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Vorrichtung zum Auswechseln der Arbeitswalzen von Walzgerüsten
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Die Erfindung beschäftigt sich mit einer Vorrichtung zum Auswechseln
der Arbeitswalzen von Walzgerüsten, mit einem in Achsrichtung der Arbeitswalzen
verfahrbaren Walzenausbauwagen, wobei der Walzenausbauwagen zwei Ausbaumuffen aufweist
und jede Ausbaumuffe mindestens zwei gegeneinander verstellbare und an vorstehenden
Zapfen der Arbeitswalzen anklemmbare Klemmstücke aufweist. (Die Erfindung bezieht
sich auf den Walzenwechsel sowohl bei Duo-Walzgerüsten als auch, und zwar insbesondere
bei Quatro-Walzgerüsten.)
Walzgerüste bestehen in ihrem grundsätzlichen
Aufbau aus einem Walzenständer, aus Einbaustücken für die Arbeitswalzen und ggf.
für Stützwalzen, aus Anstellvorrichtungen und (üblicherweise hydraulischen) Walzenentlastungsvorrichtungen.
Die Arbeitswalzen und ggf. die Stützwalzen sind in den Einbaustücken gelagert, werden
durch die an den Einbaustücken angreifenden Anstellvorrichtungen entgegen der Wirkung
der Walzenentlastungsvorrichtungen auf das vorgesehene Maß des Walzspaltes zusammengefahren
und zum Walzenwechsel bei gelösten Anstelivorrichtungen durch die Walzenentlastungsvorrichtungen
auf ein - üblicherweise vorbestimmtes - Maß auseinandergefahren. Während die bei
Quarto-Walzgerüsten vorhandenen Stützwalzen geringeren Beanspruchungen ausgesetzt
sind und folglich nur verhältnismäßig selten ausgewechselt werden müssen, so daß
man zum Auswechseln der Stützwalzen auch einen verhältnismäßig hohen Arbeitsaufwand
hinnimmt, müssen die im Betrieb hoch beanspruchten Arbeitswalzen häufig ausgewechselt
werden, so daß man nach Vorrichtungen zum Auswechseln der Arbeitswalzen strebt,
die einen weitgehend mechanisierten Arbeitsablauf beim Walzenwechsel mit entsprechend
geringen Stillstandszeiten der entsprechenden Walzstraßen ermöglichen.
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Bei einer bekannten Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art (vgl.
die DE-OS 19 13 771) ist ein in Achsrichtung der Arbeitswalzen verfahrbarer und
mit Ausbaumuffen versehener Walzenausbauwagen vorgesehen. Die Ausbaumuffen werden
an seitlich vorstehende Zapfen der Arbeitswalzen angeklemmt, und nach dem Klemmen
werden die Arbeitswalzen durch den Walzenausbauwagen aus dem Walzgerüst seitlich
herausgefahren. Neue bzw. überarbeitete Arbeitswalzen werden in entsprechender Weise
mittels der Ausbaumuffen aufgenommen und durch Verfahren des Walzenausbauwagens
in das Walzgerüst eingeführt. Diese bekannte Vorrichtung der eingangs beschriebenen
Art hat sich in der Praxis hervorragend bewährt, weil damit eine wesentliche Verkürzung
der Stillstandszeiten beim Walzenwechsel errei-cht worden ist.
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Ein Nachteil der zuvor beschriebenen bekannten Vorrichtung besteht
darin, daß die Ausbaumuffen verhältnismäßig kompliziert aufgebaut sind. Dies führt
in
Verbindung mit den hohen Beanspruchungen der Ausbaumuffen, die sich aus der einseitigen
Klemmung der Arbeitswalzen und den damit verbundenen, an den Ausbaumuffen wirksamen
Momenten ergeben, zu einer aufwendigen Auslegung der Ausbaumuffen. Tatsächlich sind
im Stand der Technik die Ausbaumuffen nach Art herkömmlicher Spannzangen mit einer
Mehrzahl von Klemmstücken versehen, die sämtlich zum Spannen gegenüber der Ausbaumuffe
synchron verstellt werden. Die Verstellung der Klemmstücke erfolgt - wie auch im
Rahmen der Erfindung - üblicherweise mittels hydraulischer Zylinderkolbenanordnungen.
Bei dieser Auslegung der Ausbaumuffen bei der bekannten Vorrichtung ist man davon
ausgegangen, daß unter Berücksichtigung der in der Praxis möglichen Schwankungen
der Zapfendurchmesser ein zentrisches Spannen notwendig sei.
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Zur Lösung der Aufgabe, eine Vorrichtung der eingangs beschriebenen
Art anzugeben, die sich durch einfachen und weniger kostenaufwendigen Aufbau bei
geringerer Störanfälligkeit auszeichnet, ist bereits eine Vorrichtung vorgeschlagen
worden (vgl. die Patentanmeldung P 30 18 997.0-14), die dadurch gekennzeichnet ist,
daß jede Ausbaumuffe mindestens ein festes und mindestens ein bewegliches Klemmstück
aufweist und das feste Klemmstück mit der Ausbaumuffe verbunden ist. Vorzugsweise
weist jede der Ausbaumuffen genau ein festes und genau ein bewegliches Klemmstück
auf. Mit dieser Ausgestaltung ist also vorgesehen, daß die Klemmung der Zapfen der
auszuwechselnden Arbeitswalzen nicht mehr symmetrisch erfolgt, sondern vielmehr
asymmetrisch, indem das bewegliche Klemmstück bzw. die beweglichen Klemmstücke gegenüber
dem festen bzw. den festen, mit der Ausbaumuffe verbundenen Klemmstücken unter Einspannung
der Zapfen der Arbeitswalzen verstellt werden. Verringerter Aufwand bei erhöhter
Zuverlässigkeit ergibt sich dabei zunächst daraus, daß die Anzahl der Betätigungseinrichtungen
für die Verstellung der Klemmstücke sich verringert hat. Zugleich bietet sich dabei
die Möglichkeit, die Betätigungseinrichtungen einfacher und robuster aufzubauen
als das bisher möglich war, was nachfolgend im einzelnen erläutert wird. Außerdem
führt die Klemmung der Zapfen an einem mit der Ausbaumuffe verbundenen Klemmstück
insgesamt zu einer
verbesserten Einspannung der Arbeitswalzen beim
Auswechseln.
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Im einzelnen sind in Verbindung mit der zuvor beschriebenen Vorrichtung
zahlreiche Ausgestaltungsmöglichkeiten vorgeschlagen worden. So ist eine konstruktiv
und festigkeitsmäßig besonders vorteilhafte Ausführungsform der Klemmstücke dadurch
gekennzeichnet, daß das feste und das bewegliche Klemmstück jeder Ausbaumuffe U-förmig
ausgebildet, mit einander zugewandten U-Innenräumen angeordnet und an der Innenseite
der U-Stege mit Zapfenauflagern versehen sind. Während der Zapfen der jeweils aufzunehmenden
Arbeitswalze zwischen den Zapfenauflagern geklemmt und damit eingespannt wird, können
Betätigungs- und Führungsglieder für die Klemmstücke an den U-Schenkeln angreifen.
Im übrigen ist vorgesehen, die U-Schenkel mindestens der festen Klemmstücke an ihren
freien Enden zu verbinden, so daß sich eine geschlossene Struktur von hoher Stabilität
ergibt. Weiter ist vorgesehen, das feste Klemmstück bzw. die festen Klemmstücke
jeweils unterhalb als Auflager anzuordnen, während die beweglichen Klemmstücke von
oben her am jeweiligen Zapfen angreifen.
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Stets, insbesondere aber bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform
ist es vorteilhaft, die Zapfenauflager, die im Querschnitt selbstverständlich an
die Zapfen angepaßt sind, mit zur Längsachse der Zapfen im wesentlichen parallelen
Freinuten zu versehen, um auch bei Durchmesserabweichungen zwischen den Zapfenauflagern
und den Zapfen, die sich beispielsweise durch im Rahmen der Überarbeitung der Arbeitswalzen
vorgenommenes Abdrehen der Zapfen ergeben können, eine einwandfreie und zentrierte
Mehrpunktauflage zu erreichen. Die Freinuten sind vorzugsweise gleichmäßig über
den Zapfenumfang verteilt und verlaufen etwa bei der bevorzugten Ausführung mit
einem festen und einem beweglichen Klemmstück um 90° gegeneinander versetzt, und
zwar einerseits im Bereich der Trennfuge zwischen den-Klemmstücken, - so daß die
Zapfenauflager sich jeweils über einen Winkel von entsprechend weniger als 1800
erstrecken -, andererseits im wesentlichen mittig über die Zapfenauflager.
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Üblicherweise werden beim Auswechseln der Arbeitswalzen von Walzgerüsten
beide Arbeitswalzen eines Walzensatzes jeweils paarweise gemeinsam ausgewechselt
und dementsprechend weist der Walzenausbauwagen in der Regel zwei Ausbaumuffen auf,
die in festem gegenseitigem Abstand, der dem Walzenabstand bei gelösten Anstellvorrichtungen
entspricht, angeordnet sind; eine üblicherweise vorgesehene Höhenverstellung der
Ausbaumuffen erfolgt dabei für beide Ausbaumuffen gemeinsam. Bei einer solchen Ausführungsform
ist vorgesehen, daß die festen Klemmstücke miteinander zu einem Walzenträger verbunden
und vorzugsweise einstückig ausgeführt sind. Der Walzenträger bildet dabei gleichsam
ein gemeinsames tragendes Teil der Ausbaumuffen.
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Die Höhenverstellung der Ausbaumuffen erfolgt in besonders vorteilhafter
Weise dadurch, daß der Walzenträger mit Lenkern, vorzugsweise mit Parallelogrammlenkern,
am Walzenausbauwagen angelenkt und mittels eines Stelltriebs, vorzugsweise einer
im folgenden kurz als Hubzylinder bezeichneten hydraulischen Zylinderkolbenanordnung
höhenverstellbar ist. Aus Platzgründen empfiehlt sich eine horizontale Anordnung
von Hubzylinder und Lenkern, wobei der Hubzylinder an einem an einen der Lenker
angeschlossenen Arm oder direkt am Walzenträger angreift und im übrigen am Walzenausbauwagen
angelenkt ist. Unter Umständen kann es sich empfehlen, den Walzenträger mit einstellbaren
seitlichen Führungsrollen am Walzenausbauwagen zu führen.
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Die Betätigung der beweglichen Klemmstücke zur Klemmung der Zapfen
der Arbeitswalzen erfolgt vorzugsweise dadurch, daß die beweglichen Klemmstücke
mit je mindestens einem Spannhebel verbunden und die Spannhebel an den festen Klemmstücken
bzw. am Walzenträger schwenkbar gelagert und durch mindestens einen Ste-lltrieb,
vorzugsweise eine im folgenden kurz als Klemmzylinder bezeichnete hydraulische Zylinderkolbenanordnung
verstellbar sind. Da bei der üblichen Walzenanordnung die Verstellung der beweglichen
Klemmstücke vorzugsweise, wie erläutert, in senkrechter Richtung erfolgt, aus Platzgründen
aber eine nahezu horizontale Anordnung des Klemmzylinders vorteilhaft ist, empfiehlt
sich eine knieförmig abgewinkelte Ausbildung der Spannhebel, wobei die beweglichen
Klemmstücke an einen im wesentlichen
horizontalen Schenkel des entsprechenden
Spannhebel angeschlossen sind und der bzw. die Klemmzylinder an mehr oder minder
geneigt verlaufende Schenkel der Spannhebel angreifen. Der bzw. die Klemmzylinder
können ohne weiteres ortsfest am Walzenausbauwagen angeienkt werden, wobei eine
Höhenverstellung der Ausbaumuffen unter Klemmung, falls dies erforderlich sein sollte,
durch entsprechend gesteuerte Druckbeaufschlagung des bzw. der Klemmzylinder möglich
ist. Im übrigen besteht die Möglichkeit, den bzw.
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die Klemmzylinder am Walzenträger gelenkig anzuschließen, wobei Klemmung
und Höhenverstellung vollständig unabhängig sind.
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Die beweglichen Klemmstücke sind bei einer zu bevorzugenden Ausführungsform
der zuvor beschriebenen Vorrichtung gelenkig mit den Spannhebeln verbunden, so daß
sie sich - bei möglichen Durchmesserabweichungen zwischen.
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Zapfen und Zapfenauflagern - ohne Kantenpressung an die Zapfen der
Arbeitswalzen anlegen können. Eine einwandfreie Parallelfuhrung der beweglichen
Klemmstücke läßt sich dabei dadurch erreichenj daß diese durch zu den Spannhebeln
parallele Führungslenker im Rahmen eines Lenkerparallelogramms gegenüber dem entsprechenden
festen Klemmstück geführt ist.
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Im rauhen Walzwerksbetrieb ist eine absolut genaue Ausrichtung der
Ausbaumuffen auf die Zapfen der auszuwechselnden Arbeitswalzen nicht immer gewährleistet.
Um gleichwohl unter allen Umständen eine einwandfreie und feste Klemmung der Zapfen
der Arbeitswaizen zu gewährleisten, ist weiter vorgesehen, die Spannhebel an den
festen Klemmstücken bzw. am Walzenträger und/oder an den beweglichen Klemmstücken
mittels Kugelgelenken zu lagern.
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In diesem Zusammenhang ist es weiter vorteilhaft, die Spannhebel als
Hebelpaare mit je zwei in einer zur Klemmrichtung senkrechten, d. h. also in der
Regel horizontalen Ebene nebeneinander angeordneten Spannhebeln auszubilden. Diese
Ausbildung hat zur Folge, daß auch dann, wenn die Klemmstücke sich bei einer anfänglichen
Exzentrität von Zapfen und Zapfenauflagern auf den Zapfen eingestellt und dabei
möglicherweise eine gegenseitige Schieflage eingenommen haben, eine eindeutige Klemmstellung
gegeben ist.
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Um die Beanspruchung der Ausbaumuffen bzw. der Zapfenauflager möglichst
gering zu halten, ist eine platzsparende Ausbildung der Ausbaumuffen vorteilhaft,
um die Zapfen dicht an der Walze zu klemmen. Unter diesem Gesichtspunkt ist zunächst
vorgesehen, daß die Spannhebel an den U-Schenkeln der festen Klemmstücke gelagert
sind. Eine in Achsrichtung der Arbeitswalzen besonders gedrungene und stabile Ausführungsform
ist dadurch gekennzeichnet, daß die U-Schenkel des festen Klemmstücks und das bewegliche
Klemmstück jeder Ausbaumuffe in Längsrichtung hintereinander, das bewegliche Klemmstück
an der den Arbeitswalzen abgewandten Seite, angeordnet sind und daß das Zapfenauflager
des festen Klemmstücks unter dem beweglichen Klemmstück angeordnet ist und sich
im wesentlichen über die gemeinsame (in Achsrichtung der Arbeitswalzen gemessene)
Länge des beweglichen Klemmstücks und der Schenkel des festen Klemmstücks erstreckt.
Der Angriffspunkt des be-weglichen Klemmstücks am Zapfen ist dabei entsprechend
der Breite der U-Schenkel des festen Klemmstücks zurückverlegt, wodurch sich eine
vorteilhafte Hebelwirkung bei gleichzeitig gedrungenem Aufbau ergibt.
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Im Rahmen der vorstehend erläuterten Vorrichtung können die beweglichen
Klemmstücke der üblicherweise vorgesehenen zwei Ausbaumuffen durch jeweils einen
eigenen Klemmzylinder betätigt werden. In konstruktiver und steuerungstechnischer
Hinsicht vorteilhaft ist jedoch eine Ausführungsform, bei der die Spannhebel der
miteinander verbundenen Ausbaumuffen durch einen Verbindungsarm gelenkig verbunden
sind und ein gemeinsamer Klemmzylinder am Verbindungsarm angreift, - und zwar selbstverständlich
außerhalb der Anlenkpunkte zwischen Verbindungsarm und Spannhebeln, so daß beide
Spannhebel durch den gemeinsamen Klemmzylinder betätigt werden.
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Hierbei empfiehlt es sich weiter, den Verbindungsarm mit einem der
Spannhebel unmittelbar und mit dem anderen Spannhebel gelenkig über einen Ausgleichslenker
zu verbinden. Diese weitere Ausgestaltung erlaubt es, daß auch bei unterschiedlichen
Durchmessern der Zapfen von zwei auszuwechselnden Arbeitswalzen und/oder der Zapfenauflager
der beiden Ausbaumuffen beide Zapfen einwandfrei geklemmt werden. Dies gelingt dadurch,
daß
der Verbindungsarm nach Klemmung eines Zapfens gegenüber.dem
entsprechenden Spannhebel weitergeschwenkt werden kann, bis auch der andere Zapfen
geklemmt ist.
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Die zuvor beschriebene Vorrichtung zum Auswechseln der Arbeitswalzen
von Walzgerüsten, bei der ein Stellantrieb für die Klemmung der Zapfen der Arbeitswalzen
zwischen den festen Klemmstücken und den beweglichen Klemmstücken und ein weiterer
Stelltrieb für die Höhenverstellung-der aus den festen und den beweglichen Klemmstücken
bestehenden Ausbaumuffen vorgesehen ist, kann noch einfacher und damit weniger kostenaufwendig
ausgeführt werden; das zu lehren, ist die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe.
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Die Erfindung betrifft nun eine Vorrichtung zum Auswechseln der Arbeitswalzen
von Walzgerüsten, mit einem in Achsrichtung der Arbeitswalzen verfahrbaren Walzenausbauwagen,
wobei der Walzenausbauwagen zwei Ausbaumuffen aufweist, jede Ausbaumuffe mindestens
zwei gegeneinander verstellbare und an vorstehenden Zapfen der Arbeitswalzen anklemmbare
Klemmstücke aufweist, nämlich jede Ausbaumuffe mindestens ein festes Klemmstück
und mindestens ein bewegliches Klemmstück aufweist, die festen Klemmstücke mit den
Ausbaumuffen verbunden und mit Lenkern, vorzugsweise mit Parallelogrammlenkern,
am Walzenausbauwagen angelenkt sind und die beweglichen Klemmstücke mit je mindestens
einem Spannhebel gelenkig verbunden und vorzugsweise durch zu den Spannhebeln parallele
Führungslenker im Rahmen eines Lenkerparallelogramms gegenüber dem entsprechenden
festen Klemmstück parallel geführt sind, wobei ferner die Spannhebel schwenkbar
an den festen Klemmstücken gelagert und durch einen Stelltrieb, vorzugsweise durch
eine hydraulische Zylinderkolbenanordnung verstellbar sind und wobei schließlich
der Stelltrieb gelenkig am Walzenausbauwagen angeschlossen ist. Dabei ist die zuvor
aufgezeigte Aufgabe zunächst und im wesentlichen dadurch gelöst, daß die Spannhebel
über je mindestens einen Kniehebel- gelenkig an den Stelltrieb angeschlossen sind.
Dadurch ist erfindungsgemäß erreicht, daß nur ein einziger Stelltrieb benötigt wird,
mit dem sowohl die Klemmung der Zapfen der Arbeitswalzen zwischen den festen Klemmstücken
und den beweglichen
Klemmstücken als auch die Höhenverstellung
der aus den festen und den beweglichen Klemmstücken bestehenden Ausbaumuffen erfolgen
kann.
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Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung führt eine Betätigung des einzigen
Stelltriebs zunächst zu einer Klemmung der Zapfen der Arbeitswalzen zwischen den
festen Klemmstücken und den beweglichen Klemmstücken. Dabei wird. ohne-weiteres
auch dann eine einwandfreie Klemmung der Zapfen der beiden Arbeitswalzen erreicht,
wenn die Durchmesser der Zapfen unterschiedlich sind. Tatsächlich verliert nämlich
dann der an sich schwenkbar gelagerte Spannhebel seine Schwenkbarkeit, wenn sich
das mit ihm gelenkig verbundene bewegliche Klemmstück nicht mehr bewegen kann, -
weil nämlich der zwischen diesem beweglichen Klemmstück und dem zugeordneten festen
Klemmstück sich befindende Zapfen festgeklemmt ist. Ist in der erläuterten Weise
ein - an sich an einem festen Klemmstück schwenkbar gelagerter -Spannhebel relativ
zu dem entsprechenden festen Klemmstück unbeweglich geworden, so erlauben die Kniehebel,
mit denen die Spannhebel gelenkig an den Stelltrieb angeschlossen sind, eine weitere
Verstellung des anderen Spannhebels - und damit eine einwandfreie Klemmung auch
des Zapfens der anderen Arbeitswalze. Ist dann auch der Zapfen der anderen Arbeitswalze
festgeklemmt, so ist auch der entsprechende - an sich an dem entsprechenden festen
Klemmstück schwenkbar gelagerte - Spannhebel relativ zu dem entsprechenden festen
Klemmstück unbeweglich geworden Jede weitere Betätigung des einzigen Stelltriebs
führt nun zu einer Höhenverstellung der aus den festen und den beweglichen Klemmstücken
bestehenden Ausbaumuffen.
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Im einzelnen gibt es verschiedene Möglichkeiten, die erfindungsgemäße
Vorrichtung zum Auswechseln der Arbeitswalzen von Walzgerüsten auszugestalten und
weiterzubilden, was im folgenden nur beispielhaft erläutert werden soll.
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Zunächst kann die erfindungsgemäße Vorrichtung im wesentlichen so
ausgestaltet und weitergebildet werden, wie die bereits vorgeschlagene Vorrichtung
(nach der Patentanmeldung P 30 18 997.0-14) ausgestaltet und
weitergebildet
worden ist. Insoweit kann bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung realisiert sein,
daß jede Ausbaumuffe ein festes Klemmstück und ein bewegliches Klemmstück aufweist
und/oder daß das feste Klemmstück und das bewegliche Klemmstück jeder Ausbaumuffe
U-förmig ausgebildet, mit einander zugewandten U-Innenräumen angeordnet und an der
Innenseite der U-Stege mit Zapfenauflagern versehen sind und daß ggf. die Zapfenauflager
im Querschnitt an die Zapfen angepaßt und mit zur Längsachse der Zapfen im wesentlichen
parallelen Freinuten versehen sind und/oder daß die festen Klemmstücke miteinander
zu einem Walzenträger verbunden und vorzugsweise einstückig ausgeführt sind. Auch
kann es zweckmäßig sein, die Spannhebel an den festen Klemmstücken bzw. am Walzenträger
und/oder an den beweglichen Klemmstücken mittels Kugelgelenken zu lagern und/oder
die Spannhebel als Hebelpaare auszubilden, also in einer zur Klemmrichtung senkrechten
Ebene nebeneinander je zwei Spannhebel anzuordnen und/oder die Spannhebel an den
U-Schenkein der festen Klemmstücke zu lagern und/oder die U-Schenkel des festen
Klemmstücks und das bewegliche Klemmstück jeder Ausbaumuffe in Längsrichtung hintereinander
und das Zapfenlager des festen Klemmstücks unter dem beweglichen Klemmstück anzuordnen.
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Im übrigen kann es bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung zweckmäßig
sein, die Kniehebel als Hebelpaare auszubilden, also in einer zur Klemmrichtung
senkrechten Ebene nebeneinander jeweils zwei Kniehebel anzuordnen. Von dieser Lehre
kann Gebrauch gemacht werden, unabhängig davon, ob auf die Spannhebel als Hebelpaare
ausgebildet sind oder nicht.
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Schließlich empfiehlt es sich, bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung
den Stelltrieb im wesentlichen senkrecht anzuordnen, d. h. dafür zu soren, daß der
Anlenkpunkt, an dem der Stelltrieb am Walzenausbauwagen angeschlossen ist, etwa
senkrecht unter dem Anlenkpunkt vorzusehen, an dem die Kniehebel an den Stelltrieb
angelenkt sind.
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Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel
darstellenden Zeichnung näher erläutert; es zeigt
Fig. 1 schematisch
eine Vorrichtung zum Auswechseln der Arbeitswalzen eines Walzgerüstes, in Seitenansicht,
Fig. 2 in einer vereinfachten schematischen Darstellung die Betätigung der Ausbaumuffen
des Gegenstands nach Fig. 1, Fig. 3 ein konkretes Ausführungsbeispiel der in Fig.
2 schematisch dargestellten Anordnung, in Seitenansicht, teilweise geschnitten,
und Fig. 4 einen Schnitt durch den Gegenstand nach Fig. 3 längs der Linie fV - IV
bzw. IV a - IV a.
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Die Fig. 1 zeigt die grundsätzliche Anordnung einer Vorrichtung 1
zum Auswechseln der Arbeitswalzen 2 eines Walzgerüsts 3. Bei dem Walzgerüst 3 handelt
es sich um ein Quarto-Walzgerüst, bei dem folglich zusätzlich zu den Arbeitswalzen
2 Stützwalzen 4 vorgesehen sind. Bei der in Fig. 1 dargestellten Anordnung sind
die (im einzelnen nicht dargestellten) Anstellvorrichtungen des Walzgerüsts 3 gelöst,
so daß die Arbeitswalzen 2 durch (gleichfalls nicht dargestellte) hydraulische Walzenentlastungsvorrichtungen
auf einen vorbestimmten Ausbauabstand auseinandergefahren sind. In der Fig. 1 ist
in ausgezogenen Linien dargestellt, wie die Arbeitswalzen 2 bereits zusammen mit
ihren Einbaustücken, in denen sie gelagert sind, aus leiii Walzgerlisl 3 tlus(Jel)allt
sind. In gestrichelten Linien ist die Einbaustellung der Arbeitswalzen 2 bei gelösten
Anstellvorrichtungen angedeutet.
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Vor dem Walzgerüst 3 ist ein Walzenausbauwagen 5 in Achsrichtung der
Arbeitswaizen 2 verfahrbar. Der Walzenausbauwagen 5 weist zwei Ausbaumuffen 6 auf,
die in dem vorbestimmten Ausbauabstand der Arbeitswalzen 2 entsprechendem Abstand
übereinander angeordnet und miteinander verbunden sind. Die Ausbaumuffen 6 weisen
- nachfolgend eingehend erläuterte - gegeneinander verstellbare Klemmstücke 7, 8
auf, zwischen denen zum Ausbau der Arbeitswalzen 2 aus dem Walzgerüst 3 vorstehende
Zapfen 9 der Arbeitswalzen
2 eingeklemmt werden können. Sind auf
diese Weise die Arbeitswalzen 2 durch die Ausbaumuffen 6 aufgenommen, so wird der
Walzenausbauwagen 5 zurückgefahren in die in Fig. 1 dargestellte Stellung. In dieser
Stellung werden die ausgebauten, zu überholenden Arbeitswalzen 2 abgelegt, neue
bzw. überholte Arbeitswalzen 2 mit den Ausbaumuffen 6 am Walzenausbauwagen 5 aufgenommen
und anschließend die neuen Arbeitswalzen 2 in das Walzgerüst 3 eingefahren. (Dies
alles ist in der DE-OS 19 13 771 beschrieben und braucht daher hier nicht im einzelnen
erläutert'zu werden.) Aufbau und Betätigung der Ausbaumuffen 6 werden anhand einer
schematischen Darstellung gemäß Fig. 2 sowie eines in den Fig. 3 und 4 dargestellten
konkreten Ausführungsbeispiels nachfolgend im einzelnen erläutert.
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Die Ausbaumuffen 6 weisen, wie bereits ausgeführt, je zwei Klemmstücke
7, 8 auf, nämlich ein festes Klemmstück 7 und bewegliches Klemmstück 8, die zur
Klemmung jeweils eines Zapfens 9 der Arbeitswalzen 2 gegeneinander verstellbar sind.
Die festen Klemmstücke 7 sind miteinander zu einem Walzenträger 10 verbunden, und
zwar derart, daß der gegenseitige Abstand der beiden Ausbaumuffen 6 dem Ausbauabstand
der jeweils gemeinsam auszuwechselnden Arbeitswalzen 2 eines Walzensatzes entspricht;
der Walzenträger 10 ist mit Parallelogrammlenkern 11 am Walzenausbauwagen 5 angelenkt.
Die beweglichen Klemmstücke 8 sind jeweils gelenkig mit einem Spannhebel 12 verbunden
und durch zu den Spannhebeln 12 parallele Führungslenker 13 im Rahmen jeweils eines
Lenkerparallelogramms zu sich selbst und gegenüber den zugeordneten festen Klemmstücken
7 parallel geführt. Die Spannhebel 12 sind schwenkbar an den festen Klemmstücken
7 gelagert und durch einen Stelltrieb 14, im dargestellten Ausführungsbeispiel als
hydraulische Zylinderkolbenanordnung ausgeführt, verstellbar. Der Stelltrieb 14
ist gelenkig am Walzenausbauwagen 5 angeschlossen.
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Erfindungsgemäß sind die Spannhebel 12 über je mindestens einen Kniehebel
15 gelenkig an den Stelltrieb 14 angeschlossen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
sind
die Kniehebel 15 als Hebelpaare ausgebildet, sind also in einer zur Klemmrichtung
senkrechten Ebene nebeneinander jeweils zwei Kniehebel 15 angeordnet. Im übrigen
ist erkennbar, daß der Stelltrieb 14 im wesentlichen senkrecht angeordnet ist.
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In der Fig. 2 ist in ausgezogenen Linien die gelöste Stellung der
Ausbaumuffen 6 angedeutet. In strichpunktierten Linien ist die Klemmstellung der
Ausbaumuffen 6 mit entsprechend betätigtem Stelltrieb 14 dargestellt.
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Die außerdem mögliche Höhenverstellung der Ausbaumuffen 6 (durch eine
weitere Betätigung des Stelltriebes 14) ist in gestrichelten Linien angedeutet.
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Wie die Fig. 3 und 4 zeigen, weist jede der beiden Ausbaumuffen 6
ein festes Klemmstück 7 auf, die beide miteinander zum Walzenträger 10 verbunden
sind. Sowohl die festen Klemmstücke 7 als auch die beweglichen Klemmstücke 8 sind
U-förmig ausgebildet, mit einander zugewandten U-Innenräumen angeordnet und an der
Innenseite der U-Stege mit Zapfenauflagern 16 versehen, die entsprechend der Ausbildung
der (in Fig. 4 nicht dargestellten) Zapfen 9 zylindrisch ausgebildet sind. Die Zåpfenaulager
16 weisen zur Längsachse im wesentlichen parallel verlaufende Freinuten 17 auf,
die einerseits im Bereich der Trennfuge zwischen festem und beweglichem Klemmstück
7 bzw. 8 und andererseits im wesentlichen mittig über die Klemmstücke 7, 8 verlaufen
und damit im wesentlichen um jeweils 900 versetzt angeordnet sind. Im übrigen sind
die U-Schenkel 18 der festen Klemmstücke 7, die den Walzenträger 10 bilden, jeweils
durch eine Brücke 19 verbunden, die festen Klemmstücke 7 also zu einem geschlossenen
Rahmen ausgestaltet. Der durch die festen Klemmstücke 7 gebildete Walzenträger 10
ist, wie bereits erläutert, durch Parallelogrammlenker 11 gegenüber dem Walzenausbauwagen
5 geführt. Die beweglichen Klemmstücke 8 sind mit jeweils einem Paar von in einer
horizontalen Ebene nebeneinander angeordneten Spannhebeln 12 gelenkig verbunden.
Im einzelnen sind die Spannhebel 12 an den festen Klemmstücken 7 bzw. am Walzenträger
10 und an den beweglichen Klemmstücken 8 mittels Kugelgelenken 20 gelagert. Wie
die
Fig. 3 erkennen läßt, sind die U-Schenkel 18 der festen Klemmstücke
7 und die beweglichen Klemmstücke 8 in Längsrichtung hintereinander und die Zapfenauflager
16 der festen Klemmstücke 7 unter den beweglichen Klemmstücken 8 angeordnet.