DE3043439A1 - Verfahren zum herstellen eines hochbeanspruchbaren schmiedeteils aus stahl - Google Patents
Verfahren zum herstellen eines hochbeanspruchbaren schmiedeteils aus stahlInfo
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Description
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Verfahren zum Herstellen eines hochbeanspruchbaren Schmiedeteils aus Stahl
Geschmiedete Bauteile aus Stahl, die hohen mechanischen Beanspruchungen
ausgesetzt sind, wie z. B. Achskörper für Kraftfahrzeuge, werden üblicherweise aus Vergütungsstählen, wie z. B.
CK 45» 42 CrMo 4 oder 4I Ox 4» gesehmiedet und anschließend einem
Vergütungsverfahren unterworfen, um die gewünschten Festigkeitseigenschaften
zu erzielen.
Es ist bereits bekannt (Zeitschrift "Stahl und Eisen" 69. Jahrgang,
(1949) Nr. 9, 28. April, Seite 296/297), aus Vergütungsstählen geschmiedete Bauteile aus der Schmiedehitze heraus, d. h. ohne sie
längere Zeit auf Schmiedetemperatur zu halten, durch Abschrecken in einer wässrigen Lösung zu härten. Das Härten aus der Schmiedehitze
heraus bedeutet zwar bereits eine wesentliche Rationalisierung der Herstellung solcher Bauteile, jedoch müssen diese beim bekannten
Verfahren nach dem Härten noch etwa 1 1/2 Stunden lang bei einer Temperatur von etwa 660 C angelassen werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Herstellung hochbeanspruchbarer
Schmiedeteile aus Stahl, insbesondere Achskörpern
ORIGINAL INSPECTED
für Kraftfahrzeuge, unter Aufrechterhaltung ihrer benötigten
Festigkeitseigenschaften zu vereinfachen und den Gesamtaufwand zu verringern.
Biese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Schmiedeteil aus einem Stahl mit einem Kohlenstoffgehalt
zwischen 0,05 und 0,25 $ und einem Mangangehalt zwischen 1,0
und 2,0 ^o geschmiedet und nach dem Härten ohne anschließendes
Anlassen spangebend weiterbearbeitet wird.
Als Stahl wird also im Prinzip ein Baustahl eingesetzt, dessen Kohlenstoff- und Mangangehalt jedoch innerhalb ganz bestimmter
Bereiche liegt. Durch die Wahl dieser speziellen Rezeptur für den eingesetzten Stahl wird nicht nur infolge des Portfalls
von Vergütungsstählen der materialmäßige Aufwand verringert, sondern gleichzeitig werden entscheidende verfahrensmäßige Vereinfachungen
erzielt, weil auf das sonst erforderliche Anösen
verzichtet werden kann, ohne daß die dabei erzielten Bauteileigenschaften schlechter wären, als die solcher Bauteile, die
unter Einsatz von Vergütungsstählen konventionell gefertigt worden sind.
Der Entfall des Anlassens bewirkt wegen des Fortfalls der sonst dazu notwendigen Erwärmungsmaßnahmen eine spürbare Energieeinsparung
sowie eine Verringerung der Fertigungszeit insgesamt. Darüber hinaus ergibt sich eine wesentliche Vereinfachung des
sogenannten Handlings, d. h. der Handhabung des geschmiedeten Bauteils, weil dieses u. a. nach dem Abschrecken in einer
•wässrigen Lösung, z. B. in einem mit Salz versetzten Wasserbad,
oder Öl nicht erst zum Anlassen in einen Ofen, sondern gleich zum Richten weiterbefördert werden kann. Der Aufwand für das
Richten selbst wird durch das erfindungsgemäße Verfahren ebenfalls
verringert.
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Der zur Erzielung der gewünschten Bauteileigenschaften notwendige Kohlenstoff- und Mangangehalt ist im gewissen Umfang
abhängig vom Querschnitt des geschmiedeten Teiles. Pur Achskörper von Kraftfahrzeugen ist es von Torteil, einen Kohlenstoffgehalt
zwischen 0,15 und 0,25 % und einen Mangangehalt
zwischen 1,2 und 1,7 $ zu wählen.
Die gewünschten Bauteileigenschaften können durch entsprechende Wahl der Kohlenstoff- und Mangangehalte den jeweiligen
Bedürfnissen angepaßt werden, wobei höhere Kohlenstoffgehalte
eine höhere Randhärte und höhere Mangangehalte eine höhere Kernfestigkeit des geschmiedeten Bauteiles bewirken.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es auch, als Stahl
Strangguß, vorzugsweise einen gewalzten Strangguß, d. h. also einen besonders wirtschaftlichen Stahl einzusetzen.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist mit besonderem Vorteil zur Herstellung geoßerer Bauteile, wie z. B. Achskörpern von Kraftfahrzeugen,
einzusetzen, weil bei derartigen Bauteilen der sonst übliche Material- und Energiebedarf hoch und die Schwierigkeiten
beim Handling vergleichsweise groß sind. Solche Bauteile werden vielfach im Gesenk geschmiedet. In diesem Falle müssen die
Schmiedeteile im Einstück-Verfahren hergestellt werden.
Durch die Einhaltung der vorgeschlagenen Bereiche für den Kohlenstoff-
und Mangangehalt, d. h. durch die Rezeptur des Stahles, werden - obgleich bei der Fertigung auf das sonst übliche Vergüten,
d. h. auf das Anlassen nach dem Härten aus der Schmiedehitze heraus verzichtet wird - gleichwertige Bauteileigenschaften
erzielt wie bei konventionell gefertigten Teilen aus Vergütungsstählen.
Es versteht sich, daß unter dem Ausdruck Schmieden etc.
nicht nur das klassische Schmieden, bei dem das auf die benötigte Temperatur erwärmte Werkstück schlagend bearbeitet
wird, zu verstehen ist, sondern auch sämtliche moderneren Warmformgebungsverfahren, bei denen die Verformung
des Werkstückes nicht schlagend erfolgt.
ORIGINAL INSPECTED
Claims (1)
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