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Ofen für feste BrennstUffe
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Die Erfindung betrifft einen Ofen für feste Brennstoffe, welcher einen
durch einen rückwärtigen Abzugsstutzen an einer Rauchgasableitung angeschlossenen
Brennraum und einen oberhalb des Brennraumes angeordneten Fülltrichter aufweist.
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Derartige Öfen sind als Heizöfen zur Erzeugung von Warmluft bekannt,
wobei ihr Fülltrichter ihren Betrieb auch als Dauerbrenner erlaubt. Diese Öfen sind
aber kaum dazu geeignet, in größeren Mengen anfallende Feststoffabfälle zu verbrennen,
wie diese beispielsweise in Lagerhallen, Werkstatträumen usw. als Einwegpaletten,
Verpackungskisten und dgl. anfallen, Insbesondere an heißen Sommertagen fiihrt die
Verbrennung von solchen Abfallmaterialien bei den bekannten Heizölen zu unerträglich
hohen J?aumtemperaturen.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen vornehmlich für Werkstatträume,
Lagerhallen und dgl. einsetzbaren Ofen zu schaffen, der möglichst universal für
feste Brennstoffe einsotzbar ist und der in einem sehr weiten Umfang von der Funktion
größtmögliche Wärmeerzeugung auf Abfallverbrennung mit kleinstmöglicher Wärmeabgabe
an den Aufstellungsraum umstellbar ist, Zur Lösung dieser Aufgabe ist erSindungsgemäß
vorgesehen, daß die Rauchgasableitung als Wärmetauscher zur Erzeugung von Warmluft
ausgebildet ist, daß der Fülltrichter im oberen Bereich durch einen zweiten Abzugstutzen
an das kaminseitige Ende der Rauchgasleitung angeschlossen ist und daß in den beiden
Abzugstutzen gegenläufig miteinander gekoppelte Sperrklappen zur Aufteilung des
Abzuges angeordnet sind.
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er Ofen nach qer Erfindung dient bei vollständig geschlossener Klappe
im oberen Abzugstutzen als Wärmeerzeuger, da die gesamten Verbrennungsgase durch
die als Wärmetauscher ausgebildete Rauchgasableitung hindurchströmen. Der Ofen kann
hierbei mit Kohle, Koks, Brikett, Holz, Torf beschickt werden, wobei die Beschickung
im Normalfall mit geringen, der Größe des Brennraumes angepaßten Mengen erfolgt,
während
zum Dauerbrennbetrieb - beispielsweise zur Aufrechterhaltung
der Beheizung über ein langes Wochenende - auch der' Fülltrichter mit Brennmaterial
beschickt werden kann.
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Durch ein gewisses Öffnen der Klappe im oberen Abzugstutzen kann ein
Teil der Abztigsluft durch den Fülltrichter geleitet werden, wo die heißen Rauchgase
beispielsweise zur Vortrocknung von nassem Holz verwendet werden können. Bei vollständigem
Öffnen der im oberen Abzugstutzen angeordneten Klappe - und dem damit automatisch
erfolgenden Schließen des unteren, unmittelbar an den Brennraum angeschlossenen
Abzugstutzens - werden die gesamten Verbrennungsabgase unter Umgehung des Wärmetauschers
zum Kaminanschluß hin umgeleitet, wobei in einem solchen Falle nur wenig Wärme an
den Aufstellungsraum des Ofens abgegeben wird.
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Im Gesamtergebnis erbringt die Erfindung einen Ofen, der sehr universell
einsetzbar und sehr rasch und bequem an die im Einzelfall oft recht unterschiedlichen
Festbrennstoffe und Mischungen solcher Festbrennstoffe anpaßbar ist.
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In Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen werden, daß die beiden
Abzugstuten jeweils in einen horizontalen Querkasten münden, welche durch eine Vielzahl
von Wärmetauschrohren miteinander verbunden sind, und daß die Querkästen
und
die Wärmetauschrohre in einem von Raumluft durchströmten Luftschachtgehäuse angeordnet
sind. Der so mit einfachem Herstellaufwand schaffbar Wärmetauscher kann durch Verschließen
der Lufteinlaßöffnung weitgehend außer Betrieb geschaltet werden wobei das Luftschachtgehäuse
quasi eine Wärmeisolierung für die Rauchgasableitung darstellt und in einem solchen
Falle eine unerwünschte Aufheizung des Aufstellungsraumes mit verhindert. Zum Betrieb
als Warmlufterhitzer ist dagegen der Erfindung zufolge vorgesehen, daß das Luftschachtgehäuse
am unteren Lufteinlaß mit einem Gebläse und am oberen Ende mit ein oder mehreren
Warmluftabgängen versehen ist. Durch Einschalten des Gebläses können am Wärmetauscher
große Mengen von Warmluft erzeugt werden, die unmittelbar in den Abfstellungsraum
einströmen aber auch über gesonderte Warmluftableitungen in Nebenräume geleitet
werden kann.
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I)er Erfindung zufolge kann sowohl der Brennraum als auch der Fülltrichter
mit je einer Fülltür versehen sein. Nach weiteren Merkmalen der Erfindung mündet
der Fülitrichter oberhalb des Brennraum-Abzugstutzes in den Brennraum, ist die Trichterwandung
vielfach gelocht und von einem Kerngehäuse unter Bildung eines Zwischenraumes umschlossen,
an den der obere Abzugsstutzen unmittelbar angeschlossen
ist. Zweckmäßigerweise
ist das Kerngehäuse oberhalb des Fülltrichters noch mit einer durch eine Klappe
verschließbaren großen Wartungsöffnung versehen.
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Der Gegenstand der Erfindung wird im folgenden anhand eines in der
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles näher beschrieben, wobei zeigen Fig.
1 einen Ofen nach der Erfindung in Vorderansicht, Fig. 2 den Ofen in Seitenansicht,
Fig. 3 den Ofen in Draufsicht, Fig. 4 einen Vertikalschnitt durch den Ofen gemaf3
der Linie IV-IV in Fig. 1, und Fig. 5 und 6 jeweils einen Horizontalschnitt gemäß
den Schnittlinien V-V und VI-VI in Fig. 4.
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In einem Kerngehäuse i. 1 ist ein mit einer Schamottauskleidung 2
versehener Brennraum 3 ausgebildet, dem an der Vorderseite des Gehäuses eine Schürtür
4 unter darüber eine Fülltür 5 zugeordnet sind. Unter einem Rost G ist ein Aschenkasten
7 gezeigt.
An der Rückseite ist der Brennraum 3 über einen Abzugstutzen
8 an eine Rauchgasableitung 9 angeschlossen, die mit einem Kaminanschlußstutzen
10 endet.
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Uber dem Brennraum 3 ist ein großer Fülltrichter 11 angeordnet, der
auf dem größten Teil einer Länge als zylindrische Trommel 12 und im unteren Bereich
als eigentlicher, sich verjüngender Trichterteil 13 ausgebildet ist. Die Trommel
ist im oberen Teil vielfach gelocht. Der Zwischenraum 14 zwischen Fülltrichter 11
und Kerngehäuse 1 ist durch einei in Höhe des oberen Endes des Fülltrichters 11
liegenden weiteren Abzugstutzen 15 ebenfalls an die Rauchgasableitung 9 und zwar
nahe dem oberen kaminseitigen Anschlußstutzen 10 angeschlossen. An der Vorderseite
des Kerngehäuses 1 ist oben eine weitere ülltür 16 zur Beschickung des Fülltrichters
11 durch dessen seitliche Öffnung 17 hindurch vorgesehen. An der Oberseite weist
das Kerngehäuse 1 eine große kreisrunde Öffnung 18 auf, die durch eine Klappe 19
verschließbar ist.
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I)ie beiden Abzugstutzen 8 und 15 münden jeweils in einen horizontalen
Querkanten 20, 21, die durch eine Vielzahl paralleler i<auchgasrohre 22 miteinander
verbunden sind.
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werner ist in jedem Abzugstutzen 8, 15 eine Sperrklappe 23, 24 vorgesehen,
die über eine Bedienungseinrichtung 25 gegenläufig
miteinander
gekoppelt sind. Bei allen Ausftihrungsbeispielen ist die obere Klappe 24 in vollständig
geschlossener und die untere Klappe 23 in maximal geöffneter Stellung gezeigt.
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Wie in Fig. 1 bis 3 teigen, ist die gesamte Rauchgasableitung 9 innerhalb
eines Luftschachtgehäuses 26 angeordnet, das im Bereich seiner unteren Einlaßöffnung
mit einem Gebläse 27 versehen ist. Oben ist das Luftschachtgehäuse mit einem Luttauslaßgrill
28 und mit weiteren Warmluftabgängen 29 zur Beheizung von Nebenräumen versehen.
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Das Luftschachtgehäuse 26 bildet zusammen mit der Rauchgasleitung
9 einen Wärmetauscher, mit dem insbesondere bei Einschaltung des Gebläses 27 große
Mengen Warmluft erzeugt werden können. Bei abgeschaltetem Gebläse 27 und verschlossenem
unteren Einlaß bildet dagegen das Luftschachtgehäuse 26, das auch die Seitenflächen
des Kerngehäuses 1 miteinfaßt, eine Abschirmung für die Rauchgasleitung 9, wobei
beispielsweise beim Einsatz des Ofens zur Verbrennung von Abfallstoffen an heißen
Tagen einer unerwünschten weiteren Aufheizung des Aufstellungsraumes entgegengewirkt
wird.
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Wie in Fig. 2 ferner noch angedeutet ist, kann der Ofen im Bereich
des Brennraumes auch mit einer Einr eichung 30 zur Warmwassererzeugung ausgerüstet
sein.