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Vorrichtung zum Anhängen von elektrischen Freileitungen
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an Mehrfach-Isolatorenketten Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung
zum Anhängen von elektrischen Freileitungen an Mehrfach-Isolatorenketten, mit einem
Abstandhalter mit dessen einem Ende die Isolatorenketten gelenkig verbindbar sind
und mit dessen anderem Ende die Seilklemmen gelenkig in Verbindung stehen, und einer
Dämpfungseinrichtung für bei Kettenbruch auftretender Uberlast.
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Derartige Vorrichtungen zum Anhängen von elektrischen Freileitungen
an Mehrfach-Isolatorenketten sind bekannt. Die Abstandhalter besitzen dabei die
Form eines Dreiecks oder eines Trapezes. Als Dämpfungseinrichtungen finden verformbare
Stäbe in Kreuz-Bogen-Form oder dergleichen Verwendung. Nachteilig ist, daß die Dämpfung
der bei Bruch einer Isolatorenkette auftretenden Schwenkbewegung des Abstandhalters
mit anhängendem, gebrochenem Teilstück der Isolatorenkette in Verbindung mit der
Verlagerung dr einfach oder doppelt angeordneten Leiterklemmen mit Leiterseilen
nicht ausreichend erfolgt und die verbliebene, vollständige Isolatorenkette am Ende
der Schwenkbewegung des Abstandhalters einer impulsartigen, die Isolatorenkette
auf Biegung beanspruchenden Uberlast ausgesetzt wird. Isolatorenketten sind gegenüber
einer solchen
Uberlast sehr bruchempfindlich. Es besteht somit die
Gefahr, daß der Bruch der einen Isolatorenkette auch den Bruch der anderen nach
sich zieht.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Anhängen
von elektrischen F:eileitungen an Mehrfach-Isolatorenketten zu schaffen, durch die
die Gefahr des Bruchs der verbleibenden Isolatorenkette durch Uberlastbeanspruchung
noch weiter vermindert wird und die Gefahr des Bruches beseitigt wird.
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Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruches 1 oder 11.
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Weitere Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert. In der Zeichnung zeigen: Fig. 1 eine schematische
Seitenansicht einer Vorrichtung zum Anhängen von elektrischen Freileitungen an Mehrfach-Isolatorenketten;
Fig. 1a einen Schnitt nach der Linie I-I in Fig. 1; Fig. 2 eine Seitenansicht einer
geänderten Ausführung von Fig. 1; Fig. 3 eine Seitenansicht einer anderen Ausführung;
Fig. 3a einen Schnitt nach der Linie III-III in Fig. 3; Fig. 4 eine Seitenansicht
einer weiteren geänderten Aus führung;
Fig. 5 eine Seitenansicht
einer geänderten Ausführung mit ungeteiltem Abstandhalter; Fig. 6 eine Seitenansicht
einer geänderten Ausführung, wobei der Abstandhalter nach Fig. 3 kombiniert ist
mit dem nach Fig. 5, und I Fig. 7 eine schematische Seitenansicht einer weiteren
geänderten Ausführungsform.
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Nach Fig. 1 sind die Enden der nur schematisch angedeuteten Isolatorenketten
1, 2 über Gelenke 3, 4 mit dem Abstandhalter 5 verbunden. Dieser besitzt im wesentlichen
Trapezform. Die Gelenke 3, 4 am oberen Ende des Abstandhalters 5 liegen in gleicher
Höhe. Am unteren Ende des Abstandhalters 5 sind nicht dargestellte, durch strichpunktierte
Linien angedeutete Seilklemmen 6, 7 oder ein Seilklemmenträger über Gelenke 8, 9
angelenkt. Auch diese Gelenke 8, 9 liegen in gleicher Höhe. Ihr Abstand ist geringer
als der Abstand der Gelenke 3, 4.
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Der Abstandhalter 5 ist in der Mittelebene X-X zwischen den Isolatorenketten
1, 2 geteilt. Die Abstandhalterteile 10,11 sind am unteren Ende über ein Laschengelenk
12 mit der Gelenklasche 13 und den Gelenkzapfen 14, 15 beweglich verbunden.
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Jeder Abstandhalter i0, 11 besteht aus zwei parallelen Platten 16,
17, die durch Distanzstücke 18, 19 in Abstand gehalten sind und die zugleich die
Gelenkbolzen für die Gelenke 3, 4 bzw. 6,7 bilden.
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Bei Bruch einer Isolatorenkette, z.B. der Kette 2, schwenkt der Abstandhalter
5 zusammen mit dem abgebrochenen Teil der Isolatorenkette 2 um die Gelenkachse 3
in Pfeilrichtung I.
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Bevor der Abstandhalter 5 seine Endlage unter Einwirkung der durch
die Seilklemmen 6, 7 gehaltenen Freileitungsseile endgültig eingenommen hat, schwingt
der Abstandhalterteil 11 um die Gelenkachsen 14, 15, wobei sich die einander zugekehrten
Anschlagflächen 20, 21 der Teile 10, 11 am oberen Ende voneinander
entfernen.
Bei Erreichen der Endlage wird ein Uberschwingen durch das Teil 11 erfolgen, dem
sich ein gewisses Rückschwingen anschließen wird. Hierbei wird die auftretende Beanspruchung
in Form einer Biegebeanspruchung auf die Kette 1 zeitlich gedehnt und zugleich trd
die Amplitude der auftretenden Belastung vermindert. Somit wird die Gefahr des Brechens
der verbliebenen Kette 1 verhindert bzw. ganz beseitigt.
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Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform des Abstandhalters
5 ist lediglich abweichend, daß die Zapfen 14, 15 des Gelenkes 12 in nach abwärts
ragende Fortsätze 22, 23 verlegt sind. Die gedachte Verbindungsachse der Gelenkzapfen
14, 15 liegt somit unterhalb der Gelenke 8, 9. Hierdurch wird der mögliche öffnungswinkl
der Abstandhalterteile 10, 11 während der Schwenkbewegung um das Gelenk 3 bei gerissener
Kette 2 vergrößert. Dadurch wird die auf die Kette 1 einwirkende Biegebeanspruchung
zeitlich noch mehr verlängert und ihre Amplitude verkleinert.
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Zusätzlich kann bei Abstandhaltern 5 nach Fig. 1 und 2 auch eine mechanische
Dämpfungseinrichtung eingesetzt werden. Wie aus Fig. 2 ersichtlich, kann eine solche
aus einem Biegestab 24 bestehen, der mit seinem einen Ende z.B. mittels Schrauben
25 am Abstandhalterteil 10 befestigt ist, währens sein anderes Ende 26 an der Oberseite
is Abstandhalterteils 11 anliegend durch eine am Halterteil 11 befestigte Bügellasche
27 gehalten ist, durch welche dieses Ende verschiebbar hindurchgezogen ist. Zur
Befestigung der Bügellasche 27 am Halterteil 11 dienen Schrauben 28.
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Anstatt dieser Dämpfungseinrichtung unter Verwendung eines Biegestabes
24 könnte auch eine strichpunktiert angedeutete Dämpfungseinrichtung eingesetzt
werden, bei der ein bogenförmig gekrümmter Biegestab 29 verwendet wird, der mit
seinen Enden an Befestigungsstellen 30, 31 mit den Halterteilen 10, 11 verbunden
ist.
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Die in Fig. 3 gezeigte, geänderte Ausführung weist wiederum Isolatorenketten
1, 2 auf und einen Abstandhalter 5, der in horizontaler Richtung geteilt ist. Die
übereinander mit Abstand angeordneten Abstandhalterteile 10, 11 sind über zwei im
wesentlichen parallele Lenker 40, 41 miteinander verbunden, deren Enden über Gelenke
42, 43, 44, 45 an den Halterteilen 10, 11, angelenkt sind. An dem Halterteil 11
sind wiederum Seilklemmen 6, 7, gelenkig befestigt.
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Bei diesem horizontal geteilten Abstandhalter 5 tritt bei Bruch der
Isolatorenkette 2 eine Schwenkbewegung in Pfeilrichtung I um das Gelenk 3 auf. Hierbei
werden sich die Halterteile 10, 11 parallel zueinander verschieben, wodurch der
Abstand dieser beiden Halteteile 10, 11 voneinander verkleinert wird.
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Zwischen den einander zugekehrten Rändern 46 und 47 der Halterteile
10, 11 ist nun ein Dämpfungselelement 48 angeordnet. Ein solches Dämpfungselement
48 kann, wie in Fig. 3 strichliert angedeutet, von einem Gummiblock gebildet sein.
Es ist aber auch, wie aus Fig. 3a ersichtlich, möglich, als Dämpfungselement 48
ein Rohr 49 einzusetzen, welches durch die einander zugekehrten Ränder 46, 47 der
Platten 16, 17 der Abstandhalterteile 10, 11 gehalten ist. Bei Annäherung der Halterteile
10, 11 tritt eine Verformung des Rohres 49 und damit eine Bedämpfung der Schwenkbewegung
des Abstandhalters 5 ein.
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Die Fig. 4 zeigt eine Ausführungsform eines Abstandhalters 5 entsprechend
Fig. 3, jedoch ist jeder übereinander angeordnete Abstandhalterteil 10, 11 entsprechend
Fig. 1 längs der Mittelebene X-X geteilt. Jeder Halterteil 10, 11 weist ein Gelenk
12 entsprechend dem Abstandhalter nach Fig. 1 auf.
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Zusätzlich können Dämpfungselemente 24, 29 nach Fig. 2 bzw.
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48, 49 nach Fig. 3a angewendet werden.
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Der Abstandhalter 5 nach Fig. 5 besitzt wiederum Gelenke 3, 4 zum
Anhängen an den Isolatorenketten 1, 2.
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An den Gelenken 8, 9 sind die Seilklemmen 50, 51 für die Leiterseile
52, 53 angelenkt.
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Das untere Ende des Abstandhalters 5 bildet dabei zwei nach außen
offene Ausnehmungen 54, 55 in denen die Seiklemmen um die Gelenke 8, 9 beschränkt
beweglich angeordnet sind. Die Seitenwände der Ausnehmungen 54, 55 können dabei
mit elastischen Puffern 56 versehen sein.
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Bei diesem Abstandhalter 5 wird bei Bruch der Isolatorenkette 2 und
Schwenkens in Pfeilrichtung I um die Gelenkachse 3 die Rückstellkraft der Leiterseile
52, 53 zur Bedämpfung dieser Schwenkbewegung ausgenutzt. Auch dieser AbstandhalterS
kann wiederum entsprechend Fig. 1a bzw. 3a durch parallele, im Abstand voneinander
angeordnete Platten gebildet sein.
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Bei der Fig. 6 ist ein Abstandhalter 5 nach Fig. 5 als Unterteil 11
an ein Oberteil 10 nach Fig. 3, das gegebenenfalls auch geteilt sein kann, angehängt.
Zur Verbindung sind wieder Lenker 40 und 41 vorgesehen.
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Es könnten auch zusätzliche Dämpfungseinrichtungen nach Fig. 2 und/oder
nach Fig. 3 und 3a angewendet werden. Auch könnten statt Parallellenkern 40, 41
schräg verlaufende Lenker verwendet werden.
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In Fig. 7 ist ein mehrfach geteilter Abstandhalter 5 dargestellt.
Die Abstandhalterteile 60, 60'... sind an ihrer Unterseite durch ein Band bzw. einen
Biegestab 61 miteinander verbunden, der an den einzelnen Teilen befestigt ist. Dadurch
besteht die Möglichkeit, daß sich die Teile 60, 60'... fächerartig entfalten können.
Ein Biegestab 61 bildet dabei die Gelenke und die Bedämpfungseinrichtung.