DE3005020C2 - - Google Patents
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- A23K30/10—Processes specially adapted for preservation of materials in order to produce animal feeding-stuffs of green fodder
- A23K30/15—Processes specially adapted for preservation of materials in order to produce animal feeding-stuffs of green fodder using chemicals or microorganisms for ensilaging
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren
zum Silieren von frischen
bzw. Grünpflanzen, wodurch es ermöglicht wird, daß
die Pflanzen je nach Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt,
d. h. nach ihrer Ernte, in appetitanregender Form
konsumiert bzw. verfüttert werden können.
Verfahren zur Silierung von Grünpflanzen
sind mit einer Anzahl von Schwierigkeiten verbunden.
Das Silieren beruht auf dem Prinzip, daß frische
bzw. Grünpflanzen über einen längeren oder kürzeren
Zeitraum in einem geschlossenen, dichten Behälter aufbewahrt
werden, und zwar unter sauren Bedingungen, damit
die Entwicklung von fäulniserregenden, alkalisch machenden
und gasentwickelnden Keimen verhindert wird, was
darauf beruht, daß sich diese Keime unter sauren Bedingungen
nicht entwickeln. Die Erzielung eines guten
Silierens ist schwierig und mit zahlreichen Problemen
verbunden. Das Hauptproblem ist die mögliche Bildung von
Gärungsprodukten, die für die Tiere, an die das Silofutter
verfüttert wird, ja sogar für die Menschen, die
das Fleisch dieser Tiere und die Milchprodukte verzehren,
gesundheitsgefährlich sind.
Die Erforschung des Siliermechanismus ergab
folgendes: Den im Siliermedium enthaltenen Milchsäurebakterien
wird die Erzeugung von Milchsäure aus zur
Verfügung stehenden, löslichen Zuckern ermöglicht,
damit der pH des Siliermediums auf einen Wert in der
Nähe von 4 sinken kann. Es kommt jedoch relativ häufig
vor, daß die zu silierenden Pflanzen nicht genügend
vergärbare Zucker enthalten, daß die Vermehrung der
einzelnen in dem Siliermedium enthaltenen Milchsäurebakterien
unzureichend ist, daß der pH nicht schnell
genug auf einen Wert von 4 herabsinkt, daß sich Buttersäurebakterien
und anaerobe Bakterien entwickeln, durch
die die restlichen Zucker in Buttersäure, Essigsäure,
Kohlendioxid und Wasserstoff umgewandelt werden, und
daß die Proteine bis zur Stufe des Ammoniaks und
anderer Metaboliten abgebaut werden.
Zur Beseitigung dieser Probleme sind verschiedene
Lösungen vorgeschlagen worden. Es ist insbesondere bekannt,
durch Zugabe verschiedener Säuren eine chemische
Säuerung zu bewirken, jedoch sind diese Verfahren nicht
ungefährlich. Es ist auch bekannt, durch Zugabe von
in hohem Maße zur Spaltung von Kohlenhydraten befähigten
Bakterien eine biologische Säuerung zu bewirken, jedoch
ist die Verwirklichung der biologischen Säuerung mit
Schwierigkeiten verbunden.
Es sind auch Verfahren bekannt, bei denen man
in den Silo ein an Kohlenhydraten reiches Grundmaterial,
z. B. Melasse, hineingibt, jedoch sind diese Verfahren
kostspielig, und man erzielt damit keine gleichmäßigen
Ergebnisse.
Aus der FR-PS 23 61 828 (DE 27 36 880 A1) ist ein Verfahren zur
Silierung von Grünpflanzen durch
Milchsäure-Säuerung bekannt, bei dem zu den Pflanzen
vor dem Silieren Bakterien hinzugegeben werden, die
zum Hervorrufen der Milchsäuregärung befähigt sind,
und bei dem auch Wirkzusatz für den Abbau von
höheren Kohlenhydraten zu vergärbaren Zuckern, die
von den Milchsäuregärung verursachenden Bakterien
ausgenutzt werden können, hinzugegeben wird. Dieser
Abbau-Wirkzusatz besteht aus grampositiven Bakterien,
die eine Fermentierung von Stärke, Glucose, Mannit,
Rhamnose, Saccharose, Amygdalin und/oder Arabinose bewirken,
jedoch zur Fermentierung von Maltose, Inosit
oder Sorbit nicht befähigt sind. Diese Bakterien haben
folgende Eigenschaften: VP +; Oxidase +; Catalase ∓;
Nitrate ∓; Harnstoff -; Citrate -; Indol -; H₂S -.
Der Abbau-Wirkzusatz kann auch ein Enzym oder mehrere
Enzyme enthalten, die zum Spalten von Polysacchariden,
insbesondere zum Spalten der Stärken, der Pentosane und
anderer komplexer Polysaccharide in vergärbare Zucker,
befähigt sind. Insbesondere kann nach der FR-PS
23 61 828 zu den zu silierenden Pflanzen ein hemicellulolytischer
Komplex pilzlichen Ursprungs hinzugegeben
werden, der als hauptsächliche Aktivität eine
Galactomannanase-Aktivität und sekundäre Aktivstoffe
wie Xylanasen, Amylasen, Pectinasen und eine Amylase
zur Gewährleistung der Bildung der für die Erzeugung
der Milchsäure durch die Bakterien notwendigen Maltose
aufweist.
Das Verfahren der FR-PS 23 90 908 stellt gegenüber
dem Verfahren der FR-PS 23 61 828 eine Verbesserung dar.
Während bei dem Verfahren der FR-PS 23 61 828 als
Amylase eine Exoamylase pilzlichen Ursprungs eingesetzt
wird, durch die Stärke nicht vollständig abgebaut
wird, handelt es sich bei der in dem Verfahren der
FR-PS 23 90 908 eingesetzten Amylase um eine Amylase
bakteriellen Ursprungs. Dieses Enzym (Endoamylase) wirkt
auf die verflüssigten Stärken und erzeugt hauptsächlich
α-D-Maltose und etwas α-D-Glucose. Diese Endoamylase
wirkt in einem pH-Bereich zwischen 5 und 8. In der
FR-PS 23 90 908 wird auch die Verwendung von Amyloglucosidase
beschrieben, die gegenüber den Ketten der
Amylose und des Amylopectins in bezug auf die Erzielung
von α-D-Glucose eine viel stärkere Wirkung entfaltet.
Die Enzymzusammensetzung gemäß der FR-PS 23 90 908 enthält
auch einen hemicellulolytischen Komplex pilzlichen
Ursprungs, der auf die Polysaccharid-Bestandteile der
Zellmembranen und auf die Dextrine wirkt, und zwar in
pH-Bereichen zwischen 5,5 und 2.
Aufgabe der Erfindung ist ein verbessertes
Verfahren zum Silieren von Pflanzen, bei dem sowohl
der Enzymkomplex als auch der Bakterienkomplex verbessert
ist.
Diese Aufgabe wird durch das in Anspruch 1
gekennzeichnete Verfahren gelöst.
Der im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte
Enzymkomplex ist dadurch gekennzeichnet, daß er, gegebenenfalls
unter zusätzlicher Verwendung von an sich
bekannten Enzymen, einen cellulolytischen Komplex oder
eine Cellulase enthält, der oder die zur Spaltung der
β-glykosidischen 1,3- und 1,4-Bindungen der Polysaccharide
befähigt ist, die durch die bekannte Enzymzusammensetzung
nicht angegriffen werden.
Bei dem im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten
cellulolytischen Komplex handelt es sich um
einen cellulolytischen Komplex pilzlichen Ursprungs,
durch den die natürliche Cellulose und die anderen
Polysaccharide, die in den Zellmembranen enthalten
sind, abgebaut werden.
Dieses Enzym wirkt in einem pH-
Bereich zwischen 2 und 5. Hinsichtlich des Abbaus der
pflanzlichen Strukturen besteht eine synergistische
Zusammenwirkung zwischen dem cellulolytischen Komplex
und dem hemicellulolytischen Komplex.
Wegen der Umgebung der Cellulose in der Pflanze
werden für die Hydrolyse der Cellulose mehrere Enzyme
oder ein einzelnes Enzym benötigt, die mehrere Funktionen
erfüllen, die nachstehend angegeben werden:
- - Hydrolyse der amorphen Zonen,
- - Quellung der kristallinen Bereiche und Spaltung der Wasserstoffbindungen zwecks Bildung von linearen Molekülen,
- - Hydrolyse der Cellobiose zu Glucose,
- - Transglucosylierung der Di- und Oligosaccharide sowie Spaltung der unregelmäßigen Bindungen der Cellulose und ihrer primären Hydrolyseprodukte.
Der cellulolytische Komplex ist entsprechend den
vorstehend angegebenen Kriterien nach einer großen
Anzahl von Versuchen mit verschiedenen Pflanzen ausgewählt
worden.
Eine Cellulase wird durch ihre Aktivität definiert,
die in Internationalen Einheiten (IE) pro Gramm des
Produkts ausgedrückt wird, wobei eine IE die Enzymmenge
ist, durch die auf einem gegebenen Cellulosesubstrat
pro Minute das Äquivalent von einem Mikromol
Glucose in Form von reduzierendem Zucker freigesetzt
wird.
Die Aktivitäten variieren in Abhängigkeit von
dem verwendeten Substrat:
- - Wenn die Aktivität auf Papierpulver aus Whatman CC 31-Papier getestet wird, erhält man die Aktivität C₁;
- - wenn die Aktivität auf Carboxymethylcellulose getestet wird, erhält man die Aktivität Cx.
Der im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte
Komplex weist eine sehr hohe cellulolytische Aktivität
auf und besitzt auch sekundäre Aktivitäten vom
hemicellulolytischen Typ. Die starke cellulolytische
Wirkung äußert sich in einer sehr starken Aktivität
C₁, einer sehr starken Aktivität Cx und einer Cellobiase-
Aktivität (β-Glucosidase-Aktivität).
Die Aktivität C₁ des Enzymkomplexes, die gemäß
hypothetischen Annahmen aus einer Aktivität Cx besteht,
zu der ein unbekannter Faktor hinzugetreten ist, äußert
sich insbesondere in einer lösbarmachenden Wirkung auf
die Cellulose.
C₁ ist zum Abbau der nativen Cellulose (kristalline
Cellulose mit einem Polymerisationsgrad von mehr als
3500 Glucoseeinheiten) in amorphe Cellulose befähigt.
Die Aktivität Cx des Enzymkomplexes äußert sich
insbesondere in der reduzierenden Wirkung der Endo-
und Exoglucanasen. Diese Enzyme wirken hauptsächlich
auf die Cellulosefasern in den Zonen mit schwacher
Kristallinität und zerlegen die langen Verkettungen
der Glucose in kleinere Einheiten.
Die Aktivität der β-Glucosidase äußert sich
in einer Wirkung auf die nach der Wirkung des Cx erhaltenen
Cellobiose-Einheiten.
Diese unterschiedlichen Aktivitäten können nicht
getrennt betrachtet werden. In bezug auf den Abbau
dieser Homopolymeren existiert ein synergistischer
Mechanismus zwischen C₁ und Cx. Die enzymatischen
Mechanismen der Aktivitäten C₁ und Cx führen zur Bildung
von Cellobiose, die anschließend unter Bildung von
zwei Glucoseeinheiten durch eine β-Glucosidase
hydrolysiert wird.
Die Hydrolysereaktionen der Cellulose sind anscheinend
gemäß dem nachstehenden Schema aufgeteilt:
Der Komplex C₁ macht die kristalline Cellulose
(Cellulose mit einem Polymerisationsgrad, der mehr als
3500 Glucosemonomeren entspricht) löslich und erzeugt
reaktive Cellulose (amorphe Cellulose).
Unter der Wirkung des Enzymkomplexes Cx (Endo-
und Exoglucanasen) werden die Ketten der reaktiven
Cellulose zerteilt, und zwar entweder im Inneren der
Kette und zufällig im Falle der Endoglucanasen oder
von den nicht reduzierenden Enden ausgehend im Falle der
Exoglucanasen.
Diese Reaktionen führen insgesamt zur Bildung
von Cellobiose-Einheiten.
Die Cellobiose-Einheiten werden durch eine
β-Glucosidase hydrolysiert, wodurch zwei Moleküle
Glucose gebildet werden.
Im Falle der erfindungsgemäß eingesetzten Pilz-
Cellulasen ist der Enzymkomplex C₁ und Cx in der Lage,
die native, unlösliche Cellulose unter Bildung von
Glucose zu hydrolysieren.
Die erfindungsgemäß eingesetzten Cellulasen
wurden nicht nur im Hinblick auf die vorstehend angegebenen,
allgemeinen Kriterien ausgewählt. Ihre Auswahl
wurde vielmehr auch unter Berücksichtigung des
Siliermediums getroffen, das in Abhängigkeit von dem
polysaccharolytischen Verhalten dieser Cellulasen
besonderer Art ist.
Dieses polysaccharolytische Verhalten wurde
auf zwei Typen von Substraten bestimmt:
- a) auf reinen Substraten;
- b) auf dehydratisierten Substraten.
Man bestimmte die Aktivität der Cellulasen
A, B, C, D, E und F auf verschiedenen Substraten bei
einer gegebenen Konzentration in einem mit 0,1 m
Acetat gepufferten Medium.
Die Aktivität wurde gemäß den üblichen Vorschriften
getestet, d. h. bei pH 4,8 und 50°C nach 20minütiger
Hydrolyse. Die reduzierende Wirkung wurde
unter Anwendung des Hexacyanoferrat-Verfahrens bestimmt.
Auch die Aktivität der Enzyme A, B, C, D, E und
F auf verschiedenen dehydratisierten pflanzlichen Substraten
wurde bestimmt.
Die Aktivität wurde bei den pH-Werten 3,8; 4,8
und 5,8 und 30°C nach einer Hydrolyse von 24 h getestet.
Die reduzierende Wirkung wurde unter Anwendung
des Dinitrosalicylsäure-Verfahrens bestimmt.
Die Analyse dieser verschiedenen Verhaltensweisen
erlaubte eine Bestimmung der Aktivität des
bei der Silierung nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
einzusetzenden cellulolytischen Komplexes:
So wurde gefunden, daß die Cellulase oder der
cellulolytische Komplex, die beim erfindungsgemäßen
Verfahren zu frischen Pflanzen für die Silierung hinzuzugeben
sind, einer Aktivität C₁ von 50 bis 0,005 IE
und einer Aktivität Cx von 500 bis 0,05 IE pro 100 g
der Pflanzen entsprechen müssen, wobei diese Aktivitäten
bei pH 4,8 und 50°C nach 20minütiger Hydrolyse
bestimmt werden.
Außerdem muß die ausgewählte Cellulase selbst nach
einem langen Verweilen in dem Silo eine bedeutende
Aktivität beibehalten.
Wie durch Versuche gezeigt wurde, muß der cellulolytische
Komplex unter Bedingungen, die an die Bedingungen
der Silierung angenähert sind, nach 10 Tagen
mindestens 30% seiner anfänglichen Aktivität beibehalten.
Die Geschwindigkeit des enzymatischen Abbaus
der pflanzlichen Struktur ist eine Funktion der Beseitigung
der Glucose. Diese Verschiebung des enzymatischen
Gleichgewichts wird durch Verwendung von Bakterien
mit einem hohen Fermentiervermögen erzielt; die Säuerung
des Mediums erfolgt sehr rasch. Wenn die pflanzliche
Masse stabilisiert ist, werden die Vermehrung der
Bakterien sowie die Bildung von Milchsäure angehalten,
und zwar im Gegensatz zur cellulolytischen Aktivität
der Cellulase, die mehr als 10 Tage länger andauert.
Diese Aktivität verursacht im Inneren des Gärfutters
eine Erzeugung und Ansammlung von Glucose und
erhöht dadurch den Nährwert der silierten Pflanzen.
Der im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte
Enzymkomplex enthält daher eine Cellulase oder einen
cellulolytischen Komplex mit den vorstehend beschriebenen
Eigenschaften, gegebenenfalls in Verbindung mit
den in der FR-PS 23 90 908 beschriebenen Enzymen,
d. h. mit einer Pilz-Amylase, einer Bakterien-Amylase,
einer Amyloglucosidase und einem hemicellulolytischen
Komplex.
Die in dem Enzymkomplex vorhandenen Enzyme haben
demnach eine komplementäre Wirkung hinsichtlich ihrer
Aktivität gegenüber den Kohlenhydraten, von den
komplizierteren bis den einfacheren, und zwar in pH-Bereichen,
die zwischen den Werten 7 und 2 liegen können.
Die maximalen Werte der Aktivität für jedes Enzym
wechseln sich ab entsprechend der Herabsetzung des
pH-Werts, der in dem Silo nicht unter 3,5 herabsinkt,
und in den von 10 bis 30°C variierenden Temperaturintervallen,
die mit den Bedingungen des Silos verträglich
sind.
Der im erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzte
Bakterienkomplex ist gekennzeichnet durch die Verwendung
neuer, für die Silierung von Pflanzen geeigneter
Bakterienstämme, die für sich oder im Gemisch mit den
Bakterienstämmen und/oder den Enzymen eingesetzt werden
können, die nach dem Stand der Technik bekannt
und erfindungsgemäß beschrieben worden sind. Der neue
Bakterienkomplex führt zu in hohem Maße verbesserten
Ergebnissen der Silierung. Bei dem im erfindungsgemäßen
Verfahren und in dem erfindungsgemäßen Mittel eingesetzten,
neuen Bakterienstämmen handelt es sich um gramnegative
Bakterien, die zur Familie der Enterobacteriaceae,
Gattung Erwinia oder Pectobacterium, Gruppe Herbicola,
gehören und als Enterobacter agglomerans bezeichnet
werden (Klassifizierung gemäß Bergey, Manual of
Bacteriology, 8. Auflage). Der Stamm Enterobacter
agglomerans ist unter der Register Nr. I-114 im Institut
Pasteur, Paris, am 11. Februar 1980 hinterlegt
worden.
In Tabelle I werden die Eigenschaften dieser
Bakterien aufgeführt:
| Enterobacter agglomerans | |
| Gram | |
| - | |
| Verwendung von Malonat | + |
| Glucose | + |
| Phenylalanindesaminase | - |
| ONPG (β-Galactosidase) | + |
| Indol | - |
| H₂S | - |
| LDC (Lysindecarboxylase) | - |
| ODC | - |
| Urease | - |
| Saccharose | + |
| Arginindihydrolase | - |
| Salicin | - |
| Adonit | - |
| Insoit | - |
| Sorbit | - |
| Arabinose | + |
| Maltose | - |
| Trehalose | + |
| Xylose | - |
| Stärke | + |
| Oxidase | - |
| Gelatine | + |
| Amygdalin | + |
| Melibiose | - |
| VP (Vöges-Proskauer) | + |
| Rhamnose | - |
Der Einsatz dieser für sich oder in Verbindung
mit anderen Bakterienstämmen und/oder mit Enzymen
verwendeten, neuen Bakterienstämme zum Silieren von
Pflanzen erfolgt in der nach dem Stand der Technik
bekannten Art und Weise. Die Bakterien können auf einem
Getreidemehle enthaltenden Nährsubstrat gezüchtet werden.
Der erfindungsgemäß in das Silo einzuführende Bakterienkomplex
enthält eine Mischung der benötigten Bakterien,
die auf einem löslichen oder nichtlöslichen Träger aufgebracht
sind, gegebenenfalls zusammen mit dem erfindungsgemäß
empfohlenen Enzymkomplex.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
werden die Enzyme und die Bakterien auf einen
Träger auf Getreidebasis (Weizen, Gerste, gekeimte
Gerste) aufgebracht, der vorzugsweise in fein gemahlener
bzw. fein zerriebener Form eingesetzt wird.
Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung werden die Bakterien und die Enzyme auf einen
Träger vom Typ der vorgelierten Stärke, der Maltohexose
usw. aufgebracht, d. h. auf einen Träger, der in kaltem
Wasser leicht löslich ist.
Die Stärke und die anderen in den Trägern enthaltenen
Polysaccharide kommen zu den Kohlenhydraten
der Pflanzen hinzu und erhöhen so den Nährwert des
Gärfutters. Das erfindungsgemäße Mittel aus der
Mischung der auf einem Träger befindlichen Bakterien
und dem Enzymkomplex, der auf einem Träger auf Getreidebasis
aufgebracht ist oder nicht, kann jeden dieser
Bestandteile in verschiedenen Anteilen enthalten.
Die trockene Mischung bzw. das trockene Mittel enthält
pro Gramm eine Kokkenmenge in der Größenordnung
von 100 000 bis zu einer Million und eine Bazillenmenge
in einer Größenordnung von 100 000 bis zu einer Million.
Die Mengen der Cellulase, des hemicellulolytischen
Komplexes, der Amylase und der Amyloglucosidase können
variabel sein; sie werden in Abhängigkeit von der
Art des zu behandelnden Futters berechnet.
Die Menge der Cellulase, die zu den frischen, zu silierenden
Pflanzen hinzuzufügen ist, muß einer
Aktivität C₁ von 50 bis 0,005 IE pro 100 g Pflanzen
entsprechen. Die Cellulase muß daher in einer Menge
von 2 bis 2×10⁻⁴‰, bezogen auf das Gewicht der
frischen Pflanzen, eingesetzt werden, wenn die
Cellulase einen Titer bzw. einen Gehalt von 250 IE/g
hat. Die anderen Enzyme werden in den folgenden Mengen
eingesetzt:
Bakterien-Amylasen mit einem Gehalt von 250 Einheiten/g in einer Menge von 0,05 bis 0,20‰, auf das Gewicht der Pflanzen bezogen,
Pilz-Amylasen mit einem Gehalt von 50 000 PS 50-Einheiten/ g in einer Menge von 0,10 bis 0,20‰, auf das Gewicht der Pflanzen bezogen,
Amyloglucosidase mit einem Gehalt von 200 AG-Einheiten/ g in einer Menge von 0,10 bis 0,70‰, auf das Gewicht der Pflanzen bezogen, und ein
hemicellulolytischer Komplex mit einem Gehalt von 35 000 IE/g in einer Menge von 0,05 bis 0,20‰, auf das Gewicht der Pflanzen bezogen.
Bakterien-Amylasen mit einem Gehalt von 250 Einheiten/g in einer Menge von 0,05 bis 0,20‰, auf das Gewicht der Pflanzen bezogen,
Pilz-Amylasen mit einem Gehalt von 50 000 PS 50-Einheiten/ g in einer Menge von 0,10 bis 0,20‰, auf das Gewicht der Pflanzen bezogen,
Amyloglucosidase mit einem Gehalt von 200 AG-Einheiten/ g in einer Menge von 0,10 bis 0,70‰, auf das Gewicht der Pflanzen bezogen, und ein
hemicellulolytischer Komplex mit einem Gehalt von 35 000 IE/g in einer Menge von 0,05 bis 0,20‰, auf das Gewicht der Pflanzen bezogen.
Wenn die Enzyme gemäß der bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung auf einen Träger auf Getreidebasis
aufgebracht werden, kann das in das Silo bzw. zum
Silieren einzumischende, erfindungsgemäße Mittel etwa
1 kg Enzyme pro kg Träger enthalten. Im Falle eines
löslichen Trägers ändert sich das Konzentrationsverhältnis
von Enzym und Träger; es kann zwischen 1/1,5
und 1/4 variieren.
Durch das Einmischen von Cellulase in den Träger
wird die Menge der zur Verfügung stehenden, vergärbaren
Zucker erhöht, wodurch eine stärkere und schnellere
Bildung von Milchsäure hervorgerufen wird. Auf diese
Weise wird das pflanzliche Protein besser konserviert.
Andererseits wird der Nährwert des Mediums dadurch nur
erhöht.
Zur Veranschaulichung der Vorteile beim Einsatz
eines cellulolytischen Komplexes und von Bakterien aus
der Familie der Enterobacteriaceae wurden Versuche
in Mikrosilos und Minisilos durchgeführt. Die verschiedenen
Konservierungsparameter sowie die Parameter,
durch die die pflanzliche Struktur verändert wird,
wurden untersucht.
Eine erste Reihe von Versuchen wurde im
Labor in Mikrosilos durchgeführt, und zwar im Mai unter
Verwendung von Luzerne. Die Mikrosilos hatten ein
Fassungsvermögen von 1 kg. Die Luzerne wurde fein
zerhackt und dann entsprechend der nachstehenden
Versuchsvorschrift siliert:
A - Eine Reihe von Mikrosilos wurde unter Verwendung
des Konservierungs-Zusatzstoffes mit der nachstehenden
allgemeinen Zusammensetzung behandelt:
| Träger auf Getreidebasis:|90% | |
| Vormischung: | 10% |
Die Vormischung bestand aus:
- - einem Bakterienkomplex (5 Milchsäurebakterien auf Lactose als Träger);
- - einem Enzymkomplex mit folgenden Bestandteilen:
- · einer Amylase pilzlichen Ursprungs;
- · einer Amylase bakteriellen Ursprungs;
- · einer Amyloglucosidase und
- · einem hemicellulolytischen Komplex pilzlichen Ursprungs mit einer galactomannanasischen bzw. Galactomannanase- Aktivität als Hauptaktivität und
- - einem energiereichen Träger (fein gemahlene Gerste+Lactoserum)
wobei der Bakterienkomplex und der Enzymkomplex
jeweils in einer Menge von 1% in die Zusammensetzung
der Vormischung eingingen.
Der Konservierungs-Zusatzstoff wurde in einem
Anteil von 2% zu der Luzerne hinzugegeben, was einer
Einmischung der Vormischung in einer Menge von 0,2%
entspricht, und auch 1% Gerste wurde zu der Luzerne
hinzugegeben.
B - Eine Reihe von Mikrosilos wurde mit dem gleichen
Konservierungs-Zusatzstoff wie bei A behandelt, wobei
jedoch eine Cellulase pilzlichen Ursprungs, die von
Trichoderma viride herrührte, dazu hinzugegeben wurde.
Diese Cellulase hatte eine Aktivität C₁ von 250 Einheiten/
g und eine Aktivität Cx von 2500 Einheiten/g.
(Diese Aktivitäten waren bei pH 4,8 und 50°C bei einer
Reaktionszeit von 20 min bestimmt worden.) Diese
Cellulase wurde in einer Menge von 2 g/t, d. h. in einer
Menge von 2×10⁻⁴ Gew.-%, bezogen auf das Gewicht
der frischen Pflanzen (Versuch B), bzw. in einer Menge
von 200 g/t (d. h. von 0,02%), bezogen auf das Gewicht
der frischen Pflanzen, (Versuch B′) eingemischt.
Zum Vergleich wurde eine Reihe von Mikrosilos
mit Luzerne herangezogen, die keinen Konservierungs-
Zusatzstoff enthielten: T=0.
Nach 100tägigem Silieren wurden die Mikrosilos
geöffnet. Folgende Parameter wurden bestimmt: pH,
Milchsäuregehalt und NNH₃/Ngesamt. Die Ergebnisse
werden in der nachstehenden Tabelle gezeigt:
Man stellt fest, daß die Zugabe einer Cellulase
zu dem Bakterien- und Enzymkomplex gemäß der FR-PS
23 90 908 zu einer Verbesserung der Gebrauchsleitung
des Konservierungs-Zusatzstoffes führt. Man erzielt
eine bessere Konservierung der Pflanzen, die sich beim
Vergleich von A und B′ in folgendem äußert:
in einer Verminderung des pH-Werts von 4,13 auf 3,73 (Verminderung um 10%);
in einem Anstieg der Erzeugung von Milchsäure um 15% und
in einer relativen Verminderung des Verhältnisses NNH₃/Ngesamt um 8%, was zu einer besseren Konservierung des pflanzlichen Proteins führt und auf eine schnelle Säuerung des Siliermediums zurückzuführen ist.
in einer Verminderung des pH-Werts von 4,13 auf 3,73 (Verminderung um 10%);
in einem Anstieg der Erzeugung von Milchsäure um 15% und
in einer relativen Verminderung des Verhältnisses NNH₃/Ngesamt um 8%, was zu einer besseren Konservierung des pflanzlichen Proteins führt und auf eine schnelle Säuerung des Siliermediums zurückzuführen ist.
Diese Versuche wurden im Juni unter Verwendung
von Luzerne in Minisilos mit einem Fassungsvermögen
von 150 kg durchgeführt.
Die Luzerne wurde fein zerhackt und dann einer
Silierung entsprechend der nachstehenden Versuchsvorschrift
unterzogen.
A - Eine Reihe von Minisilos wurde unter Verwendung
des gleichen Konservierungs-Zusatzstoffes wie bei den
Mikrosilos (unter Punkt A) behandelt, wobei die Vormischung
in einer Menge von 0,2% eingemischt wurde.
B - Eine Reihe von Minisilos wurde unter Verwendung
der bei A angegebenen Zusammensetzung und Dosismenge
behandelt, wozu die gleiche Cellulase pilzlichen
Ursprungs in einer Menge von 2 g/t hinzugegeben
wurde.
Nach 100tägigem Silieren wurden die Minisilos
geöffnet. Die Analyse des Gärfutters führte zu
folgenden Ergebnissen:
Aus den vorstehenden Ergebnissen geht der
Vorteil der Zugabe einer Cellulose zu dem aus der
FR-PS 23 90 908 bekannten Bakterien- und Enzymkomplex
deutlich hervor.
Die Zugabe der Cellulase führt zu folgenden Ergebnissen:
zu einem geringeren pH-Wert (3,94 gegenüber 4,20, d. h. eine Verminderung um 6%);
zu einer bedeutenderen Menge an Milchsäure (Zunahme um 41,9%) und
zu einer viel besseren Konservierung des Proteinanteils des Gärfutters, was durch die Analyse bestätigt wird. In diesem Fall erhält man folgende Ergebnisse:
ein geringeres NNH₃/Ngesamt-Verhältnis (relative Verminderung um 27,6%),
einen um 6% erhöhten Proteingehalt und
einen um 20,1% verminderten Gehalt an ammoniakalischem Stickstoff.
zu einem geringeren pH-Wert (3,94 gegenüber 4,20, d. h. eine Verminderung um 6%);
zu einer bedeutenderen Menge an Milchsäure (Zunahme um 41,9%) und
zu einer viel besseren Konservierung des Proteinanteils des Gärfutters, was durch die Analyse bestätigt wird. In diesem Fall erhält man folgende Ergebnisse:
ein geringeres NNH₃/Ngesamt-Verhältnis (relative Verminderung um 27,6%),
einen um 6% erhöhten Proteingehalt und
einen um 20,1% verminderten Gehalt an ammoniakalischem Stickstoff.
Diese größere Säuerungsgeschwindigkeit kann dadurch
erklärt werden, daß die Bakterien schneller über eine
bedeutende Menge an leicht in Milchsäure umwandelbaren,
vergärbaren Zuckern verfügen können. In dieser Verfügbarkeit
von vergärbaren Zuckern findet man die
Wirkung der in das Siliermedium eingeführten Cellulase
wieder.
In den nachstehenden Beispielen besteht die
Mischung auf dem Träger entsprechend dem erfindungsgemäßen
Verfahren aus dem in der FR-PS 23 61 828 und/
oder der FR-PS 23 90 908 beschriebenen Komplex, dem
in der Erfindung beschriebenen Enzymkomplex, zu
dem gramnegative Bazillen aus der Familie der Enterobacteriaceae,
Gattung Erwinia oder Pectobacterium,
Gruppe Herbicola, in einer Menge hinzugefügt werden,
die einer Einmischung von 10⁵ bis 10⁶ Bazillen/g
in die Mischung entspricht.
In Silos mit einem Fassungsvermögen von 4 m³ wurden
mit im Juni zu Beginn der Ährenbildung geerntetem
Knäuelgras "Lucifer" Versuche durchgeführt. Die fein
gehackten Futterpflanzen wurden unter vier Bedingungen
eingelagert:
- A: Silierung ohne Behandlung;
- B: Durchführung der Silierung mit 4 l Ameisensäure/ t in bekannter Weise;
- C: Durchführung der Silierung mit der Vormischung, deren Zusammensetzung in den FR-PSS 23 61 828 und 23 90 908 angegeben wird, wobei zu dem zu silierenden Futter 7 kg der Kultur von sieben Bakterien auf einem Träger hinzugegeben wurden, deren Eigenschaften in der FR-PS 23 61 828, Seite 7, Nrn. 1 bis 7, angegeben werden, und wobei Enzyme in einer Menge von 10 kg/t eingemischt wurden;
- D: Durchführung der Silierung mit der Vormischung gemäß C unter Zugabe von Bazillen gemäß der Erfindung, d. h. von gramnegativen Bakterien aus der Familie der Enterobacteriaceae, Gattung Erwinia oder Pectobacterium, Gruppe Herbicola, die mit Enterobacter agglomerans bezeichnet werden. Die Einmischung des Komplexes erfolgte in einer Menge von 10 kg/t;
- E (nachgereicht): Die Durchführung der Silierung erfolgte unter Beachung
der Beispiele der Patentanmeldung P 30 05 020.5, Seite
30 ff. mit einer Vormischung gemäß D unter Zugabe einer
Cellulase pilzlichen Ursprungs, die von Trichoderma viride
abstammt, wobei diese Cellulase eine Aktivität von 250
Einheiten/g und eine Aktivität Cx von 2500 Einheiten/g
aufwies (diese Aktivitäten waren bei pH 4,8 und 50°C
bei einer Reaktionszeit von 20 Minuten bestimmt worden).
Diese Cellulase wurde in einem Anteil von 200 g/t (d. h.
von 0,02%), bezogen auf das Gewicht der frischen Pflanzen,
eingearbeitet.
Aus den Untersuchungsergebnissen ergibt sich, daß die erfindungsgemäße Behandlung eine deutliche Erhöhung des Gehalts an Milchsäure von 90 auf 120 g/kg Trockenmaterial gegenüber der bekannten Verfahrensweise C ergibt, wobei auch ein guter Schutz des Proteins erzielt werden kann.
Nach 90 bis 100 Tagen wurden die verschiedenen
Silos geöffnet, und die silierten Pflanzen (Gärfutter)
wurden analysiert. Man erhielt die nachstehend
(in Tabelle II) aufgeführten Ergebnisse.
Aufgrund der vorstehenden Ergebnisse kann festgestellt
werden, daß die Mischung gemäß den FR-PSS
23 61 828 und 23 90 908 schon zu einer Verbesserung bei
der Konservierung des Gärfutters führt, wobei sich die
Verbesserung in folgendem äußert:
- - in einer Verminderung des pH-Werts von 5,28 auf 4,02,
- - in einer Erhöhung des Gehalts an Milchsäure von 23 auf 90 g/kg Trockenmaterial und
- - in einem besseren Schutz des Proteins, der sich aus einer Verminderung des Verhältnisses NNH₃/Ngesamt von 17,76 auf 14% und aus einer Verminderung des Verhältnisses Nlöslich/Ngesamt von 63,80 auf 48,10% ergibt.
Diese Mischung hat den Vorteil, daß weder Propionsäure
noch Buttersäure gebildet wird.
Das erfindungsgemäße Mittel führt zu einer weiteren
Verbesserung, die sich in folgendem äußert:
- - in einer Verringerung des pH-Werts von 4,02 auf 3,70,
- - in einer Erhöhung des Gehalts an Milchsäure von 90 auf 112 g/kg Trockenmaterial und
- - in einem verbesserten Schutz des Proteins, der sich aus einer Verminderung des Verhältnisses NNH₃/Ngesamt von 14 auf 8% und aus einer Verminderung des Verhältnisses Nlöslich/Ngesamt von 48,10 auf 44% ergibt.
Auch diese Mischung, d. h. das erfindungsgemäße
Mittel, hat den Vorteil, daß weder Propionsäure noch
Buttersäure durch Vergärung gebildet wird.
Die Verdaubarkeit und die Aufnahme der Gärfutterbereitungen
wurden bei Schafen gemessen.
Nach Verabreichung der verschieden behandelten Gärfutterbereitungen
fand man folgende Ergebnisse:
- B: Behandlung mit Ameisensäure: 0,64 UF/kg;
- C: Behandlung entsprechend den FR-PSS 23 61 828 und 23 90 908: 0,74 UF/kg;
- D: Erfindungsgemäße Behandlung: 0,82 UF/kg.
Wie aus Tabelle III ersichtlich ist, führt die
Stickstoffbilanz bei im Wachstum befindlichen Tieren
zu Ergebnissen, aus denen der Vorteil der Verabreichung
von Gärfuttern, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellt worden sind, hervorgeht.
Im Falle des erfindungsgemäßen Verfahrens beträgt
die zurückbehaltene Stickstoffmenge mehr als das Doppelte
der Stickstoffmenge, die nach der Behandlung des Silofutters
mit Ameisensäure zurückbehalten wird.
Claims (7)
1. Verfahren zum Silieren von Grünpflanzen, bei dem zu
den Grünpflanzen vor dem Silieren Wirkzusätze für
den Abbau von höheren Kohlenhydraten zu vergärbaren Kohlenhydraten
hinzugegeben sind, die von Milchsäuregärung
verursachenden Bakterien ausgenutzt werden, wobei der
Wirkzusatz aus Bakterien und einem Enzymkomplex, gegebenenfalls
in Verbindung mit einer Pilz-Amylase, einer Bakterien-
Amylase, einer Amyloglucosidase und einem hemicellulolytischen
Komplex pilzlichen Ursprungs, der als hauptsächliche
Aktivität eine Galactomannanase-Aktivität aufweist,
besteht, dadurch gekennzeichnet, daß zu den Grünpflanzen
zusätzlich
- a) eine Cellulase pilzlichen Ursprungs, die von einem Trichoderma viride-Stamm herrührt und zur Spaltung der β-glykosidischen 1,3- und 1,4-Bindungen der Polysaccharide befähigt ist und eine Aktivität C₁ von 0,005 bis 50 IE und eine Aktivität Cx von 0,05 bis 500 IE pro 100 g der Grünpflanzen hat, wobei diese Aktivitäten, die bei pH 4,8 und 50°C nach 20minütiger Hydrolyse bestimmt sind, unter den Silierbedingungen nach Ablauf von 10 Tagen zu mindestens 30% beibehalten werden, und
- b) gramnegative Bakterien des Stammes Enterobacter agglomerans, gehörend zur Familie der Enterobacteriaceae, Gattung Erwinia oder Pectobacterium, Gruppe Herbicola, hinterlegt im Institut Pasteur unter der Register Nr. I-114,
hinzugegeben werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
man die Bakterien aus der Familie der Enterobacteriaceae
zusammen mit bekannten Bakterien einsetzt, die zum Abbau
der höheren Kohlenhydrate zu vergärbaren Kohlenhydraten
befähigt sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Bakterien aus der Familie der Enterobacteriaceae
zusammen mit grampositiven Bakterien einsetzt, die
eine Vergärung von Stärke, Glucose, Mannit, Rhamnose, Saccharose,
Amygdalin und Arabinose bewirken, jedoch nicht
zur Fermentierung von Maltose, Inosit oder Sorbit befähigt
sind.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Enzyme auf einem Träger auf Getreidebasis in
einer Menge von etwa 1 kg Enzyme pro 9 kg Träger einmischt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Bakterien auf einem Getreidemehle enthaltenden Träger
gezüchtet werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bakterien und die Enzyme auf einem aus Getreidestärke,
vorgelierter Stärke und Maltohexose ausgewählten,
in kaltem Wasser löslichen Träger in einem Gewichtsverhältnis
von Enzym zu Träger von 1 : 1,5 bis 1 : 4 eingemischt
werden.
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