DE3050922C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine einstückig ausgebildete Radfelge mit
einem Tiefbett sowie zumindest einem angrenzend an einen Wulstsitz
angeordneten, umlaufend ausgebildeten Anschlag mit einer Wulstzehen-
Anschlagfläche, die mit der Drehachse der Felge einen Winkel
im Bereich von 80° bis 100° bildet und eine axial nach innen
gerichtete Führungsfläche aufweist, die mit der Drehachse einen Winkel
im Bereich von 30° bis 60° bildet.
Bei herkömmlichen Radfelgen sind die Wulstsitze der Felge so
abgeschrägt oder schräg gestellt, daß der Innenluftdruck die zugehörigen
Reifenwülste eines auf die Felge aufgezogenen Luftreifens auf die
Schrägfläche drückt und die Reifenwülste auf dem zugehörigen Wulstsitz
der Felgen durch den Innendruck und durch Reibschluß oder
Reibeingriff zurückgehalten werden, wobei letzterer von dem Zusammendrücken
des elastomeren Materials des Reifenwulstes unter der
undehnbaren Wulstverstärkung hervorgerufen wird.
Im Betrieb werden Lenkkräfte und die daraus folgenden Straßenkräfte
zwischen der Radfelge und dem Reifen durch den beschriebenen
Eingriff der Reifenwülste an den zugehörigen Wulstsitzen der Felge übertragen.
Ein Lösen oder Entfernen eines Reifenwulstes oder beider
Reifenwülste von dem jeweils zugehörigen Wulstsitz der Felge
verringert oder verhindert eine wirksame Übertragung dieser Kräfte, so
daß das Fahrzeug zunehmend weniger beeinflußt wird und bei
Tiefbettfelgen eine vollständige Abtrennung des Reifens von der Radfelge
auftreten kann, so daß die Felge in Berührung mit dem Boden
kommt mit den möglichen ernsthaften Folgen für Fahrzeug und Insassen.
Im Rahmen von "J-turn-Tests", einem international eingeführten
Standard-Test für die Abwerfsicherheit von Reifen/Felgenanordnungen,
wurde festgestellt, daß die Reifenwülste von herkömmlichen Reifen/
Felgenanordnungen bei Personenkraftwagen bei einer Geschwindigkeit
von 40,2 km/h und Innenrestdrücken in der Größenordnung von 0,55 bar
bis 0,70 bar abgehoben werden (die normalen Reifendrücke liegen in
der Größenordnung von 1,75 bar), während Wulstabhebungen bei Reifen/
Felgenanordnungen für Lastwagen bei Ausführung eines "J-turn-Tests"
mit einer Geschwindigkeit von 24 km/h bei Druckwerten unter 1,03 bar
erfolgen (normaler Reifendruck in der Größenordnung von 6,9 bar).
Die für Lastwagen festgelegte gegenüber Personenkraftwagen geringere
Testgeschwindigkeit wird als gerechtfertigt angesehen im Hinblick
auf das viel größere Gewicht und die damit viel größeren auftretenden
Kräfte bei Rad/Felgenanordnungen für Lastkraftwagen und im Hinblick
auf die niedrigeren Durchschnittsgeschwindigkeiten bei Lastwagen im
Vergleich zu Personenwagen.
Diese Untersuchung zeigt die Mängel von herkömmlichen Reifen/Felgenanordnungen
bei Reifendruckwerten unter den empfohlenen Gebrauchsdruckwerten und,
obwohl zahlreiche Versuche zur Lösung des Felgen-
Ablösungsproblems bekanntgeworden sind, führte keiner zu einer
Anordnung mit den Vorteilen einer einstückigen Radfelge mit Tiefbett
zur Erleichterung des Aufziehens und Entfernens des Reifens von der
Felge für Reparatur- oder Ersatzzwecke unter herkömmlichen
Verfahrensweisen ohne zusätzliche Bestandteile wie Tiefbettfüller,
Wulst-Abstandshalter und dergleichen.
Aus der FR-OS 22 66 611 ist eine einstückig ausgebildete Radfelge
der eingangs genannten Art bekannt, bei deren Zusammenwirken mit
einem Luftreifen zwar auf die Verhinderung einer axialen Verschiebung
des Reifens nach innen durch eine ringförmige Schulter hingewiesen,
jedoch gleichzeitig ausgeführt wird, daß dies Nachteile hinsichtlich
der Luftdichtheit erbringt. Zur Lösung dieses Problems wird
die Verdickung des jeweiligen Zehenabschnitts des Reifens vorgeschlagen.
Da jedoch auch die bloße Verdickung eines Zehenabschnittes
bei dieser bekannten Anordnung allein noch nicht als zufriedenstellend
betrachtet wird, ist dort eine Kombination der speziellen Felgenausgestaltung
mit einer speziellen Reifenwulstausbildung vorgesehen,
wobei Rückhaltekräfte durch senkrecht verlaufende Felgenhornabschnitte
erzeugt werden sollen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine einstückig ausgebildete Radfelge
der als bekannt vorausgesetzten Art konstruktiv besonders einfach und
insbesondere unter Vermeidung aufwendiger Ringnuten so auszubilden, daß
sie im Zusammenwirken mit Reifen ohne besonders geformten Reifenwulstzehen
optimale Wulst-Rückhalteeigenschaften erbringt.
Gelöst wird diese Aufgabe nach der Erfindung durch die Verwendung
mit einem Reifen, dessen mit dem Anschlag zusammenwirkende Wulstzehe
bei ansonsten üblicher Formgebung in einer durch die Spitze der
Wulstzehe und den Mittelpunkt des Wulstkerns verlaufenden Ebene formsteif
ausgebildet ist, so daß bei auftretenden Seitenkräften am
Reifen die Wulstzehe sich am Widerlager abstützt und der Reifenwulst
insgesamt eine Drehbewegung mit dem Anschlag als Widerlager ausführt,
wobei der dem Anschlag zugeordnete Wulstsitz einen minimalen
Neigungswinkel von 7° bezüglich der Drehachse der Radfelge aufweist
und die Anschlagfläche eine Höhe im Bereich von 3 mm bis 10 mm gegenüber
dem benachbarten Wulstsitz besitzt.
Unter der Wirkung von Seitenkräften am Reifen tritt aufgrund der
Ausgestaltung nach der Erfindung ein besonderer Wirkmechanismus auf,
gemäß dem sich die steife Wulstzehe gegen den als Widerlager wirkenden
und in der Höhe entsprechend ausgebildeten Anschlag am Wulstsitz
anliegt. Eine weitere Beaufschlagung mit Seitenkräften führt
dann dazu, daß der Reifenwulst aufgrund seiner steifen Ausbildung
und als Widerlager kippt, d. h. in sich eine Drehbewegung ausführt.
Der Anschlag kann einstückig mit der Felge ausgebildet sein, wobei
beispielsweise die Radfelge durch Gießen oder Walzen hergestellt wird,
oder er kann getrennt gefertigt und danach an der Felge beispielsweise
durch Schweißen befestigt werden. Damit ermöglicht die Erfindung auch
eine Abwandlung bereits vorhandener Radfelgen durch Befestigen eines
Anschlages mit geeigneten Abmessungen.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung beispielsweise
näher erläutert; in der Zeichnung zeigt:
Fig. 1 eine schematische Schnittdarstellung einer Ausführungsform einer
Radfelge nach der Erfindung,
Fig. 2 eine schematische Halbschnitt-Darstellung eines auf eine Radfelge
nach Fig. 1 aufzuziehenden Reifens,
Fig. 3 eine schematische Querschnittsdarstellung einer weiteren
Ausführungsform einer Felge nach der Erfindung,
Fig. 4 eine schematische Schnittdarstellung einer Reifen-Felgenanordnung
im Reifenaufstandsbereich bei drucklosem Reifen, und die
Fig. 5 und 6 Schnittdarstellungen durch wagenaußenseitigen Wulstsitz
und Wulst bei anliegender Seitenkraft.
Fig. 1 zeigt eine Radfelge 3 mit einem Tiefbett 4 zwischen in
Axialrichtung beabstandeten, wageninnenseitigen bzw. wagenaußenseitigen,
ringförmig geschlossenen Wulstsitzen 5 bzw. 6, welche jeweils an der
axial außenliegenden Kante in ein Felgenhorn 7 zum Zurückhalten eines
Reifenwulstes auslaufen. Jeder Wulstsitz 5 und 6 ist eben ausgeführt
und mit einem kontinuierlich verlaufenden Anschlag 8 bzw. 9
versehen, die sich mit gleichmäßigem Querschnitt in Umfangsrichtung
um den zugeordneten Wulstsitz an der Stelle erstrecken,
an der die Reifenwulstzehe eines auf die Felge aufzuziehenden
Reifens sitzt.
Jeder Anschlag 8 und 9 besitzt eine axial nach außen gerichtete
Anschlagfläche 8 a bzw. 9 a, die im wesentlichen senkrecht
zur Drehachse der Felge verläuft sowie eine geneigte Führungsfläche
8 b bzw. 9 b, die einen Winkel β in bezug auf die Drehachse
der Felge einschließt. Wie im einzelnen später näher
erläutert wird, kommen die Anschlagflächen 8 a und 9 a mit den
benachbarten Reifenwülsten eines auf die Felge 3 aufgezogenen
Reifens in Eingriff, um eine Wulstablösung oder ein Wulstwandern
bei Lauf in drucklosem Zustand zu verhindern. Die
Führungsflächen 8 b bzw. 9 b unterstützen das Überziehen der
Reifenwülste über die Anschläge 8 bzw. 9 beim Aufziehen des Reifens 2.
Die in Fig. 1 angezeigten Felgenabmessungen sind in folgender
Tabelle zusammengefaßt:
A190,5 mmB 38 mmD₁571,5 mm
D₂561,1 mm
D₃551,1 mm
h₁ 5 mm
D₄565,1 mm
D₅551,1 mm
h₂ 7 mm
F 24 mm
R₁ 12,5 mm (Krümmungsradius)
R₂ 5 mm (Krümmungsradius)
R₃, R₄ 1,5 mm (Krümmungsradius)
α 15°
β 40°
Fig. 2 zeigt einen auf eine Felge nach Fig. 1 aufzuziehenden
Reifen 2 mit einer radialen Karkasslage 15 mit Stahleinlage, deren
Enden jeweils um die Wulstverstärkung zurückgeschlagen sind,
sowie einen Gürtel 16 aus vier Schnittstahllagen. Ein Filler-Strip
17 ist am äußeren Teil jedes Wulstes angebracht und erstreckt sich
radial so nach außen, daß er den Karkassumschlag überdeckt. Die
Wulstzehe 18 besteht aus einem Gummigemisch mit einer Härte in der
Größenordnung von 70 Shore.
Jeder Wulstkern 13 besitzt einen Minimaldurchmesser D₆ von 576 mm
und der Durchmesser D₇ der radial innenliegenden Fläche 19 des
Reifenwulstes unter dem minimalen Durchmesser des Wulstkerns ist
im geformten Zustand 554 mm und im aufgezogenen Zustand 560 mm.
Der effektive Durchmesser des Reifenwulstes nach der angegebenen
Definition beträgt 565,1 mm.
Die im einzelnen in Fig. 3 dargestellte Radfelge 22 ist gleichartig
wie die Radfelge nach Fig. 1 aufgebaut; für entsprechende
Teile sind gleiche Bezugszahlen verwendet.
Der Anschlag 8 am fahrzeuginnenseitigen Wulstsitz 5 unterscheidet
sich von dem entsprechenden Anschlag der Radfelge nach Fig. 1
darin, daß die schrägliegende Führungsfläche durch den radial
äußeren Abschnitt der benachbarten Seite 4 a des Felgentiefbettes
4 gebildet ist und daß zwischen dieser Führungsfläche und der
Anschlagfläche 8 a ein flacher Leistenabschnitt 8 c vorhanden ist,
mit einem gleichmäßigen Durchmesser entsprechend dem maximalen
Radialdurchmesser des Anschlages 8. Die in Fig. 3 bezeichneten
Felgenabmessungen sind in folgender Tabelle zusammengefaßt:
A114 mmB 19,8 mmD₁329,4 mm
D₂329,4 mm
D₃322,4 mm
h₁ 3,5 mm
D₄330 mm
D₅322,4 mm
h₂ 3,8 mm
F 15 mm
R₁ 6,4 mm (Krümmungsradius)
R₃, R₄ 1,5 mm (Krümmungsradius)
α10°
β45°
Die Funktionsweise einer nach der Erfindung ausgebildeten Felge
im Zusammenwirken mit einem Luftreifen wird anhand der Fig. 4 bis
6 näher erläutert.
Fig. 4 zeigt eine Reifen/Felgenanordnung mit Reifenaufstandsbereich
bei drucklosem Betrieb und fehlender Seitenkraft.
In diesem Zustand werden die Reifenwülste 12 auf den zugeordneten
Felgenwulstsitzen 5 und 6 durch den Reibschluß des Materials unter
dem Wulstkern 13 gehalten, der durch die Ringspannung der aufgezogenen
Wulstkerne erzeugt wird.
Die Fig. 5 und 6 zeigen die auf den fahrzeugaußenseitigen Wulstsitz
bzw. Reifenwulst während einer Kurvenfahrt einwirkenden Kräfte.
Beim Beginn der Kurvenfahrt (Fig. 5) entwickelt sich eine Seitenkraft
SF, deren Größe zunimmt mit zunehmender Seitenbeschleunigung.
Diese Seitenkraft verformt den Reifen seitwärts gegenüber der
Radfelge und leitet ein Drehen des fahrzeugaußenseitigen Wulstsitzes
ein. Der Drehmittelpunkt ist dabei die Spitze der Wulstzehe 18 und
das Abzieh- oder Drehmoment beträgt SF × X₁, wenn X₁ der Abstand
vom Laufflächenberührungsbereich zum Drehmittelpunkt und SF die
vom Laufflächenberührungsbereich zum Drehmittelpunkt und SF die
Größe der Seitenkraft ist. Der Reifenwulst 12 wird gegen diese
Drehung durch das Moment zurückgehalten, das die Reifenwulstspannung
T₁ um den gleichen Drehmittelpunkt ausübt, mit der Größe T₁ × X₂,
wenn X₂ der Axialabstand der Wulstkernmitte vom Drehmittelpunkt ist.
Durch Vergrößerung der Seitenkräfte wird ein vergrößertes Moment
SF × X₁ erzeugt, das nun eine Wulstdrehung einleitet, sobald das
Widerstandsmoment T₁ × X₂ überschritten wird. Damit beginnt sich
der Wulstkern 12 in der Richtung I zum Inneren der Radfelge hin zu
bewegen.
Der am Wulstsitz 6 vorgesehene Anschlag 9, der der Spitze der
Wulstzehe 18 benachbart liegt, kommt nun in Eingriff mit der Wulstzehe
(Fig. 6) und verhindert eine Bewegung des Reifenwulstes in Neigungsrichtung
des Wulstsitzes 6 nach unten. Der Wulstkern 13 bildet einen
im wesentlichen undehnbaren Ring um die Radfelge und kann deswegen dem
erforderlichen kreisförmigen geometrischen Ort nicht folgen, der
sich bei einer Drehung um den Drehmittelpunkt ergibt. Deshalb
dreht sich der Wulstkern 13 und bewegt sich axial nach innen zu
der in Fig. 6 gezeigten Stellung. Die Zehe 18 des Reifenwulstes,
die in Fig. 5 eine Länge D₁ von ihrer Spitze bis zum Wulstkern
besitzt, gemessen in einer Ebene durch die Wulstzehe und den
Mittelpunkt des Wulstkernes, wird deswegen auf eine kürzere Länge
D₂ zusammengedrückt. Die Zehe 18 besteht aus einem Gummimaterial
mit einer Härte von 70 Shore, d. h. sie ist relativ steif und
besitzt deswegen eine beträchtliche Form- oder Kompressionssteifigkeit
in der erwähnten Ebene durch die Spitze der Wulstzehe und den
Mittelpunkt des Wulstkerns. Demzufolge wird eine resultierende
Reaktionskraft F₃ durch diese Drehung des Wulstes durch die Wulstzehe
gegen den Wulstkern erzeugt. Diese Kraft F₃ besitzt eine axial
nach außen gerichtete Komponente F₄ und eine radial nach außen
gerichtete Komponente F₅. Die Komponente F₅ erhöht in hohem Ausmaß
die Spannung im Wulstkern 13 und fügt zur Aufziehspannung T₁ eine
zusätzliche (nicht eingezeichnete) Spannung T₂ hinzu. Damit wird
das anfängliche Haltemoment T₁ × X₂ (Fig. 5) erhöht auf (T₁ + T₂) X₃
(Fig. 6), und dieses Moment ist gleich oder größer als das Abhebemoment
SF × X₁. Eine Drehung des Wulstabschnittes um den genannten
Drehmittelpunkt ergibt deswegen einen Kräfte- oder Momentausgleich
und es erfolgt keine weitere Bewegung des Wulstes.
Das beschriebene Kräfte- oder Momentengleichgewicht tritt nur
in dem Aufstandsbereich auf, in dem die hohe Seitenkraft
tatsächlich durch den Boden auf den Reifen ausgeübt wird. Die
erhöhte Wulstkernspannung beeinflußt jedoch den gesamten
Wulstkernring und zieht ihn fester auf die Radfelge. Dadurch wird
der Reibschluß des Reifenwulstes mit dem Wulstsitz der Radfelge
erhöht.
Der Reifen kann auf konventionelle Weise auf die Radfelge
aufgezogen werden. Der Reifen kann über die Felgenhörner 7 mit
Handwerkszeugen, der normalen Serviceausrüstung oder mit
automatischen Reifenaufzieheinrichtungen aufgezogen werden. Bei dem
Aufpumpen besitzen die Reifenwülste 12 einen effektiven Durchmesser
(wie er vorher definiert wurde), der größer ist als der
Durchmesser der Anschläge 8 und 9 und gehen nach außen über die
Anschläge 8 und 9 unter Einwirkung des Aufpumpdruckes und setzen
sich auf den jeweiligen Wulstsitzen 5 bzw. 6 fest. Die Zehe 18
jedes Reifenwulstes besitzt einen Schrägwinkel oder Neigungswinkel,
der unterschiedlich von dem der Wulstferse ist, um die
Dichtheit beim Aufziehen zu verbessern, und kann sich ausbiegen,
wenn sie über den Anschlag hinwegtritt; sobald der Wulst 12 an
dem Felgenhorn 7 anschlägt, schnappt die Zehe 18 herunter und
ruht auf dem Wulstsitz in enger Nachbarschaft zum Anschlag 8
bzw. 9. Um ein korrektes Aufziehen sicherzustellen, darf die
gestreckte Länge der Reifenwulst-Grundfläche 19, gemessen von
der Fersenstelle zur Zehenspitze nicht größer sein als der
Abstand von der Fersenstelle der Felge zum radial am weitesten
außenliegenden Punkt des Anschlages. Der Winkel, den die
Anschlagfläche mit der Drehachse der Felge bildet, ist deswegen
vorzugsweise größer als 90°, beispielsweise 92°. Jedoch kann
dieser Winkel in gewissen Fällen auch kleiner als 90° sein, so
daß der Anschlag einen hinterschnittenen Abschnitt bildet in
bezug auf den Wulstsitz; dadurch kann jedoch eine Abwandlung des
Reifenwulstprofils zur Anpassung erforderlich sein.
Ein Abziehen des Reifenwulstes kann dadurch bewirkt werden,
daß eine allgemein axial gerichtete Kraft auf den Reifen
neben dem Felgenhorn ausgeübt wird.
Die nachfolgende Tabelle zeigt für unterschiedliche Felgengrößen
die maximalen Anschlaghöhen, die ein Reifenaufziehen bei
unterschiedlichen Neigungswinkeln des Wulstsitzes zulassen:
Claims (9)
1. Einstückig ausgebildete Radfelge mit einem Tiefbett
sowie zumindest einem angrenzend an einen Wulstsitz
angeordneten, umlaufend ausgebildeten Anschlag mit
einer Wulstzehen-Anschlagfläche, die mit der Drehachse
der Felge einen Winkel im Bereich von 80° bis
100° bildet und eine axial nach innen gerichtete
Führungsfläche aufweist, die mit der Drehachse einen
Winkel im Bereich von 30° bis 60° bildet,
gekennzeichnet durch
die Verwendung mit einem Reifen, dessen mit dem
Anschlag (8; 9) zusammenwirkende Wulstzehe (18; 31) bei
ansonsten üblicher Formgebung in einer durch die Spitze
der Wulstzehe und den Mittelpunkt des Wulstkerns (13;
26) verlaufenden Ebene formsteif ausgebildet ist, so
daß bei auftretenden Seitenkräften am Reifen die Wulstzehe
(18; 31) sich am Widerlager abstützt und der Reifenwulst
insgesamt eine Drehbewegung mit dem Anschlag (8, 9) als
Widerlager ausführt, wobei der dem Anschlag zugeordnete
Wulstsitz (5, 6) einen minimalen Neigungswinkel von
7° bezüglich der Drehachse der Radfelge (3; 22)
aufweist und die Anschlagfläche (8 a; 9 a) eine
Höhe im Bereich von 3 mm bis 10 mm gegenüber dem
benachbarten Wulstsitz (5; 6) besitzt.
2. Radfelge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Anschlagfläche (8 a, 9 a) des Anschlags
(8, 9) in Radialrichtung erstreckt.
3. Radfelge nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchmesser des Anschlags (8,
9) um wenigstens 4,4 mm größer ist als der Durchmesser des
axial innenliegenden Bereichs des benachbarten Wulstsitzes
(5, 6).
4. Radfelge nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Anschlag (8, 9) um
den gesamten Wulstsitz (5, 6) kontinuierlich und mit gleichmäßiger
Höhe ausgeführt ist.
5. Radfelge nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Anschlag (8, 9)
einstückig mit der Radfelge (3, 22) ausgebildet ist.
6. Radfelge nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Anschlag (8, 9)
getrennt von der Radfelge (3, 22) ausgebildet und mit der
Radfelge (3, 22) fest verbunden ist.
7. Radfelge nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Anschlag (8) einen
sich im wesentlichen axial erstreckenden Bereich (8 c)
zwischen der Anschlagfläche (8 a) und der Seite (4 a) des
Tiefbetts (4) aufweist.
8. Radfelge nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß lediglich am fahrzeug
außenseitig gelegenen Wulstsitz (6) ein Anschlag (9)
vorgesehen ist.
9. Radfelge nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Anschlagfläche (9 a)
des Anschlags (9) bei dem fahrzeugaußenseitigen Wulstsitz
(6) eine Höhe (h₂) aufweist, die größer oder gleich der
Höhe (h₁) der Anschlagfläche (8 a) des Anschlags (8) bei
dem fahrzeuginnenseitigen Wulstsitz (5) ist.
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