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Uberwachungsvorrichtung für Hebebühnen
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Die Erfindung betrifft eine Uberwachungsvorrichtung für Hebebühne,
insbesondere Zwei-Säulen-Hebebühnen, mit einem an jeder Hubsäule verschiebbar geführten
Hubschlitten und einer Synchronisationseinrichtung, durch welche die Hubschlitten
synchron antreibbar sind.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine zuverlässig arbeitende,
aber einfach und kostengünstig aufgebaute Vorrichtung zum überwachen des Gleichlaufs
der Hubschlitten vorzusehen, die insbesondere für den nachträglichen Einbau in an
sich bekannte Hebebühnen geeignet ist.
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Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Wird
einer der Hubschlitten relativ zum andern verzögert oder beschleunigt und dadurch
der Abstand der Hubschlitten voneinander verandert, der durch die Länge des die
Hubschlitten verbindenden Seiles vorgegeben ist, so wird die in entgegengesetzte
Richtungen bewegbare Befestigungseinrichtung für das Seil relativ zum zugeordneten
Hubschlitten bewegt, wodurch über ein von der Befestigungseinrichtung betätigtes
Schaltelement sofort der Antriebsmotor abgeschaltet wird. Damit wird mit einfachen
Mitteln in zuverlässiger Weise der Gleichlauf der Hubschlitten einer Hebebühne überwacht
und sichergestellt, daß durch eventuellen Ungleichlauf keinerlei Sicherheitsrisiko
entstehen kann.
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Diese Uberwachungsvorrichtung wird allen Sicherheitsvorschriften
gerecht, die von der Unfallverhütungsvorschrift "HebebühnenW gefordert werden. Es
werden die Vorschriften der § 26 (Blockiersicherung), § 19 (Maßnahmen gegen unbeabsichtigten
Ungleichlauf) und teilweise § 25 (Mechanische Endanschläge, Wiederanlaufsicherung)
der VBG 14 vom 1.4.1977 erfüllt.
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Die erfindungsgemäße Uberwachungsvorrichtung ist wegen ihres einfachen
Aufbaus insbesondere zum nachträglichen Einbau in
verschiedene Arten
von Hebebühnen geeignet, unabhängig davon, durch welche Einrichtung die Hubschlitten
synchronisiert sind.
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Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
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Eine beispielsweise Ausführungsform der Erfindung wird nach folgend
anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen Fig. 1 eine schematische Ansicht
einer Zwei-Sälen-Hebebühne mit der erfindungs gemäßen Uberwachungsvorri chtung und
Fig. 2 eine Ausruhrungsform der beweglichen Befestigungseinrichtung für das Seil.
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In Fig. 1 sind mit 1 und 2 die Hubsäulen einer Zwei-Säulen-Hebebühne
bezeichnet, wobei auf der Hubsäule 1 ein Antriebsmotor 3 angeordnet ist. An Jeder
Hubsäule ist ein Hubschlitten 4 und 4' in bekannter Weise verschiebbar geführt.
Die Hubschlitten können durch ein Spindel-Mutter-System angehoben und abgesenkt
werden, wobei in bekannter Weise ein Hubschlitten auf einer Hubmutter aufliegt,
welche durch eine nicht dargestellte Gewindespindel angehoben und abgesenkt wird.
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Zur Synchronisation der beiden Hubschlitten 4 und 4' kann beispielsweise
in einer Bodenschwelle ein Kettenzug angeorttlet sein, der mit Zahnrädern in Eingriff
steht, die jeweils am unteren Ende der in jeder Hubsäule angeordneten Gewindespindel
befestigt sind. Hierdurch wird die Drehbewegung der einen Gewindespindel synchron
auf die andere Gewindespindel übertragen.
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Die beiden Hubschlitten 4 und 4' können auch durch eine elektrische
Synchronisationseinrichtung im Gleichlauf angetrieben werden, wobei in diesem Falle
auch auf der Hub säule 2 ein Antriebsmotor angeordnet ist und die beiden Antriebsmotoren
über eine elektrische Leitung synchron laufen, welche in einer Bodenschwelle oder
auch über eine Kabelbrücke oberhalb der Hubsäulen verlegt sein kann. -
Zur
Uberwachung des Gleichlaufs der beiden Hubschlitten 4 und 4' ist ein Seil 5 vorgesehen,
das am angetriebenen Hubschlitten 4 über eine Feder 6 abgestützt und am anderen
Hubschlitten 4' unbeweglich befestigt ist, wobei dieses Seil 5 über Umlenkrollen
7 geführt ist. Die bewegliche Befestigung des Seils 5 am Hubschlitten 4 ist in der
Weise ausgebildet, daß sich das Seilende bzw. die Befestigungseinrichtung sowohl
in Zugrichtung des Seils als auch entgegen der Zugrichtung relativ zum Hubschlitten
4 bewegen kann, wenn zwischen den beiden Hubschlitten 4 und 4' ein ungleicher Lauf
in der einen oder anderen Richtung auftritt.
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Diese bewegliche Befestigungseinrichtung ist bei dem Ausführungsbeispiel
nach Fig. 2 in Form eines Bolzens 8 ausgebildet, an dem das Seil 5 befestigt ist
und der über die Feder 6 am Hubschlitten 4 abgestützt ist. Die Feder 6 ist so eingestellt,
daß bei Zug am Seil 5 die Feder 6 weiter zusaflimengedrückt wird, wobei sich der
Bolzen 8 relativ zum Hubschlitten 4 bewegt. Ebenso kann bei einer Lockerung der
durch die Einstellung vorgegebenen Seilspannung sich der Bolzen 8 unter Ausdehnung
der Feder 6 nach oben verschieben.
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Auf dem Bolzen 8 ist eine Umfangsnut oder Kerbe 9 ausgebildet, mit
der in der normalen Betriebsstellung bzw bei Gleichlauf der beiden Hubschlitten
ein Schaltelement 10 in Eingriff steht.
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Das Schaltelement 10 ist bei dem dargestellten AusfUhrungsbeispiel
der Schalthebel eines am Hubschlitten 4 befestigten elektrischen Schalters 11, der
mit dem Antriebsmotor 3 verbunden ist.
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Die Vorrichtung arbeitet wie folgt. Bei einem Defekt der Synchronisationseinrichtung,
beispielsweise einem Kettenriß bei der zuvor angegebenen Kettensynchronisation,
wird der Hubschlitten 4' nicht mehr weiter angetrieben, während der Hubschlitten
4 weiter in Bewegung bleibt. Hierdurch ändert sich der durch die Seillänge vorgegebene
Abstand der Hubschlitten 4 und 4', so daß der Bolzen 8 relativ zum Hubschlitten
4
verschoben und dadurch der Schalter 11 betätigt wird, der sofort den Antriebsmotor
3 abschaltet. Bei diesem Vorgang verschiebt sich der Bolzen 8 nach oben in Entspannungsrichtung
der etwa halb vorgespannten Druckfeder 6, wenn der Kettenriß während der Absenkbewegung
der Hubschlitten auftritt, während sich der Bolzen 8 nach unten relativ zum Hubschlitten
4 bewegt, wenn der Kettenriß während der Hubbewegung auftritt.
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In entsprechender Weise arbeitet die Uberwachungsvorrichtung bei
einem Mutterbruch an einem der Hubschlitten, wobei es zu einer Relativbewegung der
beiden Hubschlitten 4 und 4' zueinander kommt und hierdurch der durch die Seillänge
vorgegebene Abstand der Hubschlitten verändert wird. Ebenso arbeitet die Uberwachungsvorrichtung,
wenn bei der Senkbewegung unter einem der Hubschlitten ein Hindernis angeordnet
sein sollte, durch das dieser Hubschlitten abgebremst wird, während der andere noch
weiterläuft. Mit anderen Worten arbeitet diese Überwachungsvorrichtung zuverlässig
bei jeglicher Art von Ungleichlauf, wobei die beschriebene Vorrichtung eine sehr
hohe Ansprechgenauigkeit hat.
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Anstelle des Seils 5 kann natürlich auch eine Kette vorgesehen werden.
Das Seil kann in einer Bodenschwelle verlegt oder auch ähnlich einer Kabelbrücke
über den Hubsäulen geführt sein.
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Das Seil kann eine sehr geringe Dickenabmessung haben, weil nennenswerte
Zugkräfte nicht zu übertragen sind. Hierdurch kann ein geringer Biegeradius des
Seils an den Umlenkrollen 7 vorgesehen werden.
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Vorzugsweise wird eine Einstellvorrlchtung vorgesehen, mittels der
die Vorspannung der Feder 6 bzw. die Seilspannung eingestellt werden kann, beispielsweise
wenn sich die beiden Hubschlitt;en in der gleichen, abgesenkten Stellung befinden.
Diese Einstelleinrichtung kann mittels einer Schraube ausgebildet werden, wie es
bei 12 in Fig. 2 schematisch wiedergegeben ist.
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In Fig. 1 sind der Einfachheit halber die üblichen Teleskoparme an
den Hubschlitten 4 und 4' nicht dargestellt. Die über wachungsvorrichtung kann auch
bei einer Hebebühne vorgesehen werden, bei- der die Hubschlitten über einen durchgehenden
Tragbalken miteinander in Verbindung stehen.
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Anstelle eines Spindel-Mutter-Systems für den Antrieb kann auch ein
hydraulischer Antrieb der Hubsäulen vorgesehen sein.
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Bei der Führung des Seiles 5 über den beiden Hubsäulen wird ein nicht
dargestellter etwa U-förmiger Bügel mit Umlenkrollen an den abgewinkelten Stellen
vorgesehen, der mit den freien Enden auf den oberen Enden der beiden Hubsäulen aufgesetzt
wird.
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Das Seil 5 wird hierbei von der unteren Umlenkrolle in der Hubsäule
1 nach oben und über den Bügel zur Hubsäule 2 geführt, an deren Hubschlitten 4'
das von oben kommende Seil ohne weitere Umlenkung befestigt wird.
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