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PHOSPHORWASSERSTOFF FREISETZENDE ZUSAMMEN-
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SETZUNG UND VERFAHREN ZU IHRER HERSTELLUNG
Die vorliegende
Erfindung betrifft eine Phosphorwasserstoff freisetzende Zusammensetzung, insbesondere
Schädlingsbekämpfungsmittel, enthaltend Aluminiumphosphid und gegebenenfalls andere
Zusatzmittel, insbesondere Hydrophobierungs-und Tablettierungsmittel.
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Zur Schädlingsbekämpfung und bei der Lagerung landwirtschattlicher
Vorräte gelangen vermehrt Mittel auf Basis hydrolyßierbarer Erdalkali- und/oder
Erdmetallphosphide, wie z.B. Calcium-, Magnesium- oder Aluminiumphosphide, wie z.B.
Calcium-, Magnesium- oder Aluminiumphosphid zum Einsatz. Diese zerfallen unter dem
Einfluß der Luft- bzw. Lagergutfeuchte in hochtoxisches Phosphin und inerte Oxide/
Hydroxide. Das freigesetzte Phosphin kann sich unter bestimmten, ungünstigen Bedingungen
selbst entzünden, wodurch besondere Maßnahmen erforderlich werden, um die Anwendung
sicher und gefahrlos duroliftihren zu können. Darüber hinaus ist man bestrebt, die
Hydrolysegeschwindigkeit der Phosphide so zu regulieren, daß das mit den Gasen in
Berührung kommende Personal nicht unnötig toxischen Gaskonzentrationen ausgesetzt
ist.
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Zur Unterdrückung der Selbstentzündungßneigung von hydrolytisch aus
Phosphiden gebildetem Phosphin haben sich thermisch unter Abspaltung von NH3 und/oder
C02 zersetzbare Stoffe wie Ammoniumbicarbonat, Ammoniumcarbonat, Ammoniumcarbamat
etc. bewährt. Neuere Veröffentlichungen sehen den Einsatz bestimmter Inhibitorsubstanzen
vor, die selbst bei Anwendung in geringen Konzentrationen, die spontane Reaktionen
zwischen Phosphin und atmosphärischem Sauerstoff verhindern oder verzögern.Auch
ist es bekannt, den Phosphiden leicht flüchtige, organische Substanzen beizumischen,
deren Verdunstungskälte die Phosphidteilchen mit einer Kältezone umgibt, um somit
einen Wärmestau zu vermeiden, der zu einer ZUndung des Phophins fuhren kann.
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Die Maßnahmen beeinflussen Jedoch die große Geschwindigkeit der Bildung
des Phosphins nicht oder nur sehr wenig, welche eintritt, wenn das metallische Phophid
in Kontakt mit flUssigem Wasser kommt. Um diese Reaktion mit flüssigem Wasser zu
unterdrUcken, hat man deshalb vorgeschlagen, die Phosphide bzw, Phophidteilchen
zu hydrophobieren. Beschrieben werden Paraffine, Wachse, Stearate, Silikone, Kunstharze
etc.
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als Hydrophobierungsmittel.
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Es ist auch bekannt, die einzelnen Phophidpartikel bzw. Partikelgruppen
mit einem wasserabstoßenden, dichten Überzug zu versehen, der eine Hydrolyse verhindert,
so daß eine Sprengsubstanz zugesetzt werden muß, um die Beschichtung aufzusprengen
und die Reaktion mit der Feuchtigkeit zeitverzögernd einzuleiten. Ferner ist es
bekannt, die Reaktivität von Metallphaphiden mit flüssigem Wasser bei Schädlingsbekämpfungsmitteln
zu unterdrücken, indem die hydrophilen Zentren der Phophide mit wasserunlöslichen
Metallseifen, insbesondere Stearaten, blockiert werden.
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Es wurde beschrieben, daß der Zweck dieses Verfahrens der Wegfall
von früher verwendeten bekannten SelbstentzUndungsinhibitoren, insbesondere Ammoniaksalzen
wie z.B. Ammoniumcarbamat war. Dieses Verfahren war gleichermaßen wirksam bei Verwendung
von Calciumphosphiden, Nagnesiumphosphiden sowie auch Aluminiumphosphiden. Aus verschiedenen
wirtschaftli chen und praktischen Gründen war das bevorzugte Hydrophobierungsmittel
Aluminiumstearat (und in geringerem Ausmaß Magnesiumstearat), und dieses wurde sogar
im technischen Umfang in manchen Ländern vom Anmelder verwendet.
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Wie die Praxis und durchgeftihrte Versuche zeigten, läl3t sich mit
den beschriebenen Vorschlägen bestenfalls die Hydrolyse von Erdalkali- bzw. Erdmetallphosphiden
durch Luftfeuchtigkeit einigermaßen sicher unter Kontrolle halten.
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Bringt man nach dem Stand der Technik hergestellte, phos-
phiahaltige
Schädlingsbekämpfungsmittel in Kontakt mit flüssigem Wasser, was in der Praxis durchaus
versehentlich vorkommen kann, so zeigen Je nach Verhältnis Wasser/Präparat eine
mehr oder weniger starke Dampfentwicklung und ein Temperaturanstieg auf Werte bis
über 1000C,daß die Reaktion nicht ausreichend gesteuert werden kann. Unter diesen
Bedingungen verflüchtigen sich die zugemischten Schutzstoffe sehr rasch, so daß
von ihnen keine ausreichende Schutzwirkung erhalten wird. Darüber hinaus liegen
die gemessenen Reaktionstemperaturen wenigstens teilweise im Bereich der Zündtemperatur
von Phosphin, die in der Literatur mit ca.
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100°C angegeben wird. Bei den Versuchen wurden häufig Oxidation des
Phosphins, d.h. Bildung von P205-Rauch und manchmal auch spontane Zündungen beobachtet.
Es ist außerordentlich wünschenswert - und dies ist Aufgabe der Erfindung - dieses
für die praktische Anwendung nicht zu unterschätzende Sicherheitsrisiko auszuschalten
und ein dennoch einfach herzustellendes und sicher anzuwendendes Schädlingsbekämpfungsmittel
auf Basis von hydrolysierbarem Aluminiumphosphid zu schaffen.
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Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Phosphorwasserstoff
freisetzende Zusammensetzung, enthaltend Aluminiumphosphid und gegebenenfalls andere
Zusatzmittel, insbesondere Hydrophobierungs-, Tablettierungs- und/oder die Selbstentzündung
verhindernde Mittel, gekennzeichnet durch die Kombination von feinteiligem Zink
oder einer Zinkverbindung, die mit Aluminiumphosphid verträglich ist und einer Substanz,
die unter Zersetzung oder Abspaltung Ammoniak oder Ammoniumionen erzeugt.
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Dss Phosphorwasserstoff freisetzende Agenz wird vorzugsweise Aluminiumphosphid
in feinteiliger Form innig vermischt mit den übrigen Zusatzstoffen der oben bezeichneten
Kombinatron.
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Nach einer speziellen Ausführungsform wird die beanspruchte Zusammensetzung
zur Herstellung von Phosphin verwendet, welches für verschiedenste Zwecke, beispielsweise
für verschiedene, insbesondere präparative Zwecke, nicht Jedoch direkt zur Schädlingsbekämpfung,
verwendet wird.
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Die Zusammensetzungen, welche wahlweise die konventionellen Additive
enthalten, können vorteilhaft als Schädlingsbekämpfungsmittel verwendet werden.
In diesem Falle können di Zusammensetzungen auf herkömmliche Art und Weise in eine
für diesen Zweck geeignete Form gebracht werden, z.B. in Form von Pellets, Tabletten
oder Beuteln (gefüllt mit der Zusammensetzung in Pulver- oder Granulatform) und
in Ublichen standardisierten Mengeneinheiten, z.B. wie sie für die direkte Anwendung
in Warenh'iusern, Silos, Lagerhäusern oder z.B. zum Schutz von Shnlichen geschlossenen
RRumen, wie/landwirtschaftlichen Produkten bzw. zur anderweitigen Bekämpfung von
SchRdlingen in bekannter Weise verwendet werden.
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Es wurde gefunden, daß die Zersetzung dieses erfindungsgemuren Schdlingsbekhmpfungsmittels
durch flüssiges Wasser extrem langsam verläuft. Bei den durchgeführten Hydrolyseversuchen
trat in keinem Fall Dampf- oder gar P205-Bildung auf, die maximalen Reaktionstemperaturen
lagen bei ca. 50°C.
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Dabei spielte es keine Rolle, ob die Formulierungen lose oder kompaktiert
eingesetzt wurden.
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Auch das Verhältnis Präparat zu Wasser hatte keinen gravierenden Einfluß
auf den Verlauf der Hydrolysen. Die Zersetzung der erfindungsgemäßen Formulierungen
durch Luftfeuchtigkeit, also das Ausgasungsverhalten, wird durch Zusatz der Zinkverbindungen
nicht beeinflußt. Dadurch kann erstmals bei einem aluminiumphosphidhaltigen Schädlingsbe-
kämpfungsmittel
zuverlässig verhindert werden, daß die ZUndtemperatur auch nur annähernd erreicht
wird. Hierdurch ist gewährleistet, daß eine Entzündung des Phosphorwasserstoffs
auch dann nicht eintritt, wenn z.B. durch leichtfertige oder mißbräuchliche Anwendung
flüssiges Wasser auf das Schädlings bekämpfungsmittel einwirken kann.
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Überraschenderweise sind nicht nur metallisches Zink in Pulverform
und Zinkoxid, sondern auch salzartige Zinkverbindungen, die das Zink als Kation
enthalten, zur Verhinderung der Hydrolyse wirksam. Die Art des Anions ist nicht
wesentlich, obwohl der Fachmann natUrlich Anionen vermeiden wird, welche starke
Oxidierungsmittel sind oder welche bei der praktischen Verwendung unerwünschte Korrosion
oder Probleme bezUg lich Giftigkeit verursachen, d.h. in dem Rückstand des ver brauchten
Präparats. Die verwendeten Mengen betragen vorzugsweise etwa 0.1 - 5 96, bezogen
auf die gesamte Formulierung aus Aluminiumphosphid, NH3 oder tNH4+ abspaltender
Substanz und gegebenenfalls Hydrophobierungsmittel. Höhere Anteile sind möglich,
bedeuten aber keine Verbesserung der erfindungsgemäßen Wirkung. Bei der Wahl einer
geeigneten Zinkverbindung sollte selbstverständlich darauf geachtet werden, daß
diese wasserfrei ist und die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Phosphide
nicht stbrend beeintrRchtlgt. Bsonders geeignet sind Zinkoxide, anorganische Salze
von Zink, z.B. basisches Zinkcarbonat, Zinksulfat oder Zinkborat und Zinksalze organischer
Fettsäuren, z.B. Zinkseifen, tnsbesondere Zinkstearat. Diese Zinkverbindungen wer
den zweckmaßigerweise in feinvermahlener Form eingesetzt; mit zunehmender spez.
Oberflache steigt ihre Wirksamkeit.
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Entscheidend für ein erfindungsgemäßes Wirken der Zinkverbindungen
ist die Anwesenheit einer insbesondere thermisch unter Abspaltung von NH3 zersetzbaren
Substanz, wie z.B. Ammoniumbicarbonat, Ammoniumcarbonat, Ammoniumcarbamat oder einer
z.B. in
Wasser dissozijerbaren Substanz, um Ammoniumionen zu liefern,
wie z.B. Ammoniumsulfat, primäres, sekundäres oder tertiäres Ammoniumphosphat und
Ammoniumchlorid etc. Fehlt eine derartige Substanz, haben die Zinkverbindungn nicht
die erwünschte Wirkung. Die Menge an zugegebener Substanz, welche NH3 oder tNH43+
liefert, liegt bei 10-50 zur vorzugsweise bei 15-30%, bezogen auf die Gesamtmenge
der Formulierungen.
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Die oben genannten Substanzen, die durch Zersetzung NH3 abgeben, sind
natUrlich auch - bei Anwesenheit von flüssigem Wasser - die Quelle der Ammoniumionen.
Man nimmt an, daß (in einer Weise, die noch ungeklärt ist) die Awimoniumionen eine
Rolle bei'dem Schutzmechanismus spielen, welcher hefttge Reaktionen mit flüssigem
Wasser unterdrückt.
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Überraschenderweise üben die Zinkverbindungen bzw. Zinkpulver nur
einen Einfluß auf die hydrolytische Reaktion von Aluminiumphosphid aus. Die Reaktion
der anderen in der Schädlingsbekämpfung üblichen Metallphosphide, nämlich Magnesium-
und Calciumphosphid, wird nicht wesentlich beeinflußt.
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Das Aluminiumphosphid kann von technischer Reinheit sein (und in der
Praxis ist es dies auch im allgemeinen), wie es in einem Brennofen durch Umsetzung
reinen Aluminiumpulvers mit rotem Phosphor hergestellt wird. Dieses Produkt, das
nachfolgend als technisches Aluminiumphosphid bezeichnet wird, besteht im wesentlichen
aus 75 - 90 5', insbesondere 85 5', Aluminiumphosphid. Zweckmäßigerweise umfaßt
das erfindungsgemäße Schädlingsbekämpfungsmittel eine innige Mischung aus feinteiligem
Aluminiumphosphid zusammen mit dessen anderen Verbindungen.
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Eine weitere überraschende Tatsache ist, daß die hydrolyseverzögernde
Wirkung der Zinkverbindungen bzw. Zinkpulver auch bei Abwesenheit der sonst üblichen
Hydrophobierungsmittel, aber nur in Gegenwart von Ammoniak abspaltenden Verbindungen,
eintritt.
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Da die üblichen Hydrophobierungsmittel, , wie z.B. Paraffine, Wachse,
Stearate etc., neben ihrer wasserabweisenden Wirkung auch als Gleit- und Bindemittel
bei der Preßkörperherstellung fungieren, wird man auf ihren Einsatz bei kompaktierten
Schädlingsbekämpfungsmitteln nur ungern verzichten wollen.
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Besonders wichtig für die Praxis ist der Umstand, daß die erfindungsgemäß
verwendeten Zinkverbindungen bzw. Zinkpulver ihre hydrolyseregulierende Wirkung
schon durch einfaches Zumischen zu den übrigen Formulierungsbestandteilen vermitteln.
Bei den organischen Zinkseifen kann es darüber hinaus vorteilhaft sein, wenn sie
in geeigneten, wasserfreien Lösungsmitteln, wie z.B. chlorierten Kohlenwasserstoffen
solubilisiert, mit den restlichen Komponenten vermischt werden. Nach Verdunsten
des Lösungsmittels liegt ein homogenes Gemisch vor, das unmittelbar zur weiteren
Konfektionierung gelangen kann.
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Die Anwendung der erfindungsgemäßen Formulierungen kann entweder lose
in geeignete AufnahmebehEltnissen, wie Beutel aus Gewebe, Papier oder Vliesstoff
gefüllt, oder in Form von Preßkörpern wie Pellets oder Tabletten. nach den allgemein
üblichen Methoden der Schädlingsbekämpfung mit phosphidhaltigen Pestiziden erfolgen.
Weiterhin geeignet sind Formulierungen, die mittels geeigneter Bindemittel in Granulatform
überführt worden sind. Geeignete Bindemittel sind natürliche und synthetische Polymere
, die in niedrigsiedenden, wasserfreien, organischen Lösungsmitteln löslich sind
und nach Verdunsten derselben einen Polymerfilm
auf den einzelnen
Partikeln bzw. Partikelgruppen bilden. Für die vorliegende Erfindung ist es dabei
unerheblich, ob die Polymeren neben ihrer Löslichkeit in organischen Solventien
auch wasserlöslich sind. Wenn man Jedoch eine gute Granulierungswirkung erzielen
will, ohne die Benetzbarkeit der Zusammensetzung zu beeinträchtigen, z.B. zum Zwecke
dervollständigen Hydrolyse der verbrauchten Rückstände einer solchen Zusammensetzung,
wird ein wasserlösliches, nicht wasserabstoßendes Polymer bevorzugt.
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Die Schutzwirkung, die man durch die Kombination von Zink (oder einer
Zinkverbindung) und Ammoniak und/oder Ammoniumionen bei dem Aluminiumphosphid erzielt
ist so groß, daß es nunmehr erstmalig möglich ist, sogar beabsichtigten Kontakt
des Aluminiumphosphids mit flüssigem Wasser zu riskieren, z.
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B. zum Zwecke der Erzeugung von Phosphingas, das im wesentlichen keine
höheren Homologe des Phosphit enthält, z.B. zur Verwendung im Labor oder für andere
chemische Zwecke, wie auch zur Insektenbekämpfung.
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Entsprechend einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird
die Verwendung der Zusammensetzung wie hierin beschrieben,vorgeschlagen, nämlich
die Schaffung eines Verfahrens zur Erzeugung von Phosphingas, welches umfaßt: Exponieren
einer Zusammensetzung wie sie hier beschrieben wird zu Wasser, wobei das Aluminiumphosphid
unter Bildung von Phosphingas hydrolysiert wird. Das Wasser kann als Dampf vorliegen
(s. die Fumigationsverfahren nach dem Stand der Technik, welche Metallphosphid-Präparationen
verwenden), oder es kann in flüssiger Form verwendet werden, z.B. in einem Entwicklungsgefäß
von nicht einfacher Konstruktion.
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Zum Zwecke der Schädlingsbekämpfung kann das so hergestellte Phosphingas
unmittelbar in eine Umgebung geleitet und dort aufrecht erhalten werden, die mit
auszurottenden Insekten befallen ist.
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Um auch unter extremen Bedingungen sicher zu gehen besteht die Möglichkeit,
dem SchSdllngsbekSmpfungsmittel eine geringe Menge an hydrophobierenden Verbindungen,
die dem Fachmann bekannt sind, zuzugeben. Kürzlich sind zu diesem Zweck bestimmte
Alkyl- oder Alkenyl- substituierte aromatische Kohlenwasserstoffe mit einem Benzolkern
mit 2 - 5 entsprechenden Substituenten oder einem Naphthalinkern mit 2 - 3 entsprechenden
Substituenten vorgeschlagen worden, wobei die genannten Substituenten zwischen 1
- 4 Kohlenstoffatome aufweisen.
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Weitere Vorsichtsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Hydrolyse der Zusammensetzungen
mit flüssigem Wasser betreffen die Herabsetzung der entstehenden Wärme. Für diesen
Zweck werden die Präparationen in Form von Granulaten, Pellets bzw. Tabletten nach
und nach in einem Entwicklungsbehälter der Wasser enthält und mit einer bekannten
Füllstandsanzeigevorrichtung versehen ist, über einen Zeitraum geleitet, der sich
über den größten Teil der gesamten Fumigationsperiode erstreckt. Dieses Verfahren
(das vollständig automatisiert werden kann, was keiner näheren Beschreibung bedarf)
kann gleichzeitig dazu dienen, in dem Behälter eine Phosphinkonzentration aufrecht
zu erhalten, welche optimal für das Jeweilige Fumigationsverfahren ist (und welche
verschieden ist Je nach Klima, Art der Schädlinge, Art der Guter, des Raumes und
der für die Fumigation zur Verfügung stehenden Zeit). Wenn in kurzer Zeit verhältnismäßig
große Mengen der Präparation hydrolysiert werden, kann es zweckmäßig sein,das Wasser
in dem Erzeugerbehälter zu kühlen.
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Die nachfolgenden Beispiele sollen die Erfindung erläutern, ohne sie
einzuschränken.
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Alle Mengenangaben sind Gewichtsteile (Masse), sofern nichts andens
vermerkt ist. Das in den Beispielen verwendete Aluminiumphosphid ist von technischer
Reinheit (85 % A1P)
Beispiel 1: 70 Teile techn. Aluminiumphosphid,
25 Teile Ammoniumcarbamat und 3 Teile Stearin wurden innig vermischt. Diese Grundmischung
wurde geteilt und eine Hälfte direkt, die andere Hälfte nach Zumischen von 2% eines
handelsüblichen Zinkstea rates mit einem Schtlttgewicht von 115 g/l zu Formkörpern
à 3 g verpreßt. Je 10 Tabletten wurden in einem 250 ml Becherglas mit 30 ml H20
von 20% übergossen. Der Temperaturanstieg während der Hydrolyse wurde mit einem
el. Thermometer gemessen.
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Während das Temperaturmaximum bei der Zinkstearat enthalten den Formulierung
bei etwa 37 0C lag, erreichte die Grundmischung ihren Höchstwert bei etwa 930C.
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Beispiel 2: 70 Teile techn. Aluminiumphosphid wurden bei 1200C mit
4 Teilen Hartparaffin nach DAB 6 gemischt. Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur
wurde das hydrophobierte A1P mit 26 Teilen Ammoniumcarbamat vermischt und eine Hälfte
dieser Mischung direkt zu Formkörpern à 3 g verpreßt (A). Die andere H:ilfte der
Mischung wurde nach Zusatz von 0,5 Teilen eines Zinkoxides mit einer BET-Oberfläche
von 10 m2/g ebenfalls zu Tabletten ä 3 g verpreßt. Anschließend wurden alle Formkörper
zur Erhöhung des hydrophoben Effektes einer kurz zeitigen Wärmebehandlung (1 h,
700C im geschlossenen Gefäß) unterworfen.
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Von beiden Ausführungen wurden Je 10 Tabletten in einem 400 ml Becherglas
mit 30 ml H20 hydrolysiert. Bei der erfindungsgemäßen Formulierung lag die max.
Reaktionstemperatur bei etwa 51°C, die Tabletten ohne Zinkoxid erreichten 1050C.
Hierbei wurde P205 - Rauch beobachtet.
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Beispiel 3:
60 Teile techn. Aluminiumphosphid, 35 Teile Harnstoff und
3 Teile Aluminiumstearat wurden mit 10 Teilen einer 20 zeigen Suspension eines Zinkstesrates
gemäß Beispiel 1 in Dichlormethan innig vermischt (B) und anschließend das Ldsungsmittel
entfernt. Eine zweite Mischung wurde hergestellt, bei der 20 Teile Harnstoff durch
Ammoniumcarbamat ersetzt wurden. Die Ammoncarbamat enthaltende Mischung zeigte bei
der Hydrolyse eine sehr mäßige Reaktion, während sich der aus der anderen Formulierung
bei der Hydrolyse gebildete Phosphorwasserstoff spontan entzündete. Die gemessene
Reaktionstemperatur vor der ZUndung lag bei etwa 1070 C.
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Beispiel 4: 70 Teile techn. Aluminiumphosphid wurden bei 1400C 1 h
mit 0,5 Teilen eines Methylhydrogenpolysiloxans unter Luftabschluß behandelt. Nach
Aushärten des Silikons und Abkühlen auf Raumtemperatur wurden 15 Teile Ammoniumchlorid,
14 Teile Harnstoff und 0,5 Teile feinvermahlenes Zinkborat zugemischt.
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Je 10 aus dieser Mischung gepreßte Tabletten d 3 g und 10 Tabletten
aus einer Mischung von 70 Teilen techn. Aluminiumphosphid, 26 Teilen Ammoniumcarbamat
und 4 Teilen Hartparaffin DAB 6 wurden bei 350 Raumtemperatur in einem 250 ml Becherglas
mit 30 ml H20 von 35°C übergossen. Die max. Reaktionstemperatur lag bei der erfindungsgemäßen
Formulierung bei etwa 390C, die Vergleichstabletten erreichten ihren Höchstwert
bei 920C. Dabei entwickelte sich Dampf.
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Beispiel 5: Je 10 der erfindungsgemäßen Tabletten und der Vergleichstabletten
aus Beispiel 4 wurden 3 h an der Luft ausgelegt.
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Anschließend erfolgte ein Hydrolyseversuch wie in Beispiel
4.
Die erfindungsgemäßen Preßkörper reagierten sehr langsam und erreichten eine max.
Reaktionstemperatur von 380C.
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Der aus dem Vergleichstabletten entwickelte Phosphorwasserstoff entzündete
sich nach kurzer Reaktionsdauer.
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Beispiel 6: Ein Gemisch aus 70 Teilen technisches Aluminiumphosphid,
15 Teilen Ammoniumchlorid, 14,8 Teilen Harnstoff und 0,2 Teilen eines Zinkoxides
aus Beispiel 2 wurde zu Pellets a 0,6 g verpreßt. 50 g dieser Preßkörper wurden
in einem 1 1 Becherglas mit 50 ml H20 zur Reaktion gebracht. Die Hydrolyse verlief
äußerst langsam, die max. Reaktionstemperatur lag bei etwa 23°C. Zum Vergleich wurden
Preßkörper hydrolysiert, die bei sonst gleicher Zusammensetzung kein Zinkoxid enthielten
(C).
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Kurz nach Hydrolysebeginn entzündet sich das entwickelte Phosphin.
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Beispiel 7: 70,5 Teile eines gemäß Beispiel 4 behandelten Aluminiumphosphids,
19,3 Teile Harnstoff, 10 Teile Ammoniumcarbamat und 0,2 Teile Zinkoxid (BET-Oberfläche
10 m2/g) wurden unter Luftabschluß innig vermischt und anschließend zu Formkörpern
à 3 g verpreßt.
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Als Vergleich dienten Formkörper, die aus einer Mischung von 70,5
Teilen silikonisiertem Aluminiumphosphid, 19,5 Teilen Harnstoff und 10 Teilen Ammoniumcarbamat
hergestellt wurden (D). Je 10 Tabletten wurden in einem 250 ml Becherglas mit 30
ml H20 hydrolysiert. Die Reaktionstemperatur der zinkoxidhaltigen Formulierung erreichte
ihr Maximum bei 35 0C, die Vergleichstabletten erreichten 1050 C. Dabei entwickelte
sich P205 - Rauch.
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Beispiel 8: 70 Teile techn. Aluminiumphosphid, 15 Teile Ammoniumcarbamat,
13,5 Teile Harnstoff und 0,5 Teile Zinkoxid wurden innig gemischt und anschließend
mit 10 Teilen einer 10 96 igen Lösung von Polyvinylpyrrolidon in Dichlormethan besprüht.
Nach Verdunsten des Lösungsmittels lag die Formulierung als feines Granulat vor.
Je 50 g dieses Granulates und 50 g eines bis auf den Anteil an Zinkoxid gleichartigen
Granulates wurden mit 50 ml H20 in einem 400 ml Becherglas zur Reaktion gebracht.
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Die Reaktion des Zinkoxid-freien Granulates verlief rasch und heftig
mit Bildung von P205 - Rauch. Die erfindungsgemäße Formulierung reagierte sehr langsam
und erreichte nur eine maximale Reaktionstemperatur von 370C, obwohl ein Hydrophobierungsmittel
nicht vorhanden war.
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Beispiel 9: 70 Teile techn. Aluminiumphosphid, 20 Teile Ammoniumcarbamat,
7 Teile Harnstoff und 3 Teile Aluminiumstearat wurden unter Luftabschluß innig vermischt.
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Diese Mischung wurde geteilt und eine Hälfte direkt, die andere Hälfte
nach Zusatz von 2 Teilen Zinkpulver (gehandelt als Zn-Staub) zu Formkörpern von
3e 3 g verpreßt.
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Diese Preßkörper wurden folgendem Hydrolyseversuch unterworfen: Je
10 Tabletten wurden in einem 400 ml Becherglas mit 20 ml Wasser übergossen und der
Temperaturanstieg während der Hydrolyse gemessen. Das Temperaturmaximum der Zink-haltigen
Tabletten lag bei 54°C, die Zink-freien Tabletten erreichten 940C. Hierbei entwickelte
sich P205-Rauch.
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Beispiel 10: 70 Teile techn. Aluminiumphosphid, 15 Teile Ammoniumcarbamat,
12 Teile Harnstoff und 3 Teile Stearinsäure wurden unter Luftabschluß innig vermischt.
Eine Hälfte der Mischung wurde direkt, die andere Hälfte nach Zusatz von 2 Teilen
Zinksulfat zu Formkörpern von je 6 g verpreßt.
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Bei einem anschließend durchgeführten Hydrolyseversuch (gemäß Beispiel
9) verlief die Reaktion der Zinksulfathaltigen Preßkörper sehr ruhig, die Maximaltemperatur
lag bei 33°C. Die Vergleichspresslinge reagierten wesentlich heftiger unter Bildung
von P205 - Rauch.
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Beispiel 11: Es wurden Presskörper nach Beispiel 10 hergestellt, bei
denen das Zinksulfat durch basisches Zinkcarbonat ersetzt wurde.
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Auch diese Presskörper reagierten sehr langsam mit H2O, während die
damit verglichenen Zinksalz-freien Presskörper einen stürmischen Reaktionsverlauf
zeigten und P205-Rauch entwickelt wurde.
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TABELLE 1 Temperaturverlauf der Hydrolyse von je 10 Tabletten mit
30 ml H2O Formulierung gemäß Zusammensetzung Temperatur nach T max.
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Beispiel in Gewichtsteilen 5 min 10 min 15 min 30 min 60 min (min)
1 70 AlP, 25 AC, 22 24 26 34 32 37° (55 min) 3 Stearin, 2 Zn-Stearat 2 70 AlP, 26
AC, 22 23 25 27,5 28 31° (95 min) 4 Par., 0,5 ZnO 3 60 AlP, 20 AC, 21 23,5 26 29
34 36° (45 min) 15 HSt., 3 Al-Stearat, 2Zn-Stearat 4 70 AlP, 15 HN4Cl, 21 22 23,5
26 26,5 26,5° (55 min) 14 HSt., 0,5 H-Siloxan, 0,5 Zn-Borat 6 70 AlP, 15 NH4Cl,
20 20 20,5 21,5 22 23° (75 min) 14,8 HSt., 0,2 ZnO 7 70 AlP, 10 AC, 22 24 27 33
34 35° (75 min) 19,3 HSt., 0,5 H-Siloxan, 0,2 ZnO
Vergleichs- Zusammensetzung
Temperatur nach T max.
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versuche in Gewichtsteilen 5 min 10 min 15 min 30 min 60 min (min)
A 70 AlP, 26 AC, 25 31 62 80 105°(20 min) 4 Par.
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B 60 AlP, 35 HSt, 25 43 104 107°(17 min) 3 Al-Stearat, 2 Zn-Stearat
C 70 AlP, 15 NH4Cl, 28 74 97 114°(13 min) 15 HSt.
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D 70 AlP, 10 AC, 26 37 63 76 105°(24 min) 19,5 HSt.
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0,5 H-Siloxan AlP-techn. Aluminiumphosphid, AC-Ammoniumcarbamat, Par.-Hartparaffin
DAB 6 HSt-Harnstoff, H-Siloxan - Hydrogenpolymethylsiloxan
Die
Preßkörper aus den Beispielen 1 - 6 wurden folgendem Versuch unterworfen: Je 3 Tabletten
wurden in einer 1/2 m2 fassenden Gaskammer bei 200C und.ca. 70 % rel. Luftfeuchtigkeit
ausgelegt und in festgelegten Zeitabständen die freigesetzte PH3-Gasmenge mittels
Drägerröhrchen bestimmt. Es zeigte sich, daß trotz extrem verlangsamter Reaktion
mit flüssigem Wasser die Reaktion mit der Luftfeuchtigkeit nicht beeinträchtigt
wird.
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Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 festgehalten, die Benennung der Proben
entspricht Tabelle 1.
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Tabelle 2 PH3 - Freisetzung Formulierung gemäß Beispiel 30 min 1 h
2 h 3 h 4 h 5. h 6 h 24 h 1 80 120 240 370 490 560 680 2400 2 80 180 280 320 400
540 680 2350 3 40 SO 180 290 370 510 610 2400 4 GO 160 280 430 600 670 790 2350
6 90 200 300 ti50 550 .700 790 2400 A 70 180 250 350 400 520 700 2400 ß 80 180 270
350 410 500 590 2200 C CO 190 310 450 630 710 780 2350
Die Tabelle
2 zeigt deutlich, daß durch den Zusatz erfindungsgemäßer Zinkverbindungen die Zersetzung
des Aluminiumphosphids durch Luftfeuchtigkeit nicht beeinträchtigt wird. Dabei ist
zu berücksichtigen, daß in Beispiel 3 die Formulierung nur 60 96 Aluminiumphosphld
enthält.
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Die vorliegende Erfindung ermöglicht Schädlingsbekämpfung mittel auf
der Basis von hydrolysierbarem A1P, die unter Beibehaltung der gewünschten. dem
bisherigen Stand der Technik entsprechenden Ausgasungsmerkmalen, einen wesentlichen
Beitrag zur Erhöhung der Feuersicherheit bei der praktischen Anwendung der Mittel
zur Schädlingsbekämpfung leisten.