhaltigen
Polyisocyanate mit Polyolen und gegebenenfalls Kettenverlängerungsmitteln in Gegenwart
von gegebenenfalls Hilfs- und Zusatzstoffen, Polyurethankatalysatoren und Treibmitteln
zur Reaktion gebracht. Nach einer anderen Verfahrensvariante werden die organischen
Polyisocyanate mit einem Unterschuß an Polyolen (NCO/OH-Verhältnis größer 6) modifiziert
und die urethangruppenhaltigen Polyisocyanate anschließend in Gegenwart starker
Trimerisierungskatalysatoren cyclisiert.
-
Gegebenenfalls kann es auch vorteilhaft sein, die Additions- und
Cyclisierungsreaktion gleichzeitig durchzuführen.
-
Zur Herstellung von Formkörpern auf Basis von isocyanuratgruppenhaltigen
Polyurethanen wurden bisher üblicherweise Alkalisalze von organischen Carbonsäuren
und Alkalialkoholate als Trimerisierungskatalysatoren verwendet. Diese Katalysatoren
sind ausreichend wirksam, so daß die Formkörper nach relativ kurzen Zeiten entformt
werden können.
-
Da die genannten Katalysatoren jedoch in Polyätherolen unlöslich
sind, müssen sie als Lösungen in kurzkettigen Alkoholen eingesetzt werden. Die Verwendung
solcher Ka-
talysatorlösungen weist jedoch u.a. folgende Nachteile
auf: Alkalisalze organischer Carbonsäuren und Alkalialkoholate kurzkettiger Alkohole
sedimentieren sehr schnell in den Polyätherolen, die Alkohole einwertiger Alkohole
wirken als Kettenabbrecher bei der Polyadditionsreaktion und niedere Alkohole entziehen
der Trimerisierungsreaktion NCO-Gruppen und verursachen dadurch eine Verschlechterung
der Wärmeformbeständigkeit der Formkörper.
-
Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, Katalysatoren zu entwickeln,
die die obengenannten Nachteile nicht aufweisen und die bei der Herstellung von
Formkörpern kurze Formverweilzeiten ermöglichen. Diese Aufgabe konnte überraschenderweise
gelöst werden durch ein Verfahren zur Herstellung von gegebenenfalls schaumförmigen,
isocyanuratgruppenhaltigen Polyurethanen durch Umsetzung von organischen Polyisocyanaten,
Polyolen, gegebenenfalls Hilfs- und Zusatzstoffen sowie Treibmitteln, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß man als Polyole rohe Polyätherole verwendet.
-
Unter rohen Polyätherolen im Sinne der Erfindung sind die ungereinigten
alkalihaltigen Polyätherole zu verstehen, wie sie bei der Polymerisation von Alkylenoxiden
mit Startermolekülen in Gegenwart von Alkalihydroxiden und/oder -alkoholaten als
Katalysatoren anfallen bevor die Reaktionslösung neutralisiert wird. Derartige rohe
Polyätherole besitzen üblicherweise Gehalte an Alkaliionen, beispielsweise an Natrium-
und/oder vorzugsweise Kaliumionen, von 0,002 bis 1,0, vorzugsweise 0,05 bis 0,2
Gew.-%, besogen auf das Gesamtgewicht.
-
rDie Verwendung von rohen Polyätherolen zur Herstellung von isocyanuratgruppenhaltigen,
gegebenenfalls geschäumten Polyurethanen ergibt folgende Vorteile: Rohe Polyätherole
sind reaktiver als Alkalisalze von organischen Carbonsäuren oder Alkalialkoholaten
niederer Alkohole, die als Lösungen gereinigten, d.h. alkalifreien Pölyätherolen
zugesetzt werden. Auf die Mitverwendung von üblichen Trimerisierungskatalysatoren
kann daher bei der weiteren Umsetzung, z.B. zu Formkörpern, verzichtet werden.
-
Rohe Polyätherole sind billiger als alkalifreie Polyätherole, da der
Neutralisations- und Reinigungsschnitt entfällt. Die rohen Polyätherole zeigen auch
nach längeren Lagerzeiten kein Sediment. Es werden keine nieaeren ein-oder mehrwertigen
Alkohole als -Lösungsmittel benötigt und somit die thermischen und mechanischen
Eigenschaften der erhaltenen Formkörper nicht negativ beeinflußt. Der Verbrauch
an organischen Polyisocyanaten wird nicht erhöht.
-
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen, gegebenenfalls geschäumten,
isocyanuratgruppenhaltigen Polyurethane eignen sich aliphatische, cycloaliphatische,
araliphatische und vorzugsweise aromatische Isocyanate mit einer Funktionalität
von mindestens zwei.
-
Im einzelnen seien beispielhaft genannt: Alkylendiisocyanate mit 4
bis 12 Kohlenstoffatomen im Alkylenrest, wie 1,12-Dodecandiisocyanat, Tetramethylen-diisocyanat-1,4
und vorzugsweise Hexamethylen-diisocyanat-1,6; cycloaliphatische Diisocyanate, wie
Cyclohexan-1,3- und -1,4- -diisocyanat sowie beliebige Gemische dieser Isomeren,
1-Isocyanato-3,3,5-trimethyl-5-isocyanatomethyl-cyclohexan (Isophoron-diisocyanat)
2,4- und 2,6-Hexahydrotoluylen-di-J
isocyanat sowie entsprechende
Isomerengemische, 4,4'-, 2,2'- und 2,4'-Dicyclohexylmethan-diisocyanat sowie die
entsprechenden Isomerengemische und vorzugsweise aromatische Di- und Polyisocyanate
wie 4,4'-, 2,4'- und 2,2'--Diisocyanato-diphenylmethan und die entsprechenden Isomerengemische,
2,4- und 2,6-Diisocyanato-toluol und die entsprechenden Isomerengemische, 1,5-Diisocyanato-naphthalin,
Polyphenyl-polymethylen-polyisocyanate, 2,4,6-Triisocyanato-toluol und vorzugsweise
Gemische aus Di- und Polyphenyl-polymethylen-polyisocyanaten (Roh-MDI). Die genannten
Di- und Polyisocyanate können einzeln oder in Form von Mischungen eingesetzt werden.
-
Häufig werden auch sogenannte modifizierte mehrwertige Isocyanate,
d.h. Produkte die durch chemische Umsetzung obiger Di- und/oder Polyisocyanate erhalten
werden, verwendet. Als modifizierte organische Di- und Polyisocyanate kommen beispielsweise
in Betracht: Carbodiimidgruppen aufweisende Polyisocyanate gemäß DT-PS 10 92 007,
Allophanatgruppen aufweisende Polyisocyanate, wie sie z.B. in der britischep Patentschrift
994 890, den ausgelegten Unterlagen des belgischen Patents 761 626 und der NL-OS-71
02 524 beschrieben werden, Isocyanuratgruppen aufweisende Polyisocyanate wie sie
z.B. in den DE-PS 10 22 789, 12 22 067 und 10 27 394 sowie den DE-OS 19 29 034 und
20 04 048 beschrieben werden, Urethangruppen aufweisende Polyisocyanate, wie sie
z.B. in den ausgelegten Unterlagen des belgischen Patents 752 261 oder der US-PS
33 94 164 beschrieben werden, acylierte Harnstoffgruppen aufweisende Polyisocyanate
z.B. gemäß DE-PS 12 30 778, Biuretgruppen aufweisende Polyisocyanate z.B. gemäß
DE-PS 11 01 394 und GB-PS 889 050; durch Telomerisationsreaktionen hergestellte
Polyisocyanate z.B.
-
entsprechend den ausgelegten Unterlagen des belgischen Patents 723
640, Estergruppen aufweisende Polyisocyanate,
'wie sie z.B. in der
GB-PS 965 474 und 10 72 956, der US-PS 35 67 765 und der DE-PS 12 31 688 genannt
werden.
-
Vorzugsweise kommen jedoch zur Anwendung: urethangruppenhaltige Polyisocyanate,
beispielsweise mit niedermolekularen Diolen, Triolen oder Polypropylenglykolen,
modifiziertes 4,4' -Diphenylmethan-diisocyanat oder Toluylen-diisocyanat, Carbodiimidgruppen
und/oder Isocyanuratringe enthaltende Polyisocyanate, z.B. auf Diphenylmethan-diisocyanat
und/oder Toluylendiisocyanat-Basis und insbesondere Toluylendiisocyanate, Diphenylmethan-diisocyanate,
Mischungen aus Diphenylmethan-diisocyanaten und Polyphenylpolymethylen-polyisocyanaten
(Roh-MDI) und Gemische aus Toluylendiisocyanaten und Roh-MDI.
-
Die erfindungsgemäß verwendbaren rohen Polyätherole besitzen Molekulargewichte
von 800 bis -8000, vorzugsweise 2000 bis 7000 und weisen Alkaliionengehalte von
0,002 bis 1 Gew.-%, vorzugsweise 0,05 bis 0,2 Gew.-S, bezogen auf das Gesamtgewicht
auf. Sie werden nach bekannten Verfahren aus einem oder mehreren Alkylenoxiden mit
2 bis 4 Kohlenstoffatomen im Alkylenrest und einem Startermolekül, das 2 bis 8,
vorzugsweise 2 bis 4 aktive Wasserstoffatome enthält in Gegenwart von Alkalihydroxiden
und/oder -alkoholaten als Katalysatoren hergestellt.
-
Geeignete Alkylenoxide sind beispielsweise 1,3-Propylenoxid, 1,2-
bzw. 2,3-Butylenoxid, Styroloxid und vorzugsweise Äthylenoxid und 1,2-Propylenoxid.
Die Alkylenoxide können einzeln, alternierend nacheinander oder als Mischungen verwendet
werden. Als Startermoleküle kommen beispielsweise in Betracht: Wasser, organische
Dicarbonsäuren, wie Bernsteinsäure, Adipinsäure, Phthalsäure und Terephthalsäure,
aliphatische und aromatische, gegebenenfalls N-mono-, N,N- und N,N'-dialkylsubstituierte
Diamine
'mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen im Alkylrest, wie gegebenenfalls
mono- und dialkylsubstituiertes Äthylendiamin, Diäthylentriamin, Triäthylentetramin,
1,3-Propylendiamin, 1,3- bzw. 1,4-Butylendiamin, 1,2-, 1,3-, 1,4-, 1,5- und 1,6-Hexamethylendiamin,
Phenylendiamine, 2,4- und 2,6--Toluylendiamin und 4,4'-, 2,4'- und 2,2'-Diamino-diphenylmethan.
Von den Verbindungen der erwähnten Gruppe sind besonders interessant N,N,N',N'-Tetrakis-(2-hydroxyäthyl)--äthylendiamin?
N,N,N',N'-Tetrakis-(2-hydroxypropyl)--äthylendiamin, N,N,N',N" ,N''-Pentakis-(2-hydroxypropyl-)
äthylentriamin, Phenyldiisopropanolamin und höhere Alkylenoxidaddukte von Anilin.
-
Als Startermoleküle kommen ferner in Betracht Alkanolamine, wie Athanolamin,
Diäthanolamin, N-Methyl- und N-Athyl-äthanolamin, N-Methyl- und N-Äthyl-diäthanolamin
und Triäthanolamin, Ammoniak, Hydrazin und Hydrazide.
-
Vorzugsweise verwendet werden mehrwertige, insbesondere zwei- und/oder
dreiwertige Alkohole, wie Äthylenglykol, Propylenglykol-1,2 und -1,3, Diäthylenglykol,
Dipropylenglykol, Butylenglykol-1,4, Hexamethylenglykol-l,6, Glycerin, Trimethylol-propan
und Pentaerythrit.
-
Gebräuchliche Katalysatoren sind Alkalialkoxide mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
im Alkylrest, wie Natrium- und Kaliummethylat, Natrium- und Kaliumäthylat, Kaliumisopropylat
und Natriumbutylat und vorzugsweise Alkalihydroxide, wie Natriumhydroxid und vorzugsweise
Kaliumhydroxid. Der Katalysator wird üblicherweise in einer Menge von 0,002 bis
1,0, vorzugsweise von 0,01 bis 0,5 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Ausgangskomponenten
verwendet.
-
Zu Treibmitteln, welche im erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung
von geschäumten isocyanuratgruppenhaltigen
'Polyurethanen verwendet
werden können, gehört Wasser, das mit Isocyanatgruppen unter Bildung von Kohlendioxid
reagiert. Die Wassermengen, die zweckmäßigerweise-verwendet werden, betragen 0,1
bis 2 , bezogen auf das Gewicht an Polyisocyanat.
-
Andere verwendbare Treibmittel sind niedrig siedende Flüssigkeiten,
die unter dem Einfluß der exothermen Polyadditionsreaktion verdampfen. Geeignet
sind Flüssigkeiten, welche gegenüber dem organischen Polyisocyanat inert sind und
Siedepunkte unter 1000C aufweisen. Beispiele derartiger, vorzugsweise verwendeter
Flüssigkeiten sind halogenierte Kohlenwasserstoffe, wie Methylenchlorid, Trichlorfluormethan,
Dichlordifluormethan, Dichlo rmonofluormethan, Dichlortetrafluoräthan und 1,1,2-Trichlor-1,2,2-trifluoräthan.
-
Auch Gemische dieser niedrigsiedenden Flüssigkeiten untereinander
und/oder mit anderen substituierten oder unsubstituierten Kohlenwasserstoffen, beispielsweise
n-Propan, n- und iso-Butan-und n- und iso-Pentan können verwendet werden.
-
Die zweckmäßigste Menge an niedrigsiedender Flüssigkeit zur Herstellung
von geschäumten isocyanuratgruppenhaltigen Polyurethan-Formkörpern hängt ab von
der Dichte, die man erreichen will sowie gegebenenfalls von der Mitverwendung von
Wasser. Im allgemeinen liefern Mengen von 1 bis 15 Gew.-Teilen, bezogen auf 100
Gew.-Teile organisches Polyisocyanat, zufriedenstellende Ergebnisse.
-
Der Reaktionsmischung können gegebenenfalls auch noch Hilfs- und
Zusatzstoffe einverleibt werden. Genannt seien beispielsweise oberflächenaktive
Substanzen, Schaumstabilisatoren, Zellregler, Füllstoffe, Farbstoffe, Pig-
rmente,
Flammschutzmittel, Hydrolyseschutzmittel, fungistatische und bakteriostatisch wirkende
Substanzen.
-
Als oberflächenaktive Substanzen kommen Verbindungen in Betracht,
welche zur Unterstützung der Homogenisierung der Ausgangsstoffe dienen und gegebenenfalls
auch geeignet sind, die Zellstruktur zu regulieren. Genannt seien beispielsweise
Emulgatoren, wie die Natriumsalze von Ricinusölsulfaten, oder von Fettsäuren sowie
Salze von Fettsäuren mit Aminen, z.B. Leinöl, ölsaures Diäthylamin oder stearinsaures
Diäthanolamin, Salze von Sulfonsäuren, z.B.
-
Alkali-oder Ammoniumsalze von Dodecylbenzol- oder Dinaphthylmethandisulfonsäure
und Ricinolsäure; Schaumstabilisatoren, wie Siloxan-Oxalkylen-Mischpolymerisate
und andere Organopolysiloxane, oxäthylierte Alkylphenole, oxäthylierte Fettalkohole,
Paraffinöle, Ricinusöl- bzw. Ricinolsäureester und Türkischrotöl und Zellregler,
wie Paraffine, Fettalkohole und Dimethylpolysiloxane. Die oberflächenaktiven Substanzen
werden üblicherweise in Mengen von 0,01 bis 5 Gewichtsteilen, bezogen auf 100 Gewichtsteilan
Polyol angewandt.
-
Als Füllstoffe, insbesondere verstärkend wirkende Füllstoffe sind
die an sich bekannten üblichen organischen und anorganischen Füllstoffe, Verstärkungsmittel,
Beschwerungsmittel, Mittel zur Verbesserung des Abriebverhaltens in Anstrichfarben,
Beschichtungsmitteln usw. zu verstehen. Im einzelnen seien beispielhaft genannt:
anorganische Füllstoffe wie silikatische Mineralien, beispielsweise Schichtsilikate
wie Antigorit, Serpentin, Hornblenden, Amphibole, Chrisotil, Talkum; Metalloxide,
wie Kaolin, Aluminiumoxide, Titanoxide und Eisenoxide, Metallsalze wie Kreide, Schwerspat
und anorganische Pigmente, wie Cadmiumsulfid, Zinksulfid sowie Glas, Asbestmehl
u.a. Vorzugsweise verwendet werden Kaolin (China Clay), Aluminiumsilikat und
'Copräzipitate
aus Bariumsulfat und Aluminiumsilikat sowie natürliche und synthetische faserförmige
Mineralien wie Asbest, Wollastonit und insbesondere Glasfasern verschiedener Länge,
die gegebenenfalls geschlichtet sein können. Als organische Füllstoffe kommen beispielsweise
in Betracht: Kohle, Melamin, Kollophonium, Cyclopentadienylharze und vorzugsweise
Pf ropfpolymerisate auf Styrol-Acrylnitrilbasis, die durch in situ Polymerisation
von Acrylnitril-Styrol-Mischungen in Polyätherolen analog den Angaben der deutschen
Patentschriften 11 11 394, 12 22 669, (US 3 304 273, 3 383 351, 3 523 093) 11 52
536 (GB 1 040 452) und 11 52 537 (GB 987 618) hergestellt werden sowie Fillerpolyole,
bei denen wäßrige Polymerdispersionen in Polyoldispersionen übergeführt werden.
-
Die anorganischen und organischen Füllstoffe können einzeln oder als
Gemische verwendet werden. Vorzugsweise Anwendung finden stabile Füllstoff-Polyol-Dispersionen,
bei denen die Füllstoffe in Gegenwart von Polyolen in situ mit hohen örtlichen Energiedichten
auf eine Teilchengröße kleiner als 7/um zerkleinert und hierbei gleichzeitig dispergiert
werden. Füllst off-Polyol-Dispersionen dieser Art werden beispielsweise in den deutschen
Patentanmeldungen P 28 50 609.4, P 28 50 610.7 und P 29 32 304.4 beschrieben.
-
Die anorganischen und organischen Füllstoffe werden der Reaktionsmischung
vorteilhafterweise in Mengen von 0,5 bis 50 Gew.%, vorzugsweise 1 bis 40 Gew.%,
bezogen auf das Gewicht der Polyisocyanat-Polyol-Mischung einverleibt.
-
Geeignete Flammschutzmittel sind beispielsweise Trikresylphosphat,
Tris-2-chloräthylphosphat, Tris-chlorpropylphosphat und Tris-2 , 3-dibrompropylphosphat.
-
'Außer den bereits genannten halogensubstituierten Phosphaten können
auch anorganische Flammschutzmittel, wie Aluminiumoxidhydrat, Antimontrioxid, Arsenoxid,
Ammoniumpolyphosphat und Calciumsulfat sowie Veresterungsprodukte niedermolekularer
Polyole und halogenierter Phthalsäurederivate zusätzlich zum Flammfestmachen der
isocyanuratgruppenhaltigen Polyurethane verwendet werden. Im allgemeinen hat es
sich als zweckmäßig erwiesen, 5 bis 50 Gewichtsteile, vorzugsweise 5 bis 25 Gewichtsteile
der genannten Flammschutzmittel für jeweils 100 Gewichtsteile an organischem Polyisocyanat
zu verwenden.
-
Nähere Angaben über die obengenannten anderen üblichen Hilfs- und
Zusatzstoffe sind der Fachliteratur, beispielsweise der Monographie von J.H. Saunders
und K.C. Frisch "High Polymers" Band XVI, Polyurethanes, Teil 1 und 2, Verlag Interscience
Publishers-1962 bzw. 1964, zu entnehmen.
-
Zur Herstellung der geschäumten und vorzugsweise kompakten isocyanuratgruppenhaltigen
Polyurethane werden die organischen Polyisocyanate bzw. die modifizierten Polyisocyanate
und rohen Polyätherole in solchen Mengenverhältnissen zur Reaktion gebracht, daß
pro Hydroxylgruppe 4 bis 60, vorzugsweise 6 bis 40 NCO-Gruppen in der Reaktionsmischung
vorliegen.
-
Die Formkörper werden nach dem Präpolymer- und vorzugsweise dem one-shot-Verfahren
hergestellt. Bei Verwendung einer Mischkammer mit mehreren Zulaufdüsen können die
Ausgangskomponenten einzeln zugeführt und in der Mischkammer intensiv vermischt
werden. Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, nach dem Zweikomponenten-Verfahren
zu arbeiten und die Hilfs- und Zusatzstoffe sowie gegebenenfalls die Treibmittel
zu der Komponente A zu J
'vereinigen und als Komponente B die organischen
Polyisocyanate zu verwenden. Vorteilhaft ist hierbei beispielsweise, daß die Komponenten
A und B getrennt gelagert und raumsparend transportiert werden können und bei der
Verarbeitung nur noch in den entsprechenden Mengen gemischt werden.
-
Die Mengen des in die Form eingebrachten Reaktionsgemisches wird so
bemessen, daß die erhaltenen kompakten 3 Formkörper eine Dichte von 0,9 bis 1,5
g/cm3, vorzugsweise von 1,0 bis 1,3 g/cm3 und die geschäumten Formkörper eine Dichte
von 50 bis 1200 g/Liter, vorzugsweise von 120 bis 600 g/Liter aufweisen. Die Ausgangskomponenten
werden mit einer Temperatur von 15 bis 800C, vorzugsweise von 20 bis 650C in die
Form eingebracht. Die Formtemperatur beträgt zweckmäßigerweise 20 bis 9000. vorzugsweise
30 bis 850C, gegebenenfalls kann es vorteilhaft sein, übliche Formtrennmittel, beispielsweise
auf Wachs- oder Silikonbasis, zur Verbesserung der Entformung einzusetzen.
-
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen kompakten isocyanuratgruppenhaltigen
Polyurethan-Formkörper eignen sich beispielsweise zur Verwendung als Maschinenteile,die
geschäumten Formkörper finden beispielsweise als Isoliermaterialien Anwendung.
-
Beispiel 1 100 Teile eines Polyätherols (MG 4900), das aus 1 Teil
Glycerin, 14 Teilen Äthylenoxid und 86 Teilen Propylenoxid hergestellt wird und
0,085 % Kaliumionen als Polyätherolat enthält, wird zur Stabilisierung mit 1 Teil
Leinöl versetzt und bei 10 Torr im Vakuum entgast. 100 Teile der Mischung werden
mit 166 Teilen eines ebenfalls bei 10 Torr im Vakuum entgasten Gemisches aus Diphenylmethan-
'-diisocyanaten
und Polyphenyl-polymethylen-polyisocyanaten (Roh-MDI) (30,5 % N00Y in einer Hochdruckmaschine
vermischt und in eine auf 600C erwärmte, geschlossene Form gefüllt. Um ein erneutes
Sättigen der A- und B-Komponenten mit Luft zu vermeiden, sollten die Vorratsbehälter
der Hochdruckmaschine keinem höheren Gasinnendruck als 1 bar ausgesetzt werden (ohne
Rührung, Rückfluß unter Flüssigkeitsspiegel). Die kompakten Formkörper (g= 1,1 bis
1,2 g/cm3) können nach 20 sec entformt werden.
-
Folgende mechanischen Eigenschaften wurden an dem Formkörper ermittelt:
Wärmeformbeständigkeit nach ISO/R 75 A 14000 B 2200C Schlagzähigkeit 26 KJ/m2 Biegefestigkeit
(bei 6 mm Biegung) 55 N/mm2 E-Modul (230C) 1380 N/mm2 Reißfestigkeit 30 N/mm2 Reißdehnung
5 Wärmeleitfähigkeit (2000) 0,16 W/mK Vergleichsbeispiele A und B Die Verarbeitung
erfolgte wie im Beispiel 1 angegeben.
-
Vergleichsbeispiel A A-Komponente: 100 Teile eines Polyätherols (MG
4900), hergestellt aus 1 Teil Glycerin, 14 Teilen Äthylenoxid und 86 Teilen Propylenoxid
(2 ppm Kaliumionen) 0,89 Teilen K-tert.-Butylat 33 %ig in Äthylenglykol (= 0,085
% Kaliumionen) 1 Teil Leinöl L j
PB-Komponente: Roh-MDI (30,5 %
NCO) Mischungsverhältnis 100 : 222 Entformzeit: 80 sec Vergleichsbeispiel B A-Komponente:
100 Teile eines Polyätherols (MG 4900) hergestellt aus 1 Teil Glycerin, 14 Teilen
Äthylenoxid und 86 Teilen Propylenoxid, 0,53 Teilen Kaliumformiat 35 %ig in Äthylenglykol
(= 0,085 % Kaliumionen) 1 Teil Leinöl.
-
B-Komponente: Roh-MDI (30,5 % NCO) Mischungsverhältnis 100 : 199 Entformzeit
80 sec Die Beispiele zeigen, daß durch Verwendung von rohen Polyätherolen die Entformzeiten
beträchtlich gesenkt werden.